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Gedimmte Teichpumpe

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Sebastian Suchanek

unread,
Jun 3, 2002, 3:46:24 PM6/3/02
to
Hallo NG!

Ein Bekannter möchte seine Gartenteichpumpe etwas in der
Leistung gedrosselt haben. (Sonst saugt's ihm die Kaulquappen
durch. :-) )
Beim Pumpenantrieb handelt es sich anscheinend um einen
Kondenssatormotor, denn auf dem Typenschild stand u.a. 6(?)µF.

Die Frage ist: Kann ich so etwas mit einem normalen Dimmer
steuern? Falls ja: Gibt's sonst noch 'was zu beachten?


Tschüs,

Sebastian

--
Du willst wissen, welchen Weg Dein Geld nimmt?
Dann schau' hier:
http://www.eurobilltracker.com/index.php?referer=3045
(Nein, keine Abzock-URL :-) )

Hans Jürgen Riehl

unread,
Jun 3, 2002, 5:05:28 PM6/3/02
to
Hallo Sebastian,

ein übliches "Dimmen", also ein Herabsetzen des Stromflusswinkels bei
beibehaltener Frequenz ist bei Induktionsmotoren für Pumpen (und auch
Ventilatoren) ohne wirklichen Nutzen; dies sogar in zweifacher Hinsicht.
Einmal ist die Synchrondrehzahl (innere Drehzahl, Leerlaudrehzahl) eine
Funktion der Frequenz. Diese wird durch Phasenanschnitt nicht beeinflusst.
Lediglich der Schlupf kann durch den Leistungssteller etwas geändert werden.
Meist reicht dieser Effekt jedoch nicht aus oder bedingt wesentlich größere
Bauleistungen. Will man die Drehzahl nennenwert ändern, so muss man einen
Frequenzumrichter verwenden.
Der zweite Grund, der gegen ein Dimmen, selbst gegen einen
Frequenzumrichter, spricht ist, dass eine Drosselung hier technisch
wirksamer, einfacher und kaufmännisch sinnvoller ist. Dadurch vermindert
sich ebenfalls die aufgenommene Wirkleistung ohne weiteres Zutun.
Im Falle von Pumpen drosselt man wegen der Kavitationsgefahr besser auf der
Druckseite. Bei kleinen Pumpen besteht das Laufrad jedoch häufig aus
duktilem Material, wie Gummi oder weich eingestelltem Kunststoff, so dass
eine mögliche Kavitation ohne Schädigung bleibt. Dann ist die Drosselung
auch auf der Saugseite möglich.

Viel Erfolg und viele Grüße
Hans Jürgen


Helmut Hullen

unread,
Jun 3, 2002, 4:39:00 PM6/3/02
to
Hallo, Sebastian,

Du (Sebastian) meintest am 03.06.02:

> Ein Bekannter möchte seine Gartenteichpumpe etwas in der
> Leistung gedrosselt haben.

> Die Frage ist: Kann ich so etwas mit einem normalen Dimmer
> steuern?

Nein.

Viele Gruesse!
Helmut

Ernst Keller

unread,
Jun 4, 2002, 4:37:23 PM6/4/02
to
On Mon, 03 Jun 2002 21:46:24 +0200, Sebastian Suchanek <Seba...@Suchanek.de>
wrote:

>Hallo NG!
>
>Ein Bekannter möchte seine Gartenteichpumpe etwas in der
>Leistung gedrosselt haben. (Sonst saugt's ihm die Kaulquappen
>durch. :-) )
>Beim Pumpenantrieb handelt es sich anscheinend um einen
>Kondenssatormotor, denn auf dem Typenschild stand u.a. 6(?)µF.
>
>Die Frage ist: Kann ich so etwas mit einem normalen Dimmer
>steuern? Falls ja: Gibt's sonst noch 'was zu beachten?
>

Falls es kein Synchronmotor ist kannst du durch Spannungsreduzierung die
Drehzahl absenken. Die Förderleistung nimmt linear mit der Drehzahl ab, der
Druck im Quadrat. Wie heisst die Pumpe und welche Drehzahl ist auf dem
Typenschild angegeben?

Ernst

--
Was ist TOFU? Wieso finden die anderen meine Artikel schwer zu lesen?
TOFU steht für "Text Oben, Fullquote Unten". Das ist eine Unart, die einen
nicht nur in dieser Newsgroup, sondern im ganzen Netz unbeliebt macht.
Lies "Wie zitiere ich im Usenet?": http://www.afaik.de/usenet/faq/zitieren/.

