Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Hauptanschluss Strom vom Dach soll verlegt werden

256 views
Skip to first unread message

Jörg Barres

unread,
Jun 25, 2023, 4:57:01 AM6/25/23
to
Hallo zusammen,

auf mein Wohngebiet rollen Kosten zu :-(

Unser Netzbetreiber möchte die alten Dachzuleitungen neu verlegen, also
unterirdisch.
Er wirbt auch toll damit, dass uns da keine Kosten entstehen. Im
Kleingedruckten steht dann, dass wir die Neuverkabelung im Gebäude aber
selber zahlen dürfen.

Unser Wohnviertel sind Ein- und kleinere Reihenhäuser aus den 60er bis
70er Jahren.
Die meisten hier haben noch einen Feraris-Zähler und eine "antike"
Hauptverteilung im Einbauschrank im Flur. Inklusive der alten dicken
Drehsicherungen. Nix Hutschiene, nix FI. Und oft genug auch eine
Verkabelung ohne Nullleiter. Die Leitungen liegen direkt unterputz
(sw/gr/rt mit grauer Gummiummantelung), also nicht in Rohren/Schläuchen,
ein Austausch bedeutet also Wand aufhacken.

Prinzipiell ist ja eine Ertüchtigung der Netzstruktur wünschenwert, uns
Anwohnern dämmert aber langsam, dass da gewaltige Kosten auf uns
zukommen. Von den Belastungen, in einem bewohnten Gebäude neue Elektrik
zu installieren, ganz abgesehen.

Für Tante Gurgel habe ich wohl nicht die richtigen Begriffe, da finde
ich nichts brauchbares.

Deshalb mal meine Fragen an Euch.

1. Muss ich dieser Umstellung zustimmen? Ist ja wohl eher eine
rechtliche Frage.

2. Darf ich vom alten Verteilerkasten ein passendes Kabel zum neuen
Hauptanschluss in den Keller ...
a) selber verlegen?
b) selber anschließen?
Endabnahme vom Elektriker ist klar.

3. Darf der alte Verteiler (gerne auch mit Feraris-Zähler) weiter
verwendet werden? Bestandsschutz?

4. Muss bei Weiternutzung der vorhandenen Elektrik (falls erlaubt) neben
den neuen Hauptanschluss dann auch ein moderner Sicherungskasten mit
FI-Zeugs?

5. Welche "offizielle" Stelle ist für diese Fragen zuständig?
Elektriker? Verbraucherschutz?

Wie immer vielen Dank für eure Tips und Tricks,

Jörg




Manuel Reimer

unread,
Jun 25, 2023, 10:32:21 AM6/25/23
to
On 25.06.23 10:56, Jörg Barres wrote:
> 1. Muss ich dieser Umstellung zustimmen? Ist ja wohl eher eine
> rechtliche Frage.

Nur für ein/zwei Häuser wir die Dachverkabelung kaum bestehen bleiben.

Ich kenne nur einen Fall aus meinem Bekanntenkreis und dort wurde von
einem Elektriker eine neue Hauptverteilung im Keller installiert. Das
war dort auch keine große Sache weil der Keller kein Wohnraum ist und
dort sowieso alles aufputz liegt. Die ursprüngliche Hauptverteilung
wurde dann zur Unterverteilung "degradiert" und der Zähler in die neue
Hauptverteilung umgezogen.

Ich kenne aber auch mehrere Fälle wo auf dem Grundstück des
Hausbesitzers dann ein (Holz-)Mast gesetzt wurde und die
"Unterflur-Verlegung" offensichtlich nur "bis an die Grundstücksgrenze"
geht. Von da aus hat man dann ein kleines Stück Freileitung bis zum Dach
des betroffenen Wohnhauses gezogen.

Letzteres könnten Fälle sein wo sich die Hausbesitzer nach Abwägung der
Optionen dagegen entschieden haben im Haus neue Leitungen zu ziehen.
Nicht ganz so schön wie "Freileitung ganz weg" aber letztlich
entscheidet wohl jeder selbst ob er auf seinem Grundstück noch ein Stück
Freileitung belassen will.


Am besten erstmal mit dem Netzbetreiber telefonieren bezüglich Optionen
und dann alsbald möglich einen Elektriker dazu holen. Wenn bei euch die
ganze Ortschaft umgerüstet wird, dann werden Elektrikertermine bald
knapp sein.

