Am 30.07.2015 um 18:14 schrieb WM:
> On Wednesday, 29 July 2015 22:50:37 UTC+2, Rainer Rosenthal wrote:
>>
>> Wären es weniger [als aleph_0], so wäre die Menge endlich.
>
> Nein. Die Größen der natürlichen Zahlen besitzen keine obere Schranke.
> Trotzdem erreichen sie nicht aleph_0.
>
Es geht nicht um die Größen der Zahlen, sondern um ihre Anzahl.
Die Größen sind endlich, die Anzahl unendlich.
> ... Es gibt unendlich viele natürliche Zahlen die kleiner als aleph_0 sind.
Sag ich ja.
>
>>
>>> Wenn dies aber als möglich akzeptiert würde, wäre es dann
>>> nicht ebenso gut möglich, dass die in keiner Zeile der
>>> Cantor-Liste vorkommende Antidiagonalzahl trotzdem in der Liste hockt?
>>
>> Täte sie das, so müsste sie an einem bestimmten endlichen Platze
>> hocken, nicht wahr?
>
> Sollte man meinen.
Schön, es scheint Dir also nicht ganz unplausibel.
> Aber aleph_0 Spalten sollten ebenfalls in einer Zeile vorkommen,
> wenn sie überhaupt als vorkommen. Aleph_0 Ziffern in der Teilmenge der natürlichen Zahlen
>
> 1
> 12
> 123
> ...
>
> könne damit ebenfalls ausgeschlossen werden, nicht wahr?
>
Warum sollten aleph_0 Ziffern in einer Zeile vorkommen?
Jede Zeile steht an einem endlichen Platz und hat endliche Länge.
>>> Was wäre der Unterschied bezüglich der anzuwendenden Logik?
>>
>> Wieso Unterschied? In beiden Fällen muss man damit leben, dass "kleiner
>> als aleph_0" gleichbedeutend ist mit "ist endlich".
>
> Also ist die Folge der Größen der natürlichen Zahlen endlich? Das wäre eine neue Sichtweise.
Sieht eher nach einer Fehlinterpretation meiner Aussagen aus.
Wo kommt denn auf einmal die "Folge der Größen der natürlichen Zahlen" her?
>
>>> Das ist genau so möglich wie alle Terme der Folge (1/n) zu betrachten
>>> und zu wissen, dass die Null nicht vorkommt.
>>
>> Ein herrliches Beispiel. Ich kann mir das gut vorstellen und wüsste nicht,
>> womit ich jemals den gegenteiligen Eindruck erweckt haben sollte.
>
> Mit Deinem obigen Satz: Kleiner als aleph_0 bedeutet endlich. Der ist offenbar falsch.
Wie bitte? Wäre die Anzahl der 1/n kleiner als aleph_0, dann würden sie in
ein Intervall kleiner als 1 passen, weil es endlich viele wären. Ich bleibe dabei,
dass "Anzahl kleiner aleph_0" gleichbedeutend ist mit "endlich".
>> Um sie alle einzusperren, benötigst Du allerdings ein Intervall der Länge 1,
>> mit weniger wirds nix.
>
> Das ändert nicht an der Tatsache, dass die Null nicht dabei ist.
> Ebenso ist bei den natürlichen Zahlen aleph_0 nicht dabei.
> Deswegen ist Dein Satz "Kleiner als aleph_0 bedeutet endlich" schlicht falsch.
Ich benötige aber das ganze Intervall [0,1], um alle 1/n einzusperren. Ein
kleineres abgeschlossenes Intervall tut es nun mal nicht. Die 0 als Grenzpfahl
entspricht dem Grenzpfahl aleph_0.
Dein Beispiel ist sehr passend gewählt, und Du könntest daraus was lernen.
Die 1/n sind unendlich viele, und die 0 ist nicht dabei.
Die n sind unendlich viele, und aleph_0 ist nicht dabei.
>
> Wenn also aleph_0 existiert, so kommen in der gesamten Folge
>
> 1
> 1, 2
> 1, 2, 3
> ...
>
> echt mehr Spalten vor als in jeder Zeile. Das ist ein Widerspruch,
> wenn man an anderem Ort schließen möchte, dass etwas in der Folge
> Vorhandenes in einer Zeile hocken müsste. Findest Du nicht auch?
Wieso ist aleph_0 etwas "in der Folge Vorhandenes"?
Es mag vielleicht hilfreich sein, die Folgen bei 0 beginnen zu
lassen. Dann hat eine bis n gehende Folge 0, 1, 2, ..., n die Anzahl
von n+1 Gliedern, ohne dass die Zahl n+1 darin vorkommt.
Vielleicht hilft das, zu ahnen, warum aleph_0 nicht in 0, 1, 2, ...
vorkommen muss und die Anzahl trotzdem aleph_0 ist.
Wenn das geschluckt ist, wirst Du zugeben müssen, dass die Anzahl
nicht wesentlich verändert wird, wenn man die führende 0 weglässt.
War als Hilfe zum Verständnis gedacht, denn irgendwo klemmt es ja.
Gruß,
Rainer