Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Feuerwehr und Diabetes

178 views
Skip to first unread message
Message has been deleted

Michael Rösch

unread,
Apr 28, 2001, 6:36:43 PM4/28/01
to
Moin Volker,

> Ich wollte mal so
> in die Runde fragen, ob einer von Euch in der Feuerwehr ist und welche
> Erfahrungen er da gemacht hat in Hinsicht auf den Diabetes. Gibt es
> irgendwelche Richtlinien für Diabetiker die in der Feuerwehr sind?

Ich bin seit 11 jahren im Club der Süßen, seit fünf Jahren Pumpi und
ebenfalls seit fünf Jahren in einer Einsatzabteilung einer Freiwilligen
Feuerwehr. :-)

Erfahrungen habe ich da bezüglich DM sehr viele gemacht. Eine genaue und
ausführliche Ausarbeitung von mir zu diesem Thema sollte in einem neuen
Fachbuch zum Thema Diabetes und Sport erscheinen, daß Ulrike Thurm
gerade zusammenstellt, bei bedarf sende ich es dir als *.doc-Dokument.

Da gibt es wirklich viel zu schreiben, vielleicht hast du konkretere
Fragen? Grundsätzlich ist es mit den heutigen DM-Therapien und dem
Wissen über die Zusammenhänge von Sport (oder anderer körperlichen
belastung) und/oder Stress und Diabetes kein Problem, bei einer
Freiwilligen Feuerwehr aktiv zu sein - unter bestimmten Voraussetzungen
sogar mit Freigabe für den Atemschutzeinsatz...

Und Richtlinien gibt es eigentlich nicht, außer dem gesetzlichen Verbot
der Ausübung des Berufes Feuerwehr in einer Berufsfeuerwehr.

Erzähl doch mal ein wenig mehr von Dir, wie bist du zur Feuerwehr
gekommen, welche eigenen Erfahrungen oder - falls du erst anfangen
möchtest - welche Vorstellungen du dir schon gemacht hast.


Grüße Michael


--

http://www.feuerwehr-hoechst.de

Message has been deleted

Michael Rösch

unread,
Apr 30, 2001, 3:34:18 PM4/30/01
to
Moin Volker,


> Ich bin seit nunmehr 6 Jahren in einer Einsatzabteilung unserer hiesigen
> Feuerwehr. Vorher war ich schon 2 Jahre in der JFW. Erfahrungen habe ich

Quasi ein alter Hase ;-)

> eigentlich nicht viele gemacht, nur das ich eben nicht den
> Atemschutzlehrgang machen kann. Da habe ich zwar die G 26 Untersuchung
> (radeln...) gemacht, welche ich auch mit 96% Leistung bestanden habe. Bei
> der Besprechung des Ergebmisses teilte mir der Arzt aber mit, dass DM eines
> der Ausschlußkriterien sei.

Also ich habe mit meinem Diabetologen, meinem Wehrführer und dem
Hausarzt (der die G26 ausstellen soll) ein Konzept erarbeitet, mit dem
es mir möglich ist, auch Atemschutzeinsätze zu fahren, aber nur in einem
eng definierten Rahmen, beispielsweise nicht als erster Angriffstrupp
bei einem Wohnungsbrand, wo vorher keine zeit für BZ-Anpassungen ist
usw... Das Ganze ist allerdings noch ganz frisch und ich werde erst ende
diesen Jahres den Atemschutzlehrgang absolvieren. ich habe also
diesbezüglich noch keine Erfahrung...
Meistens haben wir es eh' mit anderen Einsätzen hauptsächlich
Verkehrsunfällen zu tun.

> Bei Einsätzen habe ich bisher keine negativen
> Erfahrungen gemacht. Allerdings hatte ich auch lange keinen größeren, lange
> dauernden und stressigen Einsätze. Hier und dort mal ein VU aber keine
> Brandeinsätze.

Aha, geht auch also auch so; aber 'hier und dort mal ein VU' : das ist
doch stress, oder sind das alles welche ohne eingeklemmte Person?

> Wir haben allerdings auch nur so 4-8 Einsätze pro Jahr... In

Nun ja, da ist die Häufigkeit nicht so groß, aber wenn mal was kommt,
dann ist das Feuer genauso heiß bzw. ist die eingeklemmte Person genauso
schwer verletzt wie anderswo, das scheinen diejenigen immer zu
vergessen, die über 'kleinere' Feuerwehren müde lächeln.

