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Ilon Abszeß-Salbe vs. PVP-Jod

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Stephan Gerlach

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Jun 11, 2004, 4:01:45 AM6/11/04
to
Hallo NG,

Ich hoffe ich bin mit dieser Frage richtig hier.

Letztes Jahr mußte ich mir am Hintern (rechte Seite,
ungefähr an der Auflagefläche des "Sitzknochens") einen
Garbunkel (stand AFAIR in der Akte, ursprünglich wurde
Abszeß diagnostiziert) wegoperieren lassen.
Vorher hatte ich eine lange "Behandlungsphase" mit
PVP-Jod-Ratiopharm-Salbe durch:
Von anfänglich fast Pflaumengröße schrumpfte das Ding ab und
zu bis auf Kirschgröße zusammen, ging aber nie richtig weg.
Bis es irgendwann aufplatzte und (in Kirschgröße) eine OP
nötig wurde.

Nun habe ich ein ähnliches "Ding" auf der linken Seite des
Hinterns, allerdings gerademal etwa linsengroß und sehr
weich (unter der Haut, nicht offen).
Ich habe mir diesmal selbst gleich die
PVP-Jod-Ratiopharm-Salbe gekauft (nicht erst zum Arzt, der
sie mir wohl auch bloß wieder verschrieben hätte angesichts
der kleinen Größe des Abszesses/Furunkels(?)).
Allerdings scheint die Salbe zwar eine Ausbreitung des
Abszesses(?) gut zu verhindern, aber der "letzte Kick" fehlt
(sprich mit der Salbe bekomme ich das Ding nicht 100%ig weg,
seit nunmehr 2-wöchiger Anwendung 2-mal täglich).

Ich würde gerne um eine erneute OP herumkommen (die
Nachwirkung "man kann mindestens 2 Wochen nicht richtig
sitzen" ist nicht wirklich so toll) und haba da auch noch
Hoffnung, da der Abszeß diesmal wesentlich kleiner ist.

Nun zur eigentlichen Frage:
Was ist davon zu halten, es mal mit Ilon Abszeß-Salbe zu
versuchen?
Ist das überhaupt für Sachen "unter der Haut" sinnvoll?
Oder soll ich es erst mal weiter mit der PVP-Jod-Salbe
versuchen (womöglich die Behandlungsintervalle verkürzen)?

Ich wäre sehr dankbar für Ratschläge.

Stephan

Thorsten Steinbrenner

unread,
Jun 11, 2004, 6:44:21 AM6/11/04
to
Stephan Gerlach said on 11.06.2004 10:01:

> Ich würde gerne um eine erneute OP herumkommen (die
> Nachwirkung "man kann mindestens 2 Wochen nicht richtig
> sitzen" ist nicht wirklich so toll) und haba da auch noch
> Hoffnung, da der Abszeß diesmal wesentlich kleiner ist.

Sorry dich enttäuschen zu müssen, aber das gelingt selten ohne OP. Da
kannst Salbe draufschmieren wie du willst. Zumindest eine kleine
Inzission um den Eiter abzulassen ist fast immer von nöten. Von einem
Sinus pilonidalis [1] gar nicht zu sprechen....

> Was ist davon zu halten, es mal mit Ilon Abszeß-Salbe zu
> versuchen?
> Ist das überhaupt für Sachen "unter der Haut" sinnvoll?

M.E. nicht, aber ein Versuch kann nicht schaden...

> Oder soll ich es erst mal weiter mit der PVP-Jod-Salbe
> versuchen (womöglich die Behandlungsintervalle verkürzen)?

Dto. Die ollen Chirurgen haben immer so schön gesagt "ubi pus, ibi
evacua", zu deutsch wo Eiter ist muss er raus...

Gute Besserung!

[1] http://www.medizin-netz.de/icenter/spilonid.htm

Tom

--
»Unix is very user friendly, it's just picky about who its friends are.«
--Autor unbekannt

Stephan Gerlach

unread,
Jun 11, 2004, 10:56:17 AM6/11/04
to
Thorsten Steinbrenner schrieb:

> Sorry dich enttäuschen zu müssen, aber das gelingt selten ohne OP.

