Am 02.05.2018 um 15:06 schrieb Axel Berger:
> Christoph Müller wrote:
> Kohle ist in großen Mengen vorhanden
ja.
> und eignet sich, allein wegen des Rauchgasreinigungsaufwandes, nur
> für große Kraftwerkseinheiten.
Staubfilter funktionieren auch in kleinen Größen. Normale Holzöfen
müssen auch schon damit ausgerüstet werden.
http://www.schornsteinfegermeister.de/schornsteinfeger-informationen/neue-feinstaub-limits-fuer-holz-und-kohleoefen.html
> Die sind aber nicht so schnell regelbar, wie es die Kompensation von
> Wind und Sonne erfordert.
Mit Klein- und Kleinstanlagen geht das aber.
> Stattdessen hochwertige Stoffe wie Gas oder Leichtöle sinnlos zu
> verfeuern, ist ein übler Schildbürgerstreich.
Deshalb wird das jetzt gleich doppelt gemacht. Einmal zur
Stromproduktion mit 60% Abfallenergie und dann nochmal zu Heizzwecken,
weil man an die Wärme der Großstromerzeuger nicht heran kommt. Lieber
nur ein Schildbürgerstreich als einen solchen gleich doppelt.
> Die sind hervorragend geeignet als Ausgangsstoffe für die Chemie
Biomasse auch.
> und sie werden noch lange oder auf Dauer als saubere, leicht zu
> handhabende Treibstoffe in kleinen dezentralen Einheiten gebraucht
> werden.
Richtig. Die Dezentralisierung sorgt zusätzlich dafür, dass die Anlagen
dort stehen, wo die Biomasse wächst. Das sorgt für kurze Wege und
entsprechend geringen Transportaufwand.
> Die jüngeren unter uns werden die Kohleverflüssigung und -vergasung
> in großem Maßstab und unter horrenden Verlusten wieder erleben. In
> China fängt es schon an.
Eine Frage des Managements. Eine Organisation steht und fällt vor allem
mit ihrem Management. Ich schlage ein automatisches, bidirektionales
Stromhandelssystem für alle vor. Der Rest ergibt sich dann beinahe von
selbst.
>> Erst mal ALLES mit STROM betreiben. Also auch Heizungen,
>
> Wird hier im Haus gemacht. Dank Wärmepumpe ist es primärenergetisch
> (aber nicht preislich!) sogar lohnend.
Wärmepumpen sind meistens ziemlich grenzwertig. Der aktuelle Strommix
bringt nur marginale Vorteile gegenüber einer Öl- oder Gasheizung. Sie
werden erst dann interessant, wenn der dafür nötige Strom wirklich
sauber produziert wird.
> Man kännte aber auch mit anderen Motoren pumpen und hätte gleich noch
> deren Abwärme.
Richtig. Aber dann hat man keinen Strom. Der muss dann EXTRA produziert
werden. Erfolgt das mit 60% Verlust, ist nicht viel gewonnen. Strom ist
die hochwertigste Energieform, mit der der Mensch im großen Stil
arbeitet. Deshalb sollte in einem Energieszenario der Strom immer im
Zentrum stehen. Sobald ein größeres Energie -bzw. Temperaturgefälle
vorhanden ist - immer erst mal Strom produzieren. Die gesuchte Heizwärme
fällt dann schon dabei an.
>> Jetzt gibt es aber größere Mengen von Strom, der KEINE
>> Umweltschäden anreichern.
>> "Keine" ist falsch.
FAST keine.
> Die Umweltbilanz im Vergleich zu anderen Energiequellen sieht beim
> Vergleich als Strom gut aus.
Du meinst die Wärmepumpe. Sie produziert keinen Strom, sondern braucht
welchen (wenn sie nicht per Verbrenner betrieben wird). Dieser Strom
fehlt dann in der Industrie, Computerei, Beleuchtung, ... Dafür werden
dann wieder Kraftwerke mit 60% Verlust betrieben und es wird damit
entsprechender Umwelt- und Sozialschaden angereichert.
>> So ein Heizwiderstand ist i.d.R. recht preiswert zu haben>
> Stimmt. Es geht aber hier nicht (nur) um Energie sondern um Leistung.
