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Freileitungen in den USA

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Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 7, 2011, 1:00:02 PM11/7/11
to


Hallo allerseits,


ich bin dabei, die Fotos aus meinem Bildarchiv heraus-
zusuchen, auf denen Freileitungen zu sehen sind. Zu-
naechst habe ich die Fotos zusammengestellt, welche
einen Abschnitt der Freileitungen in Yonkers, einer Stadt
etwas noerdlich von New York am Hudson River, zeigen.

http://3.bp.blogspot.com/-mJkcsftnCrA/TrgXCRxDS_I/AAAAAAAAKjI/B2RHIG4zmWg/s1600/NYC%2BYonkers%2B2011%2B253.jpg

Es wuerde mich interessieren, was dort alles an Kabel-
fuehrung zu sehen ist. Auf mehreren Etagen sind die
Holzmasten mit Leitungen zugehaengt. Dazu gehoeren
zusaetzliche technische Anlagen. Die Abzweigstellen,
von denen aus Leitungen zu Gebaeuden gefuehrt sind,
habe ich auch dokumentiert.

http://2.bp.blogspot.com/-HRNJHf11LvQ/TrgW2qqtlHI/AAAAAAAAKi8/DODO3kTBib4/s1600/NYC%2BYonkers%2B2011%2B254averkl.jpg
http://4.bp.blogspot.com/-xixLr2zz_qk/TrgV4TNEoYI/AAAAAAAAKg4/1YXZHvgimlQ/s1600/NYC%2BYonkers%2B2011%2B265averkl.jpg

Obwohl manche Masten recht schief stehen, scheint man
keine Aengste gehabt zu haben, weitere Leitungen an-
zuhaengen.

http://2.bp.blogspot.com/-6KcYXKqH7Jc/TrgWIT7SJAI/AAAAAAAAKhc/ZjnK6FBrp6A/s1600/NYC%2BYonkers%2B2011%2B262averkl.jpg

Wenn Kabel ueber einer Kreuzung in einer Kurve zu fueh-
ren sind, liess man sich etwas einfallen. Es muss kein
stromfuehrendes Kabel sein, was in der Abbildung zu se-
hen ist.

http://3.bp.blogspot.com/--i04AFwUohk/TrgUj5GB7SI/AAAAAAAAKec/xFMDSw88btE/s1600/NYC%2BYonkers%2B2011%2B279averkl.jpg

http://1.bp.blogspot.com/-IqGu6aLj4kw/TrgVsbGB2MI/AAAAAAAAKgg/3kae0xI6ZnQ/s1600/NYC%2BYonkers%2B2011%2B267averkl.jpg

Ueberlandleitungen, etwa eine solche, die ich gestern nahe
Woodstock, bekannt durch ein Open Air Konzert, sah,
die Doerfer in den Catskill Mountains mit Strom versorgen,
sind auch an Holzmasten montiert, sehen aber etwas
schlichter aus, da sie nicht so exzessiv mit Leitungen und
Geraeten uebersaet sind.

Hier der gesamte bisher eingestellte Fotostream:

http://freileitungenindenusa.blogspot.com/2011/11/freileitungen-in-yonkers.html

Mit der Zeit ergaenze ich die Fotos um die anderen Frei-
leitungen, die von mir dokumentiert wurden.

K.L.



Peter Koerber

unread,
Nov 7, 2011, 1:55:26 PM11/7/11
to
K.L.
> naechst habe ich die Fotos zusammengestellt, welche
> einen Abschnitt der Freileitungen in Yonkers, einer Stadt
> etwas noerdlich von New York am Hudson River, zeigen.
>
> http://3.bp.blogspot.com/-mJkcsftnCrA/TrgXCRxDS_I/AAAAAAAAKjI/B2RHIG4zmWg/s1600/NYC%2BYonkers%2B2011%2B253.jpg

Das übliche Schema, wie man es praktisch rund um den Globus sieht
(ausser in hochentwickelten Gebieten Europas, wo alles im Boden drin ist
und nur die grossen Übertragungsleitungen als Freileitungen ausgelegt sind):

In der Oberen Etage die (meist) 20 KV-Leitungen, ab und zu mal ein Trafo
(offenbar dein fotografisches Lieblingssujet), der dann auf die
Consumer-Voltage runtertransformiert und in der unteren Etage die
isolierten Kabel mit der Consumer-Voltage (in den U.S.A. eben 110 V),
von welchen dann die Hausanschlüsse abzweigen. Die untere Etage geht
kreuz und quer, ohne jegliche Rücksicht auf allfällige
Hochspannungs-Freileitungen in der oberen Etage.

Das was Du mit Deinen Fotos zeigst, ist die Feinverteilung in Wohn- und
Industriegebieten. Fernübertragungsleitungen sind in den U.S.A. auch
nicht jedem Zweifel erhaben...
Peter

Ralf Meinig

unread,
Nov 7, 2011, 2:08:38 PM11/7/11
to
Am 07.11.2011 19:00, schrieb Karl-Ludwig Diehl:

> Hallo allerseits,

[...Bilderflut...]

Diese Bilder bestärken mich in meinem Vorurteil (zugegebenermaßen nicht
selbst erlebt, nur aus Bildern und Schilderungen von Kollegen), das es
sich im ländlichen Bereich der USA um, man verzeihe mir den abwertenden
Ausdruck, westrussische bis südostasiatische Verhältnisse bei der
NS-Verteilung handelt. Und die Versorgungsausfälle in einem von
Witterungsunbilden heimgesuchten Land werden so erst recht erklärlich.

>
> K.L.

Gruß Ralf

Clemens Schueller

unread,
Nov 7, 2011, 2:21:50 PM11/7/11
to
Der Meinung bin ich allerdings auch. Vor allem der letzte Satz.

Die Spannung von 110 Volt is auch ein Kuriosum, denn die Stromkreise
müssen doppelt so stark wie bei uns abgesichert werden.

Und übers Einphasen-Dreileiternetz will ich erst gar nicht reden -->
Problematik der Schieflast.



--
GreetinX, Clemens Schueller

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 7, 2011, 3:01:46 PM11/7/11
to
Ich hielt mich monatelang in der ehemaligen Sowjetunion
auf und hatte Gelegenheit, mit dem Auto weit ueber Land
zu reisen. Auch in Sibirien tummelte ich mich. Bloss: die
Stromleitungen blieben mir nicht in Erinnerungen.

Hat jemand Abbildungen, um einen Vergleich machen zu
koennen?

K.L.


Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 7, 2011, 3:03:36 PM11/7/11
to
On 7 Nov., 20:21, Clemens Schueller <schue...@yline.com> wrote:
> Ralf Meinig schrieb am 07.11.2011:
>
> > Am 07.11.2011 19:00, schrieb Karl-Ludwig Diehl:
> >> Hallo allerseits,
>
> > [...Bilderflut...]
>
> > Diese Bilder bestärken mich in meinem Vorurteil (zugegebenermaßen
> > nicht selbst erlebt, nur aus Bildern und Schilderungen von Kollegen),
> > das es sich im ländlichen Bereich der USA um, man verzeihe mir den
> > abwertenden Ausdruck, westrussische bis südostasiatische Verhältnisse
> > bei der NS-Verteilung handelt. Und die Versorgungsausfälle in einem
> > von Witterungsunbilden heimgesuchten Land werden so erst recht
> > erklärlich.
/.../
> Die Spannung von 110 Volt is auch ein Kuriosum, denn die Stromkreise
> müssen doppelt so stark wie bei uns abgesichert werden.

Ist das ein wirkliches Problem, das technischen Aufwand auf die
Spitze treibt. Mir kommt in den USA vieles vereinfacht vor.

> Und übers Einphasen-Dreileiternetz will ich erst gar nicht reden -->
> Problematik der Schieflast.

Schieflast?

Gruesse
K.L.

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 7, 2011, 2:57:55 PM11/7/11
to
On 7 Nov., 19:55, Peter Koerber <peter.koerber_NOS...@freesurf.ch>
wrote:
> K.L.Diehl wrote:
> > naechst habe ich die Fotos zusammengestellt, welche
> > einen Abschnitt der Freileitungen in Yonkers, einer Stadt
> > etwas noerdlich von New York am Hudson River, zeigen.
> >http://3.bp.blogspot.com/-mJkcsftnCrA/TrgXCRxDS_I/AAAAAAAAKjI/B2RHIG4...
>
> Das übliche Schema, wie man es praktisch rund um den Globus sieht
> (ausser in hochentwickelten Gebieten Europas, wo alles im Boden drin ist
> und nur die grossen Übertragungsleitungen als Freileitungen ausgelegt sind):

Es gibt natuerlich auch die grossen metallenen Hoch-
spannungsmasten und kleinere Metallmasten.

> In der Oberen Etage die (meist) 20 KV-Leitungen, ab und zu mal ein Trafo
> (offenbar dein fotografisches Lieblingssujet), der dann auf die
> Consumer-Voltage runtertransformiert und in der unteren Etage die
> isolierten Kabel mit der Consumer-Voltage (in den U.S.A. eben 110 V),
> von welchen dann die Hausanschlüsse abzweigen. Die untere Etage geht
> kreuz und quer, ohne jegliche Rücksicht auf allfällige
> Hochspannungs-Freileitungen in der oberen Etage.

Ich bin drei oder vier Strassen abgegangen und habe moeglichst
Mast fuer Mast fotografiert, was es da zu sehen gibt. Manches
duerfte sich dadurch wiederholen. Prioritaeten habe ich mir keine
gesetzt. Ich sollte vielleicht einige Fotos so auswerten, dass
eine Nummerierung der Kabelarten und Elemente zu sehen ist
und kommentiert werden kann.

> Das was Du mit Deinen Fotos zeigst, ist die Feinverteilung in Wohn- und
> Industriegebieten. Fernübertragungsleitungen sind in den U.S.A. auch
> nicht jedem Zweifel erhaben...

Die grossen Ueberlandleitungen habe ich noch nicht foto-
grafiert.

Normalerweise dokumentiere ich aus baugeschichtlichen
Gruenden in den USA Gebaeude oder Siedlungs-
strukturen, Parks und Gaerten. Bruecken sind hier
auch sehr eindrucksvoll. Ich war allerdings etwas er-
staunt ueber die Freileitungen. Einen solchen Stan-
dard hatte ich hier nicht erwartet. Der aufgefundene
Zustand wirkt auf mich nostalgisch. Ich fuehle mich
in die deutsche Nachkriegszeit versetzt.

K.L.


Clemens Schueller

unread,
Nov 7, 2011, 3:14:58 PM11/7/11
to
Karl-Ludwig Diehl schrieb am 07.11.2011 um 21:03:
> On 7 Nov., 20:21, Clemens Schueller <schue...@yline.com> wrote:
>> Ralf Meinig schrieb am 07.11.2011:
>> > Am 07.11.2011 19:00, schrieb Karl-Ludwig Diehl:


>> >> Hallo allerseits,
>>
>> > [...Bilderflut...]
>>
>> > Diese Bilder bestärken mich in meinem Vorurteil (zugegebenermaßen
>> > nicht selbst erlebt, nur aus Bildern und Schilderungen von Kollegen),
>> > das es sich im ländlichen Bereich der USA um, man verzeihe mir den
>> > abwertenden Ausdruck, westrussische bis südostasiatische Verhältnisse
>> > bei der NS-Verteilung handelt. Und die Versorgungsausfälle in einem
>> > von Witterungsunbilden heimgesuchten Land werden so erst recht
>> > erklärlich.
> /.../
>> Die Spannung von 110 Volt is auch ein Kuriosum, denn die Stromkreise
>> müssen doppelt so stark wie bei uns abgesichert werden.

Was ich noch vergessen habe: Die Leiterquerschnitte müssen daher auch
dementsprechend dicker dimensioniert sein, also sind sie auch schwerer
und es besteht ein höherer Aufwand der Leitungsbefestigung auf den
Masten.


> Ist das ein wirkliches Problem, das technischen Aufwand auf die
> Spitze treibt. Mir kommt in den USA vieles vereinfacht vor.
>
>> Und übers Einphasen-Dreileiternetz will ich erst gar nicht reden -->
>> Problematik der Schieflast.
>
> Schieflast?

Aus Wikipedia:


--8<---------------cut here---------------start------------->8---
Unter Schieflast versteht man die ungleichmäßige Belastung der
Außenleiter eines Dreiphasenwechselstromnetzes (Drehstromnetzes).

Werden keine Gegenmaßnahmen ergriffen, kann die Schieflast zu Schäden in
Kraftwerksgeneratoren und Transformatoren führen.

Ein weiteres Beispiel für das Auftreten von Schieflast sind
Einphasen-Dreileiternetze, wie sie vor allem im nordamerikanischen Raum
vorkommen. Bei diesem System können durch die Struktur bedingt an einer
Transformatorenstation einphasige Verbraucher nur auf einen Außenleiter
des Mittelspannungsnetzes aufgeschaltet werden.
--8<---------------cut here---------------end--------------->8---



--
GreetinX, Clemens Schueller

Horst-D.Winzler

unread,
Nov 7, 2011, 4:03:03 PM11/7/11
to
Am 07.11.2011 20:57, schrieb Karl-Ludwig Diehl:

> Normalerweise dokumentiere ich aus baugeschichtlichen
> Gruenden in den USA Gebaeude oder Siedlungs-
> strukturen, Parks und Gaerten. Bruecken sind hier
> auch sehr eindrucksvoll. Ich war allerdings etwas er-
> staunt ueber die Freileitungen. Einen solchen Stan-
> dard hatte ich hier nicht erwartet. Der aufgefundene
> Zustand wirkt auf mich nostalgisch. Ich fuehle mich
> in die deutsche Nachkriegszeit versetzt.
>

Es gehört zum Selbstverständnis der US-Amerikaner, der Arbeit hinterher
zu ziehen. Folglich wird man nur soviel Aufwand treiben, wie nötig. Man
weiß ja nicht, wie lange man an einer Stelle wohnt.