Gruß

Manuel

Klaus Bahner

unread,
Jun 25, 2023, 10:46:41 AM6/25/23
to
On 25/06/2023 10.56, Jörg Barres wrote:
> Hallo zusammen,
>
> auf mein Wohngebiet rollen Kosten zu :-(
>
> Unser Netzbetreiber möchte die alten Dachzuleitungen neu verlegen, also
> unterirdisch.
> Er wirbt auch toll damit, dass uns da keine Kosten entstehen. Im
> Kleingedruckten steht dann, dass wir die Neuverkabelung im Gebäude aber
> selber zahlen dürfen.
>
> Unser Wohnviertel sind Ein- und kleinere Reihenhäuser aus den 60er bis
> 70er Jahren.
> Die meisten hier haben noch einen Feraris-Zähler und eine "antike"
> Hauptverteilung im Einbauschrank im Flur. Inklusive der alten dicken
> Drehsicherungen. Nix Hutschiene, nix FI. Und oft genug auch eine
> Verkabelung ohne Nullleiter. Die Leitungen liegen direkt unterputz
> (sw/gr/rt mit grauer Gummiummantelung), also nicht in Rohren/Schläuchen,
> ein Austausch bedeutet also Wand aufhacken.

Das verstehe ich nicht. Verkabelung ohne Nullleiter gibt's nicht. Du
meinst wohl Verkabelung ohne Schutzleiter. Schreibst allerdings weiter
das die Verkabelung dreiadrig ist, also mit Schutzleiter. Du schreibst
ja auch sw/gr/rt und rot war frueher der Schutzleiter

>
> Prinzipiell ist ja eine Ertüchtigung der Netzstruktur wünschenwert, uns
> Anwohnern dämmert aber langsam, dass da gewaltige Kosten auf uns
> zukommen. Von den Belastungen, in einem bewohnten Gebäude neue Elektrik
> zu installieren, ganz abgesehen.

Wenn die Verkabelung dreiadrig ist, sehe ich nicht unbedingt das
riesengrosse Problem, da dann im Prinzip "nur" ein neuer
Verteiler/Sicherungskasten benætigt wird. (Die Aenderung der Erdung von
TT auf TN sollte ja kein Problem sein.)
Das sind natuerlich auch Kosten, aber du bekommst dafuer auch einen FI
Schutz und 50+ Jahre alte Schraubsicherungen und Verteilerinstallation
mit ihren korrodierten Kontaktelementen auszutauschen ist auch keine
schlechte Idee (Brandschutz, Zuverlaessigkeit der Anlage).
Insbesondere der deutlich bessere Personenschutz (FI) waere es mir wert.

Gruss
Klaus

Thomas Einzel

unread,
Jun 25, 2023, 1:13:34 PM6/25/23
to
Am 25.06.2023 um 16:46 schrieb Klaus Bahner:
> On 25/06/2023 10.56, Jörg Barres wrote:
>> Hallo zusammen,
>>
>> auf mein Wohngebiet rollen Kosten zu :-(
>>
>> Unser Netzbetreiber möchte die alten Dachzuleitungen neu verlegen,
>> also unterirdisch.
>> Er wirbt auch toll damit, dass uns da keine Kosten entstehen. Im
>> Kleingedruckten steht dann, dass wir die Neuverkabelung im Gebäude
>> aber selber zahlen dürfen.
>>
>> Unser Wohnviertel sind Ein- und kleinere Reihenhäuser aus den 60er bis
>> 70er Jahren.
>> Die meisten hier haben noch einen Feraris-Zähler und eine "antike"
>> Hauptverteilung im Einbauschrank im Flur. Inklusive der alten dicken
>> Drehsicherungen. Nix Hutschiene, nix FI. Und oft genug auch eine
>> Verkabelung ohne Nullleiter. Die Leitungen liegen direkt unterputz
>> (sw/gr/rt mit grauer Gummiummantelung), also nicht in
>> Rohren/Schläuchen, ein Austausch bedeutet also Wand aufhacken.
>
> Das verstehe ich nicht. Verkabelung ohne Nullleiter gibt's nicht. Du
> meinst wohl Verkabelung ohne Schutzleiter. Schreibst allerdings weiter
> das die Verkabelung dreiadrig ist, also mit Schutzleiter. Du schreibst
> ja auch sw/gr/rt und rot war frueher der Schutzleiter

Dann muss er einen Elektrobetrieb finden, der sich einer so alten Anlage
auch annimmt ohne eine komplette Neuinstallation zu machen - das hat ja
auch was mit der Haftung dieses Betriebes zu tun. Es könnte nicht
einfach werden.

