unser Lehrer hat uns heute von einem Abiturprüfer erzählt, der in einem
Jahrgang irgendeiner Schule ständig über den Begriff "Mondscheinformel"
stolperte ohne etwas damit anfangen zu können. Nach und nach fand er heraus,
daß es sich um die Lösungsformel für quadratische Gleichungen der Form
ax^2+bx+c=0 handeln muß. Belustigt hat uns unser Lehrer von dieser
"Kuriosotät" erzählt. Und daß auch er noch nie davon gehört hat. (Er ist
allerdings äusserst kompetent!)
Vorlaut wie ich nun mal bin, sagte ich ihm, daß ich auch schon mal davon
gehört habe. Und nun hat er doch glatt nach Literatur-Hinweisen gefragt
(lachend).
Ich weiß nicht mehr _wo_ ich das Wort gehört oder gelesen habe. Ich schätze
mal hier in dsm.
Weiß also jeand von euch über Ursprung oder Herkunft des Begriffes
"Mondscheinformel" näheres? Google ist da nämlich auch recht schweigsam :-(
Ich such auch noch mal in groups.google, aber ich wollte dies hier noch
schnell schreiben. Vielleicht kann ich dann ja noch morgen Ergebnisse
vorweisen :-)
--
Robin Koch (robi...@t-online.de)
-----------------------------------------------------------
A Member of the ---> MELISSA JOAN HART <--- Fanclub Germany
since http://www.thur.de/fan-mjh 3/98
-----------------------------------------------------------
Unserer war weniger kompetent ("Beweisen tut man an der Uni, uns reicht
das Rezept") und nannte das Dings "Mitternachtsformel". Man müsse die
auch dann sofort aufsagen können, wenn man mitten in der Nacht aus dem
Schlaf geweckt werde.
hcw
Zum Begriff Mondscheinformel kann ich leider nichts
beitragen. Allerdings kenne ich die Formel als Mitternachtsformel und
dazu findet man bei Google ein paar Seiten. Die Herkunft der beiden
Begriffe dürfte allerdings dieselbe sein: Die Formel wurde/wird den
Schülern so eingetrichtert, dass sie diese selbst dann können sollten,
wenn sie mitten in der Nacht geweckt und danach gefragt würden.
Vielleicht hilft Dir das wenigstens ein bisschen weiter.
Thomas
--
Thomas Schmelter ** ts...@sdhs.de **
Yep - so wird sie in dieser NG meistens genannt ... mit der angegebenen
Begründung. Mit http://www.google.com gibt es ca. 120 Treffer für
Mitternachtsformel , z.B.
http://www.schoolix.de/Mathematix/Text/t1.htm
http://delphi.zsg-rottenburg.de/delphi.html
Für "Mondschein-Formel" oder auch "moon shine formula" erhalte ich aber
keine Treffer.
Grüße
Hermann
--
>
>hcw
Danke euch. Das wird wohl alles gewesen sein, was daran interessant sein
dürfte.
Für "moonshine" (ohne "formula") dafür aber u.a. auch jede Menge
Mathematisches, darunter der folgende köstliche Link:
http://hverrill.net/pages~helena/monster/
Gruß,
Jens
--
---------------------------------------------------------
Jens Voss, POET Software, Kattjahren 4 - 8, 22359 Hamburg
---------------------------------------------------------
The opinions expressed above are mine, not my employer's.
---------------------------------------------------------
"Tee-dah, tah-dee, tee-dah, tah-dee..."
J. Brahms, 4th symphony, 1st movement
---------------------------------------------------------
> Für "moonshine" (ohne "formula") dafür aber u.a. auch jede Menge
> Mathematisches, darunter der folgende köstliche Link:
>
> http://hverrill.net/pages~helena/monster/
>
Das bezieht sich auf einen Zusammenhang zwischen der
Monstergruppe und modularen Funktionen.
http://cicma.mathstat.concordia.ca/faculty/cummins/moonshine.html
Gruß
Michael
Also ich kenne -b+-wurzel aus b²-4ac durch 2a als Mitternachtsformel.
