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US-Stromnetz

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Ragnar

unread,
Nov 27, 2002, 10:03:38 AM11/27/02
to
NAchdem hier schon extrem viel über das Stromnetz in den USA
diskutiert wurde, geb ich jetzt auch meinen Senf dazu.
Die USA haben eine nominelle Spannung von 120/240 Volt einphasig! Ich
hab leider keine genaueren Infos, aber sie betonenen immer, dass es
sich nur um die entgegengesetzten Pole von einer Phase handelt. Bei
240 laufen die beiden Außenleiter über einen zweipoligen LS.
Hauszuleitungen sind fast immer 150 oder 200A. Drehstrom gibts nur für
Industrie, der ist dann 120/208 Stern oder Dreieck, ausserdem gibts
noch die sonderbare Variante "Delta with high leg", da sind alle
Außenleiter 120V gegen Erde, 2 der Außenleiter 208, aber einer der
Außenleiter hat zu den beiden anderen 240V. Andere Spannungen sind
277/480V, oder 7200V. Zähler sitzen auf einem Stecksockel und meistens
offen auf der Fassade.
Verkabelung: In den üblichen Hohlwänden (Holzständer mit Rigips) meist
Kabel (14 AWG ROMEX entspricht ca. NYM 3x2,5), abgesichert auf 15A. In
manchen Bundesstaaten auch "MC" oder "metal clad", das ist Kabel mit
flexibler Metallpanzerung. Bei metallischer Umhüllung müssen ALLE
Teile des Systems (Kabelpanzer, Rohre, Dosen,...) geerdet sein.
Schalterdosen oft aus Metall, jetzt langsam auch PVC. Meistverwendetes
Erdungssystem ist TN-C-S, d.h. PEN wird bis zum Sicherungskasten
geführt, dort auf N und PE aufgeteilt. Geerdete Steckdosen sind schon
seit den 50erjahren (auch in Wohnbereichen) vorgeschrieben. Die
erwähnten Adapter sind dazu da, einen geerdeten Stecker in eine
2polige Steckdose zu bringen und dann die Verbindung zur (hoffentlich)
über die Dose geerdeten Befestigungsschraube der Steckdose
herzustellen. So die Theorie. RCDs Vorschrift wie in D, +
Schlafzimmer, ausschließlich 6mA LS/RCD-Kombinationen oder Steckdosen
mit RCD, an die kann man weitere Steckdosen anschließen, die dann
ebenfalls RCD-geschützt sind. (sorgt für nette Suchaktionen, wenn
upstream so eine Steckdose fliegt!) Alte Verkabekung waren gummi- und
stoffisolierte einzelne Drähte, die in Hohlräumen auf
Porzellanisolatoren geführt wurden. Bis in die 20erjahre gängig.
Farbcodes: L1 schwarz, L2 (oder bei 120/240 Systemen B) rot, L3 blau,
N weiß oder (fast nie) grau, PE grün, oder (in festen Leitungen fast
immer) blankes Kupfer.
Amis sind weitgehend der Meinung, dass 120V ungefährlich sind,
ausserdem gibt es recht laxe, in manchen Staaten sogar gar keine (z.B
in West Virginia darf jeder gegen Geld Leitungen verlegen), manche
Staaten sind hingegen richtiggehend paranoid. Verordnung ist generell
der "National Electrical Code" (NEC), wird alle 3 Jahre aktualisiert,
muß aber von jedem Staat einzeln angenommen werden.
Für Lampen werden immer Anschlussdosen gesetzt, die tragen dann auch
das Gewicht der Leuchte. Verbindungen werden mit sog. "wirenuts"
gemacht, kleinen Plastikhütchen mit einer Spiralfeder im Inneren. Die
abisolierten Adern werden in das Hütchen gesteckt und dieses dann
lange genug gedreht. Die Feder verdrillt die Adern und schraubt sich
fest auf die Verbindung. Lusterklemmen (so die Wiener Terminologie)
gibt es dort nicht. Abzweigdosen sind praktisch unbekannt, sie werden
sogar als Zeichen für Pfuscharbeit gewertet. Verbindungen werden
hinter Schaltern, Steckdosen und über Lampen gemacht, deswegen ist die
typische Schalterdose auch bis zu 4 Zoll (10 cm) tief. Sorgt mitunter
für sehr kreative Verkabelung.
Amis haben generell panische Angst vor allem, was mehr als 120V zur
Erde hat, es ist also bis auf weiteres nicht mit einer Umstellung auf
230V zu rechnen.
Mehr fällt mir momentan nicht ein, aber Fragen willkommen.
Hoffe, die Zeilenumbrüche stimmen, ist mein erster Versuch mit Google.

Helmut Hullen

unread,
Nov 27, 2002, 11:30:00 AM11/27/02
to
Hallo, Ragnar,

Du (texas.ranger) meintest am 27.11.02:

> Amis sind weitgehend der Meinung, dass 120V ungefährlich
> sind,

Vermutlich sind US-Babies spannungsfester als deutsche, und US-OP-
Patienten auch.

Viele Grüße!
Helmut

Maximilian Gauger

unread,
Nov 27, 2002, 11:40:01 AM11/27/02
to
Ragnar schrieb:
^^^^^^
Hast Du auch einen Nachnamen?

> Die USA haben eine nominelle Spannung von 120/240 Volt einphasig!

Was jetzt? Wo gibt es in den USA 240 Volt in freier Wildbahn?

> Hauszuleitungen sind fast immer 150 oder 200A.

Das sind max. 24 kW Anschlussleistung, klingt nicht ganz sinnlos.

> Drehstrom gibts nur für
> Industrie, der ist dann 120/208 Stern oder Dreieck,

In der Zuleitung ist das doch noch völlig egal, das wird dann erst bei der
Verschaltung des einzelnen Geräts (Außenleiter gegen Außenleiter oder
Außenleiter gegen Erde) interessant. Oder irre ich?


> ausserdem gibts
> noch die sonderbare Variante "Delta with high leg", da sind alle
> Außenleiter 120V gegen Erde, 2 der Außenleiter 208, aber einer der
> Außenleiter hat zu den beiden anderen 240V.

Verstehe ich nicht so ganz. L1, L2, L3 haben 120Veff gegen Erde, L1-L2 und
L1-L3 sind 208Veff, während L2-L3 240Veff ergeben? Ich verstehe es nicht.

