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Anfängerfragen zur Genealogie und zu Heredis

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Stephan Elsner

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Nov 11, 2003, 3:16:51 PM11/11/03
to
Hallo!

Ich beschäftige mich erst seit Kurzem mit der Genealogie und habe ein
paar Fragen an "alte Hasen".
Auf meiner Suche nach einer geegneten Software bin ich bei der
kostenlosen Standardversion von Heredis hängengeblieben, die mich
(obwohl ich keine deutsche Version gefunden habe) vom Bedienkonzept und
den Möglichkeiten überzeugt.
Nur, wie organisiere ich die Daten generell, wie mach ihr das?
Ist es sinnvoll sämtliche Dokumente in gescannter und/oder Textform in
das Programm zu packen, oder sollte ich besser auch alles als Kopien in
Papierform in Ordnern halten, also auch Personenstammblätter ausdrucken
etc.?
Arbeitet hier noch jemand mit Heredis, und kann mir ein paar Tipps geben?
Wie gebe ich am sinnvollsten Orte ein, ist es normal daß die Ortsliste
mit der Zeit "zugemüllt" wird, weil ich z.B. zusammen mit dem Sterbeort
das Krankenhaus erfasse, oder sollte dies besser als Notiz dem
Sterbeereignis angefügt werden?
Wie gebe ich in Heredis unsichere Daten ein, z.B. einen vermuteten
Geburtsort?
Ich möchte es von Anfang an richtig machen um nachher nicht die Daten
hunderter Personen nachbearbeiten zu müssen.

Vielen Dank für die Antworten

/Stephan Elsner

Stefan Mettenbrink

unread,
Nov 11, 2003, 3:48:01 PM11/11/03
to
Stephan Elsner <no...@muell.de> wrote:

> Nur, wie organisiere ich die Daten generell, wie mach ihr das?
> Ist es sinnvoll sämtliche Dokumente in gescannter und/oder Textform
> in das Programm zu packen, oder sollte ich besser auch alles als
> Kopien in Papierform in Ordnern halten, also auch
> Personenstammblätter ausdrucken etc.?

Auch ich erfasse meine Daten mit dem Computer. Da ich bisher keinen
Laptop hatte, heb ich ohnehin alles notiert und die Microfilme vom
Sichtgerät abfotografiert (Digitalkamera). Ich empfehle möglichst alle
Daten aufzubewahren. Irgendwann schaut man da nochmal drauf (oder man
hat wirklich alles eingegeben. Häufig bin ich mir aber bei Einträgen
unsicher, ob ich unleserliches falsch interpretiert habe, da hilft dann
oft das Foto, so brauche ich mir den Microfich nicht erneut raussuchen
und zum Kirchenamt zu fahren.
Alles was Du auf Papier hast, kann man auch ohne das Programm/den
Computer nutzen. Sicherlich ist das auch ein Backup :-)

Wenn man nicht weiß, wer die Daten einmal weiter pflegt, sollte auf alle
Fälle die Daten ausdrucken. Wenn 10-20 Jahre vergehen, bis sich der
nächste für die Daten interessiert, hat man möglicherweise weder die
Hard- noch die Software um die vorhandenen Daten zu nutzen.

Der Ahnenpaß vom (Ur-)Großvater ist auch ohne Hilfsmittel nützlich. Wenn
die Daten seinerzeit in einem Rechner gespeichert worden wären, hätte
man sicher jetzt Probleme :-)

> Arbeitet hier noch jemand mit Heredis, und kann mir ein paar Tipps
> geben?
> Wie gebe ich am sinnvollsten Orte ein, ist es normal daß die
> Ortsliste mit der Zeit "zugemüllt" wird, weil ich z.B. zusammen mit
> dem Sterbeort das Krankenhaus erfasse, oder sollte dies besser als
> Notiz dem Sterbeereignis angefügt werden?

Ja, da kann ich Dir nicht helfen, das hängt zu sehr vom Programm und
dessen Möglichkeiten ab. In vielen Programmen kann man zu den Qellen
diverse Angaben machen, auch über Qualität der Herkunft. Genauso
verschieden sind auch die Möglichkeiten zum eingeben von Bemerkungen.

