In de.sci.ing.elektrotechnik Arno <
ArnoSa...@web.de> wrote:
> ich suche einen Microcontroller für einige Aufgaben im Haushalt. Leider
> ist mir die Übersicht verloren gegangen, was würdet ihr mir empfehlen?
> Raspberry Pi, Ardorio, Siemens Logo oder was anderes?
Ich kann nur zu den ersten beiden was schreiben:
1. Raspberry Pi ist im Prinzip ein vollwertiger Linux-Computer, der
von der Desktopumgebung (nicht schnell, aber im Prinzip schon) bis
hin zu Steuerungsaufgaben alles erledigen kann. Man hat z.B. 512MB
RAM was schon recht komfortabel ist. Man kann ihn bequem in irgendwelchen
Skriptsprachen programmieren. Er braucht trotzdem nur so um die 2-4 Watt
je nachdem was man dranhängt, kann also ohne Kühlung und Lärm problemlos
durchlaufen. Stromversorgung über ein Handyladegerät.
Man hat auch ein paar IO-Ports, aber das ist nicht das zentrale am
Raspi. Man kann aber auch per USB oder einem anderen Interface
Erweiterungsboards dranhängen.
Andererseits braucht er in der Praxis etwas zuviel Strom für dauernden
Batteriebetrieb. Dafür hat man einen HDMI-Ausgang, und gerade
diese Kombination finde ich nett: Man kann den Raspi einfach
hinten an den Fernseher kleben/hängen/schrauben und durch die
Geräuschlosigkeit stört es auch nicht, wenn er durchläuft. Und
man hat einfach ein Display realisiert. Ich hab z.B. u.a.
eine Kurvendarstellung der Temperatur und Luftfeuchtigkeit,
die ich über den Raspi immer am TV darstellen kann, einfach
per Quellenumschaltung erreichbar. Er kann sogar von
der Fernbedienung über HDMI die Befehle entgegennehmen, wenn
der Fernseher das macht.
2. Arduino ist ein viel kleinerer Microcontroller, der von den
derzeit im Markt erhältlichen wahrscheinlich der didaktisch am
besten aufgearbeitete ist. Es gibt fast nichts, wofür es nicht
mit kurzem Suchen Beispielcode gibt, mit dem man es realisieren
kann. Egal ob Geigerzähler oder Lichtsteuerung, Musikinstrumente
oder Bewässerungsanlage.
Programmiert wird in einem C++ mit einem Skelett aus bestimmten
Libraries, die einem fast alles abnehmen.
Trotzdem ist der Arduino 1-2 Stufen "tiefer" angesiedelt als der
Raspberry Pi und du mußt in ein paar Kilobytes zurechtkommen, wo
du beim Pi ein paar Megabytes hast.
Viele verwenden für die Hausautomatisierung eine Kombination von
Rasbperry Pi als "Zentrale" für Logging, Aufbereitung, Webinterface,
Handysteuerungsinterface, .... und mehreren Arduinos für die
Anbindung tieferer Hardware wie Zähler, Sensoren ...
Was dir klar sein muß: Ein Raspberry Pi ist sicher nicht so stabil
wie irgendeine Industriesteuerung. Insbesondere die USB-Implementierung
ist eher heikel. Allerdings wenn es läuft dann läuft es. Meiner zeigt
z.B.
root@tau:~# uptime
19:50:36 up 13 days, 1:15, 3 users, load average: 0.80, 0.54, 0.44
und das ist nur so wenig, weil ich einen neuen Kernel installiert habe.
Allerdings kannst du mit irgendwelchen USB-Peripheriegeräten auch
*wirklich* Streß kriegen, wenn die den Raspi nicht mögen (oder umgekekehrt).
Andererseits kann man fast alles anhängen, was USB hat, von USB-
Festplatten (meiner hat eine 1TB-Notebookplatte dran), WLAN-Adapter,
Bluetooth-Dongles, Drucker, Scanner, ... wasauchimmer.
Die Arduinos sind so robust wie es nur geht. Das sind einfach
Atmel-Controller, die mehr oder weniger minimal beschaltet sind, und
durchaus auch mal für "ernsthafte" Sachen verwendet werden, wenn die
relativ hohen Kosten nicht stören. AFAIK schicken manche
gelegentlich mal einen ins All.
/ralph