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Mathematiker sind bessere Informatiker?

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John Smith

unread,
Apr 9, 2004, 2:40:09 PM4/9/04
to
Hi!

Ich hatte bis vor kurzem eigentlich vor, Informatik zu studieren.
Interessiert hat mich daran immer die "angewandte Mathematik" und Dinge wie
Simulation usw. (der technische Teil ist zwar auch interessant, aber ich bin
eher der Mathematik zugeneigt). Nun habe ich mir das aber noch einmal durch
den Kopf gehen lassen und bemerkt, dass es eigentlich Blödsinn ist,
Informatik zu studieren, wenn mein Interesse eher bei
theoretischen/mathematischen Dingen liegt (auch wenn ich leider kein
Mathematik-Genie bin). Ist es da denn nicht eigentlich sinnvoller Mathematik
mit Informatik als Nebenfach zu studieren? Als Informatiker endet man
letztendlich irgendwie immer als Programmierer. Das ist mir aber zu wenig.
Sind Mathematiker da nicht besser/flexibler (also für den Bereich, der mich
interessiert)? Programmieren können die auch. Wird das von Firmen, die sonst
Informatiker einstellen auch so gesehen?
Sagt mir mal eure Meinung dazu!


Christoph

unread,
Apr 9, 2004, 3:56:09 PM4/9/04
to
"John Smith" <j.s...@gmx.net> wrote in
news:c56qm5$2p87rf$1...@ID-59098.news.uni-berlin.de:

Hallo,

ich bin zur Zeit noch in der 11. Klasse und habe somit noch etwas Zeit mir
einen Studiegang zu überlagen. Allerdings tendiere ich auch stark zur
Informatik. Mich würde nun interessieren, wie weit Mathematik im
Informatikstudium hilft.

Insofern ein toller Post, gutes Thema...

mfg
Christoph

Stefan Rueping

unread,
Apr 9, 2004, 6:17:09 PM4/9/04
to
John Smith wrote:
> den Kopf gehen lassen und bemerkt, dass es eigentlich Blödsinn ist,
> Informatik zu studieren, wenn mein Interesse eher bei
> theoretischen/mathematischen Dingen liegt (auch wenn ich leider kein
> Mathematik-Genie bin).

Ich fürchte, du hast falsche Vorstellungen von Mathematik und
Informatik. Zunächst mal: ich weiß nicht, wie ich deine Aussage mit dem
Mathematik-Genie interpretieren soll, aber wenn dir Mathematik nicht
wirklich liegt, dann ist ein Mathe-Studium eine sehr schlechte Idee
(auch wenn man die Schulmathematik nicht mit der richtigen Mathematik
verwechseln darf).
Zweitens darfst du ein Informatikstudium nicht mit "Programmieren
lernen" verwechseln. Die Informatik besitzt einen großen theoretischen
Teil, in den du dich beliebig vertiefen kannst. Im Grundstudium wirst du
außerdem um diverse Mathematik-Vorlesungen nicht herumkommen.

> Als Informatiker endet man
> letztendlich irgendwie immer als Programmierer.

Das ist zum einen falsch und zum anderen arbeitet ein Großteil der
Absolventen in Mathematik und Physik ebenfalls in der IT-Branche. Reine
Mathematiker-Jobs sind außerhalb der Uni nun mal dünn gesät. Das darf
man aber auch nicht mit einem Programmierer-Job verwechseln.

> Sind Mathematiker da nicht besser/flexibler (also für den Bereich, der mich
> interessiert)? Programmieren können die auch.

Also _da_ kann man geteilter Meinung sein. Ich habe da schon Programme
gesehen, wo jeder Informatik-Student ein bis zwei Abstraktionsebenen
höher angefangen hätte...

> Wird das von Firmen, die sonst
> Informatiker einstellen auch so gesehen?

Das ist immer so eine Frage... Ich denke, das hängt vor allem davon ab,
was der Vorgesetzte selbst studiert hat und wie sich der letzte
Informatiker / Mathematiker / sonstwas in der Firma angestellt hat. Und
wie weit du beruflich aufsteigst bzw. ob du an einem einfachen
Programmierer-Job hängen bleibst, hängt sowieso vor allem von deinen
Leistungen im Job ab und nicht von dem, was du studiert hast.


Tschüss,

Stefan Rüping

--
*VORSICHT* Meine Nachrichten könnten Ironie enthalten.

Marc

unread,
Apr 9, 2004, 8:39:17 PM4/9/04
to
Hallo John Smith (hi hi!),

> Ich hatte bis vor kurzem eigentlich vor, Informatik zu studieren.
> Interessiert hat mich daran immer die "angewandte Mathematik" und Dinge wie
> Simulation usw. (der technische Teil ist zwar auch interessant, aber ich bin
> eher der Mathematik zugeneigt). Nun habe ich mir das aber noch einmal durch
> den Kopf gehen lassen und bemerkt, dass es eigentlich Blödsinn ist,
> Informatik zu studieren, wenn mein Interesse eher bei
> theoretischen/mathematischen Dingen liegt (auch wenn ich leider kein
> Mathematik-Genie bin). Ist es da denn nicht eigentlich sinnvoller Mathematik
> mit Informatik als Nebenfach zu studieren?

Ich studiere Mathe mit Nebenfach Info und bin sehr zufrieden damit.
Wenn du angewandte Mathematik magst, ist vielleicht Technomathematik das
Richtige für dich. Da studiert man Mathe mit technischem Nebenfach (Physik,
E-Technik, Maschbau) und Informatik.
Meiner Meinung nach ist das ein sehr interessantes Studium, auch wenn ich
selber eher zur "reinen" Mathematik neige.
Man muss fairerweise sagen, dass die Informatiker (jedenfalls die guten; es
gibt ziemlich viele Nieten, die Info studieren...) wesentlich besser in
Computerdingen sind (und damit wohl für viele Berufe besser qualifiziert
sind).
Ich denke aber, dass die im Mathe-Studium vermittelten Fähigkeiten (logisches
Denken, Problemlösungsfähigkeiten, Abstraktion) sehr nützlich sind und
dir später evtl. viel bringen.
Ich weiß nicht, was du meinst, wenn du sagst, dass du kein Mathe-Genie bist,
aber sowohl das Mathe- als auch das Info-Studium erfordern ein hohes Maß an
mathematischem Verständnis ohne das du mit großer Wahrscheinlichkeit
Schwierigkeiten haben wirst.
Wenn ich persönlich nochmal entscheiden müsste, würde ich vor allem danach
gehen, was mich am meisten interessiert.

Schöne Grüße,
Marc

David Kastrup

unread,
Apr 10, 2004, 8:48:03 AM4/10/04
to
"John Smith" <j.s...@gmx.net> writes:

> Ich hatte bis vor kurzem eigentlich vor, Informatik zu studieren.
> Interessiert hat mich daran immer die "angewandte Mathematik" und
> Dinge wie Simulation usw. (der technische Teil ist zwar auch
> interessant, aber ich bin eher der Mathematik zugeneigt). Nun habe
> ich mir das aber noch einmal durch den Kopf gehen lassen und
> bemerkt, dass es eigentlich Blödsinn ist, Informatik zu studieren,
> wenn mein Interesse eher bei theoretischen/mathematischen Dingen
> liegt (auch wenn ich leider kein Mathematik-Genie bin).

Prust. Wenn Komplexitätstheorie, Graphentheorie, generative
Grammatiken, Parserklassen etc etc nicht theoretisch/mathematisch
sein sollen, dann weiß ich nicht, was diese Bezeichnung verdiente.

> Ist es da denn nicht eigentlich sinnvoller Mathematik mit Informatik
> als Nebenfach zu studieren?

Wenn Du kein "Mathematikgenie" bereits in der Schule bist, dann wirst
Du im Studium keinen Fuß auf die Erde kriegen. Das wird schon in
Informatik hart genug werden. Um Deine Analysis-Scheine kannst Du
Dich nicht drücken.

> Als Informatiker endet man letztendlich irgendwie immer als
> Programmierer.

Als Mathematiker übrigens auch. Es ist nur eine ganz dünne
Spitzenschicht, die überhaupt eine Chance hat, nach ihrem Studium in
einem theorielastigen Fach eine dem eigentlichen Studienziel
entsprechende Tätigkeit aufzunehmen. In 90% der Fälle bescheinigt Dir
Dein Diplom zwar Grundkenntnisse in der Nähe eines Themengebietes,
aber vornehmlich Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, sich in eine
Aufgabe einzuwühlen.

