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Sternschaltung ohne N?

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Andreas Froehlich

unread,
Jun 2, 2008, 2:27:27 PM6/2/08
to
Äh, mal ne blöde Frage:

Hier das Anschlußbild eines Saunaofens:

L1 ---Heizstab---+
I
L2 ---Heizstab---+---- N
I
L3 ---Heizstab---+

Das ist doch jetzt eine Sternschaltung mit 3 x 230 Volt.

Nehmen wir an, der Heizstab hat einen Widerstand von 20 Ohm, dann
fließen bei 230 Volt 11,5 Ampere was 2645 Watt entspricht.

Für alle drei Heizstäbe wären das dann ca. 8 kW

Was würde jetzt passieren, wenn aus irgendeinen Grund die Verbindung zu
N wegfällt?

Zwischen L1 und L2 liegen dann doch 400 Volt an, allerdings muß der
Strom dafür durch *zwei* Heizstäbe. Ebenso bei L2 zu L3 und L3 zu L1.

Ist das dann nicht eine Dreieckschaltung?

Das wären dann 400 Volt bei *2* x 20 Ohm, also 10 Ampere oder 4 KW.
Bei 3 Heizstäben also 12 kW

Oder mach ich jetzt einen Denkfehler?

Andreas

horst-d.winzler

unread,
Jun 2, 2008, 2:38:42 PM6/2/08
to
Andreas Froehlich schrieb:

> Äh, mal ne blöde Frage:
>
> Hier das Anschlußbild eines Saunaofens:
>
> L1 ---Heizstab---+
> I
> L2 ---Heizstab---+---- N
> I
> L3 ---Heizstab---+
>
> Das ist doch jetzt eine Sternschaltung mit 3 x 230 Volt.
>
> Nehmen wir an, der Heizstab hat einen Widerstand von 20 Ohm, dann
> fließen bei 230 Volt 11,5 Ampere was 2645 Watt entspricht.
>
> Für alle drei Heizstäbe wären das dann ca. 8 kW
>
> Was würde jetzt passieren, wenn aus irgendeinen Grund die Verbindung zu
> N wegfällt?

Garnichts. Siehe Verkettungsfaktor, Phasenverschiebung


> Zwischen L1 und L2 liegen dann doch 400 Volt an, allerdings muß der
> Strom dafür durch *zwei* Heizstäbe. Ebenso bei L2 zu L3 und L3 zu L1.
>
> Ist das dann nicht eine Dreieckschaltung?

Nein.

Siehe wikipedia. Die erklären es wirklich gut ;-)

http://de.wikipedia.org/wiki/Sternschaltung

--
mfg hdw

Roland Damm

unread,
Jun 2, 2008, 5:51:34 PM6/2/08
to
Moin,

Andreas Froehlich schrub:

> Hier das Anschlußbild eines Saunaofens:
>
> L1 ---Heizstab---+
> I
> L2 ---Heizstab---+---- N
> I
> L3 ---Heizstab---+
>
> Das ist doch jetzt eine Sternschaltung mit 3 x 230 Volt.

> ...

> Was würde jetzt passieren, wenn aus irgendeinen Grund die
> Verbindung zu N wegfällt?

Auch wenn der Verweis auf die Erklärung schon kam, noch mal kurz:
Wie viel Strom fließt denn durch den N-Anschluss? In der Summe
(also die Summe aus den Strömen in L1 bis L3) immer nichts*).
Was passiert, wenn man ein Kabel abklemmt, durch das sowieso
kein Strom fließt? Eben, nichts. Alles bleibt beim alten.

*) Das könnte man als Fingerübung ja mal nachrechnen: Spannung
und Strom sind proportional zueinander, braucht man also hier
nicht großartig gesondert zu betrachten. Der Strom in L1 soll
mit der Zeit (ausgedrückt als Winkel alpha) sich verhalten wie
sin(alpha). (Faktoren mal weggelassen) L2 hat dann einen Strom
von sin(alpha+120°) und L3 einen von sin(alpha+240°). Somit ist
der Strom auf N dann:
sin(alpha) + sin(alpha+120°) + sin(alpha+240°)

Mit Additionstheoremen und ein paar Zetteln müsst sich das zu
Null ergeben, natürlich für alle alpha.

CU Rollo

Ragnar Bartuska

unread,
Jun 3, 2008, 3:05:55 AM6/3/08
to
Ja, denn es ist davon auszugehen, daß alle 3 Heizstäbe den gleichen
Widerstand haben und damit bei einer gegebenen Spannung auch der
gleiche Strom über sie fließt. Den Rest haben dir die anderen
Schreiber schon gut erklärt.

sg Ragnar

Helmut Hullen

unread,
Jun 3, 2008, 3:21:00 AM6/3/08
to
Hallo, Roland,

Du (roland-damm) meintest am 02.06.08:

>> Was würde jetzt passieren, wenn aus irgendeinen Grund die
>> Verbindung zu N wegfällt?

> *) Das könnte man als Fingerübung ja mal nachrechnen: Spannung


> und Strom sind proportional zueinander, braucht man also hier
> nicht großartig gesondert zu betrachten.

Da rechne ich nicht, sondern zeichne (das Zeigerdiagramm). Die grafische
Lösung ist so binnen 1 Minute erledigt.