Die frühen Farmer zumeißt im Süden der USA haben mW das Land auch nur
solange bebaut, bis es ausgelaugt war. Dann zog man weiter. Bauern aus
den damaligen deutschen Ländern haben das nicht gemacht, sie betrieben
eine nachhaltige Landwirtschaft. So wie sie es gewohnt waren. Das war
ungewöhnlich für angelsächsische Farmer.

BTW die untere Kabelebene der Masten wird für Telefonkabel und
Kabelfernsehen genutzt.
--
mfg hdw

Joerg

unread,
Nov 7, 2011, 5:02:42 PM11/7/11
to
Peter Koerber wrote:
> K.L.
>> naechst habe ich die Fotos zusammengestellt, welche
>> einen Abschnitt der Freileitungen in Yonkers, einer Stadt
>> etwas noerdlich von New York am Hudson River, zeigen.
>>
>> http://3.bp.blogspot.com/-mJkcsftnCrA/TrgXCRxDS_I/AAAAAAAAKjI/B2RHIG4zmWg/s1600/NYC%2BYonkers%2B2011%2B253.jpg
>>
>
> Das übliche Schema, wie man es praktisch rund um den Globus sieht
> (ausser in hochentwickelten Gebieten Europas, wo alles im Boden drin ist
> und nur die grossen Übertragungsleitungen als Freileitungen ausgelegt
> sind):
>
> In der Oberen Etage die (meist) 20 KV-Leitungen, ab und zu mal ein Trafo
> (offenbar dein fotografisches Lieblingssujet), der dann auf die
> Consumer-Voltage runtertransformiert und in der unteren Etage die
> isolierten Kabel mit der Consumer-Voltage (in den U.S.A. eben 110 V),
> von welchen dann die Hausanschlüsse abzweigen. Die untere Etage geht
> kreuz und quer, ohne jegliche Rücksicht auf allfällige
> Hochspannungs-Freileitungen in der oberen Etage.
>

Die unteren beiden dicken Straenge sind normalerweise Telefon und
Kabelfernsehen.

20kV ist das hier meist nicht, normalweise etwas niedriger.


> Das was Du mit Deinen Fotos zeigst, ist die Feinverteilung in Wohn- und
> Industriegebieten. Fernübertragungsleitungen sind in den U.S.A. auch
> nicht jedem Zweifel erhaben...


Was gibt es denn daran konkret auszusetzen?

https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=File:High_Voltage_Lines_in_Washington_State.tif&page=1

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

Peter Koerber

unread,
Nov 7, 2011, 6:52:34 PM11/7/11
to
Joerg,
> Die unteren beiden dicken Straenge sind normalerweise Telefon und
> Kabelfernsehen.

Ach ja, die dritte und unterste Etage - Kommunikation - habe ich vergessen!

>> Fernübertragungsleitungen sind in den U.S.A. auch
>> nicht jedem Zweifel erhaben...
>
>
> Was gibt es denn daran konkret auszusetzen?
>

Weil vielfach eben auch die Fernübertragungsleitungen bei extremen
Wettersituationen (Winter) ausfallen. Situationen, welche bei den
Alpentransversalen in Europa zum "täglichen Brot gehören". Wenn da nach
amerikanischen Standards gebaut würde, dann wäre halb Europa meistens
ohne Strom...
Peter

Joerg

unread,
Nov 7, 2011, 7:18:57 PM11/7/11
to
Peter Koerber wrote:
> Joerg,
>> Die unteren beiden dicken Straenge sind normalerweise Telefon und
>> Kabelfernsehen.
>
> Ach ja, die dritte und unterste Etage - Kommunikation - habe ich vergessen!
>
>>> Fernübertragungsleitungen sind in den U.S.A. auch
>>> nicht jedem Zweifel erhaben...
>>
>>
>> Was gibt es denn daran konkret auszusetzen?
>>
>
> Weil vielfach eben auch die Fernübertragungsleitungen bei extremen
> Wettersituationen (Winter) ausfallen. ...


Welche denn zum Beispiel? Klar kann in einem heftigen Blizzard eine
Leitung ausfallen, aber da ist konstruktiv so gut wie nichts gegen zu
machen. Ausser einbuddeln was nicht ueberall moeglich waere.


> ... Situationen, welche bei den
> Alpentransversalen in Europa zum "täglichen Brot gehören". Wenn da nach
> amerikanischen Standards gebaut würde, dann wäre halb Europa meistens
> ohne Strom...


Da habe ich aber von Verwandten in good old Germany ganz anderes gehoert:

http://www.n-tv.de/panorama/250-000-ohne-Strom-article165141.html

Zitat "Im westlichen Münsterland und im Raum Osnabrück brach die
Stromzufuhr von 25 Kommunen zusammen, 250.000 Einwohner sind davon
betroffen" und "Der Abstand der Überlandleitungen zum Boden sei
stellenweise so gering, dass für Neugierige und Passanten höchste
Vorsicht geboten sei, teilte eine Sprecherin des Kreises mit. Es bestehe
Lebensgefahr".

Zu dieser Zeit wohnten wir noch in Deutschland:

http://doreen-bennewiz.suite101.de/schneekatastrophe-1978--1979-a70354

Zitat "Der Stromausfall machte den Eingeschneiten enorme Probleme.
Ställe waren ohne Licht und Wärme, das Vieh verendete teilweise. Für die
von der Außenwelt abgeschnitten wurden die Lebensmittel knapp und wegen
des Sturmes konnte keiner Ausgeflogen werden. Heizungen fielen aus und
es blieb Dunkel. Doch nicht nur der Stromausfall war ein Problem. Auch
Telefonleitungen waren mit einer dicken Eisschicht überzogen und nicht
mehr funktionsfähig".

Horst-D.Winzler

unread,
Nov 7, 2011, 11:36:18 PM11/7/11
to
Am 08.11.2011 01:18, schrieb Joerg:
> Peter Koerber wrote:
>> Joerg,
>>> Die unteren beiden dicken Straenge sind normalerweise Telefon und
>>> Kabelfernsehen.
>>
>> Ach ja, die dritte und unterste Etage - Kommunikation - habe ich vergessen!
>>
>>>> Fernübertragungsleitungen sind in den U.S.A. auch
>>>> nicht jedem Zweifel erhaben...
>>>
>>>
>>> Was gibt es denn daran konkret auszusetzen?
>>>
>>
>> Weil vielfach eben auch die Fernübertragungsleitungen bei extremen
>> Wettersituationen (Winter) ausfallen. ...
>
>
> Welche denn zum Beispiel? Klar kann in einem heftigen Blizzard eine
> Leitung ausfallen, aber da ist konstruktiv so gut wie nichts gegen zu
> machen. Ausser einbuddeln was nicht ueberall moeglich waere.
>

Für höhere Versorgungssicherheit sind Doppelanbindungen das Mittel der
Wahl. Sie müssen aber gut überlegt werden, weil teuer. Es ist auch wenig
sinnvoll Doppelanbindungen über dieselbe Trasse laufen zu lassen.

>> ... Situationen, welche bei den
>> Alpentransversalen in Europa zum "täglichen Brot gehören". Wenn da nach
>> amerikanischen Standards gebaut würde, dann wäre halb Europa meistens
>> ohne Strom...
>
>
> Da habe ich aber von Verwandten in good old Germany ganz anderes gehoert:
>
> http://www.n-tv.de/panorama/250-000-ohne-Strom-article165141.html
>
> Zitat "Im westlichen Münsterland und im Raum Osnabrück brach die
> Stromzufuhr von 25 Kommunen zusammen, 250.000 Einwohner sind davon
> betroffen" und "Der Abstand der Überlandleitungen zum Boden sei
> stellenweise so gering, dass für Neugierige und Passanten höchste
> Vorsicht geboten sei, teilte eine Sprecherin des Kreises mit. Es bestehe
> Lebensgefahr".
>
> Zu dieser Zeit wohnten wir noch in Deutschland:
>
> http://doreen-bennewiz.suite101.de/schneekatastrophe-1978--1979-a70354
>
> Zitat "Der Stromausfall machte den Eingeschneiten enorme Probleme.
> Ställe waren ohne Licht und Wärme, das Vieh verendete teilweise. Für die
> von der Außenwelt abgeschnitten wurden die Lebensmittel knapp und wegen
> des Sturmes konnte keiner Ausgeflogen werden. Heizungen fielen aus und
> es blieb Dunkel. Doch nicht nur der Stromausfall war ein Problem. Auch
> Telefonleitungen waren mit einer dicken Eisschicht überzogen und nicht
> mehr funktionsfähig".
>

RWE hatte als Begründung für immer höhere Strompreise die hohe
Versorgungssicherheit angeführt. Kurz vor dem Desaster hatte RWE der
Leitungssparte das Budget auf etwa die Hälfte reduziert.

Im Übrigen gabs damals als wir die sog. Schneekatastrophe hatten in
Schleswig Holstein auch Leitungsausfälle. Die Bauern kauften danach
Stromgeneratoren. ;-)
--
mfg hdw

Lutz Schulze

unread,
Nov 8, 2011, 1:17:26 AM11/8/11
to
Am Mon, 7 Nov 2011 12:01:46 -0800 (PST) schrieb Karl-Ludwig Diehl:

>> Diese Bilder bestärken mich in meinem Vorurteil (zugegebenermaßen nicht
>> selbst erlebt, nur aus Bildern und Schilderungen von Kollegen), das es
>> sich im ländlichen Bereich der USA um, man verzeihe mir den abwertenden
>> Ausdruck, westrussische bis südostasiatische Verhältnisse bei der
>> NS-Verteilung handelt. Und die Versorgungsausfälle in einem von
>> Witterungsunbilden heimgesuchten Land werden so erst recht erklärlich.
>
> Ich hielt mich monatelang in der ehemaligen Sowjetunion
> auf und hatte Gelegenheit, mit dem Auto weit ueber Land
> zu reisen. Auch in Sibirien tummelte ich mich. Bloss: die
> Stromleitungen blieben mir nicht in Erinnerungen.

Möglicherweise mangels Strom? Schon Lenin wusste: Kommunismus ist
Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes - vielleicht ist man ja
nicht ganz fertig geworden.

In den Städten liefen Leitungen oftmals von Dach zu Dach, dort oben stand
dann immer ein kurzer Mast mit Isolatoren.

Auf dem gleichen Weg kam Telefon und so eine Art Stadtfunk über (vermutet)
100 Volt Technik an den man entweder einen Lautsprecher direkt oder einen
Empfänger mit z.B. 4 Stationstasten anschliessen konnte.

Lutz


--
Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im
Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin
auch für Nagios - Nachricht per e-mail,SMS und SNMP: http://www.messpc.de
Messwerte nachträgliche Wärmedämmung http://www.messpc.de/waermedaemmung.php

Lutz Schulze

unread,
Nov 8, 2011, 1:23:40 AM11/8/11
to
Am Tue, 8 Nov 2011 07:17:26 +0100 schrieb Lutz Schulze:

> In den Städten liefen Leitungen oftmals von Dach zu Dach, dort oben stand
> dann immer ein kurzer Mast mit Isolatoren.

Hier fand ich noch ein Bild aus Böhmen, dort sah das ähnlich aus:

http://www.staedte-fotos.de/name/einzelbild/number/19741/kategorie/tschechien~staedte~teplice-bad-teplitz-in-bohmen.html

Helmut Hullen

unread,
Nov 8, 2011, 2:55:00 AM11/8/11
to
Hallo, Lutz,

Du meintest am 08.11.11:

> In den Städten liefen Leitungen oftmals von Dach zu Dach, dort oben
> stand dann immer ein kurzer Mast mit Isolatoren.

Auf dem Dorf war das mindestens in Norddeutschland auch noch 1965
üblich.

Viele Gruesse!
Helmut

Torsten Schneider

unread,
Nov 8, 2011, 3:04:02 AM11/8/11
to
Helmut Hullen <Hel...@hullen.de> wrote:

>> In den Städten liefen Leitungen oftmals von Dach zu Dach, dort oben
>> stand dann immer ein kurzer Mast mit Isolatoren.
>
>Auf dem Dorf war das mindestens in Norddeutschland auch noch 1965
>üblich.

Das kenne ich in manchen ländlichen Gegenden auch heute noch. Wird aber
immer weniger.


Viele Grüße, Torsten

gUnther nanonüm

unread,
Nov 8, 2011, 4:55:54 AM11/8/11
to

"Joerg" <inv...@invalid.invalid> schrieb im Newsbeitrag
news:9hrarl...@mid.individual.net...

