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wie weit bzw ab wann schlagen 360KV durch

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Georg Wieser

unread,
Jun 22, 2015, 3:28:20 PM6/22/15
to
Wie nah muß man an die Überland-Leitung bis einen der Blitz holt?

Also jetzt mal ohne Regen.

1m? 50cm? 2m?

horst-d.winzler

unread,
Jun 22, 2015, 3:35:52 PM6/22/15
to
Unter einer 360_kV leitung bist du gegenüber blitzen sehr sicher.

--
mfg hdw

Georg Wieser

unread,
Jun 22, 2015, 4:17:57 PM6/22/15
to
;-)

DIE Blitze meinte ich jetzt aber nicht.....

Aber das wusstest Du vermutlich schon, gell ;-)

Werner Holtfreter

unread,
Jun 22, 2015, 4:32:24 PM6/22/15
to
https://de.wikipedia.org/wiki/Durchschlagsfestigkeit

sagt 3,3 kV/mm, das sind dann 360kV / 3,3 kV/mm = 109 mm = 11 cm.

Genau genommen muss man die Scheitelspannung gegen Erde nehmen, aber
als grober Richtwert passt das schon. Wenn man halbwegs sicher gegen
Überschlag sein will, Überspannungen eingeschlossen, kann man sich
an der Isolatorlänge orientieren.
--
Gruß Werner
<https://akademieintegra.wordpress.com/2015/03/24/george-friedman-stratfor-und-was-seine-rede-fur-uns-bedeutet/>

horst-d.winzler

unread,
Jun 22, 2015, 4:58:54 PM6/22/15
to
Hier etwas beeindruckendes, allerdings "nur" bei 110 kV. ;-)

https://www.youtube.com/watch?v=h9PUVQaeI0k
--
mfg hdw

Volker Gringmuth

unread,
Jun 22, 2015, 5:03:22 PM6/22/15
to
Georg Wieser wrote:

> Wie nah muß man an die Überland-Leitung bis einen der Blitz holt?

Definiere „man“.

> Also jetzt mal ohne Regen.
>
> 1m? 50cm? 2m?

In Luft unter Standardbedingungen und im homogenen elektrischen Feld
brauchst du etwa 3 kV pro mm für einen Überschlag. Nehmen wir an, die 360 kV
(ungewöhnliche Spannungsebene) sind der Scheitelwert der Spannung
Leiter–Erde, dann kannst du spätestens bei Annäherung auf 12 cm absolut
sicher mit einem Lichtbogen rechnen.

ABER NICHT AUSPROBIEREN! Abhängig von der Form der Elektroden kann es schon
sehr viel eher zum Überschlag kommen. An Spitzen (ausgestreckter Finger!)
ist die Feldstärke sehr viel höher als im homogenen Feld und kann auch
bei 1 m Abstand schon zu Entladungen führen!

Bei Arbeiten in der Nähe von 380-kV-Freileitungen muß sichergestellt sein,
daß nichts und niemand, kein Mensch und keine Maschine, jemals einen Abstand
zum Leiterseil von 5 Meter unterschreitet. Und das ist gut so.


vG
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heinz tauer

unread,
Jun 23, 2015, 1:17:13 AM6/23/15
to
Am 23.06.2015 um 00:53 schrieb Joerg Bradel:
> Volker Gringmuth schrieb:
>


>> Bei Arbeiten in der Nähe von 380-kV-Freileitungen muß
>> sichergestellt sein, daß nichts und niemand, kein Mensch und
>> keine Maschine, jemals einen Abstand zum Leiterseil von 5 Meter
>> unterschreitet. Und das ist gut so.
> Für Laien, z.b. das Bäuerlein mit seiner Erntemaschine gelten 6m.
> Aber sag' das mal dem Bauern, wenn er mit dem Heuwender Meter
> macht.
>
>

Was meinst du mit 6m?

Der Abstand der Leiterseile zum Boden bei maximalem Durchhang beträgt
ca. 12m.

--
H.T.

