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Antihaftbeschichtung für Stahl (1.4301) gegen warmes Glas (800-900°C)

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Florian Rist

unread,
Apr 17, 2013, 7:57:31 PM4/17/13
to
Hallo,
hat vielleicht zuf�llig jemand eine Idee f�r so etwas wie eine
Antihaftbeschichtung auf der warmes, weiches Glas mit ca. 800-900�C
nicht haftet. Konkret w�rde ich gern die Haftung auf Edelstahl
loswerden, aber wenn es Mittel gibt, dass nur mit einem anderen Tr�ger
funktioniert, geht das sicher auch. Mir f�llt nur gar nichts ein, nach
dem ich umschauen k�nnte.

Glas ist deutlich polar, wohl die auch im warmen Zustand. Die Viskosit�t
bei diesen Temperatur liegt so um die 0.5 Pa*s. F�r die
Oberfl�chenspannung hab nur einen Wert jenseits des Liquidustemperatur,
das w�ren so 0.3 N/m, vermutlich bei niedrigerer Temperatur noch h�her.

Trotz der hohen Oberfl�chenspannung benetzt es polierte Edelstahlfl�chen
(Temperatur wie die des Glases) leider ganz hervorragend.

Tja und nun? Wonach k�nnte ich suchen? Irgendeine Idee?

Gr��e
Flo

Ole Jansen

unread,
Apr 18, 2013, 2:45:12 AM4/18/13
to
Moin,

Am 18.04.2013 01:57, schrieb Florian Rist:

>
> Trotz der hohen Oberfl�chenspannung benetzt es polierte Edelstahlfl�chen
> (Temperatur wie die des Glases)

Was f�r ein Glas? Unter Luft oder Schutzgas? Vakuum?

> leider ganz hervorragend.

Die Glasbl�ser benutzen gerne nasses Holz
oder Speckstein ;-)

>
> Tja und nun? Wonach k�nnte ich suchen? Irgendeine Idee?

Beschichter, die keramische Beschichtungen (Eventuell Yttriumoxid?)
auf Stahl aufbringen k�nnen.

Frag doch mal die Experten bei der Helmut Schmidt Uni in Hamburg,
Institut f�r Werkstofftechnik.

O.J.

Uwe Hercksen

unread,
Apr 18, 2013, 7:32:39 AM4/18/13
to


Florian Rist schrieb:

> hat vielleicht zuf�llig jemand eine Idee f�r so etwas wie eine
> Antihaftbeschichtung auf der warmes, weiches Glas mit ca. 800-900�C
> nicht haftet. Konkret w�rde ich gern die Haftung auf Edelstahl
> loswerden, aber wenn es Mittel gibt, dass nur mit einem anderen Tr�ger
> funktioniert, geht das sicher auch. Mir f�llt nur gar nichts ein, nach
> dem ich umschauen k�nnte.
>
Hallo,

da gibt es doch das Verfahren zur Herstellung von Flachglas bei dem man
das hei�e, weiche Glas auf einem Bad aus geschmolzenem Zinn schwimmen
l�sst. Nat�rlich in reduzierender Atmosph�re damit das Zinn nicht oxidiert.

Bye

Carsten Thumulla

unread,
Apr 19, 2013, 7:17:16 AM4/19/13
to
Am 18.04.2013 01:57, schrieb Florian Rist:
>
> Antihaftbeschichtung auf der warmes, weiches Glas mit ca. 800-900ᅵC
> nicht haftet.

Beschichtungen halten oft nicht lange.


> Tja und nun? Wonach kᅵnnte ich suchen? Irgendeine Idee?

Warum soll es nicht benetzen? Ein Tiegel? Versuch mal Graphit.


ct

Florian Rist

unread,
Apr 19, 2013, 3:02:52 PM4/19/13
to
Hallo Ole

> Was für ein Glas?

Kalk-Natron Glas, das übliche Fensterglas, oder Borosilikatglas.

> Unter Luft oder Schutzgas? Vakuum?

Am liebsten Luft, aber ich könnte auch für eine Stickstoff oder Argon
Atmosphäre sorgen. Die zwei Gase hätt ich da, alles andere müsste ich
besorgen (wobei, Sauerstoff und Acetylen gäbs noch)

> Die Glasbläser benutzen gerne nasses Holz
> oder Speckstein

Nasses Holz kenn ich, da schwebt das Glass auf der Dampfschicht. Das mit
Speckstein ist mir neu, werde ich probieren.