Ernst Keller

unread,
Jun 4, 2002, 4:50:49 PM6/4/02
to
On Mon, 3 Jun 2002 23:05:28 +0200, "Hans Jürgen Riehl" <ha...@riehl-ac.de>
wrote:

>Hallo Sebastian,
>
>ein übliches "Dimmen", also ein Herabsetzen des Stromflusswinkels bei
>beibehaltener Frequenz ist bei Induktionsmotoren für Pumpen (und auch
>Ventilatoren) ohne wirklichen Nutzen;

>Lediglich der Schlupf kann durch den Leistungssteller etwas geändert werden.
>Meist reicht dieser Effekt jedoch nicht aus oder bedingt wesentlich größere
>Bauleistungen. Will man die Drehzahl nennenwert ändern, so muss man einen
>Frequenzumrichter verwenden.

Das stimmt für Pumpen und Ventilatoren nicht. Das sind die Ausnahmen wo es
funktioniert. Zumindest ein Ventilatorhersteller hat Leistungsregler auf
Dimmer- und Stufentrafobasis im Programm. Die Leistungskurven gehen bis 90V
runter.

Helmut Hullen

unread,
Jun 4, 2002, 5:47:00 PM6/4/02
to
Hallo, Ernst,

Du (e.keller) meintest am 04.06.02:

> Falls es kein Synchronmotor ist kannst du durch
> Spannungsreduzierung die Drehzahl absenken.

Synchronmotor ist mehr als unwahrscheinlich.
Wahrscheinlich sind Asynchronmotor (weniger wahrscheinlich) und
"Allstrommotor" (wahrscheinlicher).

Auch der Asynchronmotor kann nicht gedimmt werden.

Viele Gruesse!
Helmut

Walter Truetsch

unread,
Jun 5, 2002, 1:38:53 AM6/5/02
to
On Mon, 03 Jun 2002 21:46:24 +0200, Sebastian Suchanek
<Seba...@Suchanek.de> wrote:

>Hallo NG!
>
>Ein Bekannter möchte seine Gartenteichpumpe etwas in der
>Leistung gedrosselt haben. (Sonst saugt's ihm die Kaulquappen
>durch. :-) )
>Beim Pumpenantrieb handelt es sich anscheinend um einen
>Kondenssatormotor, denn auf dem Typenschild stand u.a. 6(?)µF.
>
>Die Frage ist: Kann ich so etwas mit einem normalen Dimmer
>steuern? Falls ja: Gibt's sonst noch 'was zu beachten?

Schlecht, die Dimmerschaltung belastet die Pumpe, siehe Ausführungen
in diesem Thread.

Ich würde der Pumpe ganz einfach den Hahn auf der Druckseite zudrehen,
schon hast du weniger Saugleistung.

Evt, kannst du auch mit reduzierter Spannun fahren, sollte eigentlich
kein Problem sein, der Schlupf wird grösser, die Abwärme auch, aber da
es sich um eine Teichpumpe handelt, ist die Kühlüng ja gewährleistet.

Einzig wenn die Pumpe Startrelais verwendet ist vorischt angezeigt!
Generell würde ich zum Starten mittels Zeitrelais, mit voller Spannung
arbeiten, und erst nach ca 1-2 sekunden auf die reduzierte Spannung
fahren.

Gruss

Walter Truetsch

Joachim Schmid

unread,
Jun 5, 2002, 3:44:26 AM6/5/02
to
Ernst Keller schrieb:

>
> Das stimmt für Pumpen und Ventilatoren nicht. Das sind die Ausnahmen wo es
> funktioniert.

Das kann man so allgemein nicht sagen. Es hängt von der Bauart des
verwendeten Motors ab. Im übrigen geht der Wirkungsgrad von
Strömungspumpen bei Drehzahlreduzierung dramatisch in den Keller.

Joachim

Joachim Schmid

unread,
Jun 5, 2002, 6:08:05 AM6/5/02
to
Ernst Keller schrieb:

>
> Falls es kein Synchronmotor ist kannst du durch Spannungsreduzierung die
> Drehzahl absenken.

Bei Dreiphasen-Asynchronmotoren und den damit verwandten
Kondensatormotoren funkioniert genau dies nicht!