> Das ist mir aber zu wenig. Sind Mathematiker da nicht
> besser/flexibler (also für den Bereich, der mich interessiert)?

Bis jetzt hast Du keinen Bereich genannt, der Dich interessierte.

> Programmieren können die auch. Wird das von Firmen, die sonst
> Informatiker einstellen auch so gesehen?

Firmen stellen zunächst einmal fähige Leute ein. Wenn Du nicht die
nötigen Fähigkeiten hast, bist Du nicht interessant. Welches
Studienfach Du hattest ist _gerade_ bei Mathematikern meist völlig
egal. Bei Physikern oder Ingenieuren ist manchmal noch der Vorteil,
daß durch die Abschlußarbeit schon eine Vorbelastung in der
Anforderung für eine bestimmte Stelle existiert. Das ist bei
Mathematikern eher nur bei Hochschulkarrieren der Fall.

--
David Kastrup, Kriemhildstr. 15, 44793 Bochum

Ulrich Thiel

unread,
Apr 10, 2004, 9:13:33 AM4/10/04
to
Mich interessiert die Frage eigentlich auch. Ist es denn nun egal, ob man
Informatik oder Mathematik studiert, wenn man nicht nur die
wissenschaftliche Karriere im Blick hat? Für Informatiker stehen die
Berufschancen deutlich besser, würde ich sagen. Aber was machen die denn
bitte in der Wirtschaft anderes als Softwareentwicklung (um den Begriff
Programmieren mal etwas anzuheben)?? Dann ist das doch schon quasi das
Schicksal eines Informatikers. Und deshalb sollte man sich doch lieber der
Mathematik widmen!? Keine Ahnung... :)

--
[replace "x" by "u-thiel" if you want to reply by email]
"David Kastrup" <d...@gnu.org> wrote in message
news:x5vfk8d...@lola.goethe.zz...

Ulrich Thiel

unread,
Apr 10, 2004, 10:29:04 AM4/10/04
to
Und in Darmstadt gibt es übrigens Mathematik mit Schwerpunkt Informatik. Da
hat man im Hauptstudium ein Verhältnis von Mathematik : Informatik = 1:1!

--
[replace "x" by "u-thiel" if you want to reply by email]

"Ulrich Thiel" <x...@gmx.de> wrote in message
news:c58rtn$2p2l5k$1...@ID-59098.news.uni-berlin.de...

Stefan Rueping

unread,
Apr 10, 2004, 3:54:20 PM4/10/04
to
Ulrich Thiel wrote:
> Mich interessiert die Frage eigentlich auch. Ist es denn nun egal, ob man
> Informatik oder Mathematik studiert, wenn man nicht nur die
> wissenschaftliche Karriere im Blick hat?

Ganz einfach: das, was dir besser gefällt. Dann fällt dir das Lernen
leichter, du bekommst bessere Noten, bist schneller mit dem Studium
fertig und das hilft dir, einen guten Job zu kriegen. Wenn dir beides
gleich gut gefällt, lohnt es sich meiner Meinung nach, Informatik zu
studieren. Die Chancen, dass du da irgendwas lernst, was du später
gebrauchen kannst, sind da etwas besser.

> Für Informatiker stehen die
> Berufschancen deutlich besser, würde ich sagen.

Und warum würdest du das sagen?

> Aber was machen die denn
> bitte in der Wirtschaft anderes als Softwareentwicklung (um den Begriff
> Programmieren mal etwas anzuheben)??

Statt selber zu programmieren zum Beispiel entscheiden, was andere Leute
wie programmieren sollen. :-)


Tschüss,

Stefan Rüping


P.S.: Guck dir doch bitte mal die Seite http://www.got.to/quote an,
deine Nachrichten sind sehr schlecht zu lesen.

Walter H.

unread,
Apr 10, 2004, 4:27:39 PM4/10/04
to
Stefan Rueping wrote:

> > Für Informatiker stehen die
> > Berufschancen deutlich besser, würde ich sagen.
>
> Und warum würdest du das sagen?

Meist sitzen an Stellen wo Mathematiker das sagen haben sollten
BWL-Absolventen;

Informatiker haben angeblich das breitgefächertere Wissen und sind damit in der
Wirtschaft beliebter;

> > Aber was machen die denn
> > bitte in der Wirtschaft anderes als Softwareentwicklung (um den Begriff
> > Programmieren mal etwas anzuheben)??
>
> Statt selber zu programmieren zum Beispiel entscheiden, was andere Leute
> wie programmieren sollen. :-)

das was ja, aber das wie lass bitte dem Programmierer selbst entscheiden, sonst
kommt noch so ein Quark wie mit BASIC ein "Operating System for Embedded
Systems" zu stricken heraus ;-)

Gruß,
Walter

Ulrich Thiel

unread,
Apr 11, 2004, 5:42:23 AM4/11/04
to
"Stefan Rueping" <rue...@europa.prima.de> wrote in message
news:c59jdc$2t9$1...@europa.prima.de...

> Ganz einfach: das, was dir besser gefällt. Dann fällt dir das Lernen
> leichter, du bekommst bessere Noten, bist schneller mit dem Studium
> fertig und das hilft dir, einen guten Job zu kriegen. Wenn dir beides
> gleich gut gefällt, lohnt es sich meiner Meinung nach, Informatik zu
> studieren. Die Chancen, dass du da irgendwas lernst, was du später
> gebrauchen kannst, sind da etwas besser.

Ich denke, ich werde mich an die "Mathematik mit Schwerpunkt Informatik"
halten. Die Gewichtung 1:1 im Hauptstudium gefällt mir sehr gut.

> > Für Informatiker stehen die
> > Berufschancen deutlich besser, würde ich sagen.
>
> Und warum würdest du das sagen?

Rein subjektiv intuitiv. Haben Mathematiker nicht eher das Ansehen eines
verückten und realitätsfernen Menschen? Könnte mir aber gefallen... ;)
Also wenn das nicht so ist, würde ich mich natürlich noch mehr freuen! Aber
ich kann das nicht beurteilen...

> Statt selber zu programmieren zum Beispiel entscheiden, was andere Leute
> wie programmieren sollen. :-)

Genau darin sehe ich immer das Problem: Steigt man in seinem Beruf auf,
bekommt man natürlich mehr Geld. Jedoch hat man antiproportional dazu immer
weniger mit dem zu tun, was einem eigentlich Spaß macht und was man im
Studium gemacht hat (oder was darauf aufbaut).

> P.S.: Guck dir doch bitte mal die Seite http://www.got.to/quote an,
> deine Nachrichten sind sehr schlecht zu lesen.

Ich hoffe, es war besser...


Thomas Nordhaus

unread,
Apr 11, 2004, 5:52:15 AM4/11/04
to
"Ulrich Thiel" <x...@gmx.de> schrieb:

>"Stefan Rueping" <rue...@europa.prima.de> wrote in message

>> Statt selber zu programmieren zum Beispiel entscheiden, was andere Leute


>> wie programmieren sollen. :-)
>
>Genau darin sehe ich immer das Problem: Steigt man in seinem Beruf auf,
>bekommt man natürlich mehr Geld. Jedoch hat man antiproportional dazu immer
>weniger mit dem zu tun, was einem eigentlich Spaß macht und was man im
>Studium gemacht hat (oder was darauf aufbaut).

Aber vielleicht macht dir, z.B. nach Jahren der Softwareentwicklung,
genau *das* Spass: Projekte zu planen und zu leiten, in denen du
bestimmte Visionen umsetzen kannst. Du hast dann den Durchblick.
Weisst, was gemacht werden muss, dass es funktioniert (nicht unbedingt
wie). Kannst die Leute begeistern. Sie akzeptieren dich, weil sie
wissen, dass du Ahnung hast...

Ich rede jetzt nicht von Verwaltungsjobs, die sich mehr mit Budgets
und Politik rumschlagen müssen. Diese Leute musst *du* dann überzeugen
können, dass sie das Geld rausrücken und ein gutes Wort in den Gremien
oben für das Projekt einlegen.