Helmut Hullen

unread,
Jun 23, 2015, 1:23:23 AM6/23/15
to
Hallo, heinz,

Du meintest am 23.06.15:

>>> Bei Arbeiten in der Nähe von 380-kV-Freileitungen muß
>>> sichergestellt sein, daß nichts und niemand, kein Mensch und
>>> keine Maschine, jemals einen Abstand zum Leiterseil von 5 Meter
>>> unterschreitet. Und das ist gut so.

>> Für Laien, z.b. das Bäuerlein mit seiner Erntemaschine gelten 6m.
>> Aber sag' das mal dem Bauern, wenn er mit dem Heuwender Meter
>> macht.

> Was meinst du mit 6m?

> Der Abstand der Leiterseile zum Boden bei maximalem Durchhang
> beträgt ca. 12m.

Und wenn dann Bauer Nolte mit seinem Mähdrescher unterwegs ist und dem
Mähdrescher aufs Dach steigen muss - wie wenig Abstand bleibt dann?

Viele Gruesse!
Helmut

Marc Haber

unread,
Jun 23, 2015, 2:10:30 AM6/23/15
to
Joerg Bradel <use...@bradel-mol.de> wrote:
>Werner Holtfreter schrieb:
>
>> Georg Wieser wrote:
>>
>>> Wie nah muß man an die Überland-Leitung bis einen der Blitz
>>> holt?
>>>
>>> Also jetzt mal ohne Regen.
>>>
>>> 1m? 50cm? 2m?
>>
>> https://de.wikipedia.org/wiki/Durchschlagsfestigkeit
>>
>> sagt 3,3 kV/mm, das sind dann 360kV / 3,3 kV/mm = 109 mm = 11
>> cm.
>
>Durchschlagsfestigkeit von was?
>Also ich würde mich einer 360kV-Strippe nicht auf 11cm nähern
>wollen. Unabhängig davon, dass der Netzbetreiber bei 360kV im
>System seinen Job nicht richtig gemacht hat.
>Ich bin zwar etwas vergnügungssüchtig, aber...
>DIN VDE 0105 sagt WIMRE zum Gefahrenbereich 2,90m bei 380kV.
>Und ja, weiter würde ich wirklich nicht herangehen wollen.

Bei Eisenbahns hab ich mal als Faustregel 1 cm pro kV gehört, bei
feuchter Luft mehr. Keine Ahnung ob sich das von 15 kV linear auf 380
hochskalieren lässt.

Grüße
Marc
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " | http://www.zugschlus.de/
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834

Ulrich

unread,
Jun 23, 2015, 2:25:58 AM6/23/15
to
Am 22.06.2015 um 21:28 schrieb Georg Wieser:
Was meinst Du mit Blitz? Tödliche Stromstärke oder verkohlter Leichnam?

Jede Spannung führende Leitung hat ein elektrisches Feld gegen Erde.
Bei Drehstrom kompensieren sich die Felder mit zunehmendem Abstand,
dennoch bleibt unter einer Leitung ein elektrisches Feld und es fließt
Strom durch den Körper.
Bei Nebel, wenn es da oben knistert, feuchtes Gras, nasse Ledersohle und
ein metallischer Regenschirm gibt ein anderes Kribbeln als bei trockener
Luft auf trockenem Sand mit Gummisohlen.
Technikerdenke: Feldstärke am Standort, Isolationswiderstand und
Körperwiderstand bilden Spannungsteiler, wenn das alles bekannt ist,
kann der Strom durch den Körper berechnet werden.

Alle Antworten bisher von 11cm bis 12m sind richtig, weil die
Stromstärke "Blitz" und der Ort unter der Leitung nicht definiert ist.
Ulrich

Volker Gringmuth

unread,
Jun 23, 2015, 2:30:08 AM6/23/15
to
Marc Haber wrote:

> Bei Eisenbahns hab ich mal als Faustregel 1 cm pro kV gehört, bei
> feuchter Luft mehr. Keine Ahnung ob sich das von 15 kV linear auf 380
> hochskalieren lässt.