Der Name kommt davon, dass man sie so gut kennen muss, das sogar wenn man
mitten in der Nacht im Halbschlaf geweckt wird und danach gefragt wird. Das
funktioniet sogar wirklich, weil als ich 7 Jahre war konnte ich mir nie
merken was 7+8 ist. Mein Vater hat es mir so oft gesagt, und eines nachtes
wechte er mich etwas so dass ich eigentlich noch halb schlief und ich
antwortete auf die Frage "was ist 7+8" fünfzeeehn. Dann schlief ich wieder
ein. am nächsten Morgen erzählte er es mir und ich konnte es nicht glauben
weil ich nichts mehr wusste. Meine Mutter glaubte es auch nicht und
versuchte es selber und es klapte...
Also Mondscheinformel heißt wohl das gleiche.
Jens
--------------------
www.jens-m.de
Eine Mondscheinformel ist eine illegal - so zu sagen bei "Nacht und Nebel" -
hergestellte Formel. Vergleiche auch aus dem Amerikanischen: "Moonshine
whiskey": Illegal destillierter Whiskey. ;-)
Thomas [SCNR]
Unser alter Mathelehrer (das warn noch zeiten) hat uns beigebracht, wie man
quadr. gl. löst:
entweder mit
satz von vieta
dem oben besagten
quadratisch ergänzen
wobei quadratisch ergänzen seine lieblingsmethode war und er jedem seiner
schüler vorwarf, der die b²-4ac o.ä. formeln benutze, zu faul und/oder zu
blöd zu sein.
Und dann gab er immer die "bedienungsanleitung" zum quadr. ergänzen in
seinem fränkischen Dialekt:
"Hälfde des Faggdors beim linearen Glied" usw.
einfach göttlich *g*
marc
[OT]
Hmm, bezeichnest Du Bourbon etwa als Whiskey bzw. Whisky? Davon wird
man doch auch dann schon blind, wenn er nicht "moonshine distillled" ist ...
[OT]
SCNR Hermann
--
>
>Thomas [SCNR]
Wir teilen erst durch a und wenden die pq-Formel an.
> Thomas Nordhaus schrieb in Nachricht ...
> >
> >Eine Mondscheinformel ist eine illegal - so zu sagen bei "Nacht und Nebel" -
> >hergestellte Formel. Vergleiche auch aus dem Amerikanischen: "Moonshine
> >whiskey": Illegal destillierter Whiskey. ;-)
>
> [OT]
> Hmm, bezeichnest Du Bourbon etwa als Whiskey bzw. Whisky? Davon wird
> man doch auch dann schon blind, wenn er nicht "moonshine distillled" ist ...
> [OT]
Ooops, Faux pas! "Whiskey" ist ja die schottische Schreibweise. Übrigens: Ich hab
mich noch mal erneut informiert. Im *Deutschen* versteht man unter
Mondscheinformel - in Anlehnung an Beethovens Mondscheinsonate - eine besonders
romantische Formel, die man der Liebsten (bzw. dem Liebsten) bei Mondschein
zuflüstert. Ein gutes Beispiel ist
Pi(n) ~ log(n) / n
Thomas [SCNR]
> Pi(n) ~ log(n) / n
Aua - muss natürlich Pi(n) ~ n / log(n) heissen.
Thomas
Sorry, daß ich Dich korrigieren muß:
Whisky - schottisch: http://www.maltadvocate.com/scotch/story_1/index.html
Whiskey - irisch: http://www.maltadvocate.com/irish/story_1/index.html
Bourbon, Rye, Whiskey - ehemalige britische Kolonien in Nordamerika:
http://www.maltadvocate.com/all_american/story_1/index.html
>Übrigens: Ich hab
>mich noch mal erneut informiert. Im *Deutschen* versteht man unter
>Mondscheinformel - in Anlehnung an Beethovens Mondscheinsonate - eine besonders
>romantische Formel, die man der Liebsten (bzw. dem Liebsten) bei Mondschein
>zuflüstert. Ein gutes Beispiel ist
>
> Pi(n) ~ log(n) / n
Ja, hübsch ... aber bei der Formel
3 = 1 + sqrt(1+sqrt(1+2*sqrt(1+3*sqrt(1+4*sqrt(1+5*sqrt(1+6*sqrt(1+... ))))))
kann man doch viel länger flüstern ... (Danke: Srinivasi, Rainer und die Zahl 3).
Dabei fällt mir gerade die Geschichte von John Horton Conway ein, daß
er und seine Frau sich beim Sonntagsspaziergang gegenseitig die Stellen
von pi (dem anderen, nicht dem von oben) aufsagten ...
http://www.users.cloud9.net/~cgseife/conway.html
Grüße
Hermann
--
>
>Thomas [SCNR]
>
Marc Rothballer wrote:
> wobei quadratisch ergänzen seine lieblingsmethode war und er jedem seiner
> schüler vorwarf, der die b²-4ac o.ä. formeln benutze, zu faul und/oder zu
> blöd zu sein.
