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Wieviel Alkohol bis zur 5 Promille - Grenze ?

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Bernd Rippold

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May 3, 1998, 3:00:00 AM5/3/98
to

Hallo,

kennt jemand Anhaltswerte für die abendlich konsumiereten Alkoholmengen,
wenn man einen europäischen (das ist in der Tat entscheidend !) Mann mit ca.
80 kg und normaler Alk.-resorptionsfähigkeit in gut ernährtem Zustand
voraussetzt, um ihn in die Nähe dieser neuen 5 Promillle-Grenze zu bringen ?

Also wiviel Bier oder wieviel Wein könnte einen Blutalkoholwert um 5
Promille ausmachen ?

Vielen Dank
(Sowas muß man auch mal wissen !)

Bernd


Tom Müller

unread,
May 3, 1998, 3:00:00 AM5/3/98
to


Bernd Rippold wrote:

5 Promille?? Wow, da darf man noch fahren? Klingt ja super. Ich lege mir jetzt
ne Flasche Wiskey i.v. und fahre dann ne Runde durch die Stadt. werde es
wahrscheinlich nicht überleben, aber bin noch Auto gefahren und sogar ganz
legal! :-))
Mal im Ernst: Du hast Dich da vertippt. Streiche 5, setze 0.5!
(sowas muß man auch mal wissen)

Tom

Thomas Hochstein

unread,
May 3, 1998, 3:00:00 AM5/3/98
to

"Bernd Rippold" <rip...@ms.tlk.com> schrieb:

> kennt jemand Anhaltswerte für die abendlich konsumiereten Alkoholmengen,
> wenn man einen europäischen (das ist in der Tat entscheidend !) Mann mit ca.
> 80 kg und normaler Alk.-resorptionsfähigkeit in gut ernährtem Zustand
> voraussetzt, um ihn in die Nähe dieser neuen 5 Promillle-Grenze zu bringen ?

Nix 5 Promille! Da siehst Du als nicht-Alkoholiker die Radieschen
bereits lange von unten. 0,5 Promille!

> Also wiviel Bier oder wieviel Wein könnte einen Blutalkoholwert um 5
> Promille ausmachen ?

Ich habe Bier mal mit 6 vol% und Wein mit 10 vol% Alkohol angenommen
und mich an der Widmark-Formel vergangen. Ich komme dabei auf rund
500-600 ml Bier und rund 300-400 ml Wein. Kann das so hinkommen?

Den üblichen Hinweis nicht zu vergessen, daß das individuell
verschieden ist, auch von diversen anderen Faktoren abhängt, gleiche
Promillewerte bei verschiedenen Personen verschiedene Folgen zeitigen
und daß bereits 0,3 Promille zusammen mit alkoholbedingten
Ausfallerscheinungen nicht nur für eine Ordnungswidrigkeit, sondern
bereits für die Fahruntüchtigkeit im Sinne von § 316 StGB (=Straftat)
ausreichen. ;-)

Gruß
Thomas

--
Thomas Hochstein ---> http://home.pages.de/~ThomasH/
To request PGP-public key, send email with subject "PGPkey".
ICQ: 9166080

Christian Tschuschke

unread,
May 3, 1998, 3:00:00 AM5/3/98
to

Don´t drink and drive!
Ich empfehle dem Promille Rechner
http://www.firstsurf.com/promille.htm
Wer bis dahin kommt und die Daten korrekt eingibt ist noch nüchtern. Wer
sich vertippt solls bleiben lassen.
Gruß, C.T.

Dietmar Winkler

unread,
May 3, 1998, 3:00:00 AM5/3/98
to

Hi Bernd!

>kennt jemand Anhaltswerte für die abendlich konsumiereten Alkoholmengen,
>wenn man einen europäischen (das ist in der Tat entscheidend !) Mann mit
ca.
>80 kg und normaler Alk.-resorptionsfähigkeit in gut ernährtem Zustand
>voraussetzt, um ihn in die Nähe dieser neuen 5 Promillle-Grenze zu bringen
?