> Welche denn zum Beispiel? Klar kann in einem heftigen Blizzard eine
> Leitung ausfallen, aber da ist konstruktiv so gut wie nichts gegen zu
> machen. Ausser einbuddeln was nicht ueberall moeglich waere.

Hi,
naja, man könnte den Mastabstand so wählen, daß selbst an den riskantesten
Stellen die maximale Tragfähigkeit mit dem gemessen bislang dicksten
Eisbesatz nicht überschritten wird. Das erfordert zwar mehr Masten und ist
teuer, verbessert aber enorm die Dauernutzung. Denk nur an das Problem des
Wiedereinschaltens nach einem Ausfall, die Leitungen sind dann kalt und
vereist.

> Zitat "Im westlichen Münsterland und im Raum Osnabrück brach die
> Stromzufuhr von 25 Kommunen zusammen, 250.000 Einwohner sind davon
> betroffen" und "Der Abstand der Überlandleitungen zum Boden sei
> stellenweise so gering, dass für Neugierige und Passanten höchste
> Vorsicht geboten sei, teilte eine Sprecherin des Kreises mit. Es bestehe
> Lebensgefahr".
>
> Zu dieser Zeit wohnten wir noch in Deutschland:

Aber offenbar nicht in Alpennähe? Seit wann liegt Osnabrück in den Alpen?
Hab das irgendwie bei Bremen vernordet :-)
Das ist da flaches Land, der EV hat wohl gespart und maximale Leitungslängen
verbaut...die dann eben runterhingen. Soeine Stelle kenne ich auch, da kommt
vermutlich an schlechten Tagen kein Mähdrescher übers Feld ohne einen
"gewischt" zu kriegen. Bei Nebel vibriert die ganze Gegend..

> Zitat "Der Stromausfall machte den Eingeschneiten enorme Probleme.
> Ställe waren ohne Licht und Wärme, das Vieh verendete teilweise. Für die

Wärmelampen für Ferkel und Melkmaschinen...damals aber gabs noch Bauern, die
selber melken konnten.

> von der Außenwelt abgeschnitten wurden die Lebensmittel knapp und wegen
> des Sturmes konnte keiner Ausgeflogen werden. Heizungen fielen aus und
> es blieb Dunkel. Doch nicht nur der Stromausfall war ein Problem. Auch
> Telefonleitungen waren mit einer dicken Eisschicht überzogen und nicht
> mehr funktionsfähig".

Naja, damalige "Telefonleitungen" waren noch Opas Krähensitzdrähte. Davon
sieht man garnix mehr, alles verbuddelt inzwischen.
Amiland aber schwört noch drauf.

--
mfg,
gUnther


Uwe Hercksen

unread,
Nov 8, 2011, 6:46:26 AM11/8/11
to


Clemens Schueller schrieb:

> Die Spannung von 110 Volt is auch ein Kuriosum, denn die Stromkreise
> müssen doppelt so stark wie bei uns abgesichert werden.

Hallo,

deshalb werden dort ja auch zweimal 120 V in die Häuser eingespeist,
alles was wenig Leistung braucht läuft mit 120 V, die festinstallierten
Leistungsfresser wie Klimaanlage, Boiler etc. mit 240 V.

Bye

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 8, 2011, 8:18:16 AM11/8/11
to
Im Westerwald und auch anderswo sind die Stromleitungen von
Haus zu Haus gefuehrt. Inzwischen sind die Kabel ummantelt.
In groesseren Zeitabstaenden werden Kabel, manchmal auch
Masten ausgetauscht.

K.L.

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 8, 2011, 8:21:31 AM11/8/11
to
On 8 Nov., 10:55, "gUnther nanonüm" <g-...@gmx.de> wrote:
> "Joerg" <inva...@invalid.invalid> schrieb im Newsbeitragnews:9hrarl...@mid.individual.net...
> > Zitat "Der Stromausfall machte den Eingeschneiten enorme Probleme.
> > Ställe waren ohne Licht und Wärme, das Vieh verendete teilweise. Für die
>
> Wärmelampen für Ferkel und Melkmaschinen...damals aber gabs noch Bauern, die
> selber melken konnten.

Ja, melk mal Hunderte von Kuehen von Hand. Gute
Idee.

Es ist eigentlich der helle Wahnsinn: Stromausfall und
vor Schmerz bruellende Kuehe.

K.L.

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 8, 2011, 8:24:03 AM11/8/11
to
On 8 Nov., 05:36, "Horst-D.Winzler" <horst.d.winz...@web.de> wrote:

> RWE hatte als Begründung für immer höhere Strompreise die hohe
> Versorgungssicherheit angeführt. Kurz vor dem Desaster hatte RWE der
> Leitungssparte das Budget auf etwa die Hälfte reduziert.

Dann war der Stromausfall von der Natur geradezu
genial arrangiert worden.

> Im Übrigen gabs damals als wir die sog. Schneekatastrophe hatten in
> Schleswig Holstein auch Leitungsausfälle. Die Bauern kauften danach
> Stromgeneratoren. ;-)

Die Supermaerkte haben sich vielleicht auch damit
eingedeckt.

K.L.

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 8, 2011, 8:34:15 AM11/8/11
to
On 8 Nov., 01:18, Joerg <inva...@invalid.invalid> wrote:
> Peter Koerber wrote:
> > Joerg,
> >> Die unteren beiden dicken Straenge sind normalerweise Telefon und
> >> Kabelfernsehen.
> > Ach ja, die dritte und unterste Etage - Kommunikation - habe ich vergessen!
> >>>  Fernübertragungsleitungen sind in den U.S.A. auch
> >>> nicht jedem Zweifel erhaben...
> >> Was gibt es denn daran konkret auszusetzen?
> > Weil vielfach eben auch die Fernübertragungsleitungen bei extremen
> > Wettersituationen (Winter) ausfallen. ...
>
> Welche denn zum Beispiel? Klar kann in einem heftigen Blizzard eine
> Leitung ausfallen, aber da ist konstruktiv so gut wie nichts gegen zu
> machen. Ausser einbuddeln was nicht ueberall moeglich waere.

Man sollte sich bewusster machen, was ein Blizzard ist.
Es faellt in relativ kurzer Zeit viel Schnee. Allzu dramatisch
ist ein Blizzard erst einmal nicht.

Es kommt jedoch ganz darauf an, von welcher Qualitaet
der Schnee ist. Ist der Schnee nass und schwer und
geht das mit einem Temperatursturz einher, dann wird
es dramatisch. Dann koennen sich Eismassen an den
Stromleitungen bilden.

Kommt es danach zu raschem Tauwetter, ist durch das
Schmelzwasser der Teufel los.

Wir fuhren am Wochenende durch die Catskill Mountains.
Dort waren durch den nassen und schweren Schnee
sehr viele Baeume betroffen. Entweder knickten Aesten
oder ganze Baeume. Die Baeume stuerzten natuerlich
in die Leitungen. Die rasche Schneeschmelze riss dann
durch die Wassermassen Strassen und Bruecken weg.
Wir hatten eine Strasse gewaehlt, die noch gesperrt war.
Die Einheimischen sagten, eine Durchfahrt sei schon
moeglich, wenn man sich auf der Hangseite der Fahr-
bahn bewegt. Es war recht abenteuerlich. Ich kannte das
genau so von Alpenquerungen.

K.L.


Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 8, 2011, 9:03:11 AM11/8/11
to
On 7 Nov., 22:03, "Horst-D.Winzler" <horst.d.winz...@web.de> wrote:

> Die frühen Farmer zumeißt im Süden der USA haben mW das Land auch nur
> solange bebaut, bis es ausgelaugt war. Dann zog man weiter.

Um sich die Vorgaenge bewusster zu machen, lese man
z.B. das Buch von Andrea Wulf: Founding Gardeners - The
Revolutionary Generation, Nature, and the Shaping of the
American Nation. New York, 2011.

Die Politiker und Unabhaengigkeitskaempfer, wie Washington,
Jefferson, Madison, Adams, usw., auch die meisten der
Delegierten in den Continental Kongress, usw. waren leiden-
schaftliche Gaertner und Farmer. Sie kauften sich die gesamte
Literatur zusammen, die sich mit den neuesten Agrartechniken
und dem Gartenbau beschaeftigten. Sie sammelten als Botaniker
Pflanzen, experimentierten mit ihnen und suchten nach Wegen,
wie die Boeden der Felder verbessert und der Ertrag gesteigert werden
kann. Man malte sich die Vereinigten Staaten als eine hoch-
wertige Agrarlandschaft aus, wo in weit groesserem Massstab
und erfolgreicher als in Europa gewirtschaftet wird.

Das angesammelte Wissen wurde, so gut das damals in der
jungen Vereinigten Staaten ging, an die Masse der Farmer
weitergegeben. Dazu gruendete man Agrarvereinigungen
und Fachzeitschriften.

Jefferson etwa hatte auf Monticello, sein Agrarbetrieb, eine
riesige Terrasse neben Wohnhaus und Park an der sonnigen
Hangseite anlegen lassen. Dort probierte er die Pflanzensamen
aus, was diese Pflanzen erbringen, wozu sie sich eignen.
Die Samen wurden aus aller Welt von Sammlern zusammen-
getragen und untereinander ausgetauscht. Jefferson, Adams,
Washington, Madison, usw. belieferten mit den Samen ihrer
amerikanischen Pflanzen leidenschaftliche Sammler in Europa
und anderswo, dafuer erhielten sie im Austausch Samen
aus deren Kollektion. Es ging dann darum, die Samen zum
Wachstum zu bringen, zu sehr vielen Samen zu kommen,
um diese dann im eigenen Land unter die Farmer zu bringen.
Man wusste dann, was auf welchen Boeden in welchem
Klimagebiet bestens geeignet ist. Natuerlich kam von den
Farmern viel Wissen zurueck. Es macht richtig Spass, zu
lesen, wie dieser ganze Austausch funktionierte und wie die
Landwirtschaft dadurch vorankam. Witzig fand ich auch, dass
die sogenannten "englischen Landschaftsparks" nicht nur deshalb
so aesthetisch wirkten, weil sie so naturnah angelegt worden
waren, sondern der springende Punkt war, dass man besonders
attraktive Baeume, Straeucher und Blumen aus Nordamerika
dazu einsetzte, um die Parks zu verschoenern. Als die
amerikanischen Delegierten in London mit den Englaendern
erste Wirtschaftsbeziehungen knuepften, um sich einen Ab-
satzmarkt fuer ihre Produkte zu sichern, reisten sie durch
England, um sich die beruehmten Gaerten und Parks anzu-
schauen. Mit Erstaunen stellten sie fest, dass in diesen
Parks eigentlich die amerikanische Pflanzenvielfalt und
-schoenheit zur Schau gestellt ist.

Natuerlich gab es, wie in Europa, Ignoranten, die sich nicht
darum scherten, wenn das Land ausgelaugt war. Davon wusste
man andererseits auch noch nichts. Der Tabakanbau und die
Baumwollanpflanzungen waren solche Faelle. Es musste
erst entdeckt sein, dass Duenger auf die Felder zu geben ist,
damit sie weiterhin Ertrag bringen.

Schlimm waren natuerlich die kapitalistischen Strukturen, al-
so wenn sich Investoren in die Landwirtschaft ausrechneten,
wir kaufen oder pachten das Land, pflanzen ueber eine ge-
wissen Zeit an, bis ein rascher Gewinn erzielt ist, und stossen
das Land danach ab, wenn kaum noch Ertrag zu erwirtschaften
ist. Dann handelt es sich aber bereits um Kriminalitaet.

K.L.







horst-d.winzler

unread,
Nov 8, 2011, 9:09:35 AM11/8/11
to
Am 08.11.2011 14:34, schrieb Karl-Ludwig Diehl:
> On 8 Nov., 01:18, Joerg<inva...@invalid.invalid> wrote:
>> Peter Koerber wrote:
>>> Joerg,

>
> Es kommt jedoch ganz darauf an, von welcher Qualitaet
> der Schnee ist. Ist der Schnee nass und schwer und
> geht das mit einem Temperatursturz einher, dann wird
> es dramatisch. Dann koennen sich Eismassen an den
> Stromleitungen bilden.

Dagegen können sich die Stromversorger schützen. Die
Hochspannungsleitungen müssen nur zeitig genug entsprechend belastet
werden, vulgo sie werden aufgeheizt. Ist damals im Münsterland zu spät
gemacht worden.


> ------ Die Baeume stuerzten natuerlich
> in die Leitungen.

Um solches Desaster richtig beurteilen zu können, muß man den Einzelfall
kennen.
Grundsätzlich kann aber unterstellt werden, das Heute nicht mehr oder
seltener Bäume ausgeästet bzw gefällt werden als früher. Das kann die DB
übrigens ausgezeichnet. Ausbaden müssen es die Nutzer durch
entsprechende Verspätungen und/oder Ausfälle.
Die Leute, die früher dafür sorgten, das bereits im Vorfeld die Trassen
der Stromversorger bzw DB frei gehalten wurden, wurden aus Kostengründen
ausgelagert oder gleich entlassen.
So funktioniert nunmal Neoliberalismus. Früher bekamen die Leute ihr
Geld für Arbeit heute Hartz IV fürs Nichtstun.