Wichtig ist auf alle Fälle die Möglichkeit, die Daten in andere
Programme übertragen zu können. Das Standard-Austauschformat ist hier
derzeit Gedcom 5.5, Dein Wunschprogramm sollte Daten auf jeden Fall in
diesem Format speichern und laden können.

MfG, Metti.

Stephan Elsner

unread,
Nov 11, 2003, 5:41:08 PM11/11/03
to
Stefan Mettenbrink wrote:

> Stephan Elsner <no...@muell.de> wrote:
>
>> Nur, wie organisiere ich die Daten generell, wie mach ihr das?
>> Ist es sinnvoll sämtliche Dokumente in gescannter und/oder Textform in
>> das Programm zu packen, oder sollte ich besser auch alles als Kopien
>> in Papierform in Ordnern halten, also auch Personenstammblätter
>> ausdrucken etc.?
>
>
> Auch ich erfasse meine Daten mit dem Computer. Da ich bisher keinen
> Laptop hatte, heb ich ohnehin alles notiert und die Microfilme vom
> Sichtgerät abfotografiert (Digitalkamera). Ich empfehle möglichst alle
> Daten aufzubewahren. Irgendwann schaut man da nochmal drauf (oder man
> hat wirklich alles eingegeben. Häufig bin ich mir aber bei Einträgen
> unsicher, ob ich unleserliches falsch interpretiert habe, da hilft dann
> oft das Foto, so brauche ich mir den Microfich nicht erneut raussuchen
> und zum Kirchenamt zu fahren.
> Alles was Du auf Papier hast, kann man auch ohne das Programm/den
> Computer nutzen. Sicherlich ist das auch ein Backup :-)
>
> Wenn man nicht weiß, wer die Daten einmal weiter pflegt, sollte auf alle
> Fälle die Daten ausdrucken. Wenn 10-20 Jahre vergehen, bis sich der
> nächste für die Daten interessiert, hat man möglicherweise weder die
> Hard- noch die Software um die vorhandenen Daten zu nutzen.
>
> Der Ahnenpaß vom (Ur-)Großvater ist auch ohne Hilfsmittel nützlich. Wenn
> die Daten seinerzeit in einem Rechner gespeichert worden wären, hätte
> man sicher jetzt Probleme :-)

Da hast Du recht!
Ich sehe schon, ein Programm kann die Organisation erleichtern, den
guten alten Leitz-Order aber nicht ersetzen.

>
> Wichtig ist auf alle Fälle die Möglichkeit, die Daten in andere
> Programme übertragen zu können. Das Standard-Austauschformat ist hier
> derzeit Gedcom 5.5, Dein Wunschprogramm sollte Daten auf jeden Fall in
> diesem Format speichern und laden können.

GEDCOM Beherrscht das Programm sehr gut. Ich habe vorher mit
Ahnengalerie 2.0 gearbeitet, das läuft aber auf Windows 2000 nicht (bzw.
nur unzureichend, ich habe es zum laufen gekriegt, aber die Darstellung
ist fehlerhaft.)
Die Daten habe ich Exportiert und in Hereis importiert. Klappte bis auf
die Fotos problemlos.

Danke für die Tipps,

/Stephan


Henning Boettcher

unread,
Nov 11, 2003, 5:45:59 PM11/11/03
to

"Stefan Mettenbrink" <Mettenbri...@t-online.de> schrieb im
Newsbeitrag news:borivh$pr1$08$1...@news.t-online.com...

> Stephan Elsner <no...@muell.de> wrote:
>
> > Nur, wie organisiere ich die Daten generell, wie mach ihr das?
> > Ist es sinnvoll sämtliche Dokumente in gescannter und/oder
Textform
> > in das Programm zu packen, oder sollte ich besser auch alles als
> > Kopien in Papierform in Ordnern halten, also auch
> > Personenstammblätter ausdrucken etc.?
>
> Auch ich erfasse meine Daten mit dem Computer. Da ich bisher
keinen
> Laptop hatte, heb ich ohnehin alles notiert und die Microfilme vom
> Sichtgerät abfotografiert (Digitalkamera). Ich empfehle möglichst
alle
> Daten aufzubewahren. Irgendwann schaut man da nochmal drauf (oder
man
> hat wirklich alles eingegeben. Häufig bin ich mir aber bei
Einträgen
> unsicher, ob ich unleserliches falsch interpretiert habe, da hilft
dann
> oft das Foto, so brauche ich mir den Microfich nicht erneut
raussuchen
> und zum Kirchenamt zu fahren.