Thomas

Ulrich Thiel

unread,
Apr 11, 2004, 6:04:51 AM4/11/04
to

"Thomas Nordhaus" <thnor...@yahoo.de> wrote in message
news:9q4i70ljk6e3jou1s...@4ax.com...

> Aber vielleicht macht dir, z.B. nach Jahren der Softwareentwicklung,
> genau *das* Spass: Projekte zu planen und zu leiten, in denen du
> bestimmte Visionen umsetzen kannst. Du hast dann den Durchblick.
> Weisst, was gemacht werden muss, dass es funktioniert (nicht unbedingt
> wie). Kannst die Leute begeistern. Sie akzeptieren dich, weil sie
> wissen, dass du Ahnung hast...

Vielleicht doch lieber Physik studieren, damit das garnicht erst passiert...
;-)

Markus Keppeler

unread,
Apr 11, 2004, 6:19:50 AM4/11/04
to
Ulrich Thiel wrote:
>>>Für Informatiker stehen die
>>>Berufschancen deutlich besser, würde ich sagen.
>>
>>Und warum würdest du das sagen?
>
> Rein subjektiv intuitiv. Haben Mathematiker nicht eher das Ansehen eines
> verückten und realitätsfernen Menschen? Könnte mir aber gefallen... ;)
> Also wenn das nicht so ist, würde ich mich natürlich noch mehr freuen! Aber
> ich kann das nicht beurteilen...

Mein Onkel arbeitet als Programmierer (Dipl. Informatiker), und er
meint, das auch in solchen Berufen oft Mathematiker vorgezogen werden.
Soll daran liegen, das man von Mathematikern erwartet, das sie sich
schnell informatische Sachen aneignen können etc. (wegen logischem
Denken...), und flexibler sind (Lernbereitschaft...).

Ist natürlich auch nur eine Meinung, ich studiere Mathe mit Nebenfach
Informatik, und bin ganz glücklich damit...

--
God is real... unless he's declared an integer.

Markus Schneider

unread,
Apr 11, 2004, 6:45:18 AM4/11/04
to
Christoph <chha...@gmx.de> wrote:
> Hallo,

Hallo

> ich bin zur Zeit noch in der 11. Klasse und habe somit noch etwas Zeit mir
> einen Studiegang zu überlagen. Allerdings tendiere ich auch stark zur
> Informatik. Mich würde nun interessieren, wie weit Mathematik im
> Informatikstudium hilft.

Naja, ich würde mal behaupten, dass du ohne Mathematik im Studium
nicht weit kommen wirst. Du wirst sehr bald merken, dass du immer
wieder auf Kenntnisse aus Analysis und Algebra zurückgreifen musst.
Sehr viele Vorlesungen setzten auch mathematischen Denken vorraus.
Viele Informatik Studenten unterschätzen das und das führt auch immer
wieder zu hohen Durchfallquoten.

Markus

Stefan Rueping

unread,
Apr 11, 2004, 4:29:10 AM4/11/04
to
Walter H. wrote:
> Meist sitzen an Stellen wo Mathematiker das sagen haben sollten
> BWL-Absolventen;

Oder Mathematiker sitzen an den Stellen, wo BWLer das sagen haben
sollten. Ab einer gewissen Position kommt man um eine
Doppelqualifikation nicht mehr herum.

> das was ja, aber das wie lass bitte dem Programmierer selbst entscheiden, sonst
> kommt noch so ein Quark wie mit BASIC ein "Operating System for Embedded
> Systems" zu stricken heraus ;-)

Das letzte, was man in einem großen Projekt haben will, ist dass jeder
Programmierer selbst entscheidet, wie sein Teil zu funktionieren hat,
weil dann am Ende nämlich gar nichts mehr zusammenpasst.


Tschüss,

Stefan Rüping

Roland Franzius

unread,
Apr 11, 2004, 7:43:53 AM4/11/04
to
Markus Schneider wrote:

Aber auch der Genuss von zuviel Mathematik kann Bauchschmerzen verursachen.

--

Roland Franzius

Rudolf Polzer

unread,
Apr 11, 2004, 7:54:29 AM4/11/04
to
»Stefan Rueping« <rue...@europa.prima.de> wrote:

> Walter H. wrote:
> > das was ja, aber das wie lass bitte dem Programmierer selbst entscheiden, sonst
> > kommt noch so ein Quark wie mit BASIC ein "Operating System for Embedded
> > Systems" zu stricken heraus ;-)
>
> Das letzte, was man in einem großen Projekt haben will, ist dass jeder
> Programmierer selbst entscheidet, wie sein Teil zu funktionieren hat,
> weil dann am Ende nämlich gar nichts mehr zusammenpasst.

DIE Beschreibung klingt nach Interface. Das ist vorgegeben. Das "wie er es
programmiert" ist für mich eher die Implementation, und die ist des
Programmierers Sache. Kann doch den anderen egal sein, wie etwas genau
implementiert ist, die anderen im Projekt interessiert nur das Interface und das
Laufzeitverhalten (ab und zu ist auch das mal wichtig, wobei man es dann auch
dokumentieren würde). Ob der Programmierer jetzt ein Mergesort oder ein Heapsort
implementiert, ist praktisch egal, außer, der Speicher ist knapp (was man in den
Anforderungen auch dokumentieren würde). Ebenso ist es egal, ob er jetzt eine
for- oder eine while-Schleife nimmt und ob er ein für seine Zwecke vorgesehenes
zusätzliches Datenfeld anfügen will oder nicht.


--
A pumpkin, an eggplant and a tomato are on a truck.
What will fall on a sharp curve?
--> Gur fcrrq.
>> http://www.ccc-offenbach.org <<

David Kastrup

unread,
Apr 11, 2004, 7:55:04 AM4/11/04
to
Roland Franzius <roland....@uos.de> writes:

Wer in dieser Richtung einen empfindlichen Magen hat, sollte
mathematisch/naturwissenschaftliche Studienrichtungen einfach
vergessen. Die Oberstufenmathematik ist im Studium in drei Wochen
abgeferkelt, allerdings theoretisch fundierter, und dann kommen Jahre
Stoff drauf.

Markus Schneider

unread,
Apr 11, 2004, 8:11:17 AM4/11/04
to

Es ist schliechtweg der falsche Studiengang/Richtung für Personen, die
in der Hinsicht "empfindlich reagieren", dem sollte man sich im klaren
sein.
Wer schon in vor einem (solchen) Studium Probleme mit Mathe hat, für den wird
es hart werden (wie für manch Andere auch).

Ulrich Thiel

unread,
Apr 11, 2004, 8:34:48 AM4/11/04
to


"Markus Schneider" <unl...@gmx.de> wrote in message
news:slrnc7idf5...@unlink.my-fqdn.de...


> Es ist schliechtweg der falsche Studiengang/Richtung für Personen, die
> in der Hinsicht "empfindlich reagieren", dem sollte man sich im klaren
> sein.
> Wer schon in vor einem (solchen) Studium Probleme mit Mathe hat, für den
wird
> es hart werden (wie für manch Andere auch).

Naja, mal meine Meinung dazu: Ich war/bin auch nicht so eine Matheleuchte.
Ich brauche auch immer länger als andere bis ich etwas kapiert habe!
Wirkliche Genies sehen in Gleichungen einfach gleich etwas, was mir erst
nach einiger Zeit klar wurde (das habe ich live erlebt...). Trotzdem habe
ich meine Mathe-Abiklausur mit 15 bestanden und jetzt eben neben dem
Zivildienst das erste Semester in Mathe einigermaßen akzeptabel überstanden
(Fernstudium in Kaiserslautern), obwohl ich von 7:00-16:00 täglich
gearbeitet habe. Das bringt mir zwar auch alles (noch) nichts, aber ich
denke, man muss kein begnadetes Genie sein, um da durchzukommen...Sicherlich
braucht man aber Interesse und eine gewisse Begabung.

