Wolfgang Endemann
Karl Marx
Mathematische Manuskripte
Nur jezt habe ich Fragen über Fragen!
Der Herausgeber hat erstmal 1/3 des Buches mit seiner ideologischen
Selbstdarstellung verschwendet. Es bleiben ca 100 Seiten von ca. 3000!
Seiten, die Marx verfasst hat.
Obwohl(auch nicht veröffentlicht) ein Verzeichniss aller von Marx gelesen
Bücher existiert, kein Wort davon :-(
Und es wird ausschlieslich die Herleitung der Differentialrechnung zitiert.
Das ist ganz interessant und ich werde die Texte auch in
den nächsten Tagen zur Verfügung stellen. Nur fehlt mir das Wissen um die
Texte im historischen Kontext einzuschätzen.
Und nun die richtig schwierigen Fragen:
Die Mathematikerin S. A. Janowskaja hat "unter ausserordentlichen
Schwierigkeiten..." (den Rest der Lobeshymne spar ich mir:-))
1968 diese Manuskripte auf deutsch! herausgegeben.
Leider in Moskau :-( und nichts davon ist verfügbar.
Warum ist das so?
Wieso sind die Manuskripte überhaupt in Moskau?
Krass gesagt: Wer hat die wo geklaut?
Könnte man nicht irgendwie russische Kollegen fragen
ob die den Text kennen?
Wer ist eigentlich diese Frau?
Sie muss offensichtlich eine herausragende Stellung innerhalb der KPDSU
gehabt haben. Zumindest finde ich in weiteren Büchern auch noch Lobeshymnen.
Steht dahinter eine der unseligen Geschichten des Stalinismus?
Wenn auch vieleicht nicht so schlimm wie im Fall Lyssenko in der Genetik?
Soviel erst einmal. Auch wenn hier gerade keine Lösung eines Integrals
gefragt ist, bin ich doch hoffentlich nicht OT.
mfg peter
An Hermann:
auch der Bergische Mathematiker Daniel Schürmann kommt!
hoffenlich dauert das nicht auch so lange :-))
Hat nicht Marx sogar ein Lehrbuch der Infinitesimalrechnung
verfaßt? Ich habe da eine dunkle Erinnerung...
--
JB
Anhand des Textes der mir vorliegt:
Er hätte es vermutlich schaffen können.
Zumindest eine Einführung.
(Ich kämpfe noch mit OCR und extra besorgten Scanner um es öffentlich zu machen)
Aber wenn es so wäre:
Glaubst Du nicht das alle die Ideologiegläubigen nicht schon längst
ein Fass aufgemacht hätten?
Marx als "allumfassend gebildeter Titan der Wissenschaften" und so fort!
Mir klingelt diese unsägliche stalinistischte Wortwahl sofort in den Ohren.
Mir ist es erst einmal daran gelegen meine Quelle ein wenig zu überprüfen,
und das geht nur mit ein wenig Glück oder wenn einer gute Verbindungen
zb.: nach Moskau oder so hat (könnte ja sein).
Hinzu kommt ja noch das ich kaum beurteilen kann ob seine Excerpte
damals also ca. 1850 "state of the art" waren :-(
Da muss schon ein Geschichtsexperte helfen.
mfg peter
Hallo Peter,
könntest Du vielleicht schon mal vorab posten, auf welche Autoren
(Mathematiker/Physiker/Astronomen) KM in dem Text Bezug genommen
hat ... Name und Jahr reicht.
Grüße
Hermann
---
PS: Ich freue mich schon auf
http://www.rundschau-online.de/oberberg/2427664.html ...
>mfg peter
>
> "JB" <jbl...@hotmail.com> schrieb
> > Peter Niessen wrote:
> >
> > Hat nicht Marx sogar ein Lehrbuch der Infinitesimalrechnung
> > verfaßt? Ich habe da eine dunkle Erinnerung...
Nein, hat er nicht.
> Anhand des Textes der mir vorliegt:
> Er hätte es vermutlich schaffen können.
> Zumindest eine Einführung.
