ich hab gerade das Vergnügen, eine Installation für eine Telefonanlage zu
machen. Vorne dran ist die Anlage selbst, angeschlossen sind ca. analoge 6
Telefone und ein Fax. Die Kabellängen sind bis zu 45 Meter pro Stück.
Nun würde ich gerne die brauchbaren Teile der alten Installation einbinden.
Dazu muss ich ab und an schlicht zwei Kabelenden verbinden.
Ich würde das einfach verlöten, Schrumpfschlauch drüber und gut ist. Nun
hat mir ein Bekannter, der mal bei der Post war, gesagt, Löten bringe auf
Dauer Kontaktprobleme.
Für mich scheint das unlogisch bei den Spannungen und Stromstärken in einer
Telefonanlage.
Die Methode der Wahl wären Schneidclips. Allerdings wußte er auch nicht,
warum. Aber die Post hat es so gemacht.
Ich würde von mir aus bei diesen federbelasteten Clips auf Dauer mit
Problemen durch Korrosion rechnen und Lötverbindungen für dauerhaft
problemlos erachten.
Weis da jemand genaueres drüber?
Prabodh
[Telefondrähte verbinden, wie?]
> Weis da jemand genaueres drüber?
Moin auch!
Ich habe schon oft gesehen, daß die Drähte einfach nur abisoliert und
verdrillt wurden. Dann isoliert, meist mit Hilfe eines Schlauches, und
umgeknickt. Scheinbar lange haltbar.
Ich selbst verwende diese Scotchlok-Verbinder, siehe z.B:
Auf der Suche nach einem Link dazu habe ich noch diesen Beitrag
gefunden, da wurde auch z.B. über's Löten diskutiert:
http://www.telefon-treff.de/showthread/t-153225.html
HTH, Axel
Löten bringt dann Probleme, wenn nicht richtig gelötet wird, also
Kaltlötstelle oder der Draht lediglich um Lötstifte herumgewickelt wird.
Derzeit beliebte Verbindungsmethode von Fremdfirmen die für die Telekom
arbeiten. Führt irgentwann zu Störungen.
Früher wurde in den Verteilerkästen (KVZ) der Post ausschließlich gelötet.
> Die Methode der Wahl wären Schneidclips. Allerdings wußte er auch nicht,
> warum. Aber die Post hat es so gemacht.
Nennt sich LAS+ Klemmleisten. Draht wird ohne abisoliert zu werden
eingedrückt. Läuft unter Kaltverschweißung. Die Drahtisolierung isoliert
auch die Kontaktstelle ab.
> Ich würde von mir aus bei diesen federbelasteten Clips auf Dauer mit
> Problemen durch Korrosion rechnen und Lötverbindungen für dauerhaft
> problemlos erachten.
Du kannst ja die Scotch look mit Fettfüllung verwenden. Wichtig nur, daß
die Klemmen nicht schräg eingedrückt werden. Passiert oft (in der Regel)
bei Benutzen einer Kombizange. Entweder darauf auchten oder spezielle
Zange anschaffen ;-)
--
mfg hdw
Verdrillt ohne löten war bei Telefon in Ordnung, solange die Klingel des
Telefons noch mit heftigen Spannungswechseln angesteuert wurde. Das hat
korrodierte Kontakte bei jedem Anruf gefrittet. Bei heutiger
Niederfrequenz-Signalisierung entwickeln diese Verbindungen
Übergangswiderstände - gar nicht gut. Für Datenleitungen z.B. mußte
unbedingt gelötet werden, bevor die Verteiler in Schneid/Klemm-Technik
üblich wurden. Da waren gewickelte Verbindungen eine häufige Störungsquelle.
Für ein paar Verbindungen würde ich bedenkenlos löten, jedenfalls wenn man
in Kauf nehmen kann, daß es vielleicht nur 50 Jahre hält. Ich mach das
jedenfalls zuhause so. Wenn du viel machst, sind die modernen Klemmverbinder
natürlich praktisch.
Grüße
Joachim
Ich persönlich habe bei mir für diesen Zweck die Wago Mikroklemmen
verwendet und die halte ich für diesen Zweck für ideal.
> Nennt sich LAS+ Klemmleisten.
LSA+
(_l_öt-, _s_chraub- und _a_bisolierfrei)
vG
--
Ceterum censeo Popocatepetlum non in Canada sed in Mexico situm esse.