> unserer Feuerwehr weiß jeder was ich für ein "Leiden" habe und jeder weiß,
> was er im Fall eines Falles zu tun hat. Außerdem liegen zwei Päckchen

Also als Leiden würde ich das niemals bezeichnen. Meine Grundeinstellung
ist da ganz anders. Ich versuche trotz DM alles zu machen, was mir in
den Sinn kommt, und sei es noch so abwegig. DM ist dabei ein ständiger
Begleiter, der halt gepflegt werden will - wie ein haustier. Und wenn
das dann größere Ziele sind, die schon ohne DM schwer erreichbar sind,
dann lernt man sich durchzusetzen, geduld zu haben und manchmal auch zäh
zu sein - alles Eigenschaften, die für mein Leben nur von Vorteil sein
können... Das fing mit der Feuerwehr an und führte dann auch zu meinen
anderen hobbies und schließlich zum aktuellen Projekt, daß ich versuche
an der Fluguntauglichkeit für Diabetiker zu rütteln.

> Traubenzucker im Feuerwehrauto...

Habe ich in jeder Uniformtasche, denn auf den ganzen Fahrzeugen ist es
zuviel Arbeit, den Bestand immer aktuell zu halten...

> Ich bin stellvertr. Jugendfeuerwehrwart,
> was mir auch echt Spaß macht, aber auch meist etwas stressig ist. An Deinem
> *.doc Dokument wäre ich sehr interessiert. Fände ich nett wenn ich das

Ist als PM unterwegs.

> Merkst Du bei Deinem DM irgendwelche Schwankungen oder überhaupt
> Auswirkungen wegen des Stresses?

Schon, ist aber immer etwas verschieden, weil die Stresssituation
jedesmal etwas anders ist, aber wenn richtiger Stress in Form von viel
Arbeit in kürzester Zeit (Vekehrsunfälle mit Eingeklemmten
Schwerstverletzten) zusammen mit psychischen (mißglückte Reanimation,
Beteiligung von Kindern usw...) Stress zusammenkommt, dann stelle ich
bei mir eine Insulinresistenz fest, die je nach dem, wie schnell ich das
'verarbeite', auch mal einen Tag anhalten kann.

> -->-->-->--> ! <--<--<--<--
> Konfuzius sprach:
> "Bewältige eine Schwierigkeit
> und Du hälst tausende von Dir fern!"

Konfuzius widerspreche ich nicht gern, aber was ist denn, wenn man die
erste Schwierigkeit gar nicht erst angeht, dann erhält man doch keinen
'Schwung' bzw. Anreiz, die nächste auch zu bewältigen und geht
sämtlichen Schwierigkeiten aus dem Weg! Das halte ich persönlich genau
für die verkehrte Strategie.

Christian Zentile

unread,
Apr 30, 2001, 3:41:16 PM4/30/01
to
Hallo Michael,


> Schon, ist aber immer etwas verschieden, weil die Stresssituation
> jedesmal etwas anders ist, aber wenn richtiger Stress in Form von viel
> Arbeit in kürzester Zeit (Vekehrsunfälle mit Eingeklemmten
> Schwerstverletzten) zusammen mit psychischen (mißglückte Reanimation,
> Beteiligung von Kindern usw...) Stress zusammenkommt, dann stelle ich
> bei mir eine Insulinresistenz fest, die je nach dem, wie schnell ich das
> 'verarbeite', auch mal einen Tag anhalten kann.

das ist keine Insulinresistenz das sind die Hormone die gegen das
Insulin anspielen.
Eine Insulinresistenz hat man nicht nur einen Tag.
Gruß
Christian

wilfried.lukas

unread,
Apr 30, 2001, 7:54:24 PM4/30/01
to

"Michael Rösch" <michael...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3AEB45FB...@t-online.de...

> Moin Volker,
>
> > Ich wollte mal so
> > in die Runde fragen, ob einer von Euch in der Feuerwehr ist und welche
> > Erfahrungen er da gemacht hat in Hinsicht auf den Diabetes. Gibt es
> > irgendwelche Richtlinien für Diabetiker die in der Feuerwehr sind?
>
Hallo Volker,

auch ich bin seit ca. 14 Jahren in der Einsatzabteilung der Freiwilligen
Feuerwehr.
Seit 2,5 Jahre bin ich Typ1.
Der einzige Unterschied zu meiner Nichtsüßen Zeit ist, daß ich (aus eigener
Entscheidung) keinen
Atemschutz mehr mache.
Ich glaube nicht, daß es eine Vorschrift gibt, die es Diabetiker verbietet
Dienst in der FFW zu machen.
Im eignen Interesse ist es aber wichtig, daß du gut eingestellt bist.