--
mfg hdw

Gerd Schweizer

unread,
Nov 8, 2011, 9:33:55 AM11/8/11
to
Clemens Schueller schrieb:
> Die Spannung von 110 Volt is auch ein Kuriosum, denn die Stromkreise
> müssen doppelt so stark wie bei uns abgesichert werden.
>
Während die Ausführung der Freileitungen in USA oder sowo bei mir oft
einen Stich verursachen, verstehe ich es schon eher, daß es fürchterlich
schwierig ist, ein Spannungsnetz von 110 auf zum Beispiel 230Volt
umzustellen. Das ist noch weit komplizierter als in Schweden die
Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr.
Allein die ganzen vorhandenen Geräte...


--
Liebe Grüße, Gerd
Satelliten FAQ, PC-Tipps, Katzen, Mopped, Garten, Heimwerken:
http://www.satgerd.de/

Siegfried Schmidt

unread,
Nov 8, 2011, 10:07:28 AM11/8/11
to
Lutz Schulze schrieb:

> http://www.staedte-fotos.de/name/einzelbild/number/19741/kategorie/tsch
> echien~staedte~teplice-bad-teplitz-in-bohmen.html

Das waren Telefonleitungen, die gleichen Träger waren auch bei uns zu
sehen.

Siegfried

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 8, 2011, 10:00:56 AM11/8/11
to
On 8 Nov., 15:09, "horst-d.winzler" <horst.d.winz...@web.de> wrote:
> Am 08.11.2011 14:34, schrieb Karl-Ludwig Diehl:
>
> > On 8 Nov., 01:18, Joerg<inva...@invalid.invalid>  wrote:
> >> Peter Koerber wrote:
> >>> Joerg,
>
> > Es kommt jedoch ganz darauf an, von welcher Qualitaet
> > der Schnee ist. Ist der Schnee nass und schwer und
> > geht das mit einem Temperatursturz einher, dann wird
> > es dramatisch. Dann koennen sich Eismassen an den
> > Stromleitungen bilden.
>
> Dagegen können sich die Stromversorger schützen. Die
> Hochspannungsleitungen müssen nur zeitig genug entsprechend belastet
> werden, vulgo sie werden aufgeheizt.

Das geht auch? Interessant zu wissen.

> Ist damals im Münsterland zu spät
> gemacht worden.

Pech.

> > ------ Die Baeume stuerzten natuerlich
> > in die Leitungen.
>
> Um solches Desaster richtig beurteilen zu können, muß man den Einzelfall
> kennen.

Logisch. Die Einzelfaelle koennen ganz unterschiedlich vorliegen.
Andererseits ist dann das, was durch die letzten Schneefaelle
mit sehr schwerem Schnee an der Ostkueste der USA passierte,
als Region ein Einzelfall. Man kann das auch als einen Grossraum
betrachten.

> Grundsätzlich kann aber unterstellt werden, das Heute nicht mehr oder
> seltener Bäume ausgeästet bzw gefällt werden als früher. Das kann die DB
> übrigens ausgezeichnet. Ausbaden müssen es die Nutzer durch
> entsprechende Verspätungen und/oder Ausfälle.
> Die Leute, die früher dafür sorgten, das bereits im Vorfeld die Trassen
> der Stromversorger bzw DB frei gehalten wurden, wurden aus Kostengründen
> ausgelagert oder gleich entlassen.
> So funktioniert nunmal Neoliberalismus. Früher bekamen die Leute ihr
> Geld für Arbeit heute Hartz IV fürs Nichtstun.

Ja gut, die gefaehrlich laufenden Lohnkosten sind ein
Risikofaktor, der verringert sein will. Hartz IV ist natuer-
lich nicht angemessen ausgelagerte Arbeitnehmer. Das
sind Themenfelder, die genaue Aufarbeitung erheischen.

K.L.

Lutz Schulze

unread,
Nov 8, 2011, 10:12:33 AM11/8/11
to
Ja, bei der Menge Isolatoren.

Aber für Strom sah das eigentlich ähnlich aus.

Joerg

unread,
Nov 8, 2011, 10:44:36 AM11/8/11
to
gUnther nanonüm wrote:
> "Joerg" <inv...@invalid.invalid> schrieb im Newsbeitrag
> news:9hrarl...@mid.individual.net...
>
>> Welche denn zum Beispiel? Klar kann in einem heftigen Blizzard eine
>> Leitung ausfallen, aber da ist konstruktiv so gut wie nichts gegen zu
>> machen. Ausser einbuddeln was nicht ueberall moeglich waere.
>
> Hi,
> naja, man könnte den Mastabstand so wählen, daß selbst an den riskantesten
> Stellen die maximale Tragfähigkeit mit dem gemessen bislang dicksten
> Eisbesatz nicht überschritten wird. Das erfordert zwar mehr Masten und ist
> teuer, verbessert aber enorm die Dauernutzung. Denk nur an das Problem des
> Wiedereinschaltens nach einem Ausfall, die Leitungen sind dann kalt und
> vereist.
>

Und um die Anzahl der Verkehrtoten zu senken koennten alle Autofahrer
auf Panzerfahrzeuge umsteigen.


>> Zitat "Im westlichen Münsterland und im Raum Osnabrück brach die
>> Stromzufuhr von 25 Kommunen zusammen, 250.000 Einwohner sind davon
>> betroffen" und "Der Abstand der Überlandleitungen zum Boden sei
>> stellenweise so gering, dass für Neugierige und Passanten höchste
>> Vorsicht geboten sei, teilte eine Sprecherin des Kreises mit. Es bestehe
>> Lebensgefahr".
>>
>> Zu dieser Zeit wohnten wir noch in Deutschland:
>
> Aber offenbar nicht in Alpennähe? Seit wann liegt Osnabrück in den Alpen?
> Hab das irgendwie bei Bremen vernordet :-)
> Das ist da flaches Land, der EV hat wohl gespart und maximale Leitungslängen
> verbaut...die dann eben runterhingen. Soeine Stelle kenne ich auch, da kommt
> vermutlich an schlechten Tagen kein Mähdrescher übers Feld ohne einen
> "gewischt" zu kriegen. Bei Nebel vibriert die ganze Gegend..
>

Soweit ich weiss wurde Bernina-Trasse u.a. gebaut um die
Ausfallsicherheit zu erhoehen.


>> Zitat "Der Stromausfall machte den Eingeschneiten enorme Probleme.
>> Ställe waren ohne Licht und Wärme, das Vieh verendete teilweise. Für die
>
> Wärmelampen für Ferkel und Melkmaschinen...damals aber gabs noch Bauern, die
> selber melken konnten.
>
>> von der Außenwelt abgeschnitten wurden die Lebensmittel knapp und wegen
>> des Sturmes konnte keiner Ausgeflogen werden. Heizungen fielen aus und
>> es blieb Dunkel. Doch nicht nur der Stromausfall war ein Problem. Auch
>> Telefonleitungen waren mit einer dicken Eisschicht überzogen und nicht
>> mehr funktionsfähig".
>
> Naja, damalige "Telefonleitungen" waren noch Opas Krähensitzdrähte. Davon
> sieht man garnix mehr, alles verbuddelt inzwischen.
> Amiland aber schwört noch drauf.
>

Amiland ist ein klein wenig groesser als Schleswig-Holstein.

Joerg

unread,
Nov 8, 2011, 11:01:06 AM11/8/11
to
Lutz Schulze wrote:
> Am Tue, 8 Nov 2011 07:17:26 +0100 schrieb Lutz Schulze:
>
>> In den Städten liefen Leitungen oftmals von Dach zu Dach, dort oben stand
>> dann immer ein kurzer Mast mit Isolatoren.
>
> Hier fand ich noch ein Bild aus Böhmen, dort sah das ähnlich aus:
>
> http://www.staedte-fotos.de/name/einzelbild/number/19741/kategorie/tschechien~staedte~teplice-bad-teplitz-in-bohmen.html
>


Direkt neben einem russenden Schornstein? Wer hat denn das verbrochen?
Ok, ist verjaehrt, derjenige weilt vermutlich nicht mehr unter uns.

horst-d.winzler

unread,
Nov 8, 2011, 11:05:10 AM11/8/11
to
Am 08.11.2011 16:00, schrieb Karl-Ludwig Diehl:
> On 8 Nov., 15:09, "horst-d.winzler"<horst.d.winz...@web.de> wrote:
>> Am 08.11.2011 14:34, schrieb Karl-Ludwig Diehl:
>>> On 8 Nov., 01:18, Joerg<inva...@invalid.invalid> wrote:
>>>> Peter Koerber wrote:
>>>>> Joerg,
>>
>>> Es kommt jedoch ganz darauf an, von welcher Qualitaet
>>> der Schnee ist. Ist der Schnee nass und schwer und
>>> geht das mit einem Temperatursturz einher, dann wird
>>> es dramatisch. Dann koennen sich Eismassen an den
>>> Stromleitungen bilden.
>>
>> Dagegen können sich die Stromversorger schützen. Die
>> Hochspannungsleitungen müssen nur zeitig genug entsprechend belastet
>> werden, vulgo sie werden aufgeheizt.
>
> Das geht auch? Interessant zu wissen.

Das wird auch gemacht.


>> Die Leute, die früher dafür sorgten, das bereits im Vorfeld die Trassen
>> der Stromversorger bzw DB frei gehalten wurden, wurden aus Kostengründen
>> ausgelagert oder gleich entlassen.
>> So funktioniert nunmal Neoliberalismus. Früher bekamen die Leute ihr
>> Geld für Arbeit heute Hartz IV fürs Nichtstun.
>
> Ja gut, die gefaehrlich laufenden Lohnkosten sind ein
> Risikofaktor, der verringert sein will. Hartz IV ist natuer-
> lich nicht angemessen ausgelagerte Arbeitnehmer. Das
> sind Themenfelder, die genaue Aufarbeitung erheischen.
>

Um das besser beurteilen zu können, muß man wissen, das die ehemaligen
Staatsunternehmen Post und Bahn teilweise auch die damaligen
Stromversorger einen arbeitsmarktpolitischen Auftrag hatten, sie sollten
überschüssige Arbeitskraft vom Markt nehmen. Man war damals der Ansicht,
das es für eine Leistungsgesellschaft besser wäre, wenn die Leute ihr
Geld durch mehr oder weniger sinnvolle Beschäftigung erhielten als Geld
fürs Nichtstun.

Wenn du von "gefährlichen" Lohnkosten schreibst, meinst du tatsächlich
die Lohnkosten oder Nebenkosten bzw Sozialkosten? Ich kann mich
erinnern, das zB zu DM-Zeiten die Verwaltung eines Arbeitsplatzes, egal
ob im Handwerk oder Industrie etwa. 4000,-DM/Jahr gekostet hat. Aber
lassen wir das, es genügt die Erfahrung, das es in unserem Staat genügt
bei Vielem nur an der Oberfläche etwas zu kratzen um in die bekannte
weiche Masse zu fassen. ;-)
--
mfg hdw

Lutz Schulze

unread,
Nov 8, 2011, 11:47:14 AM11/8/11
to
Am Tue, 08 Nov 2011 08:01:06 -0800 schrieb Joerg:

>>> In den Städten liefen Leitungen oftmals von Dach zu Dach, dort oben stand
>>> dann immer ein kurzer Mast mit Isolatoren.
>>
>> Hier fand ich noch ein Bild aus Böhmen, dort sah das ähnlich aus:
>>
>> http://www.staedte-fotos.de/name/einzelbild/number/19741/kategorie/tschechien~staedte~teplice-bad-teplitz-in-bohmen.html
>>
>
>
> Direkt neben einem russenden Schornstein? Wer hat denn das verbrochen?

Da geht es ein wenig rustikaler zu als hier.

Siegfried Schmidt

unread,
Nov 8, 2011, 12:05:14 PM11/8/11
to
Lutz Schulze schrieb:

> Aber für Strom sah das eigentlich ähnlich aus.

Sofern nicht für Einzelverbraucher (Straßenlampe) aber viel tiefer
profiliert und wesentlich dickere Schraube.

Siegfried


Helmut Hullen

unread,
Nov 8, 2011, 12:08:00 PM11/8/11
to
Hallo, horst-d.winzler,

Du meintest am 08.11.11:

> Am 08.11.2011 16:00, schrieb Karl-Ludwig Diehl:

[Troll-Geschwafel]

> Wenn du von "gef�hrlichen" Lohnkosten schreibst, meinst du
> tats�chlich die Lohnkosten oder Nebenkosten bzw Sozialkosten?

Nein - er will nur schwafeln. KLD hat schon mindestens eine Newsgroup
unlesbar gemacht, weil er immer wieder gef�ttert wurde.

Viele Gruesse!
Helmut

Message has been deleted

Joerg

unread,
Nov 8, 2011, 12:25:49 PM11/8/11
to
Gerd Schweizer wrote:
> Clemens Schueller schrieb:
>> Die Spannung von 110 Volt is auch ein Kuriosum, denn die Stromkreise
>> müssen doppelt so stark wie bei uns abgesichert werden.
>>
> Während die Ausführung der Freileitungen in USA oder sowo bei mir oft
> einen Stich verursachen, verstehe ich es schon eher, daß es fürchterlich
> schwierig ist, ein Spannungsnetz von 110 auf zum Beispiel 230Volt
> umzustellen. Das ist noch weit komplizierter als in Schweden die
> Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr.
> Allein die ganzen vorhandenen Geräte...
>

Warum sollte man das tun? Nach der Auswanderung war ich erstmal etwas
enttaeuscht dass die meisten Stromkreise in unserem Haus nur 120V/15A
hatten. Also 1.8kW. Aus Deutschland war ich da anderes gewoehnt, ueber
3kW. Doch es gab in unserem deutchen Haus nur so ein halbes Dutzend
Kreise, hier mehrere Dutzend.