Walter H.

unread,
Apr 11, 2004, 12:58:39 PM4/11/04
to
Rudolf Polzer wrote:

> »Stefan Rueping« <rue...@europa.prima.de> wrote:
> > Walter H. wrote:
> > > das was ja, aber das wie lass bitte dem Programmierer selbst entscheiden, sonst
> > > kommt noch so ein Quark wie mit BASIC ein "Operating System for Embedded
> > > Systems" zu stricken heraus ;-)
> >
> > Das letzte, was man in einem großen Projekt haben will, ist dass jeder
> > Programmierer selbst entscheidet, wie sein Teil zu funktionieren hat,
> > weil dann am Ende nämlich gar nichts mehr zusammenpasst.
>
> DIE Beschreibung klingt nach Interface. Das ist vorgegeben. Das "wie er es
> programmiert" ist für mich eher die Implementation, und die ist des
> Programmierers Sache. Kann doch den anderen egal sein, wie etwas genau
> implementiert ist, die anderen im Projekt interessiert nur das Interface und das
> Laufzeitverhalten (ab und zu ist auch das mal wichtig, wobei man es dann auch
> dokumentieren würde). Ob der Programmierer jetzt ein Mergesort oder ein Heapsort
> implementiert, ist praktisch egal, außer, der Speicher ist knapp (was man in den
> Anforderungen auch dokumentieren würde). Ebenso ist es egal, ob er jetzt eine
> for- oder eine while-Schleife nimmt und ob er ein für seine Zwecke vorgesehenes
> zusätzliches Datenfeld anfügen will oder nicht.

Genau so sehe ich es , und hinzukommt eben die Entscheidung des Tools, ohne Mitsprache
des Programmierers kann es nichts werden!
Auch wenn es 'nen VBA Projekt ist, aber zeitkritisches lagere ich sicher in
C/Assembler-Module aus;

Gruß,
Walter


Siegfied Neubert

unread,
Apr 11, 2004, 2:34:10 PM4/11/04
to
John Smith wrote:

Hi John!
Hi Ihr!

Ich bin ein "Informatiker der (fast) ersten Stunde" (Abschluß 1974)
- Ing.(grad.) Technische Informatik.
Zwar (nur) an einer Fachhochschule früher genannt Ingenieurschule
- demnächst ggf. Hochschule für angewandte Wissenschaften, o.ä..
Und ich bin Dipl. Math. von einer Universität (Abschluß auch schon 1984).
Das heißt ich bin seit 30 (bzw. 20 Jahren) im Beruf!
(genauer seit fast 40 Jahren, denn ich bin seit (1966) auch noch
Fernmeldehandwerker und etwas später Mathe.-Techn.-Assi).

An der Informatik
- Vorsicht die war in "frühen Jahren und an einer FHS etwas anderes,
eben "noch besonders technisch", als heute an der Uni, jedenfalls Regelhaft,
es mag spezielle Ausrichtungen geben -
interessierte mich überwiegend, das man mit Computern so toll "Numerik"
treiben konnte. Informatiker aus Leib und Seele, war ich wohl nie.
Bin ich auch nicht geworden - Linux zu installieren, statt "Windows"
kostet (kostete) mich heute doch einige Mühe!

Ich habe dann in den 30 Jahren 'ne Menge verschiedenes gemacht:
Laboringenieur (Hybridrechenzentrum) in der Hochenergiephysik,
Nummerikberatung an der techn. Uni,
Gruppenleiter Systembetrieb/Netzwerke und stellv. RZ-Leiter dort.
Ich habe beim DFN kurz (zu Zeiten der Wiedervereinigung) das Deutsche
Wissenschafts-/Forschungsnetz (etwas) mit organisiert/aufgebaut
und Arbeite nun aber seit 14 Jahren in einem der größten (Krankenhaus-)
Gesundheitsunternehmen Europas als Projektmanager/-leiter
- bin aber dort (ggf. nicht nur ich) aktuell "irgendwie in der Krise".

So, nun zur (Deiner)Sache - entschuldige ggf. die heftige Selbstdarstellung,
aber ich wollte meine Meinung schon fundiert wissen:

Ich Denke, ob Du reine Mathematik oder theoretische Informatik studierst,
tut sich nicht zuviel (ggf. hat Analysis im Komplexen weniger Anwendungen in
der theoretischen Informatik, als Algebra oder
Wahrscheinlichkeitstheorie), aber da angewandte Mathematik
- bedenke: wer nichts kann, der wendete an, war ein beliebter Spruch,
damals, bei uns -
Deine Interessenlage offenbar besser beschreibt, laß' die Finger von der
"reinen Lehre"!

Andererseits, als "Angewandter Mathematiker" wirst Du auch wenig Stellen
finden, indem Du soetwas beruflich "ausleben" kannst,
und wirst ggf. eben auch "nur" Programmieren/Administrieren! - zu den
Management-Aufgaben komme ich noch.

Ich denke, wenn Du naturwissenschaftlich (Physik, Elektrotechnik,...)
interessiert bist, mache Angewandte Mathematik und so ein entsprechendes
Nebenfach, oder Techno-Mathematik (bzw. irgendsowas "Neumodisches" ;o).
Da ist schon was dran, das Mathematiker dann das Programmieren auch noch
lernen können - über "Feinheiten" kann man da dann schon noch streiten.
Wenn Du eher "(System-)analytisch" interessiert bist,
Dir die Objekte mit denen Du hantierst eigentlich egal sind
(Listen,Tabellen,...)
und speziell Du auch noch "ökonomisch denkst",
dann mache Informatik (und eventuell noch etwas BWL als Nebenfach).

Ich befürchte, gleich was Du studierst,
wenn Du etwas mehr Geld verdienen willst,
wirst Du sowieso nicht mehr viel mit diesen
"technischen" Fragestellungen (von mathematischen ganz zu schweigen) befaßt
sein - auch das muß man mögen (und damit zurecht kommen)!
Da kann Informatik und/oder Mathematik einen Einstieg liefern,
Informatik, wegen der Prozeßstrukturierung (Systemanalytik(*)) und
Mathematik, wer da durch ist, kann sowieso alles, eben auch (*) ;o).

Gut gebrauchen kann man nach meiner Erfahrung/Meinung aber auch
Psychologie bis Psychiatrie, Soziologie, ..., und ein ganz dickes Fell !!!

Ach ja, ich habe früher auch mit eingestellt
- auf technisch orientierte hochwertige Stellen -,
da hatten Uni-Ingenieure und Physiker etc. auch gute Chancen,
und, ggf aber auch wegen meiner Ingenieurausbildung,
für mich sind/waren (FHS) Ingenieure manchmal sehr viel "brauchbarer",
als z.B. Uni-Absolventen - es kommt eben auf die Aufgabe an.
(I.d.R. werden die Uni-Absolventen aber trotzdem besser bezahlt!).

Und bitte noch eines, Ausbildung ist nicht alles,
also glaubt nicht, das z.B. Handwerker dumm sein müssen,
da sie ja nur Handwerker sind -
das Leben geht schon manchmal seltsame Wege!

So, diese Stellungnahme ist natürlich auch sehr aus dem Bauch heraus,
wer mag, soll sie "zerfleischen".
Ich erhebe daher auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder gar einer
dialektischen Betrachtung - sie ist eben persönlich eingefärbt.

Mit österlichen Grüßen

Siggi Neubert

P.S.: Und, falls sehrviele Rechtschreibfehler drinnen sind,
seht sie mir bitte nach, ich kann "das" nicht besser.
Aus irgend einem Grund bin ich eben nach der Volksschule erstmal
"nur" Fernmeldehandwerker geworden.
(Aber nicht falsch deuten, alle Abschlüße danach,
habe ich entweder best Möglich oder als Bester der/des Klasse/Jahrgangs
gemacht).


Thomas Strathmann

unread,
Apr 11, 2004, 2:19:50 PM4/11/04
to
Markus Keppeler wrote:
> Mein Onkel arbeitet als Programmierer (Dipl. Informatiker), und er
> meint, das auch in solchen Berufen oft Mathematiker vorgezogen werden.
> Soll daran liegen, das man von Mathematikern erwartet, das sie sich
> schnell informatische Sachen aneignen können etc. (wegen logischem
> Denken...), und flexibler sind (Lernbereitschaft...).

Aber warum sollen denn Mathematik so wesentlich flexibler als Informatiker
sein? Beide haben im Idealfall die gleichen mathematischen (und logischen)
Grundlagen. Ich glaube nicht, dass ein guter Mathematiker automatisch
ein guter Programmierer oder Projektleiter ist.