> Die Methode der Wahl wären Schneidclips. Allerdings wußte er
> auch nicht, warum. Aber die Post hat es so gemacht.
> Ich würde von mir aus bei diesen federbelasteten Clips auf Dauer
> mit Problemen durch Korrosion rechnen und Lötverbindungen für
> dauerhaft problemlos erachten.
Nimm WAGOs und gut.
Lutz
> Ich würde von mir aus bei diesen federbelasteten Clips auf Dauer mit
> Problemen durch Korrosion rechnen und Lötverbindungen für dauerhaft
> problemlos erachten.
Nein. Lötzinn und Kupfer korrodieren mit den Jahren. Du solltest
das Lötzinn ungefähr wie einen Klebstoff betrachten, mehr nicht.
Es leitet nicht gut, ist nicht elastisch und frißt sogar das
Kupfer ein wenig auf.
Kupfer ist ein etwas mangelhaftes Federmetall aber immerhin. Solang
Cu mit Cu kontaktiert und sonst nix, bist du am besten dran. Halt
es von Feuchte fern, besonders von aggressiver.
Cu mag nicht oft gebogen werden oder gehämmert, da wird es spröde.
Danach sollte es geglüht werden aber dann ist die Isolation weg:-(
Deswegen wird statt Cu meistens eine Legierung verwendet, Ms zum
Beispiel, das federt besser und verträgt sich galvanisch mit Cu
noch einigermaßen.
Alu ist eine Sau. Da "frißt" eine Schraube so drin, daß nur mehr
eine Handgranate hilft :->
Bestimmte Legierungen sind nicht so schlimm. Alu federt nicht!
MfG
Ich kann nur sagen, dass vernuenftig geloetete Verbindungen ewig halten.
Sonst wuerde der alte Sachsenwerk oder der alte Astor im Buero wohl
nicht mehr funktionieren duerfen. Beides Roehrenradios aus den 50's in
"Sauerkraut-Loettechnik", 1x Germany, 1x Australia. Bleifrei wuerde ich
das persoenlich allerdings nicht machen, dem Zeug traue ich (noch) nicht.
Dann gibt es (vermutlich auch bei Euch) die 66-Blocks, in die man Kabel
als Schneid-Klemmverbindung reinpresst. Habe ich auch hier. Wobei die
Telco Service Leute da hin und wieder "nachdruecken" muessen.
Ein wenig verzwirbeln und Wire Nut draufdrehen geht auch, ist hier quer
durch's Haus so gemacht und haelt seit 1970.
--
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com/
"gmail" domain blocked because of excessive spam.
Use another domain or send PM.
> Ich selbst verwende diese Scotchlok-Verbinder, siehe z.B:
>
> http://i8t.de/379b3qr3
Stimmt gar nicht, ich benutze die mit Fettfüllung.
Irgendwie übersehen...
Axel
Franz Glaser (KN) schrieb:
> Deswegen wird statt Cu meistens eine Legierung verwendet, Ms zum
> Beispiel, das federt besser und verträgt sich galvanisch mit Cu
> noch einigermaßen.
Hallo,
für Kontakfedern nimmt man doch Berylliumkupfer, das leitet und federt
doch besser als Messing.
Bye
Prabodh C. Brendler schrieb:
> Ich würde das einfach verlöten, Schrumpfschlauch drüber und gut ist. Nun
> hat mir ein Bekannter, der mal bei der Post war, gesagt, Löten bringe auf
> Dauer Kontaktprobleme.
Hallo,
die Post hat selber Jahrzehnte lang in den Verteilerkästen gelötet, das
konnte man manchmal an der Strasse beobachten.
Bye
> Ich würde von mir aus bei diesen federbelasteten Clips auf Dauer mit
> Problemen durch Korrosion rechnen und Lötverbindungen für dauerhaft
> problemlos erachten.
Diese kleinen Wago-Klemmenblöcke sind an sich sehr praktisch. (Nicht ganz
geschenkt, aber ok...)
Habe die jetzt seit 3 Jahren drin, was noch nicht viel aussagt über die
Langlebigkeit, aber bisher mit dem ISDN jedenfalls keine Probleme.
Ansgar
--
Mails an die angegebene Adresse erreichen mich - oder auch nicht.
Nützliche Adresse gibt's bei Bedarf!