Ist bloß komisch, warum mir dann beim erstenmal die
PVP-Jodsalbe verschrieben wurde.
Obwohl das "Gebilde" da IMHO schon recht groß war.
Und die Salbe laut Aufdruck eigentlich gegen
"Wundinfektionen der Haut" helfen soll.
Von Abszeß, Garbunkel oder Furunkel steht da gar nix drauf.

> Gute Besserung!

Danke!

BTW: Habe beim Googeln hier noch zufällig den Namenm
Ichtholan 20% bzw. 50% gefunden.
Hat jemand Erfahrung damit?

Stephan

Christian Volk

unread,
Jun 11, 2004, 12:13:34 PM6/11/04
to

Ich hab mit Ichthoseptal (Reinigungszeugs)
recht gute Erfahrung.

Atherom bzw Abszeß ist ja irgendwie mit
Talgdrüse, die sich verschließt und Talg
produziert und sich dann entzündet.
(Vermische die Begriffe leider gerade etwas.)

Laut meiner Hautärztin, die einen sehr
positiven Eindruck auf mich machte,
sind Salben sowie Ichthoseptal die
erste Behandlungsstufe, falls das nicht hilft,
Teersalbe die zweite,
Minocylin die dritte, und eine
großflächige operative Entfernung der anfälligen
Haut die vierte und letzte.

Das gilt iirc dann, wenn "Akne reversa"
Ursache/Auslöser/Erscheinungsbild ist.

Einzelne zu große Stellen müssen operativ
entfernt werden, aber wirkliche "Behandlung"
ist das ja nicht, wenn immer wieder neue Stellen auftauchen.

> Hat jemand Erfahrung damit?
Ich hatte vor allem Probleme mit diesen nervigen
Viechern. Viele (Haus-)Ärzte kennen sich halt nicht aus.
Chirurgen sind keine Ärzte, sondern in erster
Linie Handwerker.
Ich würd schon vorschlagen, dass du Mal
nach einem guten Dermatologen Ausschau hältst,
bei mir hats sich jedenfalls gelohnt.

Gruß,

Christian

Juergen Sauer

unread,
Jun 11, 2004, 5:49:28 PM6/11/04
to
Christian Volk wrote:

>> Hat jemand Erfahrung damit?
> Ich hatte vor allem Probleme mit diesen nervigen
> Viechern. Viele (Haus-)Ärzte kennen sich halt nicht aus.
> Chirurgen sind keine Ärzte, sondern in erster
> Linie Handwerker.
> Ich würd schon vorschlagen, dass du Mal
> nach einem guten Dermatologen Ausschau hältst,
> bei mir hats sich jedenfalls gelohnt.

Darf man fragen wie Du diese Dinger wieder losgeworden bist?
Ich habe die naemlich auch seit ein bis zwei Jahren. Immer wieder an anderen
Koerperstellen...
Und ich betreibe angemessene Koerperpflege und Hygiene!

Trotzdem: Ich werde den Verdacht nicht los, dass sich da was bei mir im
Koerper eingenistet hat und immer wieder zu Furunkeln fuehrt.

Deshalb frage ich hier nach erfolgversprecheneden Methoden dies loszuwerden.

Gruesse
Juergen


Thorsten Steinbrenner

unread,
Jun 12, 2004, 5:04:35 AM6/12/04
to
Christian Volk said on 11.06.2004 18:13:

> Atherom bzw Abszeß ist ja irgendwie mit
> Talgdrüse, die sich verschließt und Talg
> produziert und sich dann entzündet.
> (Vermische die Begriffe leider gerade etwas.)

Ja, das ist das Problem hier. Der OP sprach IMHO am ehesten von einem
Abszess am Hintern. Ich zitiere mal:

Abszess:
Ansammlung von Eiter* in einem nicht vorgebildeten, sondern durch
Gewebeeinschmelzung (Verflüssigung einer Nekrose) entstandenen,
allseitig abgeschlossenen Gewebehohlraum; wird später oft von einer
bindegewebigen Abszessmembran umgeben; [...]
Ther.: ovaläre Exzision, Entfernung der Abszessmembran, Antiseptika,
Wundspülung, ggf. Inzision mit Gegeninzision u. Drainage;

