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Mathe, Informatik und Physik im Studium kombinieren

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Ulrich Thiel

unread,
Dec 29, 2003, 2:40:44 PM12/29/03
to
Hallo!

Ich habe eine Frage zum Studium, weil ich mich in einer Zwickmühle befinde:
Ist es möglich, die drei Fächer Mathematik, Physik und Informatik im
Uni-Studium irgendwie zu kombinieren? Ich habe eigentlich fest vor, Mathe zu
studieren (vielleicht erstmal in Bonn) mit dem Nebenfach Informatik oder
Physik. Das ist mir aber zu einseitig, da ich dann entweder nur Mathematik
und Informatik habe und mir die Physik fehlt, oder ich nur Mathematik und
Physik habe und die Informatik vermisse. Gibt es einen Studiengang, in dem
man die drei Fächer im Mathe-Studium sinnvoll kombinieren kann? Zwar gibt es
an der TU Darmstadt den Studiengang Mathematik mit Schwerpunkt
Naturwissenschaften, aber da steige ich nicht ganz durch und weiß nicht, ob
das wirklich nach meinen Vorstellungen abläuft. Kennt das jemand? Die Idee,
Technomathematik zu studieren, habe ich eigentlich wieder verworfen, da ich
mit den dort möglichen Anwendungsfächern wie Maschinenbau oder auch
Elektrotechnik absolut nichts anfangen kann...Außerdem sollte das auch
möglichst transparent im Grundstudium sein, denn wenn ich Spaß an der
Mathematik habe, ziehe ich das auch gerne "klassisch" durch. Das weiß ich
halt jetz noch nicht.
Bitte um Hilfe!

mfg
Ulrich Thiel


Roland Klug

unread,
Dec 29, 2003, 6:33:38 PM12/29/03
to
Studier doch Physik mit Nebenfach Informatik. Da solltest du genug Mathe
dabei haben (kannst Lineare Algebra und Analysis hören) und von Informatik
hättest afaik immerhin 2 Semester.


Hendrik van Hees

unread,
Dec 30, 2003, 5:25:20 AM12/30/03
to
Roland Klug wrote:

BTW. Man kann als Physikstudent alles hören, was man hören mag. Wenn's
Mathe ist, ist es umso besser. Fangt aber möglichst schnell an zu
studieren, damit Ihr noch auf Diplom studieren könnt. Wenn erst mal der
Bachelor zwingend eingeführt ist, ist das Studium so verschult, daß es
wahrscheinlich keine Freiheiten mehr läßt. Alleiniges Kriterium scheint
ja heute die möglichst kurze Studiendauer zu sein, ein vernünftiger
Kompromiß zwischen Studiendauer und Qualität und Breite der Ausbildung
ist wohl weniger gefragt, wenn es um die Interessen der Frau Bulmahn
und ihrer Länderkollegen geht.

--
Hendrik van Hees Fakultät für Physik
Phone: +49 521/106-6221 Universität Bielefeld
Fax: +49 521/106-2961 Universitätsstraße 25
http://theory.gsi.de/~vanhees/ D-33615 Bielefeld

Ulrich Thiel

unread,
Dec 30, 2003, 10:32:21 AM12/30/03
to
Nee, das behagt mir auch nicht. Ich bin nämlich etwas Physik-dumm und würde
es lieber als Nebenfach haben...

"Roland Klug" <rolan...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:bsqdki$hfk$01$1...@news.t-online.com...

Marc Olschok

unread,
Dec 30, 2003, 11:57:36 AM12/30/03
to
Ulrich Thiel <u-t...@gmx.de> wrote:
> "Roland Klug" <rolan...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:bsqdki$hfk$01$1...@news.t-online.com...
>> Studier doch Physik mit Nebenfach Informatik. Da solltest du genug Mathe
>> dabei haben (kannst Lineare Algebra und Analysis hören) und von Informatik
>> hättest afaik immerhin 2 Semester.
>>
>>
>

> Nee, das behagt mir auch nicht. Ich bin nämlich etwas Physik-dumm und würde
> es lieber als Nebenfach haben...
>

Dann bietet sich Mathe mit Nebenfach X an. Wobei X aus {Informatik, Physik}
im wesentlichen von Deinen Vorlieben bestimmt ist.

