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Pumpe: Ketoazidose trotz Insulin. Warum?

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Lars, Hamburg

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Oct 28, 2009, 2:46:54 PM10/28/09
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Moin zusammen.

Ich hoffe ihr habt die ein oder andere Antwort für mich, denn mein
Diabetologe nicht so ganz.
In kurzen Worten: Ich habe seit 9 Monaten eine Pumpe (Paradigm 722 mit
Novorapid) und hatte bis vor ein paar Tagen erst eine Ketoazidose.
Eigene Schuld, habe die Pumpe zu lange abgelassen.
Jetzt am Freitag die zweite. Ich war vorher etwas tief und habe keinen
Bolus abgegeben für ganz wenige BEs. Die Basalrate lief aber normal
weiter. Ca. 3 Stunden später lag der BZ bei 350 und ich hatte
irgendwas zwischen +1 und +2. Aber warum? Dachte die bekommt man nur
bei absolutem Insulinmangel, also wenn die Pumpe kaputt oder Katheter
verstopft. Das war in meinem Fall nicht, denn ich habe die Korrektur
über die Pumpe so vorgenommen und das Insulin hat dann gewirkt.
Ich habe sie also trotz Insulin bekommen, wenn auch zu wenig Insulin
für die BEs.
Und heute ähnlicher Fall. Diesmal habe ich sogar Bolus abgegeben, aber
wohl zu wenig bzw. war schon hoch und habe dann noch zwei Berliner
gegessen (ja, ja, ich weiß - war Geburtstagsfeier). Diesmal zwar nur
ganz wenig Ketone, so knapp unter +1, aber dennoch.
Ich hatte die Tage eine leichte Erkältung, aber ohne Fieber, keine
magen-Darm-Geschichte und auch keine Übelkeit.

Letzte Frage zu dem Komplex: Habt ihr nach einer Ketoazidose auch
immer das gefühl, eure ganze Muskulatur verkrampft? Gibts da ein
Hausmittel gegen? Warm, kalt, Pferdesalbe?
Danke im Voraus für eure Antworten
Lars

Anja L�nge

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Oct 28, 2009, 3:36:24 PM10/28/09
to
Lars, Hamburg wrote:

> und hatte bis vor ein paar Tagen erst eine Ketoazidose.

> irgendwas zwischen +1 und +2.

> ganz wenig Ketone, so knapp unter +1, aber dennoch.

Waren die beiden letzten denn auch Keto-_Azidosen_ oder nur Ketosen?
Ketoazidose bedeutet, da� die Ketone in so starkem Ma� vorhanden sind, da�
sie schon den Blut-pH gesenkt haben, eine Ketose bedeutet "nur" das
Vorhandensein von Ketonen. Letzteres kann z.B. auch beim Abnehmen auftreten,
wenn man Fette abbaut. So etwas k�nnte ich mir auhc f�r Deinen Fall
vorstellen: Es war zuwenig Insulin im K�rper, um die Lipolyse (= Fettabbau)
zu verhindern. So etwas kommt bei nicht ganz passender Therapie �fter vor
und hat durch die entstehenden freien Fetts�uren auch eine gewisse
Insulinresistenz zur Folge, so da� man dann eine Weile mit seinen sonstigen
Korrekturregeln nicht zurechtkommt, bis die Resistenz wieder im Griff ist -
oder in eine echte Ketoazidose umgekippt ist.
War denn bei Dir �belkeit im Spiel? Wenn nicht, w�rde ich auf eine Ketose
tippen.

> Letzte Frage zu dem Komplex: Habt ihr nach einer Ketoazidose auch

> immer das gef�hl, eure ganze Muskulatur verkrampft?

Dein Elektrolythaushalt ger�t bei soetwas ziemlich aus den Fugen... Wenn Du
viel Fl�ssigkeit ausscheidest, verlierst Du Kalium, Natrium und auch
Magnesium. Gerade Magnesiummangel verursacht Kr�mpfe. Das Gleichgewicht von
Natrium und Kalium ist f�r so ziemlich alle Prozesse im K�rper ma�geblich.
Wenn das alles nicht pa�t, kann man sich schon mal f�hlen, wie vor den LKW
gelaufen. Wenn es bei Dir keine Gr�nde gibt, die dagegen spr�chen (Nieren,
Kreislauf, Blutdruck o.�., im Zweifelsfall Arzt fragen), k�nntest Du mit
entsprechenden Brausetabletten oder Nahrungsmitteln, die reichlich davon
enthalten, gegensteuern. Muskelentspannend ist ansonsten eher W�rme als
K�lte.