Die erlaubte Höchstkonzentration von Ethanol im Blut beläuft sich auf 0.5
Promille, das sind per definitionem 0.5 g/l (Gramm pro Liter).
Alkohol verteilt sich auf das gesamte fettfreie Körpergewebe. Bei einem
jungen, schlanken Mann sind das in etwa 65% des Körpergewichtes. Mit
steigendem Alter nimmt dieser Anteil auf etwa 55% ab. Frauen besitzen
konstitutiv einen größeren Fettgewebsanteil am Körpergewicht und ergo ein
geringeres Verteilungsvolumen für Alkohol (sagen wir mal etwas weniger als
60%).
Bei einem "gut genährten" 80kg schweren Mann verteilt sich der Ethylalkohol
auf vielleicht 48kg Gewebe (gerechnet mit einem Anteil von 60%). Bei einer
Dichte von rund 1kg/l sollte das Verteilungsvolumen rund 50l ausmachen.
Damit sich eine Konzentration von 0.5g Alkohol pro Liter ergibt, darf man
sich also 25g reinen Alk einflößen. Bei einem spezifischen Gewicht von
überschlagsmäßig 0.8g/cm3 sind das rund 30ml.
30ml Alkohol sind in 0.6l Bier (rund 5Vol%) und 0.3l Wein (rund 10Vol%)
enthalten. Erlaubt wären also 1 Flasche Bier oder 1 Viertel Wein.

Aus dem häufigen Vorkommen des Wörtchens "rund" darfst Du messerscharf
folgern, daß ich es kaum für ratsam halte, sich anhand solcher Kalkulationen
an gewisse Werte "heranzutrinken". Der Parameter, der am schwierigsten
abzuschätzen ist, und der auch am meisten variiert ist das prozentuelle
Verteilungsvolumen. Auch der Alkoholgehalt der Getränke variiert natürlich,
läßt sich aber leicht vom Etikett ablesen (- sofern man da noch nicht völlig
zu ist).

Viele Grüße,

Dietmar.

maria antonia pues

unread,
May 3, 1998, 3:00:00 AM5/3/98
to

Hallo Bernd?
5Promille? So viel kannst Du gar nicht trinken! Du meinst 0,5Promille. Und
da kann fast sagen: So wenig kann man fast nicht trinken. Ich wuerde mal
schaetzen, daß die Grenze nach einem Bierchen schon erreicht ist. Am zweiten
darf man dann noch riechen.
Gruß,
Maria :-)

Bernd Rippold schrieb in Nachricht <6ihlr0$kci$1...@mars.ms.tlk.com>...
>Hallo,


>
>kennt jemand Anhaltswerte für die abendlich konsumiereten Alkoholmengen,
>wenn man einen europäischen (das ist in der Tat entscheidend !) Mann mit
ca.
>80 kg und normaler Alk.-resorptionsfähigkeit in gut ernährtem Zustand
>voraussetzt, um ihn in die Nähe dieser neuen 5 Promillle-Grenze zu bringen
?
>

>Also wiviel Bier oder wieviel Wein könnte einen Blutalkoholwert um 5
>Promille ausmachen ?
>

Jost Hübner

unread,
May 4, 1998, 3:00:00 AM5/4/98
to

Die Rechnug ist ganz einfach:
Ein 80 Kg Mann schleppt mit sich 70% Körperflüssigkeit rum. Das sind 48
Liter. In diesen 48 Litern verteilt sich der Alkohol gleichmäßig. Wenn Du
also 100%igen Alkohol trinkst und Du willst 1 Promill erreichen, dann
reichen dazu 48 ml von diesem Alkohol. Bei Wein (10%) also 480 ml. 0,5
Promille erreichst Du also schon mit 240 ml. Bier hat ungefähr 5 %, womit Du
also ca. 480 ml (zwei kleine Bier!!!) trinken "darfst". Bei gut gefüllten
Magen kann man noch ca. 20% abrechnen. Ausserdem gibt es auch
interindividuelle Unterschiede. Die obige Rechnung ist aber als Anhaltspunkt
schon recht genau. Ich habe das selber mal unter kontrollierten Bedingungen
(d.h. mit Blutalkoholbestimmung und unter ärztlicher Aufsicht) ausprobiert.
Gruß aus Hamburg,
Jost Hübner

Rwziegler

unread,
May 4, 1998, 3:00:00 AM5/4/98
to

Im Artikel <6ihlr0$kci$1...@mars.ms.tlk.com>, "Bernd Rippold" <rip...@ms.tlk.com>
schreibt:

Hallo Bernd,

>Also wiviel Bier oder wieviel Wein könnte einen Blutalkoholwert um 5
>Promille ausmachen ?

