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Blutgruppe A2B

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Christian Rüger

unread,
Dec 28, 2002, 7:17:11 PM12/28/02
to
Ich habe hier eine Frage von einem Blutspender der hat die Blutgruppe
A2B Rhesus negativ und ist jetzt verunsichert (die "2" ist als Index
tiefergestellt). Nach meiner Durchsicht der entsprechenden
Fachliteratur würde ich meinen, dass er da in seinen AB0-Eigenschaften
irgendwo zwischen Gruppe AB und B liegt, es fehlt also ein Teil des
"A-Antigens". Transfundieren müßte man ihm, so meine primitive
Meinung, Erythrozyten der Gruppen B oder 0 können.

Liege ich mit meiner Ansicht weit daneben?

Gruß
Chris

Robert Kunz

unread,
Dec 29, 2002, 4:18:05 AM12/29/02
to
cru...@web.de (Christian Rüger) schrieb:

>Ich habe hier eine Frage von einem Blutspender der hat die Blutgruppe
>A2B Rhesus negativ und ist jetzt verunsichert (die "2" ist als Index
>tiefergestellt).

Das sollte ihn aber nicht verunsichern :-)

>Nach meiner Durchsicht der entsprechenden
>Fachliteratur würde ich meinen, dass er da in seinen AB0-Eigenschaften
>irgendwo zwischen Gruppe AB und B liegt, es fehlt also ein Teil des
>"A-Antigens".

Von dieser 'Fachliteratur' solltest Du Dich trennen.
Vom Blutgruppenmerkmal A sind inzwischen mindestens 6 Subtypen
bekannt, vom Merkmal B mindestens 4.
Die sind genetisch durch vier Allelpaare bestimmt.
An den Erythrozytenoberflächen kann man aber eine *chemische
Spezifität* von A und B Antigenen sehr gut unterscheiden. Da gibt es
keine Zwischenstufen.

Hier kann man dazu lesen:
http://www.gesundheit.de/roche/ro00000/r101.html

>Transfundieren müßte man ihm, so meine primitive
>Meinung, Erythrozyten der Gruppen B oder 0 können.

Dieser Mensch hat transfusionsmedizinisch die Blutgruppe AB und kann
daher Erythrozyten sowohl der Blutgruppe A als auch B als auch AB und
auch Null vertragen.
Die AB-Leute bilden nämlich garkeine Isoagglutinine.
Und auch wenn er selber Träger des (schwächer agglutinierenden) A2
Merkmals ist wird er *kein* Anti-A in seinem Serum haben.

>Liege ich mit meiner Ansicht weit daneben?

mit der 'neuen' Ansicht nicht mehr :-)
servus
robby


--
Dieses Posting enthielt zwei subliminale Botschaften

Martin Schwenk

unread,
Dec 29, 2002, 4:08:00 AM12/29/02
to
Grüß Dich, Christian,

>Ich habe hier eine Frage von einem Blutspender der hat die Blutgruppe
>A2B Rhesus negativ und ist jetzt verunsichert (die "2" ist als Index
>tiefergestellt).

Warum hat er dann nicht beim Blutspendedienst nachgefragt, die hätten ihm
das gleich erklärt?

>Nach meiner Durchsicht der entsprechenden Fachliteratur würde ich meinen,
>dass er da in seinen AB0-Eigenschaften irgendwo zwischen Gruppe AB und B
>liegt, es fehlt also ein Teil des "A-Antigens".

Nein, das ist falsch. Es gibt bei den Blutgruppen unterschiedliche
Merkmale (Hauptgruppen A, B oder 0) und auch unterschiedliche Stufen
(Hauptgruppen, Rhesus-Faktor, Kell-Faktor etc.). Bei den Hauptgruppen gibt
es im Bereich der Gruppe A zwei verschiedene A-Grupppen, eben A1 und A2,
der von Dir beschriebene tiefstehende Index. Im Grunde genommen ist das
eine feinere Einteilung der A-Gruppe und damit nichts fehlendes.

>Transfundieren müßte man ihm, so meine primitive Meinung, Erythrozyten
>der Gruppen B oder 0 können.

Diese Frage ist so pauschal nicht zu beantworten. Grundsätzlich kann man
ihm immer Erythrozyten der Gruppe AB transfundieren, in absoluten
Notfällen auch welche der Gruppe 0, aber das würde weit über den Rahmen
hinausgehen.

>Liege ich mit meiner Ansicht weit daneben?

Hm.

cu
Marteng

Kathrin Schwarzkopf

unread,
Dec 29, 2002, 3:19:48 PM12/29/02
to

"Martin Schwenk" schrieb

> >Ich habe hier eine Frage von einem Blutspender der hat
> >die Blutgruppe A2B Rhesus negativ und ist jetzt
> > verunsichert (die "2" ist als Indextiefergestellt).

(...)


> >Transfundieren müßte man ihm, so meine primitive
> >Meinung, Erythrozyten der Gruppen B oder 0 können.

> Diese Frage ist so pauschal nicht zu beantworten.
> Grundsätzlich kann man ihm immer Erythrozyten der

^^^^^^^^


> Gruppe AB transfundieren, in absoluten Notfällen auch
> welche der Gruppe 0, aber das würde weit über den
> Rahmen hinausgehen.

