Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Paraffinwachs und Kontaktprobleme auf PCB

25 views
Skip to first unread message

Peter Beierlein

unread,
Dec 11, 2014, 4:09:23 PM12/11/14
to
Servus werte Mitlesenden,


auch wenn CB-Funk schon so tot ist, dass es stinkt, hab i neulich mal
meine olle Alan 48 ausgegraben, eine simple Groundplane-Antenne aus
Kabelresten gestrickt und probiert - geht nicht mehr, Gerät rauscht,
empfängt aber nichts, im TX-Modus seh ich weder am eingebauten S-Meter
noch an einem eingeschleiften Stehwellenmesser einen Ausschlag.

Nu gut, guck mer uns die Schachtel halt mal von Innen an: Habe alles
nach defekten Lötstellen abgesucht, Elkos sehen auch alle spitze aus
(also flach obenrum, nicht Spitze oder Beule :D ), lediglich ist durch
die Lagerung aufm Dachboden, wo es im Sommer richtig heiß wird, Wachs
breitgelaufen, mit dem das Oszillatorteil vergossen ist.

Nun hab ich gelesen, dieses Wachs soll häufig Probleme verursachen und
zu Kontaktabrissen an den Lötpunkten führen, oft so, dass mans durch
Sichtkontrolle nicht erkennt. Meine Frage ist nun die: Wie soll das
gehen? Das bei ca. 50-70° flüssig werdende Wachs mag ja sicherlich
kriechfreudig sein, aber dass es Lötstellen beschädigen kann, ne, ich
glaub es nicht. Kann mich jemand (eines Besseren) belehren?


Gruß in die Runde


Peter

Hartmut Kraus

unread,
Dec 11, 2014, 4:42:28 PM12/11/14
to
Schwer vorstellbar. Ich würde sagen. Dass du nur Rauschen hörst, liegt
einfach daran, dass keiner mehr sendet. ;)

--
http://www.hkraus.eu/

gUnther nanonüm

unread,
Dec 11, 2014, 4:43:39 PM12/11/14
to

"Peter Beierlein" <DasGe...@r.nix.an.invalid> schrieb im Newsbeitrag
news:m6d162$igp$1...@news4.open-news-network.org...

> Nun hab ich gelesen, dieses Wachs soll häufig Probleme verursachen und zu
> Kontaktabrissen an den Lötpunkten führen, oft so, dass mans durch
> Sichtkontrolle nicht erkennt. Meine Frage ist nun die: Wie soll das gehen?
> Das bei ca. 50-70° flüssig werdende Wachs mag ja sicherlich kriechfreudig
> sein, aber dass es Lötstellen beschädigen kann, ne, ich glaub es nicht.
> Kann mich jemand (eines Besseren) belehren?

Hi,
obs hier zutrifft, k.A., aber grundsätzlich gibts mindestens zwei Wege.
Einmal Oxidation, also Zersetzung. Bakterien erzeugen dabei Säure, die sich
langsam, da organische Säure, in das Lot frißt und an den Korngrenzen Spalte
erzeugt. Kupfer ist sensibler als Zinn und Blei...dazu kommt Zinnpest und
ev. Pilzwachstum. Wachs ist eben eine "Ressource" :-)
der andere Weg ist das "Arbeiten", das Wachs wirkt wie Klebstoff und
Vergußmassen zugleich. Erwärmt sich soein größeres Bauteil, dehnt es sich
aus. Das ist bei normaler Elektronik halbwegs eingeplant, dafür haben viele
Bauteile ihre freien Beinchenlängen. Aber vergossen funktioniert das
schlecht, da kann dann die unterschiedliche Bewegung von Drehko und Pertinax
eine Lötstelle ungeplant stark seitlich scheren. Sowas mag Lot garnicht.
Deshalb kann man nicht einfach jede Elektronik vergießen, die muß man dafür
auch auslegen. Sonst ist eine dünne, elastische Lackschicht besser. Just
dieser ist dann auch bei Kontaktchemie preiswert zu kriegen :-)

--
mfg,
gUnther

Peter Beierlein

unread,
Dec 11, 2014, 5:16:31 PM12/11/14
to
Danke für deine Info und Einschätzung. I seh schon, werd wohl das Wachs
komplett entfernen müssen und dann alle Lötstellen in der näheren
Umgebung nachlöten. Die Diskrepanzen bzgl der unterschiedlichen
Wärmeausdehnung wurde auch schon angesprochen, aber ich wollts nicht
glauben wegen der mechanischen Eigenschaften der Substanz. Wurscht, i
werf mal den Heißluftföhn an und danach den Lötkolben und sag an, ob es
was brachte.