Die Frage ist leicht zu beantworten, aber eigentlich sehe ich nicht
ein, jemandem eine konkrete Handlungsrichtschnur an die Hand
zu geben, um sich tot zu saufen.

Sollte sich wirklich ein "Neuling" mit solch einer Alkoholmenge
versehen wollen, dann kann ich nur hoffen, daß er ab 2 Promille
so blau ist, daß er den Dreisatz nicht mal mehr denken kann.

Wer solche Werte im Blut hat - und bei raschem Kampfsaufen
geht das durchaus, wenn man es darauf anlegt, auch wenn
es eine ganze Menge Bier oder Wein pro Nase ist - riskiert
übrigens zunächst mal Erbrechen, dann Bewußtseinseintrübung
und es besteht die akute Gefahr eines Versagens des Atem-
reizes (Erstickungstod). Von den akuten Vergiftungserscheinungen
für ZNS oder Leber will ich garnicht sprechen, von den chronischen
Auswirkungen solch einer Aktion auch nicht.... dies deshalb
nicht, weil nur ein absoluter Vollidiot auf die Idee kommt,
sich überhaupt an 5 Promille heranzutrinken und der kann bereits
vorher kein ZNS mehr gehabt haben.

Von der Einnahme solcher Alkoholmengen in jugendlich-pubertärer
Selbstmordabsicht rate ich übrigens ab. Kein Mädel oder Junge
ist das wert....

Wird dieses Land hier eigentlich zunehmend bescheuert oder
fliegen hier einfach nur wieder mal die Lastzüge, Schiffe oder
Hochhäuser zu tief?

Erschüttert, Roland Ziegler


Rwziegler

unread,
May 4, 1998, 3:00:00 AM5/4/98
to

Im Artikel <6iiupc$5l4$1...@rzsun02.rrz.uni-hamburg.de>,
"=?utf-7?Q?Jost_H+APw-bner?=" <DeleteTh...@uke.uni-hamburg.de> schreibt:

Lieber Huebner,

>Die Rechnug ist ganz einfach:

>Ein 80 Kg Mann schleppt mit sich 70+ACU- K+APY-rperfl+APw-ssigkeit rum. >Das
sind 48 Liter.

sorry, aber 70% von 80 kg sind immer noch 56 kg und
keine 48 kg (bzw. Liter).
Das bedeutet (Deinem Rechenansatz folgend) 56 g reinen
Alkohol pro Promille. Unter Ausschluß des Abbaus von ca.
0,1 Promille pro Stunde durch die Leber müßte man
also (pi mal Daumen) bei einem normalen Bier (5% Alc.)
oder einem normalen Weißwein (8% Alc.) oder einem
normalen Rotwein (12% Alc.) etwa eine Halbe Bier,
einen gepflegten Schoppen (0,3 l) Weißwein oder
gerade mal ein normales Glas Rotwein (0,2 l) trinken
können, um unter dem Limit von 0,5 Promille zu
bleiben.

Hiksch, Roland
(der ab 1,0 Promille mit dem glaschischen Dreischatsch
auch schoo scheine Probleme hat und deschalb lieba
zu Hausche schäuft ;))

Max Puille

unread,
May 4, 1998, 3:00:00 AM5/4/98
to

Hallo Leute,
auch meine $0,02 zum Thema Alk:

> Die Rechnug ist ganz einfach:
> snip <
Auch ich hatte mal das Vergnügen, als Proband an einer Studie zum
Einfluß von Alkohol (in dem Fall auf das atriale natriuretische Peptid,
für die, denen das was sagt), teilzunehmen. Das ganze fand im
Gerichtsmedizinischen Institut statt, also sozusagen auch der im
"Ernstfall" zuständigen Stelle. Ziel-Promille war 1.0.
Was mich überraschte, war die Aussage, ich müsse dazu innerhalb einer
Stunde 5 Halbe Bier (für Mitleser nördlich der Donau: 5 Gläser eines
Export-ähnlichen Bieres á 0.5 Liter) leeren.
Hab' ich dann auch gemacht, für die hehre Wissenschaft, was u.a. dazu
führte, daß die Kollegen mir die notwendigen Blutproben innerhalb der
folgenden Stunde im Tiefschlaf abzapften.
Resultat: es _waren_ 1.0 Promille, 1.01, genau gesagt.
Widerspricht den hier angeführten Berechnungen um 150%, entspricht dem
Ergebnis des schon genannten Promille-Rechners bei
http://www.firstsurf.com/promille.htm.
Schönen Tach noch,
Max
--
email: Max.F....@radiol.med.uni-giessen.de

Thomas Hochstein

unread,
May 4, 1998, 3:00:00 AM5/4/98
to

rwzi...@aol.com (Rwziegler) schrieb:

> Wird dieses Land hier eigentlich zunehmend bescheuert oder
> fliegen hier einfach nur wieder mal die Lastzüge, Schiffe oder
> Hochhäuser zu tief?