> Die Förderleistung nimmt linear mit der Drehzahl ab, der
> Druck im Quadrat.

Auch dies trifft so allgemein nicht zu. Bei Strömungspumpen stehen
Drehzahl, Förderdruck und -menge in einem gegenseitigen Zusammenhang.
Die Kreiselpumpe sucht sich ihren Betriebspunkt in Abhängigkeit von der
Druck-Durchfluss-Kennlinie der Anlage selbst:

<http://www.edur-pumpen.de/pub/projektierung/deutsch/WA6.pdf>

Der von dir genannte Zusammenhang gilt nur, wenn der jeweils dritte
Parameter konstant gehalten wird.

Bei Verdrängerpumpen ist die Förderleistung linear von der Drehzahl
abhängig, der Druck jedoch _nur_ von der Einstellung des Druckbegrenzers
bzw. dem sich bei gegebener Fördermenge ergebenden strömungsbedingten
Gegendruck.

Joachim

Ernst Keller

unread,
Jun 5, 2002, 2:05:34 PM6/5/02
to
On Wed, 05 Jun 2002 12:08:05 +0200, Joachim Schmid
<joachim...@fh-duesseldorf.de> wrote:

>Ernst Keller schrieb:
>>
>> Falls es kein Synchronmotor ist kannst du durch Spannungsreduzierung die
>> Drehzahl absenken.
>
>Bei Dreiphasen-Asynchronmotoren und den damit verwandten
>Kondensatormotoren funkioniert genau dies nicht!
>

Doch bei Pumpen und Ventilatoren funktioniert es, das sind die Ausnahmen.

>> Die Förderleistung nimmt linear mit der Drehzahl ab, der
>> Druck im Quadrat.
>
>Auch dies trifft so allgemein nicht zu. Bei Strömungspumpen stehen
>Drehzahl, Förderdruck und -menge in einem gegenseitigen Zusammenhang.
>Die Kreiselpumpe sucht sich ihren Betriebspunkt in Abhängigkeit von der
>Druck-Durchfluss-Kennlinie der Anlage selbst:
>
><http://www.edur-pumpen.de/pub/projektierung/deutsch/WA6.pdf>
>
>Der von dir genannte Zusammenhang gilt nur, wenn der jeweils dritte
>Parameter konstant gehalten wird.
>

Selbstverständlich und logischerweise sind die max. Werte gemeint bei jeweils 0
des anderen Wertes.

Ernst Keller

unread,
Jun 5, 2002, 2:13:29 PM6/5/02
to
On 04 Jun 2002 23:47:00 +0200, HHull...@BTX.dtag.de (Helmut Hullen) wrote:

>Hallo, Ernst,
>
>Du (e.keller) meintest am 04.06.02:
>
>> Falls es kein Synchronmotor ist kannst du durch
>> Spannungsreduzierung die Drehzahl absenken.
>
>Synchronmotor ist mehr als unwahrscheinlich.

Kleinere Teichpumpen sind oft mit Synchronmotor.

>Wahrscheinlich sind Asynchronmotor (weniger wahrscheinlich)

nein, am Wahrscheinlichsten da Kondensatormotor.

> und "Allstrommotor" (wahrscheinlicher).
>
Das fast sicher nicht, ausser es währe eine Solarpumpe.

>Auch der Asynchronmotor kann nicht gedimmt werden.
>

Doch.

Joachim Schmid

unread,
Jun 5, 2002, 4:49:00 PM6/5/02
to
Ernst Keller schrieb:
>
> >> Falls es kein Synchronmotor ist kannst du durch Spannungsreduzierung die
> >> Drehzahl absenken.
> >
> >Bei Dreiphasen-Asynchronmotoren und den damit verwandten
> >Kondensatormotoren funkioniert genau dies nicht!
> >
> Doch bei Pumpen und Ventilatoren funktioniert es, das sind die Ausnahmen.

Den Motoren ist es egal, was sie antreiben. Entweder sie sind durch
Veränderung der Betriebsspannung in der Drehzahl veränderlich, oder
nicht. Bei Drehstrommotoren geht es nicht.