Furunkel:
Meist aus einer Follikulitis* hervorgehende akute eitrige Entz. eines
Haarfollikels u. seiner Talgdrüse (Perifollikulitis) als schmerzhafter,
bis zu einigen Zentimetern großer, geröteter Knoten mit zentralem
Eiterpfropf u. starkem Ödem der Umgebung; [...]
Ther.: Ruhigstellung, Antibiotika; nach Demarkierung Inzision u. ggf.
Nekroseausräumung; lokal Antiseptika; Kompl.: Ausbildung eines
Karbunkels*, regionäre Lymphangitis u. Lymphadenitis, bei Lok. im
Gesicht (Nase, Oberlippe) Gefahr der Sinusthrombose, Meningitis u.
Sepsis (keine Manipulation!).

Karbunkel:
Mehrere, konfluierende Furunkel.

> Laut meiner Hautärztin, die einen sehr
> positiven Eindruck auf mich machte,
> sind Salben sowie Ichthoseptal die
> erste Behandlungsstufe, falls das nicht hilft,
> Teersalbe die zweite,
> Minocylin die dritte, und eine
> großflächige operative Entfernung der anfälligen
> Haut die vierte und letzte.
> Das gilt iirc dann, wenn "Akne reversa"
> Ursache/Auslöser/Erscheinungsbild ist.

Hm, ich kenne nur Acne inversa:
Form der Acne conglobata (s. Acne vulgaris) mit Entz. der Talgdrüsen u.
Terminalhaarfollikel v. a. perianal, inguinal, axillär, an Nacken u.
behaarter Kopfhaut, evtl. Pilonidalsinus; [...]
Ther.: Isotretinoin; möglichst früh Exzision des betroffenen Hautareals
u. Deckung durch Transplantat.

Jetzt schau dir einfach mal die Therapie aller Erkrankungen an, ich sag
dazu nix mehr...
Ich will ja wirklich niemand den Glauben an Salben, Cremchen, Woodo,
Homöopathie und sonstwas bei seinem Abszess nehmen. Problem dabei ist
meistens nur, dass die Patienten ihren Eiterherd so lange "pflegen", bis
er so gross ist, dass die Entfernung wirklich Großflächig und damit
ziemlich schmerzhaft ist. Wenn die Leute früh kommen würden wäre das
eine Sache von ein paar Minuten. So gibt das teilweise eine OP mit
Vollnarkose, ein paar Tage Krankenhausaufenthalt usw....

> Chirurgen sind keine Ärzte, sondern in erster
> Linie Handwerker.

Danke, solches Lob hört man immer wieder gerne.

Tom

--
Signaturen sind wie Frauen: Man findet selten eine Vernuenftige.
-- gesehen in at.linux

Stefan Fritze

unread,
Jun 12, 2004, 3:37:19 PM6/12/04
to
Thorsten Steinbrenner schrieb:

>Dto. Die ollen Chirurgen haben immer so schön gesagt "ubi pus, ibi
>evacua", zu deutsch wo Eiter ist muss er raus...

Richtig!
Danach sollte man sich aber überlegen, was man angestellt hat,
daß eine derartig massive Entgiftungsaktion des eigenen Körpers
nötig war.

Ich empfehle wie üblich, einen Blick auf die Ernährung zu werfen.

Gruß
Stefan

Juergen Sauer

unread,
Jun 13, 2004, 1:45:02 PM6/13/04
to
Stefan Fritze wrote:

> Ich empfehle wie üblich, einen Blick auf die Ernährung zu werfen.

Welche Nahrungsmittel sollte man demnach meiden?
Gruesse
Juergen


Stefan Fritze

unread,
Jun 13, 2004, 5:36:54 PM6/13/04
to
>Stefan Fritze wrote:
>>Ich empfehle wie üblich, einen Blick auf die Ernährung zu werfen.

Juergen Sauer schrieb:


>Welche Nahrungsmittel sollte man demnach meiden?

Das kann ich von hier aus nicht sagen. Generell sind Milch- und Ge-
treideprodukte schädlich. Im Einzelfall muß man genauer hinsehen.
Oft sind die krankheitsverursachenden Nahrungsmittel die Lieblings-
speisen des Patienten.