Thomas

--
Thomas S. Strathmann http://www.pdp7.org

Christian Stapfer

unread,
Apr 12, 2004, 2:35:18 AM4/12/04
to
Thomas Strathmann wrote:
> Markus Keppeler wrote:
> > Mein Onkel arbeitet als Programmierer (Dipl. Informatiker), und er
> > meint, das auch in solchen Berufen oft Mathematiker vorgezogen werden.
> > Soll daran liegen, das man von Mathematikern erwartet, das sie sich
> > schnell informatische Sachen aneignen können etc. (wegen logischem
> > Denken...), und flexibler sind (Lernbereitschaft...).
>
> Aber warum sollen denn Mathematik so wesentlich flexibler als Informatiker
> sein? Beide haben im Idealfall die gleichen mathematischen (und logischen)
> Grundlagen.

"Gleich" ist wohl eine ziemliche Übertreibung. Vor allem: es wäre
ganz falsch, denke ich, zu meinen, für Softwareentwicklung sei
*nur* derjenige Teil einer Ausbildung relevant, der sich *direkt*
auf Informatik bezieht.
Vielleicht möchtest Du einmal das Interview mit Butler Lampson,
das im von Microsoft-Press publizierten Buch "Programmers at
Work" zu finden ist, lesen?

> Ich glaube nicht, dass ein guter Mathematiker automatisch
> ein guter Programmierer oder Projektleiter ist.

Wobei noch zu hinterfragen wäre, was in Deiner Formulierung
als selbstverständlich klar vorausgesetzt wird: dass man sich
ohne weiteres darüber einig sei, was einen "guten Programmierer"
oder einen "guten Projektleiter" (für wen?) ausmache - eine
implizite (und wegen ihrer impliziten Form im Grunde ideologische)
Prämisse, die ich sicher nicht zu teilen bereit bin.

Beispiel: Ein Programmierer oder Projektleiter mit zuvielen, für sein
Umfeld zu neuen Ideen wäre für eine (in meiner Erfahrung) *typische*,
regressive high-tech Software-Klitsche einfach nahezu unbrauchbar
(jedenfalls unerwünscht: ein permanenter "Störfaktor"). Aber spricht
dies nun gegen die "Güte" des Programmierers bzw. Projektleiters
oder spricht dies vielleicht vielmehr gegen jene regressiven high-tech
Software-Klitschen und ihr "top management" bzw. ihre "shareholder"?

Ratliff: »There is some evidence that the companies' attitudes
are wrong. .. They are in the business business, not in the
software business.«
(aus: "Programmers at Work", Susan Lammers)

Gruss,
Christian
--
Lampson: "I do think it's a serious mistake to take an undergraduate
degree in computer science if you intend to study it in graduate school."
Interviewer: "Why?"
Lampson: "Because *most* of what you learn won't have any long-term
significance. You won't learn new ways of using your mind, which does
you more good than learning the details of how to write a compiler,
which is what you're likely to get from undergraduate computer science.
.. These people should be required to take a remedial year to learn
something respectable like mathematics or history[!] before going on
to graduate-level computer science. However, I don't see that
happening."
- Susan Lammers: "Programmers at Work"


Christian Stapfer

unread,
Apr 12, 2004, 3:00:14 AM4/12/04
to
Siegfied Neubert wrote

<snip/>

> Gut gebrauchen kann man nach meiner Erfahrung/Meinung aber auch
> Psychologie bis Psychiatrie, Soziologie,

Oh, ja! - Vor allem Psychiatrie! - Nur ist man leider, als blosser
Angestellter, in einer wenig komfortablen Lage, wenn es um die
dringend nötige *Therapie* etwaiger Irrer geht.... ;-)
Und selbst wenn man sich schliesslich, im Stadium der "Weisheit",
dazu durchgerungen hat, Ursachen in mehr strukturellen (sozialen)
und weniger individuellen (psychologischen) Faktoren zu suchen,
erreicht man wohl selten viel - wünscht sich vielleicht oft sehnlichst
in jenes leider vergangene Stadium der Naivität zurück, in dem man
einfach gedankenlos - jedenfalls ohne Gedanken an tiefere
Zusammenhänge - "mitagieren" konnte...


> ..., und ein ganz dickes Fell !!!

... ja natürlich, wenn man mit Windmühlen zu kämpfen hat...


Gruss,
Christian
P.S: Ich warte noch darauf, dass sich universitäre Ausbildungsgänge,
z.B. auch für Informatiker, ausdrücklich mit den Fragen mehr
*pathogener* Aspekte des Arbeitsprozesses beschäftigen: von
der Vermittlung *therapeutischen* Wissens einmal ganz abgesehen.
(Aber solches wäre nicht ideologiekompatibel - und der Finanzierung
der Hochschulen vermutlich inzwischen auf gefährliche Weise
abträglich.)


Thomas Strathmann

unread,
Apr 12, 2004, 12:26:57 PM4/12/04
to
Christian Stapfer wrote:
> "Gleich" ist wohl eine ziemliche Übertreibung. Vor allem: es wäre
> ganz falsch, denke ich, zu meinen, für Softwareentwicklung sei
> *nur* derjenige Teil einer Ausbildung relevant, der sich *direkt*
> auf Informatik bezieht.

Habe ich das behauptet? Habe ich darüber geschrieben? Schalt mal bitte
ein paar Gänge zurück.

> Vielleicht möchtest Du einmal das Interview mit Butler Lampson,
> das im von Microsoft-Press publizierten Buch "Programmers at
> Work" zu finden ist, lesen?

Hmm, nein.

> Wobei noch zu hinterfragen wäre, was in Deiner Formulierung
> als selbstverständlich klar vorausgesetzt wird: dass man sich
> ohne weiteres darüber einig sei, was einen "guten Programmierer"
> oder einen "guten Projektleiter" (für wen?) ausmache - eine
> implizite (und wegen ihrer impliziten Form im Grunde ideologische)
> Prämisse, die ich sicher nicht zu teilen bereit bin.

Du setzt voraus, dass man immer und überall, alles explizit machen muss.
Dass es nur immer Wertungen, die relativ zu einem bestimmtem Maßstab
Gültigkeit besitzen, gibt (was nicht ausschließt, dass dieser Maßstab
als allgemeingültig und die Wertung damit als absolut angesehen werden
kann), muss ich nicht bei jedem Posting schreiben. Dann kann ich ja
gleich ein ganzes philosophisches Grundlagenwerk standardmäßig anfügen.
Fände ich persönlich langweilig und kontraproduktiv.

> Ratliff: »There is some evidence that the companies' attitudes
> are wrong. .. They are in the business business, not in the
> software business.«
> (aus: "Programmers at Work", Susan Lammers)

Um das zu wissen, brauche ich das Buch ganz sicher nicht. Außerdem frage
ich mich, was deine Ausführungen über miserabel geführte Unternehmen
noch mit dem Thema zu tun haben. Dass Wirtschaft nach anderen Prinzipien
funktioniert als z.B. Softwareentwicklung sollte eigentlich jedem auch
ohne Zitate klar sein.

Christian Stapfer

unread,
Apr 13, 2004, 1:18:41 AM4/13/04
to
Thomas Strathmann wrote:

> Christian Stapfer wrote:

</snip>

> > Wobei noch zu hinterfragen wäre, was in Deiner Formulierung
> > als selbstverständlich klar vorausgesetzt wird: dass man sich
> > ohne weiteres darüber einig sei, was einen "guten Programmierer"
> > oder einen "guten Projektleiter" (für wen?) ausmache - eine
> > implizite (und wegen ihrer impliziten Form im Grunde ideologische)
> > Prämisse, die ich sicher nicht zu teilen bereit bin.
>
> Du setzt voraus, dass man immer und überall, alles explizit machen muss.
> Dass es nur immer Wertungen, die relativ zu einem bestimmtem Maßstab
> Gültigkeit besitzen, gibt (was nicht ausschließt, dass dieser Maßstab
> als allgemeingültig und die Wertung damit als absolut angesehen werden
> kann), muss ich nicht bei jedem Posting schreiben. Dann kann ich ja
> gleich ein ganzes philosophisches Grundlagenwerk standardmäßig anfügen.
> Fände ich persönlich langweilig und kontraproduktiv.
>
> > Ratliff: »There is some evidence that the companies' attitudes
> > are wrong. .. They are in the business business, not in the
> > software business.«
> > (aus: "Programmers at Work", Susan Lammers)
>
> Um das zu wissen, brauche ich das Buch ganz sicher nicht.