Andere Spannungen sind
> 277/480V, oder 7200V. Zähler sitzen auf einem Stecksockel und meistens
> offen auf der Fassade.

Jaja, Amerikaner...Zähler offen auf der Fassade kann ich mir hier zu Lande
nicht so recht vorstellen.

> Verkabelung: In den üblichen Hohlwänden (Holzständer mit Rigips) meist
> Kabel (14 AWG ROMEX entspricht ca. NYM 3x2,5), abgesichert auf 15A.

Und wie schließe ich eine Waschmaschine an? 15A*120V sind 1800VA (beim
Heizen also 1800W), das ist nicht gerade rasend viel.

> Die
> erwähnten Adapter sind dazu da, einen geerdeten Stecker in eine
> 2polige Steckdose zu bringen und dann die Verbindung zur (hoffentlich)
> über die Dose geerdeten Befestigungsschraube der Steckdose
> herzustellen. So die Theorie.

Wie sieht denn sowas aus? Kenne nur die seltsamen zweipoligen
"Messerverbinder".

> Verbindungen werden
> hinter Schaltern, Steckdosen und über Lampen gemacht, deswegen ist die
> typische Schalterdose auch bis zu 4 Zoll (10 cm) tief. Sorgt mitunter
> für sehr kreative Verkabelung.

Argh!

> Amis haben generell panische Angst vor allem, was mehr als 120V zur
> Erde hat, es ist also bis auf weiteres nicht mit einer Umstellung auf
> 230V zu rechnen.

Vorher führen sie metrische Maße ein, dann fahren die Briten rechts, und
dann stellen die USA auf 230V um. Schließlich kommt dann der Weltstecker.
Aber dann sind wahrscheinlich meine Urenkel schon lange Großeltern.

> Hoffe, die Zeilenumbrüche stimmen, ist mein erster Versuch mit Google.

Ja, sah ok aus.

Grüße,

Max

--
Aus Sparsamkeit bin ich dagegen, * http://dpt.bahntarif.de *
mich über andre aufzuregen, * *
und suche es mir einzuschärfen: * Maximilian Gauger *
Das kostet schließlich meine Nerven. * Lichtenbergstr. 39, 64289 Darmstadt *

Sebastian Suchanek

unread,
Nov 27, 2002, 1:30:45 PM11/27/02
to
Maximilian Gauger <usene...@maxgauger.de> spoke thusly:

> [...]


>> Drehstrom gibts nur für
>> Industrie, der ist dann 120/208 Stern oder Dreieck,
>
> In der Zuleitung ist das doch noch völlig egal, das wird
> dann erst bei der Verschaltung des einzelnen Geräts
> (Außenleiter gegen Außenleiter oder Außenleiter gegen Erde)
> interessant. Oder irre ich?

Theoretisch nicht. Praktisch kann es IMHO "weit draußen"
und/oder bei allgemein schlechtem Netz ungünstig sein, sich den
Sternpunkt-Leiter selbst "schnitzen" zu müssen.

>> ausserdem gibts
>> noch die sonderbare Variante "Delta with high leg", da
>> sind alle Außenleiter 120V gegen Erde, 2 der Außenleiter
>> 208, aber einer der Außenleiter hat zu den beiden anderen
>> 240V.
>
> Verstehe ich nicht so ganz. L1, L2, L3 haben 120Veff gegen
> Erde, L1-L2 und L1-L3 sind 208Veff, während L2-L3 240Veff
> ergeben? Ich verstehe es nicht.

Doch, funktioniert. (Ich hab's gerade graphisch überprüft. :-) )
Das sind dann halt nur nicht 3*120° Phasenverschiebung, sonder
zweimal 125° und einmal 110°.
Was man mit sowas krummem in der Praxis anfangen will, ist mir
allerdings auch schleierhaft.

> [...]


>> Verkabelung: In den üblichen Hohlwänden (Holzständer mit
>> Rigips) meist Kabel (14 AWG ROMEX entspricht ca. NYM
>> 3x2,5), abgesichert auf 15A.
>
> Und wie schließe ich eine Waschmaschine an? 15A*120V sind
> 1800VA (beim Heizen also 1800W), das ist nicht gerade
> rasend viel.

> [...]

Mit Gas z.B..
Ich habe schon mehrfach gehört, daß WaMas dort Strom nur zum
"Drehen", aber Gas zum "Heizen" nehmen.


Tschüs,

Sebastian

--
Du willst wissen, welchen Weg Dein Geld nimmt?
Dann schau hier:
http://www.eurobilltracker.com/index.php?referer=3045
(Nein, keine Abzock-URL :-) )

Sebastian Kiesel

unread,
Nov 27, 2002, 2:25:51 PM11/27/02
to
Sebastian Suchanek <spa...@suchanek.de> wrote:
> Maximilian Gauger <usene...@maxgauger.de> spoke thusly:
>> Und wie schließe ich eine Waschmaschine an? 15A*120V sind
>> 1800VA (beim Heizen also 1800W), das ist nicht gerade
>> rasend viel.
>> [...]
>
> Mit Gas z.B..
> Ich habe schon mehrfach gehört, daß WaMas dort Strom nur zum
> "Drehen", aber Gas zum "Heizen" nehmen.

Gasheizung habe ich in den USA vor allem bei Waeschetrocknern
gesehen. Es gibt aber auch elektrische (25A-Stecker).

Unsere Waschmaschine hingegen hat Warmwasser vom zentralen
Warmwasserboiler (gasbeheizt) bezogen. Waschtemperaturen konnte
man drei waehlen: "kalt", "heiss" (jeweils die Temperatur, mit
der das Wasser aus der Leitung kommt) und "warm" (unbekanntes
Mischungsverhaeltnis).


Schoene Gruesse,
Sebastian

Helmut Hullen

unread,
Nov 27, 2002, 1:56:00 PM11/27/02
to
Hallo, Sebastian,

Du (spambin) meintest am 27.11.02:

>> Und wie schließe ich eine Waschmaschine an? 15A*120V sind
>> 1800VA (beim Heizen also 1800W), das ist nicht gerade
>> rasend viel.
>> [...]

> Mit Gas z.B..
> Ich habe schon mehrfach gehört, daß WaMas dort Strom nur zum
> "Drehen", aber Gas zum "Heizen" nehmen.


Nicht nur "dort".
Miele stellt schon seit Jahrzehnten Waschmaschinen für gewerbliche
Abnehmer her, die ihr warmes Wasser nicht selbst erzeugen, sondern aus
der Warmwasser-Leitung holen.
Auch Geschirrspüler mit dieser Art Versorgung gibt es. Nur nicht im
üblichen Katalog-Angebot.