Nein hätte er nicht. In dem mir vorliegenden Text
(K.Marx. Mathematische Manuskripte, Scriptor Verlag,Kronberg im
Taunus, 1974, Hrsg. W.Endemann) geht es ausschließlich um das
Differenzieren von Polynomen. Das ist etwa das Niveau, das man bei
BWLern erleben kann. Dazu kommen noch einige Anmerkungen zu Newton,
Leibniz usw.
Hier eine Kostprobe: es geht um die Ableitung der Funktion y=ax und er
betrachtet den Bruch (y-y1)/(x-x1) = Delta(y)/Delta(x) (Umschreibungen
von mir, Delta ist natürlich ein großes griechisches Delta.) Er
schreibt:
"Nimmt im Nenner des Verhältnisses x1 ab, so nähert es sich x, die
Grenze seiner Abnahme ist erreicht, ween es zu x wird. Hiermit ist die
Differenz x1-x=x-x=0 gesetzt und daher y1-y=0. Wir erhalten so
0/0=a. Da im Ausdruck 0/0 hat jede Spur seines Ursprungs und seiner
Bedeutung erlischt, ersetzen wir ihn durch dy/dx, wo die endliche
Differenz x1-x oder Delta(x) und y1-y oder Delta(y) als aufgehobene
oder verschwundene Differenz symbolisiert erscheint oder
Delta(y)/Delta(x) verwandelt in dy/dx."
Sowas möchte man nicht wirklich in einem Lehrbuch der
Infinitesimalrechnung lesen müssen.
> Hinzu kommt ja noch das ich kaum beurteilen kann ob seine Excerpte
> damals also ca. 1850 "state of the art" waren :-(
> Da muss schon ein Geschichtsexperte helfen.
> mfg peter
>
Sie waren nicht State of the Art. Der Cours d'Analyse von Cauchy war
ca 1830 erschienen mit einer strengen Begründung des
Grenzwertbegriffs.
Wie gesagt mehr als ein bischen Differenzieren von Polynomen ist nicht
drin.
Gruß Gunter
--
Gunter Bengel <ben...@math.uni-muenster.de>
Mathematisches Institut der WWU Muenster
Einsteinstrasse 62 , D-48149 Muenster,Germany
Tel. 0251/83-32484
Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich weiß nicht, wie schnell die Ergebnisse
von Cauchy Allgemeingut wurden. Ich habe hier die Werkausgabe von
Archimedes, ein Reprint der Ausgabe von 1922 mit den Originalanmerkungen.
Der Herausgeber (ei gewisser Herr A. Czwalina-Allenstein) versucht die
Deiferentiations- und Integrationsmethoden von Archimedes mit "modernen"
Ausdrücken zu erklären, und da findet sich auch manchmal Haarsträubendes,
wie "Er musste also die Summierung der unendlich schmalen Sektoren der
Spiralenfläche nach Analogie der Summierung der unendlich schmalen Schichten
eines Kegels vollziehen."
Das passt sehr gut zu dem Zitat, dass wir unlängst hier hatten - dass man
vor 100 Jahren der Meinung war, Differential- und Integralrechnung sei für
den Schulunterricht ungeeignet. Bei solchen schwammigen Formulierungen kann
ich das verstehen.
Gruß
Jutta
> Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich weiß nicht, wie schnell die Ergebnisse
> von Cauchy Allgemeingut wurden. Ich habe hier die Werkausgabe von
> Archimedes, ein Reprint der Ausgabe von 1922 mit den Originalanmerkungen.
> Der Herausgeber (ei gewisser Herr A. Czwalina-Allenstein) versucht die
> Deiferentiations- und Integrationsmethoden von Archimedes mit "modernen"
> Ausdrücken zu erklären, und da findet sich auch manchmal Haarsträubendes,
> wie "Er musste also die Summierung der unendlich schmalen Sektoren der
> Spiralenfläche nach Analogie der Summierung der unendlich schmalen Schichten
> eines Kegels vollziehen."