Ich hatte waehrend des Studiums den Eindruck, dass die Informatik
(als Studiengang, nicht unbedingt als Wissenschaft) eher als eine
zusammenhanglose Kollektion von Einzeldisziplinen präsentiert wurde.

Daher eignet sie sich vielleicht besser, um "die Rosinen aus dem Kuchen"
zu picken; somit verbliebe Physik als reguläres Nebenfach.

Marc

Axel Stäbler

unread,
Dec 30, 2003, 1:44:44 PM12/30/03
to

"Ulrich Thiel" <u-t...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
> Hallo!
Hi

<snip>


> Technomathematik zu studieren, habe ich eigentlich wieder verworfen, da
ich
> mit den dort möglichen Anwendungsfächern wie Maschinenbau oder auch
> Elektrotechnik absolut nichts anfangen kann...Außerdem sollte das auch

Das hängt mitunter von der Universität ab, ich persönlich studiere in
Karlsruhe Technomathematik mit Nebenfach Physik, das wird hier ganz
regulär angeboten und in Kaiserslautern, wenn ich mich richtig
entsinne, z.B. ebenso.

> möglichst transparent im Grundstudium sein, denn wenn ich Spaß an der
> Mathematik habe, ziehe ich das auch gerne "klassisch" durch. Das weiß ich
> halt jetz noch nicht.

Soweit ich das hier mitbekommen habe, stellt es kein größeres Problem
dar, während des Vordiploms zu Diplommathematik zu wechseln

> Bitte um Hilfe!
Hoffe geholfen zu haben

> mfg
> Ulrich Thiel
Gruss
Axel


Florian Schaudel

unread,
Dec 30, 2003, 1:40:14 PM12/30/03
to
"Ulrich Thiel" <u-t...@gmx.de> wrote in
news:bspvrn$7dp4$1...@ID-59098.news.uni-berlin.de:

> Ich habe eine Frage zum Studium, weil ich mich in einer Zwickmühle
> befinde: Ist es möglich, die drei Fächer Mathematik, Physik und
> Informatik im Uni-Studium irgendwie zu kombinieren?

Imho solltest Du Mathe mit Nebenfach Physik studieren und Informatik so
mitmachen.

Zur Begründung:

- Zunächst mal entscheidest Du Dich mW bei den meisten Unis erst offiziell
für ein Nebenfach, wenn Du Dich zum Vordiplom anmeldest, also nach ca 1,5
Jahren. Vorher interessiert keinen Menschen, was Du wo wann hörst und ob Du
einen Schein machst, oder nicht.

- Im Grundstudium kannst Du deswegen problemlos (geistige Aufnahmefähigkeit
vorausgesetzt, aber die ist im Info-Grundstudium eh nicht allzu notwendig)
alles drei parallel fahren. Erst wenn in Physik die Praktika anfangen, die
tlw. sehr zeitaufwändig sind -zumindest, wenn man in den Semesterferien
auch was anderes machen will ;-))- musst Du Dich entscheiden.

- Es hat sich herumgesprochen, dass man bei Informatik im Nebenfach nicht
sonderlich viel mehr lernt, als einigermaßen strukturiert zu Programmieren
(ja, BDDs natürlich auch...) Das wird aber vonb Mathematikern und Physikern
ohnehin erwartet. Deswegen ist vom Zukunfts-Standpunkt aus gesehen, das
Nebenfach Informatik am wenigsten wert - ich lass jetzt mal dahin gestellt,
in wie weit dies gerechtfertigt ist.

Gruss, Florian

Ulrich Thiel

unread,
Dec 30, 2003, 2:38:22 PM12/30/03
to
> Das hängt mitunter von der Universität ab, ich persönlich studiere in
> Karlsruhe Technomathematik mit Nebenfach Physik, das wird hier ganz
> regulär angeboten und in Kaiserslautern, wenn ich mich richtig
> entsinne, z.B. ebenso.

