Am 14.01.2018 um 01:49 schrieb Kay Martinen:
> Am 13.01.2018 um 21:46 schrieb Michael S.:
>> Am 13.01.2018 um 21:12 schrieb Kay Martinen:
>>
>>> Also was mich angeht. Ein Multimeter zum Durchgang messen hast du doch
>>> schon. So was gehört m.E. nicht in einen Duspol.
>>
>> Dann mache ich wieder mit zwei Geräten rum.
>
> Na und? Mit einem Gerät allein wird das selten was. Besorge dir neben
> dem Duspol mit Tauchspulmeßwerk lieber noch einen Klassischen Testboy.
> Und nimm das Multimeter nur für Zweifelsfälle dazu. Duspol um den Hals
> hängen, Testboy in die Tasche und du hast die Hände frei.
Ziemlich groß das Teil :-)
Naja, sowas ähnliches habe ich sogar. War mal ein Bausatz, den ich bei
einem Schüler-Praktikum bei Bosch in den 90er Jahren zusammengelötet
habe. Etwa so groß wie ne Zigarettenschachtel, blaues Kunststoffgehäuse
mit 2 langen Leitungen dran. Der taugt sogar zur Netzspannungsdetektion,
weil er dann mit 50 oder 100Hz brummt statt wie beim Durchgangspiepser
nur zu piepen. Ne Glimmlampe ist auch drin. Eigentlich geniales Teil.
Der hat beim Piepen auch keine feste Schwelle, wird nur leiser, wenns
höherohmig wird.
https://www.ghvtrading.cz/data/imgs/444b-5701b.jpg
Naja, leider kann der halt auch nicht wirklich niederohmig messen.
>
>> Aktuell ist es halt so, dass
>> ich mir einen Wolf suche, wo welche Leitung in diesem Haus hinführt und
>> wo diese verfluchten Verbindungen zwischen PE und N sitzen (klassische
>> Nullung). Wenn ich da mit nem Duspol messen möchte, ob der eine Draht
>> niederohmig mit dem anderen verbunden ist, dann geht das nicht. Wenn der
>> dann piept und <100k gefunden hat, kann das in so einer alten
>> Installation alles mögliche bedeuten.
>
> Das scheint mir eher ein Praktiker-Problem zu sein. Kann es sein das dir
> die Elektro-Praxis Als Elektronik-Entwickler schlicht fehlt? Ein paar
> Vorschläge hätte ich.
Natürlich habe ich nicht die Praxis eines beruflichen
Elektroinstallateurs, woher auch.
>
> Zum identifizieren der (grob funktionierenden) Stromkreise und Automaten
> kannst du eine Kleine Lampe oder ein altes Tischradio nehmen (je nach
> dem ob du die Stelle von der UV aus eher Sehen oder hören kannst) und
> damit die Zuleitungen von Räumen und Licht/Steckdosen identifizieren.
> Das sollte man notieren und auch an den Zuleitungen Dran schreiben (Z.b.
> Kreppband beschriften und als Fahne drum kleben). Kannst auch mit einem
> Zweiten Mann als Helfer arbeiten der dein Testgerät von Dose zu Dose
> stöpselt.
Das ist vielleicht ne "Praktiker"-Lösung, Du kannst mir aber nicht
erzählen, dass das jemand im beruflichen Umfeld so macht. Geht aber an
meinen derzeitigen Schwierigkeiten eh vorbei.
>
> Wenn du eh die gesamte Alt-Anlage auf den Rücken legen willst, dann
> macht es auch Sinn dann anschliessend in der/den Verteilungen und Dosen
> alles auseinander zu pflücken was da ist. Wenn du alles zerlegt hast
> dann bleiben nur lauter Einzelverbindungen über. Da finden sich
> unerwünschte Verbindungen leichter. Und da dann alles Stromlos sein
> sollte kannst du auch mit einem Testboy die einzelnen Adern durch
> "quitschen". Einfach in die Steckdose stecken oder per Kroko an die
> Drähte klipsen und so lange andere Drähte zusammen halten bis er piepst.
> Etwas feines Schmirgelpapier für angelaufene Drähte ist nicht verkehrt.
> Sonst misst du nur die Patina auf dem Kupferdraht und kommst nie da durch.
So ähnlich mache ich das ja schon. Die praktischen Probleme sind dann
z.B. die, dass man mir nicht gestattet, die frisch renovierten Wände an
den Verteilerdosen einfach auf Verdacht aufzumachen, denn da ist ne
Tapete drauf, die sich nachher nicht mehr unsichtbar flicken lässt.
> Ab hier sollte mal jemand der das besser weiß zu Erweiterung/Renovierung
> von Altanlagen etwas sagen. Denn an eine Alte Anlage einfach etwas neues
> Dran zu flicken ist Technisch und Rechtlich ein Problem (für den der es
> macht) - denke ich jedenfalls.
Weiß ich. Auch hier ein Praktiker Problem. Am Ende soll die ganze Anlage
den derzeitigen Vorschriften entsprechen. Ich kann aber nicht alles auf
einmal auseinanderreißen, weil das Haus bewohnt ist. Ich muss also immer
nur so viel rausreißen, was ich bis Abends ersetzt bekomme. Rechtlich
ist das eigentlich nicht erlaubt, es kann mir aber keiner erzählen, dass
das die Profis anders machen. Vor manchen Dosen steht der riesige
Schlafzimmerschrank oder die Wohnzimmerwand. Die kann ich nicht
wochenlang vorgezogen lassen.