Mail to the given address may or may not reach me - useful address will be
given when required!
wie - äh - recht du doch hast
(ich trau mich das "Bäh"-Wort kaum schreiben, wo doch bei uns gerade
die beiden "Bäh"-Parteien die Wahlen gewonnen haben.)
> Bye
Gl
--
Zi Gong fragte, was einen Edlen ausmache.
Der Meister sprach: "Er predigt nur das, was er zuvor
schon selbst in die Tat umgesetzt hat."
[Konfuzius, alter Chinese]
> wie - äh - recht du doch hast
>
> (ich trau mich das "Bäh"-Wort kaum schreiben, wo doch bei uns gerade
> die beiden "Bäh"-Parteien die Wahlen gewonnen haben.)
Macht nix, dafür hat hier die regierende Cäh-Partei endlich mal das ihr
gebührende Trumm Fotz'n bekommen.
Diese verkniffene, paranoide, rückwärtsgewandte Hackfr...ucht an der
Spitze unseres "leben und leben lassen"-Landes und sein Co-Bruchpilot
haben es nicht anders verdient.
Ich finde, wenn man einen Stall zu lange nicht ausmistet, fängt es
irgendwann zu stinken an.
Ansgar Strickerschmidt schrieb:
> Ich finde, wenn man einen Stall zu lange nicht ausmistet, fängt es
> irgendwann zu stinken an.
Hallo,
nach dem zweiten Weltkrieg hat man in den USA meistens alle acht Jahre
den Präsidenten der anderen Partei gewählt, einmal schon nach vier und
einmal erst nach zwölf Jahren. Aber auch dort gäbe es einiges auszumisten...
Bye
Gibs doch zu, ihr Ausländer beneidet uns mehr um den kleinen Haider
zum Ausmisten als wir ihn selber mögen ;->
> Gibs doch zu, ihr Ausländer beneidet uns mehr um den kleinen Haider
> zum Ausmisten als wir ihn selber mögen ;->
>
Wir sind großzügig und gönnen ihn euch ;-/
--
mfg hdw
> Gibs doch zu, ihr Ausländer beneidet uns mehr um den kleinen Haider
> zum Ausmisten als wir ihn selber mögen ;->
Hey, so einen habt ihr uns schonmal angedreht.;-)
Gruß Dieter
>Nun würde ich gerne die brauchbaren Teile der alten Installation einbinden.
>Dazu muss ich ab und an schlicht zwei Kabelenden verbinden.
Hi, ich geb´mal meinen Senf dazu:
Löten ist und war immer die zweitbeste Lösung. Grund: Lötstelle musste
penibel auber sein, Löttemperatur musste stimmen (ist ja heute kein
Problem mehr), Flussmittelreste gründlich entfernen, Erschütterungen
dürfen nicht auftreten usw.
LSA, Käfigzugfeder und Schneidklemmen sind ja erst seit etwa 10 bis 15
Jahren breit im Markt.
Ich habe gelegentlich das Vergnügen, Lötstellen die ich als Lehrling
vor 20 Jahren gemacht habe, wieder zu sehen. Manche sehen Top aus,
andere sind total vergammelt.
Löten war ja auch kein Problem, solange das Personal für regelmäßige
Wartung und Nacharbeit vorhanden war. Bei der BP waren Bautrupps
früher regelmäßig an den Verteilern zugange um bröselige Verbindungen
nachzulöten. In der Summe war es aber gar nicht so übel, nur würde ich
heute in jedem Fall LSA oder Scotties nehmen
>Ich würde das einfach verlöten, Schrumpfschlauch drüber und gut ist. Nun
>hat mir ein Bekannter, der mal bei der Post war, gesagt, Löten bringe auf
>Dauer Kontaktprobleme.
Recht hat er
>Für mich scheint das unlogisch bei den Spannungen und Stromstärken in einer
>Telefonanlage.
S.o. wird auch heute noch in der Ausbildung vermittelt, wie man lötet
und was es taugt.
>Die Methode der Wahl wären Schneidclips. Allerdings wußte er auch nicht,
>warum. Aber die Post hat es so gemacht.
Na, da kannst Du doch locker denen vertrauen, die das häufiger machen
:-)
>Ich würde von mir aus bei diesen federbelasteten Clips auf Dauer mit
>Problemen durch Korrosion rechnen und Lötverbindungen für dauerhaft
>problemlos erachten.