Viele Grüße!
Helmut

Bernd Löffler

unread,
Nov 27, 2002, 2:50:57 PM11/27/02
to
Tach

Maximilian Gauger schrieb:

> Andere Spannungen sind
> > 277/480V, oder 7200V. Zähler sitzen auf einem Stecksockel und meistens
> > offen auf der Fassade.
>
> Jaja, Amerikaner...Zähler offen auf der Fassade kann ich mir hier zu Lande
> nicht so recht vorstellen.
>
>

noch nicht
aber jedesmal einen Termin absprechen wegen Zählerwechsel
und zukünftig wichtiger für den Außendienst betreffend
Abschaltung wegen Nichtzahlung

MfG

Michael Linnemann

unread,
Nov 27, 2002, 3:35:56 PM11/27/02
to

> Miele stellt schon seit Jahrzehnten Waschmaschinen für gewerbliche
> Abnehmer her, die ihr warmes Wasser nicht selbst erzeugen, sondern aus
> der Warmwasser-Leitung holen.
> Auch Geschirrspüler mit dieser Art Versorgung gibt es. Nur nicht im
> üblichen Katalog-Angebot.

Aber sicher doch. Man muss es nur wollen. Man muss dann aber ggf. die
Korrelation von Geschirrspuelzeit und Nachtabsenkung des
Warmwasserbereiters beachten ;-)

Gruss
Michael

Helmut Hullen

unread,
Nov 27, 2002, 6:54:00 PM11/27/02
to
Hallo, Michael,

Du (m.linnemann) meintest am 27.11.02:


>> Auch Geschirrspüler mit dieser Art Versorgung gibt es. Nur nicht
>> im üblichen Katalog-Angebot.

> Aber sicher doch. Man muss es nur wollen. Man muss dann aber ggf.
> die Korrelation von Geschirrspuelzeit und Nachtabsenkung des
> Warmwasserbereiters beachten ;-)

Mein Gaszähler unterscheidet nicht zwischen Tag- und Nachtgas.

Viele Grüße!
Helmut

Detlef Neubauer

unread,
Nov 28, 2002, 3:06:59 AM11/28/02
to
texas....@gmx.net (Ragnar) writes:

> NAchdem hier schon extrem viel über das Stromnetz in den USA
> diskutiert wurde, geb ich jetzt auch meinen Senf dazu.
> Die USA haben eine nominelle Spannung von 120/240 Volt einphasig! Ich

http://www.howstuffworks.com/power.htm gibt auch noch sachdienliche
Hinweise.


Mermgfurt
Detlef Neubauer
--
kann einem nich der html code egal sein... wenn die seite funzt?! ;-)
Susi Quinten in dssg

Michael Kauffmann

unread,
Nov 28, 2002, 5:17:18 AM11/28/02
to
Sebastian Suchanek verlautbarte:

>>> noch die sonderbare Variante "Delta with high leg", da sind alle
>>> Außenleiter 120V gegen Erde, 2 der Außenleiter 208, aber einer der
>>> Außenleiter hat zu den beiden anderen 240V.

> sind dann halt nur nicht 3*120° Phasenverschiebung, sonder zweimal 125°


> und einmal 110°.
> Was man mit sowas krummem in der Praxis anfangen will, ist mir allerdings
> auch schleierhaft.

Mißverständnis?
http://www.sea.siemens.com/step/templates/lesson.mason?pan:3:2:3

Michael Kauffmann

Michael Kauffmann

unread,
Nov 28, 2002, 7:15:44 AM11/28/02
to
Ragnar verlautbarte:

> (z.B in West Virginia darf jeder gegen Geld Leitungen verlegen)

Aha, deshalb der Elektrikcrashkurs in Katalogen von Teileherstellern...

Michael Kauffmann

Marc Fehrenbacher

unread,
Nov 28, 2002, 8:28:11 AM11/28/02
to
Michael Kauffmann schrieb:

Ergänzung:

Spannungsdreieck zeichnen.

Gleichseitiges Dreieck mit den Ecken A, B, C

Die Mitte der Seite AC wird mit N bezeichnet.

Nun von N nach B einen Pfeil.

Er hat die Länge sqrt(240^2-120^2) V = 208 V

Was es bringen soll, habe ich nicht verstanden.

Gruß

Marc

Michael Kauffmann

unread,
Nov 28, 2002, 8:51:54 AM11/28/02
to
Marc Fehrenbacher verlautbarte:
> Michael Kauffmann schrieb:

Ja, ich hätte es auch beschreiben sollen...



> Spannungsdreieck zeichnen.
> Gleichseitiges Dreieck mit den Ecken A, B, C
> Die Mitte der Seite AC wird mit N bezeichnet.
> Nun von N nach B einen Pfeil.
> Er hat die Länge sqrt(240^2-120^2) V = 208 V

Das ist nicht nur ein Zeigerdreieck, sondern offenbar die echte Schaltung.
Ein Transformator in Dreieckschaltung mit 400V Dreieckspannung, in der Mitte
einer Spule eine Anzapfung als N. Ergibt
240V AB, BC, AC,
240V3~ ABC,
120V AN und CN,
208V BN.

> Was es bringen soll, habe ich nicht verstanden.

Alle Spannungen, die man in der Gegend so braucht, mit möglichst wenig
Leitern. Fehlen tut nur ein Sternpunkt beim Drehstrom.

Michael Kauffmann

Michael Kauffmann

unread,
Nov 28, 2002, 9:15:32 AM11/28/02
to
Maximilian Gauger verlautbarte:

> Und wie schließe ich eine Waschmaschine an? 15A*120V sind 1800VA (beim
> Heizen also 1800W), das ist nicht gerade rasend viel.

Zwischen beiden Außenleitern, also 3600W.

Michael Kauffmann

Ragnar

unread,
Nov 28, 2002, 9:37:15 AM11/28/02
to
Maximilian Gauger <usene...@maxgauger.de> wrote in message news:<nfs2sa...@tdspc0.nesi.e-technik.tu-darmstadt.de>...