Immerhin handelt es sich um eine Sammlung von Interviews mit
Leuten, die aufschlussreiche Erfahrungen im Arbeitsprozess gesammelt
haben. Negative Arbeitserfahrung: dies ist es ja gerade, was von den
Hochschulen hatrnäckig *unterschlagen* wird: mit dem unerfreulichen
Ergebnis, dass manche Erfahrungen wiederholungszwangsartig
von Einzelnen immer und immer wieder gemacht werden müssen -
um einen hohen Preis, einen zu hohen Preis...

> Außerdem frage
> ich mich, was deine Ausführungen über miserabel geführte Unternehmen
> noch mit dem Thema zu tun haben.

Die Frage, welche Art von Ausbildung einer machen soll, hängt doch
auf evidente Weise mit der Frage zusammen, welche Art von
Arbeitssituation er dann (in der Regel) Gefahr läuft, nach der Ausbildung
anzutreffen. Auch habe ich versucht offenzulegen, dass die Rede vom
"*besseren* Informatiker" voraussetzt, dass man ich darüber einig ist,
was man nun als "*besseren* Informatiker" aufzufassen gedenkt. Es ist,
aufgrund anderer Beiträge in diesem Thread ("Mathematiker sind bessere
Informatiker?"), ganz klar, dass eine Vermengung von
*verwertungsorientierten*
"Qualitäten" und *fachorientierten* "Qualitäten" eines Informatikers gemacht
wird. Diese Art von neurotisch anmutender Sprachverwirrung (siehe: Alfred
Lorenzer) aufzulösen, wäre durchaus nötig, denke ich...

> Dass Wirtschaft nach anderen Prinzipien
> funktioniert als z.B. Softwareentwicklung sollte eigentlich jedem auch
> ohne Zitate klar sein.

Ha, ha, ha. Und dann so zu tun, als wäre diese angebliche
"Selbstverständlichkeit" jedermann ganz klar - mit allen Folgen
für die Arbeitenden. An den Schulen wird *diese* Frage jedenfalls
nachweislich *nicht* mit der gebotenen Offenheit und unerbittlichen
Präzision diskutiert (man konsultiere nur einmal den Stoffplan) - wie
gesagt: aus Gründen der Kompatibilität mit bestehenden Herrschafts-
und Ausbeutungsverhältnissen im Arbeitprozess...

Gruss,
Christian


Michael Karlinsky

unread,
Apr 13, 2004, 3:12:09 AM4/13/04
to
Das ist mir besonders bei den Ableitungsregeln aufgefallen, das war ein
Satz :) Damit hat man sich in der Schule ein ganzes Halbjahr aufgehalten...


Michael


Olaf Musch

unread,
Apr 13, 2004, 5:42:46 AM4/13/04
to
"Ulrich Thiel" <x...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag news:c58rtn$2p2l5k$1...@ID-59098.news.uni-berlin.de...

Hallo Ulrich,

> Mich interessiert die Frage eigentlich auch. Ist es denn nun egal, ob man
> Informatik oder Mathematik studiert, wenn man nicht nur die
> wissenschaftliche Karriere im Blick hat?

Das hängt wirklich davon ab, was Du später machen willst.
"Reine" Mathematik kannst Du ausserhalb der Hochschulen
oder hochschulnaher Forschungsanstalten
nur in wenigen Bereichen (z.B. Versicherungsmathematik o.ä.)
betreiben.
Ich kenne viele Mathematiker, die in Unternehmensberatungen
arbeiten und sich dort mit allen möglichen Problemen, aber
selten mit Mathematik befassen.


> Für Informatiker stehen die
> Berufschancen deutlich besser, würde ich sagen.

Warum?

> Aber was machen die denn
> bitte in der Wirtschaft anderes als Softwareentwicklung (um den Begriff
> Programmieren mal etwas anzuheben)??

- Schaltungsentwurf
- Netzwerk-/Kommunikations-Architekturen
- Informationstheorie
- Komplexitätstheorie
- Software-Architektur und -Design
- Projektleitung
- Management (ich persönlich bin IT-Leiter einer kleinen Firma mit ca. 100 Leuten)

> Dann ist das doch schon quasi das
> Schicksal eines Informatikers.

Im Gegenteil.
Auch ein Schreiner endet nicht zwangsläufig beim Baumarkt in der
Holzabteilung als "Zuschneider".

Für Informatiker ist ein PC nur ein Werkzeug. Programmierung
nur ein Mittel, dieses Werkzeug zu nutzen.
Aber Papier und Stift tun's in vielen Fällen auch.

> Und deshalb sollte man sich doch lieber der
> Mathematik widmen!?

Mich haben immer die Möglichkeiten der Computer
interessiert. Mathe stand für mich nicht als
selbständiges Fach zur Debatte.

Und der Mathe-Teil in einem Informatik-Studium ist
bereits sehr umfangreich, aber auch für das Studium
und für meinen Beruf im Nachhinein sehr wichtig:
- Analysis
- Lineare Algebra
- Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik
- Numerik
...

> Keine Ahnung... :)

<Ironie/>
Stimmt ;-)
</Ironie>

Das Studium ist aus meiner Sicht nur in seltenen
Fällen die direkte Qualifikation für einen bestimmten
Beruf.
Es gibt sehr gute Programmierer, die nicht studiert haben,
und es gibt sehr gute Diplomanden, denen ich nur rudimentäre
Programmierkenntnisse zutraue.

Im Studium allgemein lernt man aber, zu lernen. Und das ist
zentraler Bestandteil des weiteren (Berufs-)Lebens.

Das Informatik-Studium speziell hat mich aber auch noch
einiges über die Theorie hinter der Programmierung gelehrt,
die gerade als Projektleiter, Teamleiter o.ä sehr wichtig
werden kann.

Just my 2 cents

Olaf

Hendrik Belitz

unread,
Apr 14, 2004, 3:10:59 AM4/14/04
to
John Smith wrote:

> Hi!
>
> Ich hatte bis vor kurzem eigentlich vor, Informatik zu studieren.
> Interessiert hat mich daran immer die "angewandte Mathematik" und Dinge
> wie Simulation usw. (der technische Teil ist zwar auch interessant, aber
> ich bin eher der Mathematik zugeneigt).

Aber vor dem technischen Teil wirst Du Dich nicht drücken können. Es heißt
schließlich angewandte Mathematik, und das Wissen der Anwendungsbereiche
gehört für den praktischen Einsatz schlicht und einfach dazu.

> Nun habe ich mir das aber noch
> einmal durch den Kopf gehen lassen und bemerkt, dass es eigentlich
> Blödsinn ist, Informatik zu studieren, wenn mein Interesse eher bei
> theoretischen/mathematischen Dingen liegt (auch wenn ich leider kein
> Mathematik-Genie bin). Ist es da denn nicht eigentlich sinnvoller
> Mathematik mit Informatik als Nebenfach zu studieren? Als Informatiker
> endet man letztendlich irgendwie immer als Programmierer.

Das möchte ich überhört haben :-) Und ausserdem widerspräche das den
Gesetzen des freien Marktes. Denn keine Firma kann es sich (finanziell)
leisten, Akademiker als Programmierer einzusetzen. Wenn man in diesen
Bereich möchte (was keineswegs sein muß), dann wird ein Informatiker eher
Software-Design oder Projekt-Management machen. Und das alles setzt voraus,
daß man sich für Softwaretechnlogie besonders interessiert. Da gibt es aber
auch noch den riesigen Bereich der theroetischen Informatik, künstliche
Intelligenz, Logik, Simulation, Systemtheorie, Computergrafik, Technische
Informatik, Leistungsbewertung, Sozioinformatik, ...

> Das ist mir aber
> zu wenig. Sind Mathematiker da nicht besser/flexibler (also für den
> Bereich, der mich interessiert)? Programmieren können die auch. Wird das
> von Firmen, die sonst Informatiker einstellen auch so gesehen?
> Sagt mir mal eure Meinung dazu!

Ohne Dich beleidigen zu wollen, würde ich Dir empfehlen, Dich mal an einer
Hochschule über Informatik zu "informieren". Das Bild, was Schule und
Gesellschaft von dieser breiten Wissenschaftsdisziplin zeichnen und das
auch Du annimmst, ist nämlich schlicht und einfach falsch...