Wenn einem in späteren Jahren andere Informationen zukommen, möchte
man manchmal gern wissen, was in der ursprünglichen Quelle zu lesen
war.

> Alles was Du auf Papier hast, kann man auch ohne das Programm/den
> Computer nutzen. Sicherlich ist das auch ein Backup :-)

Ich muß oft daran denken, daß man die 300 Jahre alten Kirchenbücher
noch lesen kann, 20 Jahre alte Disketten hingegen schon nicht mehr!

> Wenn man nicht weiß, wer die Daten einmal weiter pflegt, sollte
auf alle
> Fälle die Daten ausdrucken. Wenn 10-20 Jahre vergehen, bis sich
der
> nächste für die Daten interessiert, hat man möglicherweise weder
die
> Hard- noch die Software um die vorhandenen Daten zu nutzen.

Dem stimme ich vollkommen zu. Ich habe mit einem
Basic-programmierten Rechner von Commodore angefangen. Die Daten
waren auf den alten Riesen-Disketten (5.25'') gespeichert. Die
könnte ich heute wegwerden, wenn ich die Daten nicht andauernd auf
neuere Hard- und Software umformatiert hätte. - 10 bis 20 Jahre,
bis sich der nächste interessiert, ist eventuell noch zuwenig. Ich
betreibe seit 1984 Familienforschung und bei mir ist 'der nächste'
noch nicht zu sehen.
Solange man noch dazu in der Lage ist, sollte man versuchen, die
Daten in die jeweils modernste Hard- und Software umzuformatieren.
Statt auf 3.5''-Disketten habe ich meine Daten jetzt auf
ZIP-Disketten und auf CDs.


> Der Ahnenpaß vom (Ur-)Großvater ist auch ohne Hilfsmittel
nützlich. Wenn
> die Daten seinerzeit in einem Rechner gespeichert worden wären,
hätte
> man sicher jetzt Probleme :-)

Und nicht zu kleine! Manche Behörden haben ja angeblich einmal
bemerkt, daß ihre mühsam erfaßten Daten plötzlich unverhofft
(leider) nicht mehr zugänglich waren.

> > Arbeitet hier noch jemand mit Heredis, und kann mir ein paar
Tipps
> > geben?
> > Wie gebe ich am sinnvollsten Orte ein, ist es normal daß die
> > Ortsliste mit der Zeit "zugemüllt" wird, weil ich z.B. zusammen
mit
> > dem Sterbeort das Krankenhaus erfasse, oder sollte dies besser
als
> > Notiz dem Sterbeereignis angefügt werden?

Hier wirst Du früher oder später feststellen, daß Dir nur der
Sterbeort beziehungsweise sogar nur die Kirche bekannt wird, in
deren Kirchenbuch die Beerdigung verzeichnet ist. Sterbeort und
Kirchenort können unterschiedlich sein, da früher die Person sicher
zuhause gestorben ist und die Kirche in einem anderen Ort des
Kirchspiels stand. Also sollte man in den wenigen Fällen, bei denen
unterschiedliche Sterbe-und Kirchenorte wirklich bekannt sind, dies
anderswo vermerken und nur den Kirchen- (oder Standesamts-) Standort
in die Datei aufnehmen, also den Ort, wo die Original
Sterbeeintragung zu finden ist. - Manche Programme bieten die
Möglichkeit, Zusatzangaben, wie 'St.Michael', 'Städt. Krankenhaus'
oder 'gestorben in Tützpatz' einzugeben.

> Ja, da kann ich Dir nicht helfen, das hängt zu sehr vom Programm
und
> dessen Möglichkeiten ab. In vielen Programmen kann man zu den
Qellen
> diverse Angaben machen, auch über Qualität der Herkunft. Genauso
> verschieden sind auch die Möglichkeiten zum eingeben von
Bemerkungen.

