Kennt jemand eine VDE-Richtlinie in der eine Vorgabe existiert, welche Farbe die Drähte
einer +/- 24V-Versorgung haben müssen?
MfG
Carsten
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www.elcatech.de
die VDE 0113 Teil 1 sagt dazu folgendes:
Es wird empfohlen, daß isolierte Leiter farblich wie folgt gekennzeichnet
sind:
SCHWARZ: Hauptstromkreise für Wechsel- und Gleichstrom;
ROT: Steuerstromkreise für Wechselstrom;
(DUNKEL)BLAU: Steuerstromkreise für Gleichstrom;
ORANGE: Verriegelungsstromkreise, die von einer externen Energieversorgung
gespeist werden (Fremdspannungen).
Das alles ist eine Empfehlung der VDE.
Die einzigen Pflichtfarben sind GELB-GRÜN (PE) und HELLBLAU (Neutralleiter).
CU
J.V.
Der Hintergrund ist folgender:
Wir liefern einen 19"-Baugruppenträger mit 8 Treiberbaugruppen für eine
Schrittmotorsteuerung
an eine Firma.Auf der Rückseite der acht Baugruppen ist der 3polige Anschluß für eine +/-
24V
Versorgung.Also +24V , -24V und GND.
Mit diesem Baugruppenträger liefern wir einen vorkonfektionierten Anschluß aus drei 2,5mm²
H07V-K Drähten in den Farben rot für +24V, blau für -24V und schwarz für GND.
Diese sind unter den Baugruppen geschliffen.Nun behauptet der Schaltschrankverdrahter, das
diese
Drähte "ALLE" in blau sein müssen, weil angeblich dies die VDE vorschreibt.
Meiner Meinung nach ist dies aber nicht richtig, weil eine klare Potentialunterscheidung
vorhanden sein
muß.
MfG
Carsten
Hallo Carsten,
leider sind die Farbangaben in der entsprechenden VDE Vorschrift nur
Empfehlungen und kein Muß.
Du kannst Dich also jetzt mit deinem Schaltschrankverdrahter streiten, wer
von euch beiden recht hat.
Ich selber kenne von meinem letzten Arbeitgeber folgende Version von
Farbkennzeichnung:
Hauptstromkreis Wechselstrom: Schwarz
Ein- und Ausgänge SPS: Dunkelblau
Steuerspannung +24V: Rot Weiß gestreift
Steuerspannung 0 V: Blau Weiß gestreift.
Ich habe mich bei meinen Antworten nach der VDE 0113 Teil 1 "Elektrische
Ausrüstung von Maschinen" gerichtet.
MfG
J.V.
Jürgen Voigt hat vollkommen Recht mit seiner Aussage:
> > Es wird empfohlen, daß isolierte Leiter farblich wie folgt
gekennzeichnet
> > sind:
> > SCHWARZ: Hauptstromkreise für Wechsel- und Gleichstrom;
> > ROT: Steuerstromkreise für Wechselstrom;
> > (DUNKEL)BLAU: Steuerstromkreise für Gleichstrom;
> > ORANGE: Verriegelungsstromkreise, die von einer externen
Energieversorgung
> > gespeist werden (Fremdspannungen).
> >
> > Das alles ist eine Empfehlung der VDE.
> > Die einzigen Pflichtfarben sind GELB-GRÜN (PE) und HELLBLAU
(Neutralleiter).
Sich mit einem Schaltschrankbauer darüber zu streiten ist müßig, da es sich
vielfach im Schaltschrankbau eingebürgert hat, diese Verdrahtungsfarben als
Vorschrift anzusehen. Darüber stehen nur noch spezielle Kundenanforderungen
an die Aderfarben, wenn es in seinem Unternehmen um einen einheitlichen
Stand geht.
> Der Hintergrund ist folgender:
> Wir liefern einen 19"-Baugruppenträger mit 8 Treiberbaugruppen für eine
> Schrittmotorsteuerung
> an eine Firma.Auf der Rückseite der acht Baugruppen ist der 3polige
Anschluß für eine +/-
> 24V
> Versorgung.Also +24V , -24V und GND.
> Mit diesem Baugruppenträger liefern wir einen vorkonfektionierten Anschluß
aus drei 2,5mm²
> H07V-K Drähten in den Farben rot für +24V, blau für -24V und schwarz für
GND.