Das sagt nichts über den "State of the Art" bei der Begründung der
Infinitesimalrechnung im Jahre 1922 aus sondern zeigt nur, dass Herr
A. Czwalina-Allenstein keine Ahnung hatte. Womit wir wieder bei den
Marxschen Manuskripten wären.
Da der Herausgeber Endemann es nicht für nötig gehalten hat, die
Manuskripte zeitlich einzuordnen, geschweige denn ein Verzeichniss der
von Marx bearbeiteten Literatur zu erstellen, hier das von Marx selbst
erwähnte:
EIN IN DAS HEFT «B (FORTSETZUNG VON A) II.» HINEINGELEGTES BLATT
<Endemann S. 104-105>
<Zitat Marx>
1) Newton, geb. 1642, t1727. «Philosophiae naturalis principia mathematica», pub. 1687.
L. I. Lemma XI, Schol. Lib. II.
L. 11. Lemma II, nach Proposition VII.
«Analysis per quantitatum series, fluxiones etc.», composed 1665, publ. 1711.
2) Leibniz.
3) Taylor (J. Brook), geb. 1685, t 1731, publiziert 1715-17: «Methodus incrementorum etc.».
4) Mac Laurin (Colin), geb. 1698, t 1746. 5) John Landen.
6) D'Alembert, geb. 1717, t 1783. «Traite des f luides», 1744.
7) Euler (Leonard), [geb.] 1707, t 1783. «Introduction ä l'analyse de l' infini», Lausanne, 1748.
«Institutions du calcul differentiel», 1755 (p. I, c. III).
8) Lagrange, geb. 1736. «Theorie des fonctions analytiques» (1797 und 1813) (sieh Introduction).
9) Poisson (Denis, Simeon), geb. 1781, t1840.
10) Laplace (P. Simon, marquis de), geb. 1749, t1827.
11) Moigno's, «Lecons de Calcul Differentiel et de calcul integral».
VII
I. ERSTE ENTWÜRFE
Newton: geb. 1642, 11727 (85 Jahre alt). «Philosophiae naturalis principia mathematica» (zuerst
published 1687, cf. Lemma I und Lemma XI, Schal.).
Dann namentlich: «Analysis per quantitatum series, fluxiones etc.», erst published 1711, aber
composed 1665, während Leibniz erst 1676 dieselbe Entdeckung gemacht.
Leibniz: geb. 1646, t1716 (70 Jahre alt).
Lagrange: geb. 1736, t erst unter Kaisertum (Napoleon I), ist Erfinder der Methode des variations.
«Theorie des fonctions analytiques» (1797 und 1813).
D'Alembert: geb. 1717, 11783 (66 Jahre alt). «Traite des fluides», 1744.
1) Newton. The velocities or fluxions, z. B. der Variablen x, y etc.
<\Zitat Marx>
Zieht man allerdings die Schrift "Dialektik der Natur"
(von Engels nach dem Tod von Marx redigiert und als
Artikelserie im Vorwärts erschienen) zu Rate, müssen es wesentlich
mehr Wissenschaftler sein.
Die dort zitierten Naturwissenschaftler aller Couleur sind ein wahres
"who is who" der damaligen Zeit.
Dort wird übrigens auch das Thema der komplexen Zahlen angerissen.
Ein Thema das bei Endemann komplett fehlt.
mfg peter
Sorry ich hätte die Quelle genauer zitieren sollen.
Es sind aber offensichtlich die einzigen zugänglichen Texte.
>geht es ausschließlich um das
> Differenzieren von Polynomen. Das ist etwa das Niveau, das man bei
> BWLern erleben kann. Dazu kommen noch einige Anmerkungen zu Newton,
> Leibniz usw.