Anja


richard

unread,
Oct 28, 2009, 3:51:03 PM10/28/09
to
Lars, Hamburg schrieb:
> Moin zusammen.
>
> Ich hoffe ihr habt die ein oder andere Antwort f�r mich, denn mein
> Diabetologe nicht so ganz.

> Lars
Ketos sin bei Pumentr�gerInnen nich so unbekannt:

M�glichkeiten/Ursachen gibt es viele...:-)
Katheter zu sp�t gewechselt.
Die Azedose nicht sauber Beendet u.s.w.....

Eine Keto ist nach (Faustregel) nach der 2, Hypo beendet.
Auch wen der BZ wieder im Normbereich ist, dauert sie an
und bedingt einen sehr starken Insulinbedeaf. Gew�hnlich
�ber rund 3 Tage.Es ist nicht gerade einfach sich voll
Bewusst ne hypo zu verpassen aber anders kommt Mensch kaum
aus einer Keto heraus.

Gru� Richard


Christoph 1

unread,
Oct 28, 2009, 5:31:42 PM10/28/09
to
Lars, Hamburg schrieb:

> Jetzt am Freitag die zweite. Ich war vorher etwas tief und habe keinen
> Bolus abgegeben f�r ganz wenige BEs. Die Basalrate lief aber normal
> weiter. Ca. 3 Stunden sp�ter lag der BZ bei 350 und ich hatte

> irgendwas zwischen +1 und +2. Aber warum?

BZ 350 bei ganz wenig BEs ohne Bolus finde ich aus meiner Erfahrung
ganz normal. Aber Aceton kann ich dann im Urin normalerweise nicht
feststellen. Deshalb finde ich deine Verwunderung dar�ber auch ganz
normal. Eine Begr�ndung daf�r kann ich dir aber auch nicht liefern.
Hattest du am Freitag die Erk�ltung, von der du schreibst schon/noch?
Das w�rde f�r eine Begr�ndung wohl schon ausreichen. Auch die
Tageszeit, als das passierte ist wichtig. War es zu einer Zeit, in
der deine Basalrate hoch ist?

> Und heute �hnlicher Fall. Diesmal habe ich sogar Bolus abgegeben, aber


> wohl zu wenig bzw. war schon hoch und habe dann noch zwei Berliner

> gegessen (ja, ja, ich wei� - war Geburtstagsfeier). Diesmal zwar nur


> ganz wenig Ketone, so knapp unter +1, aber dennoch.

Ja, sowas kommt vor. Das k�nnen immer noch Nachwirkungen von Freitag
sein. War dein BZ seit Freitag schon mal wirklich l�ngere Zeit auf
Normalwerten bzw. zu tief?

> Letzte Frage zu dem Komplex: Habt ihr nach einer Ketoazidose auch

> immer das gef�hl, eure ganze Muskulatur verkrampft? Gibts da ein


> Hausmittel gegen? Warm, kalt, Pferdesalbe?

Fr�her bekam man in der Diabetesklinik zur "Ents�uerung"
Haferflocken-Suppe
http://www.kochmeister.com/r/29937-haferschleim.html
Aus eigener Erfahrung kenne ich kein Rezept gegen die
Muskelschmerzen. Bei mir kommen nur a��erst selten Ketos vor.

Viele Gr��e
Christoph

Lars, Hamburg

unread,
Oct 28, 2009, 5:40:04 PM10/28/09
to
On 28 Okt., 20:36, "Anja Länge" <anja.lae...@gmx.de> wrote:
>
> Waren die beiden letzten denn auch Keto-_Azidosen_ oder nur Ketosen?
> Ketoazidose bedeutet, daß die Ketone in so starkem Maß vorhanden sind, daß

> sie schon den Blut-pH gesenkt haben, eine Ketose bedeutet "nur" das
> Vorhandensein von Ketonen. War denn bei Dir Übelkeit im Spiel? Wenn nicht, würde ich auf eine Ketose
> tippen.

Waren dann wohl doch "nur" Ketosen, sorry, kenne mich mit dem ganzen
Bereich noch nicht so wirklich aus.

> Dein Elektrolythaushalt gerät bei soetwas ziemlich aus den Fugen...
im Zweifelsfall Arzt fragen), könntest Du mit


> entsprechenden Brausetabletten oder Nahrungsmitteln, die reichlich davon

> enthalten, gegensteuern. Muskelentspannend ist ansonsten eher Wärme als
> Kälte.