>
> Wenn du alle Phasen, Null und PE (soweit vorhanden) auftrenntest dann
> kannst du ja beliebig messen.
Ja, wenn das Haus nicht bewohnt wäre, wäre das alles sehr einfach.
Abends muss halt alles wieder funktionieren. Ich lege Wert drauf, dass
der Sicherheitsstandard abends nicht schlechter ist als vor meinen Arbeiten.
> Wenn das aus den 50'ern ist dann wird's da
> kaum PE geben
Doch, 80% der Kabel sind schon durch dreiadrige ersetzt und haben auch
die aktuellen Farben. Die restlichen sind noch aufzuspüren.
Gestern ne klassische Nullung entdeckt, die hinter einem RCD
funktioniert hat. Da wurde PE in einer Verteilerdose einfach auf den N
geklemmt und das echte PE nicht angeschlossen. Und das hat definitiv ein
"Profi" gemacht.
> und wenn du schon renovierst dann solltest du Rat vom
> Elektrofachmann vor Ort einholen ob und wo du welche Leitung erneuern
> MUSST, oder kannst.
Das wichtigste ist schon professionell gemacht worde. Es sitzt ein neuer
Verteiler da, alles über RCD angeschlossen, eigentlich perfekte
Vorbedingungen. Ich löse nun noch die letzten Stromkreise auf, die noch
an dem alten Verteiler mit ihren Schraubsicherungen hängen. Diese alten
Stromkreise sind zu 80% nach aktuellem Standard verdrahtet, es gibt aber
immer wieder irgendwo zweiadrige Verbindungen und klassische Nullungen
in verschiedenen Abzweigdosen. Die muss ich alle aufspüren. Und da wäre
ein Durchgangsprüfer, der niederohmige Verbindungen von hochohmigen
unterscheiden kann, nicht schlecht. Ich will nämlich nicht jeden Abend
von den verfügbaren 2h eine Stunde dazu nutzen, alle Geräte aus den
Steckdosen zu ziehen und alle Leuchtmittel aus den Lampen zu schrauben.
> Oder es besser nicht anrührst. Ich denke aber es
> wäre insgesamt einfacher alle alten Strippen aus den Wänden zu reißen
> und komplett MIT PE neu zu legen. Eine Altverteilung kannst/musst du
> dann eh neu machen - mit neuen Automaten.
Genau das mache ich. Ich denke, das einzige, was ich nicht leisten
werde, ist, dass später jede einzelne Leitung die aktuellen Kabelfarben
hat. Wenn da dreiadrige Mantelleitungen mit den 70er-Jahre-Farben
eingegipst sind, dann werde ich die so nutzen (rot=PE), weil ich den
Bewohnern nicht verkaufen kann, die Wände nur wegen den Kabelfarben
aufzureißen. Dass die Isolation u.U. alt und brüchig sein kann, ist mir
klar, das ist das Restrisiko. Aber so lange der Neuzustand sicherer ist
als der Altzustand, ist das ja schonmal ein riesen Fortschritt.
>> Das mit dem FI fehlt, klar. Aber da habe ich Zugriff auf so einen
>> Steckdosen-Testboy, mit dem man das alles sehr einfach an jeder
>> Steckdose testen kann.
>
> Der Piept aber nicht, oder nur wenn Strom da ist oder?
https://files.elv.com/bilder/artikel/Produkte/7/712/71227/Internet//normalneu/71227_F02_GeSchuki2.jpg
Nutzen wir in der Firma, um regelmäßig die Steckdosen zu prüfen. Hat mit
Durchgangsprüfer nichts zu tun.
> Ein Guter Alter
> Testboy mit Clip und Hängeöse kann zwar keinen Strom ab, er hat aber
> eine Lampe und einen Piepser die beide Durchgang melden. Oft sogar in
> Zwei empfindlichkeits-stufen. Und mit der Öse kann man ihn leicht an
> einen krumm gebogenen Draht hängen.
>
> Hmm, sind die Dinger eigentlich noch erlaubt? Was benutzt man denn heute
> stattdessen?
Ich habe nur den hier gefunden:
https://www.testboy.de/produkte/durchgangspruefer/produkt/testboy_2/
Und da sehe ich keinen Mehrwert zu meinem schon vorhandenen Equipment.
Vor allem muss ich da noch Messstrippen dabei haben, die dann regelmäßig
verloren gehen.
>
> Sicher, ein übliches Multimeter ist unhandlicher aber man kann
> mindestens eine Meßstrippe mit einer Krokoklemme versehen und spart so
> eine Hand. Dann passt es wieder. Es gibt natürlich auch Stift-Multimeter.
Eigentlich hätte der teure Duspol digital alles, was man so braucht, der
kann auch Widerstand messen. Ist mir aber zu teuer dafür, dass ich doch
relativ selten größere Elektro-Installationsarbeiten mache. Ich mache
das ja nicht, um mir regelmäßig was dazu zu verdienen, das wäre mir
rechtlich eh zu heiß, nicht nur wegen der Steuer, auch wegen der Haftung
gegenüber Fremden.
Ich mache das nur bei mir zu Hause und nun halt bei meinem Vater für
umme. Danach ist wieder Jahre lang nichts mehr.
Michael