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Exostose im Unterkiefer

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Bernd Altenkirch

unread,
Feb 21, 2002, 5:25:09 PM2/21/02
to
Hallo,

ich benötige mal ein paar Erfahrungen bzgl. einer Exostose im
Unterkiefer.
Seit Jahren schon habe ich diese 2 Knochenauswüchse im Unterkiefer und
sie stören mich schon lange nicht mehr. Dennoch war ich nun bei einem
Chirurgen, um mich diesbezgl. beraten zu lassen.
Natürlich habe ich nun einen Termin für eine Operation, obwohl ich dies
erstmal nicht wollte.

Angeblich kein Drama und wahrscheinlich nur 3 Tage krank, heißt es.

Nun hat mir aber ein Freund erzählt, dass es dabei große Risiken bzgl.
Entzündungen gibt und überhaupt auch die Schmerzen über viele Tage sehr
stark wären. Davon abgesehen, dass auch die Operation trotz Betäubung
ziemlich schmerzhaft sein soll. Die angekündigten 3 Tage seien auch eher
verharmlost.

In Anbetracht dessen, möchte ich die OP nun erstmal absagen.
Trotzdem würde mich mal interessieren, wie es nun wirklich ist.
Zufällig habe ich im Internet ein Foto gefunden, dass ziemlich genau
meine Exstose wiedergibt. Leider finde ich nichts über die OP an sich,
die Risiken und die Schmerzen.
Wer sich etwas auskennt und dieses Foto zur Beurteilung braucht, dem
maile ich es gerne zu.

Ich würde mich sehr über Rat und Hilfe freuen

Bernd

Alexander Wess

unread,
Feb 25, 2002, 6:38:09 AM2/25/02
to
Hallo Bernd,

die Knochenwucherungen, die Du beschreibst liegen meistens lingual
(zungenseits) im Bereich der Eckzähne und sind symetrisch auf der linken und
rechten Kieferhälfte (Torus mandibulae). Diese Knochenwucherungen sind nicht
bösartig und wachsen sehr langsam. Sie behindern ab einer gewissen Größe
die Zunge, weil diese in ihrem Bett, dem Mundboden, weniger Platz hat und es
kann in Extremfällen zu Sprachbehinderungen und durch den Zungendruck auf
die Unterkieferfrontzähne zu "Verschiebungen" der Frontzähne kommen.
Zwingend ist eine Entfernung, wenn eine Unterkieferprothese geplant ist, da
diese Exostosen den Sitz der Prothese stören.
Sind die Exostosen klein, behindern nicht, oder ist keine prothetische
Versorgung im Unterkiefer geplant, kann man sie auch belassen und ab und zu
kontrollieren lassen. Der operative Eingriff kann problemlos in
Lokalanästhesie durchgeführt werden, wobei die Knochenwucherungen
abgemeiselt oder weggefräst werden. Die Schmerzen postoperativ halten sich
normalerweise in Grenzen, manche Patienten haben geringere Schmerzen als
z.B. nach einer Zahnextraktion. Teilweise kann es aber zu Blutergüssen im
Mundbodenbereich kommen, die etwas behindern und im Laufe von einer Woche
wieder verschwinden.

Gruß

Alexander


susanne gold

unread,
Feb 25, 2002, 9:12:53 AM2/25/02
to
Bernd Altenkirch <Ber...@gmx.de> wrote in message news:<a53s0j$4fm6i$1...@ID-8644.news.dfncis.de>...

> Seit Jahren schon habe ich diese 2 Knochenauswüchse im Unterkiefer und
> sie stören mich schon lange nicht mehr.

mit der zeit gewöhnt man sich an alles, oder?
irgendwie steht der satz hier so, als ob es die regel wäre, dass einen
zwei jahre später etwas nicht mehr stört. aus irgendeinem grund
gefällt mir der satz überhaupt nicht!
(was nichts mit dem eigentlichen thema zu tun hat, aber ich muss es
einfach loswerden)
mfg
susi

susanne gold

unread,
Feb 25, 2002, 8:19:57 PM2/25/02
to
news:<b3d4141.02022...@posting.google.com>...

> Bernd Altenkirch <Ber...@gmx.de> wrote in message news:<a53s0j$4fm6i$1...@ID-8644.news.dfncis.de>...
>
> > Seit Jahren schon habe ich diese 2 Knochenauswüchse im Unterkiefer und
> > sie stören mich schon lange nicht mehr.
>
und nocheinmal: alles eine frage der gewohnheit, oder? was solls, sind
ja eh nur ein paar knochenauswüchse am unterkiefer.
mfg
susi

Bernd Altenkirch

unread,
Feb 26, 2002, 1:29:08 AM2/26/02
to
Hallo Susanne,

In article <b3d4141.02022...@posting.google.com>,
metro...@gmx.at says...

