Von Peter Hahne
Rassistisch rechnen
Mathematik als Bastion des alten weißen Mannes entlarvt
Weil Schüler aus Minderheiten häufig schlechter in Mathe
abschneiden (was ja an sich schon eine rassistische Be-
hauptung ist), soll jetzt Mathematik in den kulturellen
Kontext der jeweiligen Herkunft gesetzt werden. Zu Deutsch:
Zwei plus zwei muss dann nicht mehr unbedingt vier ergeben.
(....)
Zwei US-Bundesstaaten und die kanadische Provinz Ontario ma-
chen sich zum Vorreiter einer besonderen Stufe des Antiras-
sismus-Irrsinns:
Weil Schüler aus Minderheiten häufig schlechter in Mathe ab-
schneiden (was ja an sich schon eine rassistische Behauptung
ist), soll jetzt Mathematik in den kulturellen Kontext der
jeweiligen Herkunft gesetzt werden. Zu Deutsch: Zwei plus
zwei muss dann nicht mehr unbedingt vier ergeben.
Schließlich war auch Adam Riese ein alter weißer Mann.
Die Blaupause für diesen »Rassismus« gegen die schwarze Min-
derheit stammt aus dem US-Bundesstaat Oregon, einer links-
liberalen Hochburg (deren Wähler allerdings inzwischen
wie in Virginia die Flucht Richtung Trump ergreifen).
Dort werden Mathelehrer darüber aufgeklärt: »Die Kultur der
weißen Überlegenheit (›white supremacy‹) zeigt sich im Klas-
senzimmer, wenn der Fokus darauf liegt, unbedingt die ›rich-
tige‹ Antwort zu bekommen.«
Die Belehrung klingt abenteuerlich für eine bis dato als exa-
kte Wissenschaft bekannte Disziplin: »Die Vorstellung, dass
Mathematik rein objektiv ist, ist eindeutig falsch, und dies
zu lehren ist noch viel weniger zutreffend. Die Aufrechter-
haltung der Idee, dass es immer richtige und falsche Ant-
worten gibt, manifestiert die Objektivität ebenso wie
die Angst vor offenen Konflikten.«
Der Rat für die alten weißen Männer, die es tatsächlich noch
wagen, ideologiefrei, wissenschaftlich und mit Emphase junge
Leute für das komplizierte Wesen von Algebra und Geometrie
begeistern zu wollen, lautet so:
»Wählen Sie Aufgaben, die komplexe, konkurrierende oder
mehrfache Antworten haben. Denken Sie sich mindestens zwei
Antworten aus, die diese Aufgabe lösen könnten. Stellen Sie
standardisierte Testfragen infrage, indem Sie die ›richtige‹
Antwort finden, aber andere Antworten rechtfertigen, indem
Sie die Annahmen, die diesen zugrunde liegen, offenbaren.«
Und dann empfehlen die Bildungs-Ideologen des Kultusminis-
teriums von Oregon, die ganze bisherige Lehre grundsätzlich
zu überdenken, ja völlig zu korrigieren. Statt reine Wissen-
schaft soll es künftig Black Lives Matter-Ideologie geben:
»Hinterfragen Sie den Zweck des Mathematikunterrichts, und
präsentieren Sie ihn neu. Die Schulbildung, wie wir sie ken-
nen, begann während der industriellen Revolution, als Präzi-
sion und Genauigkeit hochgeschätzt wurden. Was sind die
unzähligen Möglichkeiten, wie wir Mathematik in der heu-
tigen Welt und darüber hinaus konzeptualisieren können?«
Zu den Relationen: Oregon hat 4.237.256 Einwohner (Stand:
Zensus 2020), davon sind 86,7 Prozent Weiße, 13,4 Prozent
Hispanics, 4,9 Prozent Asiaten, 1,8 Prozent Indianer, 2,2
Prozent Schwarze und Afroamerikaner, 0,5 Prozent Hawaiianer
oder andere Pazifische Insulaner. Es kann also nur noch kur-
ze Zeit dauern, bis auch wir eine neue Mathematik bekommen.
Nach der amtlichen Opportunisten-Skala (nach unten offen)
wäre vielleicht Bayern wieder Vorreiter. (Dadurch würden
auch manche Minister nicht mehr auffallen: »Jeder Vierte
ist schon geimpft, bald wird es jeder Fünfte sein.«) Ganz
zu schweigen vom Verwechseln von brutto und netto. Berlin
ist schon so weit. Der Satiriker Dietmar Wischmeyer: »Dort
lernt die zwölfte Klasse mit dem Mathebuch Kevin hat drei
Kekse – Rechnen mit einer Hand.« (...)