Dann haben sich Geraete in Richtung Energiespren entwickelt. Mein alter
HP-III Drucker durfte hier nur im Alleingang laufen, sonst flog der
Automat. Dito fuer den Kopierer. Inzwischen werkeln aber modernere
Maschinchen hier die nichtmal die Haelfte an Spitzenstrom brauchen. Bei
der Beleuchtung ist das meiste von 60W Birnen auch 14W ESL gegangen,
also mehr als zwei Drittel runter im Verbrauch. Wo man bei meinem Job
frueher schwere energieschluckende Messgeraete benutzte hat man jetzt
viele USB-Versionen die nur je ein paar Watt nuckeln. Und so weiter. Auf
gut Deutsch, es funzt. If it ain't broken don't try to fix it :-)

Im uebrigen ist es kein Problem dort wo man es braucht 240V hinzulegen.
240V liegt ab Rohbau z.B. in die Waschkueche, in die Kueche und in die
Garage. Meist Leitungen mit 30-50A.

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 8, 2011, 2:37:52 PM11/8/11
to
> /.../ Ich kann mich
> erinnern, das zB zu DM-Zeiten die Verwaltung eines Arbeitsplatzes, egal
> ob im Handwerk oder Industrie etwa. 4000,-DM/Jahr gekostet hat. Aber
> lassen wir das, es genügt die Erfahrung, das es in unserem Staat genügt
> bei Vielem nur an der Oberfläche etwas zu kratzen um in die bekannte
> weiche Masse zu fassen. ;-)

Bloss nicht kratzen. Egal in welchem Staat. Es kann
einem nur schlecht werden.

K.L.




Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 8, 2011, 2:40:34 PM11/8/11
to
On 8 Nov., 18:08, Hel...@Hullen.de (Helmut Hullen) wrote:
> Hallo, horst-d.winzler,
> > Wenn du von "gefaehrlichen" Lohnkosten schreibst, meinst du
> > tats chlich die Lohnkosten oder Nebenkosten bzw Sozialkosten?
>
> Nein - er will nur schwafeln.

Hullen
---> hat schon mindestens eine Newsgroup
---> unlesbar gemacht. Penetrant der Typ.

Du solltest besser damit aufhoeren.

K.L.




Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 8, 2011, 2:44:38 PM11/8/11
to
On 8 Nov., 18:18, Joerg Bradel <use...@bradel-mol.de> wrote:
> Peter Koerber schrieb:
>
> > Weil vielfach eben auch die Fernübertragungsleitungen bei
> > extremen Wettersituationen (Winter) ausfallen. Situationen,
> > welche bei den Alpentransversalen in Europa zum "täglichen Brot
> > gehören". Wenn da nach amerikanischen Standards gebaut würde,
> > dann wäre halb Europa meistens ohne Strom...
>
> Ich denke, dass man das so nicht vergleichen kann.
> Wir in der Alten Welt können es uns auf Grund der begrenzten
> Entfernungen leisten, ein engmaschiges und zweisystemiges
> Übertragungsnetz zu betreiben.
> In der Neuen Welt sind die Entfernungen größer, demzufolge
> auch die Maschen. Zweisystemig zu bauen ist da einfach nicht
> drin. Und so kommt's dann halt zu diesen Kaskadeneffekten,
> wenn das Parallelsystem fehlt.

Ein interessanter Hinweis. Die Ansiedlungen sind wirklich
recht weit auseinander.
Andererseits: um Grossstaedte zieht sich der Sprawl. Die
Einfamilienhauswohnlagen ziehen sich gewissermassen
endlos.

Es waere jetzt natuerlich gut zu wissen, ob die weit ausein-
anderliegenden Siedlungen in den Staaten eher von Strom-
auzsfaellen betroffen sind als die riesigen EFH-Gebiete um
Grossstaedte.

Uebrigens sind immer noch Tausende an der Ostkueste
ohne Strom. An den Leitungen wird nach wie vor gebastelt.

K.L.








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Joerg

unread,
Nov 8, 2011, 5:02:06 PM11/8/11
to
Ralf . K u s m i e r z wrote:
> X-No-Archive: Yes
>
> begin quoting, Joerg schrieb:
>
>> Zu dieser Zeit wohnten wir noch in Deutschland:
>>
>> http://doreen-bennewiz.suite101.de/schneekatastrophe-1978--1979-a70354
>>
>> Zitat "Der Stromausfall machte den Eingeschneiten enorme Probleme.
>> Ställe waren ohne Licht und Wärme, das Vieh verendete teilweise. Für die
>> von der Außenwelt abgeschnitten wurden die Lebensmittel knapp und wegen
>> des Sturmes konnte keiner Ausgeflogen werden. Heizungen fielen aus und
>> es blieb Dunkel. Doch nicht nur der Stromausfall war ein Problem. Auch
>> Telefonleitungen waren mit einer dicken Eisschicht überzogen und nicht
>> mehr funktionsfähig".
>
> "Insgesamt starben in den beiden Teilen Deutschlands ca. 22 Menschen."
>
> Oder auf Deutsch: Aufgrund der Schneekatastrophe kamen sehr viel
> weniger Menschen unfallbedingt zu Tode, als es ohne sie der Fall
> gewesen wäre. Zwar kammen durch sie 22 Menschen ums Leben, aber
> hunderte, die sosnt Verkehsrunfällen zum Opfer gefallen wären, blieben
> heil und gesund.
>
> Hach, was bin ich wieder für ein Zyniker...
>

Im Prinzip stimmt es aber. Wenn hier der Highway zuschneit dann sinken
auch die Unfallzahlen. Weil die Leute zuhause bleiben muessen. Und wenn
man wie letzten Winter nichtmal mehr aus seiner eigenen Einfahrt
rauskommt dann ist es noch extremer, dann koennen Leute nicht mehr
besoffen autofahren. Neun Monate spaeter allerdings ...

Volker Gringmuth

unread,
Nov 8, 2011, 5:50:03 PM11/8/11
to
horst-d.winzler wrote:

> Früher bekamen die Leute ihr
> Geld für Arbeit

... und fühlten sich gut

> heute Hartz IV fürs Nichtstun.

... und fühlen sich schlecht.

Humanes System, so was, oder?


vG

--
"Was meinen Sie, was hier los wäre, wenn mehr Leute begreifen würden, was
hier los _ist_!" (Volker Pispers, "Bis neulich")

Volker Gringmuth

unread,
Nov 8, 2011, 5:51:55 PM11/8/11
to
Joerg wrote:

> man wie letzten Winter nichtmal mehr aus seiner eigenen Einfahrt
> rauskommt dann ist es noch extremer, dann koennen Leute nicht mehr
> besoffen autofahren. Neun Monate spaeter allerdings ...

Das können sie besoffen also noch. Immerhin.

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 8, 2011, 7:32:58 PM11/8/11
to
On 8 Nov., 22:42, "Ralf . K u s m i e r z" <m...@privacy.invalid>
wrote:
> X-No-Archive: Yes
>
> begin  quoting, Lutz Schulze schrieb:
>
> >> Ich hielt mich monatelang in der ehemaligen Sowjetunion
> >> auf und hatte Gelegenheit, mit dem Auto weit ueber Land
> >> zu reisen. Auch in Sibirien tummelte ich mich. Bloss: die
> >> Stromleitungen blieben mir nicht in Erinnerungen.
> > Möglicherweise mangels Strom? Schon Lenin wusste: Kommunismus ist
> > Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes - vielleicht ist man ja
> > nicht ganz fertig geworden.
>
> Naja, die Elektrifizierung hatten Sie schon hingekriegt, aber bei der
> Installierung der Sowjetmacht hat es dann doch vielfach mächtig
> gehapert...

Gehapert? Die Ueberwachung hatte doch prima funktioniert.

Wie die Elektrifizierung ausgebaut und weiterentwickelt wurde,
taete mich schon interessieren. Licht gab's selbst im Winter
reichlich. Lebensmittel waren eher Mangelware.

K.L.

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 8, 2011, 7:35:11 PM11/8/11
to
On 8 Nov., 23:50, Volker Gringmuth <vgringm...@gmx.net> wrote:
> horst-d.winzler wrote:
> > Früher bekamen die Leute ihr
> > Geld für Arbeit
>
> ... und fühlten sich gut
>
> > heute Hartz IV fürs Nichtstun.
>
> ... und fühlen sich schlecht.
>
> Humanes System, so was, oder?

Mit dem Humanen ist das immer so eine Sache,
mal ist das Humane so, mal so. Mal gut, mal
schlecht. Mal "Elektrischer Stuhl", mal fahrbarer
Untersatz.

K.L.

Siegfried Schmidt

unread,
Nov 8, 2011, 7:55:16 PM11/8/11
to
Joerg schrieb:

> Direkt neben einem russenden Schornstein? Wer hat denn das verbrochen?

Es hat die Funktion nicht beeinträchtigt.


Siegfried


Joerg

unread,
Nov 8, 2011, 8:25:43 PM11/8/11
to
Es macht einen grossen Unterschied. Wir wohnen so halb auf dem Lande.
15000 Einwohner, Grundstuecke fuer amerikanische Verhaeltnisse eher
klein, fuer deutsche Gepflogenheiten eher riesig (unseres ist zum
Beispiel 2000qm). Hier faellt der Strom fast nie aus. 20km weiter in den
Bergen, ganz andere Story. Dort kann es passieren dass 20-30 Baeume in
eine Leitung krachen die drei Ranches versorgt. Dann noch 15 Baeume in
eine andere, und so weiter. Es gibt aber nur eine begrenzte Anzahl
Mitarbeiter beim E-Werk, da kann das natuergemaess dauern.

Ergo stellen sich die Leute auf sowas ein, sie sind vorbereitet. Das mag
fuer Europaer seltsam klingen aber es gibt in USA viele Gegenden wo man
einen Stromausfall laengerer Dauer mit voelliger Gelassenheit nimmt.
Jeder weiss wo die Kerosinlampen, Batterien, Kerzen und so stehen. Dort
sind dann auch die Geraetschaften entsprechend. Holzofen, Gasherd,
Propankuehlschrank, Propanboiler fuer Warmwasser, solche Dinge
funktionieren einfach weiter.


> Uebrigens sind immer noch Tausende an der Ostkueste
> ohne Strom. An den Leitungen wird nach wie vor gebastelt.
>

Bei uns waere das einzige Problem dabei die Teifkuehltruhe. Da muesste
gegrillt und schnabuliert werden was das Zeug haelt. Schon gemacht, bzw.
machen muessen. Ist alles eine Frage der Vorbereitung. Hier liegt z.B.
genuegend Brennholz dafuer, und selbst wenn der Holzkohlevorrat zu weit
unter 100 Pfund sinkt sorgen wir Nachschub. Entweder gekaufte oder
selbstgemachte.

Joerg

unread,
Nov 8, 2011, 8:28:28 PM11/8/11
to
Bei den verrussten Isolatoren war die Gspraechsqualitaet vermutlich
nicht mehr so dolle.

Joerg

unread,
Nov 8, 2011, 8:39:39 PM11/8/11
to
Ein Kriegsgefangener der Zwangsarbeit in Sibirien machen musste hat das
so beschrieben: Kartoffel, Mehl, Gemuese, alles Mangelware. Als sie
Graeben fuer ein Fundament ausheben sollten und der Boden wie ueblich
voll durchgeforen war erklaerte ihnen der Natchalnik wie man das auf die
russische Art loest. Ein Haufen Metallstaebe wurde in den frostigen
Boden geschlagen. Die kamen je im Wechsel an einen von zwei dicken
Draehten. Diese wurden dann an einem Strommasten angeklemmt ... bzzzzt
.. TUNGGGG. Der Natchalnik ermahnte dass dort niemand mehr hingehen und
vor allem nicht pinkeln solle. Am morgen dampfte es ueberall und der
Boden war waesserig, hie und da zischte es. Nun konnte ohne Probleme
gebuddelt werden.

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 8, 2011, 9:49:43 PM11/8/11
to
On 9 Nov., 02:25, Joerg <inva...@invalid.invalid> wrote:
> Karl-Ludwig Diehl wrote:
> > On 8 Nov., 18:18, Joerg Bradel <use...@bradel-mol.de> wrote:
> >> In der Neuen Welt sind die Entfernungen größer, demzufolge
> >> auch die Maschen. Zweisystemig zu bauen ist da einfach nicht
> >> drin. Und so kommt's dann halt zu diesen Kaskadeneffekten,
> >> wenn das Parallelsystem fehlt.
> > Ein interessanter Hinweis. Die Ansiedlungen sind wirklich
> > recht weit auseinander.
> > Andererseits: um Grossstaedte zieht sich der Sprawl. Die
> > Einfamilienhauswohnlagen ziehen sich gewissermassen
> > endlos.
>
> > Es waere jetzt natuerlich gut zu wissen, ob die weit ausein-
> > anderliegenden Siedlungen in den Staaten eher von Strom-
> > auzsfaellen betroffen sind als die riesigen EFH-Gebiete um
> > Grossstaedte.
>
> Es macht einen grossen Unterschied. Wir wohnen so halb auf dem Lande.
> 15000 Einwohner, Grundstuecke fuer amerikanische Verhaeltnisse eher
> klein, fuer deutsche Gepflogenheiten eher riesig (unseres ist zum
> Beispiel 2000qm). Hier faellt der Strom fast nie aus.

