Klaus Beutel schrieb:
> Gibt es eigentlich für die "Zwischenzähler" Angaben zu deren
> Ansprechschwelle?
Der Hersteller wird solche Angaben machen können.
Alternativ wird man selbst messen müssen.
> Die 44 kWh scheinen mir aber ziemlich hoch geschätzt zu sein.
^
Da fehlt entweder 1/a oder der Zusatz "pro Jahr".
Geschätzt habe ich den Wert nicht, sondern ausgerechnet.
44kWh/a ist die Arbeit, die du entnehmen kannst, ohne dass sie
vom Zähler registriert wird.
Allerdings nur dann, wenn du sie gleichmäßig über die Zeit verteilst.
Somit kommst du auf eine Leistung von 5W, die _dauerhaft_ umgesetzt
werden kann, ohne dass der Zähler dreht.
Die Leistung darf auch kleiner als 5W sein, nur ist dann die
"Ausbeute" nicht so groß:-)
Steigt die Leistung, die entnommen wird über die Messschwelle, so
fängt der Zähler an zu drehen und zählt dann aber die vollständige
Arbeit. Es ist nicht so, dass der Zähler nur den Leistungsanteil
über der Messschwelle zählt.
> Bei unserer Garagenanlage liegt der Verbrauch der einzelnen
> Torantriebe incl. Licht, gelegentlich Staubsauger und Batterie-
> Ladegerät bei 10 - 24 kWh.
^
Auch da fehlt was.
Das ist die Arbeit, die durch eine Leistung verursacht wurde, die
größer als die Messschwelle ist.
Nehmen wir nur den Garagenantrieb.
Der Motor wird irgendeine Leistung um die 500W haben.
Damit liegt die Leistung deutlich über der Messschwelle und der
Zähler zählt, während das Tor in einem Zeitraum von 10s bewegt wird.
Wenn du das täglich viermal (zweimal auf, zweimal zu) machst, kommst
du auf eine Arbeit von 2kWh/a:
500W * 4* 10s * 365d = 7.300.000Wsd
-> 7.300.000Wsd * (1k/1000) * (h/3600s) * (365d/a) = 2kWh/a
Diese Arbeit wird vom Zähler erfasst, OBWOHL sie kleiner als 44kWh/a ist.
Das liegt daran, dass beim Betrieb des Tores die Leistung ständig
über der Messschwelle ist.
Nun tausche den 500W-Motor gegen einen 5W-Motor aus.
Durch die um den Faktor 1/100 gesunkene Leistung verlängert sich die
Bewegungszeit auf das 100fache.
Neue Rechnung:
5W * 4 * 10s*100 * 365d = 7.300.000Wsd
-> 7.300.000Wsd * (1k/1000) * (h/3600s) * (365d/a) = 2kWh/a
Diese Arbeit wird vom Zähler NICHT erfasst.
Das gilt aber nur solange, wie kein anderer Verbraucher mit seiner
Leistungsaufnahme den Zähler zum Zählen bringt.
Mit einem Stromzähler die Leistungsaufnahme eines Verbrauchers
bestimmen zu wollen, ist kein einfacher Weg.
Insbesondere bei kleinen Leistungen kommt die Messschwelle als
Hindernis zu der notwendigerweise großen Messdauer.
Der immense Vorteil von (Ferraris-) Stromzählern ist die 100%ige
Übereinstimmung mit der Rechnung vom Anbieter (sofern der gemeldete
oder vom Ableser abgelesene Wert nicht angezweifelt wird).
Gruß Christian