Hm Marx war ja schliesslich BWL'er :-)
> Hier eine Kostprobe: es geht um die Ableitung der Funktion y=ax und er
> betrachtet den Bruch (y-y1)/(x-x1) = Delta(y)/Delta(x) (Umschreibungen
> von mir, Delta ist natürlich ein großes griechisches Delta.) Er
> schreibt:
>
> "Nimmt im Nenner des Verhältnisses x1 ab, so nähert es sich x, die
> Grenze seiner Abnahme ist erreicht, ween es zu x wird. Hiermit ist die
> Differenz x1-x=x-x=0 gesetzt und daher y1-y=0. Wir erhalten so
> 0/0=a. Da im Ausdruck 0/0 hat jede Spur seines Ursprungs und seiner
> Bedeutung erlischt, ersetzen wir ihn durch dy/dx, wo die endliche
> Differenz x1-x oder Delta(x) und y1-y oder Delta(y) als aufgehobene
> oder verschwundene Differenz symbolisiert erscheint oder
> Delta(y)/Delta(x) verwandelt in dy/dx."
Im groben habe ich mir das ja auch schon durchgelesen.
Es fällt aber auf das lediglich Passagen zitiert werden,
in denen Marx versucht das damals wohl noch oft als
mystisch angesehene dx/dy=0/0 zu entkräften.
Seine Notizen dazu bedienen sich einer zugegebenermassen
sehr umständlichen Begründung, das dem nicht so sei.
> Sowas möchte man nicht wirklich in einem Lehrbuch der
> Infinitesimalrechnung lesen müssen.
>
>
> > Hinzu kommt ja noch das ich kaum beurteilen kann ob seine Excerpte
> > damals also ca. 1850 "state of the art" waren :-(
> > Da muss schon ein Geschichtsexperte helfen.
> > mfg peter
> >
>
> Sie waren nicht State of the Art. Der Cours d'Analyse von Cauchy war
> ca 1830 erschienen mit einer strengen Begründung des
> Grenzwertbegriffs.
Da hast Du wohl recht, hätte Marx einen klaren Begriff der Grenzwerte gehabt,
hätte Er sich seine umständlichen Begründungen gewiss gespart.
Nur Du sagst ja selber:
Cauchys Arbeit erschien ca 1830 und war dem jungen Marx gewiss nicht bekannt.
Er kam ja erst nach 1848 als politischer Flüchtling nach London,
und erst die königliche Bibliothek London war sein Fundus der Naturwissenschaften.
Im vorrevolutionären Deutschland war es da bis auf ein paar Ausnahmen
zappenduster.
> Wie gesagt mehr als ein bischen Differenzieren von Polynomen ist nicht
> drin.
Naja Er bezieht sich immerhin auf die in Potenzreihen entwickelbaren Funktionen,
sagt aber das er den Satz von Taylor für nicht bewiesen hält.
mfg peter
> Gruß Gunter
Yep, Danke. Meine Anmerkungen sind mit @@ markiert ...
Bis auf F. N. M. Moigno sind das alles große und damals schon
"klassische" Bücher zur Differential- und Integral-(bei Newton:
Fluxionen-)rechnung. Das Buch von Moigno dürfte damals am
meisten "state of the art" gewesen sein ...
> <Zitat Marx>
>
>1) Newton, geb. 1642, t1727. «Philosophiae naturalis principia mathematica», pub.
1687.
> L. I. Lemma XI, Schol. Lib. II ./ L. 11. Lemma II, nach Proposition VII.
> «Analysis per quantitatum series, fluxiones etc.», composed 1665, publ. 1711.
>2) Leibniz.
>3) Taylor (J. Brook), geb. 1685, t 1731, publiziert 1715-17: «Methodus incrementorum
etc.».
>4) Mac Laurin (Colin), geb. 1698, t 1746.
@@ "Treatise of fluxions", 1742
>5) John Landen
@@ (1719-1790), "Residual analysis", 1764 [Elliptische Funktionen]
>6) D'Alembert [Jean Le Rond], geb. 1717, t 1783. «Traite des f luides», 1744.
>7) Euler (Leonard), [geb.] 1707, t 1783. «Introduction ä l'analyse de l' infini»,
Lausanne, 1748.
> «Institutions du calcul differentiel», 1755 (p. I, c. III).
>8) Lagrange [Joseph Louis], geb. 1736. «Theorie des fonctions analytiques» (1797 und
1813)
> (siehe Introduction).