Viele Gruesse!
Helmut

Message has been deleted

Alfred Weidlich

unread,
Jun 4, 2008, 6:20:01 PM6/4/08
to
Rolf_Bombach wrote:


> Zuerst mal nichts, es heizt gleich stark weiter.
>
> Ein kleiner Effekt ergibt sich, wenn eine Heizung durchbrennt.
> Mit N reduziert sich dann die Heizleistung auf ca. 5.3 kW, ohne
> N auf 4 kW, da dann nur noch 200 V pro Heizer vorhanden sind.
>
> Aber im Grossen und Ganzen lässt sich ein Leiter einsparen.
>
> Aber: Oft wird der N für was anders noch gebraucht, etwa
> für 230V für Hilfskrempel wie Schaltuhren, Lüfter, Kontroll-
> und sonstige Lampen. Erst Industrieequipment ist dann konse-
> quenter auf Betrieb ohne N ausgerichtet.

Grundsätzlich können und werden symetrische 3 phasen verbraucher auch
dann wenn es Sternschaltung gibt ohne N angeschlossen.
Typisches Beispiel sind Asynchronmotoren, die beim anlassen mittels
Sternschaltung gestartet werden und dann auf Dreieckschaltung
weitergeschaltet werden.
Bei langen Kabeln macht das Sinn, 4 adrig statt 5 adrig.


Message has been deleted

Harald Wilhelms

unread,
Jun 24, 2008, 1:40:35 PM6/24/08
to
On 23 Jun., 20:40, Rolf_Bombach <rolfnospambomb...@bluewin.ch> wrote:
> Alfred Weidlich schrieb:

>
> > Rolf_Bombach wrote:
>
> >> Aber im Grossen und Ganzen lässt sich ein Leiter einsparen.
>
> >> Aber: Oft wird der N für was anders noch gebraucht, etwa
> >> für 230V für Hilfskrempel wie Schaltuhren, Lüfter, Kontroll-
> >> und sonstige Lampen. Erst Industrieequipment ist dann konse-
> >> quenter auf Betrieb ohne N ausgerichtet.
>
> > Grundsätzlich können und werden symetrische 3 phasen verbraucher auch
> > dann wenn es Sternschaltung gibt ohne N angeschlossen.
>
> Betonung auf symmetrisch. Bei Heizequipment ist das nicht immer
> gegeben, E-Herd (*duck*) und anderes Zeug mit Stufenschaltung.
> Und solche Sachen brauchen wie ich gesagt habe, gelegentlich
> den N für 230V Hilfskrempel.

Interessant finde ich, das man bei Durchlauf-
Erhitzern bewusst keinen Nullleiter anschliesst,
da man so durch wegschalten einer Phase die halbe
Leistung bekommt und nicht Zweidrittel wie es
bei angeschlossenem Nullleiter wäre.
Gruss
Harald

Franz Glaser (KN)

unread,
Jun 24, 2008, 1:59:28 PM6/24/08
to
Rolf_Bombach wrote:

>> Typisches Beispiel sind Asynchronmotoren, die beim anlassen mittels
>> Sternschaltung gestartet werden und dann auf Dreieckschaltung
>> weitergeschaltet werden.
>

> Hier fehlen mir vertiefte Kenntnisse der Motorologie. Ich
> könnte mir vorstellen, dass ein Motor (ob nun durch sein
> Drehen oder schon statisch) als verketteter Trafo mit
> Ausgleichswicklung wirken könnte, sodass bei nicht
> völlig identischen Wicklungen der künstliche N nieder-
> ohmig rumeiert.
>
Wäre auch Blunzn^WWurscht^Wegal. Der Nuller wird da nicht
"benöticht", er "entsteht" einfach so am Bügel des Sternschützen.

Meinen 1cent - Senf dazu:
Es ist zwar leider üblich, den Sternschützen um eine Größe kleiner
zu dimensionieren als den Hauptschütz und den Dreiecksschütz aber
das ist keine gute Sache ("Idee"). Theoretisch ist zwar der Strom
des Motors in Sternschaltung niedriger als in der endgültigen
Dreiecksschaltung aber das gilt nur "imaginär".

In der Wirklichkeit wird die Sternschaltung nur zur Verringerung
des hohen Einschaltstromes "ab Stillstand" verwendet. Dabei hat
der Motor einen höheren Innenwiderstand ("ohmisch"), so ähnlich
als ob ein Vorwiderstand in Serie zum Motor hin geschaltet wäre,
der beim Einschalten noch auf Stillstand steht.

Der Einschaltstrom ist auch in Sternschaltung so hoch, daß es
ratsam ist, den Sternschütz gleich groß zu dimensionieren wie den
Hauptschütz und den Dreiecksschütz. Wenn das der Preis in der
Kalkulation nicht zuläßt, dann sollten Sie wenigstens genug Platz
im Schaltschrank für einen gleich großen Schütz vorsehen, damit
beim ersten Ausfall ein richtiger Schütz nachgerüstet werden kann.
Manche Kunden sind eben doof und zahlen lieber zweimal.

MfG Glaser
--
Seht mir doch diese Überflüssigen! Sie stehlen sich die Werke
der Erfinder und die Schätze der Weisen: Bildung nennen sie
ihren Diebstahl - und Alles wird ihnen zu Krankheit und
Ungemach! [Nietzsche, Vom neuen Götzen]

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