>> Prinzipiell ist ja eine Ertüchtigung der Netzstruktur wünschenwert,
>> uns Anwohnern dämmert aber langsam, dass da gewaltige Kosten auf uns
>> zukommen. Von den Belastungen, in einem bewohnten Gebäude neue
>> Elektrik zu installieren, ganz abgesehen.
>
> Wenn die Verkabelung dreiadrig ist, sehe ich nicht unbedingt das
> riesengrosse Problem, da dann im Prinzip "nur" ein neuer
> Verteiler/Sicherungskasten benætigt wird. (Die Aenderung der Erdung von
> TT auf TN sollte ja kein Problem sein.)

Wenn o.g. Frage der Fachbetriebsfindung geklärt ist, müsste er eine
Erdung haben, die auch den derzeitigen Anforderungen entspricht.
Fundamenterder gab es noch nicht ewig, und Wasserleitung als Erder geht
auch schon länger nicht mehr. Wahrscheinlich mehrere Staberder, oder
wenn es geht Banderder. Wenn das die Elektrofirma nicht ohne "wir müssen
um das Haus alles aufgraben lassen" hinbekommt, ist sie eventuell nicht
die Richtige für diese Aufgabe.

> Das sind natuerlich auch Kosten, aber du bekommst dafuer auch einen FI
> Schutz und 50+ Jahre alte Schraubsicherungen und Verteilerinstallation
> mit ihren korrodierten Kontaktelementen auszutauschen ist auch keine
> schlechte Idee (Brandschutz, Zuverlaessigkeit der Anlage).
> Insbesondere der deutlich bessere Personenschutz (FI) waere es mir wert.

Ich befürchte, dass fehlende RCDs nur eine recht kleine Teilkomponente
der Herausforderung sind. Zumindest was die Kosten/Aufwände angeht.

Aber es hilft ja nichts, Elektroinstallationen halten zwar lange, aber
nicht ewig. Rot für PE gibt es IIRC seit Mitte 60er Jahre nicht mehr,
Übergangsfristen gab es wohl bis Ende der 60er oder 1970 (?). Wenn das
so ist, ist die Elektroanlage mutmaßlich >53 Jahre alt. Da könnte die
eine oder andere Isolation schon etwas brüchig sein.
Ich rate zur Überprüfung durch einem Elektrobetrieb und die gemeinsame
Festlegung eines Erneuerungsplanes - man muss das ja nicht alles in Form
einer "Großbaustelle" machen und vielleicht schätzt die Elektrofachkraft
vor Ort auch noch Teile als weiter verwendungsfähig ein.
--
Thomas

Jörg Barres

unread,
Jun 26, 2023, 1:25:25 AM6/26/23
to
Am 25.06.23 um 16:46 schrieb Klaus Bahner:
> On 25/06/2023 10.56, Jörg Barres wrote:
>> Hallo zusammen,
>>
>> auf mein Wohngebiet rollen Kosten zu :-(
>>
>> Unser Netzbetreiber möchte die alten Dachzuleitungen neu verlegen,
>> also unterirdisch.
>> Er wirbt auch toll damit, dass uns da keine Kosten entstehen. Im
>> Kleingedruckten steht dann, dass wir die Neuverkabelung im Gebäude
>> aber selber zahlen dürfen.
>>
>> Unser Wohnviertel sind Ein- und kleinere Reihenhäuser aus den 60er bis
>> 70er Jahren.
>> Die meisten hier haben noch einen Feraris-Zähler und eine "antike"
>> Hauptverteilung im Einbauschrank im Flur. Inklusive der alten dicken
>> Drehsicherungen. Nix Hutschiene, nix FI. Und oft genug auch eine
>> Verkabelung ohne Nullleiter. Die Leitungen liegen direkt unterputz
>> (sw/gr/rt mit grauer Gummiummantelung), also nicht in
>> Rohren/Schläuchen, ein Austausch bedeutet also Wand aufhacken.
>
> Das verstehe ich nicht. Verkabelung ohne Nullleiter gibt's nicht. Du
> meinst wohl Verkabelung ohne Schutzleiter. Schreibst allerdings weiter
> das die Verkabelung dreiadrig ist, also mit Schutzleiter. Du schreibst
> ja auch sw/gr/rt und rot war frueher der Schutzleiter

Sorry, etwas unklar formuliert.
Es liegen viele zweiadrige Leitungen sw/gr und wenn dreiadrig (mit rt),
dann wurde das für die Deckenlampen zum Schalten benutzt.

