ich werde dieses Jahr anfangen zu studieren, weiss aber bis jetzt
noch nicht genau, was ich studieren will. Ein Studiengang der
mich interessiert ist technische Kybernetik (gibts in Stuttgart
und Magdeburg). Gibt es hier jemanden der das studiert hat?
Ich habe Stimmen gehört die gesagt haben, dass der Studiengang
sehr viel Mathe enthält. Es ist nicht so, dass mir Mathe keinen
Spass macht, aber ich doch eher Praktiker als Theoretiker.
Was ist von den Studienorten zu hören? Stuttgart soll ganz nett
sein (sowohl Uni als auch Stadt), von Magdeburg hab ich bis
jetzt nur gehört, dass die Stadt nicht so toll sein soll.
Inwiefern spielt es eine Rolle, wo ich mein Diplom mache,
hinsichtlich der PISA-Ergebnisse von Baden-Württemberg und
Sachsen-Anhalt? Kann man von den Ergebnissen der PISA-Studie
auch auf die Qualität der Uni schliessen? (Schliesslich hat ein
Sachsen-Anhalter (heissen die so? ;-) nicht das gleiche Vorwissen
wie ein Bayer.)
Damit komme ich auch auf die Frage, wie es mit Jobs für
Kybernetiker aussieht. Die Unis preisen die Jobaussichten ja
ganz toll an, allerdings kenne ich auch einige Leute die
Kybernetik studiert haben, und dann arbeitslos waren. Auch
habe ich schon gehört, dass Arbeitgeber mit dem Begriff
"Kybernetiker" nichts anfangen können, und ihn somit auch
nicht einstellen.
Es würde mich freuen, wenn mir jemand bei der suche nach
"meinem" Studienfach etwas behilflich wäre. :-)
MfG
Heinz
Heinz König wrote:
> ich werde dieses Jahr anfangen zu studieren, weiss aber bis jetzt
> noch nicht genau, was ich studieren will. Ein Studiengang der
> mich interessiert ist technische Kybernetik (gibts in Stuttgart
> und Magdeburg). Gibt es hier jemanden der das studiert hat?
> Ich habe Stimmen gehört die gesagt haben, dass der Studiengang
> sehr viel Mathe enthält. Es ist nicht so, dass mir Mathe keinen
> Spass macht, aber ich doch eher Praktiker als Theoretiker.
ich habe an der TU München Elektrotechnik mit Studienrichtung
Informationstechnik und Schwerpunkt Kybernetik studiert - inwieweit das
mit einem Studiengang Technische Kybernetik korreliert, weiss ich nicht,
aber vielleicht eine kurze Beschreibung, was typische Lerninhalte sind:
Prinzipiell versucht die Kybernetik, natürliche Vorgänge mit
Ingenieursmethoden zu beschreiben. Grundlage dazu sind
Informationstheorie/Nachrichtentechnik, Regelungstechnik und
statistische Methoden. Wie man sieht, steckt da eine ganze Menge
Mathematik drin, aber das ist in jedem Ingenieurstudium so ;-)
Daneben kommt natürlich auch ein wenig Biologie ins Spiel.
In meinem Studium waren wesentliche Inhalte Spieltheorie,
Mustererkennung, Psychooptik und Psychoakustik (also die Beschreibung
von Sehen und Hören mit Hilfe nachrichtentechnischer Methoden). Aus dem
Gebiet der Psychoakustik stammen übrigens Errungenschaften wie die
Cochlea-Implantate und das MP3-Kompressionsverfahren. Also schon ganz
praktische Dinge ...
> Was ist von den Studienorten zu hören? Stuttgart soll ganz nett
> sein (sowohl Uni als auch Stadt), von Magdeburg hab ich bis
> jetzt nur gehört, dass die Stadt nicht so toll sein soll.
> Inwiefern spielt es eine Rolle, wo ich mein Diplom mache,
> hinsichtlich der PISA-Ergebnisse von Baden-Württemberg und
> Sachsen-Anhalt? Kann man von den Ergebnissen der PISA-Studie
> auch auf die Qualität der Uni schliessen? (Schliesslich hat ein
> Sachsen-Anhalter (heissen die so? ;-) nicht das gleiche Vorwissen
> wie ein Bayer.)
Ich denke, dass die Qualität der Universitäten nur bedingt mit PISA
korreliert - NRW hat ja auch nicht so krönend abgeschnitten, aber die
RWTH Aachen soll gar nicht mal ganz so schlecht sein ;-)
> Damit komme ich auch auf die Frage, wie es mit Jobs für
> Kybernetiker aussieht. Die Unis preisen die Jobaussichten ja
> ganz toll an, allerdings kenne ich auch einige Leute die
> Kybernetik studiert haben, und dann arbeitslos waren. Auch
> habe ich schon gehört, dass Arbeitgeber mit dem Begriff
> "Kybernetiker" nichts anfangen können, und ihn somit auch
> nicht einstellen.
Ich würde sagen, dass Kybernetik eine ganze Menge sehr gut brauchbares
Grundwissen vermittelt; daraus folgt, dass das mögliche Arbeitsgebiet
nach dem Studium auch recht breit ist. Man wird ohnehin nur höchst
selten genau das machen, was man studiert hat.
> Es würde mich freuen, wenn mir jemand bei der suche nach
> "meinem" Studienfach etwas behilflich wäre. :-)
Mir hat diese Studienrichtung enorm Spass gemacht, weil sie einen
grossen Bogen von der Technik zur Biologie bzw. auch Medizin schlägt und
schon dadurch relativ interdisziplinär angelegt ist.
Lass Dich nicht zu sehr von den momentanen scheinbaren Berufsaussichten
irritieren, das kann sich schnell ändern (siehe "Mobilfunk"). Mit einem
Ingenieurstudium ist man eigentlich nie total verloren, und
antizyklisches Verhalten war auch noch nie verkehrt.
Viel Spass und Erfolg,
Thomas
--
Dipl.-Ing. Thomas Burchardi
Lehrstuhl für Messtechnik und Bildverarbeitung - RWTH Aachen
Institute for Measurement Techniques and Image Processing
- University of Technology Aachen
_/ _/_/_/ _/ _/ D-52056 Aachen, Germany
_/ _/ _/_/ _/_/ phone: +49 241 80 2 78 66
_/ _/_/ _/ _/ _/ fax: +49 241 80 22200
_/ _/ _/ _/ mailto:tho...@LfM.RWTH-Aachen.De
_/_/_/_/ _/ _/ _/ http://www.lfm.rwth-aachen.de
http://www.mpi-magdeburg.mpg.de/kybernetik/windows/index.html
Der hohe Mathe-Anteil ist ja offensichtlich, aber wie gesagt ist das in
jedem technischen Studiengang so. Mir persönlich erscheint die Techn.
Kybernetik in Magdeburg sehr interessant, bei der Ausrichtung sehe ich
für später reichlich Arbeitsmöglichkeiten in verschiedenen
Industriebereichen.
Über Magdeburg konnte ich auch das eine oder andere erfahren, da diese
Woche ein Prof. von dort als Gastdozent bei uns ist. Die Stadt selbst
soll nicht so viel hermachen, wohl aber die Umgebung schön sein.
Natürlich ist kulturell nicht so viel geboten wie in einer größeren
Stadt, aber die studentischen bzw. universitären Veranstaltungen
scheinen in puncto Qualität und Quantität gut zu sein. Aufgrund der
relativ geringen Studentenzahlen ist auch das Betreuungsverhältnis recht
gut.
HTH,