Eure verwendeten Farben stehen natürlich im Widerspruch zu den, von der VDE
empfohlenen Farben.
Dahingehend würde der Schaltschrankbauer an der roten Leitung ein
Wechselstromsignal vermuten und an der
schwarzen Ader womöglich ein Laststromkreis.
Mit der blauen Ader kitzelst Du das Gemüt eines Schaltschrankbauers ganz
besonders, wenn es sich um HELL-Blau handelt - dies wird bei Ihm meist als
Neutralleiter (N) verwendet.
> Diese sind unter den Baugruppen geschliffen.Nun behauptet der
Schaltschrankverdrahter, das
> diese
> Drähte "ALLE" in blau sein müssen, weil angeblich dies die VDE
vorschreibt.
Falsch - Keine Vorschrift!!
> Meiner Meinung nach ist dies aber nicht richtig, weil eine klare
Potentialunterscheidung
> vorhanden sein
> muß.
Auch nicht ganz richtig - Eine Unterscheidung ist kein MUSS
Allerdings gilt es zu Bedenken: Diese Firma (der Schaltschrankbauer) ist
doch in diesem Fall (wenn ich es richtig verstanden habe) Dein Kunde, oder?
Möchtest Du Ihm zu einem späteren Zeitpunkt nochmal etwas verkaufen?
Abgesehen davon, dass man solche technischen Einzelheiten VOR der Ausführung
klärt, sollte es Doch kein größeres Problem darstellen, diese 3 Adern
auszuwechseln!
Du hast zwar mit Deiner Interpretation zur Vorschrift der Aderfarben
vollkommen Recht, aber tue Dir und Deiner Firma selbst einen Gefallen und
tausche die Adern gegen DUNKEL-Blau aus und kläre die Farben bei einem
zukünftigen Auftrag vorher.
Gruß
Dirk
> Der Hintergrund ist folgender:
> Wir liefern einen 19"-Baugruppenträger mit 8 Treiberbaugruppen für eine
> Schrittmotorsteuerung
> an eine Firma.Auf der Rückseite der acht Baugruppen ist der 3polige Anschluß für eine +/-
> 24V
> Versorgung.Also +24V , -24V und GND.
> Mit diesem Baugruppenträger liefern wir einen vorkonfektionierten Anschluß aus drei 2,5mm²
> H07V-K Drähten in den Farben rot für +24V, blau für -24V und schwarz für GND.
> Diese sind unter den Baugruppen geschliffen.Nun behauptet der Schaltschrankverdrahter, das
> diese
> Drähte "ALLE" in blau sein müssen, weil angeblich dies die VDE vorschreibt.
> Meiner Meinung nach ist dies aber nicht richtig, weil eine klare Potentialunterscheidung
> vorhanden sein
> muß.
Hi, Carsten
Der Kunde ist König! Wenn er darauf besteht daß blaue Leitungen
eingesetzt werden und dies VDE-konform ist bekommt er die auch. Wo liegt
das Problem die Leitungen zusätzlich mit "+", "-" und "Gr(ound)" zu
kennzeichnen?
Gruß, Bernd
Das Problem ist, das an dem Gerät "Standardmäßig" etwas geändert werden muß, was
schon mermals verkauft wurde.Du bekommst ja auch bei deinem Fernseher keine grüne
Netzleitung, die "VDE-Konform" ist nur weil sie besser zu deiner Tapete passt.
Ich weiß...der Vergleich hinkt etwas...
MfG
Carsten
--
www.elcatech.de
VOR der Ausführung klären ist schwierig.Das Gerät besitz Standardmäßig von mir
vorkonfigurierte Leitungen, die auch an andere Firmen ausgeliefert werden können.
Das Gerät hat eine Firma bekommen, die einen Schaltschrankbauer beschäftigt, der nicht
direkt Entscheidungsgewalt hat.Somit könnte ich darauf bestehen, die Farben so
beizubehalten.
Wollte mich nur absichern, weil ich in meinem VDE-Werk auch nichts anderes gefunden habe.
MfG
Carsten
> Das Problem ist, das an dem Gerät "Standardmäßig" etwas geändert werden muß, was
> schon mermals verkauft wurde.Du bekommst ja auch bei deinem Fernseher keine grüne
> Netzleitung, die "VDE-Konform" ist nur weil sie besser zu deiner Tapete passt.