Ciao
Willi

Christoph

unread,
May 1, 2001, 7:13:54 AM5/1/01
to
VoWi schrieb:

>in die Runde fragen, ob einer von Euch in der Feuerwehr ist und welche
>Erfahrungen er da gemacht hat in Hinsicht auf den Diabetes. Gibt es

Als ich in Baden-Württemberg wohnte sollte ich bei der Gemeinde eine
Feuerwehrabgabe zahlen, weil ich nicht in der freiwilligen Feuerwehr
war. Durch Vorlage meines Schwerbehindertenausweises, den ich wegen
des Diabetes habe, wurde ich davon befreit.

Viele Grüße
Christoph

Friedrich-Wilhelm Niemann

unread,
May 1, 2001, 10:40:51 AM5/1/01
to
VoWi hat u.a. folgendes geschrieben:

>Mein Name ist Volker. Ich bin seit 13 Jahren Diabetiker. Ich wollte mal so


>in die Runde fragen, ob einer von Euch in der Feuerwehr ist und welche
>Erfahrungen er da gemacht hat in Hinsicht auf den Diabetes. Gibt es

>irgendwelche Richtlinien für Diabetiker die in der Feuerwehr sind?

>Danke für jede Antwort.

Wenn Dich die Frage nicht nur auf nationaler Ebene beschäftigt, dann
könnte folgende Webseite:

http://www.users.globalnet.co.uk/~irfduk/index.htm
(International Register of Firefighters with Diabetes)

interessant für Dich sein.

MfG
Friedich

Michael Rösch

unread,
May 1, 2001, 2:29:44 PM5/1/01
to
Moin Christian


> das ist keine Insulinresistenz das sind die Hormone die gegen das
> Insulin anspielen.
> Eine Insulinresistenz hat man nicht nur einen Tag.

kommt auf die Definition an: immer wenn der BZ nicht die 40 mg/dl pro
Insulineinheit fällt, wie er es normalerweise tut, spreche ich von einer
Insulinresistenz. Und für die gibt es dann verschiedene Ursachen: einmal
Hormone oder andermal Krankheitszustände und natürlich die 'richtige'
Insulinresistenz (die du wohl meintest) durch gestörten
zellstoffwechsel..

Michael Rösch

unread,
May 1, 2001, 2:34:27 PM5/1/01
to
Moin Willi,


> auch ich bin seit ca. 14 Jahren in der Einsatzabteilung der Freiwilligen
> Feuerwehr.
> Seit 2,5 Jahre bin ich Typ1.

Aha, noch einer. Freut mich ;-)

> Ich glaube nicht, daß es eine Vorschrift gibt, die es Diabetiker verbietet
> Dienst in der FFW zu machen.

Es gibt nur das allgmeine Verbot, daß Diabetiker keine Berufe ausführen
dürfen, bei denen sie andere gefährden könnten: Berufspilot, Lokführer,
Gerüstarbeiter... und eben auch Berufsfeuerwehrmann. Das gailt aber
nicht für den Dienst in einer Freiwilligen FW.

> Im eignen Interesse ist es aber wichtig, daß du gut eingestellt bist.

Dem schließe ich mich an, wobei das eine Einstellung sein sollte, bei
der man nicht ständig mit Hypos zu kämpfen hat, beispielsweise HbA1c
unter 5 ;-) oder so....
Sonst muß man mehr auf sich selbst aufpassen, als man anderen helfen
kann.

Was hast du denn für erfahrungen bezüglich Stress und BZ nach bestimmten
Einsätzen?

Philipp Recktenwald

unread,
May 1, 2001, 2:50:37 PM5/1/01
to VoWi
VoWi schrieb:
>
> Hallo zusammen!

> Mein Name ist Volker. Ich bin seit 13 Jahren Diabetiker. Ich wollte mal so
> in die Runde fragen, ob einer von Euch in der Feuerwehr ist und welche
> Erfahrungen er da gemacht hat in Hinsicht auf den Diabetes. Gibt es
> irgendwelche Richtlinien für Diabetiker die in der Feuerwehr sind?
> Danke für jede Antwort.
>
> Liebe Grüße (v.a. an diejenigen die mir antworten ;))
>
> Volker
>
> --

> -->-->-->-->
> Konfuzius sprach:
> "Bewältige eine Schwierigkeit
> und Du hälst tausende von Dir fern!"
> -->-->-->-->
Hallo Volker.

