Dr. Andreas J. Bittner schrieb:
> Hallo Ulrich,
>
> sorry for TOFU, aber danke fᅵr die sehr ausfᅵhrliche Erklᅵrung, ich hab
> sie gelesen, so einigermaᅵen verstanden und werde mich noch ausfᅵhrlich
> damit beschᅵftigen.
>
> Spannend finde ich, daᅵ auch bei dem "Abstand" 2 (1. und 3. statt 2.
> Ziffer vertauscht) genau das gleiche rauskommt, ich hᅵtte vermutet, daᅵ
> das von der Stelle (1er, 10er, 100er,...) abhᅵngt.
Warum "ich hᅵtte vernutet" bzw warum im Konjunktiv?
Das klingt so nach nachtrᅵglichem Anzweifeln.
Die Vermutung ist doch richtig, denn von den Stellenwerten der
vertauschten Ziffern hᅵngt es ja unter anderem auch ab.
Anders ausgedrᅵckt:
In meinem letzten Posting habe ich lediglich die Gleichung
|d| / (10^(X-1) - 10^(x-1) ) = |a -b| ; 0 <= a < 10 ; 0 <= b < 10 ; X > x (Gleichung 3).
dafᅵr angegeben, wie man in Abhᅵngigkeit
- vom Betrag der Differenz d zwischen Kontostand (Bank) und
Kontostand (Buchhaltung)
- von den mit X und x bezeichneten _Stellenwerten_ der das Tauschpaar
bildenden Ziffern (wobei der Grossbuchtabe andeuten sollte, dass es
sich um die "hᅵherwertige" Stelle handelt)
den (auch mit k bezeichneten) Betrag |a -b| der Differenz zwischen den
Werten a und b zweier vertauschter Ziffern berechnen kann.
[ Zu den das Tauschpaar bildenden Ziffern gehᅵren also die Werte
a und b und bezogen auf die Zahl(en), zu der diese Ziffern gehᅵren, die
Stellenwerte X und x.]
Wenn man diesen (auch mit k bezeichneten) Betrag berechnet hat,
kann man alle Fᅵlle bzw alle zu den Stellenwerten X und x gehᅵrenden
Ziffernpaare a,b mit |a -b| = k auflisten.
Im ersten von Dir gegebenen Fall |d| = 18, x=1, X=2 hat sich |a -b| = k = 2
ergeben und um mᅵgliche "Zahlendreher" zu erhalten, galt es, alle Ziffernpaare
a,b mit |a -b| = 2 aufzulisten.
Im zweiten von Dir gegebenen Fall war von Dir "die Sache anders herum
aufgezogen", denn hier hast Du mit 123 <-> 321 nicht irgendwelche
Differenzen, sondern direkt den Zahlendreher und damit das Tauschziffernpaar
a,b und damit den Betrag |a -b| der Differenz der Werte des Tauschziffenpaares
vorgegeben.
Dabei wurde eben die erste mit der dritten Ziffer vertauscht, also X=3, x=1
und es wurde ausserdem die Ziffer mit dem Wert 3 mit der Ziffer mit dem
Wert 1 vertauscht bzw, da |3 -1| = 2, von vorneherein ein Ziffernpaar a,b
herausgepickt mit |a -b| = k = 2 .
Deine Vorgabe war also von vorneherein ein Fall mit |a -b| = k = 2 .
Was ich hier getan habe, war, aufzeigen, wie man auf mᅵgliche Zahlendreher
kommt, wenn man statt des Zahlendrehers nur die sich ergebende Differenz |d|
mit |d| = |321 - 123| = 198 kennt. Aber da man hier ja von einem Fall mit
|a -b| = k = 2 ausgegangen war, ist es eigentlich nicht verwunderlich, sondern
zu erwarten, auch hier dahin zu kommen, alle Ziffernpaare a,b mit |a -b| = k =2
auflisten zu mᅵssen. Jedenfalls hᅵtte ich unter den gegebenen Voraussetzungen
alles andere beᅵngstigend gefunden ;-)
Was mich fasziniert hat, war, wie Klaus-R. Loeffler aufgezeigt hat, wie das
Problem mit den Zahlendrehern mit der Theorie der Kongruenzen verknᅵpft ist.
Es ist nᅵmlich so, dass die Zahl 10 und die Zahl 1 bezogen auf die Division durch 9
den selben Rest, nᅵmlich 1, haben.
Man schreibt dafᅵr 10 = 1 (mod 9) .
Mit
10 = 1 (mod 9) gilt mit m in {0 und N} auch:
10^m = 1^m (mod 9) und mit a in {0 und N} auch:
a*(10^m) = a*(1^m) (mod 9) und auch:
Summe_{k=1..n}{a_k*(10^(m_k))} = Summe_{k=1..n}{a_k*(1^(m_k))} (mod 9)
bzw kᅵrzer:
P(10) = P(1) (mod 9) .
In Worten:
Im Stellenwertsystem zur Basis 10 haben (durch Ziffern a_k dargestellte)
Zahlen bezogen auf die Division durch 9 den selben Rest wie ihre Quersummen.
Daraus wiederum folgt:
Wenn bei zwei Zahlen die Quersumme gleich ist, haben sie bezogen auf die
Division durch 9 den selben Rest.
Die Differenz zweier Zahlen, die bezogen auf die Division durch 9 den selben Rest
haben, ist restlos durch 9 teilbar.
( Beispiel:
<Zahl 1> und <Zahl 2> haben beide bezogen auf die Division durch 9 den Rest r.
Man kann ansetzen: <Zahl 1> = U*9 + r ; <Zahl 2> = V*9 + r ;
<Zahl 1> - <Zahl 2> = U*9 + r - V*9 + r = U*9 - V*9 = (U-V) * 9 . )
Wenn sich die Dezimaldarstellungen zweier Zahlen nur dadurch unterscheiden, dass
Ziffern miteinander vertauscht sind, dann haben sie die selbe Quersumme und somit
bezogen auf die Division durch 9 den selben Rest und somit ist ihre Differenz
restlos durch 9 teilbar.
Bei einem Zahlendreher macht diese Differenz auch die Differenz zwischen
Kontostand (Bank) und Kontostand (Buchhaltung) aus.
Umkehrschluss:
Wenn die Differenz zwischen Kontostand (Bank) und Kontostand (Buchhaltung)
nicht restlos durch 9 teilbar ist, ist ausgeschlossen, dass ihr Zustandekommen
nur "Zahlendrehern" zu "verdanken" ist.
Ulrich