> Ich weiß...der Vergleich hinkt etwas...
Natürlich tut er das!
Selbstverständlich bekomme ich für meinen Fernseher eine grüne
Netzzuleitung. Jeder vernünftige Händler (das sind die mit
angeschlossener Werkstatt) wird problemlos die Netzzuleitung gegen die
von mir gewünschte Farbe auswechseln. Technisch ist das kein Problem.
Natürlich hätte ich dann mit eventuellen Mehrkosten zu rechnen.
Aber bei der von mir bevorzugten Geräteklasse werden einen guten Händler
die 1,25 Euro für die neue Leitung und die 1/4 Stunde Arbeitszeit
sicherlich nicht von einem Abschluß abhalten.
Das Problem ist die Unflexibilität die leider immer noch in unserem Land
herrscht.
MfG, Bernd
> VOR der Ausführung klären ist schwierig.Das Gerät besitz Standardmäßig von mir
> vorkonfigurierte Leitungen, die auch an andere Firmen ausgeliefert werden können.
> Das Gerät hat eine Firma bekommen, die einen Schaltschrankbauer beschäftigt, der nicht
> direkt Entscheidungsgewalt hat.Somit könnte ich darauf bestehen, die Farben so
> beizubehalten.
Heiligs Blechle! Die VDE spielt doch in diesem Fall wie schon diskutiert
_überhaupt_ keine Rolle!
Ich wäre übrigens sehr vorsichtig mit "nicht direkt
Entscheidungsgewalt".
Dazu eine Lebensweisheit:
"Sage niemals zu jemandem Arschloch der morgen dein
Chef(Geschäftspartner) sein könnte".
Gebe dem guten Mann doch seine blauen Strippen und Ruhe ist!
> Wollte mich nur absichern, weil ich in meinem VDE-Werk auch nichts anderes gefunden habe.
Gehe wie von vielen hier empfohlen den Königsweg. Ist mit Sicherheit
besser als den eigenen Kopf durchzusetzen. Es ist immer besser dem
Kunden so wenig Ärger als möglich zu machen.
Einzig denkbare Alternative: Da VDE explizit _keine_ definierten
Adernfarben für bestimmte Funktionen _verlangt_ könntest Du für die
Änderung Kostenaufwand geltend machen.
Gruß, Bernd
Da sprichst du den Punkt an!"Mehrkosten".Wenn der Kunde 100 Geräte auf Abruf
bestellt, bei denen die Verbindungsleitungen alle...Ich wiederhole "ALLE" vorkonfiguriert
sind und dann möchte, das dort einfach mal eben blaue Leitungen verwendet werden sollen
, weil er der Meinung ist-Nur das ist VDE-Gerecht -und das zum Anlaß nimmt auch die
Mehrkosten nicht zu bezahlen, dann frage ich mich doch ob dies nicht diskutabel ist.
Denn wenn ich nicht informiert darüber bin, ob die VDE so etwas vorschreibt und ich
die Frage an eine Newsgroup stelle, wo ich auf kompetente Antworten hoffe, dann brauche
ich
doch nicht darüber nachdenken, ob der Kunde König ist.Natürlich ist er das.Aber wir
sprechen
hier von Kosten die auftreten, wenn ich jemanden an die Werkbank stelle und 100 Leitungen
ändern lasse und bekomme die zusätzliche Arbeit nicht bezahlt.
Der Vergelich mit dem Fernseher hinkt deshalb, weil der Privatmann in der Regel nur einen
Fernseher
kauft.Da stellt sich die Frage nicht, ob ich 1,25? für eine neue Leitung bezahle.
> Das Problem ist die Unflexibilität die leider immer noch in unserem Land
> herrscht.
Dann hört wohl die Flexibilität bei Geld auf!!!
MfG
Carsten
--
www.elcatech.de
schnipp
> Dann hört wohl die Flexibilität bei Geld auf!!!
Dann klemme Dir doch den VDE-Ordner unter den Arm, lege den dem Kunden
vor die Nase und beweise die VDE-Konformität Deiner Arbeit. Damit hast
Du auch eine solide Grundlage Mehrkosten geltend zu machen.
Gruß, Bernd