>9) Poisson (Denis, Simeon), geb. 1781, t 1840.
>10) Laplace (Pierre Simon, marquis de), geb. 1749, t 1827.
>11) Moigno's, «Lecons de Calcul Differentiel et de calcul integral».
@@ Francois Napoléon Marie Moigno (1804-1884), [Jesuiten-Abbé].
@@ Die "Lecons ..." sind ein 4-bändiges Werk, das zwischen 1843
@@ und 1861 in Paris erschien und im Titel den Zusatz
@@ " ... rédigées d'apres les méthodes et les ouvrages publiés
@@ ou inédits de A.-L. Cauchy ..."
@@ trägt. KM konnte also um 1850 durchaus mit den Arbeiten von
@@ Augustin-Louis Cauchy vertraut gewesen sein ...
@@ Unter
@@ http://encompass.library.cornell.edu/math/math_M.html --> Moigno, abbé ...
@@ findet man den (leider nur) vierten Band (1861), der die Variatonsrechnung
@@ behandelt.
>
>VII
>I. ERSTE ENTWÜRFE
>Newton: geb. 1642, 11727 (85 Jahre alt). «Philosophiae naturalis principia
mathematica»
>(zuerst published 1687, cf. Lemma I und Lemma XI, Schal.).
>Dann namentlich: «Analysis per quantitatum series, fluxiones etc.», erst published
1711,
>aber composed 1665, während Leibniz erst 1676 dieselbe Entdeckung gemacht.
>
>Leibniz: geb. 1646, t1716 (70 Jahre alt).
>
>Lagrange: geb. 1736, t erst unter Kaisertum (Napoleon I), ist Erfinder der Methode
des
> variations.
>«Theorie des fonctions analytiques» (1797 und 1813).
>
>D'Alembert: geb. 1717, 11783 (66 Jahre alt). «Traite des fluides», 1744.
>
>1) Newton. The velocities or fluxions, z. B. der Variablen x, y etc.
>
> <\Zitat Marx>
>
>Zieht man allerdings die Schrift "Dialektik der Natur"
>(von Engels nach dem Tod von Marx redigiert und als
>Artikelserie im Vorwärts erschienen) zu Rate, müssen es wesentlich
>mehr Wissenschaftler sein.
>Die dort zitierten Naturwissenschaftler aller Couleur sind ein wahres
>"who is who" der damaligen Zeit.
>Dort wird übrigens auch das Thema der komplexen Zahlen angerissen.
>Ein Thema das bei Endemann komplett fehlt.
OK, ich bleibe am Ball ...
Grüße
Hermann
--
>mfg peter
>
genauer: 1821, und 1829 die "Lecons sur le calcul différentiel" über das
Differenzieren komplexer Funktionen.
>... erschienen mit einer strengen Begründung des Grenzwertbegriffs.
>
>Wie gesagt mehr als ein bischen Differenzieren von Polynomen ist nicht
>drin.
Hmm, u.a. sind auch Taylor-Reihen drin ...
Grüße
Hermann
--
Der "Cours d'analyse de l'Ecole royale polytechnique" (aka.
"Analyse algébrique") von 1821:
http://gallica.bnf.fr/ --> Recherche --> Auteur: Cauchy --> 1. Fundstelle
wurde in Frankreich sehr schnell populär - ich weiß aber nicht, ob
auch in England.
Er ist ebenfalls in der 2e sér, Tome III der Oevres complétes.
Die "Lecons de calcul différentiel" von 1843 sind übrigens in der
2e sér, Tome IV der Oevres complétes ...
>Ich habe hier die Werkausgabe von
>Archimedes, ein Reprint der Ausgabe von 1922 mit den Originalanmerkungen.
>Der Herausgeber (ein gewisser Herr A. Czwalina-Allenstein) versucht die
>Di´fferentiations- und Integrationsmethoden von Archimedes mit "modernen"
>Ausdrücken zu erklären, und da findet sich auch manchmal Haarsträubendes,
>wie "Er musste also die Summierung der unendlich schmalen Sektoren der
>Spiralenfläche nach Analogie der Summierung der unendlich schmalen Schichten
>eines Kegels vollziehen."