>> Tja und nun? Wonach könnte ich suchen? Irgendeine Idee?
>
> Beschichter, die keramische Beschichtungen (Eventuell Yttriumoxid?)
> auf Stahl aufbringen können.

OK, ich schau mal ob es da jemand gibt und vielleicht find ich was über
Yttriumoxid.

Viele Grüße
Flo

Florian Rist

unread,
Apr 19, 2013, 3:04:31 PM4/19/13
to
Hallo Carsten

>> Antihaftbeschichtung auf der warmes, weiches Glas mit
>> ca. 800-900°C nicht haftet.
>
> Beschichtungen halten oft nicht lange.

Das wär kein Problem, wenn sich ein Guss ausgeht würde das schon reichen.

> Warum soll es nicht benetzen?

Ich bräuchte einen Guss in einer Edelstahlform. Damit die Oberfläche des
Glases sich sauber an die Oberfläche ges Stahls legt musst der heiß sein
(>600°C) und dann verbindet sich das Glas dummerweise untrennbar mit dem
Stahl, bezw. es zerspringt bis auf eine dünne Schicht auf der
Oberfläche, weil die Ausdehnungskoeffizienten natürlich ganz verschieden
sind.

> Ein Tiegel?

Nein, als Tiegel verwende ich Keramik, die wird auch benetzt, aber das
macht nix.

> Versuch mal Graphit.

Geht nicht, Graphit wird genauso benetzt.

Grüße
Flo

Florian Rist

unread,
Apr 19, 2013, 3:04:41 PM4/19/13
to
Hallo Uwe

> da gibt es doch das Verfahren zur Herstellung von Flachglas bei
> dem man das hei�e, weiche Glas auf einem Bad aus geschmolzenem
> Zinn schwimmen l�sst.

Ja, aber da wird's immer flach, ich br�uchte das um einen Guss in einer
(hei�en) Edelstahlform zu machen.

> Nat�rlich in reduzierender Atmosph�re damit das Zinn nicht oxidiert.

Ja, im wesentlichen Wasserstoff...

Gr��e
Florian

Rolf Sonofthies

unread,
Apr 19, 2013, 5:09:43 PM4/19/13
to
Am 18.04.13 01:57, schrieb Florian Rist:

> Trotz der hohen Oberfl�chenspannung benetzt es polierte Edelstahlfl�chen
> (Temperatur wie die des Glases) leider ganz hervorragend.
>
> Tja und nun? Wonach k�nnte ich suchen? Irgendeine Idee?

Glash�tte fragen, bevorzugt Pressglasherstellung, nicht Flachglas!

Rolf

Bodo Mysliwietz

unread,
Apr 19, 2013, 5:20:14 PM4/19/13
to
Am 19.04.2013 21:04, schrieb Florian Rist:

>> Warum soll es nicht benetzen?
>
> Ich brᅵuchte einen Guss in einer Edelstahlform. Damit die Oberflᅵche des
> Glases sich sauber an die Oberflᅵche ges Stahls legt musst der heiᅵ sein
> (>600ᅵC) und dann verbindet sich das Glas dummerweise untrennbar mit dem
> Stahl, bezw. es zerspringt bis auf eine dᅵnne Schicht auf der
> Oberflᅵche, weil die Ausdehnungskoeffizienten natᅵrlich ganz verschieden
> sind.

Nur was ᅵndert eine Antihaftbeschichtung an den unterschiedlichen
Ausdehungskoeffizienten? Nichts!

Es muᅵte eine mehrteilige Stahlform sein die "nachgeben" kann. Sprich
auseinander gehen kann.
--
Glᅵck Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/

Florian Rist

unread,
Apr 19, 2013, 5:37:21 PM4/19/13
to
Hallo Bodo

> Nur was ᅵndert eine Antihaftbeschichtung an den unterschiedlichen
> Ausdehungskoeffizienten? Nichts!

Nun, es haftet nicht mehr. Klebt nicht mehr unlᅵsbar auf dem Stahl. Aber
Du den verschiedenen Ausdehungskoeffizienten.

> Es muᅵte eine mehrteilige Stahlform sein die "nachgeben" kann. Sprich
> auseinander gehen kann.

Ja, das ist in meinem Fall genau so. Die eine Flᅵche praktisch flach, da
kann sich nichts verhaken und die Seiten sind nachgiebig bzw. mit einem
nachgiebigen Kermaikfaserplatte belegt. Die mᅵsste dann ca. 0.4mm
aufnehmen, bei einem 100mm Breite, das wᅵre kein Problem.