Nein. Dicht am Leiter ist das Feld nicht homogen, da nimmt die
Feldstärke überproportional zu. Einer 380-kV-Leitung nähert man sich unter
keinen Umständen dichter als 2,90 m, wie Marc schon schrieb. Darunter ist
unmittelbarer Gefahrenbereich, also mit Überschlag zu rechnen. Deshalb die
Faktor 2 höheren Sicherheitsabstände für nicht unterwiesene Personen.


vG

Volker Gringmuth

unread,
Jun 23, 2015, 2:31:55 AM6/23/15
to
Volker Gringmuth wrote:

> wie Marc schon schrieb

s/Marc/Jörg/


iG

Werner Holtfreter

unread,
Jun 23, 2015, 5:37:42 AM6/23/15
to
Joerg Bradel wrote:

> Werner Holtfreter schrieb:
>
>> Georg Wieser wrote:
>>
>>> Wie nah muß man an die Überland-Leitung bis einen der Blitz
>>> holt?
>>>
>>> Also jetzt mal ohne Regen.
>>>
>>> 1m? 50cm? 2m?
>>
>> https://de.wikipedia.org/wiki/Durchschlagsfestigkeit
>>
>> sagt 3,3 kV/mm, das sind dann 360kV / 3,3 kV/mm = 109 mm
>> = 11 cm.
>
> Durchschlagsfestigkeit von was?

Von Luft, wie im obigen Link zu sehen ist.

> Also ich würde mich einer 360kV-Strippe nicht auf 11cm nähern
> wollen.

Ich auch nicht. Aber die Frage war ja nicht, wie groß der
Sicherheitsabstand ist, sondern wann es knallt.

Volker Gringmuth

unread,
Jun 23, 2015, 8:09:34 AM6/23/15
to
Joerg Bradel wrote:

> Also ich würde mich einer 360kV-Strippe nicht auf 11cm nähern
> wollen.

Ooooch, wenn sie gut ölisoliert ist, könnte ich mir das vorstellen :-)


vG

Harald Klotz

unread,
Jun 23, 2015, 8:25:21 AM6/23/15
to
Helmut Hullen schrieb:

> Und wenn dann Bauer Nolte mit seinem Mähdrescher unterwegs ist und
> dem Mähdrescher aufs Dach steigen muss - wie wenig Abstand bleibt
> dann?

Wenn der Mähdrescher die max. zulässige Höhe ohne Sondergenehmigung
hat und der Bauer Nolte 2 Meter groß ist, 6 Meter, wenn er die Arme
nicht in die Luft streckt.

Grüße Harald

horst-d.winzler

unread,
Jun 23, 2015, 8:33:36 AM6/23/15
to
Am 23.06.2015 um 00:10 schrieb Joerg Bradel:

> Also ich würde mich einer 360kV-Strippe nicht auf 11cm nähern
> wollen.

Im hochvakuum. ;-)

--
mfg hdw

Marcel Mueller

unread,
Jun 23, 2015, 1:13:23 PM6/23/15
to
On 22.06.15 22.32, Werner Holtfreter wrote:
> https://de.wikipedia.org/wiki/Durchschlagsfestigkeit
>
> sagt 3,3 kV/mm, das sind dann 360kV / 3,3 kV/mm = 109 mm = 11 cm.

Das haut nicht hinten und nicht vorne hin. Dem liegt die völlig
unbegründete Annahme zugrunde, dass die Feldstärke in dem ganzen Bereich
dieselbe wäre. Das ist nicht der Fall. Je nach Oberflächenkontur wird
diese an Kanten und Spitzen erheblich erhöht. Und wenn es ein einer
Stelle mal anfängt durchzuschlagen, ist der Rest Formsache.

> Wenn man halbwegs sicher gegen
> Überschlag sein will, Überspannungen eingeschlossen, kann man sich
> an der Isolatorlänge orientieren.

Das kommt von der Größe her schon eher hin, allerdings ist hier der
begrenzende Faktor der Weg auf der Oberfläche. Außerdem werden an
Isolatoren natürlich Spitze Kanten bestmöglich gemieden. So ein
ausgestreckter Zeigefinger kann hingegen die Feldstärke schon ganz schön
erhöhen.


Marcel

Volker Gringmuth

unread,
Jun 23, 2015, 4:17:35 PM6/23/15
to
Harald Klotz wrote:

> Wenn der Mähdrescher die max. zulässige Höhe ohne Sondergenehmigung
> hat und der Bauer Nolte 2 Meter groß ist, 6 Meter, wenn er die Arme
> nicht in die Luft streckt.