So kann man sich täuschen! Selbst in Batterieräumen und feuchten,
salpeterschwangeren Kellern halten LSA Klemmen deutlich länger als
gute Lötstellen.
>Weis da jemand genaueres drüber?
Wurde hier ausführlich geschrieben
Ralle
> On Sun, 28 Sep 2008 00:44:35 +0200, "Prabodh C. Brendler"
> <pra...@nightliner.de> wrote:
>
>>Die Methode der Wahl wären Schneidclips. Allerdings wußte er auch nicht,
>>warum. Aber die Post hat es so gemacht.
> Na, da kannst Du doch locker denen vertrauen, die das häufiger machen
> :-)
Danke für alle Antworten. Hab mir eine Schachtel Scotchlok-Verbinder von 3M
bestellt. Kostet ja auch nicht die Welt.
Und vielleicht freut sich mal jemand drüber, wenn er hinter mir her was
verändern oder erweitern muss;-)
>
>>Ich würde von mir aus bei diesen federbelasteten Clips auf Dauer mit
>>Problemen durch Korrosion rechnen und Lötverbindungen für dauerhaft
>>problemlos erachten.
> So kann man sich täuschen! Selbst in Batterieräumen und feuchten,
> salpeterschwangeren Kellern halten LSA Klemmen deutlich länger als
> gute Lötstellen.
Hätte ich eigentlich nicht erwartet, aber man lernt halt nie aus.
Merci in die Runde
Prabodh
>
> Gibs doch zu, ihr Ausländer beneidet uns mehr um den kleinen Haider
> zum Ausmisten als wir ihn selber mögen ;->
Ach nö. Hatten wir schon. War wohl nicht so der Hit.
Müsst Ihr behalten ;-]
Prabodh
Prabodh C. Brendler schrub:
> Schrumpfschlauch drüber und gut ist. Nun hat mir ein Bekannter,
> der mal bei der Post war, gesagt, Löten bringe auf Dauer
> Kontaktprobleme. Für mich scheint das unlogisch bei den
> Spannungen und Stromstärken in einer Telefonanlage.
> Die Methode der Wahl wären Schneidclips. Allerdings wußte er
> auch nicht, warum.
Der Grund dürfte ein ganz einfacher sein:
Gib einem Handwerker Lötgerät in die Hand und sage ihm, er solle
diese Kabel verlöten. Dann wird er sie verlöten. Hauptsache am
Ende sitzen sie zusammen, eine kalte Lötstelle kann man durch
hinsehen sowieso nicht sicher diagnostizieren. Ergebnis:
Unzuverlässig.
Bei einer Klemme (nichts zum Schrauben) ist der Arbeitsgang
eindeutig. Wenn die Kabel nachher nicht von alleine auseinander
fallen, dann sind sie so verklemmt, wie es sein soll.
Schraubverbindung: Da gibt es wieder die Unsicherheit, wie fest
die Schraube angezogen ist und wie die Adern eigentlich unter
der Schraube zu liegen kamen.
Vorurteile gegen Löten dürften hauptsächlich aus diesen
praktischen Erfahrungen resultieren. Für jemanden, der sich die
größt mögliche Mühe gibt, vielleicht vorher noch ein paar
Probeversuche macht, bevor er sich an die richtigen Kabel traut
und vorallem etwas für sich selbst bastelt, für den dürften
diese Vorbehalte gegen Lötungen kaum gelten.
Wenn es perfekt sein soll: Adern verdrillen, Aderendhülse drüber,
quetschen, und dann die Hülse mit Lötzinn füllen - dass sollte
ewig halten.
CU Rollo
Franz Glaser (KN) schrub:
> Nein. Lötzinn und Kupfer korrodieren mit den Jahren.
So wie Zink auf Eisenblech?
> Du
> solltest das Lötzinn ungefähr wie einen Klebstoff betrachten,
> mehr nicht. Es leitet nicht gut, ist nicht elastisch und frißt
> sogar das Kupfer ein wenig auf.
Dieses 'Auffressen' nennen andere Leute auch 'Legierung bilden'.