Nachnamen habe ich, Bartuska. Google hat ihn bloß beim ersten Versuch
nicht gefressen und jetzt haut der Link zu den Account details nicht.
Amerika hat grundsätzlich 120V zur Erde und 240V zwischen den beiden
Außenleitern (Farben schwarz und rot, Steckdosen im Küchenbereich
(US-Steckdosen sind immer Doppelsteckdosen) müssen grundsätzlich mit
2poligem LS halbe/halbe an die beiden Außenleiter geklemmt werden,
gemeinsamer MP.)
Steckdosen (NEMA 5-15) haben 2 senkrechte Schlitze, der für den MP ist
länger, der entsprechende Kontakt am Stecker breiter, und ein rundes
Loch für PE. Zweipolige Stecker nach dem NEMA 1-15 Standard haben
einfach den runden PE-Stift nicht. Es gibt immer wieder
Streitigkeiten, ob der PE nun oben oder unten sein soll. NEMA 5-20
sind für 20A zugelassen und haben einen der beiden flachen Stifte um
90 Grad gedreht. In Badezimmern ist ein 20A-Stromkreis mit einer
15/20A-Kombisteckdose vorgeschrieben (für den 1900W-Haarfön).
Waschmaschinen wie bereits erwähnt meist mit Warmwasseranschluß.
240V-Stecker haben beide Stifte um 90 Grad gedreht. Trockner meist an
240V angeschlossen, ebenso E-Herde und Air condition.
Drehstrom wird schlicht und einfach nur in Industriegebieten
geliefert. In den Suburbs kommt nur Wechselstrom in die Verteilung!
Diese Adapter haben Löcher wie eine geerdete Steckdose, nur 2 Stifte
und ein Metallteil, das auf die (zwischen den beiden Steckdosen
gelegene) Befestigungsschraube der Abdeckung drückt. Gibts im Internet
auf den Seiten der großen Baumärkte, z.B. HomeDepot zu sehen, kostet
ca 1 Dollar. Manche haben auch ein Stück grünen Draht weghängen, am
Ende mit einem Schraubgewinde versehen, da dreht man dann die Schraube
raus und schraubt stattdessen den PE rein.
Die Aufputzzähler sehen hochgradig scheußlich aus! Topfförmige Zähler
auf einem monströsen, metallenen, viereckigen Zählerkasten.
UP-Zählerkästen mit Türe gibt es zwar, aber sie sind extrem rar, und
ich glaube die E-Werke sehen sie nicht übermäßig gern, da müßte ja
*shocking* auch ihre Zählerzuleitung in der Wand sein. (Abgesehen
davon- hohle Holzwände, evtl mit Plastik auf der Außenseite, eignen
sich einfach nicht sonderlich gut für den Einbau von UP-Zählern)
Zur kreativen Verdrahtung folgendes Beispiel: Auf fast jeder PIY
(Pfusch-it-yourself)-Seite steht: "Als erstes muß man feststellen, wo
der Strom überhaupt ins Zimmer kommt. Das kann bei einem
Lichtschalter, einer Steckdose, oder auch bei der Deckenlampe sein."
Von dort aus wird dann munter in Ketten weiterverdrahtet
(Beschränkungen kennen die da keine, außer daß Kabel alle soundsoviel
Zoll an einem Wandständer/Deckenbalken angenagelt sein müssen,
außerdem haben sie sogar bei den Schalterdosen Zugentlastungen), d.h.
von einer Steckdose zur nächsten, weiter zur übernächsten, Abzweig zu
einer Deckenlampe, und weiter ins nächste Zimmer. Steckdosen haben
immer 2 Sätze Schrauben für Durchschleifbetrieb. Schalter sind fast
ausschließlich die alten Kippschalter, wie sie bei uns in den 50er-
und 60erjahren üblich waren, mit dem Hebel der vorn raussteht.
Schrauben bei Schaltern/Steckdosen sind so konstruiert, daß man den
Draht zu einer Öse biegen und um die Schraube herumlegen muß. Sorgt
immerhin für ordentliche Kontakte! Schrauben sind farbcodiert (Silber
für N, Messing für P, grün für PE).
Ungeerdete Steckdosen sind immer noch überall als Ersatz für
beschädigte zu haben, oder man setzt eine RCD-Steckdose mit drittem
Kontakt, aber einfach ohne PE. (Falls nicht sowieso eine kurze
Drahtbrücke von einer speziellen Schraube der geerdeten Metalldose zum
Erdkontakt der Steckdose reicht)
Universalstecker... auf www.electrical-contractor.net/forum schlagen
grad ein paar Leute den IEC-Stecker (wie bei Computernetzteilen usw)
als Weltstecker vor.
lg Ragnar

Marc Fehrenbacher

unread,
Nov 28, 2002, 10:20:04 AM11/28/02
to
Michael Kauffmann schrieb:

>240V AB, BC, AC,
>240V3~ ABC,
>120V AN und CN,
>208V BN.
>
>> Was es bringen soll, habe ich nicht verstanden.
>
>Alle Spannungen, die man in der Gegend so braucht, mit möglichst wenig
>Leitern. Fehlen tut nur ein Sternpunkt beim Drehstrom.

Ok, man hat 120 und 240 V. Das ist sinnvoll. Aber warum ich 208 V
brauche, das ja nicht viel Unterschied zu 240 V hat, habe ich nicht
verstanden.

Ich nehme mal an, dass es halt zufällig abfällt, aber nicht groß
genutzt wird.

Da ist "unser" System doch wesentlich besser.

Marc

Michael Kauffmann

unread,
Nov 28, 2002, 11:46:32 AM11/28/02
to
Marc Fehrenbacher verlautbarte:

> Michael Kauffmann schrieb:
>
>>240V AB, BC, AC,
>>240V3~ ABC,
>>120V AN und CN,
>>208V BN.
>>
>>Alle Spannungen, die man in der Gegend so braucht, mit möglichst wenig
>>Leitern. Fehlen tut nur ein Sternpunkt beim Drehstrom.
>
> Ok, man hat 120 und 240 V. Das ist sinnvoll.
> Aber warum ich 208 V brauche,

Das ist die dReiecksspannung in 120/208V-Drehstromsystemen.
Offenbar gibt es auch Verbraucher, die dafür vorgesehen waren, dort
zwischen zwei Phasen eingebaut zu werden.

> das ja nicht viel Unterschied zu 240 V hat,

15% Überspannung dürfte doch ungesund sein.

> Da ist "unser" System doch wesentlich besser.

Bei uns werden die historischen Spannungen überhaupt nicht mehr bedient,
das erleichtert natürlich einiges.