--
To get my real email adress, remove the two onkas
--
Dipl.-Inform. Hendrik Belitz
Central Institute of Electronics
Research Center Juelich

Christian Stapfer

unread,
Apr 14, 2004, 6:33:28 AM4/14/04
to
Hendrik Belitz wrote

> Und ausserdem widerspräche das den
> Gesetzen des freien Marktes. Denn keine Firma kann es sich (finanziell)
> leisten, Akademiker als Programmierer einzusetzen.

Aber gewiss doch: wird gemacht, damit "Überqualifizierte",
die sonst keine Stelle finden können, unter dem Teppich
verschwinden... Des weiteren garantiert ja "der freie Markt"
(frei für wen?) keineswegs, dass Akademiker *höhere*
Gehälter beziehen können als Nicht-Akademiker. Dies wird
allenfalls durch ein System der Exklusion, genannt "Credentialism",
erreicht. Credentialism ist aber so ziemlich das *Gegenteil*
von "freiem Markt".

Gruss,
Christian
--
»To be realistic, one should bet on an expansion of current
credentialism, even though this brings reformers no closer
to their avowed goals than a donkey chasing a carrot held
over its nose.« - Randall Collins: 'The Credential Society'

»Es ist eine armselige Ideologie, daß zur Verwaltung eines
Trusts unter den gegenwärtigen Bedingungen irgend mehr
Intelligenz, Erfahrung, selbst Vorbildung gehört als dazu,
einen Manometer abzulesen.«
- Theodor W. Adorno: 'Minima Moralia'


Ulrike Georgi

unread,
Apr 15, 2004, 7:46:20 PM4/15/04
to
Grüße!

Erst einmal möchte ich einigen meiner VOrredner zustimmen, was das
Argument "bin kein Mathe-Genie" angeht. Beginnst Du ein Studium, ganz
gleich ob nun in Mathe oder Info, so musst Du Dir darüber im Klaren
sein, dass Du mit ein bisschen "ich-find-das-toll-Einstellung" nicht
sonderlich weit kommst, dass Du verdammt viel Verständnis der Materie
und die Fähigkeit zum mathematischen Denken benötigst.

Ich persönlich beginne am Montag mein viertes Semester im
Informatik-Diplomstudium (an der Philipps-Uni Marburg, Mittelhessen).
Dazu sei gesagt, dass ich anfangs, mit dem ABI in der Tasche,
eigentlich einen Ausbildungsplatz ergattern wollte, dabei aber dank der
"tollen" wirtschaftlichen Situation wenig erfolgreich war. Somit
entschloss ich mich, das Studium der Informatik (ich wollte ohnehin
"etwas in der Informatik-Richtung" machen) zu beginnen und fand mich
bald beim sprichwörtlichen Sprung ins eiskalte Wasser.

An der Schule und in der restlichen Welt da draußen stellt man sich
unter dem typischen informatiker meist den pizzakauenden
kaffeesüchtigen Freak vor, der das Sonnenlicht scheut und Tag und Nacht
nichts anderes zu tun hat, als für irgendwen Programme zu schreiben
oder ins Netzwerksystem des weißen Hauses einzubrechen... Natürlich ist
dies ein völlig überzogenes und dazu noch völlig falsches Bild.
Informatiker werden auf einem sehr breiten Feld eingesetzt, das reicht
von der schlichten Programmierung über Entwicklungs-Planung, über
Groß-Projektbeteiligungen bis hin zur Forschung zur künstlichen
intelligenz.

Wenn man dazu dann noch annehmen mag, dass das "beherrschen einer
Programmiersprache" ausreicht, um sich den Titel "Informatiker" zu
verdienen, der ist nochmal ebensoweit gefehlt... Viele
Problemstellungen erfordern tiefgreifende mathematische Kenntnisse und
die Fähigkeit zum logischen Denken. Planung, Konzepte machen,
TEAMFÄHIGKEIT (!!), Ehrgeiz, Geduld und Kompromissfähigkeit.

Die gesamte Informatik basiert auf Mathematik (nicht umsonst ist ja
"Informatik" nur eine Wortkombination aus "Information" und
"Mathematik"), es ist also falsch, anzunehmen, dass ein
Mathematikstudium unbedingt mathematischer sei. Was die beiden
unterscheidet, ist in meinem Augen vor allem die tatsache, dass bei der
Mathematik noch mehr verschiedene Versionen möglicher Problemlösungen
behandelt werden und dahingehend das mathematische Verständnis "härter"
geschult wird. Ich habe beobachtet, dass Mathematik-Studenten
beispielsweise bei funktionaler Programmierung einen gewisen Vorteil
gegenüber "uns" haben, da jene gewissermaßen mehr Weitblick haben, an
solcherlei Probleme heranzugehen. Im Informatikstudium hingegen wird
der mathematische Teil (zumindest an unserer Uni) derart angelegt, dass
man ein wenig mehr die Schwerpunkte vermittelt bekommt, die später beim
wirklichen Programmieren wichtig sein können. Hier werden oft etwas
mehr Beispielrechnungen und Anwendungsbeispiele aufgezeigt, als im
Mathestudium, während jedoch Beweise und dergleichen auch geführt
werden, und das en masse. Dazu sei noch zu erwähnen, dass mir
persönlich, abgesehen von der vollständigen Induktion, während meiner
Schulzeit niemals ein mathematischer
Beweis als solcher über den Weg gelaufen ist...

Weiterhin ist es in beiden Studiengängen essentiell, logisches
Verständnis zu erlenen (und ein gewisses Vormaß dessen schon
mitzubringen).

Bist Du trotz allem überzeugt, das Ganze meistern zu können, habe ich
noch eine weitere Warnung in petto... BEIDE Studiengänge sind alles
andere als einfach, und den typischen Klischee-Studenten, der jeden
Morgen durchpennt und jeden Abend auf irgendwelchen Parties abfeiert,
wirst Du in mathematiklastigen Studiengängen nicht finden! Diese
Studiengänge bedeuten Arbeit, massig Arbeit und Zeitaufwand, noch dazu
sogar zwingend langfristige Zusammenarbeit mit anderen. Wenn Du ein
"ich-kann-alles-und-brauche-keine-Hilfe"-Typ bist, solltest Du Dir das
Studium ebenfalls abschreiben. Teamwork und Informatik/Mathematik sind
in meinen Augen untrennbar miteinander verknüpft.

Interesse und Spaß an der Materie im ganzen sind ebenso wichtig wie
eine gewisse Portion Willenskraft, um auch mit einer verhauenen Klausur
leben zu können. Manch einer entwickelt zwangsweise das Leitmotto "Vier
gewinnt", selbst wenn er zu Schulzeiten noch so sehr der Überflieger
war. Uni ist anders, sonst hieße sie ja auch nicht "Hochschule" ...

Tja... und was dann die Möglichkeiten in der freien Marktwirtschaft
angeht... wie gesagt, das Spektrum ist weit, aber wie in allen anderen
bereichen ebenso nicht sicher. Das heißt, um im Endeffekt etwas zu
erreichen, musst Du Dich ins Zeug legen und ein klares Ziel vor Augen
haben, ansonsten wird das nichts.

So, das war meine Meinung zu dem Ganzen, ich hoffe Du hattest nicht das
Gefühl, ich wolle Dir etwas ausreden, aber die eine oder andere Warnung
kann ja nicht aschaden, oder?

So long & stay tuned!,

Ulrike Georgi

P.S.: Informatik studieren heißt nicht an einem Programmierkurs mit
sachter Matheeinlage teilnehmen....

--
Why is "uncomplicated" such a complicated word?

visit http://www.heavensrevenge.de
(English / German site containing lyrics, games, fun and more)

Olaf Musch

unread,
Apr 16, 2004, 3:31:10 AM4/16/04
to
"Ulrike Georgi" <Heavens...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag news:mesnews.806a7d44...@tonline.de...

Hallo Ulrike,

> Die gesamte Informatik basiert auf Mathematik (nicht umsonst ist ja
> "Informatik" nur eine Wortkombination aus "Information" und
> "Mathematik"),

Naja, da streiten sich die Gelehrten aber.
Ist Informatik nicht die "Wisschenschaft von der automatisierten
Informationsverarbeitung" und damit als Wort eine Kombination
aus "Information" und "Automatik"?

