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Verluste eines überdimensionierten 10kV Trafos

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Carsten Schmitz

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Sep 30, 2007, 9:01:42 AM9/30/07
to
Hallo,
mich würde mal interessieren, welche Leerlaufverluste ein 630kVA Trafo
(10kV -> 400V) so ca. hat.

Grund:
In einem mittlerweile als Lagerhalle genutzten Objekt steht ein solcher
Trafo, der ehemals Produktionsanlagen versorgte, nun aber nur noch die
Beleuchtung und die 5t-Hallenkräne als Last hat.
Eine 7-24 Messung der tatsächlich umgesetzten Scheinleistung habe ich noch
nicht gemacht, der Zähler zeigt als gleitenden Mittelwert ein Pmax von knapp
50kW. Alle Leuchten sind EVG bzw. kompensiert, ein bisschen Reserve
eingerechnet sollte ein 100kVA Trafo "passen".
Aber bevor ich überhaupt weiterrechne, wäre die Frage: Könnte sich unter den
gegebenen Bedingungen ein Trafowechsel lohnen?
Ein 100kVA Trafo Bj. 1975 (also fast neu) wäre bei einem anderen Kunden
"über", den 630er könnte man bestimmt irgendwohin verticken.

Ach so, der Zähler misst natürlich im Mittelspannungsbereich, sonst wären
mir die Verluste im Trafo natürlich egal.


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Carsten Schmitz

unread,
Sep 30, 2007, 9:44:02 AM9/30/07
to

>> mich würde mal interessieren, welche Leerlaufverluste ein 630kVA Trafo
>> (10kV -> 400V) so ca. hat.
>
> Kann man das grob über die Eigenerwärmung schätzen?

Nicht so richtig. Der Traforaum hat große Belüftunggitter, er ist trotzdem
immer angenehm warm.

> Frage wäre
> auch, ob ihr Blindleistung mitbezahlen müsst.

Nein, Blindleistung bis zum 0,5fachen der Wirkleistung wird nicht berechnet.
Zur Zeit kommen auf 1kWh ca. 0,2kVArh, cos(phi) also im Mittel bei 0,98.

> Und wieviel
> weniger ein neuer Trafo tatsächlich verbraten würde.

Das ist genau die Frage.

>> Ach so, der Zähler misst natürlich im Mittelspannungsbereich, sonst wären
>> mir die Verluste im Trafo natürlich egal.
>

> Das ist wohl ein Euphemismus dafür, dass man nicht
> abschalten kann.

Ähh, wie?
Damit wollte ich nur sagen: Mein Kunde bezahlt die Trafoverluste, da halt
_vor_ dem Trafo gemessen wird.
Abschalten geht natürlich, nur dürfen darf ich es nicht (keine
Mittelspannungs-Schaltberechtigung).


Ich rechne mal 0,5% Leerlaufverluste, dann wären bei 630kVA 3,15kW Abwärme
da (das würde ganz gut zur Erwärmung des Traforaums passen, aber wie schon
geschrieben, bedingt durch die großen Lüftungen wäre auch das doppelte
denkbar).
31,5kW bedeuten im Jahr knapp 27.600kWh, bei 9c/kWh 2475EUR.
Würde man das auf ein sechstel reduzieren, dann würde sich der Aufwand schon
bald rentieren.
Zumal der 630kVA Trafo ja auch nicht auf den Müll gekippt würde, sondern
auch noch Geld einbringt.

Aber ich traue meinen Abschätzungen nicht, kann mir so hohe Verluste
eigentlich nicht vorstellen.
Deswegen frage ich erstmal hier, bevor ich dem Technischen Leiter mit
solchen Vorschlägen komme.

Dann würde erstmal der reale Bedarf gemessen werden, dann soll sich bitte
ein Ingenieurbüro um den Rest kümmern.


Dieter Wiedmann

unread,
Sep 30, 2007, 11:08:13 AM9/30/07
to
Carsten Schmitz schrieb:

> mich würde mal interessieren, welche Leerlaufverluste ein 630kVA Trafo
> (10kV -> 400V) so ca. hat.