Michael Kauffmann

Michael Linnemann

unread,
Nov 28, 2002, 4:24:58 PM11/28/02
to
Am 28 Nov 2002 00:54:00 +0100 schrieb Helmut Hullen:

>>> Auch Geschirrspüler mit dieser Art Versorgung gibt es. Nur nicht
>>> im üblichen Katalog-Angebot.

>> Aber sicher doch. Man muss es nur wollen. Man muss dann aber ggf.
>> die Korrelation von Geschirrspuelzeit und Nachtabsenkung des
>> Warmwasserbereiters beachten ;-)

> Mein Gaszähler unterscheidet nicht zwischen Tag- und Nachtgas.

Gastherme? Deshalb schrub ich "ggf.". Meine Oelheizung mit
Warmwasserspeicher hat jedenfalls eine Zeitschaltuhr. Da muss man dran
denken, wenn man mal ausnahmsweise Sonntags in aller Herrgottsfruehe
duschen will :-)

Gruss
Michael

Michael Redmann

unread,
Nov 29, 2002, 2:25:57 AM11/29/02
to
Sebastian Suchanek <spa...@suchanek.de> schrieb:

> >
> > Verstehe ich nicht so ganz. L1, L2, L3 haben 120Veff gegen
> > Erde, L1-L2 und L1-L3 sind 208Veff, während L2-L3 240Veff
> > ergeben? Ich verstehe es nicht.
>
> Doch, funktioniert. (Ich hab's gerade graphisch überprüft. :-) )
> Das sind dann halt nur nicht 3*120° Phasenverschiebung, sonder
> zweimal 125° und einmal 110°.
> Was man mit sowas krummem in der Praxis anfangen will, ist mir
> allerdings auch schleierhaft.

So ganz hab ich's noch nicht verstanden: die 120 Grad resultieren
doch aus der Generatormechanik. Der ist halt symmetrisch aufgebaut,
denk ich! Oder sind bei den Amis die Wicklungen schon so gebaut,
dass 110 bzw. 125 Grad zwischen den Wicklungen sind?

Michael

Marc Fehrenbacher

unread,
Nov 29, 2002, 2:50:35 AM11/29/02
to
Michael Redmann schrieb:

>So ganz hab ich's noch nicht verstanden: die 120 Grad resultieren
>doch aus der Generatormechanik. Der ist halt symmetrisch aufgebaut,
>denk ich! Oder sind bei den Amis die Wicklungen schon so gebaut,
>dass 110 bzw. 125 Grad zwischen den Wicklungen sind?

Nein. Es sind 120 Grad.

Sebastian hat sich geirrt. Es ist _nicht_ 208 V zwischen L1/L2 oder
L1/L3, sondern zwischen B und N. Siehe die anderen Postings zu diesem
Thema.

Gruß

Marc

Helmut Hullen

unread,
Nov 29, 2002, 3:13:00 AM11/29/02
to
Hallo, Michael,

Du (redmann) meintest am 29.11.02:

> So ganz hab ich's noch nicht verstanden: die 120 Grad resultieren
> doch aus der Generatormechanik.

Das ist die Erzeuger-Seite. Meistens Sternschaltung (weil dann die
Spannungen an den Wicklungen nicht so groß werden). Also mit Sternpunkt,
und (noch) symmetrisch.

> Der ist halt symmetrisch aufgebaut,
> denk ich! Oder sind bei den Amis die Wicklungen schon so gebaut,
> dass 110 bzw. 125 Grad zwischen den Wicklungen sind?

Irgendwann landest Du auf der Verbraucherseite. Und der kann ein
unsymmetrisches Netz fahren. In puren Haushaltsnetzen ist das immer so.
Schon deshalb müssen die Versorger recht viel Aufwand treiben, um das
Mittelspannungsnetz leidlich symmetrisch zu halten.

Viele Grüße!
Helmut

Juergen Bors

unread,
Nov 27, 2002, 3:27:06 PM11/27/02
to
Hallo Ragnar!

Am 27.11.02 schriebst du:

> NAchdem hier schon extrem viel über das Stromnetz in den USA
> diskutiert wurde, geb ich jetzt auch meinen Senf dazu. Die USA haben
> eine nominelle Spannung von 120/240 Volt einphasig! Ich hab leider
> keine genaueren Infos, aber sie betonenen immer, dass es sich nur um
> die entgegengesetzten Pole von einer Phase handelt. Bei 240 laufen
> die beiden Außenleiter über einen zweipoligen LS. Hauszuleitungen
> sind fast immer 150 oder 200A.

> Drehstrom gibts nur für Industrie, der
> ist dann 120/208 Stern oder Dreieck, ausserdem gibts noch die
> sonderbare Variante "Delta with high leg", da sind alle Außenleiter
> 120V gegen Erde, 2 der Außenleiter 208, aber einer der Außenleiter
> hat zu den beiden anderen 240V. Andere Spannungen sind 277/480V, oder
> 7200V.

Ich denke, du hast das normale 440 V Drehstromnetz dort vergessen.

> Zähler sitzen auf einem Stecksockel und meistens offen auf der
> Fassade.

Kann ich bestätigen. Sehen so aus wie uralte Wasserzäher bei uns:
Rundes Gehäuse und je ein springender Zeiger pro Digit.

Die Zähler draußen gibt es auch in Spanien (dort werden jedoch
modernere Modelle verbaut), so braucht der Ableser nicht ins Haus
kommen...

> Verkabelung: In den üblichen Hohlwänden (Holzständer mit
> Rigips) meist Kabel (14 AWG ROMEX entspricht ca. NYM 3x2,5),
> abgesichert auf 15A.

Jupp, mit unisolierten Krampen direkt auf die Balken genagelt.... ;-)


Mit freundlichen Gruessen

Juergen Bors
---

Michael Kauffmann

unread,
Nov 29, 2002, 5:06:02 AM11/29/02
to
Juergen Bors verlautbarte:

>> Verkabelung: In den üblichen Hohlwänden (Holzständer mit Rigips)
>> meist Kabel (14 AWG ROMEX entspricht ca. NYM 3x2,5), abgesichert auf
>> 15A.
>
> Jupp, mit unisolierten Krampen direkt auf die Balken genagelt.... ;-)

Und deshalb gibt es außer Leitungsschutzschalter und
Fehlerstromschutzschaltern auch noch Spezialschutzschalter, die genau dann
ansprechen sollen, wenn man beim Tackern die Isolation durchsticht.