Wenn sich die Kupferadern berühren und dann wird die Luft in den
restlichen Fugen mit Zinn verfüllt, dürfte die Verbidung sehr
gut sein. Wenn das Zinn jedoch 1mm Spalt überbrückt, sieht es
nicht mehr gut aus. Das Problem: Man sieht es der Lötstelle
nachher nicht an, wie sie aufgebaut ist. Es sei denn, man macht
es selbst.
> Bestimmte Legierungen sind nicht so schlimm. Alu federt nicht!
Das Hauptproblem von Alu ist, das es kriecht. Also Schraube heute
festgezogen ist sie in 10 Jahren wieder lose. Mit der
Federwirkung hat das garnicht so viel zu tun.
CU Rollo
> Wenn sich die Kupferadern berühren und dann wird die Luft in den
> restlichen Fugen mit Zinn verfüllt, dürfte die Verbidung sehr
> gut sein. Wenn das Zinn jedoch 1mm Spalt überbrückt, sieht es
> nicht mehr gut aus. Das Problem: Man sieht es der Lötstelle
> nachher nicht an, wie sie aufgebaut ist. Es sei denn, man macht
> es selbst.
Als 20-jähriger habe ich einmal einen ca. 100-paarigen Telefonverteiler
auflegen dürfen (im Hochsommer auf dem Dachboden, und noch richtig mit
Lötigel und so). Der mich einweisende Techniker legte großen Wert
darauf, daß ich die Kupferadern nicht einfach verzinne und dranhalte,
wie ich es gewohnt war, sondern sie erst trocken fest um den Lötpunkt
wickle und dann den Wickel verlöte.
Der wußte schon, warum.
> Gib einem Handwerker Lötgerät in die Hand und sage ihm, er solle
> diese Kabel verlöten. Dann wird er sie verlöten. Hauptsache am
> Ende sitzen sie zusammen, eine kalte Lötstelle kann man durch
> hinsehen sowieso nicht sicher diagnostizieren. Ergebnis:
> Unzuverlässig.
Da man aber hoffentlich dokumentiert hat, wer da gelötet hat, kann
man ihn an den Ohren hinziehen und nachlöten lassen :)
> Schraubverbindung: Da gibt es wieder die Unsicherheit, wie fest
> die Schraube angezogen ist und wie die Adern eigentlich unter
> der Schraube zu liegen kamen.
Und ob die Schraube vielleicht zu fest angezogen ist und die
durchgequetschten Leiter bald vor der Verschraubung wegbrechen.
> Vorurteile gegen Löten dürften hauptsächlich aus diesen
> praktischen Erfahrungen resultieren. Für jemanden, der sich die
> größt mögliche Mühe gibt, vielleicht vorher noch ein paar
> Probeversuche macht, bevor er sich an die richtigen Kabel traut
> und vorallem etwas für sich selbst bastelt, für den dürften
> diese Vorbehalte gegen Lötungen kaum gelten.
ACK.
> Wenn es perfekt sein soll: Adern verdrillen, Aderendhülse drüber,
> quetschen, und dann die Hülse mit Lötzinn füllen - dass sollte
> ewig halten.
Auch ohne Endhülse wird es das. Eine verlötete Verdrillung, wo das Lot
nur noch mechanische Haltefunktion hat, ist schon so ziemlich das
Optimum.
Eine Quetschung ohne Lötung hätte den Vorteil, daß nichts erwärmt wird.
zwar versprödet Kupfer dabei nicht so unbedingt, aber zum Beispiel kann
Isolierung an fiesen Stellen schmelzen. Gilt aber eher für mein Metier
der Signaltechnik, wo Einzeladern eher mit PE als mit PVC isoliert
sind. Das ist wirklich schnell weggeschmolzen, und jetzt, wo wir
bleifrei löten müssen, also 30-40 K wärmer, noch eher.
Volker Gringmuth schrieb:
> Als 20-jähriger habe ich einmal einen ca. 100-paarigen Telefonverteiler
> auflegen dürfen (im Hochsommer auf dem Dachboden, und noch richtig mit
> Lötigel und so). Der mich einweisende Techniker legte großen Wert
> darauf, daß ich die Kupferadern nicht einfach verzinne und dranhalte,
> wie ich es gewohnt war, sondern sie erst trocken fest um den Lötpunkt
> wickle und dann den Wickel verlöte.
Hallo,
das gehört sich auch beim guten Löten das der Draht vorher ordentlich
mechanisch befestigt wird durch drumwickeln, abbiegen, verdrillen, was
halt da anwendbar ist.