Gruß ausm Osten


Pete

Peter Beierlein

unread,
Dec 11, 2014, 5:38:42 PM12/11/14
to
Hehe, ja, das mag auch sein, passt aber nicht zum Problemchen hier. Habe
heute Nachmittag meinen Raspi einige Minuten mit dem pifm-Programm [1]
betrieben und an einer (noch olleren) CB-Funke von Stabo (26,985MHz) wie
auch im UKW-Band (105,6MHz) klappte die Übertragung. Die Midland48-Funke
hat definitiv einen Defekt.

[1]
http://makezine.com/projects/make-38-cameras-and-av/raspberry-pirate-radio/
...und zahlreiche andere Webseiten, in denen der Mißbrauch des
Taktgenerators des Raspi zum FM-TX beschrieben steht.

Gruß

Peter

Hartmut Kraus

unread,
Dec 11, 2014, 7:01:27 PM12/11/14
to
Ach Jottecken, wer hat sowas mit /Wachs/ schon mal erlebt? Kann mich
erinnern, dass z.B. Pickups für E-Gitarren grundsätzlich mit sowas
vergossen wurden / werden(?) - und das sind ...zigtausend Windungen
haarfeiner Draht.

Und nennenswerte Scherkräfte soll das weiche Gelumpe auch noch
aufbringen? Erzähle mal noch einen. ;)

--
http://www.hkraus.eu/

Hartmut Kraus

unread,
Dec 11, 2014, 7:03:45 PM12/11/14
to
Da darf man also gespannt sein. ;)

> Gruß ausm Osten

Soso. Grüße zurück (komme auch aus Neufünfland, konkret aus Erfurt). ;)

--
http://www.hkraus.eu/

Helmut Wabnig

unread,
Dec 12, 2014, 3:46:05 AM12/12/14
to
On Thu, 11 Dec 2014 22:09:21 +0100, Peter Beierlein
<DasGe...@r.nix.an.invalid> wrote:


>Nun hab ich gelesen, dieses Wachs soll häufig Probleme verursachen und
>zu Kontaktabrissen an den Lötpunkten führen, oft so, dass mans durch
>Sichtkontrolle nicht erkennt. Meine Frage ist nun die: Wie soll das
>gehen? Das bei ca. 50-70° flüssig werdende Wachs mag ja sicherlich
>kriechfreudig sein, aber dass es Lötstellen beschädigen kann, ne, ich
>glaub es nicht. Kann mich jemand (eines Besseren) belehren?
>

Ich habe unzähliges altes Funkgraffel restauriert,
das Wachs isses nicht.
Es sei denn es rinnt in die Schalter rein oder Drehkos oder Potis.

Heißluftfön und das meiste rinnt raus.
Dann schmeiß das Ganze in Petroleum und laß es erweichen.

w.

horst-d.winzler

unread,
Dec 12, 2014, 5:47:57 AM12/12/14
to
Am 12.12.2014 um 09:46 schrieb Helmut Wabnig:
> On Thu, 11 Dec 2014 22:09:21 +0100, Peter Beierlein
> <DasGe...@r.nix.an.invalid> wrote:
>
>
>> Nun hab ich gelesen, dieses Wachs soll häufig Probleme verursachen und
>> zu Kontaktabrissen an den Lötpunkten führen,
>
> Ich habe unzähliges altes Funkgraffel restauriert,
> das Wachs isses nicht.
> Es sei denn es rinnt in die Schalter rein oder Drehkos oder Potis.

Die WK2 funkgeräte der Amis waren regelrechte wachshöhlen. Damit haben
die geräte wassertaufen und die erschütterungen von detonationen oft
klaglos überstanden. Folglich kann es am wachs selbst nicht liegen.

--
mfg hdw

Steffen

unread,
Dec 12, 2014, 11:12:57 AM12/12/14
to
>...dazu kommt Zinnpest
gibt es die bei Blei-Zinn-Legierungen wie Lot?

Steffen

Hanno Foest

unread,
Dec 12, 2014, 11:19:00 AM12/12/14
to
Am 12.12.2014 17:12 schrieb Steffen:

> gibt es die bei Blei-Zinn-Legierungen wie Lot?