Michael Kauffmann

Michael Kauffmann

unread,
Nov 29, 2002, 5:09:59 AM11/29/02
to
Helmut Hullen verlautbarte:

>> Oder sind bei den Amis die Wicklungen schon so gebaut, dass
>> 110 bzw. 125 Grad zwischen den Wicklungen sind?
>
> Irgendwann landest Du auf der Verbraucherseite. Und der kann ein
> unsymmetrisches Netz fahren. In puren Haushaltsnetzen ist das immer so.

Die Belastung ist unsymmetrisch. Wie sollte das zu einer Phasenverschiebung
führen? Und sogar zu einer ganz bestimmten?

Michael Kauffmann

Helmut Hullen

unread,
Nov 29, 2002, 7:13:00 AM11/29/02
to
Hallo, Michael,

Du (news) meintest am 29.11.02:

>> Irgendwann landest Du auf der Verbraucherseite. Und der kann ein
>> unsymmetrisches Netz fahren. In puren Haushaltsnetzen ist das
>> immer so.

> Die Belastung ist unsymmetrisch. Wie sollte das zu einer
> Phasenverschiebung führen?

Das führt stets dann zu einer Phasenverschiebung, wenn der Sternpunkt
schweben darf (oder hochohmig angebunden ist).

Viele Grüße!
Helmut

Ragnar

unread,
Nov 29, 2002, 12:53:57 PM11/29/02
to
"Michael Kauffmann" <ne...@koben.de> wrote in message news:<pan.2002.11.29....@koben.de>...
> ??
> Michael Kauffmann
Auf jedenfall noch arc fault breakers, die bei Funkenbildung
ausschalten (sollten).
Die letzten Worte des amerikanischen Do-it-yourself-Elektrikers: Was
denn? Sind eh nur 110 Volt!
(Er hielt gerade einen schwarzen Draht in der einen und einen roten in
der anderen Hand)

Michael Kauffmann

unread,
Nov 29, 2002, 1:31:50 PM11/29/02
to
Ragnar verlautbarte:

> "Michael Kauffmann" <ne...@koben.de> wrote in message
>> Juergen Bors verlautbarte:

>> > Jupp, mit unisolierten Krampen direkt auf die Balken genagelt.... ;-)
>>
>> Und deshalb gibt es außer Leitungsschutzschalter und
>> Fehlerstromschutzschaltern auch noch Spezialschutzschalter, die genau
>> dann ansprechen sollen, wenn man beim Tackern die Isolation durchsticht.

> Auf jedenfall noch arc fault breakers, die bei Funkenbildung ausschalten
> (sollten).

Ja, die meinte ich.
Vorgeschrieben speziall für Schlafzimmer, oder?

Michael Kauffmann

Juergen Bors

unread,
Nov 29, 2002, 7:17:41 AM11/29/02
to
Hallo Michael!

Am 29.11.02 schriebst du:

Klar, nennen sich Rauchmelder... ;-) Fehlerstromschutzschalter waren
in dem Haus nur an den Steckdosen, die Leitungen selbst sind also in
dem Sinne ungeschützt, viele Leitungen haben auch keinen
Schutzleiter (Schalter) und die Isolierung ist deulich dünner, so
dass die dortige Installation mich nicht unbedingt überzeugte.

Dort wird halt nach der Deviese Elektrik gemacht: Es ist OK, solange
es nichts extra kostet und es keine Reklamationen gibt. Die wären
auch recht sinnlos, da solche Handwerksfirmen meist nicht länger als
wenige Jahre exestieren. Eine neue Firma schützt eben vor
Nachbesserungsforderungen (oder gar Haftungsklagen...)

Ragnar

unread,
Nov 30, 2002, 7:28:19 AM11/30/02
to
"Michael Kauffmann" <ne...@koben.de> wrote in message news:<pan.2002.11.29...@koben.de>...

Genau, ich seh allerdings kommen, daß irgendwann mal ein seperater pro
Stromkreis vorgeschrieben ist (E-Herd, Trockner und andere High-power
Stromkreise mal ausgenommen, besonders alles mit Motoren, da nimmt in
Amerika ja auch niemand RCDs, genausowenig für alles wo je ein
Computer dranhängen soll)
CB = circuit breaker = Leitungsschutzschalter
OCPD = overcurrent protection device - siehe oben
GFI (GFCI) = ground fault circuit interruptor = RCD
AFCI = Arc fault circuit interruptor = Lichtbogenschutzschalter
Immersion detector = wird bei Haarföns eingebaut und dreht den Saft ab
wenn der Fön ins Wasser fällt. (Nette Story: Eine Billigfirma mußte
mal eine ganze Serie Verlängerungskabel zurückrufen, statt des
versprochenen RCD war ein immersion detector eingebaut, der glaube ich
noch nicht mal funktionierte)
Einzelne RCDs wie bei uns gibts nicht, entweder LS mit RCD, Steckdose
mit RCD (sauteuer und sieht scheußlich aus mit den riesigen Test- und
Resetknöpfen zwischen den beiden Steckdosen) oder Steckerleiste mit
RCD.

Beliebtestes Verlängerungskabel ist 1 mm2 Zwillingsleitung mit 3
Steckdosen am Ende, wurde sogar schon mal als geerdete Version
gesichtet, also eigentlich Drillingsleitung, was damit für Schindluder
getrieben wird ist unglaublich. (Aus 2 mach 1, man neheme die Dinger,
schneide alle Kable in der Mitte durch, neheme einen der Teile mit
Stecker, verzwirble die Drahtenden mit denen der 2 Teile mit
Kupplungen und umwickle das Resultat mit viel silbernem Ducktape
(metallhaltig) oder Tixo (österr. Entsprechung von Tesa). Am besten
nagelt man das dann noch an die Wand.
Bei den Herstellern sehr beliebt ist die illegale Variante mit 0,75
mm2 Kabel. (natürlich billiger, wird dann 2m Kabel komplett um 1
Dollar verkauft)
Der echte harte Yankee (kein Angriff auf Amerika allgemein, nur auf
diese besondere Spezies) schließt da dann eine Mikrowelle an, und
weils in der Küche so kalt is (Schiebefenster sind ja so dicht...)
auch noch einen Heizlüfter. Die 15A-Sicherung hat er sowieso schon
längst durch 32A ersetzt weils immer so lästig war wenn sie geknallt
ist. Die Feuerwehr will schließlich auch was zu tun haben!