Du vertrittst hier sehr deutlich die Lobby der Blutspendedienste. In
Ausnahmefällen (keineswegs in Notfällen) kann der Träger der
Blutgruppe AB außer AB auch Erythrozyzenkonzentrate (landläufig als
Blutkoserven bezeichnet) der Blutgruppen A, B, 0 erhalten. Robert hat
das ja schon ausgeführt.
Außerdem störe ich mich an Deinem "immer". Wenn ein Patient mit der
Blutgruppe A2 bzw. A2B Kontakt mit Erythozyten der Blutgruppe A1 hat,
besteht die Möglichkeit, daß er den irregulären Antikörper Anti-A1
bildet. Und in einem solchen Fall ist der Patient auf der sicheren
Seite, wenn man ihm B- oder 0-Konserven gibt.
Gruß Kathrin


Robert Kunz

unread,
Dec 29, 2002, 6:51:40 PM12/29/02
to
"Kathrin Schwarzkopf" <KSchwa...@gmx.de> schrieb:

>Wenn ein Patient mit der
>Blutgruppe A2 bzw. A2B Kontakt mit Erythozyten der Blutgruppe A1 hat,
>besteht die Möglichkeit, daß er den irregulären Antikörper Anti-A1
>bildet. Und in einem solchen Fall ist der Patient auf der sicheren
>Seite, wenn man ihm B- oder 0-Konserven gibt.
>Gruß Kathrin

Daran habe ich einen Moment gedacht. Aber Christian sagte ja es gehe
um jemanden der Blutspender sei.
Mit AntiA1 würde man ihn nicht mehr spenden lassen :-) zwei halbe
Haare :-)

Gute neues Jahr!

Christian Rüger

unread,
Dec 29, 2002, 6:54:25 PM12/29/02
to
> Warum hat er dann nicht beim Blutspendedienst nachgefragt, die hätten ihm
> das gleich erklärt?

Hat er ja.

www.drk.de/discus/messages/25/

Aber eine Antwort hat er bislang nicht bekommen.

Danke für alle Antworten.

Christian Rüger

unread,
Dec 29, 2002, 11:05:29 PM12/29/02
to
> Außerdem störe ich mich an Deinem "immer". Wenn ein Patient mit der
> Blutgruppe A2 bzw. A2B Kontakt mit Erythozyten der Blutgruppe A1 hat,
> besteht die Möglichkeit, daß er den irregulären Antikörper Anti-A1
> bildet. Und in einem solchen Fall ist der Patient auf der sicheren
> Seite, wenn man ihm B- oder 0-Konserven gibt.
> Gruß Kathrin

So habe ich das dem Spender gegenüber auch angedeutet. Wenn er schon
freiwillig und unentgeltlich Blut spendet, sollte man ihn auf seine
eigene Nachfrage betreffend der "exotischen" Blutgruppe wenigstens
vollständig aufklären. Das scheint bei dem Blutspendedienst etwas zu
kurz gekommen zu sein

Das "Fehlen" im Eingangsposting war von mir auch nur rhetorisch
gemeint. Ich wollte das Blutgruppenmerkmal nicht für pathologisch
erklären.

Nochmals vielen Dank.
Gruß
Chris

Kathrin Schwarzkopf

unread,
Dec 30, 2002, 3:13:18 AM12/30/02
to
Robert Kunz wrote:
> Daran habe ich einen Moment gedacht. Aber Christian sagte ja es gehe
> um jemanden der Blutspender sei.
> Mit AntiA1 würde man ihn nicht mehr spenden lassen :-) zwei halbe
> Haare :-)

Ich wollte keineswegs Deine Ausführungen untergraben. Ich hätte mich
auch gar nicht weiter eingemischt, aber der Christian hatte auch
irgendwo recht, das wollte ich nur mal zum Ausdruck bringen.
Und wenn es um Blutgruppen geht, dann viertel ich auch gern die Haare.
;-)

Guten Rutsch!
Kathrin


Martin Schwenk

unread,
Dec 30, 2002, 2:19:00 PM12/30/02
to
Moin Kathrin,

>Du vertrittst hier sehr deutlich die Lobby der Blutspendedienste.

Nein, das war keineswegs meine Intention. Ich hatte nur den Verdacht, daß
der OP kein Fachmann ist und ich wollte die tatsächlichen Möglichkeiten
einer Transfusion bei A2B-Konstellation nicht weiter auswalzen, weil das
dann zu verwirrend gewesen wäre.

>Außerdem störe ich mich an Deinem "immer".

s.o.

Bis denn
Marteng

Christian Rüger

unread,
Dec 31, 2002, 12:11:00 PM12/31/02
to
> Nein, das war keineswegs meine Intention. Ich hatte nur den Verdacht, daß
> der OP kein Fachmann ist und ich wollte die tatsächlichen Möglichkeiten
> einer Transfusion bei A2B-Konstellation nicht weiter auswalzen, weil das
> dann zu verwirrend gewesen wäre.

Wäre es nicht. Ich kann das vertragen. Tu es ruhig.

Grüße
Christian

Christian Rüger

unread,
Dec 31, 2002, 12:14:34 PM12/31/02
to
> www.drk.de/discus/messages/25/25.html

Der Auslassungsteufel hatte leider einen Teil der URL unterschlagen...

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