Was macht Bauer Nolte einklich an so Stellen wie hier?

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Freileitungskreuzung_.jpg

Vielleicht sind es wirklich 12 m vom Boden bis zu den tiefhängenden
Stromschlaufen der unterführten 110-kV-Leitung, nachgemessen habe ich es
nicht, aber es sieht mir sehr, sehr niedrig aus. Mußte man ausgerechnet
hier verdrillen, daß die nochmal niedriger hängen?


vG

Harald Klotz

unread,
Jun 23, 2015, 4:44:02 PM6/23/15
to
Volker Gringmuth schrieb:

> Was macht Bauer Nolte einklich an so Stellen wie hier?
>
> https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Freileitungskreuzung_.jpg
>
> Vielleicht sind es wirklich 12 m vom Boden bis zu den tiefhängenden
> Stromschlaufen der unterführten 110-kV-Leitung, nachgemessen habe
> ich es nicht, aber es sieht mir sehr, sehr niedrig aus. Mußte man
> ausgerechnet hier verdrillen, daß die nochmal niedriger hängen?

Am Mast in der Mitte wird offensichtlich ausgespeist, dort sind die
Leitungen noch niedriger.

Grüße Harald

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Harald Klotz

unread,
Jun 24, 2015, 4:53:24 PM6/24/15
to
Joerg Bradel schrieb:

> Bauer Nolte macht alles richtig. Nur vergisst er, dass seine
> Erntemaschine eine Partikelwolke nach oben, direkt in den
> luftisolierten Abstand zwischen zwei Leitern, schleudert.

Mir ist nicht bekannt, dass dieses jemals zu Problemen geführt hat.
Selbst wenn, wäre er gschützt, solange er sich im/auf dem Fahrzeug
befindet.
Ich kenne einen Fall, das hat jemand mit seinem 22t Kipper beim
Abkippen die 110kv Leitung berührt, von den 10 Reifen waren 7
verschmort und platt.
Er wollte aussteigen, irgendeine innere Eingebung hat es verhindert,
er ist wieder zurück. Die Leitungen waren durchgeschmort und auf den
Boden gefallen. Auch den Leuten die drum herum arbeiteten sind mit dem
Schrecken davon gekommen.

Wie kommt man mit einem Kipper in die eigentlich hohe Leitung?
Es wurde ein Deich gebaut, der unter der Stromleitung durchführte.
Also näherte man sich der Stromleitung.
Eine Ersatzleitung, auf die umgeschaltet werden sollte, war im Bau,
aber noch nicht fertig. Eigentlich durfte die Baufirma dort nicht
weiter auffüllen, aber Termindruck liess sie es es dennoch machen. Die
Ersatzleitung solte lange fertig sein.
Für Fahrer gab es die Anweisung sich von einem Arbeiter anweisen zu
lassen wo gekippt werden sollte, der Arbeiter wusste von der
Problematik und achtete darauf, dass niemand unter Leitung kippte.
Aber der war in dem Moment anderweitig beschäftigz und der Fahrer
wollte nicht warten.

Für die Baufirma gab es mächtig Ärger, denn die hatte die Auflage
beginnen zu dürfen, aber ab eine bestimmten Annäherung die Arbeiten
einstellen zu müssen.
Nach Plan wäre die Ersatzleitung rechtzeitig fertig gewesen bevor man
sich zu weit angenähert hätte.
Wie gesagt, niemanden ist etwas passiert, ausser 7 platter Reifen und
die anderen 3 waren auch angeschmort.

Grüße Harald

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Rolf Bombach

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Jun 25, 2015, 4:51:19 PM6/25/15
to
Volker Gringmuth schrieb:
Von einer gewissen Spannung an werden die Schlagweiten unberechenbar.
Man nähert sich den Gegebenheiten bei natürlichen Gewittern, wo sich
die Entladung einen Weg bahnt und so die Spannung mit wenig Verlust
weiterreicht.
http://teslamania.delete.org/frames/longarc.htm#Longspark
beim ersten Bild sieht man, dass die Entladung nicht direkt vom
Dach des Generators zum Boden geht, sondern sich 100 m und mehr
in die Gegend schlängelt.

--
mfg Rolf Bombach
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