Ein elektrischer Betreuer in einer Firma hat mal folgendes geleistet
(Der Mann sollte eigentlich volle Elektrikerqualifikation haben):
Seine Außenlampen waren auf einer Zeitschaltuhr. Jeden Morgen war die
Sicherung draußen. Er ersetzt die 20A-Sicherung durch 30. Knallt auch.
40A. selbes Spiel. Dann hat er einen Kollegen gefragt, wo man einen
50A-LS herkriegt. Der hat die Sache mal kurz getestet. Ergebnis:
eiskalter Kurzer. Weil aber der Timer war is der Typ nie
draufgekommen.

Juergen Hannappel

unread,
Nov 30, 2002, 7:45:05 AM11/30/02
to
texas....@gmx.net (Ragnar) writes:


[...]

> CB = circuit breaker = Leitungsschutzschalter
> OCPD = overcurrent protection device - siehe oben
> GFI (GFCI) = ground fault circuit interruptor = RCD

Wenn in Amerika der RCD GF(C)I heisst, warum heisst er dann in
Detschland RCD und nicht mehr FI?
--
Dr. Juergen Hannappel http://lisa2.physik.uni-bonn.de/~hannappe
mailto:hann...@physik.uni-bonn.de Phone: +49 228 73 2447 FAX ... 7869
Physikalisches Institut der Uni Bonn Nussallee 12, D-53115 Bonn, Germany
CERN: Phone: +412276 76461 Fax: ..77930 Bat. 892-R-A13 CH-1211 Genève 23

Juergen Bors

unread,
Nov 30, 2002, 7:27:14 AM11/30/02
to
Hallo Michael!

Am 29.11.02 schriebst du:


>>>> Jupp, mit unisolierten Krampen direkt auf die Balken genagelt....
>>>> ;-)
>>> Und deshalb gibt es außer Leitungsschutzschalter und
>>> Fehlerstromschutzschaltern auch noch Spezialschutzschalter, die
>>> genau dann ansprechen sollen, wenn man beim Tackern die Isolation
>>> durchsticht.
>> Auf jedenfall noch arc fault breakers, die bei Funkenbildung
>> ausschalten (sollten).

> Ja, die meinte ich. Vorgeschrieben speziall für Schlafzimmer, oder?

Ein Verhütungsmittel? ;-)

Ragnar

unread,
Nov 30, 2002, 2:50:46 PM11/30/02
to
j bo...@arcor.de (Juergen Bors) wrote in message news:<3de8ae0d$0$13092$9b4e...@newsread2.arcor-online.net>...

> Hallo Michael!
>
> Am 29.11.02 schriebst du:
> >>> Verkabelung: In den blichen Hohlw nden (Holzst nder mit Rigips)

> >>> meist Kabel (14 AWG ROMEX entspricht ca. NYM 3x2,5), abgesichert
> >>> auf 15A.
>
> >> Jupp, mit unisolierten Krampen direkt auf die Balken genagelt.... ;-)
>
> > Und deshalb gibt es au er Leitungsschutzschalter und

> > Fehlerstromschutzschaltern auch noch Spezialschutzschalter, die genau
> > dann ansprechen sollen, wenn man beim Tackern die Isolation
> > durchsticht.
>
> Klar, nennen sich Rauchmelder... ;-) Fehlerstromschutzschalter waren
> in dem Haus nur an den Steckdosen, die Leitungen selbst sind also in
> dem Sinne ungesch tzt, viele Leitungen haben auch keinen
> Schutzleiter (Schalter)

Kann sein daß das allgemein üblich ist, theoretisch sollte aber in
jedem Kabel PE vorhanden sein (also auch bei Schaltern, manchmal legen
sie ja sowieso P, N und PE in die Schalterdose und dann weiter zur
Lampe.

> und die Isolierung ist deulich d nner, so
> dass die dortige Installation mich nicht unbedingt berzeugte.


>
> Dort wird halt nach der Deviese Elektrik gemacht: Es ist OK, solange

> es nichts extra kostet und es keine Reklamationen gibt. Die w ren
> auch recht sinnlos, da solche Handwerksfirmen meist nicht l nger als
> wenige Jahre exestieren. Eine neue Firma sch tzt eben vor

> Nachbesserungsforderungen (oder gar Haftungsklagen...)
>
>
> Mit freundlichen Gruessen
>
> Juergen Bors
> ---

Das is, was tatsächlich passiert. In der Theorie (und manche
Elektriker auch wirklich) sind sie absolut paranoid was Strom angeht
und würden am Liebsten beim Austausch einer Glübirne verpflichtend die
ganze Verkabelung neumachen.
Im Gegensatz dazu gibts dann halt die DIYer denen wirklich alles
wurscht ist, und die ihre Außenlampen versorgen, indem sie einfach
isolierte 0,75 mm2 Zwillingsleitung offen auf die Fassade nageln (geht
ja bei einer Holzfassade gut...). Kursierte auch mal das Bild von
einem Restaurant, das war auf rustikal gemacht. ZU rustikal! In der
Mitte, neben einem Tisch war ein Stützbalken von der Decke. Eine
Steckdose ohne Deckel war in einer Metalldose an den Balken gehängt
(hing schief in der Dose, der Kontakt von der Phase fast an der Dose),
versorgt von 2 (!) Litzendrähten, die lose von der Decke hingen.
Stellenweise war die Isolierung der Phase völlig weg! Im Bild sieht
man, wie grade ein Gast einen Lügenstift an eine abgeschabte Stelle
hält.
Warum die RCDs in Amiland GFI genannt werden weiß keiner. Aber die
sind ja allgemein nicht gerade berühmt dafür, sich an international
Normen zu halten.
lg Ragnar

Horst Hohn

unread,
Dec 1, 2002, 8:37:58 AM12/1/02
to

"Juergen Hannappel" <hann...@lisa2.physik.uni-bonn.de> >

> Wenn in Amerika der RCD GF(C)I heisst, warum heisst er dann in
> Detschland RCD und nicht mehr FI?

Weil die Europäischen Normen für England ins Englische übersetzt werden,
und nicht für die USA.

MfG Horst

Michael Redmann

unread,
Dec 2, 2002, 4:39:11 AM12/2/02
to
HHullen B...@BTX.dtag.de (Helmut Hullen) schrieb:

>
> > Die Belastung ist unsymmetrisch. Wie sollte das zu einer
> > Phasenverschiebung führen?
>
> Das führt stets dann zu einer Phasenverschiebung, wenn der Sternpunkt
> schweben darf (oder hochohmig angebunden ist).