Mich würde eher interessieren, ob es die auch bei heutigem ROHS (also
fast Reinzinn) Lot gibt.

Hanno


Wolfgang Allinger

unread,
Dec 12, 2014, 11:33:04 AM12/12/14
to

On 12 Dec 14 at group /de/sci/electronics in article cf0iri...@mid.individual.net
<hurga...@tigress.com> (Hanno Foest) wrote:

>Am 12.12.2014 17:12 schrieb Steffen:

>> gibt es die bei Blei-Zinn-Legierungen wie Lot?

Zinnpest bei Bleiloten äusserst selten bis garnicht. Jahrhunderte
Erfahrungen waren vorhanden.

>Mich würde eher interessieren, ob es die auch bei heutigem ROHS (also
>fast Reinzinn) Lot gibt.

Abwarten, wird wohl kommen. Würd mich nicht wundern, denn es gibt erst
wenige Jahre mit Erfahrungen.

Was meinst Du, warum es bei RoHS die Bleilot Ausnahmen für Aerospace,
MIL, Medizin... gibt?

Wiskerbildung von Zinn ist auch so ein (verdrängtes) Problem.

Aber Hauptsache es wird weiter Blei von Jägern in der Gegend verballert
:(



Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig)
Wolfgang

--
Wolfgang Allinger, anerkannter Trollallergiker :) reply Adresse gesetzt!
Ich diskutiere zukünftig weniger mit Idioten, denn sie ziehen mich auf
ihr Niveau herunter und schlagen mich dort mit ihrer Erfahrung! :p
(lt. alter usenet Weisheit) iPod, iPhone, iPad, iTunes, iRak, iDiot

gUnther nanonüm

unread,
Dec 12, 2014, 12:37:49 PM12/12/14
to

"horst-d.winzler" <horst.d...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:cevver...@mid.individual.net...

>> Ich habe unzähliges altes Funkgraffel restauriert,
>> das Wachs isses nicht.
>> Es sei denn es rinnt in die Schalter rein oder Drehkos oder Potis.
>
> Die WK2 funkgeräte der Amis waren regelrechte wachshöhlen. Damit haben
> die geräte wassertaufen und die erschütterungen von detonationen oft
> klaglos überstanden. Folglich kann es am wachs selbst nicht liegen.

Hi,
ich hab etliche alte "Handradios" bebastelt, die wurden damals auch fast
völlig in Wachs vergossen. Die Platinen ätzten langsam, die Lötstellen
bekamen weißliche Beläge und "rosteten" vom Pertinax ab. Damals waren viele
Tokos, Kerne und Luftspulen üblich, die sich ja sonst bei jedem harten
Aufsetzen dejustiert hätten. Hence das Wachs.
Es gab natürlichb Wachs und Wachs. Sanyo/National hatten eine orange-braune
Pampe, die klebte noch lange. Das Zeug in Philips/Schaub/Loewe usw dagegen
bröselte und bekam Risse, die bei ungünstiger Lage gerade dort klafften, wo
es eine bestimmte Spule bedrängte. Manchmal reichte schon, diese Spule zu
beheizen, um die "Spannung" aus der Wachsbeladung rauszuschmelzen. Natürlich
entstanden so auch Bahnunterbrecher. Ecken, Rundungen lohnte es dann
nachzuverzinnen.

--
mfg,
gUnther

Hanno Foest

unread,
Dec 12, 2014, 12:45:53 PM12/12/14
to
Am 12.12.2014 17:31 schrieb all...@spambog.com (Wolfgang Allinger):

> Zinnpest bei Bleiloten äusserst selten bis garnicht. Jahrhunderte
> Erfahrungen waren vorhanden.

So dachte ich mir das.

>> Mich würde eher interessieren, ob es die auch bei heutigem ROHS (also
>> fast Reinzinn) Lot gibt.
>
> Abwarten, wird wohl kommen. Würd mich nicht wundern, denn es gibt erst
> wenige Jahre mit Erfahrungen.

Ich hatte letztens eine defekte kleine Batterieleuchte mit
Bewegungsmelder auf dem Tisch, die hing ein paar Jahre draußen, gut
gegen Regen etc. geschützt, aber eben nicht gegen Kälte. Das Lot war
grau korrodiert und beim Reinigungsversuch fielen ein paar
SMD-Widerstände ab. Nachlöten brachte leider nichts, die Leuchte
funktionierte zwar wieder, aber 20mA "Ruhestrom" war nicht so gut für
die Batterielebensdauer.