>
>Das passt sehr gut zu dem Zitat, dass wir unlängst hier hatten - dass man
>vor 100 Jahren der Meinung war, Differential- und Integralrechnung sei für
>den Schulunterricht ungeeignet. Bei solchen schwammigen Formulierungen kann
>ich das verstehen.
Siehe dazu einige Papers in
http://wmax04.mathematik.uni-wuerzburg.de/~vollrath/
--> Gesammelte Abhandlungen
und speziell das Paper 44.
Grüße
Hermann
--
>Gruß
>Jutta
>
http://gallica.bnf.fr/ --> Recherche --> Auteur: Cauchy ...
>
>Die "Lecons de calcul différentiel" von 1843
Hupps, natürlich von 1829 ...
>sind übrigens in der 2e sér, Tome IV der Oevres complétes ...
Grüße
Hermann
--
[ ... ]
>Und nun die richtig schwierigen Fragen:
>Die Mathematikerin S. A. Janowskaja hat "unter ausserordentlichen
>Schwierigkeiten..." (den Rest der Lobeshymne spar ich mir:-))
>1968 diese Manuskripte auf deutsch! herausgegeben.
>Leider in Moskau :-( und nichts davon ist verfügbar.
Beziehst Du Dich auf den Vortrag von J. W. Dauben beim Internationalen
Mathematikerkongress 1998 in Berlin?
http://www.mathematik.uni-bielefeld.de/documenta/xvol-icm/ICM.html
--> Vol III, Paper 19.
Da ich das IIRC noch nicht gepostet hatte, hier das Abstract:
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DOCUMENTA MATHEMATICA, Extra Volume ICM III (1998), 799-809
Joseph W. Dauben
Title: Marx, Mao and Mathematics: The Politics of Infinitesimals
Abstract: The ``Mathematical Manuscripts'' of Karl Marx were first published
(in part) in Russian in 1933, along with an analysis by S. A. Yanovskaya.
Friedrich Engels was the first to call attention to the existence of these
manuscripts in the preface to his Anti-Dühring [1885]. A more definitive edition
of the "Manuscripts'' was eventually published, under the direction of Yanovskaya,
in 1968, and subsequently numerous translations have also appeared. Marx was
interested in mathematics primarily because of its relation to his ideas on
political economy, but he also saw the idea of variable magnitude as directly
related to dialectical processes in nature. He regarded questions about the
foundations of the differential calculus as a "touchstone of the application of
the method of materialist dialectics to mathematics.'' Nearly a century later,
Chinese mathematicians explicitly linked Marxist ideology and the foundations of
mathematics through a new program interpreting calculus in terms of nonstandard
analysis. During the Cultural Revolution (1966--1976), mathematics was suspect
for being too abstract, aloof from the concerns of the common man and the
struggle to meet the basic needs of daily life in a still largely agrarian
society. But during the Cultural Revolution, when Chinese mathematicians
discovered the mathematical manuscripts of Karl Marx, these seemed to offer
fresh grounds for justifying abstract mathematics, especially concern for
foundations and critical evaluation of the calculus. At least one study group in
the Department of Mathematics at Chekiang Teachers College issued its own
account of "The Brilliant Victory of Dialectics - Notes on Studying Marx's
`Mathematical Manuscripts'.'' Inspired by nonstandard analysis, introduced by
Abraham Robinson only a few years previously, some Chinese mathematicians
adapted the model Marx had laid down a century earlier in analyzing the
calculus, and especially the nature of infinitesimals in mathematics, from a
Marxist perspective. But they did so with new technical tools available thanks
to Robinson but unknown to Marx when he began to study the calculus in the
1860s. As a result, considerable interest in nonstandard analysis has developed
subsequently in China, and almost immediately after the Cultural Revolution was
officially over in 1976, the first all-China conference on nonstandard analysis
was held in Xinxiang, Henan Province, in 1978.