Korrekt! Ich kenne einen Fall, wo der Nulleiter nicht sauber
geerdet war. Beim Einschalten eines niederohmigen Verbrauchers
an einer Phase ging dann die Spannung an den anderen Phasen
bis gegen 400 V. Pech für Verbraucher, die das nicht abkönnen :-(
Das Radio ist dann hin.

Grüsse
Michael

Carsten Kreft

unread,
Dec 6, 2002, 5:02:17 AM12/6/02
to
.
> Warum die RCDs in Amiland GFI genannt werden weiß keiner. Aber die
> sind ja allgemein nicht gerade berühmt dafür, sich an international
> Normen zu halten.


Ground Fault (circuit) Interruptor

Massefehler-Schalter.


Ragnar

unread,
Dec 7, 2002, 7:46:43 AM12/7/02
to
"Carsten Kreft" <carste...@web.de> wrote in message news:<aspsja$gg2$05$1...@news.t-online.com>...

Woher der Name stammt war ja oben bereits erklärt, nicht aber warum
die Amerikaner nicht die andernorts gängige Bezeichnung RCD verwenden.
Schalterdosen werden in Amerika übrigens nur an einer Seite an den
Balken genagelt, die anderen 3 Seiten hängen frei in der Luft.
Blanke Erdungsdrähte sorgen für nette Erdschlüsse wenn sie in die Nähe
der (riesigen) Schrauben von der Phase kommen.
Nochmal zu den "wirenuts", diesen sonderbaren Drahtverbindern: Ich
stolpere auch hierzulande gelegentlich über die Dinger, weiß jemand,
ob die in .at normal zu kaufen sind? (evtl. auch in .de)
Die alten Schmelzsicherungen hatten genauso ein Edison-Gewinde wie
unsere Diazed-Sicherungen, aber der Einsatzt wurde (ohne Schraubkappe)
direkt in das Element geschraubt. Man konnte ohne Schwierigkeiten
Sicherungen von 6 bis 32 Ampere einschrauben, oder auch die alte
Sicherung mit Alufolie umwickeln, oder zusätzlich zur Sicherung ein
1-Cent-Stück einschrauben. Brennt garantiert nie durch!
OT: was bedeutet eigentlich DIAZED? Ein Schwede hat mal gerätselt:
Diametrisch-zweiteiliger Edison-Schraubstöpsel. Kommt mir aber leicht
unwahrscheinlich vor.

Hartmut Schneider

unread,
Dec 7, 2002, 3:25:29 PM12/7/02
to
texas....@gmx.net (Ragnar) wrote in message news:<dc14bf8b.0212...@posting.google.com>...

> "Carsten Kreft" <carste...@web.de> wrote in message news:<aspsja$gg2$05$1...@news.t-online.com>...
> > .
> > > Warum die RCDs in Amiland GFI genannt werden weiß keiner. Aber die
> > > sind ja allgemein nicht gerade berühmt dafür, sich an international
> > > Normen zu halten.
> >
> >
> > Ground Fault (circuit) Interruptor
> >
> > Massefehler-Schalter.
>

snip


> Nochmal zu den "wirenuts", diesen sonderbaren Drahtverbindern: Ich
> stolpere auch hierzulande gelegentlich über die Dinger, weiß jemand,
> ob die in .at normal zu kaufen sind? (evtl. auch in .de)

Meinst Du die Universalklemmen aus Makrolon, mit dem kegeligen
"Gewindefeder"-Einsatz, die man auf die abisolierten Enden dreht,
diese damit verdrillt und zusammenpresst? Die gibt es hier in D, z. B.
bei OBI und sie tragen auch ein VDE Zeichen ... Für einmalige Montage
_bei entsprechender Übung damit und Sorgfalt_ ganz
vertrauenerweckend, natürlich schlecht oder eigentlich nicht wieder zu
lösen, aber das gilt für Pressverbinder ja erst recht, und die sind
auch zugelassen..

> Die alten Schmelzsicherungen hatten genauso ein Edison-Gewinde wie

> unsere Diazed-Sicherungen, ...snip

Sahen aus wie "Patrone" und "Stöpselkopf" aus einem Stück...

> OT: was bedeutet eigentlich DIAZED? Ein Schwede hat mal gerätselt:
> Diametrisch-zweiteiliger Edison-Schraubstöpsel. Kommt mir aber leicht
> unwahrscheinlich vor.

War m. W. ursprünglich mal ein Siemens-Markenname...Dia:
Durchmesser-codiert Ed: mit Edisongewinde.

Gruß

Hartmut

Markus Haastert

unread,
Dec 7, 2002, 3:57:26 PM12/7/02
to
> Nochmal zu den "wirenuts", diesen sonderbaren Drahtverbindern: Ich
> stolpere auch hierzulande gelegentlich über die Dinger, weiß jemand,
> ob die in .at normal zu kaufen sind? (evtl. auch in .de)

Bei Reichelt gibt es sog. Drehverbinder, ich denke mal das sind diese
"wirenuts". Leider gibt es auf der Reichelt- Homepage kein Bild davon. Im
Katalog 09/2002 sind die Drehverbinder auf Seite 192.
Wenn du keinen Reichelt- Katalog hast, kann ich die Beschreibung zu den
Drehverbindern gerne mal einscannen und online stellen.

mfg. Markus


Ragnar

unread,
Dec 8, 2002, 6:25:01 AM12/8/02
to
"Markus Haastert" <MHaa...@gmx.de> wrote in message news:<astnd6$bsl$06$1...@news.t-online.com>...

thx to all, in .at habe ich die dinger zwar schon öfter installiert
gesehen, aber noch nie im Handel. Is wohl ein Trip zu OBI fällig (am
anderen Ende der Stadt, alle anderen Baumärkte sind näher), notfalls
nächsten Sommer in .de. An sich sind Lusterklemmen ja besser, aber in
den Situationen wo ich Drehverbinder überwiegend gesichtet habe
(Sicherung von freihängenden abgeklemmten Lampenzuleitungen an der
Decke) sehen sie doch netter aus. (Hab sie auch mal bei einer
geflickten Zählerzuleitung gesichtet, *argh*).
danke für das Angebot, aber ich frag' halt mal beim zuständigen
"sparky" (so heißen im Amislang die Elektriker, die Pfuscher werden
"electrishuns" im Gegensatz zum korrekten "electrician" genannt)
nachfragen.
lg Ragnar

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