Mein Name ist Philipp und ich bin seit 27 Jahren bei einer
Stützpunktfeuerwehr in Rheinland-Pfalz. DM wurde bei mir im Februar
dieses Jahres festgestellt und ich wurde auf ICT mit Actrapid
eingestellt. Ich benötige noch kein Basalinsulin da meine
Bauchspeicheldrüse noch Insulin produziert. Meine Feuerwehrkollegen habe
ich sofort darüber informiert was im Falle einer Hypo zu tun ist.
Ich habe in meinen Einsatzklamotten Traubenzucker und jeder in unserer
Wehr weiß wo. Ich bin Gruppenführer und als solcher nicht so oft mit PA
unterwegs. Mit meinem Wehrführer habe ich abgemacht, daß ich nur
Atemschutz trage, wenn es zur Lageerkundung nötig ist. Auch habe ich
Führerschein Klasse 2 und Maschinistenausbildung und fahre wenn nötig
auch unsere Großfahrzeuge. Bisher hatte ich bei Einsätzen noch keine
Probleme mit meinem DM und glaube auch nicht, daß Stress soviel
ausmacht, daß es zu einer Hypo kommen kann.

Gruß
Philipp

Christian Zentile

unread,
May 1, 2001, 3:51:17 PM5/1/01
to
Hallo Michael,
das Du bei so einfachen Vorkommnissen schon von einer Isulinresistenz
sprichst, das hat jeder. Das ist aber keine Resisstenz das ist normal.
Streß z.B. ich war bei der Geburt von meiner 2ten Tochter dabei das war
echter Streß zu Hause mit 112 weg gefahren und mit 386 wieder nach 6
Std. zurück gekommen. Da kümmert man sich zuerst um seine Frau das da
alles stimmt, an meinen Zucker hab ich da nicht mehr gedacht. Auch nicht
das ich mal testen könnte. Erst als die Geburt überstanden war hab ich
gemerkt das da was nicht stimmt. Dauerte dann auch 4 Tage bis das wieder
in ordnung war. Mein Diabetologe meinte das dies von den Streßhormonen
kommt. Man glaubt man hat mit einer Sache abgeschlossen aber der Zucker
meint da was anderes. Meine Basalrate stimmte zu diesn Zeitpunkt und
auch heute noch.
So kann es einen gehen.
Frage hat Linux nur eine engliche Rechtschreibprüfung ?
Gruß
Christian
Message has been deleted
Message has been deleted
Message has been deleted

Christoph

unread,
May 3, 2001, 4:34:34 PM5/3/01
to
Volker Wieseler schrieb:

>Also wenn sich Streß bei mir irgendwie auswirkt, dann in Form einer BZ
>Erhöhung. Deshalb dachte ich das sei vielleicht das Adrenalin oder
>irgendwelche anderen Hormone.

In der Schulung von Doc Teupe habe ich gelernt, dass bei Stress
verschiedene Hormone vermehrt ausgeschüttet werden. Unter anderem auch
Glucagon und bei Gesunden auch Insulin.

Da bei uns Typ 1 Diabetikern und bei den Typ 2, die kein eigenes
Insulin mehr haben, ja kein Insulin ausgeschüttet werden kann, haben
die BZ steigernden Hormone also die Überhand.

Aber wenn man diese Stresshormone im Experiment in gleicher Menge dem
Körper zuführt, wie sie bei Stress ausgestossen werden, steigt davon
der BZ gar nicht oder nur sehr geringfügig.

Doc Teupe meinte, dass viele Stressbedingte BZ-Anstiege wohl eher
Verhaltensbedingt wären als Hormonbedingt.

>Aber Körper sind ja verschieden.

Da hast du ganz recht, und vielleicht schütten manchen Leute bei
Stress ja auch mehr Hormone aus, als die, bei denen man im Experiment
die Menge der Stresshormone gemessen hat.

Viele Grüße
Christoph

Tilman Wankmüller

unread,
May 3, 2001, 5:30:38 PM5/3/01
to
Christoph schrieb:

> Da hast du ganz recht, und vielleicht schütten manchen Leute bei
> Stress ja auch mehr Hormone aus, als die, bei denen man im Experiment
> die Menge der Stresshormone gemessen hat.

Hallo Christoph,

das Zusammenspiel mehrerer Hormone und mehrerer Rezeptoren, was wiederum
die Produktion vieler anderer Stoffe im Körper auslöst wird sehr schnell
ungeheuer komplex. Es wird Doc Teupe und den Ärzten nicht gefallen, aber
Mediziner sind schlicht damit überfordert, ein solches System zu
analysieren. Das wäre das Betätigungsfeld der Kybernetiker und
Systemanalytiker, eben typisch interdisziplinäre Forschung.
Der Körper reagiert auf x Einheiten künstlich zugeführtem Adrenalin eben
anders, als in einer echten Steßsituation wo neben Adrenalin auch noch
einige andere Stoffe ausgeschüttet werden. Das ist ähnlich wie bei
vielen Phytopharmaka, die durchaus kräftig wirken, der Einzelstoff aber
nicht.