> Der Strom muß zu Deinen billigen Widerständen hinkommen und Leitungen
> auf extreme Spüitzen für wenige Minuten im Jahr auszulegen ist
> sinnlos, teuer und ressourcenverschwendend.
Auf den kurzen Wegen haben wir i.d.R. Überdimensionierung der Leitungen.
Sonnenenergie fällt dezentral an. Dafür sind keine teuren Fernleitungen
nötig. Sie speisen quasi gleich am Ort des Stromverbrauchs ein.
Windenergie fällt relativ dezentral an. Je kleiner die Anlagen, desto
dezentraler und desto geringer das Leitungsproblem.
Das berühmte Problem "was machen wir mit dem vielen Windstrom im Norden
Deutschlands ohne teure Fernleitung in den Süden?" gibt es nicht mehr,
wenn stattdessen die thermische Stromproduktion eingestellt wird
und/oder dort Heizungen vorübergehend elektrisch betrieben werden. Dann
ist diese ohnehin umstrittene Leitung einfach überflüssig.
>> Doch. Die Alternative wäre ja, dass man garnichts draus macht.
>
> Schon. Aber bevor diese Alternative zutreffen kann muß der Überschuß
> da sein.
Mit ASTROHS wird man auf solche Zeiten ziemlich lange warten müssen.
> Das heißt ich kann als bezahlte Normalabnahme nicht mehr
> mit 1000 Vollaststunden im Jahr rechnen sondern mit deutlich weniger.
> Die Preise müssen dafür so weit steigen, daß sich die Anlage
> trotzdem noch lohnt.
ASTROHS sorgt für einen MASSENMARKT entsprechender Produkte. Gegenüber
Kleinserien beträgt der Preisfaktor üblicherweise etwa 10. Wenn jetzt
eine Anlage 1.000,- Einheiten kostet, dann kostet sie aus
Massenfertigung nur noch 100,- Einheiten. Schau dich um!
>> Genau genommen auch noch der soziale Friede.
>
> Ein schönes Wort für den Hartz-IV-Aufstocker mit dem älteren
> Kühlschrank und den nicht ganz dichten Fenstern in der Mietskaserne,
> der täglich auf dem Weg zur ihn nicht ernährenden Arbeit and der
> Villa mit der großen Dachfläche und den vielen hochrentierlichen
> Modulen darauf vorbeifährt. (Mach Spaß, auch mal linke Polemik
> rauszuhauen.)
Aus eben diesem Grund MUSS die nötige Technik in die MASSENfertigung
gehen! Nur dann können sie sich auch ärmere Bevölkerungsschichten auch
leisten. Dafür ist politischerseits das wirtschaftliche Umfeld zur
Verfügung zu stellen. Mit ASTROHS wäre man auf einem guten Weg. Das
Ganze auch noch erweitert um Individualverkehr auf der Schiene in
Railtaximanier und der Kleine Mann kann auch größere Strecken mit seinem
Billigauto sehr preiswert und komfortabel bewältigen. Das Ganze
typischerweise immer mit den saubersten grade verfügbaren Energieformen
und mit Abwärmenutzung (falls Abwärme überhaupt anfällt). Beides
zusammen ergibt das Astrail-Konzept und bedient nahezu 100% des
Energiemarktes.
>> Dafür braucht es aber auch ein geeignetes wirtschaftliches Umfeld,
>> das wir leider (noch) nicht haben.
>
> Was über eine Abnahmegarantie zum Festpreis hinaus fehlt Dir denn
> noch?
Nix Abnahmegarantie zum Festpreis. Angebot und Nachfrage regelt. Das
sollte für ALLE gelten. Nicht nur für die, sich die Mindestmengen an der
EEX überhaupt leisten können. UND das Ganze muss AUTOMATISCH arbeiten,
damit man nicht zum Sklaven seiner Technik wird.
> Mit Marktpreisen bis auf nll herunter zu Überschußzeiten
> bricht das ganze schöne Modell zusammen und Deine Überlegungen
> erübrigen sich selbst.
Ich vermute eher, dass du mein Modell nicht verstanden hast. Vielleicht
hat dieses Posting die nötige Aufklärung gebracht.