VSCode and LaTex

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JVR

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Aug 29, 2022, 7:52:35 AMAug 29
to
Da vermutlich für andere von Interesse -
Ich habe bisher über die Jahrzehnte für LaTex und Tex verschiedene Bearbeitungsprogramme, TeXworks, Texmaker usw benutzt; und
natürlich Miktex. Das hat auch gut funktioniert und da sind auch keine
entscheidenden Unterschiede.
Overleaf ist wesentlich moderner und offensichtlich brauchbar, aber nach
einigen Probekäufen war mir die Umstellung zu mühsam bzw ich hatte zu wenig Bedarf für die zusätzlichen Möglichkeiten.

Jetzt schreibe ich einige längere Texte, so dass sich die Ineffizienz
der veralteten Editoren bemerkbar macht, und da habe ich eine modernere
Lösung gesucht.

Visual Studio Code, das es seit einigen Jahren gibt, kommt von MS,
ist aber Open Source und gratis. Ich benutze es seit Jahren als
'Development Environment' für diverse Programmiersprachen;
ist vergleichbar mit Atom und Sublime (aber für Apps ist Android Studio
geeigneter).

Jetzt war ich überrascht zu sehen, dass es für VSCode ein Latex
Plugin gibt und dass dieses ausgezeichnet funktioniert. Alles sehr
viel schneller und sauberer, PDF output praktisch sofort Seite an Seite.
Habe gleichzeitig auf saubere Bibtex Bearbeitung ungestellt usw.
Aber das Beste sind die 'Snippets'. Das sind Abkürzungen für die
häufigsten Funktionen; z.B. wird @/ umgewandelt in \frac{}{},
BEQ -> \begin{equation} \end{equation} usw usw
Man hat richtig Freude dran und wenig unangenehme Überraschungen.

paule32

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Aug 29, 2022, 1:12:09 PMAug 29
to
Hallo,

weiß jetzt nicht, aus welchem Kontext der letzte Post ist
oder war.

Aber für solche Fälle verwende ich lieber zeitloseres wie
Libre Office, und verfange mich nicht in irgendeiner Kosten-
spirale, die dann irgendwann mal kommen wird, damit das vor-
erst kostengünstige Programm mit Werbung verkauft wird.

Außerdem ist die Konfiguration von VSCode sehr gewöhnungsbe-
bedürftigt.

Aus diesen Grund verwende ich: https://imgur.com/8GrOEP6

Das ist Libre Office - ein Abstamm von OpenOffice.

Ich will da aber keinem ins Gewißen reden ...
Aber: die Gedanken sind frei...

paule32

Udo

unread,
Aug 31, 2022, 8:17:56 AMAug 31
to
JVR schrieb am Montag, 29. August 2022 um 13:52:35 UTC+2:
> Da vermutlich für andere von Interesse -
> Ich habe bisher über die Jahrzehnte für LaTex und Tex verschiedene Bearbeitungsprogramme, TeXworks, Texmaker usw benutzt; und
...
> Jetzt war ich überrascht zu sehen, dass es für VSCode ein Latex
> Plugin gibt und dass dieses ausgezeichnet funktioniert ...

Vielen Dank für diesen Hinweis.
Ich arbeite auch viel mit Visual Studio Code und habe das Latex Plugin installiert.
Allerdings hab ich bis jetzt nicht rausgefunden, wie ich das unter VS Code benutze.
Muss ich da zuvor eine vollständige Latex-Umgebung wie Miktex o.ä. installieren
oder funktioniert das allein mit der Erweiterung unter VS Code?
Und wenn ja - wie?
Gibt es da einen hilfreichen Link, wo das genauer erklärt wird?
Vielleicht stelle ich mich ungeschickt an, aber ich bin da nicht weiter gekommen.
Danke und Grüße
Udo

Ralf Goertz

unread,
Aug 31, 2022, 9:57:27 AMAug 31
to
Am Mon, 29 Aug 2022 04:52:33 -0700 (PDT)
schrieb JVR <jrenne...@googlemail.com>:

> Da vermutlich für andere von Interesse -
> Ich habe bisher über die Jahrzehnte für LaTex und Tex verschiedene
> Bearbeitungsprogramme, TeXworks, Texmaker usw benutzt; und natürlich
> Miktex. Das hat auch gut funktioniert und da sind auch keine
> entscheidenden Unterschiede. Overleaf ist wesentlich moderner und
> offensichtlich brauchbar, aber nach einigen Probekäufen war mir die
> Umstellung zu mühsam bzw ich hatte zu wenig Bedarf für die
> zusätzlichen Möglichkeiten.
>
> Jetzt schreibe ich einige längere Texte, so dass sich die Ineffizienz
> der veralteten Editoren bemerkbar macht, und da habe ich eine
> modernere Lösung gesucht.