Für Brausetabletten aus der Drogerie auch den Arzt fragen? Aber danke
schon mal für den Tipp.

Lars, Hamburg

unread,
Oct 28, 2009, 5:43:33 PM10/28/09
to
On 28 Okt., 20:51, richard <rbwag...@gmx.net> wrote:
>
> Eine Keto ist nach (Faustregel) nach der 2, Hypo beendet.

Eine Ketose? Oder eine Ketoazidose? (habe den Unterschied ja gerade
eben gelernt)

Hatte die Nacht drauf eine so heftige Hypo wie schon lange nicht mehr
bzw. noch gar nicht, seit ich die Pumpe habe. Irgendwie spielt derzeit
alles verrückt. Kann das von so einer kleinen Erkältung kommen, die
mich die ersten paar Tage überhaupt nicht beeinflusst hat?

> Auch wen der BZ wieder im Normbereich ist, dauert sie an

> und bedingt einen sehr starken Insulinbedeaf. Gewöhnlich
> über rund 3 Tage.Es ist nicht gerade einfach sich voll


> Bewusst ne hypo zu verpassen aber anders kommt Mensch kaum
> aus einer Keto heraus.
>

> Gruß Richard

Joa

unread,
Oct 29, 2009, 6:03:06 AM10/29/09
to
Hallo Lars,

> "Lars, Hamburg" schrieb:
>> Richard schrieb:

>> Eine Keto ist nach (Faustregel) nach der 2, Hypo beendet.

> Eine Ketose? Oder eine Ketoazidose? (habe den Unterschied
> ja gerade eben gelernt)

Da hat Richard wohl was durcheinander gebracht.
Er meinte da nicht eine Ketose, sondern eine Fetts�urenresistenz
in den Zellen, die bei etwas l�ngerem basalen Insulinmangel
entsteht. Was dann auch mit erkennbar erh�hten Ketonen einher
gehen kann, aber nicht zwingend muss.

Hierzu einige Stichworte:
Lipolyse/Freie Fetts�uren/basaler Insulinmangel/ B-Korrektur.

Mehr findest Du wenn Du die Seiten von Matthias Chrostek

http://www.chrostek.de/Curriculum

durchforstest. Dort bitte auch unter dem Punkt "Neues aus Althausen"
schm�kern.

Gru�
Joa


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richard

unread,
Oct 31, 2009, 6:53:48 AM10/31/09
to
Ralf schrieb:
> Am 2009-10-28 22:31 CET schrieb Christoph 1:
>
>> Frᅵher bekam man in der Diabetesklinik zur "Entsᅵuerung"
>> Haferflocken-Suppe
>> http://www.kochmeister.com/r/29937-haferschleim.html
>
> Die Angst davor schᅵrfte die Aufmerksamkeit, eine Keto zu
> verhindern.
>
>
Moin moin.

Da kann ich nur Zustimmen. :-)

Gruᅵ Richard

richard

unread,
Oct 31, 2009, 6:55:24 AM10/31/09
to
Ralf schrieb:
> Am 2009-10-28 22:43 CET schrieb Lars, Hamburg:
>
>> Irgendwie spielt derzeit alles verrᅵckt. Kann das von so einer
>> kleinen Erkᅵltung kommen, die mich die ersten paar Tage ᅵberhaupt
>> nicht beeinflusst hat?
>
> Bei mir spielt der BZ immer unmittelbar nach der Zeitumstellung
> verrᅵckt. Das dauert dann ca. 2 Wochen, bis es sich allmᅵhlich wieder
> einpendelt.
>
>
Moin moin.

Vor allem wenn man die Pumpenzeit nicht umstellt. :-(((

Gruᅵ Richard

richard

unread,
Oct 31, 2009, 7:06:45 AM10/31/09
to
Joa schrieb:

a hat Richard wohl was durcheinander gebracht.
> Er meinte da nicht eine Ketose, sondern eine Fettsᅵurenresistenz
> in den Zellen, die bei etwas lᅵngerem basalen Insulinmangel
> entsteht. Was dann auch mit erkennbar erhᅵhten Ketonen einher

> gehen kann, aber nicht zwingend muss.


Moin moin.

Hmm nach einer Keto oder Ketoazidose besteht keine Fettsᅵureresistenz?
Das ist mir nun neu, da habe ich in Althausen anscheinend geschlafen.