In dem Belastbarkeitsbereich kann man von etwa 0,25% der ohmschen
Nennbelastbarkeit ausgehen, hier also 1,5kW. Oder ist der Trafo von
Anno Tobak?


Gruß Dieter

Carsten Schmitz

unread,
Oct 1, 2007, 5:05:41 AM10/1/07
to
>> mich würde mal interessieren, welche Leerlaufverluste ein 630kVA Trafo
>> (10kV -> 400V) so ca. hat.
>
> In dem Belastbarkeitsbereich kann man von etwa 0,25% der ohmschen
> Nennbelastbarkeit ausgehen, hier also 1,5kW. Oder ist der Trafo von Anno
> Tobak?

Baujahr irgendwo bei 1985, also blutjung.
O.K., wenn das so wenig ist, dann wird ein Rückbau auf einen 100kVA Typ wohl
unwirtschaftlich sein.
Ich war von weit mehr ausgegangen, weil der Traforaum bei nahezu
unbelastetem Trafo (einige hundert Watt) am frühen Samstag Morgen gegenüber
der Umgebung deutlich erwärmt war. Und das bei ca. 1m² Zu- und Abluftfläche
ins Freie.


Dieter Wiedmann

unread,
Oct 1, 2007, 5:53:02 AM10/1/07
to
Carsten Schmitz schrieb:

> Baujahr irgendwo bei 1985, also blutjung.

Allerdings.:-)


> O.K., wenn das so wenig ist, dann wird ein Rückbau auf einen 100kVA Typ wohl
> unwirtschaftlich sein.

Kommt ganz drauf an was als Preisdifferenz alter vs neuer Trafo
rausspringt. Der Minderverbrauch im Leerlauf wird ja durch den
Mehrverbrauch unter Last zumindest teilweise wieder ausgeglichen.


> Ich war von weit mehr ausgegangen, weil der Traforaum bei nahezu
> unbelastetem Trafo (einige hundert Watt) am frühen Samstag Morgen gegenüber
> der Umgebung deutlich erwärmt war. Und das bei ca. 1m² Zu- und Abluftfläche
> ins Freie.

Da bist du reingefallen, so ein Trafo hat eine ganz nette
Wärmekapazität, das fällt dann natürlich am frühen Morgen deutlicher
auf.


Gruß Dieter

Uwe Bonnes

unread,
Oct 1, 2007, 6:54:31 AM10/1/07
to
Carsten Schmitz <c-.-s...@t-online.de> wrote:

> Ach so, der Zähler misst natürlich im Mittelspannungsbereich, sonst wären
> mir die Verluste im Trafo natürlich egal.

Hat ein ueberdimensionierter Trafo nicht weniger Verluste, da man dass
Kernmaterial in der Hysteresekurve weniger aussteuert?

--
Uwe Bonnes b...@elektron.ikp.physik.tu-darmstadt.de

Institut fuer Kernphysik Schlossgartenstrasse 9 64289 Darmstadt
--------- Tel. 06151 162516 -------- Fax. 06151 164321 ----------

Dieter Wiedmann

unread,
Oct 1, 2007, 6:59:58 AM10/1/07
to
Uwe Bonnes schrieb:

> Hat ein ueberdimensionierter Trafo nicht weniger Verluste, da man dass
> Kernmaterial in der Hysteresekurve weniger aussteuert?

Ähm, das hängt nur vom Magnetisierungsstrom ab, und der fällt mit
steigender Belastung sogar geringfügig.


Gruß Dieter

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Rudi Horlacher [Paul von Staufen]

unread,
Oct 1, 2007, 5:02:40 PM10/1/07
to
Rolf_Bombach <rolfnosp...@bluewin.ch> wrote:

[...]

> er heute deutlich mehr Leerlaufverluste aufweisen.
> Frage an OP: Wie hört sich der Trafo an? 100 Hz Knurren?
> mfg Rolf Bombach

Unsere Bären knurrten nicht, die "brummtem" mit 50 Hz sehr angenehm. Das
war immer sehr erfreulich nix anderes zu hören.

Die Bären verstanden halt von Halbwellen noch nix...