Puristen mögen die Nase rümpfen, aber ich habe vor nunmehr 25 Jahren
beim Umstieg von Office-Programmen auf LaTeX lyx
<https://de.wikipedia.org/wiki/LyX> entdeckt und schätzen gelernt. Es
versteckt viel von der Komplexität von LaTeX, ohne dass einen das
einschränkt. (Man kan trotzdem noch alles machen, was LaTeX bietet, aber
man *muss* sich nicht mit zum Beispiel der Präambel herumschlagen, wenn
man das nicht möchte.) Besonders der Formeleditor ist hervorragend. Man
drückt STRG-M für eine eingebettete und STRG-SHIFT-M für eine
abgesetzte Formel und schreibt dann zum Beispiel "e^ i\pi +1=0". Nicht
nur, dass beim Schreiben die Formel im Editor aufgebaut wird, nachdem
man Escape gedrück hat (um wieder in den Nicht-Mathe-Modus zu wechseln),
wird die Formel mit LaTeX gerendert und an der Stelle dargestellt.

Ein STRG-R reicht, um ein pdf zu erzeugen und darzustellen. Bibtex wird
unterstützt genauso wie Grafiken und Tabellen, Indices und Anhänge,
Fußnoten und Randnotizen. Dabei sieht man in der Oberfläche
normalerweise keinen einzigen Backslash. Das erinnert sehr an
Officeprogramme, aber man hat kein WYSIWYG sondern WYSIWYM, wobei das M
für "mean" steht. D.h., dass zum Beispiel eine \section abgesetzt,
größer und fett gesetzt wird in der GUI, aber nicht so, wie es die
\documentclass vorsieht.

> Visual Studio Code, das es seit einigen Jahren gibt, kommt von MS,
> ist aber Open Source und gratis. Ich benutze es seit Jahren als
> 'Development Environment' für diverse Programmiersprachen; ist
> vergleichbar mit Atom und Sublime (aber für Apps ist Android Studio
> geeigneter).
>
> Jetzt war ich überrascht zu sehen, dass es für VSCode ein Latex
> Plugin gibt und dass dieses ausgezeichnet funktioniert. Alles sehr
> viel schneller und sauberer, PDF output praktisch sofort Seite an
> Seite. Habe gleichzeitig auf saubere Bibtex Bearbeitung ungestellt
> usw. Aber das Beste sind die 'Snippets'. Das sind Abkürzungen für die
> häufigsten Funktionen; z.B. wird @/ umgewandelt in \frac{}{},
> BEQ -> \begin{equation} \end{equation} usw usw Man hat richtig
> Freude dran und wenig unangenehme Überraschungen.

Wie gesagt STRG-SHIFT-M und dann ALT+M N, dann hat man eine nummerierte
Gleichung.

Ich gebe zu, gegen MS voreingenommen zu sein, und da ich ohnehin kein
Windows habe (und auch keins möchte)… Ach ja, gratis ist LyX natürlich
auch.

Ulrich D i e z

unread,
Sep 2, 2022, 6:46:45 PMSep 2
to
Am 29.08.22 um 13:52 schrieb JVR:

> Da vermutlich für andere von Interesse -
> Ich habe bisher über die Jahrzehnte für LaTex und Tex verschiedene Bearbeitungsprogramme, TeXworks, Texmaker usw benutzt; und
> natürlich Miktex. Das hat auch gut funktioniert und da sind auch keine
> entscheidenden Unterschiede.

MiKTeX und TeX Live sind gängige TeX-Distributionen.

TeXworks und TeXmaker sind Eingabe-Editoren/Schreibprogramme, mit denen
man .tex-Dateinen schreiben kann. Sie bieten auch etwas Infrastruktur, um
TeX bzw LaTeX nicht "von Hand" an der Kommandozeile aufrufen zu müssen,
um die .tex-Datei zu compilieren und so einen Haufen wichtiger, aber von
vielen nicht verstandener Fehlermeldungen und eine .pdf-Datei zu erhalten.