Bei uns in Nordmanhattan fiel in den zurueckliegenden
Monaten oefter der Aufzug aus. Einmal mussten wir
einen Monat lag bis ins letzte Stockwerk klettern.
Strom gab es jedoch immer.

> 20km weiter in den
> Bergen, ganz andere Story. Dort kann es passieren dass 20-30 Baeume in
> eine Leitung krachen die drei Ranches versorgt. Dann noch 15 Baeume in
> eine andere, und so weiter. Es gibt aber nur eine begrenzte Anzahl
> Mitarbeiter beim E-Werk, da kann das natuergemaess dauern.

Ich kann's mir vorstellen. In den Catskill Mountains sah
es am letzten Wochenende noch so aus, als fehlte hier
und da fuer laengere Zeit die Stromversorgung.

> Ergo stellen sich die Leute auf sowas ein, sie sind vorbereitet. Das mag
> fuer Europaer seltsam klingen aber es gibt in USA viele Gegenden wo man
> einen Stromausfall laengerer Dauer mit voelliger Gelassenheit nimmt.
> Jeder weiss wo die Kerosinlampen, Batterien, Kerzen und so stehen. Dort
> sind dann auch die Geraetschaften entsprechend. Holzofen, Gasherd,
> Propankuehlschrank, Propanboiler fuer Warmwasser, solche Dinge
> funktionieren einfach weiter.

Mir faellt dazu passend nur die Tiefkuehltruhe ein. Aber wie ich
weiter
unten sehe, Dir auch.

> > Uebrigens sind immer noch Tausende an der Ostkueste
> > ohne Strom. An den Leitungen wird nach wie vor gebastelt.
>
> Bei uns waere das einzige Problem dabei die Teifkuehltruhe. Da muesste
> gegrillt und schnabuliert werden was das Zeug haelt. Schon gemacht, bzw.
> machen muessen. Ist alles eine Frage der Vorbereitung. Hier liegt z.B.
> genuegend Brennholz dafuer, und selbst wenn der Holzkohlevorrat zu weit
> unter 100 Pfund sinkt sorgen wir Nachschub. Entweder gekaufte oder
> selbstgemachte.

So kann aus dem Ausfall des Stromnetzes zumindest eine
grosse Party werden. Ja, gut! Weiterhin das Beste draus
machen, ist die Devise. :-)

K.L.

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 8, 2011, 9:55:15 PM11/8/11
to
Das erinnert mich an die Leute in den Armutsgebieten Sued-
amerikas, die sich den Strom illegal von Leitungen holen,
indem sie ein gebogenes Kabel daran haengen. Ausgefallene
Ideen gibt es wirklich reichlich, Strom fuer irgendwelche Zwecke
einzusetzen, indem improvisiert wird.

K.L.


Volker Gringmuth

unread,
Nov 9, 2011, 2:37:19 AM11/9/11
to
Siegfried Schmidt wrote:

> > Direkt neben einem russenden Schornstein? Wer hat denn das verbrochen?
>
> Es hat die Funktion nicht beeinträchtigt.

Sprach der Kohleüberzug zum Isolierstoff: Widerstand ist zwecklos.

Ich bin vor einigen Wochen, nachdem es gefühlt ebenso lange nicht geregnet
hatte, an einem Kalksteinbruch vorbeigefahren und stellte dort fest, daß
Kalkstaub offenbar keine Mittelspannung leitet. Die üblicherweise
dunkelbraunen Isolatoren waren reinweiß.


vG

--
"Wenn alle Chinesen, alle Inder so viele Autos wie wir haben, dann können
wir alle nochmal den Zündschlüssel umdrehen, 15 Minuten rumfahren, und dann
ist das Öl weg. Für immer. Und die Atmosphäre natürlich auch." (Volker
Pispers, "Bis neulich")

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gUnther nanonüm

unread,
Nov 9, 2011, 8:35:25 AM11/9/11
to

"Karl-Ludwig Diehl" <space...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:8d60eafb-3c6a-42d2...@s7g2000yqa.googlegroups.com...

>Ja, melk mal Hunderte von Kuehen von Hand. Gute
>Idee.

Hi,
damals war Norddeutschland noch weitgehend unbeleckt von EU-Milchseen.

>Es ist eigentlich der helle Wahnsinn: Stromausfall und
>vor Schmerz bruellende Kuehe.

Gibts aber immer wieder, etwa in Japan kürzlich. Gerade Fuckupshima war eine
landwirtschaftlich produktive Gegend. Nicht alle Milch kann Musashino sein
:-)

--
mfg,
gUnther


Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 9, 2011, 8:57:31 AM11/9/11
to
On 9 Nov., 14:35, "gUnther nanonüm" <g-...@gmx.de> wrote:
> "Karl-Ludwig Diehl" <spaceoff...@web.de> schrieb im Newsbeitragnews:8d60eafb-3c6a-42d2...@s7g2000yqa.googlegroups.com...
>
> >Ja, melk mal Hunderte von Kuehen von Hand. Gute
> >Idee.
>
> Hi,
> damals war Norddeutschland noch weitgehend unbeleckt von EU-Milchseen.

Es fehlen natuerlich die Taeler, in die man eine
Milchseestaumauer einbauen kann.

> >Es ist eigentlich der helle Wahnsinn: Stromausfall und
> >vor Schmerz bruellende Kuehe.
>
> Gibts aber immer wieder, etwa in Japan kürzlich. Gerade Fuckupshima war eine
> landwirtschaftlich produktive Gegend.

Also da wurde auch verzweifelt gemuht. Tragisch.
Es scheint immer noch Probleme mit den Reaktoren
zu geben, sah ich kuerzlich in den Nachrichten ueber
Internet.

K.L.


Gernot Zander

unread,
Nov 9, 2011, 9:40:37 AM11/9/11
to
Hi,

in de.sci.ing.elektrotechnik Clemens Schueller <schu...@yline.com> wrote:
> Die Spannung von 110 Volt is auch ein Kuriosum, denn die Stromkreise
> müssen doppelt so stark wie bei uns abgesichert werden.

Auch in D waren 110 (bzw. 115) V üblich. Erst nach WWII wurde
stückweise auf 220 umgestellt, angeblich, um Cu zu sparen, weil
dann die Leitungen dünner sein konnten. Also genau umgekehrt.
Ob das UL ist, weiß ich aber nicht.

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) *Keine Mailkopien bitte!*
Es gibt 10 Kategorien von Menschen: Die, die Binärzahlen verstehen, und
die, die es nicht tun. (Jan Henning)

Torsten Schneider

unread,
Nov 9, 2011, 10:32:34 AM11/9/11
to
Gernot Zander <hi...@gmx.de> wrote:

>Auch in D waren 110 (bzw. 115) V üblich. Erst nach WWII wurde
>stückweise auf 220 umgestellt, angeblich, um Cu zu sparen, weil
>dann die Leitungen dünner sein konnten. Also genau umgekehrt.
>Ob das UL ist, weiß ich aber nicht.

Und wenn wir schon dabei sind: Wann ist eigentlich in D das letzte
Gleichstrom-Ortsnetz verschwunden? M.W. sollte das schon vor dem Krieg
abgeschlossen werden, zog sich dann aber deutlich raus. Nur Details
kenne ich nicht.


Viele Grüße, Torsten

Franz Glaser

unread,
Nov 9, 2011, 10:51:20 AM11/9/11
to
Am 09.11.2011 16:32, schrieb Torsten Schneider:

> Wann ist eigentlich in D das letzte
> Gleichstrom-Ortsnetz verschwunden?

Als aus Brüssel das Verbot von DC herauskam
<duck>

GL
--
"Nicht von Beginn an enthüllten die Götter den Sterblichen alles, aber
im Laufe der Zeit finden wir suchend das Bessere. Sichere Wahrheit
erkannte kein Mensch und wird keiner erkennen, über die Götter und alle
die Dinge, von denen ich spreche. Sollte einer auch einst die vollkom-
mene Wahrheit verkünden, wüßte er selbst es doch nicht. Es ist alles
durchwebt von Vermutung." [Xenophanes von Kolophon - Popper]

Siegfried Schmidt

unread,
Nov 9, 2011, 11:29:20 AM11/9/11
to
Joerg schrieb:

> Bei den verrussten Isolatoren war die Gspraechsqualitaet vermutlich
> nicht mehr so dolle.

Wenn es diese Problematik gegeben hat, wäre sie der damaligen Post nicht
unbekannt gewesen. Aus der posteigene Aufstellung solcher Masten ohne Not
unmittelbar neben vorhandenen und betriebenen Schornsteinen schliesse ich,
dass die Problematik keine praktische Rolle spielte.

Dazu muss ich keine Fernreisen unternehmen, so einen Mast kenne ich von
einer ehemaligen Wohnung, wo er unmittelbar neben dem Schornstein lange
Zeit noch als Antennenhalterung diente. Und da sich jenes Gebäude neben dem
Hauptpostamt befand, ging da nicht nur ein Anschluss, sondern ein ganzes
Bündel darüber was auf historischen Fotos gut zu erkennen war.


Siegfried

gUnther nanonüm

unread,
Nov 9, 2011, 11:35:30 AM11/9/11
to

"Gernot Zander" <hi...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:j9e3d5$p8u$1...@scorpio.in-berlin.de...

> Auch in D waren 110 (bzw. 115) V üblich. Erst nach WWII wurde
> stückweise auf 220 umgestellt, angeblich, um Cu zu sparen, weil
> dann die Leitungen dünner sein konnten. Also genau umgekehrt.
> Ob das UL ist, weiß ich aber nicht.

Hi,
also unsere Werkstatt war eine der ersten elektrifizierten, irgendwann kurz
nach WWI, und damals wurde schon 220V installiert. Jedenfalls hatten die
lustigen E-Motoren an den Bandtransmissionen solches auf ihren
gusseisernen Anschlußkastendeckeln stehen, und auch auf diversen Schaltern
stand das. Die E46-Prozellansockel für die Glühbirnen hatten teilweise
Tintebeschriftungen :-) das alte Guttapercha-Leitungsnetz wurde dann später
"modernisiert" und mit Bakelitschaltern und Steckdosen vergrößert.
Das städtische Kraftwerk lief auf Steinkohle, die per Bahn kam, und erzeugte
wie damals üblich zugleich Leuchtgas und Straßenbahnstrom :-)

--
mfg,
gUnther



Joerg

unread,
Nov 9, 2011, 11:49:27 AM11/9/11
to
Vielleicht waren die Qualitaetsansprueche gering genug. Isolatoren nicht
in der Naehe von Schornsteinoeffnungen zu montieren war eine der ersten
Regeln die ich fuer den Antennenbau lernte.

Andeas Wenzel

unread,
Nov 9, 2011, 5:40:01 PM11/9/11
to
On 09.11.2011 14:57, Karl-Ludwig Diehl wrote:
> O[...]
> Es scheint immer noch Probleme mit den Reaktoren
> zu geben, sah ich kuerzlich in den Nachrichten ueber
> Internet. [...]

Ach. Was hast denn Du geglaubt? Daß ein halbes Jahr später alles frisch
renoviert ist und die Blöcke wieder am Netz sind?

Torsten Schneider

unread,
Nov 10, 2011, 2:56:51 AM11/10/11
to
"gUnther nanon?m" <g-...@gmx.de> wrote:

>also unsere Werkstatt war eine der ersten elektrifizierten, irgendwann kurz
>nach WWI, und damals wurde schon 220V installiert. Jedenfalls hatten die
>lustigen E-Motoren an den Bandtransmissionen solches auf ihren
>gusseisernen Anschlu?kastendeckeln stehen, und auch auf diversen Schaltern
>stand das.

War das Wechsel- oder Gleichstrom? Gerade diese kommunalen
Kohle-Kleinkraftwerke erzeugten seinerzeit doch gerne letzteres, oder?


Viele Grüße, Torsten

Franz Glaser

unread,
Nov 10, 2011, 3:27:21 AM11/10/11
to
Gleichstrom war früher bevorzugt, weil die Motoren so gut "regelbar"
waren. Mein Vater hatte einen "starken" Gleichstrommotor für die
Transmission im Websaal.

Da ist später einmal ein Ringelspiel ins Dorf gekommen, der hat dem
Vater den Motor abgekauft. Der war nicht mehr nötig, jeder Webstuhl
hatte da schon einen eigenen Motor.