Aber im Weiteren hast Du natürlich Recht.
Und zu den Beweisen:

Der Unterschied zwischen einem Informatiker von der FH und
einem von der TH:

Der von der FH löst das Problem

Der von der TH beweist die Lösbarkeit, veröffentlicht ein Buch darüber
und löst dann vielleicht noch als Übungsaufgabe das Problem mit einem
System, das alle Probleme der gleichen Problemklasse lösen kann.

Aber in beiden Fällen ist die Informatik wesentlich mehr,
als nur das "Programmieren" (ketzerische Frage: was ist das
eigentlich überhaupt?)

> Teamwork und Informatik/Mathematik sind
> in meinen Augen untrennbar miteinander verknüpft.
>

ACK

Das zeigen auch die inzwischen immer weiter aufblühenden Ansätze
von eXtreme Programming (TeamCoding).

> Tja... und was dann die Möglichkeiten in der freien Marktwirtschaft
> angeht... wie gesagt, das Spektrum ist weit, aber wie in allen anderen
> bereichen ebenso nicht sicher. Das heißt, um im Endeffekt etwas zu
> erreichen, musst Du Dich ins Zeug legen und ein klares Ziel vor Augen
> haben, ansonsten wird das nichts.
>

ACK

> P.S.: Informatik studieren heißt nicht an einem Programmierkurs mit
> sachter Matheeinlage teilnehmen....
>

Full ACK

Und noch einmal zu den Job-Perspektiven: Das ist wie mit jedem
anderen Studium auch. Man kann danach fast alles werden.

*political_correctness set: false*
Bei den Physikern gibt's aber auch folgende Geschichte:

Treffen sich zwei Physiker. Einer mit Job, einer ohne Job.
Was sagt der ohne Job zu dem mit Job?
<spoiler/>


</spoiler>
"Einen Big Mac, ne große Pommes und ne Cola zum Mitnehmen, bitte."
*political_correctness set: true*

;-)

Olaf

Ulrike Georgi

unread,
Apr 16, 2004, 6:04:11 AM4/16/04
to
on 16.04.2004, Olaf Musch supposed :
>
> Hallo Ulrike,

Hallo, Olaf :)

Du hast meinen kompletten "Roman" gelesen? Respekt ;) Aber danke für
die vielen bestätigungen, nice to know, dass andere genauso denken ...

> *political_correctness set: false*
> Bei den Physikern gibt's aber auch folgende Geschichte:
>
> Treffen sich zwei Physiker. Einer mit Job, einer ohne Job.
> Was sagt der ohne Job zu dem mit Job?
>

> "Einen Big Mac, ne große Pommes und ne Cola zum Mitnehmen, bitte."
> *political_correctness set: true*
>
> ;-)
>
> Olaf

Hehe, kannte ich noch gar nicht ;) Merk' ich mir...

Grüße,

Ulrike Georgi

Christian Kortes

unread,
Apr 16, 2004, 11:58:57 AM4/16/04
to
Olaf Musch <Olaf....@computer.org> wrote:
> "Ulrike Georgi" <Heavens...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag news:mesnews.806a7d44...@tonline.de...
>
>> Die gesamte Informatik basiert auf Mathematik (nicht umsonst ist ja
>> "Informatik" nur eine Wortkombination aus "Information" und
>> "Mathematik"),
>
> Naja, da streiten sich die Gelehrten aber.
> Ist Informatik nicht die "Wisschenschaft von der automatisierten
> Informationsverarbeitung" und damit als Wort eine Kombination
> aus "Information" und "Automatik"?

Das könnte man aber auch mit EDV abkürzen :)

Ein Professor hier (Uni MS):
»Informatik ist die Wissenschaft von den universellen,
informationsverarbeitenden Systemen«

--
~
~
~
~

David Kastrup

unread,
Apr 16, 2004, 5:52:11 PM4/16/04
to
Ulrike Georgi <Heavens...@t-online.de> writes:

> Die gesamte Informatik basiert auf Mathematik (nicht umsonst ist ja
> "Informatik" nur eine Wortkombination aus "Information" und
> "Mathematik"),

Oh, welch süße Volksetymologie. Nicht umsonst ist die Automatik nur
eine Wortkombination aus "Aua", "Tomate" und "Pneumatik". Voll die
gespritzte Bloody Mary.

> es ist also falsch, anzunehmen, dass ein Mathematikstudium unbedingt
> mathematischer sei.

Was immer Du auch studierst, Sprachwissenschaft wird es nicht sein.

Stefan Rueping

unread,
Apr 16, 2004, 6:20:14 PM4/16/04
to
Rudolf Polzer wrote:
> DIE Beschreibung klingt nach Interface. Das ist vorgegeben. Das "wie er es
> programmiert" ist für mich eher die Implementation, und die ist des
> Programmierers Sache.

Wenn du das "wie er es programmiert" als "wie er die vorgegebenen
Anforderungen erfüllt" interpretierst, ist das trivialerweise wahr. Man
schreibt dem Programmierer natürlich nicht sämtliche Details des
Programms vor - dann wäre es ja kein Programmierer mehr, sondern eine
Schreibkraft.
Aber wie du selbst gesagt hast, gibt es möglicherweise gute Gründe, dem
Programmierer einen Großteil der Struktur seines Teilprogramms und des
Algorithmus vorzugeben. Und ich finde, wenn beispielsweise die
Klassenstruktur und der Pseudocode vorgegeben ist, kann man vom "wie"
sprechen.

Ulrike Georgi

unread,
Apr 16, 2004, 9:50:52 PM4/16/04
to
David Kastrup formulated on Freitag :

> Ulrike Georgi <Heavens...@t-online.de> writes:
>
>> Die gesamte Informatik basiert auf Mathematik (nicht umsonst ist ja
>> "Informatik" nur eine Wortkombination aus "Information" und
>> "Mathematik"),
>
> Oh, welch süße Volksetymologie. Nicht umsonst ist die Automatik nur
> eine Wortkombination aus "Aua", "Tomate" und "Pneumatik". Voll die
> gespritzte Bloody Mary.

Ich kann Dir gerne eine handvoll Quellen nennen, die meine Aussage
belegen, aber ich denke nicht, dass dies ein Thema ist, um das es sich
wirklich zu streiten lohnt...

>> es ist also falsch, anzunehmen, dass ein Mathematikstudium unbedingt
>> mathematischer sei.
>
> Was immer Du auch studierst, Sprachwissenschaft wird es nicht sein.

Oh verzeih' mir, großer Meister deutscher Schreibkunst, dass ich
derartig diesen ohnehin schon frevelhaften Text mit meiner Unkenntnis
grammatikalischer Zusammenhänge verunglimpfte. Werde ich dies jemals
wiedergutmachen können? Wohl kaum, denn ich bin ja nur eine Studentin
der Informatik und sicherlich nicht in der Lage, korrekte Sätze zu
formulieren. Vergib' mir und hoffe mit mir, dass ich eines Tages die
Erleuchtung erfahren und nicht ob einer müdigkeitsbeeinträchtigten
Verfassung abermals derlei textliche Missetaten begehen möge...

... es ist immer wieder interessant, über welche Dinge sich einzelne
Leute aufzuregen imstande sind ...

btw ... sorry wegen des offensichtlichen offtopic-Abschnitts, aber
manche Dinge müssen gesagt werden ;)

Ulrike Georgi

Christian Stapfer

unread,
Apr 17, 2004, 9:17:30 AM4/17/04
to
Olaf Musch wrote

<snip/>


> Und noch einmal zu den Job-Perspektiven: Das ist wie mit jedem
> anderen Studium auch. Man kann danach fast alles werden.
>
> *political_correctness set: false*
> Bei den Physikern gibt's aber auch folgende Geschichte:
>
> Treffen sich zwei Physiker. Einer mit Job, einer ohne Job.
> Was sagt der ohne Job zu dem mit Job?
> <spoiler/>
>
>
>
>
>
>
>
>
> </spoiler>
> "Einen Big Mac, ne große Pommes und ne Cola zum Mitnehmen, bitte."
> *political_correctness set: true*
>
> ;-)

Dann doch besser Beamter 3. Klasse im Patentamt zu Bern...

Gruss,
Christian
--
»Wie glücklich wäre ich vor 18 Jahren gewesen, wenn ich
am Polytechnikum bescheidener Assistent hätte werden
können! Aber es gelang mir nicht! Die Welt ist ein
Narrenhaus, das Renomee macht alles! «
- Albert Einstein


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