> Overleaf ist wesentlich moderner

Overleaf ist eine online-Plattform. Wenn man einen Account hat kann man
im Web-Browser einen Eingabeeditor für .tex-Dateien mit Benutzeroberfläche
aufrufen und auch eigene .tex-Dateien auf den Servern von Overleaf speichern.
Über die Benutzeroberfläche kann man auch die .tex-Datei compilieren lassen.
Unter der Haube verwendet Overleaf die TeX-Distribution TeX Live - man kann
in der Benutzeroberfläche einstellen welches Relese, d.h., ob TeX Live 2019
oder TeX Live 2020 oder TeX Live 2021.
Die beim Einloggen gestartete Session läuft aus einem Docker-Image, in
dem Linux mit TeX Live installiert ist.

Was ich nett finde, ist, dass auch knitr installiert ist.
Da kann man fröhlich in TeX, Lua und R gleichzeitig programmieren.

Was mich extrem nervt, ist, dass bei Overleaf der jobname immer auf "output"
eingestellt ist, die ausgegebene .pdf-Datei also immer output.pdf heißt und
es deshalb zB nicht möglich ist, verschieden benannte untereinander verlinkte
pdf-Dateien, gar mit gegenseitig ausfüllenden Formularen, zu erzeugen.

Was mich am meisten nervt, ist, dass TeX im nonstop-Modus ausgeführt wird,
bei wegen Tippfehlern nicht definierten Kontrollsequenzen also nicht anhält
um einen etwas eingeben zu lassen, und dass man auch die von TeX an die
Konsole gegebenen (Fehler-)Meldungen nicht zu Gesicht bekommt und einem
nach dem TeX- bzw LaTeX.-Lauf nur ein bizarres Exzerpt der beim LaTeX-Lauf
erzeugten .log-Datei angezeigt wird, mit dem man in der Regel nicht viel
anfangen kann, außer, dass man aus dem Umstand, dass es angezeigt wird,
schließen kann, dass man sich durchklicken und das richtige/komplette/
unverstümmelte .log-file anschauen sollte, weil es mit dem Quelltext, den
man geschrieben hat, beim Compilieren Probleme gegeben hat.

Außerdem hat man nicht die Möglichkeiten wie mit einer in die eigene
"Infrastruktur" eingebetteten TeX-Installation - zB kann man, wenn man
Overleaf nutzt, nicht mal eben LaTeX-Pakete nachinstallieren oder den
Compiler zB mit einer \write18-Anweisung Befehle an den Rechner geben
lassen, zB den Befehl, einen Datenbankserver - ich verwende MariaDB -
aufzurufen und Datensätze in einer Form auszugeben, die von TeX eingelesen
werden kann.

Für ernsthaftes Arbeiten bevorzuge ich eine TeX-Installation auf dem
eigenen Rechner.

Sowohl unter Windows 7/10/11 als auch unter Debian derzeit TeX Live 2022.

Als Eingabeeditor nehme ich unter Linux gerne Emacs oder Vim, aber das ist
Geschmackssache. Unter Linux tuts auch Leafpad. Unter Windows tuts auch
Notepad/Editor. Solange ich eine Shell habe, mit der ich TeX aufrufen kann.

> und offensichtlich brauchbar, aber nach
> einigen Probekäufen war mir die Umstellung zu mühsam bzw ich hatte zu wenig Bedarf für die zusätzlichen Möglichkeiten.

Meiner Wahrnehmung nach ist man bei Verwendung von Overleaf - aus dem
Blickwinkel der Plattformbetreiber aus gutem Grund - diversen Einschränkungen
unterwworfen, denen man nicht unterworfen ist wenn man TeX Live nicht über
Overleaf nutzt sondern auf dem eigenen Rechner installiert.

> Jetzt schreibe ich einige längere Texte, so dass sich die Ineffizienz
> der veralteten Editoren bemerkbar macht, und da habe ich eine modernere
> Lösung gesucht.

Welche "veralteten" Editoren findest du warum ineffizient?
Mein Emacs mit AucTeX tut wie ich mag.

Mit Visual Studio Code habe ich bisher kein SyncTeX vernünftig hinbekommen,
dass also der zum im pdf-Betrachter angeklickten Element gehörende
Quelltext im TeX-Eingabeeditor hingescrollt wird, was aber eh so eine
Sache für sich ist...

> Visual Studio Code, das es seit einigen Jahren gibt, kommt von MS,
> ist aber Open Source und gratis. Ich benutze es seit Jahren als
> 'Development Environment' für diverse Programmiersprachen;
> ist vergleichbar mit Atom und Sublime (aber für Apps ist Android Studio
> geeigneter).