In manchen Verteilerdosen geht das aber auch kreuz und quer
durcheinander. :-)

Jörg


Marcel Mueller

unread,
Jun 26, 2023, 12:47:03 PM6/26/23
to
Am 26.06.23 um 07:25 schrieb Jörg Barres:
> Sorry, etwas unklar formuliert.
> Es liegen viele zweiadrige Leitungen sw/gr und wenn dreiadrig (mit rt),
> dann wurde das für die Deckenlampen zum Schalten benutzt.
>
> In manchen Verteilerdosen geht das aber auch kreuz und quer
> durcheinander. :-)

Oh-oh. Das hört sich nach "Wohnung zerstören" an.
Das dürfte jedenfalls der Wahrnehmung der Bewohner am nächsten kommen,
wenn die Elektroinstallation erneuert wird und nachher restlos alles
voll Baustaub ist. (Selber schon erlebt, Selbst CDs in geschlossenen
Boxen in Regalen hinter verklebter Bauplane spielten nachher erst mal
nicht mehr, weil der feine Staub mit der Zeit in jede noch so kleine
Ritze gezogen ist.)

Ich sehe wenig Chancen, da noch etwas größeres Umzubauen, _ohne_ den
Bestandsschutz für das alte und teilweise jetzt schon vorschriftswidrige
(rot für L) Zeug zu verlieren. Jeder halbwegs vernünftige Installateur
wird das alleine schon aus haftungsrechtlichen Gründen ablehnen. Bleibt
maximal noch ein Schwarzarbeiter, dem all diese Dinge egal sind.
Bestandsschutz heißt halt nicht, dass man sich niemals drum kümmern
sollte. So nach 50 Jahren kann das auch ohne aktuellen Anlass schon mal
eine gute Idee werden.


Marcel

Kay Martinen

unread,
Jun 26, 2023, 1:50:02 PM6/26/23
to
Am 26.06.23 um 18:47 schrieb Marcel Mueller:
> Am 26.06.23 um 07:25 schrieb Jörg Barres:
>> Sorry, etwas unklar formuliert.
>> Es liegen viele zweiadrige Leitungen sw/gr und wenn dreiadrig (mit rt),
>> dann wurde das für die Deckenlampen zum Schalten benutzt.

Und Herd o.a. Drehstrom-Anschlüsse sind vermutlich 4 Adrig ggf. sogar
noch mit den Gußeisernen Flachsteckern und Schwarz, Braun, Blau waren
damals auch für L1-3 usus.

>> In manchen Verteilerdosen geht das aber auch kreuz und quer
>> durcheinander. :-)

Logo. Blechgemantelte Kabel und welche ohne Blech vermutlich ebenfalls
gemischt.

> Oh-oh. Das hört sich nach "Wohnung zerstören" an.
> Das dürfte jedenfalls der Wahrnehmung der Bewohner am nächsten kommen,

Iss so!

> wenn die Elektroinstallation erneuert wird und nachher restlos alles
> voll Baustaub ist. (Selber schon erlebt,

Je nach örtlichen Gegebenheiten kann man versuchen das zu minimieren.
Z.b. Leichtbauwand, unterboden oder zwischen Deckenbalken oder wo's
passt Kabelkanal oder AP Verlegung.

> Ich sehe wenig Chancen, da noch etwas größeres Umzubauen, _ohne_ den
> Bestandsschutz für das alte und teilweise jetzt schon vorschriftswidrige
> (rot für L) Zeug zu verlieren. Jeder halbwegs vernünftige Installateur
> wird das alleine schon aus haftungsrechtlichen Gründen ablehnen. Bleibt
> maximal noch ein Schwarzarbeiter, dem all diese Dinge egal sind.
> Bestandsschutz heißt halt nicht, dass man sich niemals drum kümmern
> sollte. So nach 50 Jahren kann das auch ohne aktuellen Anlass schon mal
> eine gute Idee werden.