Die junge Autorin der Jüdischen Rundschau, Ulrike Stockmann,
schreibt zur »antirassistischen Mathematik« im Internetportal
Achse des Guten süffisant: »Auch ich war in den höheren Klas-
sen schlecht in Mathe. Bei Klassenarbeiten kam es häufig vor,
dass ich bei mehrfachem Durchrechnen einer Aufgabe zu unter-
schiedlichen Lösungen kam. Wie gern hätte ich damals die
Möglichkeit gehabt, meiner Lehrerin zwei mögliche Lösungen
für eine Gleichung vorzuschlagen. Wer weiß, vielleicht wäre
aus mir noch ein Mathe-Genie geworden, und ich würde heute
Brücken konstruieren? Aber würde ich auch über diese Brücken
fahren? Leider war man damals noch nicht so modern. Und über-
haupt: Diese vorsintflutliche ›Präzision und Genauigkeit‹,
die in grauer Vorzeit als sinnvoll erachtet wurde, hat
heutzutage wirklich ausgedient!«
Demnach sind offenbar nur Weiße mit ihrem »ewigen Exaktheits-
fimmel« in der Lage, die Regeln für Mathematik zu verstehen.
»People of Color« muss man sie anders erklären.
Nur Rassisten würden dies bestreiten. Aus diesem Dilemma könne
nur die »Ethnomathematik« hinausführen, »die beispielsweise
von Schülern nicht mehr nur einen Lösungsvorschlag für eine
Aufgabe verlangt, sondern die Möglichkeit bietet, zwei even-
tuelle Antworten zu geben«, meinen die vom Wahnsinn befallenen,
aber lehrplanrelevanten Ideologen aus Kanada und den USA. Was
letztlich nur eins bedeuten kann: Die sogenannten Antirassis-
ten halten die »People of Color« für dumm. Kann man sich
einen übleren Schwachsinn vorstellen?
In dem Dokument aus dem kanadischen Ontario heißt es dann noch:
»Mathematik ist innerhalb von Kulturen und kulturellen Kontexten
verankert und wird in diesen produziert. Der (neue) Lehrplan
zielt darauf ab, das historische Verständnis für die Vielfalt
des mathematischen Denkens zu erweitern. In einer antirassis-
tischen und antidiskriminierenden Umgebung wissen die Lehrer,
dass es mehr als einen Weg gibt, um eine Lösung zu entwickeln,
und die Schüler werden mit mehreren Lösungswegen konfrontiert
und ermutigt, mehrere Wege zu erforschen, um Antworten zu
finden.«
In einer Fußnote werden übrigens die Förderer dieses Irrsinns
genannt: »Wir möchten uns auch bei der Bill and Melinda Gates
Foundation für die großzügige finanzielle Unterstützung dieses
Projekts bedanken.« Noch Fragen?
Nach zwei Jahren Internet-»Unterricht«, als »Homeschooling« ver-
niedlicht und veredelt, kann man froh sein, wenn die künftige
Generation überhaupt noch weiß, wie Zahlen geschrieben werden.
Es gilt der Grundsatz: Die Schwachen werden nicht stärker,
indem die Starken schwächer werden. Für Deutschland hätte
ich eine Lösung: Man lagert die Mathematik nach Indien und
China aus.
Da der ganze Mathe-Murks zu Corona-Zeiten entstand, fragt man
sich: Kann es nicht sein, dass das Robert Koch-Institut (RKI),
die Intensivbetten-Zähler, die ministeriellen Geimpften-Statis-
tiker und die Test-Abrechner sich schon länger dieser besonders
kreativen Mathematik mit mehreren Lösungen und alternativen
Fakten verschrieben haben? Oder ist nicht gleich die ganze
Mathematik die reinste Verschwörungstheorie…
Ach, was den Rassismus betrifft, noch dies: Schwarze null und
Schwrzfahren sind jetzt abgeschafft. Der Weg in die Dekadenz
ist recht unterhaltsam, oder? Man könnte die alte, weiße Mathe,
weil unverzeihlich, auch ganz und gar »rückgängig machen«! Was
brauchen wir noch diesen rassistischen Krempel. Es gibt aller-
dings eine letzte Brandmauer gegen den Irrsinn, auf die der
Staat allergisch reagiert: Wir wenden einfach die neue,
»antifaschistisch-antirassistische« Mathematik auf
unsere Steuererklärung an.
„Rassistisch rechnen“ aus: Peter Hahne, Das Maß ist voll.
In Krisenzeiten hilft keine Volksverdummung. Quadriga,
Hardcover, 144 Seiten, 12,00 €.
mehr, mit Links:
https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/buecher/mathematik-als-bastion-des-alten-weissen-mannes-entlarvt/
Irgendwie gruselig, oder? Erinnert an den _Roten_ Khmer,
der wollte auch die Intelligenz verbieten bzw. ausrotten.
Was denkt ihr, wurzelt dieser Schwachsinn in der kompentenz-
befreiten (_roten_) Frauenquote in der Politik (Peter-Prinzip)?