Hihi, seh ich anders. Die Loesungsformel wird ueber die qadratische
Ergaenzung mit allgemeinen Variablen hergeleitet. Im Prinzip ist derjenige
nicht wirklich klug, der jedesmal aufs neue das macht, das der andere
einmal allgemein loest.
Mein alter Mathelehrer hat immer gesagt, Mathematik ist die Kunst das
Rechnen zu vermeiden. Genau das tue ich mit dieser Formel. Diese jedoch nie
hergeleitet zu haben, und trotzdem zu verwenden, halte ich auch fuer
halbkriminell :)
Gruesse,
Peter.
> Thomas Nordhaus schrieb in Nachricht <3D1DFD93...@t-online.de>...
>
> >Ooops, Faux pas! "Whiskey" ist ja die schottische Schreibweise.
>
> Sorry, daß ich Dich korrigieren muß:
>
OK,OK
> >Übrigens: Ich hab
> >mich noch mal erneut informiert. Im *Deutschen* versteht man unter
> >Mondscheinformel - in Anlehnung an Beethovens Mondscheinsonate - eine besonders
> >romantische Formel, die man der Liebsten (bzw. dem Liebsten) bei Mondschein
> >zuflüstert. Ein gutes Beispiel ist
> >
> > Pi(n) ~ log(n) / n
>
> Ja, hübsch ... aber bei der Formel
Nee, nee - das war gar kein gutes Beispiel :-(
>
>
> 3 = 1 + sqrt(1+sqrt(1+2*sqrt(1+3*sqrt(1+4*sqrt(1+5*sqrt(1+6*sqrt(1+... ))))))
>
> kann man doch viel länger flüstern ...
Stimmt! Eher monoton (und einschläfernd) ist hingegen:
(sqrt(5) + 1)/2 = 1+1/(1+1/(1+1/(1+...)...)
Diese Formel nennt man daher auch die chloroforme Formel...
Thomas [SCNR und Schluss, bitte!]
Ja !! Richard E.Borchards (Prof . in Cambridge und Berkley) erhielt
die Fields-Medaille (Nobelpreis für Mathematiker unter 40 Jahren!!!) für
den Beweis der Mondschein-Vermutung (Veröffentlichung 1989) .
Die von den Briten Conway/Norton aufgestellte Vermutung verknüpfte
zwei scheinbar unzusammenhängende Gebiete der Mathematik miteinander:
Die der elliptischen Funktionen und der Gruppentheorie ( vor allem die
grösste der "sporadischen,endlichlichen und einfachen" Gruppen , die sog.
"Monster"-Gruppe mit 8x10 hoch 56 Elementen).
Diese elliptischen Funktionen dienen u.a. als Abbildungen für
Gitterstrukturen
in der Ebene und können als angewandte Theorie nützlich für
Orbital-Strukturen
in der Chemie sein, die, entgegen der landläufigen Meinungen , mathemetisch
(grössenteils ) noch immer in der Luft liegen.
Erwähnenswert bleibt die Tatsache , dass der Beweis z.T. auf moderne
mathematische Sätze der String-Theorie basiert ( was aber keineswegs
Rückschlüsse auf die physikalische Realität der String-Theorie zulässt )!
Klingt ein bißchen nach "Fermat's letzter Satz" von S. Singh...
Wieso? Bitte erklären - oder war das [SCNR] ?
Thomas
Wiles' Beweis Fermat's letzten Satzes (SCNR ;-) beinhaltet den Beweis der
Taniyama-Shimura-Vermutung, die ihrerseits eine direkte Verbindung zwischen
elliptischen Funktionen und Modulformen herstellt.
Aber Simon Singh hat bestimmt nix damit zu tun. Und ob diese Beweise, ausser
dass sie sich auf das theoretische Gerüst der algebraischen Geometrie
stützen, irgendetwas gemeinsam haben wage ich zu bezweifeln.
Thomas
Naja, es gibt ein Buch das heisst "Fermat's letzter Satz" und ist von von
Simon Singh. Somit hat S. Singh schon etwas damit zu tun: Er hat ein Buch
über diesen Satz geschrieben.
Gruss
Philipp
und: was genau ist dabei eigentlich so romantisch?
Ingo Seibold