Eine Wichtige Frage ist doch auch noch was die Versicherung im
Schadenfall dann annimmt. "Wie, ihre Installation ist 50J alt? Wir
zahlen nicht. Das hätten sie vorher sagen müssen" was natürlich die
Prämie hoch treibt oder in Nicht-versicherbarkeit endet.

Ich bin zudem überzeugt das man auch in der Ausgebrannten Ruine noch
genug Hinweise findet auf Art, Ausführung und Alter der Installation
finden wird. Fehler, Pfusch oder einfach Gammel würde sich spätestens
dann rächen. Wenn möglicherweise nicht nur Sachwerte, Ideelles oder
Familienmitglieder verloren gingen, sondern zusätzlich noch die
Versicherung oder Ermittler vorstellig werden. Und man als Eigentümer
evtl. wg. Vorsatz eingekerkert wird.

Ich denke wenn man Handwerklich geschickt ist kann man einzelposten in
Absprache mit einem Fachbetrieb selbst erledigen. Z.b. Durchbrüche zw.
Keller und Dach (Kabelschacht) das ziehen der neuen Zuleitung vom Keller
zur ehemaligen HV oder ähnliches. Das ist Zeit und Kraft-aufwändig und
man ist dann selbst Schuld an dem Staub den man aufwirbelt. Oder kann
ihn (so gut es geht) vermeiden, z.b. mit einer Nutfräse mit Absaugung
statt einer offenen Flex. :-) Ändert aber wohl nix daran das vermutlich
alles ab HA ggf. neu in 3-5 Adrigem NYM gelegt werden müsste. Egal ob
nun mit oder Ohne RCD.

Aber als ONU und ohne Erfahrung sollte man das alles besser einen
Betrieb machen lassen.

Ein Gelernter Elektriker(Geselle) könnte das natürlich alles in
Eigenarbeit machen auch Raumweise einzeln wenn möglich. Und auch die
neue HV mit Zählerplatz u.s.w. aber m.E. muß es dennoch abgenommen
werden, von einem Meister. Der dann vermutlich auch dafür gerade stehen
muß das es Fachgerecht ist. Das wird wohl auch nicht in 5 min. und für'n
Schüttelscheck abgehen.

Bye/
/Kay

--
"Kann ein Wurstbrot die Welt retten?" :-)

Marcel Mueller

unread,
Jun 27, 2023, 12:16:44 PM6/27/23
to
Am 26.06.23 um 19:46 schrieb Kay Martinen:
>> Ich sehe wenig Chancen, da noch etwas größeres Umzubauen, _ohne_ den
>> Bestandsschutz für das alte und teilweise jetzt schon vorschriftswidrige
>> (rot für L) Zeug zu verlieren. Jeder halbwegs vernünftige Installateur
>> wird das alleine schon aus haftungsrechtlichen Gründen ablehnen. Bleibt
>> maximal noch ein Schwarzarbeiter, dem all diese Dinge egal sind.
>> Bestandsschutz heißt halt nicht, dass man sich niemals drum kümmern
>> sollte. So nach 50 Jahren kann das auch ohne aktuellen Anlass schon mal
>> eine gute Idee werden.
>
> Eine Wichtige Frage ist doch auch noch was die Versicherung im
> Schadenfall dann annimmt. "Wie, ihre Installation ist 50J alt? Wir
> zahlen nicht. Das hätten sie vorher sagen müssen" was natürlich die
> Prämie hoch treibt oder in Nicht-versicherbarkeit endet.

Ganz so leicht kommen sie nicht davon. Sie müssen schon etwas
vorbringen, was man hätte wissen müssen. Das Alter alleine reicht da
nicht. Bei offenkundig unsachgemäß gemachten Arbeiten sieht es dann
anders aus. Inwieweit die Versicherung da den Eigentümer ran nehmen
kann, der ja vllt. gar nichts davon wissen konnte, weil der Verursacher
ein anderer war, wo sämtliche Ansprüche längst verjährt sind, ist eine
andere Frage.


> Ich bin zudem überzeugt das man auch in der Ausgebrannten Ruine noch
> genug Hinweise findet auf Art, Ausführung und Alter der Installation
> finden wird. Fehler, Pfusch oder einfach Gammel würde sich spätestens
> dann rächen.