Ragnar Bartuska

unread,
Nov 10, 2011, 7:03:23 AM11/10/11
to
On 9 Nov., 16:32, schnei...@mabi.de (Torsten Schneider) wrote:
So weit ich weiß irgendwann in den 50ern. Außerhalb Deutschlands: in
Wien 1955, das soll das letzte in Österreich gewesen sein. Ich hab
noch einen Hauptsicherungskasten in einem Altbau gesehen, dessen Tür
mit 220/440V beschriftet war, die dritte Diazedsicherung
offensichtlich nachträglich dazugebaut. In dem Haus in dem ich wohne
hing noch bis Ende der 90er das alte GLeichstrom-Teerkabel nebst
Hausanschlusssicherungen an der Wand - Diazed II für ein haus mit 8
Wohnungen, also max. 2x25A.

sg Ragnar

Ragnar Bartuska

unread,
Nov 10, 2011, 7:04:32 AM11/10/11
to
Ein Lehrer hat uns erzählt, sein Großvater hätte im ländlichen
Österreich in den 50ern seinen Strom mit langen Holzstangen mit
"Enterhaken"
aus der Straßenbeleuchtungs-Freileitung bezogen...

sg Ragnar

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 10, 2011, 10:09:11 AM11/10/11
to
Ich kann's mir vorstellen.

K.L.

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Nov 10, 2011, 11:33:47 AM11/10/11
to
Ragnar Bartuska <texas....@gmx.net> wrote:

>Ein Lehrer hat uns erzählt, sein Großvater hätte im ländlichen
>Österreich in den 50ern seinen Strom mit langen Holzstangen mit
>"Enterhaken"
> aus der Straßenbeleuchtungs-Freileitung bezogen...

In einer deutschen Großstadt (ich meine, Leipzig oder Dresden) sind
bei nächtlichen Prüfungen einer Straßenbahnoberleitung 10A oder so an
"Fehlerstrom" aufgefallen. Näheres Nachsuchen hat eine Anzapfung
gezeigt, die in eine Mietwohnung führte. Auf Klingeln hin hat in einer
30 Grad warmen Wohnung ein mit Unterhose bekleideter Typ aufgemacht.
Der hatte laut der Pressemeldung drei Elektroradiatoren laufen.
Vermutlich in Reihe geschaltet, das würde zur Spannung (700-750V)
passen. Es war noch die Rede davon, daß der Typ ziemlich wirr
wirkte...


-ras

--

Ralph A. Schmid

http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/

Karl Friedrich Siebert

unread,
Nov 10, 2011, 12:50:31 PM11/10/11
to
Am 10.11.2011 17:33, schrieb Ralph A. Schmid, dk5ras:
> Ragnar Bartuska<texas....@gmx.net> wrote:
>
>> Ein Lehrer hat uns erzählt, sein Großvater hätte im ländlichen
>> Österreich in den 50ern seinen Strom mit langen Holzstangen mit
>> "Enterhaken"
>> aus der Straßenbeleuchtungs-Freileitung bezogen...
> In einer deutschen Großstadt (ich meine, Leipzig oder Dresden) sind
> bei nächtlichen Prüfungen einer Straßenbahnoberleitung 10A oder so an
> "Fehlerstrom" aufgefallen. Näheres Nachsuchen hat eine Anzapfung
> gezeigt, die in eine Mietwohnung führte. Auf Klingeln hin hat in einer
> 30 Grad warmen Wohnung ein mit Unterhose bekleideter Typ aufgemacht.
> Der hatte laut der Pressemeldung drei Elektroradiatoren laufen.
> Vermutlich in Reihe geschaltet, das würde zur Spannung (700-750V)
> passen. Es war noch die Rede davon, daß der Typ ziemlich wirr
> wirkte...
>
>
> -ras
>

Deine Geschichte ist ja noch abenteuerlicher und unglaubwürdiger als die
von Ragnar.

--
Gruß
Karl Friedrich

gUnther nanonüm

unread,
Nov 10, 2011, 2:13:09 PM11/10/11
to

"Karl Friedrich Siebert" <k.f.s...@online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:j9h2sp$2tl$1...@gwaiyur.mb-net.net...

> Deine Geschichte ist ja noch abenteuerlicher und unglaubwürdiger als die
> von Ragnar.

Hi,
dann wirst Du in der Unterstadt von Palermo vermutlich ein Wurmloch
entdecken...

--
mfg,
gUnther


Joerg

unread,
Nov 10, 2011, 2:21:06 PM11/10/11
to
Man war frueher genuegsam. In meiner Studentenbude in NL hatten wir fuer
zwei Zimmer gemeinsam 220V/6A. Das heisst man durfte nicht beide
Kochplatten laenger als 2-3 Minuten gleichzeitig betreiben, sonst machte
es pueff und man musste drei Etagen runter. Wenn der Fernseher lief erst
recht, da machte es in Sekunden pueff. Also habe ich gelernt wie man
komplete Gerichte in einer einzelnen Backhaube zubereitet.

Manfred Kuhn

unread,
Nov 10, 2011, 5:14:09 PM11/10/11
to
gUnther nanonüm wrote:

>> Deine Geschichte ist ja noch abenteuerlicher und unglaubw�rdiger als die
>> von Ragnar.
>
Hallo zusammen,

ich habe vor vielen Jahren (vermutlich ca. 45 Jahre her) in einer Weinkeller
an der Mosel folgendes gesehen:

Im Keller unter der Decke war mit Poprzellanisolatoren eine Freileitung
installiert. Der Winzer hatte eine Glühlampe ( Fassung mit zwei abgebogenen
Drähten) dabei. Die hat er dann in die Freileitung gehängt und dann bei
bedarf weiter geschoben. Das muss aber in den Anfängen der Elektrifizierung
durchaus normal gewesen sein.

Schönen Abend noch

Manfred

Stefan Lörchner

unread,
Nov 10, 2011, 11:55:54 PM11/10/11
to

>Es scheint immer noch Probleme mit den Reaktoren
>zu geben, sah ich kuerzlich in den Nachrichten ueber
>Internet.

Probleme? Ich würde das glatt Euphemismus nennen.

Die Katastrophe wird noch etliche Jahrhunderte Probleme bereiten.

Erst letzte Woche haben sie wieder eine unkontrollierte Kettenreaktion
gemeldet. Aber nur eine gaaanz kleine...

http://www.tagesschau.de/ausland/fukushima554.html

http://spectrum.ieee.org/energy/nuclear/24-hours-at-fukushima/0

Lutz Schulze

unread,
Nov 11, 2011, 12:00:13 AM11/11/11
to
Am Thu, 10 Nov 2011 23:14:09 +0100 schrieb Manfred Kuhn:

>>> Deine Geschichte ist ja noch abenteuerlicher und unglaubw�rdiger als die
>>> von Ragnar.

> ich habe vor vielen Jahren (vermutlich ca. 45 Jahre her) in einer Weinkeller
> an der Mosel folgendes gesehen:
>
> Im Keller unter der Decke war mit Poprzellanisolatoren eine Freileitung
> installiert. Der Winzer hatte eine Glühlampe ( Fassung mit zwei abgebogenen
> Drähten) dabei. Die hat er dann in die Freileitung gehängt und dann bei
> bedarf weiter geschoben. Das muss aber in den Anfängen der Elektrifizierung
> durchaus normal gewesen sein.

Sozusagen der Vorläufer der Spannseiltechnik ...

Lutz

--
Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im
Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin
auch für Nagios - Nachricht per e-mail,SMS und SNMP: http://www.messpc.de
Messwerte nachträgliche Wärmedämmung http://www.messpc.de/waermedaemmung.php

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Nov 11, 2011, 12:51:04 AM11/11/11
to
Karl Friedrich Siebert <k.f.s...@online.de> wrote:

>Deine Geschichte ist ja noch abenteuerlicher und unglaubwürdiger als die
>von Ragnar.

Ist verbürgt, und der Pressebericht könnte sogar noch zu googeln sein.

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 11, 2011, 8:58:06 AM11/11/11
to
Nach einem halben Jahr alles frisch renoviert nicht,
aber wenigstens, dass keine Kernschmelze mehr
stattfinden kann.

K.L.

Andeas Wenzel

unread,
Nov 11, 2011, 9:44:46 AM11/11/11
to
On 11.11.2011 14:58, Karl-Ludwig Diehl wrote:
> [...]
> Nach einem halben Jahr alles frisch renoviert nicht,
> aber wenigstens, dass keine Kernschmelze mehr
> stattfinden kann.

Das würde ja implizieren, daß die Kernschmelze das einzige Problem ist.
Das ist vielleicht solange der Fall wie noch keine eingetreten ist, bei
der derzeitigen Lage dürfte es auch nach dem Ende der Kernschmelze noch
eine Menge "Probleme" geben...

Gruß,
Andreas

Joerg

unread,
Nov 11, 2011, 12:10:30 PM11/11/11
to
Lutz Schulze wrote:
> Am Thu, 10 Nov 2011 23:14:09 +0100 schrieb Manfred Kuhn:
>
>>>> Deine Geschichte ist ja noch abenteuerlicher und unglaubw�rdiger als die
>>>> von Ragnar.
>
>> ich habe vor vielen Jahren (vermutlich ca. 45 Jahre her) in einer Weinkeller
>> an der Mosel folgendes gesehen:
>>
>> Im Keller unter der Decke war mit Poprzellanisolatoren eine Freileitung
>> installiert. Der Winzer hatte eine Glühlampe ( Fassung mit zwei abgebogenen
>> Drähten) dabei. Die hat er dann in die Freileitung gehängt und dann bei
>> bedarf weiter geschoben. Das muss aber in den Anfängen der Elektrifizierung
>> durchaus normal gewesen sein.
>
> Sozusagen der Vorläufer der Spannseiltechnik ...
>

"Fein, do kann isch jo ming Waesch draan ophaenge!"

<schauder>

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 11, 2011, 1:48:14 PM11/11/11
to
Das groessere Problem ist vielleicht, dass die Protestbe-
wegung in Japan noch immer nicht stark genug dazu
ist, die Schliessung aller Atomkraftwerke durchzusetzen.
Und gute Alternativen der Stromerzeugung sind auch
noch zu schaffen. Parallel dazu darf man die sterblichen
Ueberreste der Atommeiler verwalten.

K.L.



Ragnar Bartuska

unread,
Nov 13, 2011, 5:27:27 AM11/13/11
to
On 10 Nov., 17:33, "Ralph A. Schmid, dk5ras" <ra...@radio-link.net>
wrote:
> Ragnar Bartuska <texas.ran...@gmx.net> wrote:
> >Ein Lehrer hat uns erzählt, sein Großvater hätte im ländlichen
> >Österreich in den 50ern seinen Strom mit langen Holzstangen mit
> >"Enterhaken"
> > aus der Straßenbeleuchtungs-Freileitung bezogen...
>
> In einer deutschen Großstadt (ich meine, Leipzig oder Dresden) sind
> bei nächtlichen Prüfungen einer Straßenbahnoberleitung 10A oder so an
> "Fehlerstrom" aufgefallen. Näheres Nachsuchen hat eine Anzapfung
> gezeigt, die in eine Mietwohnung führte. Auf Klingeln hin hat in einer
> 30 Grad warmen Wohnung ein mit Unterhose bekleideter Typ aufgemacht.
> Der hatte laut der Pressemeldung drei Elektroradiatoren laufen.
> Vermutlich in Reihe geschaltet, das würde zur Spannung (700-750V)
> passen. Es war noch die Rede davon, daß der Typ ziemlich wirr
> wirkte...
>
Dazu zwei Fragen... ist auch verbürgt, a) wie die Anzapfung der
Fahrleitung erfolgte, ohne dass der Pantograph einer vorbeifahrenden
Straßenbahn dran hängen blieb, was ziemlich sicher sofort aufgefallen
wäre und b) woher der Typ seinen geerdeten Minuspol bezogen hat?
Eisenklotz auf den Schienen wie seinerzeit zur Beleuchtung von
Gleisbaustellen wird es ja wohl nicht gewesen sein... Wasserleitung
oder PEN des 230/400V-Netzes?

sg Ragnar

Franz Glaser

unread,
Nov 13, 2011, 5:41:55 AM11/13/11
to
Der "Fehlerstrom" ist IMHO der richtige Hinweis.

horst-d.winzler

unread,
Nov 13, 2011, 7:32:53 AM11/13/11
to
Am 13.11.2011 11:27, schrieb Ragnar Bartuska:
> On 10 Nov., 17:33, "Ralph A. Schmid, dk5ras"<ra...@radio-link.net>
> wrote:
>> Ragnar Bartuska<texas.ran...@gmx.net> wrote:
>>> Ein Lehrer hat uns erzählt, sein Großvater hätte im ländlichen
>>> Österreich in den 50ern seinen Strom mit langen Holzstangen mit
>>> "Enterhaken"
>>> aus der Straßenbeleuchtungs-Freileitung bezogen...
>>
>> In einer deutschen Großstadt (ich meine, Leipzig oder Dresden) sind
>> bei nächtlichen Prüfungen einer Straßenbahnoberleitung 10A oder so an
>> "Fehlerstrom" aufgefallen. Näheres Nachsuchen hat eine Anzapfung
>> gezeigt, die in eine Mietwohnung führte.