1991 Mathematics Subject Classification:
Keywords and Phrases:
Full text: dvi.gz 22 k, dvi 54 k, ps.gz 809 k.
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>Warum ist das so?
>Wieso sind die Manuskripte überhaupt in Moskau?
>Krass gesagt: Wer hat die wo geklaut?
Sorry, keine Ahnung ...
>Könnte man nicht irgendwie russische Kollegen fragen
>ob die den Text kennen?
>
>Wer ist eigentlich diese Frau?
google-Suche nach S. A. Yanovskaya liefert u.a.:
Sof'ya Aleksandrowna Yanovskaya (1896-1966), arbeitete über formale
Logik am Lehrstuhl für Logik der philosophischen Fakultät der Moskauer
Staats-Universität M. W. Lomonossow
http://www.msu.ru/
http://www.msu.ru/english/
http://www.logic.ru/Engl/depart/index.html
und über Mathematikgeschichte am Institut für Geschichte der Wissenschaft
und Technik der (Sowjetischen/Russischen) Akademie der Wissenschaften
in Moskau:
http://www.ihst.ru/
http://www.ihst.ru/Math_section-e.htm
In St-Andrews sind drei historische Aufsätze von ihr zitiert, über ägyptische
Brüche und über den Satz von Rolle ...
In
http://homepages.ed.ac.uk/pmilne/ml/home.html --> Vol. 6 (1996) sind
eine ganze Menge Erinnerungsaufsätze (engl. Abstracts) anläßlich ihres
hundertsten Geburtstags.
In
http://www.cc.jyu.fi/~rakahu/kirjasto.html ist ein Aufsatz von Ernst
--> Kol'man und ihr über "Hegel und die Mathematik" (englisch)
Mehr konnte ich bisher nicht herausfinden ...
>Sie muss offensichtlich eine herausragende Stellung innerhalb der KPDSU
>gehabt haben. Zumindest finde ich in weiteren Büchern auch noch Lobeshymnen.
>Steht dahinter eine der unseligen Geschichten des Stalinismus?
>Wenn auch vieleicht nicht so schlimm wie im Fall Lyssenko in der Genetik?
>
>Soviel erst einmal. Auch wenn hier gerade keine Lösung eines Integrals
>gefragt ist, bin ich doch hoffentlich nicht OT.
Aber nein, in keinster Weise ...
>mfg peter
>
>An Hermann:
>auch der Bergische Mathematiker Daniel Schürmann kommt!
>hoffenlich dauert das nicht auch so lange :-))
Das ich mich darauf freue, hatte ich ja schon gepostet :-)
Grüße
Hermann
--
Ich danke Dir erstmal für die Antwort!
Den Rest erstmal mal
[snip]
Alles relevante (ua. Deine Links) und Zitate aus dem Manuskripten von Marx
Habe ich auf meine HP http://www.pniessen.de.vu/ gestellt.
Hat leider ein wenig gedauert :-(
(Aber in der Weihnachzeit fordert auch die Familie ihr Recht ein.)
Ich sehe schon, es ist wie ich es gesagt habe:
Ein schwieriges und extrem Ideologie belastetes Gebiet!
Die Nummer mit China und Mao aus deinem Link habe ich Mittlerweile gelesen.
So im nachhinein eine vergnügnliche Satire (nicht auf den Autor!).
Und was mich sehr erstaunt: Es existieren doch mehrere Ausgaben dieser angeblich nicht
veröffentlichten Manuskripte! Beginnend Moskau 1936 bis New York 1975. Offenbar hat der Herausgeber
Endemann sehr schlampig gearbeitet! Endlich weiss ich nun auch zumindest das Alter Der Mathemtikerin
Janaskoswka
und das gibt mir, ohne weiteres gefunden zu haben, doch zu denken.
Soll heissen ich muss die Unterstellung die Quellen seien irgendwo geklaut (2. Weltkrieg)
erst einmal fallen lassen.
Ich hoffe das vielleicht der eine oder andere noch etwas beisteuern kann.
Mit freundlichen Grüßen Peter Niessen
--