Das habe ich wohl übersehen. Klingt interessant. Ist das eigentlich
aufwendiger, als ein normales Mathestudium mit Nebenfach?? Inwiefern
unterscheidet sich denn die Vorlesung "Physik für Informatiker" von den
"normalen" Physikvorlesungen? Ich habe nämlich irgendwo mal gelesen, dass in
den Physikvorlesungen für Nebenfächer nicht mehr geboten werden soll als in
einem LK. Kann das sein? Ich kann mir das kaum vorstellen...
Und dann noch etwas: Ich habe gesehen, dass beim Mathe-Diplomstudiengang in
Bonn keine Statistik im Grundstudium gemacht werden muss. Sehe ich das
richtig? Und kann mir hier auch jemand sagen, wie das mit der TU Darmstadt
aussieht?

Roland Klug

unread,
Dec 30, 2003, 4:35:11 PM12/30/03
to
Ulrich Thiel schrieb:

> Inwiefern unterscheidet sich denn die Vorlesung
> "Physik für Informatiker" von den "normalen"
> Physikvorlesungen? Ich habe nämlich irgendwo mal
> gelesen, dass in den Physikvorlesungen für Nebenfächer
> nicht mehr geboten werden soll als in einem LK.

In Karlsruhe ist es so, dass Physik als Nebenfach zu Informatik über 2
Semester geht. Mehr als im LK ist es auf jeden Fall, denn man macht solche
Dinge wie Maxwell Gleichung, Schroedinger Gleichung etc. die im LK wohl
nicht wirklich ausführlich behandelt wurden sicherlich die mathematischen
Grundlagen fehlten. Aber ich glaube viel mehr ist es auch nicht.

Roland


Marc

unread,
Jan 1, 2004, 6:23:19 PM1/1/04
to
Hallo,

> <snip>
> > Technomathematik zu studieren, habe ich eigentlich wieder verworfen, da
> ich
> > mit den dort möglichen Anwendungsfächern wie Maschinenbau oder auch
> > Elektrotechnik absolut nichts anfangen kann...Außerdem sollte das auch
> Das hängt mitunter von der Universität ab, ich persönlich studiere in
> Karlsruhe Technomathematik mit Nebenfach Physik, das wird hier ganz
> regulär angeboten und in Kaiserslautern, wenn ich mich richtig
> entsinne, z.B. ebenso.

Das stimmt auch für Kaiserslautern, wo das Grundstudium eigentlich das
gleiche ist wie bei Diplom-Mathe mit Nebenfach Physik (mit ein bis
zwei Programmierkursen oder Info-Vorlesungen vielleicht).

> > möglichst transparent im Grundstudium sein, denn wenn ich Spaß an der
> > Mathematik habe, ziehe ich das auch gerne "klassisch" durch. Das weiß ich
> > halt jetz noch nicht.

In Kaiserslautern sind die Studiengänge so angelegt, dass man sich bis
zum Vordiplom eigentlich alle Möglichkeiten offenhält. Zwischen Mathe
mit Nebenfach Physik und Technomathe kann man problemlos wechseln, mit
etwas Mehrarbeit kann man sich auch den Wechsel zur Diplom-Physik
offenhalten. Es ist sogar möglich nach dem Vordiplom sein Nebenfach
nochmal zu wechseln (z.B. auf Informatik, Wirtschaft oder
Philosophie). Ich würde mal schätzen, dass 70-80% der anfänglich
Unentschlossenen in meinem Bekanntenkreis (mich eingeschlossen) sich
später für das "normale" Mathematikstudium entschieden haben.

Ich rate dir auf jeden Fall, dir am Anfang noch mehrere
Wahlmöglichkeiten offenzuhalten (das sollte eigentlich an fast allen
Unis in den ersten Semestern
möglich sein).

Schöne Grüße und viel Spaß beim Studium,
Marc

Ulrich Thiel

unread,
Jan 2, 2004, 2:02:18 PM1/2/04
to
> In Kaiserslautern sind die Studiengänge so angelegt, dass man sich bis
> zum Vordiplom eigentlich alle Möglichkeiten offenhält. Zwischen Mathe
> mit Nebenfach Physik und Technomathe kann man problemlos wechseln, mit
> etwas Mehrarbeit kann man sich auch den Wechsel zur Diplom-Physik
> offenhalten. Es ist sogar möglich nach dem Vordiplom sein Nebenfach
> nochmal zu wechseln (z.B. auf Informatik, Wirtschaft oder
> Philosophie). Ich würde mal schätzen, dass 70-80% der anfänglich
> Unentschlossenen in meinem Bekanntenkreis (mich eingeschlossen) sich
> später für das "normale" Mathematikstudium entschieden haben.