Gruß
Stefan

Stephan Gerlach

unread,
Jun 14, 2004, 9:13:10 AM6/14/04
to
Stefan Fritze schrieb:

>
> >Stefan Fritze wrote:
> >>Ich empfehle wie üblich, einen Blick auf die Ernährung zu werfen.
>
> Juergen Sauer schrieb:
> >Welche Nahrungsmittel sollte man demnach meiden?
>
> Das kann ich von hier aus nicht sagen. Generell sind Milch- und Ge-
> treideprodukte schädlich.

Nun ja, AFAIK gibt es doch Millionen Menschen, die ab und zu
mal ein Glas Milch trinken oder eine Scheibe Brot essen,
ohne überall von Eiterbeulen geplagt zu sein?!

Stephan

Stefan Fritze

unread,
Jun 14, 2004, 11:48:25 AM6/14/04
to
Stephan Gerlach schrieb:

>Nun ja, AFAIK gibt es doch Millionen Menschen, die ab und zu
>mal ein Glas Milch trinken oder eine Scheibe Brot essen,
>ohne überall von Eiterbeulen geplagt zu sein?!

Sicher.
Andere bekommen von Getreideprodukten Rheuma oder Arthritis.
Wieder andere bekommen von Milchprodukten Neurodermitis.

Aufgrund der genetischen Einzigartigkeit aller Menschen ist
es nicht möglich, vorherzusagen, wie sich eine gesundheits-
schädliche Lebensweise beim Einzelnen auswirken wird.

Es ist so ähnlich wie beim Alkohol:
Nicht jeder, der ihn konsumiert, wird mit einer Leberzirrhose
enden. Aber schädlich ist der Alkohol trotzdem und zwar für
*alle*, die ihn zu sich nehmen.

Gruß
Stefan

Stephan Gerlach

unread,
Jun 15, 2004, 7:59:14 AM6/15/04
to
Stefan Fritze schrieb:

>
> Stephan Gerlach schrieb:
> >Nun ja, AFAIK gibt es doch Millionen Menschen, die ab und zu
> >mal ein Glas Milch trinken oder eine Scheibe Brot essen,
> >ohne überall von Eiterbeulen geplagt zu sein?!
>
> Sicher.
> Andere bekommen von Getreideprodukten Rheuma oder Arthritis.
> Wieder andere bekommen von Milchprodukten Neurodermitis.

Ist aber wohl eher die Ausnahme, oder?
Ich kenne keinen Menschen, der kein Brot verträgt.
Hingegen einige, die keine Milch mögen (aber wohl eher wegen
Geschmack/schlecht verdaulich/was weiß ich), aber jedenfalls
nicht wegen Neurodermitis.

> Aufgrund der genetischen Einzigartigkeit aller Menschen ist
> es nicht möglich, vorherzusagen, wie sich eine gesundheits-
> schädliche Lebensweise beim Einzelnen auswirken wird.

"Trocken Brot essen" würde ich nicht gerade als
gesundheitsschädlich einordnen.

> Es ist so ähnlich wie beim Alkohol:
> Nicht jeder, der ihn konsumiert, wird mit einer Leberzirrhose
> enden. Aber schädlich ist der Alkohol trotzdem und zwar für
> *alle*, die ihn zu sich nehmen.

Der Vergleich "Brot ist so schädlich wie Alkohol" hinkt aber
doch ein wenig, oder?
Sicher kann ich mir vorstellen, daß es vereinzelte Menschen
gibt, die auf Brot hyperempfindlich reagieren (welche Stoffe
im Brot sollen das sein?).
Aber beim Brot überwiegen, lax gesagt, die Vorteile die
Nachteile.
Was ich vom Alkohol nicht behaupten würde.
Wenn z.B. jemand täglich 3 Scheiben Brot und 3 Flaschen Bier
zu sich nimmt, dann würde es doch im Regelfall sicher mehr
für die Gesundheit bringen, auf das Bier anstatt auf das
Brot zu verzichten, oder?

Aber wie es auch sei; das wird in meinem Fall eh nur eine
Diskussion "fürs Protokoll" sein:
Ich vermute den Grund für meine "Ausbeulungen" sowieso eher
in "Hintern vor/nach dem Radfahren nicht genug versorgt".
:-)

Stephan

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