Grᅵᅵe
Flo


Carsten Thumulla

unread,
Apr 20, 2013, 12:46:20 AM4/20/13
to
Am 19.04.2013 21:04, schrieb Florian Rist:
>
>> Versuch mal Graphit.
>
> Geht nicht, Graphit wird genauso benetzt.

Das ist mir neu. Glasblᅵser nehmen gelegentlich Kohlestifte aus
Batterien, ich habe schon Kohle und Graphit genommen. Ist vielleicht
eine Frage der Temperatur.


ct

Volkhard Kuhn

unread,
Apr 20, 2013, 3:12:22 AM4/20/13
to
Moin Moin dr Friends,

>>> Warum soll es nicht benetzen?
>>
>> Ich brᅵuchte einen Guss in einer Edelstahlform. Damit die Oberflᅵche des
>> Glases sich sauber an die Oberflᅵche ges Stahls legt musst der heiᅵ sein
>> (>600ᅵC) und dann verbindet sich das Glas dummerweise untrennbar mit dem
>> Stahl, bezw. es zerspringt bis auf eine dᅵnne Schicht auf der
>> Oberflᅵche, weil die Ausdehnungskoeffizienten natᅵrlich ganz verschieden
>> sind.
>
> Nur was ᅵndert eine Antihaftbeschichtung an den unterschiedlichen
> Ausdehungskoeffizienten? Nichts!
>
> Es muᅵte eine mehrteilige Stahlform sein die "nachgeben" kann. Sprich
> auseinander gehen kann.

schau mal nach dem Begriff Kollak, Coate oder Schlichte als Trennmittel
aus dem Aluminum-Bereich.


--
Infos about Foundrywork visit >>> homepage.alice.de/kein.email <<<
oder via E-Link Node 319638 with VoIP.

Christoph Müller

unread,
Apr 20, 2013, 3:25:52 AM4/20/13
to
Da greift man gerne auf Kapton (Vespel) zur�ck. Geht aber nur bis ca.
400�C. Der Op. braucht aber 600�C. Da f�ngt dann auch schon Kohlenstoff
zu brennen an.

In Anlehnung an die Filmverdampfung mit nassem Holz w�re vielleicht an
eine verdampfende bzw. sublimierende Beschichtung zu denken. Dann gibt's
auch mit der Edelstahlform eine Filmverdampfung wie beim nassen Holz.

--
Servus
Christoph M�ller
http://www.astrail.de
Message has been deleted

Carsten Thumulla

unread,
Apr 20, 2013, 8:42:46 AM4/20/13
to
Am 20.04.2013 11:34, schrieb Ralf . K u s m i e r z:
>
> Oder schau mal, ob man dem Stahl nicht die passende Beschichtung
> (Emaillierung?)

ups, das war nix, das hat er ja schon


ct

Ole Jansen

unread,
Apr 22, 2013, 1:39:46 AM4/22/13
to
Moin,

Am 19.04.2013 21:02, schrieb Florian Rist:

>>> Tja und nun? Wonach k�nnte ich suchen? Irgendeine Idee?

Ach so, es geht um Gie�en.

Bist Du K�nstler?

<http://www.glas-sonderanfertigung.de/bildergalerien/gussglas.html>

So was in der Art?
F�r Glas Gie�en in Stahlformen gibt es anscheinend etablierte Techniken.

>>
>> Beschichter, die keramische Beschichtungen (Eventuell Yttriumoxid?)
>> auf Stahl aufbringen k�nnen.

Willst irgendeine eine Produktionsanlage ausstatten oder ist Die Form
ein Wegwerfteil?

>
> OK, ich schau mal ob es da jemand gibt und vielleicht find ich was �ber
> Yttriumoxid.

<http://www.a-m.de/englisch/produkte/y2o3-g.htm>

Ich kenne das als Trennmittel f�r Sinter�fen.
Ziemlich reaktionstr�ge, bleibt selbst in Gegenwart von Titan inert.

F�r Deine Anwendung reicht evtl. auch was weniger Anspruchsvolles.


O.J.

Florian Rist

unread,
Apr 22, 2013, 2:56:31 PM4/22/13
to
Hallo Ole

> Bist Du Künstler?

Hmm, wie man's nimmt, eher Architekt, aber hier geht's um Forschung.

> Für Glas Gießen in Stahlformen gibt es anscheinend
> etablierte Techniken.