In Kaiserslautern gefällt es mir nicht, dass ich beim Studiengang
Technomathematik nur technische Physik als Nebenfach wählen kann. Ich würde
z.B. im Hauptstudium lieber theoretische Physik hören, weil ich das (so
glaube ich jetzt noch unwissend) besser kann und mich das vor allem viel
mehr interessiert.

Als Alternative habe ich mich gerade über den Studiengang Mathematik mit
Ausrichtung wissenschaftliches Rechnen in Heidelberg informiert. Da kann ich
eigentlich so studieren, wie mir das gefällt, aber da ergibt sich gleich das
nächste Problem: Da hier Informatik dazukommt, bleibt natürlich Mathematik
und Physik als Nebenfach etwas auf der Strecke und deshalb weiß ich nicht,
wie man sich da eigentlich spezialisieren kann. Irgendwie habe ich den
Eindruck, dass das nichts Halbes und nichts Ganzes ist...

> Ich rate dir auf jeden Fall, dir am Anfang noch mehrere
> Wahlmöglichkeiten offenzuhalten (das sollte eigentlich an fast allen
> Unis in den ersten Semestern
> möglich sein).

Was hätte ich denn eigentlich davon, wenn ich ganz normal Mathe mit
Nebenfach Physik studiere und mir aber zusätzlich noch ein paar
"Informatikscheine" hole, falls das zeitlich klappt. Wird das irgendwie
angerechnet?


Robert W. Kuhn

unread,
Jan 2, 2004, 2:12:58 PM1/2/04
to
Ulrich Thiel <u-t...@gmx.de> wrote:

> In Kaiserslautern gefällt es mir nicht, dass ich beim Studiengang
> Technomathematik nur technische Physik als Nebenfach wählen kann. Ich würde
> z.B. im Hauptstudium lieber theoretische Physik hören, weil ich das (so
> glaube ich jetzt noch unwissend) besser kann und mich das vor allem viel
> mehr interessiert.

Dann gehe doch da hin. Wäre ja dann zusätzlich, war aber in unserem
Studiengang (Vermessungswesen) durchaus nicht ungewöhnlich. Sieht auch
immer bei Bewerbungen gut aus, wenn man was freiwillig zusätzlich
gemacht hat.

Tschau - Robert
--
vertrau
voraus voraus

Marc

unread,
Jan 2, 2004, 5:48:22 PM1/2/04
to
Hallo,

> In Kaiserslautern gefällt es mir nicht, dass ich beim Studiengang
> Technomathematik nur technische Physik als Nebenfach wählen kann. Ich würde
> z.B. im Hauptstudium lieber theoretische Physik hören, weil ich das (so
> glaube ich jetzt noch unwissend) besser kann und mich das vor allem viel
> mehr interessiert.

Schlimm, dass das anscheinend immer noch so in den Info-Broschüren
steht!
Das "technische" kannst du getrost überlesen bzw. durch "theoretische"
ersetzen (Ich gehe davon aus, dass man das nur geschrieben hat, um das
Nebenfach Physik zu "rechtfertigen").
Die Realität sieht so aus, das (fast) alle Mathe-Studenten in KL im
Nebenfach theoretische Physik machen (das passt ja auch sehr gut zum
Mathe-Studium).
Im Grundstudium hört man in Physik "Experimentalphysik I und II" sowie
"Theoretische Physik I (Mechanik)". Die meisten machen dann im
Hauptstudium "Theor.Phy. II (Elektrodynamik)" (bereits im 4.Semester)
und dann "Theor.Phy. III (Quantenmechanik)" (5.Sem.).
Die Wahl der Prüfungsfächer im Hauptstudium steht einem aber völlig
frei, d.h. man kann JEDE Hauptstudiums-Vorlesung prüfen lassen, die
einem gefällt (was für mich einen der größten Vorteile des
Mathe-Studiums bedeutet, verglichen mit anderen Fächer in denen man
noch im 8.Semester Pflichtveranstaltungen auf den Stundenplan gesetzt
bekommt).
Schau dir ruhig mal die Diplomprüfungsordnungen deiner Wunsch-Unis
durch, denn da steht ja genau drin, was dich erwartet.

Schöne Grüße,
Marc

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