Bye
Dieter Wiedmann schrieb:
> Hey, so einen habt ihr uns schonmal angedreht.;-)
Hallo,
und Kalifornien haben sie einen Gouvernator geliefert...
Bye
Ansgar Strickerschmidt schrieb:
> Ich finde, wenn man einen Stall zu lange nicht ausmistet, fängt es
> irgendwann zu stinken an.
Hallo,
aber kaum hat man den Stall ausgemistet sammelt sich schon wieder neuer
Mist an, man kann den Stall nur dauerhaft von Mist freihalten wenn man
kein Vieh mehr hält...
Bye
Auch wenn es in der "Starkstrom"technik verpönt ist:
Genauso verbinde ich Adern, die ewig halten sollen.
Etwa wenn in einem Badezimmer Decken hoch gefliest wird, aber da eine
Abzweigdose sitzt, die man nicht (bzw. nur mit viel Aufwand) verlegen
könnte.
Die Adern werden erst so 3cm lang abisoliert und blitzeblank geschrubbt.
Dann stramm verdrillt. Dabei verdrille ich auch einen Bereich, in dem die
Adern noch isoliert sind. Macht mechanisch solideren Eindruck, da es dann
keinen Übergang von isolierter, beweglicher Ader auf den abisolierten,
verlöteten Bereich gibt. (Zugegeben, in einer Abzweigdose sollte man
eigentlich keine das Kupfer ermüdenden Bewegungen der Adern erwarten)
Dann wird satt verlötet. Dabei hilft das Lot nur dabei, die Kontaktierung
dauerhaft vor Korrosion und Lösen zu schützen. Der Kontakt selber wird durch
die stramme Verdrillung sicher gestellt.
Über dieses Konstrukt kommt dann eine Lage Schrumpfschlauch - als besonderen
Luxus den mit Innenkleber.
So hat bereits mein Vater vor 50 Jahren Lötstellen gemacht, die bisher
halten.
(Was mich wundert, denn damals hatte er immer Löthonig bzw. Lötwasser
benutzt und nach eigenen Angaben nie gereinigt).
Der stammt aber nicht aus Braunau am Inn...
--
mfg hdw
Aaaach - was seid ihr doch für indellende Bolsse ;-o)
Obwohl ich dir uneingeschr�nkt recht gebe, vermeide ich
W�rter, die nur dem Fachmann weiterhelfen, den Anwender
im Feld aber zu einem Fehlschlu� f�hren.
In diesem Fall ist der Fehlschlu�: "aha, eh nur eine
Legierung, nicht so schlimm, leitet eh auch".
�hnliches meine ich mit dem "Feder"begriff beim Alu
weiter unten zu bewirken.
Ich bestreite n�mlich vehement, da� die Gesellen im Feld
so viel Chemie und Physik im Kopf parat haben wie ein
"normaler Abiturient". Jetzt kannst du mir mit der .sci.
Keule drohen ;-)
MfG
Rolf_Bombach schrub:
>> das gehört sich auch beim guten Löten das der Draht vorher
>> ordentlich mechanisch befestigt wird durch drumwickeln,
>> abbiegen, verdrillen, was halt da anwendbar ist.
>
> Das lässt sich natürlich auch übertreiben. Mir fallen da gerade
> die Philips-Fernseher erster Stunde in konventioneller
> Verdrahtung ein. Die mit echtem Blechchassis (gusseisern [tm]),
> n * EF80, PL81 ff, und dann noch 2* PY82 für die
> Netzgleichrichtung. Da waren die Drähte der Widerstände durch
> die Lötösen gefädelt und anschliessend so was wie verknotet
> worden. Service unmöglich, "auseinandernehmen" eigentlich auch.
Bei einem guten Fernseher sind Verschleißteile (Röhren) gesockelt
und der Rest braucht keinen Service. Widerstände gehen bei
vernünftiger Dimensionierung auch nicht einfach so kaputt.
:-)
CU Rollo
>Widerstände gehen bei
>vernünftiger Dimensionierung auch nicht einfach so kaputt.
Doch, eine sterbende Röhre kann die "mitnehmen"...
-ras
--
Ralph A. Schmid
http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/
da war der R als Sicherung bzw. Sollbruchstelle vorgesehen.
MfG