Ciao
Tilman

Michael Rösch

unread,
May 3, 2001, 6:23:18 PM5/3/01
to
Moin Philipp,


> Mein Name ist Philipp und ich bin seit 27 Jahren bei einer
> Stützpunktfeuerwehr in Rheinland-Pfalz.

Es werden ja immer mehr... ;-)

> Ich bin Gruppenführer und als solcher nicht so oft mit PA
> unterwegs. Mit meinem Wehrführer habe ich abgemacht, daß ich nur
> Atemschutz trage, wenn es zur Lageerkundung nötig ist. Auch habe ich

Dürfte ziemlich selten sein, wer zieht zur Erkundung PA an? Da wird
lieber mehr Abstand gelassen und die Erkundung ist schneller
durchgeführt...

> Führerschein Klasse 2 und Maschinistenausbildung und fahre wenn nötig
> auch unsere Großfahrzeuge. Bisher hatte ich bei Einsätzen noch keine

Gab's da keine Probleme? Ich dachte Klasse 2 und insulinpflichtiger DM
'vertragen' sich nicht. :-(
Ich kann jedenfalls keinen LKW-Führerschein als DM'ler machen.

> Probleme mit meinem DM und glaube auch nicht, daß Stress soviel
> ausmacht, daß es zu einer Hypo kommen kann.

Ne, eher im Gegenteil, die Stresshormone erhöhen den Blutzucker. Ich
habe jedenfalls auch ohne Traubenzucker erhöhte BZ-Werte nach Einsätzen.

Michael Rösch

unread,
May 3, 2001, 6:28:02 PM5/3/01
to
Moin Volker


> Also vor dem Einsatz werfe ich mir meist noch eine BE ein, damit ich
> kommende Anstrengeungen überstehe, denn besser etwas zu hoher Zucker als
> eine Hypo, wenn der BZ dann nach dem Einsatz noch zu hoch sein sollte
> korrigiere ich ihn eben wieder. Traubenzucker habe ich natürlich auch in
> meiner Uniform, aber im Fahrzeug liegt auch noch eine Reserve.

Das ist bei mir genauso.

> Bei den
> Einsätzen die ich mitgefahren bin war der Zucker danach meist erhöht, aber
> wie gesagt, dann korrigiere ich ihn eben wieder.

Ebenfalls ACK.

> Unterschiede aufgrund der
> Einsätze gibt es eigentlich keine. Zumindest ist mir noch nichts
> aufgefallen. Streß gibts in den ersten Minuten immer, aber das gehört dazu.

Den meinte ich auch nicht unbedingt, ich dachte auch an den 'Stress'
danach, wenn wir nicht mehr helfen konnten usw. beziehungsweise an den
Stress während der (vergeblichen) Rettungsversuche bei aussichtslosen
Fällen - also eher die psychische Komponente.

> Dadurch komme ich wohl auch nicht an den HbA1c von 5% ran...;)

Jo, was tut man nicht alles...

> Übrigens Danke Michael für die Unterlagen!

Keine Ursache. Schreibe doch mal bitte, was du von dieser Ausarbeitung
hälst.

Michael Rösch

unread,
May 3, 2001, 6:30:43 PM5/3/01
to
Moin Volker

> Deswegen heißt es ja auch "eine Schwierigkeit" und nicht "die erste
> Schwierigkeit". Letzten Endes ist es sowieso jedem überlassen, aber ich
> denke Konfuzius Weg ist schon der bessere...

Jo, hab's inzwischen auch kapiert. Doch ganz schlau, der Kerl.
Ich habe oberflächlich die Aussage herausgelesen: 'Laufe einmal vor
einer Schwierigkeit davon, und du wirst dein ganzes Leben vor
Schwierigkeiten davonlaufen' - aber das war wohl nicht gemeint.


grüße Michael

--

http://www.feuerwehr-hoechst.de

Message has been deleted

Michael Rösch

unread,
May 7, 2001, 1:57:13 AM5/7/01
to
Moin Volker,


> Also alles in Allem ist die Ausarbeitung gut. In was für einem Buch willst
> Du sie veröffentlichen? Hast Du das Buch selber geschrieben? Wann erscheint
> es?