Nur wenn es eine klare Pflichtverletzung gab. "Gammel" alleine taugt
zwar vielleicht als Ursache aber nicht als Ausrede für die Versicherung.

> Wenn möglicherweise nicht nur Sachwerte, Ideelles oder
> Familienmitglieder verloren gingen, sondern zusätzlich noch die
> Versicherung oder Ermittler vorstellig werden. Und man als Eigentümer
> evtl. wg. Vorsatz eingekerkert wird.

Vorsatz ist natürlich eine andere Nummer.

> Ich denke wenn man Handwerklich geschickt ist kann man einzelposten in
> Absprache mit einem Fachbetrieb selbst erledigen.
[...]
> Ändert aber wohl nix daran das vermutlich
> alles ab HA ggf. neu in 3-5 Adrigem NYM gelegt werden müsste. Egal ob
> nun mit oder Ohne RCD.

Eben.


Marcel

Sebastian Suchanek

unread,
Jul 2, 2023, 5:49:52 AM7/2/23
to
Thus spoke Klaus Bahner:
> On 25/06/2023 10.56, Jörg Barres wrote:
>>
>> [...]
>> Und oft genug auch eine Verkabelung
>> ohne Nullleiter. Die Leitungen liegen direkt unterputz
>> (sw/gr/rt mit grauer Gummiummantelung), also nicht in
>> Rohren/Schläuchen, ein Austausch bedeutet also Wand
>> aufhacken.
>
> Das verstehe ich nicht. Verkabelung ohne Nullleiter gibt's
> nicht. Du meinst wohl Verkabelung ohne Schutzleiter.
> Schreibst allerdings weiter das die Verkabelung dreiadrig
> ist, also mit Schutzleiter. Du schreibst ja auch sw/gr/rt
> und rot war frueher der Schutzleiter
> [...]

Dass früher rot der Schutzleiter war (bzw. sein konnte), stimmt
zwar, aber nach meiner Erfahrung wurde zur damaligen Zeit nur
sehr, sehr selten ein TN-S-System installiert. Meist wurde
"klassisch genullt" und rote Adern z.B. als geschaltete Phase in
Lampenschaltungen verwendet.


Tschüs,

Sebastian

Sebastian Suchanek

unread,
Jul 2, 2023, 5:49:53 AM7/2/23
to
Thus spoke Jörg Barres:

> [...]
> 2. Darf ich vom alten Verteilerkasten ein passendes Kabel
> zum neuen Hauptanschluss in den Keller ...
> a) selber verlegen?
> b) selber anschließen?
> Endabnahme vom Elektriker ist klar.

Das dürfte IMHO rein praktisch daran scheitern, dass Du erstmal
einen Elektriker findet müsstest, der sich darauf einlässt.
(Also etwas abzunehmen, dass er nicht selbst installiert hat.)

> 3. Darf der alte Verteiler (gerne auch mit Feraris-Zähler)
> weiter verwendet werden? Bestandsschutz?

IMHO ist das dünnes Eis. Ich kenne es als (inoffizielle?)
Faustregel so, dass ab dem Punkt, an dem man eine Bestandsanlage
umbaut, "nach hinten" (also in Richtung Verbraucher) alles dem
aktuellen Stand der Technik entsprechen muss, also kein
Bestandsschutz mehr gilt.
Hier könnte man evtl. argumentieren, dass die eigentliche
(Kunden-)Anlage erst im Sicherungskasten beginnt und die
Umbauten nur im vorgelagerten Verteilnetz stattfinden, die
Kundenanlage also gar nicht verändert wird und somit
Bestandsschutz gilt. Frueher[tm] hat man solche Dachständer-
Rückbauten auch tatsächlich so gehandhabt. (Also Altanlage
bestehen lassen und einfach vom Keller aus eine neue Zuleitung
zum alten Verteiler gezogen.)
Dass das bei einer so alten Anlagen technisch gesehen nur mäßig
sinnvoll ist, hat Klaus ja schon ausgeführt.

> 4. Muss bei Weiternutzung der vorhandenen Elektrik (falls
> erlaubt) neben den neuen Hauptanschluss dann auch ein
> moderner Sicherungskasten mit FI-Zeugs?

Siehe oben.

> 5. Welche "offizielle" Stelle ist für diese Fragen
> zuständig? Elektriker? Verbraucherschutz?