Ich tendiere dazu, Besonderheiten in dem betreffenden Text durch
allgemein zugängliche Zeichen kenntlich zu machen. Beispiele:

Karl Piepenbrink, verheiratet mit Jutta Schnepfe.
Karl Piepenbrink, liiert mit (Jutta Schnepfe).
Die letztere (J.S.) ist mit heutigen Worten die Lebensgefährtin von
K.P.

KARL Friedrich Rudolf Piepenbrink; Karl ist der Rufname.

Geboren vor 20.3.1740; 20.3.1740 ist das Taufdatum.

Gestorben vor 3.12.1725; 3.12.1725 ist das Beerdigungsdatum.

Gewiss kann man in den beiden letzten Fällen auch extra Felder für
'Taufdatum' und 'Beerdigungsdatum' benutzen, nur wäre in den meisten
Fällen entweder das Feld Taufdatum oder das Feld 'Geburtsdatum'
leer, ähnlich beim Sterbedatum. Beim Ausdrucken macht sich die
Minderzahl an Feldern bemerkbar.

> Wichtig ist auf alle Fälle die Möglichkeit, die Daten in andere
> Programme übertragen zu können. Das Standard-Austauschformat ist
hier
> derzeit Gedcom 5.5, Dein Wunschprogramm sollte Daten auf jeden
Fall in
> diesem Format speichern und laden können.
>
> MfG, Metti.

Was man alles sammeln und archivieren könnte/sollte, findest Du auf
meiner Homepage. (Siehe 'Sammlungen des Genealogen'.)

--
Mit freundlichen Grüssen
Henning Böttcher
Schweiz
http://home.sunrise.ch/boettche
(NEU: 27.9.2003: Namenliste Genealogie Propst Beltz [1854-1937])

Stephan Elsner

unread,
Nov 12, 2003, 3:12:02 AM11/12/03
to
Henning Boettcher wrote:

> Ich tendiere dazu, Besonderheiten in dem betreffenden Text durch
> allgemein zugängliche Zeichen kenntlich zu machen. Beispiele:
>
> Karl Piepenbrink, verheiratet mit Jutta Schnepfe.
> Karl Piepenbrink, liiert mit (Jutta Schnepfe).
> Die letztere (J.S.) ist mit heutigen Worten die Lebensgefährtin von
> K.P.
>
> KARL Friedrich Rudolf Piepenbrink; Karl ist der Rufname.
>
> Geboren vor 20.3.1740; 20.3.1740 ist das Taufdatum.
>
> Gestorben vor 3.12.1725; 3.12.1725 ist das Beerdigungsdatum.
>
> Gewiss kann man in den beiden letzten Fällen auch extra Felder für
> 'Taufdatum' und 'Beerdigungsdatum' benutzen, nur wäre in den meisten
> Fällen entweder das Feld Taufdatum oder das Feld 'Geburtsdatum'
> leer, ähnlich beim Sterbedatum. Beim Ausdrucken macht sich die
> Minderzahl an Feldern bemerkbar.

Mir widerstrebt es etwas, Daten in Zusatztexte einzugeben, wenn dafür
Felder vorhanden sind. Das Programm kann die Daten so nicht
interpretieren, was für spätere Auswertungen interessant sein könnte.
Ich bin in der Hinsicht vorbelastet, da ich beruflich
Datenbankanwendungen und -Modelle entwickle.

Die Ausdrucke von Heredis sind so gestaltet, daß nicht belegte Felder
keine Lücken hinterlassen, allerdings weiß ich noch nicht wie ich
unsichere Daten z.B."geboren vor ..." eingebe.
Ich denke ich werde alles redundant eingeben, in die Felder soweit es
möglich ist und als freie Liste in die Zusatztexte.

> Was man alles sammeln und archivieren könnte/sollte, findest Du auf
> meiner Homepage. (Siehe 'Sammlungen des Genealogen'.)

Oha, Deine Homepage bietet eine Fülle von hilfreichen Informationen, die
ich erstmal verarbeiten muß! Schön daß Du Deine Erfahrungen
veröffentlichst, hilft mir ungemein weiter!

Vielen Dank für die ergiebige Antwort und Deine Homepage!

/Stephan Elsner

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