Christian Müller <
spamal...@yahoo.de> wrote:
> Über welchen Weg schaltest du denn das Relais?
Über einen Raspberry Pi in der einen Leuchte. Das wird ein ganz ganz
langer Lichtbalken mit 7 Leuchtstoffröhren, dem Dali-Gateway, dem Raspi,
einem DMX-Interface zwischen Raspi und Gateway (einfacher USB-Adapter),
einer Hutschienen-Powersupply für Raspi und Relais, und
dem Relais. Vermutlich wird auch noch diverse Sensorik (Bewegungs-
melder etc.) untergebracht.
> Ich werde aus der Beschreibung von deinem verlinkten Interface nicht schlau.
> Bei DALI, sowie bei DMX, bekommt jede Lampe eine Adresse.
> Pro Bus kannst du 64 Geräte anschließen.
Mein DALI-Gateway ist leider sehr dumm. Es unterstützt pro Bus nur einen
Dimmwert, es sendet einfach Broadcasts an alle pro Bus. Bspw. wird DMX-
Kanal 101 auf den ersten Bus als Broadcast umgesetzt, DMX 102 auf den
zweiten, bis 104. Die Startadresse kann man einstellen. Ja, bescheuert,
aber dafür war es billig.
> Das DALI-Interface hat 4 Busse - das macht 256 diskrete Kanäle.
> Warum dein Interface nur 10 Geräte pro Bus treiben kann, kann ich nur
> vermuten: Bei busgespeisten Geräten darf die Busbelastung nicht zu groß werden.
> Allerdings hat ja jede Lampe eine eigene Energieversorgung.
> Warum da der Bus überhaupt belastet wird, erschließt sich mir nicht ganz.
Weil der DALI-Bus ähnlich einem Fernschreiber mit 20mA-Stromschleife im
Pinzip mit Kurzschlüssen arbeitet: Jedes Gerät schließt für ein Bit
(zusätzlich zu Manchester-Encoding oder sowas) im Prinzip den Bus kurz,
und dann muß halt in der Schleife ein relativ hoher strom fließen, den
die anderen Geräte detektieren können. Das geht mit einer kleinen Power-
Supply wie meinem Gateway eben nur für relativ wenige Kommunikationspartner.
Was ich nicht weiß ist, wie DALI drauf reagiert, daß ich den halben Bus
per Relais im Betrieb "kappe".
> btw: ist DALI kostengünstiger als DMX?
Nö, umgekehrt. DMX ist eine Technologie für die man bei diversen China-Shops
Artikel für einstellige Eurobeträge kriegt (z.B. LED-Treiber, Interfaces),
DALI ist eine Technik bei der du pro Interface durchaus gerne ein paarhundert
Euro hinlegen kannst. Ich suche z.B. schon die ganze Zeit ein DALI-Gateway
mit dem ich DALI-Frames von IP (Ethernet) aus senden kann. Das geht irgendwo
bei 350 Euro los. Selbstbaulösungen gibt es zwar, aber die Anleitungen dafür
sind extrem unkonkret, das ist eher was für lange Winterabende. Und der
Weg über KNX (Ethernet->KNX->DALI) ist auch nicht wirklich billig, weil
man da für KNX ein relativ teures Gateway braucht, eine Busstromversorgung
für KNX, etc.) und von der Softwarekomplexität möchte ich gar nicht reden.
Aber DALI ist die einzige Technik die Leuchtstoffröhren sinnvoll unterstützt.
DMX-EVGs für Leuchtstoffröhren gibt es (fast) nicht, und die DALI-Geräte
kriegt man am Verramschmarkt für 10-30 Euro. Für LEDs würde ich DALI erst
gar nicht in Erwägung ziehen, sondern bei DMX bleiben (auch weil bei DALI
drei Farben (RGB) 3 Kanäle belegen), aber mir gefallen für diese Anwendung
halt Röhren besser, und man wird sie auch offen (ohen Abdeckung o.ä.)
sehen.
/ralph