Ja, leider ist das aber für mich nicht brauchbar. Der übliche Ansatz ist
aus einem hitzebesändigen feinen Pulver mit Wasser oder Alkohol einen
Schlamm anzurühren und damit die Form zu bepinseln oder auszuschwenken
oder so, meinst in mehren Schichten.

Ich brauch allerdings ein möglichst exaktes Abbild der Fläche, ist eine
optische Freiform Fläche. Wo bei die Anforderungen nicht mit üblicher
Optik vergleichbar sind, aber eben doch höher als in dem Glaskunstumfeld.

Leider steht aber nicht viel mehr an Equipment als dort zur Verfügung -
sprich ein größerer Ofen, ein kleiner Ziegelofen, etc. was den Formenbau
wiederum angeht sind die Möglichkeiten aber recht, 5achs
Bearbeitungszentrum.

> Willst irgendeine eine Produktionsanlage ausstatten oder ist
> Die Form ein Wegwerfteil?

Noch keine Anlage, aber es schon auch darum zu zeigen, was später auf
einer einfachen (nicht für optische Gläser gebauten) Anlage möglich
wäre. Ein paar Kopien sollte die From aber schon hergeben, sonst kann
ich gleich weiter das Glas direkt bearbeiten.

> Ich kenne das als Trennmittel für Sinteröfen.
> Ziemlich reaktionsträge, bleibt selbst in Gegenwart von Titan inert.

Was ähnliches hab ich schon probiert: Bornitrit

Auch als ganz feines Pulver mit Alkohol und Wasser aufgesprüht. Das hat
sich aber nicht bewährt, alles total verklebt. Allerdings könnte es
schon sein, dass da noch was drin ist, durch Anpassung von Temperatur
und Zeit.

> Für Deine Anwendung reicht evtl. auch was weniger Anspruchsvolles.

Das Dumme ist, dass ich für den Guss in eine kalte Form nicht schnell
genug bin. Vermutlich müsste man das Glas mit Druck injizieren. So was
zu bauen ist dann doch recht aufwändig. Hmm, vielleicht auch nicht, ich
könnte ja recht leicht einen Trichter machen, Galstropfen rein, Deckel
drauf und aus der Flasche Stickstoff hineindrücken. So was darf einem
aber nicht um die Ohrenfliegen.

Grüße
Flo



Christoph Müller

unread,
Apr 23, 2013, 3:16:38 AM4/23/13
to
Am 22.04.2013 20:56, schrieb Florian Rist:

> Das Dumme ist, dass ich für den Guss in eine kalte Form nicht schnell
> genug bin. Vermutlich müsste man das Glas mit Druck injizieren. So was
> zu bauen ist dann doch recht aufwändig. Hmm, vielleicht auch nicht, ich
> könnte ja recht leicht einen Trichter machen, Galstropfen rein, Deckel
> drauf und aus der Flasche Stickstoff hineindrücken. So was darf einem
> aber nicht um die Ohrenfliegen.

Probier's vielleicht auch mal mit "künstlicher Schwerkraft". Baue dir
ein Karussell und drehe es so schnell, wie du es brauchst.

--
Servus
Christoph Müller
http://www.astrail.de

Florian Rist

unread,
Apr 23, 2013, 4:27:09 AM4/23/13
to
Hallo Christoph

> Probier's vielleicht auch mal mit "künstlicher Schwerkraft".
> Baue dir ein Karussell und drehe es so schnell, wie du es brauchst.


Hmm, Schleuderguss, daran hab ich noch nicht gedachte. Könnte keine
schlechte Idee sein, unangenehm nur, dass die Form so 15 kg wiegt. Könnt
aber natürlich eine leichtere machen.

Grüße
Flo

Uwe Hercksen

unread,
Apr 23, 2013, 5:00:25 AM4/23/13
to


Florian Rist schrieb:
>
> Hmm, Schleuderguss, daran hab ich noch nicht gedachte. Könnte keine
> schlechte Idee sein, unangenehm nur, dass die Form so 15 kg wiegt. Könnt
> aber natürlich eine leichtere machen.

Hallo,

wenn die Rotation etwas bewirken soll brauchst Du ja einige g
Zentrifugalbeschleunigung. Da muß die benutzte Zentrifuge und auch die
Form dafür ausgelegt sein die auftretenden Kräfte auszuhalten.
Herumfliegendes heißes Glas und Metallteile könnten recht gefährlich sein.

Bye

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