Ne zum selber schreiben fehlt mir leider die Zeit (Stoff hätte ich schon
genug, aber da hätte ich mir ein anderes Studium aussuchen müssen),
hierbei handelt es sich um ein Fachbuch zum Thema Sport und Diabetes,
geschrieben von Ulrike Thurm und Bernhard Gehr. Arbeitstitel war oder
ist "Diabetes- und Sportfibel" (angelehnt an Ulrikes
'Insulinpumpenfibel', die vor fünf? Jahren entstand). Verlegt wird es im
kirchheim-verlag; der Druck der ersten Auflage müßte gerade angelaufen
sein... mehr weiß ich leider noch nicht, Ulrike hat mir noch nicht die
ISBN verraten (sie turnt wahrscheinlich wieder irgendwo in der Welt mit
einer med. Studie rum...)
Am Ende des Buches hat sie über zwei Dutzend persönliche
Erfahrungsberichte von Diabetikern mit besonderen Sportarten oder
anderen Belastungen gesammelt, da sind Bergsteiger, Extremradfahrer und
Taucher, aber auch Notärzte und halt mein Feuerwehrartikel dabei.

> Nun zum Inhalt.
> Ich denke Du könntest noch etwas mehr auf den entstehenden Streß und die
> Auswirkung auf den Blutzucker eingehen.

Ja, bloß wie. Bis jetzt habe ich noch keine Regelmäßigkeiten ausmachen
können, d.h. nach Einsätzen mit Stress ist zwar immer in erhöhter
Insulinbedarf da, aber die Höhe desselben immer unterschiedlich, deshalb
konnte ich erstmal nur von der allgemeinen Tendenz schreiben.

> Sicher es ist Dein persönlicher
> Erfahrugsbericht, aber ich denke Du solltest vielleicht noch anmerken, dass
> DM von vorn herein eine der Ausschlußkriterien (neben Herzproblemen etc.)
> bei der G26 Untersuchung ist und es so Diabetiker (wenn sie nicht so
> engagiert sind wie Du) verwehrt bleibt unter PA zu arbeiten.

Da ist was dran, und genaugenommen arbeite ich auch nur unter PA, wenn
ich vorher Zeit habe wirklich zweimal im halbstündigen Abstand zu messen
und dann in meinem selbst definiertem BZ-Fenster bin. Das wird in vielen
Fällen schlicht unmöglich sein und wenn doch, dann nur bei längeren
Einsätzen wie Scheunenbränden, wo man über zwölf Stunden PA's
einzusetzen hat. Ich werde sicherlich niemals als erster Angriffstrupp
irgendwo unter PA reingehen. Denn bei allem, was ich persönlich trotz DM
zu erreichen versuche, muß ich doch auch immer abwägen, ob andere
gefährdet werden können oder nicht - und das hat dann Vorrang. Gerade
bei der Feuerwehr wil ich ja anderen helfen und sie nicht noch
zusätzlich gefährden. Aus diesem Grund habe ich mich bis jetzt auch das
Thema Verkehrsunfälle spezialisiert, von denen wir hier sowieso viel
mehr haben, und erst bei einem Großbrand Ende letzten Jahres, wo noch
tage später unter PA Heu abzulöschen war, kam mir der Gedanke, daß unter
diesen Umständen (viel Zeit zum Messen und Vorbereiten) auch ein
Atemschutzeinsatz für mich denkbar wäre, um meine Kameraden zu
entlasten, die das quasi im Schichtbetrieb getan haben.
Insofern bin ich da noch mittendrin, das Attest habe ich, eine G26 vor
dem Attest habe ich auch formal bestanden, nur wegen DM halt nicht
bekommen, der hausarzt sagte 'bring mir ein attest des Diabetologen und
dann ist das kein größeres Problem mehr' und nun werde ich die G26
nochmal machen und wenn alles klappt im Herbst zum nächsten
Atemschutzlehrgang gehen.


> Ich
> denke da bedaf es einer grundsätzlichen neues untersuchung dieser G26
> Untersuchung, ob es Diabetiker nicht doch unter bestimmten Gesichtspunkten
> ermöglicht werden sollte unter PA zu arbeiten.

Oh ja, aber da gibt es noch viel mehr Dinge - Flugtauglichkeit mit
zusätzlichem Sicherheitspilot etwa (mein neuestes Projekt). Das sowas
funktionieren kann sieht man an der Aufhebung des weltweiten
Tacuhverbotes für Diabetiker, nachdem Ulrike (eben die, mit dem Buch) in
mehreren Tauchstudien mit 'Süßen' nachgewiesen hat, das man das ganze
sicher aufziehen und durchführen kann, ohne andere zu gefährden (dabei
habe ich sie auch kennengelernt)... es tut sich also was und man kann
sicher noch mehr tun....