Ich bin zu alt - ich bin einer dieser Dinosaurier, die keine Apps
entwickeln sondern Programme schreiben. ;-)

> Jetzt war ich überrascht zu sehen, dass es für VSCode ein Latex
> Plugin gibt und dass dieses ausgezeichnet funktioniert. Alles sehr
> viel schneller und sauberer, PDF output praktisch sofort Seite an Seite.

Hast Du mit VSCode SyncTeX hinbekommen?

> Habe gleichzeitig auf saubere Bibtex Bearbeitung ungestellt usw.
> Aber das Beste sind die 'Snippets'. Das sind Abkürzungen für die
> häufigsten Funktionen; z.B. wird @/ umgewandelt in \frac{}{},
> BEQ -> \begin{equation} \end{equation} usw usw
> Man hat richtig Freude dran und wenig unangenehme Überraschungen.

Hatte ich mit Emacs schon vor 20 Jahren. ;-)

Kann das VSCode eigentlich auch PASCAL, ALGOL, Fortran, BASIC und COBOL?

Mit freundlichem Gruß

Ulrich

Ulrich D i e z

unread,
Sep 2, 2022, 6:56:22 PMSep 2
to
Am 03.09.22 um 00:46 schrieb Ulrich D i e z:

> Overleaf ist eine online-Plattform. Wenn man einen Account hat kann man
> im Web-Browser einen Eingabeeditor für .tex-Dateien mit Benutzeroberfläche
> aufrufen
[...]
> Was mich am meisten nervt, ist, dass TeX im nonstop-Modus ausgeführt wird,
[...]

Was beim kostenlosen Overleaf-Account auch zu beachten ist:
Das Compilieren der .tex-Eingabedatei ist in der Zeitdauer begrenzt.
Wenn das Compilieren zu lange dauert wird abgebrochen.

Einerseits kann man es wohl nicht anders machen wenn man Tex im nonstop-Mode
laufen lässt und verhindern will, dass das Programm, wenn jemand eine Endlos-
Schleife programmiert hat, ewig läuft.

Andererseits ist das aber recht unlustig wenn der LaTeX-Lauf bei einem
aufwändigen Dokument, zB mit vielen TikZ-Bildchen, vorzeitig abbricht und
man keine pdf-Datei bekommt.

Ulrich

paule32

unread,
Sep 2, 2022, 6:58:39 PMSep 2
to
Am 03.09.2022 um 00:46 schrieb Ulrich D i e z:
> Kann das VSCode eigentlich auch PASCAL, ALGOL, Fortran, BASIC und COBOL?

ja.
ist halt nur ein wrapper.


JVR

unread,
Sep 3, 2022, 4:50:53 AMSep 3
to
Ursprünglich war Tex total ungenießbar - unter DOS oder Unix irgendwie zum Laufen
gebracht, massenweise eigene Macros usw. Mit Latex wurde es wesentlich brauchbarer,
aber die Installation und die Aktualisierungen waren Glückssache bis MikTex verfügbar
wurde. Als Softwaresystem ist Tex ein schrecklicher Murks, auch der Satz auf dem
"page layout" Niveau unbrauchbar, Graphiken nicht vorgesehen - aber der Satz mathematischer
Formeln so großartig, dass man alles andere akzeptierte.
Damals benutzte man irgendeinen Text-Editor - einfach den, an den man gewöhnt war;
vi auf Unix oder sonst was. Dann kamen Verarbeitungsprogramme wie TexWorks usw auf,
die aber nicht entscheidende Vorteile brachten.

Ich war überrascht, wie gut VSCode - mit dem entsprechenden Plugin - funktioniert und
auch wie problemlos die Umstellung ist. Deshalb dachte ich, ich mache die Leute hier
darauf aufmerksam. Im wesentlichen hat man alle Möglichkeiten, die man von modernen
Entwicklungsumgebungen erwartet.

Tom Bola

unread,
Sep 3, 2022, 10:32:37 AMSep 3
to
JVR schrieb:
VS ist wirklich grossartig.

Ulrich D i e z

unread,
Sep 3, 2022, 12:10:41 PMSep 3
to
Am 03.09.22 um 10:50 schrieb JVR:

> Ursprünglich war Tex total ungenießbar

Das dürfte daran liegen, dass früher Computer insgesamt ungenießbar waren. ;-)

> aber die Installation und die Aktualisierungen waren Glückssache bis MikTex verfügbar
> wurde.

