On Fri, 25 Jan 2013 16:50:05 +0100, "horst-d.winzler"
<
horst.d...@web.de> wrote:
>>
>> Wann willst du mit einem Systemwechsel anfangen und wann aufh�ren?
>> Beispiel: Du hast 5 Zimmer mit klassischer Nullung. Dieses Jahr willst
>> du ein Zimmer renovieren. Nimmst du ein Systemwechsel vor? Ja oder
>> nein?
>
>Ganz klar, ich w�rde f�r dieses Zimmer eine Leitung von der Z�hlertafel
>verlegen. Es gibt Umst�nde, da diskutiere ich nicht. Erl�utern tu ich es
>schon. ;-)
>
Dann ist es doch wieder fast eine Kernsanierung. Du must f�r die
Zimmer, die die n�chsten Jahre renoviert werden auch gleich neue
Zuleitungen legen, sonst f�ngst du die n�chsten Jahre wieder von vorne
an.
Deine bessere H�lfte sagt jetzt aber sie will nur das eine Zimmer
renovieren, und nicht auch noch den Flur, Treppenhaus, Tapete �ber
Abzweigdosen aufrei�en usw. Also bleiben die Zuleitungen doch alt. Was
dann? :-)
>> Wenn ja: Warum ausgerechnet hier? Trotz alter Zuleitung und Sicherung
>> zum Zimmer. Genauso kannst du auch mit einer neuen zus�tzlichen
>> Steckdose argumentieren.
>> Wenn nein: Bei weiteren Renovierungen bleibst du immer beim alten
>> System. Mit diesem Argument kannst du auch in 50 Jahren noch eine
>> zweiadrige Verdrahtung rechtfertigen.
>
>So einfach ist es nicht. Der Fall um den wir hier diskutieren, ist
>lediglich eine Steckdose zus�tzlich installieren. Allerdings auch nicht
>mehr. Bei gr��eren Installationsarbeiten neu Ltg. zur Z�hlertafel.
Und in 10 Jahren kommt noch eine Steckdose, die klassisch genullt
wird. Dann in 10 Jahren kommt... Irgendwann muss mal Schlu� sein. Und
dieser Punkt sollte nach �ber 40 Jahren l�ngst gekommen sein.
>
>> Um solch ein Wischi-Waschi zu verhindern hat der Gesetzgeber eine
>> klare Linie vorgeben: Beim Austausch von defekten Bauteilen greift der
>> Bestandschutz und die Steckdose darf auch ohne FI ausgewechselt
>> werden.
>> Bei Erweiterungen und Neuinstallationen m�ssen die geltenden
>> Vorschriften eingehalten werden (Steckdose nur mit FI). Dies ist
>> g�ngige Praxis.
>> Der OP hat ein Beispiel daf�r gleich mitgeliefert: Der Umbau auf
>> Drehstrom ist nur m�glich, wenn der Z�hlerschrank auf den neuesten
>> Stand gebracht wird.
>
>Bei solchen Umbauten ist Umstellung der Wohnung notwendig. Sind jetzt
>alle Unklarheiten ausger�umt? ;-)
Die Umstellung in der Wohnung ist die Umverdrahtung der UV auf
Drehstrom (wenn nicht sowieso schon vorhanden). Keine grosse Sache. Es
sei denn, die Zuleitung und UV soll auch ausgetauscht werden.
>
>>>>>
>>>>>> Besser ein FI bei klassischer Nullung, als gar kein FI.
>>>>>>
>>>> Der FI-Schutz funktioniert auch bei klassischer Nullung.
>>>
>>> Nur wenn der FI nicht die ganze Anlage sichern soll.
>
>Ist eine Wackelsache. Denn auf Isofehlern kann bei klassischer Nullung
>nur die Sicherung reagieren und die auch nur, wenn der Fehlerwiderstand
>nicht zu hochohmig ist.
>
Ja, aber wo ist der Nachteil gegen�ber gar keinen FI?
>Desweiteren kommt ein psycholgischer Effekt hinzu. Bei Anwesenheit von
>FI meinen viel Zeitgenossen, sie h�tten nun Rundumsicherheit. Der
>"�bliche" Respeckt vor der Netzspannung wird unterdr�ckt. Und geanu das
>f�ht oft zu leichtsinnigem Verhalten. Leider.
>
Diese Erfahrung habe ich zum Gl�ck noch nicht so gemacht. Eher wissen
die meisten Laien gar nicht wie ein FI funktioniert, wof�r er da ist,
und das man gelegentlich die Pr�ftaste bet�tigen sollte.
>>
>>> Wenn bei klassicher Nullung und FI ein Isolationsfehler auftritt gibs
>>> zwei M�glichkeiten. Ist der Isofehler zwischen N und PE besteht keine
>>> Gefahr. Liegt er aber zwischen L und PE sollte die Sicherung ansprechen.
>>> Der FI kann in beiden F�llen nicht reagieren.
>>>
>> Das ist im Prinzip richtig. Es gibt aber noch eine dritte
>> wahrscheinlichere und dem FI-Schutz entsprechend wichtigere
>> M�glichkeit: Wenn es zum Stromunfall kommt, flie�t durch den
>> menschlichen K�rper ein Strom zur Erde weg. Der FI wird trotz der
>> klassischen Nullung den Fehlerstrom bemerken und rechtzeitig ausl�sen.
>
>Sicher, das funktioniert nur, wenn der Fehlerstrom eben nicht �ber den
>FI flie�t. Das ist aber bei klassicher Nullung oft nicht m�glich.
Der Strom sucht sich den k�rzesten Weg. Und das ist mit ziemlich hoher
Wahrscheinlichkeit nicht �ber die PEN-Br�cke zur�ck zum FI. Bei einem
elektrischem Schlag sollte der FI immer ausl�sen, egal ob mit PE oder
PEN-Br�cke.
>
>> Deshalb bin ich auch ein Bef�rworter, wenn m�glich, auch bei
>> klassischer Nullung einen FI einzubauen.
>>
>> Das wird vorher dem Kunden erkl�rt. Wenn er dann auf die Steckdose
>> verzichten will... Ich werde auf keinen Fall f�r ihn die Vorschriften
>> missachten.
>>
>
>Dazu folgendes pdf. Da wird Bestandsschutz erl�utert und besonders der
Ein interessanter Text. Vieles bleibt aber offen und zweideutig. Zwei
Passagen fande ich aber wichtig. Ich zitiere:
F�r eine elektrische Anlage, die am Ende ihrer Lebensdauer angekommen
ist (Betriebszeit �blicherweise 40 Jahre), kann der Bestandschutz
grunds�tzlich nicht mehr geltend gemacht werden.
und:
Neue Stromkreise und Anlagenteile sind, wie bereits beschrieben, nach
den aktuellen elektrischen Sicherheitsnormen zu errichten. Bestand
haben k�nnen nur Anlagenteile, die im Rahmen der Anpassung oder
Erweiterung nicht ver�ndert werden, aber auch nur dann, wenn sich
dieser Bestand nicht nachteilig auf die Betriebs- und
Sicherheitsbedingungen des Gesamtsystems auswirkt.
Ich habe auf zwei E-Check Lehrg�ngen genau diesen Fall gelernt mit der
zus�tzlichen Steckdose in einer alten Anlage.
Es mag sein, das dies rechtlich noch nicht hunderprozentig
ausgefochten ist. Man sollte als Fachmann, schon aus reinen
Eigenschutz, sich auf der sicheren, als auf der f�r Kunden billigeren
Seite aufhalten und immer auf einen FI-Schutz bestehen.