> Dazu zwei Fragen... ist auch verbürgt, a) wie die Anzapfung der
> Fahrleitung erfolgte, ohne dass der Pantograph einer vorbeifahrenden
> Straßenbahn dran hängen blieb, was ziemlich sicher sofort aufgefallen
> wäre und b) woher der Typ seinen geerdeten Minuspol bezogen hat?
> Eisenklotz auf den Schienen wie seinerzeit zur Beleuchtung von
> Gleisbaustellen wird es ja wohl nicht gewesen sein... Wasserleitung
> oder PEN des 230/400V-Netzes?
>
> sg Ragnar

Fahr- und Haltedraht einer Straßenbahn sind doch galvanisch verbunden.
Bisweilen kam man ziemlich "problemlos" von Wohnungen an besagten
Haltedraht. Den Gegenpol dürfte man sich früher über die Wasserleitung
geholt haben, denn die bestand durchgehend aus Stahlrohren. Es gab
bisweilen Probleme mit Beeinflussung wenn die Wasserleitungen lange
Strecken parallel zur Straßenbahn verlief.
--
mfg hdw
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Klaus Butzmann

unread,
Nov 13, 2011, 9:05:24 AM11/13/11
to
Am 13.11.2011 11:27, schrieb Ragnar Bartuska:

> a) wie die Anzapfung der Fahrleitung erfolgte,
Anschluß am Tragseil oder am Quertragwerk vor der 1. Isolation,
eine 0,5mm² geschwärzte Leitung dürfte auch über einem Schlingenisolator
nicht sofort auffallen...

> b) woher der Typ seinen geerdeten Minuspol bezogen hat?
Abflussrohr, Wasserleitung, PEN, grad egal.

Bei Betrieben mit Weichenheizung aus der Fahrleitung fällt das in 100
Jahren nicht auf.



Butzo

Klaus Butzmann

unread,
Nov 13, 2011, 9:06:58 AM11/13/11
to
Am 13.11.2011 14:44, schrieb Ralf . K u s m i e r z:

> Bei Gleichstrom?
Genau bei dem, nennt sich Streustromkorrosion.



Butzo

Heinrich Pfeifer

unread,
Nov 13, 2011, 9:13:44 AM11/13/11
to
Am 08.11.2011 09:04, schrieb Torsten Schneider:
>
> Das kenne ich in manchen ländlichen Gegenden auch heute noch. Wird aber
> immer weniger.

vor 14 Jahren war ich in Island unterwegs und fuhr zu einem entlegenen
Gehöft. Längs der Straße standen Masten mit der Stomleitung, und mir
fiel bei näherem Hinsehen auf, dass da nur ein Leiter war, also kein
mehradriges Mantelkabel.

Direkt beim Gehöft hing dann ein Trafo auf dem letzten Mast mit deutlich
erkennbaren Primär- und Sekundärklemmen. Primärseitig war die
Freileitung und ein Erdkabel angeklemmt, letzteres lief am Mast entlang
in den Boden. Sichtbare Auffälligkeiten der Vegetation aufgrund des
Erdstroms waren nicht zu sehen.

Kann jemand sagen, wo diese Technik sonst noch verbreitet ist/war?



Heinrich
http://www.gartrip.de
mail: new<at>gartrip.de
Message has been deleted

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Nov 13, 2011, 10:13:33 AM11/13/11
to
Klaus Butzmann <k.butzmann.deletethis.@butzo.de> wrote:

>Bei Betrieben mit Weichenheizung aus der Fahrleitung f�llt das in 100
>Jahren nicht auf.

Die haben das bei irgendwelchen Isolationsmessungen oder so entdeckt,
also in einer Situation, wo alle Verbraucher von der LEitung getrennt
waren.

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Nov 13, 2011, 10:12:26 AM11/13/11
to
Ragnar Bartuska <texas....@gmx.net> wrote:

>Dazu zwei Fragen... ist auch verbürgt, a) wie die Anzapfung der
>Fahrleitung erfolgte, ohne dass der Pantograph einer vorbeifahrenden
>Straßenbahn dran hängen blieb, was ziemlich sicher sofort aufgefallen

Es reicht irgendein Tragseil, ein Ausleger oder so. Findet sich immer
was, das "heiß" ist und nicht vom Abnehmer bestrichen wird.

>wäre und b) woher der Typ seinen geerdeten Minuspol bezogen hat?
>Eisenklotz auf den Schienen wie seinerzeit zur Beleuchtung von
>Gleisbaustellen wird es ja wohl nicht gewesen sein... Wasserleitung
>oder PEN des 230/400V-Netzes?

Vermutlich...

Genau ausgeführt haben sie das nicht, entweder aus Furcht vor
Nachahmern, oder weil die Journalisten eh keine Ahnung hatten, wie das
geht.

Klaus Butzmann

unread,
Nov 13, 2011, 10:57:29 AM11/13/11
to
Am 13.11.2011 16:13, schrieb Ralph A. Schmid, dk5ras:

> Die haben das bei irgendwelchen Isolationsmessungen oder so
> entdeckt, also in einer Situation, wo alle Verbraucher von der
> LEitung getrennt waren.
Weswegen mann ja auch ein Spannungsmessrelais haben sollte welches im
Falle der Spannungsunterbrechung den "Abzweig" trennt und nur alle 10
Minuten wieder aufprüft...



Butzo

Joerg

unread,
Nov 13, 2011, 11:00:02 AM11/13/11
to
Heinrich Pfeifer wrote:
> Am 08.11.2011 09:04, schrieb Torsten Schneider:
>>
>> Das kenne ich in manchen ländlichen Gegenden auch heute noch. Wird aber
>> immer weniger.
>
> vor 14 Jahren war ich in Island unterwegs und fuhr zu einem entlegenen
> Gehöft. Längs der Straße standen Masten mit der Stomleitung, und mir
> fiel bei näherem Hinsehen auf, dass da nur ein Leiter war, also kein
> mehradriges Mantelkabel.
>
> Direkt beim Gehöft hing dann ein Trafo auf dem letzten Mast mit deutlich
> erkennbaren Primär- und Sekundärklemmen. Primärseitig war die
> Freileitung und ein Erdkabel angeklemmt, letzteres lief am Mast entlang
> in den Boden. Sichtbare Auffälligkeiten der Vegetation aufgrund des
> Erdstroms waren nicht zu sehen.
>

Nennt sich SWER:

http://ruralpower.org/index.php?option=com_content&view=article&id=11:swer-how-does-it-work&catid=2&Itemid=3


> Kann jemand sagen, wo diese Technik sonst noch verbreitet ist/war?
>

War und ist teilweise noch verbreitet in Gegenden mit sehr duenner
Besiedelung. Oft zu finden etwa in Australien. Daher ist es ein schwerer
Fehler als Geraeteentwickler anzunehmen dieser Kontinent halte sich an
die Gepflogenheiten aehnlich dem europaeischen Verbundnetz. Das hat
allen Ernstes mal jemand auf d.s.electronics behauptet und mir
Unwissenheit vorgehalten :-)

Wie auch immer, das Ergebnis von SWER sind "interessante" Fluktuationen
in der Netzspannung. Im australischen Inland sind stundenlange
Exkursionen bis auf 270V nichts ungewoehnliches. Daher teste ich Geraete
die ich fuer dort entwickle bei 275V Dauerspannung und 300V Spitzen.
Unterspannung hat man auch oft und das kann Motoren durchbrennen lassen
sofern die nicht zumindest thermisch geschuetzt sind.

Kristian Neitsch

unread,
Nov 13, 2011, 11:59:13 AM11/13/11
to
Am 13.11.2011 17:00 schrieb Joerg:

> Wie auch immer, das Ergebnis von SWER sind "interessante" Fluktuationen
> in der Netzspannung. Im australischen Inland sind stundenlange
> Exkursionen bis auf 270V nichts ungewoehnliches. Daher teste ich Geraete
> die ich fuer dort entwickle bei 275V Dauerspannung und 300V Spitzen.
> Unterspannung hat man auch oft und das kann Motoren durchbrennen lassen
> sofern die nicht zumindest thermisch geschuetzt sind.

Börks. Da kann man fast schon überlegen alles was nicht irnkwelche
Leistung braucht hinter 'nem stabilen Netzteil als Kleinspannung DC zu
betreiben.


Kristian

--
Support the ban of Dihydrogen Monoxide
www.dhmo.org

Lutz Schulze

unread,
Nov 13, 2011, 12:07:08 PM11/13/11
to
Am Sun, 13 Nov 2011 17:59:13 +0100 schrieb Kristian Neitsch:

> Am 13.11.2011 17:00 schrieb Joerg:
>
>> Wie auch immer, das Ergebnis von SWER sind "interessante" Fluktuationen
>> in der Netzspannung. Im australischen Inland sind stundenlange
>> Exkursionen bis auf 270V nichts ungewoehnliches. Daher teste ich Geraete
>> die ich fuer dort entwickle bei 275V Dauerspannung und 300V Spitzen.
>> Unterspannung hat man auch oft und das kann Motoren durchbrennen lassen
>> sofern die nicht zumindest thermisch geschuetzt sind.
>
> Börks. Da kann man fast schon überlegen alles was nicht irnkwelche
> Leistung braucht hinter 'nem stabilen Netzteil als Kleinspannung DC zu
> betreiben.

Vielleicht kommt die globale Erwärmung ja von dem ganzen Spannungsabfall in
Verbindung mit entsprechendem Strom?

Joerg Bradel

unread,
Nov 13, 2011, 12:10:18 PM11/13/11
to
Joerg schrieb:

> War und ist teilweise noch verbreitet in Gegenden mit sehr
> duenner Besiedelung. Oft zu finden etwa in Australien. Daher ist
> es ein schwerer Fehler als Geraeteentwickler anzunehmen dieser
> Kontinent halte sich an die Gepflogenheiten aehnlich dem
> europaeischen Verbundnetz.

Warum nicht?
Der Link zu SWER zeigt auf ein Mittelspannungsnetz.
Daraus abzuleiten, dass das Übertragungsnetz (Verbund)
Müll ist, halte ich für gewagt ;-).

VG
Jörg
--
Signatur entlaufen...

Joerg

unread,
Nov 13, 2011, 12:20:12 PM11/13/11
to
Kristian Neitsch wrote:
> Am 13.11.2011 17:00 schrieb Joerg:
>
>> Wie auch immer, das Ergebnis von SWER sind "interessante" Fluktuationen
>> in der Netzspannung. Im australischen Inland sind stundenlange
>> Exkursionen bis auf 270V nichts ungewoehnliches. Daher teste ich Geraete
>> die ich fuer dort entwickle bei 275V Dauerspannung und 300V Spitzen.
>> Unterspannung hat man auch oft und das kann Motoren durchbrennen lassen
>> sofern die nicht zumindest thermisch geschuetzt sind.
>
> Bᅵrks. Da kann man fast schon ᅵberlegen alles was nicht irnkwelche
> Leistung braucht hinter 'nem stabilen Netzteil als Kleinspannung DC zu
> betreiben.
>

Die Leute betreiben fuer sensitive Sachen manchmal AC-Stabilisatoren und
Umformer wie diese:

http://www.preformed.com.au/default.asp?id=1%2C14%2C0%2C479

Auch UPS, aber nur die richtig guten ueberleben dort. Ansonsten wird in
solchen Gegenden erwartet dass das was dorthin verkauft wird auch von
gussieserner Qualitaet ist und haelt. So aehnlich wie in unserer Gegend
davon ausgegangen wird das ein Auto Schotterstrecken, loechrige Waldwege
und gelegentliche Ueberladung auszuhalten hat.

Als Entwickler muss man das entweder kennen oder sehr gut recherchieren.
Ein Beispiel waren die auch hier mal vertriebenen Siemens Telefone. An
unserem Anschluss funktioniert etwa die Freisprechfunktion nicht, der
Schleifenstrom reicht nicht ganz. Irgendwann gab es diese Marke in den
Laeden dann nicht mehr und bei mir im Buero ist das jetzt jetzt alles
von Panasonic weil es damit immer funktioniert.

Joerg

unread,
Nov 13, 2011, 12:47:13 PM11/13/11
to
Gemeint war die Niederspannungsebene und die mit einem Verbund
beabsichtigte Harmonisierung. In Australien ist es so dass die States
und Territories weitgehend ihre eigenen Sueppchen kochen.

Zum einen ist die Umstellung von 240V auf 230V dort trotz vollmundiger
Absichtserklaerungen von vor gut zwei Jahrzehnten weitgehend nicht
geschehen. Hat man wohl einfach ausgesessen. Standards sind eben oft nur
Papier. Ich bat dann noch einige Ingenieure in besiedelteren Gebieten
mal ihre Multimeter in die Steckdosen zu halten. Selbst in Wohngebieten
der gehobeneren Kategorie um Sydney herum haben sie knapp 260V gemessen,
nachts dann ueber 260V.

Manche dieser SWER Feeder haben beinahe den Charakter eines kleinen
Uebertragungsnetzes. Der fuer Jericho (Queensland) ist m.W. ueber 400km
lang. Einem europaeischen Stromversorgungsingenieur wuerden sich da
vermutlich die Fussnaegel hochrollen :-)

Franz Glaser

unread,
Nov 13, 2011, 2:06:10 PM11/13/11
to
Am 13.11.2011 17:00, schrieb Joerg:

> Daher teste ich Geraete
> die ich fuer dort entwickle bei 275V Dauerspannung und 300V Spitzen.


Du Glückspilz, du kannst noch entwickeln!

Mir kaufen die Maschinen ab, die in Rumänien 15-20 Jahre gelaufen sind
(16kW Anschlußwert) und nun sollen sie dort, bloß mit neuem Stecker,
weitere 10 Jahre laufen.

"What means 50HZ 220/380V Y ?"
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