Bei einer leichten Keto, aus welchem Grund auch immer,bekomme ich
die BZ Werte einfach nicht unter ~160 und die pp Werte sind jenseits
von gut! Ein sicheres Zeichen das etwas nicht stimmt.

Gruᅵ Richard

Anja L�nge

unread,
Oct 31, 2009, 7:34:28 AM10/31/09
to
richard wrote:

> Hmm nach einer Keto oder Ketoazidose besteht keine Fetts�ureresistenz?

Doch.

> Bei einer leichten Keto, aus welchem Grund auch immer,bekomme ich
> die BZ Werte einfach nicht unter ~160 und die pp Werte sind jenseits
> von gut! Ein sicheres Zeichen das etwas nicht stimmt.

Deswegen folgt auf ein Schema A ja auch immer Schema B.

(f�r nicht Althausener: Schema A ist zur Therapie bei Ketoazidose, Schema B
zur Therapie bei Fetts�ureresistenz; das normale Korrektur-Schema f�r den
Alltag ist Schema C).


Anja


Joa

unread,
Oct 31, 2009, 6:45:26 PM10/31/09
to
> Anja L�nge schrieb:

> Deswegen folgt auf ein Schema A ja auch immer Schema B.

> (f�r nicht Althausener: Schema A ist zur Therapie bei Ketoazidose, Schema B
> zur Therapie bei Fetts�ureresistenz; das normale Korrektur-Schema f�r den
> Alltag ist Schema C).

Hier der Link zu den Details der Schemata mit den Erl�uterungen:

http://www.chrostek.de/Curriculum/schema-a-b-c

Gru�
Joa


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Christoph 1

unread,
Nov 1, 2009, 6:16:01 AM11/1/09
to
Ralf schrieb:
> Doch, die habe ich nat�rlich umgestellt. Aber ich scheine inzwischen
> derart auf feste Tagesabl�ufe eingefahren zu sein, da� die eine Stunde
> den Unterschied macht. Man wird eben �lter... :-(

Dem will ich nachdr�cklich widersprechen. "Man" wird nicht �lter,
sondern "Du" wirst �lter.

...zumindest was die festen Tagesabl�ufe und die Auswirkung der
Zeitumstellung auf den Diabetes angeht.

Viele Gr��e
Christoph

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Joa

unread,
Nov 1, 2009, 8:00:05 PM11/1/09
to

> Ralf schrieb:
>> Christoph 1 schrieb:

>> ... Auswirkung der Zeitumstellung auf den Diabetes

> Du bemerkst also die Zeitumstellung nicht? Mir geht das seit
> Jahren so, da� es unmittelbar danach durcheinanderkommt.

Also mich hat die Zeitumstellung nie merklich tangiert.
Hatte aber irgendwann mal interessiert verfolgt, dass es so
die Beobachtung gab, dass bei diversen Menschen der
Biorhythmus durch die kleine Zeitverschiebung nachdr�cklich aus
dem Takt kommt. Oder vielleicht besser gesagt, nur schwerlich auf den
neuen Takt der Umstellungzeit von nur +/- 1h einschwingt.
Das ging nicht um Diabetiker.

Warum aber sollte es bei uns anders sein, hab ich mich gefragt.
Von Diabetikern h�rt man ja auch, dass die einen alle paar Tage rund
um den Globus jetten k�nnen und einfach nur die Zeit umstellen.

Andere kommen wochenlang nicht mit der Verschiebung klar.

Gru�
Joa.


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Joa

unread,
Nov 3, 2009, 6:40:47 PM11/3/09
to
Hallo Ralf,

> Ralf schrieb:

> Ob sich irgendwann mal die passenden Leute trauen, zuzugeben,
> da� dieser DST-M�ll sowieso nichts bringt und die Umstellerei
> wieder abschaffen?
> Sekund�renergie wird so n�mlich nicht merklich eingespart.

Irgendwie finde ich es auch ganz prima, wenn im Sommer die
Abende so lang sind. Unter diesem Aspekt w�rde ich eine
R�ckumstellung dann doch nicht so nett finden. :-)

Die des Stresses mit Blutzuckerwerten, und andere
Biorhythmusmalessen von Nichtdiabetikern sind nat�rlich eine
andere Frage.

Mal ganz abgesehen von den Irritationen durch diverse falsch
gehende Uhren....

Und kaum hat man die letzte umgestellt, liegt sie schon wieder falsch
im Rennen. ;-)))

Gru�
Joa


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