> Ansonsten ist der Bericht
> umfassend und spricht eigentlich alle "Probleme" beim Einsatz in einer
> freiwilligen Feuerwehr an.

Danke, ich war mir nicht sicher, vielleicht doch etwas vergessen zu
haben.

> Aber wie gesagt, in welchem Zusammenhang steht der Artikel denn mit dem
> Buch? Was ist das für ein Buch?

siehe oben.

> Ansonsten: Weiter so!

Aber immer doch ;-)


Viele Grüße Michael

--

http://www.feuerwehr-hoechst.de

Philipp Recktenwald

unread,
May 7, 2001, 11:22:36 AM5/7/01
to Michael Rösch
Hallo Michael,

> Dürfte ziemlich selten sein, wer zieht zur Erkundung PA an? Da wird
> lieber mehr Abstand gelassen und die Erkundung ist schneller
> durchgeführt...

Es gibt ja nicht nur Brand- und Unfalleinsätze. Wie wär's mit
Gefahrguteinsätzen. Da ist Atemschutz Standardausrüstung für Messtrupps
und wird also bei der Erkundung der Lage unbedingt benötigt.

> Gab's da keine Probleme? Ich dachte Klasse 2 und insulinpflichtiger DM
> 'vertragen' sich nicht. :-(
> Ich kann jedenfalls keinen LKW-Führerschein als DM'ler machen.
>


Es mag schon stimmen, das man als DM'ler keinen LKW-Führerschein machen
darf. Wer sagt aber, das man, wenn man den Führerschein schon seit
mehreren Jahren besitzt, nicht mehr fahren darf. Mir hat der Oberarzt
des Krankenhauses in meiner Schulung gesagt, das man nur nicht mehr
gewerblich fahren darf. Zum privaten Bereich gibt es vom Gesetzgeber
keine Regelung. Einzig beim Erstellen eines neuen Führerscheines,
sprich, wenn man die neue Führerscheinkarte beantragt, kann es Probleme
geben. Laut Arzt ist es sogar problemlos möglich den Führerschein ändern
zu lassen, z.B. bei Änderung der Anschrift oder so, da es sich dabei
nicht um eine Beantragung eines neuen Führescheines handelt. Außerdem
gibt es immer noch die Möglichkeit eines ärztlichen Gutachtens, wenn die
Verwaltung Schwierigkeiten macht. Natürlich ist es dazu wichtig, das man
zu diesem Zweck sein Tagebuch genau führt, und das man keine Probleme
mit Hypos hat.

Gruß
Philipp

Michael Rösch

unread,
May 8, 2001, 10:41:50 AM5/8/01
to
Moin Philipp


> > Dürfte ziemlich selten sein, wer zieht zur Erkundung PA an? Da wird
> > lieber mehr Abstand gelassen und die Erkundung ist schneller
> > durchgeführt...
> Es gibt ja nicht nur Brand- und Unfalleinsätze. Wie wär's mit
> Gefahrguteinsätzen. Da ist Atemschutz Standardausrüstung für Messtrupps
> und wird also bei der Erkundung der Lage unbedingt benötigt.

Auch wenn's hier OT ist: Wenn wir einen Gefahrguteinsatz haben, dann
wird die 'Nah'-Erkundung von dem A-Trupp (der sich schon auf der Anfahrt
mit PA ausrüstet) durchgeführt und der GF legt derweil die
Absperrgrenze, Windrichtung, Position der Dekon-Schleusen usw. fest...

Pauschal gebe ich aber zu, daß es Einsätze geben kann, wo der GF mit PA
erkunden muß :-)


> Es mag schon stimmen, das man als DM'ler keinen LKW-Führerschein machen
> darf. Wer sagt aber, das man, wenn man den Führerschein schon seit
> mehreren Jahren besitzt, nicht mehr fahren darf.

Alles klar, aber sind da nicht heutzutage bzw. in naher Zukunft
regelmäßige ärztliche Kontrollen vorgeschrieben? Bekommst du dann deinen
Führerschein verlängert?

> Natürlich ist es dazu wichtig, das man
> zu diesem Zweck sein Tagebuch genau führt, und das man keine Probleme
> mit Hypos hat.

Das sollte man immer...


Viele Grüße Michael


--

http://www.feuerwehr-hoechst.de

Phlipp Recktenwald

unread,
May 16, 2001, 11:03:31 AM5/16/01
to

Hallo Michael

zu erst mal muß ich mich entschuldigen, daß ich solange nicht geantwortet
habe, aber ich habe Probleme mit meinem PC gehabt.

