Ralf Goertz <m...@myprovider.invalid> schrieb:
> Der Torus T wird als kartesisches Produkt zweier Kreise interpretiert.
Ja. Der Standard-Torus ist homöomorph zu S¹ x S¹.
Das hat aber mit algebraischer Toplogie noch gar nichts zu
tun, sondern ist ganz "normale" Topologie.
Der Torus "ist" also S¹ x S¹, weil man in der Topolgie
homöomorphe Räume nicht unterscheidet.
> Nun ist es aber so, dass die eine Schleife a sich
> um eine beschränkte Teilmenge des ℝ³ schlängelt
> [...] Ist das nicht ein Widerspruch
Nein. In einem Fall geht es um den Torus, im anderen
Fall um eine Eigenschaft einer bestimmten Einbettung
des Torus in den ℝ³. Das eine hat erst mal mit dem
anderen nichts zu tun. Die Frage, welche Einbettungen
eines topologischen Raums es in einen anderen
topologischen Raum gibt, ist spannend, aber etwas
ganz anderes als nur die Betrachtung eines topologischen
Raums allein.
Und natürlich kannst Du wählen, welche der beiden
Kreiskopien Du auf die Kreiskopien im eingebetteten
Torus abbildets - insofern sind die Kreise natürlich
gleichberechtigt.
> Ich schätze, dass ℝ⁴\T zusammenhängend ist
Ohne Angabe der Einbettung ist die Frage nicht wohlgestellt.
Wenn Du die kanonische Einbettung T = M x {0} mit einem
Torus M in ℝ³ meinst, ist die Antwort natürlich positiv:
Allgemein kann man den Wegzusammenhang in diesem Fall sogar
für jede echte Teilmenge M des ℝ³ leicht nachrechnen.
Meiner Intuition nach ist ℝ⁴\T für jeden Raum T der
topologischen Dimension höchstens 2 zusammenhängend, also
insbesondere für jede Einbettung des Torus, aber es ist
auch möglich, dass ich mich täusche und man dazu etwas
mehr voraussetzen muss; eine C¹-glatte Einbettung sollte
in jedem Fall genügen.