Nix für ungut meint halt der pvs (Paul von Staufen)

= Rudi


Carsten Schmitz

unread,
Oct 2, 2007, 3:42:31 AM10/2/07
to
>> Hat ein ueberdimensionierter Trafo nicht weniger Verluste, da man dass
>> Kernmaterial in der Hysteresekurve weniger aussteuert?
>
> Nur ein Spannungsmässig überdimensionierter. Der hat dann
> bei Volllast mehr ohmsche Verluste wg. mehr Windungen.
> Hier ist schon ein nicht ganz einfaches Optimierungsproblem.
> Ein kleinerer Trafo hat prozentual mehr Verluste, aber
> ich denke, dass die Kurve nicht rückläufig ist :-).
> Eine Frage wäre auch die nach der Nennspannung. Falls
> der noch aus der Zeit von 380V statt 400V stammt, kann

> er heute deutlich mehr Leerlaufverluste aufweisen.
> Frage an OP: Wie hört sich der Trafo an? 100 Hz Knurren?

Er brummte friedlich vor sich hin. Knurren würde ich nicht dazu sagen.
Nennspannung - hmm. Was hatten wir den 1985?


Ragnar Bartuska

unread,
Oct 2, 2007, 7:40:21 AM10/2/07
to

220/380V. Die galt bis Anfang der 90erjahre.
Allerdings wurde m.E. nicht die Mittelspannungsebene angehoben sondern
die Netztrafos gegen solche mit anderem Spannungsverhältnis getauscht
bzw. werden bis zu einem etwaigen Tausch die Differenzen der realen
Netzspannung unter Toleranz subsummiert.
Tatsache ist, daß ich in einer Anlage mit entsprechend altem Trafo
auch bei minimaler Last immer ziemlich konstant 218 oder 219V messen
konnte.

sg Ragnar

Rudi Horlacher [Paul von Staufen]

unread,
Oct 2, 2007, 12:03:23 PM10/2/07
to
Ragnar Bartuska <texas....@gmx.net> wrote:


> 220/380V. Die galt bis Anfang der 90erjahre.
> Allerdings wurde m.E. nicht die Mittelspannungsebene angehoben sondern
> die Netztrafos gegen solche mit anderem Spannungsverhältnis getauscht

> sg Ragnar

Stimmt nicht. Das wäre ein ziemlich teurer Spass!
Es wurde nur das Uebersetztungsverhältnis Hochspannung/ Mittelspannung
im Stelltrafo geändert. Ist ja viel einfacher.

Rudi

Ragnar Bartuska

unread,
Oct 3, 2007, 5:59:58 AM10/3/07
to
On 2 Okt., 18:03, "Rudi Horlacher [Paul von Staufen]"
<p...@watschel.belwue.de> wrote:
Dann wurde ich falsch informiert.

Die Meßunterschiede zwischen EVU-Trafo und Eigentrafo in Wien sind
trotzdem eklatant.

sg Ragnar

Carsten Schmitz

unread,
Oct 3, 2007, 6:39:16 AM10/3/07
to

> Er brummte friedlich vor sich hin. Knurren würde ich nicht dazu sagen.
> Nennspannung - hmm. Was hatten wir den 1985?

So, an den Trafo komm ich zur Zeit nicht ran, aber die Spannung in der
Anlage beträgt satte 230/400 Volt.
Satt in dem Sinne, dass es (kaum Last) ca. 239V und 415V waren.
Gut, der Trafo wird dann wohl ein 220/380 mit entsprechend überhöhter
Mittelspannung sein.


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Carsten Schmitz

unread,
Oct 7, 2007, 9:53:14 AM10/7/07
to
:
> Wenn man Pech hat kann das dann wegen Sättigung zu erhöhten
> Leerlaufverlusten führen.

Bleibt die Frage: Würde sich ein Umbau auf einen angemessenen Trafo
irgendwann amortisieren?
Sieht eher düster aus, der ins Auge gefasste 100kVA Trafo steht leider doch
nicht zur Verfügung und wäre zweitens angesichts jetzt gemessenen Smitt =
82kVA (höchstes 5-Minuten-Mittel) und 120kVA Smax (kurzzeitiger Spitzenwert)
eindeutig zu knapp ausgelegt (die Halle soll mal um 50% erweitert werden,
dann würden alleine 14kW Beleuchtung dazu kommen).


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