> Alles klar, aber sind da nicht heutzutage bzw. in naher Zukunft
> regelmäßige ärztliche Kontrollen vorgeschrieben? Bekommst du dann deinen
> Führerschein verlängert?
>

Laut meinem Diabetologen kann ich meinen Führerschein ohne Probleme
behalten, wenn meine Werte konstant in Ordnung sind. Außerdem habe ich ja
noch ca. 6 Jahre bis ich zur ärztlichen Untersuchung.

Um noch einmal auf die Sache Atemschutz zurück zu kommen.
Nach unserm letzten Briefwechsel habe ich noch einmal mit unserem Wehrführer
über dieses Thema gesprochen und der hat daraufhin offiziell bei dem Arzt
nachgefragt, der bei uns die G26 Untersuchungen vornimmt.
Laut dessen Aussage ist es kein Problem für einen Diabetiker, Atemschutz zu
tragen, wenn er dazu nach G26 tauglich ist und nicht zu Hypos neigt.
Begründethat er dieses wie folgt: Diabetiker können ja durchaus auch
Leistungssport betreiben. Außerdem gehen Atemschutzgeräteträger nie alleine
vor, so das immer Hilfe zur Hand ist, sollte etwas passieren. Er würde mir
aber vom Tauchen abraten (mach ich sowieso nicht), da dabei nicht immer
Hilfe direkt zur Stelle sein könnte.

-Ist für mich ein wenig schwer zu verstehen, da ich in diversen
Internetseiten schon Angebote für Tauchkurse und Tauchferien für Diabetiker
gesehen habe. Aber wie gesagt, ist mir das ziemlich egal, da ich andere
Hobbies habe.

Lass mal wieder von dir hören.


Viele Grüße Philipp

Michael Rösch

unread,
May 22, 2001, 5:59:19 PM5/22/01
to philipp.r...@t-online.de
Moin Philipp,


> Laut meinem Diabetologen kann ich meinen Führerschein ohne Probleme
> behalten, wenn meine Werte konstant in Ordnung sind. Außerdem habe ich ja
> noch ca. 6 Jahre bis ich zur ärztlichen Untersuchung.

Also Glück gehabt, weil du den LKW-Führerschein schon vor DM hattest.

> Um noch einmal auf die Sache Atemschutz zurück zu kommen.

[...]


> tragen, wenn er dazu nach G26 tauglich ist und nicht zu Hypos neigt.

Das ist er, wenn auch der austellende Arzt (meist der Hausdoc) eine
schriftliche Bestätigung des zuständigen Diabetologen haben möchte. Dann
gibts auch die Plakette.

> Begründethat er dieses wie folgt: Diabetiker können ja durchaus auch
> Leistungssport betreiben. Außerdem gehen Atemschutzgeräteträger nie alleine
> vor, so das immer Hilfe zur Hand ist, sollte etwas passieren. Er würde mir
> aber vom Tauchen abraten (mach ich sowieso nicht), da dabei nicht immer
> Hilfe direkt zur Stelle sein könnte.

Das sehe ich genau andersherum: Beim Tauchen gibt es genauso die
Zwei-Mann-Regel, man taucht niemals allein, und der große Vorteil ist,
daß die belastung unter Wasser absehbar (man plant ja dafür), man weiß
also vorher bescheid und man entscheidet vorher schon, inwieweit ich
mich anstrengen will (tauchtiefe, strecke usw.). Dies ist bei einem
(selbst mit Vorbereitungszeit) doch unerwartetem Atemschutzeinsatz nicht
so und auch die Belastung läßt sich nur schlecht abschätzen, sodaß immer
von der größten Anstrengung mit entsprechend hoher
Sicherheitseinstellung ausgegangen werden muß.
Desweiteren hat man unter Wasser immer noch die Möglichkeit, Hypos zu
bekämpfen - entweder durch spezielle Unterwassertrinkbeutel, die über
einen Schlauch mit dem Mundstück verbunden sind, oder durch schlürfen
von Traubenzuckergel nach kurzzeitigem Herausnehmen des Mundstückes
(Pflichtübung beim Diabetikertauchkurs). Auch dies geht bei einem
Atemschutzeinsatz nicht.

> -Ist für mich ein wenig schwer zu verstehen, da ich in diversen
> Internetseiten schon Angebote für Tauchkurse und Tauchferien für Diabetiker
> gesehen habe. Aber wie gesagt, ist mir das ziemlich egal, da ich andere
> Hobbies habe.

Solltest du ein weiteres Hobby brauchen, dann gebe ich dir gerne Tips
zum Tauchen lernen ;-)



> Lass mal wieder von dir hören.

Gerne, hat aber bei mir auch etwas gedauert :-(

0 new messages