Am 09.10.2016 um 17:10 schrieb Oliver Jennrich:
> Allerdings hat nicht jede Kombination die gleiche Gewinnerwartung -
> 'beliebte' Zahlenkombinationen werden häufiger getippt. Und weil beim
> Lotto kein fester Betrag ausgezahlt wird sondern ein *Anteil* (außer in
> Gewinnklasse 9, '2 Richtige und Superzahl', da sind es immer 5 Euro),
> also z.B. für 6 Richige im Mittel 7.4% der Einsäte, und dieser Anteil
> nich durch die Anzahl der Gewinner geteilt wird, sollte man also auf die
> 'unbeliebteste' Zahlenkombination setzen.
>
> Die Wahrscheinlichkeit, 6 Richtige zu bekommen, bleibt unverändert, aber
> man bekommt das meiste Geld ausbezahlt.
Da die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kombination nur von wenigen Leuten
getippt wird, durchaus nicht für alle Kombinationen gleich hoch ist,
lohnt es sich, da -- und nur da -- Gehirnschmalz zu investieren.
Regelmäßige Kombinationen (wie die senkrechte Reihe, die bei den hier
veröffentlichen Daten ganz oben auf dem Siegertreppchen stand) werden
offenbar häufiger getippt, obwohl sie für den Statistik-Laien
unwahrscheinlicher aussehen. Kombinationen, die Geburtstage sein können,
ebenfalls, aber Kombinationen nur aus Nicht-Geburtstagszahlen ebenso
wegen der Geburtstagszahlen-Vermeider. Also ist eine gemischte Strategie
gefragt. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit fehlerhafter Kombinationen ist
(also etwa 5 in einer Reihe mit einem Loch, und der sechste irgendwo),
lässt sich ohne Daten schwer sagen: die befriedigt weder die
Regelmäßig-Tipper noch die Unwahrscheinlich-aussehen-Tipper. Aber da
kann man sich täuschen. Will mans wirklich nutzen, muss man Daten
tatsächlichen Tippverhaltens haben und seine tipppsychologischen
Hypothesen daran testen.
Dass man damit die Chancen so erhöht, dass man im Schnitt gewinnt, glaub
ich nicht, aber man kann sicher die Höhe seines Gewinns für den sehr
unwahrscheinlichen Fall optimieren, dass man was gewinnt.
--
Helmut Richter