Nein, die Einwohner haben nur manchmal Probleme mit den
Zehnerpotenzen.

> Erschüttert, Roland Ziegler

Hätte es Dich nicht so erschüttert, wäre Dir der Zusammenhang mit der
_0,_5-Promille-Grenze, die im Straßenverkehr seit dem 1. Mai eine
gewisse Geltung erlangt hat, sicher auch aufgegangen. :-)

Rwziegler

unread,
May 5, 1998, 3:00:00 AM5/5/98
to

Im Artikel <3554c6a2...@ancalagon.rhein-neckar.de>, THoch...@gmx.net
(Thomas Hochstein) schreibt:

Hallo Thomas,

>Hätte es Dich nicht so erschüttert, wäre Dir der Zusammenhang mit der
>_0,_5-Promille-Grenze, die im Straßenverkehr seit dem 1. Mai eine
>gewisse Geltung erlangt hat, sicher auch aufgegangen. :-)

hab Dank für Dein "Entschüttern" ;-).
Mir ist es deshalb nicht aufgefallen, weil ich grundsätzlich
die Finger von Alc lasse, wenn ich Auto fahre bzw. zu
fahren beabsichtige.

Grüße, Roland


Christof Reusch

unread,
May 5, 1998, 3:00:00 AM5/5/98
to

Endlich mal jemand, der mit Zahlen umgehen kann. Guter Beitrag.

Dietmar Winkler <dwin...@gmx.net> schrieb im Beitrag
<6ikraa$37vc$1...@www.univie.ac.at>...

Dietmar Winkler

unread,
May 6, 1998, 3:00:00 AM5/6/98
to

Hallo Detlev!

>Wo geht denn der Alkohol ins Blut? Sehr wenig über die Mund- und
>Magenschleimhaut und der überwiegende Anteil im Dünndarm?

Ethanol hat einen sehr niedrigen Fett-Wasser-Verteilungskoeffizienten
(0.04), d. h. er wird durch Zellmembranen eigentlich recht langsam
aufgenommen. Die Resorption erfolgt nicht durch aktive Transporte sondern
durch Diffusion sowohl im Magen als auch im Darm. Die Verweilzeit in der
Mundhöhle ist für eine quantitativ bedeutende Resorption meist zu gering (-
zumindest bei der Art und Weise wie die meisten Leute trinken ;-) ).

>Ist die Vorstellung richtig, daß bei schwerverdaulichem Magen-
>inhalt (z.B. Steak u. Kartoffeln) der Pförtner 'dichtmacht' und
>auch die Getränke zurückhält?

Die durchschnittliche Zeit vom Trinkakt bis zum Ende der Resorption liegt in
der Gegend von 1.5 Stunden. Tatsächlich ist die Aufnahme des Alkohols bei
leerem Magen schon viel früher beendet, bei starker Magenfüllung jedoch auch
später.

>Das würde doch bedeuten, daß sich
>a.) bei leerem Magen der Alkohol relativ schnell gleichmäßig im
> Körper verteilen kann

Was die Aufnahme des Alkohols in die Blutbahn (Penetration durch
Lipidmembranen des Gastrointestinaltraktes) betrifft, hast Du ganz recht.
Die Verteilung des resorbierten Alkohols auf sein Verteilungsvolumen im
Körper (und das ist nicht nur das Blut!) geht immer sehr schnell vonstatten
(geringer Öl-Wasser-Verteilungsquotient).

>b.) bei nicht leerem Magen nur sehr schwer beurteilen läßt, wie
> sich die Blutalkoholkonzentration entwickeln wird.

Genau kann ich das auf jeden Fall nicht quantifizieren. Man könnte das aber
natürlich empirisch austesten - entsprechenden Aufwand vorausgesetzt. :-)


Viele Grüße,

Dietmar.

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