> irgendwie steht der satz hier so, als ob es die regel wäre, dass einen
> zwei jahre später etwas nicht mehr stört. aus irgendeinem grund
> gefällt mir der satz überhaupt nicht!

Du hast natürlich schon recht.
Bei mir entstand diese Exsostose irgendwann nach meiner
Kieferorthopädischen Behandlung in der Jugend.
Damals habe ich die Veränderung verdrängt.

Später dann hielt ich es für möglich, dass der Kiefer diese Knubbel
gebildet hat, um eventuelle Schwachstellen zu verstärken. Hört sich
vielleicht blöde an, hat mir aber das Weiterverdrängen auch erleichtert.

Nun ja, man gewöhnt sich eben an Vieles.
Dabei fällt mir ein, dass auch mal eine Krebsvorsorge fällig wäre und
noch Einiges mehr.

Ich denke mal drüber nach:-)

Gruß
Bernd

Bernd Altenkirch

unread,
Feb 26, 2002, 1:29:07 AM2/26/02
to
Hallo Alexander,

In article <a5d7lc$4s1$05$1...@news.t-online.com>, A.W...@web.de says...


> kann in Extremfällen zu Sprachbehinderungen und durch den Zungendruck auf
> die Unterkieferfrontzähne zu "Verschiebungen" der Frontzähne kommen.

So schlimm ist es gottseidank nicht, sonst hätte ich es schon früher
machen lassen.

> Sind die Exostosen klein, behindern nicht, oder ist keine prothetische
> Versorgung im Unterkiefer geplant, kann man sie auch belassen und ab und zu
> kontrollieren lassen.

Welcher Arzt ist da der richtige?
Der Chirurg will gleich schneiden und mein Zahnarzt schaut zwar drauf,
fühlt sich aber nicht zuständig.

> Die Schmerzen postoperativ halten sich
> normalerweise in Grenzen, manche Patienten haben geringere Schmerzen als
> z.B. nach einer Zahnextraktion. Teilweise kann es aber zu Blutergüssen im
> Mundbodenbereich kommen, die etwas behindern und im Laufe von einer Woche
> wieder verschwinden.

Auf diese Antwort hatte ich gehofft:)
Im Freundes- und Bekanntenkreis hat man mir eher Angst gemacht.
Zahnextraktionen habe ich aber schon einige gehabt und fand es nicht
eher wenig tragisch.

Es ist aber auch eine Frage der Risiken. Die Chirurgin hatte es etwas
heruntergespielt. Möglicherweise ist es bei mir von Größe und Lage der
Exostose eher harmlos.
Fräsen und säbeln im Kopf ist halt doch immer in Bezug auf Risiko und
Nutzen eine Überlegung wert.
Ich werde die OP noch ein paar Monate herauszögern.
Im Frühjahr fällt einem das Sterben nicht so schwer:-)

vielen Dank für die Antwort

Gruß
Bernd

Alexander Wess

unread,
Feb 26, 2002, 4:55:15 AM2/26/02
to

> Welcher Arzt ist da der richtige?
> Der Chirurg will gleich schneiden und mein Zahnarzt schaut zwar drauf,
> fühlt sich aber nicht zuständig.
>
Hallo Bernd,
die Operation wird in der Regel ein Mund-,Kiefer- und Gesichtschirurg
durchführen. Da ich nicht weiß, wie groß die Exostosen sind, kann ich auch
nicht sagen, ob eine Operation notwendig ist. Gehe am besten zu einem
zweiten Kieferchirurgen (dafür brauchst Du keine Überweisung!!) und frage,
ob eine Entfernung notwendig ist und warum.
Die Operation, falls notwendig würde ich nicht im Sommer, wenn es warm ist,
durchführen lassen, da dann oft die postoperativen Beschwerden
(Schwellung+Schmerzen ) größer sind.

Gruß

Alexander


susanne gold

unread,
Feb 26, 2002, 10:04:26 AM2/26/02
to
Bernd Altenkirch <Ber...@gmx.de> wrote in message news:<a5f9ru$6rno5$2...@ID-8644.news.dfncis.de>...

> Hallo Susanne,
>
> In article <b3d4141.02022...@posting.google.com>,
> metro...@gmx.at says...

das finde ich cool
"metrophage says", dankeschön.

> > irgendwie steht der satz hier so, als ob es die regel wäre, dass einen
> > zwei jahre später etwas nicht mehr stört. aus irgendeinem grund
> > gefällt mir der satz überhaupt nicht!
>
> Du hast natürlich schon recht.