Meiner Meinung nach hat Web2C den Durchbruch für die Verwendung von TeX auf Heim-PCs
gebracht. Unter MS-DOS bin ich seinerzeit zB auch gut mit teTeX von Thomas Esser
zurechtgekommen.

> Als Softwaresystem ist Tex ein schrecklicher Murks, auch der Satz auf dem
> "page layout" Niveau unbrauchbar, Graphiken nicht vorgesehen - aber der Satz mathematischer
> Formeln so großartig, dass man alles andere akzeptierte.

Knuth hat zu einer Zeit mit TeX und Metafont angefangen, als es fast nichts
anders Brauchbares gab.

Die Idee, dem Programmierer die Möglichkeit zu geben, über das \special-Primitive
Daten in die Ausgabedatei (damals "Device-independent (dvi) output files", heutzutage
auch bzw vorwiegend .pdf) zu schreiben, die Anweisungen direkt im Format der
Ausgabedatei darstellen, ist meiner Meinung nach ein Geniestreich, denn damit
kann man TeX an das Zunehmen der Fähigkeiten und Möglichkeiten derjenigen Programme
anpassen, die zum Anzeigen der Ausgabedateien verwendet werden.

Es ist nicht so, dass Grafiken etc in TeX selbst nicht vorgesehen waren.

Diese Dinge waren in den frühen Zeiten in den Standards der Datenformate der
Ausgabedateien nicht vorgesehen. Diese Standards wiederum stammen aber nicht
von Knuth.

ZB der .dvi-Standard für die Ausgabedateien, die Knuths TeX produziert, wurde
nicht von Knuth entwickelt, sondern im Jahr 1978 von David Fuchs.

Knuth hat alles getan, was anbetrachts des damaligen Standes der Technik
möglich war, um zukünftige Entwicklungen auch mit TeX nutzen zu können.

Genau deshalb wird es heutzutage, wo die Möglichkeiten der Anzeigeprogramme
enorm sind, auch mit TeX/LaTeX immer leichter.

Ganz früher habe ich hin und wieder kleinere Abbildungen direkt in Knuths
METAFONT geschrieben und in TeX als Schriftzeichen einer selbstkreierten
Schrift verwendet. Als dann die Umwandlung in PostScript und von PostScript in
pdf Mode wurde, bin ich dazu übergegangen, kleine eps-Dateien im Textformat
direkt von Hand zu erzeugen - später auch direkt von TeX aus zB mittels
`filecontents*`-Umgebung - , und größere Sachen mit MetaPost zu machen - der
Quelltext war ja auch Textformat, der zB mittels filecontents*-Umgebung
in den .tex-Code integriert werden konnte, sodass nach Erzeugen der MetaPost-
Datei von TeX aus mittels \write18 das Programm MetaPost aufgerufen und die
.eps-Datei erzeugt und dann per `\includegraphics` ins Dokument eingefügt
werden konnte.
Als vor 22 Jahren dann PfaEdit, später umbenannt in FontForge, aufkam, konnte
ich Abbildungen auch als type1-Fonts realisieren und als Schriftart in die
pdf-Datei einbetten, was, wenn die selben Abbildungen mehrmals im Dokument
erscheinen sollten, Speicherplatz sparte, weil die Abbildung nur einmal in
die pdf-Datei eingebettet werden musste.

Heutzutage mit dem AcroTeX-Bundle und mit TikZ/pgf hat man fürs Erstellen
von Abbildungen etc mit TeX eh eine Art eierlegende Wollmilchsau.

> Damals benutzte man irgendeinen Text-Editor - einfach den, an den man gewöhnt war;
> vi auf Unix oder sonst was. Dann kamen Verarbeitungsprogramme wie TexWorks usw auf,
> die aber nicht entscheidende Vorteile brachten.

Ich hab solche Sachen, abgesehen von einer Phase in der ich unter Windows mit
WinEdt gearbeitet habe, nie benutzt. ;-)

> Ich war überrascht, wie gut VSCode - mit dem entsprechenden Plugin - funktioniert und
> auch wie problemlos die Umstellung ist. Deshalb dachte ich, ich mache die Leute hier
> darauf aufmerksam. Im wesentlichen hat man alle Möglichkeiten, die man von modernen
> Entwicklungsumgebungen erwartet.

Was macht dieses Plugin alles?

- Syntax-Highlighting?
- Konfiguriert es die Entwicklungsumgebung so, dass man, sofern eine
TeX-Distribution installiert ist, die TeX-Datei über eine Menüführung
compilieren kann?
- Falls ja: Wie ist es mit der Anzeige von Meldungen, die der Compiler
an die Konsole abgibt, und kann man TeX auch im \errorstopmode oder
im interaction-mode laufen lassen?
- Wie ist es mit SyncTeX?