Ja und ja. Wegen der technischen (Detail-)Fragen der/ein
Elektriker oder meinetwegen auch die örtliche Innung, für die
rechtlichen Fragen zu den (Folge-)Kosten der Verbraucherschutz.


HTH,

Sebastian

Heinz Tauer

unread,
Jul 2, 2023, 6:49:14 AM7/2/23
to
Am 02.07.2023 um 11:47 schrieb Sebastian Suchanek:
> Thus spoke Jörg Barres:
>
>> [...]
>> 2. Darf ich vom alten Verteilerkasten ein passendes Kabel
>> zum neuen Hauptanschluss in den Keller ...
>> a) selber verlegen?
>> b) selber anschließen?
>> Endabnahme vom Elektriker ist klar.
> Das dürfte IMHO rein praktisch daran scheitern, dass Du erstmal
> einen Elektriker findet müsstest, der sich darauf einlässt.
> (Also etwas abzunehmen, dass er nicht selbst installiert hat.)

Gestatte mir folgende Ergänzung: Diese Kabelverlegung muss vom
Energieversorger genehmigt werden, da sie nach Fertigstellung verplombt
wird.
und der Energieversorger.

>
>
> HTH,
>
> Sebastian


--
Gruß
Heinz

Kay Martinen

unread,
Jul 2, 2023, 11:20:02 AM7/2/23
to
Am 02.07.23 um 12:49 schrieb Heinz Tauer:
> Am 02.07.2023 um 11:47 schrieb Sebastian Suchanek:
>> Thus spoke Jörg Barres:
>>

>>> a) selber verlegen?
>>> b) selber anschließen?
>>> Endabnahme vom Elektriker ist klar.
>> Das dürfte IMHO rein praktisch daran scheitern, dass Du erstmal
>> einen Elektriker findet müsstest, der sich darauf einlässt.
>> (Also etwas abzunehmen, dass er nicht selbst installiert hat.)

Tja...

> Gestatte mir folgende Ergänzung: Diese Kabelverlegung muss vom
> Energieversorger genehmigt werden, da sie nach Fertigstellung verplombt
> wird.

Verplompt wird nur der Hausanschluß und der Zählerkasten. Und das Kabel
dazwischen hat üblicherweise so kurz wie möglich zu sein.

Aber dann ist es eine Frage der TAB des EVU oder des Netzbetreibers
oder? Wenn da z.b. drin stände das die nach Zähler folgende Anlage dem
Stand der Technik entsprechen muß dann ist alles neu zu machen.

Würde mich wundern wenn es nicht drin stünde.

>>> 5. Welche "offizielle" Stelle ist für diese Fragen
>>> zuständig? Elektriker? Verbraucherschutz?
>> Ja und ja. Wegen der technischen (Detail-)Fragen der/ein
>> Elektriker oder meinetwegen auch die örtliche Innung, für die
>> rechtlichen Fragen zu den (Folge-)Kosten der Verbraucherschutz.
>
> und der Energieversorger.

Der Verbraucherschutz hat da m.E. nix bei zu suchen. Außer man wollte
den (Miß)brauchen um gegen die (sinnvolle) Pflicht die ganze Anlage
erneuern zu müssen klagen. K.A. ob die so was mit machten...

Jörg Barres

unread,
Jul 3, 2023, 11:42:31 AM7/3/23
to
Hallo zusammen,

aktueller Stand sieht so aus:

Eine Verlegung eines geeigneten Kabels zum bisherigen Hauptanschluss
(bei mir also unterm Dach) scheint akzeptiert zu werden, also vom Keller
(neu) bis unters Dach (alt).

Wäre mir sehr recht, dann bleibt die Installation wie sie ist und das
Kabel kann ich selber legen. Bedeutet zwar Aufwand, aber zumindest
überschaubar.

Mal sehen, wie es weitergeht :-)

Jörg

Thomas Einzel

unread,
Jul 3, 2023, 4:55:04 PM7/3/23
to
Am 03.07.2023 um 17:42 schrieb Jörg Barres:
...
Wir hatten so eine ähnliche Situation Mitte der 1990er.

Früher vom Mast TN-C ins Haus - Giebel/Dachgeschoss. Umstellung auf
Erdkabel TN-C im Keller durch den VNB. Die HV mit Zähler war hier[tm]
aber schon immer im Erdgeschoss.