.
>
> > Nun ja, man gewöhnt sich eben an Vieles.

(sic!!!!!!!!!!!!!!!!!)


> Dabei fällt mir ein, dass auch mal eine Krebsvorsorge fällig wäre und
> noch Einiges mehr.

wozu? ist ja eh nur krebs. (lol)


>
> Ich denke mal drüber nach:-)

bitte!
>
> Gruß
> Bernd

mfg
susi

tinche...@gmail.com

unread,
Aug 7, 2015, 3:53:34 PM8/7/15
to
Hallo Alexander,ich danke für die tolle und verständliche Ausführung zur Exostose im Unterkiefer. Mich betrifft diese Frage auch seit kurzem. Sind denn solche Kieferknochenveränderung wirklich hinderlich,um eine Prothese anfertigen zu lassen.Ich führe seit längerer Zeit eine Diskussion mit den Zahnärzten.Ķönnen denn uneingeschränkt Implantate eingesetzt werden.Für eine baldige Antwort bedanke ich mich bereit im voraus.

ronth...@gmail.com

unread,
Jan 6, 2016, 5:43:20 PM1/6/16
to
Hallo

nachdem für mich im Unterkiefer demnächst eine Prothesenversorgung ansteht schlage ich mich mit dem Thema Exostosen herum. Denn diese sind bei mir sehr ausgeprägt. Meine Behandlung erfolgt in einer Uni-Klinik, auf meine Frage hin soll erst einmal eine Interims Versorgung erfolgen um dann sehen zu können ob diese sich bewährt oder nicht.
Bei meiner Nachfrage an einen Zahntechniker wurde mir gesagt das Prothesenversorgungen bei ausgeprägten Exostosen nicht sinnvoll sind. Wie schon die Uni-Ruhr in Bochum auf der webpage sagt, klagen viele Patienten über wacklige Versorgungen. Wohl nicht ohne Grund.
Von meiner Uni-Klinik wurde mir geraten einen Kieferchirugen zu konsultieren. Der Chirurg brauchte nicht viel um mir bewusst zu machen das das keine leichte Sache ist.
Nach einer recht schlaflosen Nacht kam ich auf den Gedanken ob nicht, anstelle einer aufwendigen und recht problematischen Entfernung der Exostosen, die Versorgung mit Implantanten nicht die bessere Versorgung wäre. Hier besteht meiner Ansicht nach eine medizinische Indikation die eine Einzelfallentscheidung erforderlich macht. Die Krankenkasse wird diese Implantatversorgung jedoch ablehnen bzw. nur den Kassenanteil bewilligen wollen. Ich weiß jedoch das Krankenkassen, sofern eine med. Indikation besteht, Kosten für derlei (auch andere) Maßnahmen bewilligen MUSS. Auch dürfen diese Anträge nicht verschleppt werden.

Ich gehe davon aus das bislang niemand dies versucht hat????

Mir ist durchaus bewusst das sowohl Ärzte, Chirurgen, MDK etc. gern nach 0815 Manier agieren. Die Bereitschaft mal alles aus einer anderen Perspektive zu betrachten ist halt aufwendiger und kostet mehr Arbeit.

Lieben Gruß

Ron

doc.z...@gmail.com

unread,
Jul 15, 2017, 10:40:05 AM7/15/17
to
Am Freitag, 7. August 2015 21:53:34 UTC+2 schrieb tinche...@gmail.com:
> Hallo Alexander,ich danke für die tolle und verständliche Ausführung zur Exostose im Unterkiefer. Mich betrifft diese Frage auch seit kurzem. Sind denn solche Kieferknochenveränderung wirklich hinderlich,um eine Prothese anfertigen zu lassen.Ich führe seit längerer Zeit eine Diskussion mit den Zahnärzten.Ķönnen denn uneingeschränkt Implantate eingesetzt werden.Für eine baldige Antwort bedanke ich mich bereit im voraus.

Bei mir hat der Zahnarzt bei einer Routineuntersuchung so ein Überbein festgestellt. Dieses war in sofern problematisch, weil es kurz davor war, eine Zahnbrücke im Wert von einigen tausend Euro rauszudrücken. Er hat daraufhin ohne große Diskussion zum Bohrer gegriffen und das gesamte Überbein abgeschliffen. Wahrscheinlich hätte ein Chirurg das schneller geschafft und das Verfahren war eine ziemliche Quälerei, aber ich bin Angstpatient. Dieser nict ganz so professionelle Eingriff mit einem einfachen Zahnarztinstrument hat jedenfalls dafür gesorgt, dass ich ich mir nicht eine Minute Gedanken über das Problem machen konnte.
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