Mit freundlichem Gruß

Ulrich

JVR

unread,
Sep 4, 2022, 10:44:21 AMSep 4
to
Ich wollte nur auf die brauchbare Möglichkeit mit VSCode hinweisen, falls jemand Alternativen sucht.
Das Plugin heißt "Latex Workshop". Beschreibung findet man online.

Tex Fehlermeldungen waren schon immer eine Schwachstelle. Daher immer in kurzen
Abständen kompilieren. Hier ist 'compile on save' nützlich.

Carlo XYZ

unread,
Sep 5, 2022, 4:51:32 AMSep 5
to
JVR schrieb am 03.09.22 um 10:50:

> Ich war überrascht, wie gut VSCode - mit dem entsprechenden Plugin - funktioniert und
> auch wie problemlos die Umstellung ist. Deshalb dachte ich, ich mache die Leute hier
> darauf aufmerksam. Im wesentlichen hat man alle Möglichkeiten, die man von modernen
> Entwicklungsumgebungen erwartet.

Lass stecken. Der Profi hat für Mac, Windows und Linux exzellente
TeX-Arbeitsumgebungen zur Verfügung (TeXShop, TeXStudio und andere),
und das bereits seit Längerem. Da müsste VSCode schon erheblichsten
Mehrwert bieten.

BTW: LaTeX mit Capital-X.

JVR

unread,
Sep 5, 2022, 5:52:24 AMSep 5
to
Kurioserweise entstehen immer wieder Glaubensgemeinschaften. Diese
Dinge sind heutzutage sehr schnelllebig. Es ist sinnvoll, gelegentlich
zu schauen, was es sonst noch alles gibt.

Carlo XYZ

unread,
Sep 5, 2022, 6:32:11 AMSep 5
to
JVR schrieb am 05.09.22 um 11:52:
Andererseits: Never change a running system.

Sinnvoll im Wesentlichen also nur, wenn Unzufriedenheit mit einem
bestehenden System herrscht, oder eventuell aus Neugier/Langeweile.
Das hat mit "Glaubensgemeinschaft" nichts zu tun.

JVR

unread,
Sep 5, 2022, 6:41:26 AMSep 5
to
"Never change a running system" ist in diesem Zusammenhang ein klarer Fehler,
schon seit langem; ohne Grund häufig zu wechseln ebenfalls.

paule32

unread,
Sep 5, 2022, 8:25:39 AMSep 5
to
Am 05.09.2022 um 12:41 schrieb JVR:
> "Never change a running system" ist in diesem Zusammenhang ein klarer Fehler,
> schon seit langem; ohne Grund häufig zu wechseln ebenfalls.

Also, ich freudiger Windows 10 Benutzer, da es erheblich einfacher
ist Konfigurationen mit einen graphische Assistenten zu Erstellen,
als immer wieder mit Text-Editoren iregendwelche Textdateien unter
der Konsole zu Ändern.

Auf der anderen Seite ist es aber auch besser freie Komponenten zu
nutzen, worunter auch LaTeX steht.

In der Vergangenheit habe ich einen größeren Text mit Bildern unter
Word schreiben wollen.
Irgendwann wars dann soweit, das der Speicher nicht mehr reichte,
Word abstürzte, und die Arbeit von mehreren Wochen zerstörte, da es
nicht in der Lage war, Fragmente wieder zusammen zu Setzen.

Dann hatte ich LaTeX für mich gefunden, was anfangs sehr Lehrnübung
benötigte.

Heute nutze ich Libre Office, was auch frei ist, aber im Gegensatz
zu Microsoft Produkten, ohne Lizenzkosten auskommt.
Ab und zu Spende ich den OpenSource Geld, was dann auch dafür ver-
wendet wird, um das Eine oder Andere Projekt am Leben zu halten.

Aber meist findet sich jemand, der eine Alte Software auf einen neuen
Stand dadurch bringt.

Anders bei Microsoft: wenn die beschließen, den Support einsetellen
zu müssen, dann ist das so, und man muss sich im schlimmsten Fale
neue Hardware und Software kaufen.

OpenSource Programme sind da eher zeitloser.

Aber nichts desto trotz, keine Windows Anwendungen einzusetzen.
Wer Windows mag und beide Seiten: Linux/OpenSource und Windows vereinen
kann, dann ist das in meiner Sicht der Dinge okay.

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