Joachim

Ernst Keller

unread,
Jun 5, 2002, 5:32:54 PM6/5/02
to

Doch, wegen der speziellen Kennlinie(ich glaube das Drehmoment nimmt im Quadrat
mit der Drehzahl zu) von Pumpen und Ventilatoren geht es. Ich wiederhole:


Zumindest ein Ventilatorhersteller hat Leistungsregler auf Dimmer- und
Stufentrafobasis im Programm. Die Leistungskurven gehen bis 90V runter.

Ernst

Joachim Schmid

unread,
Jun 5, 2002, 6:00:42 PM6/5/02
to
Ernst Keller schrieb:

>
> >Den Motoren ist es egal, was sie antreiben. Entweder sie sind durch
> >Veränderung der Betriebsspannung in der Drehzahl veränderlich, oder
> >nicht. Bei Drehstrommotoren geht es nicht.
> >
> Doch, wegen der speziellen Kennlinie(ich glaube das Drehmoment nimmt im Quadrat
> mit der Drehzahl zu) von Pumpen und Ventilatoren geht es.

Die Pumpenkennlinie kann sein, wie sie will. Eine Drehstrommaschine
lässt sich nicht dimmen.

> Ich wiederhole:
> Zumindest ein Ventilatorhersteller hat Leistungsregler auf Dimmer- und
> Stufentrafobasis im Programm. Die Leistungskurven gehen bis 90V runter.

Auch durch Wiederholung ändert sich nicht, dass dieser Hersteller dann
Einphasenmotoren einsetzt, und dessen Leistungsregler bei Pumpen mit
Dreiphasen- oder Kondensatormotoren rein gar nichts ausrichten werden.

Joachim

Ulrich Grosse

unread,
Jun 6, 2002, 4:44:47 AM6/6/02
to

Joachim Schmid wrote:
> ...


> > Ich wiederhole:
> > Zumindest ein Ventilatorhersteller hat Leistungsregler auf Dimmer- und
> > Stufentrafobasis im Programm. Die Leistungskurven gehen bis 90V runter.
>
> Auch durch Wiederholung ändert sich nicht, dass dieser Hersteller dann
> Einphasenmotoren einsetzt, und dessen Leistungsregler bei Pumpen mit
> Dreiphasen- oder Kondensatormotoren rein gar nichts ausrichten werden.

Ernst hat recht. Es ist durchaus möglich einen Asynchronmotor über die
Spannung zu steuern. Die letztendliche Drehzahl ist jedoch stark
Lastabhängig. Infos über einen Hersteller von Lüftermotoren (bzw.
entspr. Steuergeräten) findest Du auf:

http://www.ziehl-abegg.de/files/produktinfo_lt/liste_til99_76_d.pdf
http://www.ziehl-abegg.de/files/produktinfo_lt/liste_dl71_d.pdf

Die Physikalischen Hindergründe sind in dem Buch von Rolf Fischer
"Elektrische Maschinen" ganz gut beschrieben. Wird die Spannung
verringert bleibt der Kippschlupf konstant, während des Kippmoment
abnimmt. Sollange man mit dem Arbeitspunkt oberhalb des Kippmomentes
bleibt ist so, in relativ engen Grenzen, eine Veränderung der Drehzahl
(genaugenommen des Moments) möglich. In dem o.g. Buch ist dies mit ein
paar Kennlinien genauer beschrieben.

Gruß Ulli

Joachim Schmid

unread,
Jun 6, 2002, 5:41:29 AM6/6/02
to
Ulrich Grosse schrieb:

>
> Es ist durchaus möglich einen Asynchronmotor über die
> Spannung zu steuern. Die letztendliche Drehzahl ist jedoch stark
> Lastabhängig.
> [...]

> Wird die Spannung
> verringert bleibt der Kippschlupf konstant, während des Kippmoment
> abnimmt. Sollange man mit dem Arbeitspunkt oberhalb des Kippmomentes
> bleibt ist so, in relativ engen Grenzen, eine Veränderung der Drehzahl
> (genaugenommen des Moments) möglich.

OK, man kann das vom Motor abgegebene Moment durch die Spannung
beeinflussen. Dass man dann auf der Kennlinie herumklettern kann und via
Last den Motor bremst, ist nachvollziehbar. Allerdings schüttelt mich
der Gedanke an den dabei auftretenden Schlupf, und dass man irgendwo in
Richtung des Kippmoments herumgurkt. Dass so etwas wirklich technisch
genutzt wird, war mir neu. Wieder was gelernt.

Joachim

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