Ich würde dir nur empfehlen, den Anschluss im Haus so verlegen zu
lassen, das "irgendwann" bei Bedarf die HV in EG oder Keller wandern
_kann_, ohne dass alle Wände wieder aufgestemmt werden müssen, so ein
Kabel (bei uns IIRC 4x25mm² Al) ist doch nicht ganz so dünn). Erdung und
Potenzialausgleich dabei mit im Auge behalten.
--
Thomas

Rolf Bombach

unread,
Jul 3, 2023, 5:09:05 PM7/3/23
to
Sebastian Suchanek schrieb:
>
> Dass früher rot der Schutzleiter war (bzw. sein konnte), stimmt
> zwar, aber nach meiner Erfahrung wurde zur damaligen Zeit nur
> sehr, sehr selten ein TN-S-System installiert. Meist wurde
> "klassisch genullt" und rote Adern z.B. als geschaltete Phase in
> Lampenschaltungen verwendet.
>
Die Verwirrung wird kaum abnehmen. Bei "ortsveränderlichen
Geräten" war Rot für den Schutzleiter vorgesehen.

https://www.elektro.net/file/show/78323/cc496b/DE_2020_3_PP5.pdf


--
mfg Rolf Bombach

Friedrich Karl Siebert

unread,
Jul 3, 2023, 7:10:42 PM7/3/23
to
Rolf Bombach schrieb am 03.07.2023 um 23:09:
> Sebastian Suchanek schrieb:
>> Dass früher rot der Schutzleiter war (bzw. sein konnte), stimmt
>> zwar, aber nach meiner Erfahrung wurde zur damaligen Zeit nur
>> sehr, sehr selten ein TN-S-System installiert. Meist wurde
>> "klassisch genullt" und rote Adern z.B. als geschaltete Phase in
>> Lampenschaltungen verwendet.
>>
> Die Verwirrung wird kaum abnehmen. Bei "ortsveränderlichen
> Geräten" war Rot für den Schutzleiter vorgesehen.

Diese Aussage ist falsch.
Schutzleitungssystem gibt es in D ab 1965 und Gelb/Grün war von Anfang
an der SL
>
> https://www.elektro.net/file/show/78323/cc496b/DE_2020_3_PP5.pdf
>
>


--
mit freundlichem Gruß
F.K.

Siegfrid Breuer

unread,
Jul 3, 2023, 8:14:57 PM7/3/23
to
ne...@traicon.net (Jörg Barres) schrieb:

> Eine Verlegung eines geeigneten Kabels zum bisherigen Hauptanschluss
> (bei mir also unterm Dach) scheint akzeptiert zu werden, also vom
> Keller (neu) bis unters Dach (alt).

Wurde im letzten Jahrtausend in meinem Elternhaus so gemacht.
Durch einen ungenutzten Kamin (wie intelligent auch immer das
war), und dann dorthin, wo die Freileitung reinkam.
Die Hausinstallation hatte keinen interessiert.

--
Auf keinen Fall den naechsten Satz lesen!
-----------------------------------------
Du kleiner Rebell! Willkommen im Widerstand.
>https://sun9-19.userapi.com/gefyE4tYvMLleQOHCxzYk3CzluZg6-WsZbZfgQ/6nNo2U-o4QQ.jpg>
-> das Wahrheitsministerium raet: <http://www.hinterfotz.de/boese.html> <-
und immer nur ARD+ZDF gucken: <https://www.youtube.com/watch?v=W2l2kNQhtlQ>

Axel Berger

unread,
Jul 4, 2023, 2:27:48 AM7/4/23
to
Friedrich Karl Siebert wrote:
> Schutzleitungssystem gibt es in D ab 1965

Und was ist dann das, was mein Vater 1961 im ganzen Haus installiert hat
und was in Blatzheim: Fachkunde für Elektriker beschrieben ist? Die
Ausgabe meines Vaters ist die sechste Auflage von 1953.

Das Patent auf den Schutzkontaktstecker ist von 1930.


--
/¯\ No | Dipl.-Ing. F. Axel Berger Tel: +49/ 221/ 7771 8067
\ / HTML | Roald-Amundsen-Straße 2a Fax: +49/ 221/ 7771 8069
 X in | D-50829 Köln-Ossendorf http://berger-odenthal.de
/ \ Mail | -- No unannounced, large, binary attachments, please! --
0 new messages