Jedenfalls hatte ich den Eindruck, daß die von mir beobachtete Korrosion
Zinnpest war. Aber das müßte doch eigentlich öfter vorkommen...? Daß
Elektronik mal Frost abbekommt ist doch nicht so selten.

> Was meinst Du, warum es bei RoHS die Bleilot Ausnahmen für Aerospace,
> MIL, Medizin... gibt?

Ja, klar.

> Wiskerbildung von Zinn ist auch so ein (verdrängtes) Problem.

Na ja, als RoHS aufkam, konnte man (auch hier in der Gruppe) den
Eindruck bekommen, daß aufgrund von schlechten Lötungen und
Whiskerbildung Elektronik in Zukunft kaum noch die Garantiezeit
überleben würde. Wenn man von heißlaufenden BGA-Grafikchips absieht, hab
ich aber bislang noch nicht viel davon mitbekommen, daß es signifikante
Mengen Ausfälle durchs Lot gäbe.

> Aber Hauptsache es wird weiter Blei von Jägern in der Gegend verballert
> :(

Da wird sehr auf bleifrei gedrängt. Aber Jäger sind nun mal
Traditionalisten...

Hanno

Gerrit Heitsch

unread,
Dec 12, 2014, 1:20:54 PM12/12/14
to
On 12/11/2014 10:09 PM, Peter Beierlein wrote:
>
> Nu gut, guck mer uns die Schachtel halt mal von Innen an: Habe alles
> nach defekten Lötstellen abgesucht, Elkos sehen auch alle spitze aus
> (also flach obenrum, nicht Spitze oder Beule :D ), lediglich ist durch
> die Lagerung aufm Dachboden, wo es im Sommer richtig heiß wird, Wachs
> breitgelaufen, mit dem das Oszillatorteil vergossen ist.

Bei solchen Geräten gibt es keine ausgebeulten Elkos. Die sind einfach
so ausgetrocknet und haben keine Kapazität mehr. Du solltest sie also
zumindest testen.

Gerrit


Hartmut Kraus

unread,
Dec 12, 2014, 4:09:12 PM12/12/14
to
Dann muss ich mich bei dir entschuldigen.

--
http://www.hkraus.eu/

Wolf gang P u f f e

unread,
Dec 12, 2014, 4:59:28 PM12/12/14
to
Am 11.12.2014 um 22:09 schrieb Peter Beierlein:
> Servus werte Mitlesenden,
>
>
> auch wenn CB-Funk schon so tot ist, dass es stinkt, hab i neulich mal
> meine olle Alan 48 ausgegraben, eine simple Groundplane-Antenne aus
> Kabelresten gestrickt und probiert - geht nicht mehr, Gerät rauscht,
> empfängt aber nichts, im TX-Modus seh ich weder am eingebauten S-Meter
> noch an einem eingeschleiften Stehwellenmesser einen Ausschlag.
>

Das Fehlerbild in Anhängigkeit zur Umgebungstemperatur hatte ich
mal bei einer dnt Carat Exlusiv.
Bei unter 10°C ging kein TX und kein RX. Lediglich das Display
zeigte die Kanalnummer an und die S-Meter Beleuchtung funzelte.
In warmer Umgebung und mit einer Flasche Kältespray lokalisierte
ich irgend einen Keramikkondensator im Gerät. Wenns dem zu kalt
wurde, war die Kiste tot.
Da ich die Schaltung damals nicht weiter untersucht habe, vermutete
ich, dass der irgendwo die PLL lahm gelegt haben könnte.
Nach dem Tausch des Kerkos war das Gerät wieder wintertauglich.

W.

Peter Beierlein

unread,
Dec 13, 2014, 2:12:37 AM12/13/14
to
Hallo zusammen,

kann Erfolg vermelden, die Alan48 Excel tuts wieder. Getan wurde Folgendes:

6 Elkos ausgelötet und geprüft, 2 davon für nicht mehr gut befunden
(<20% der Nennkapazität) und getauscht. Weiterhin auch breitgelaufenes
Wachs auf der Lötseite entfernt und etliche Lötstellen des
Oszillatorkreises nachgelötet (die nicht gut aussahen).

Bemerkte, dass das flüssige Wachs offenbar die Wirkung von Flussmittel
hat, entfernte also erst das Wachs mit Lötkolben und Küchenpapier, bevor
i an die Lötstellen selbst ging. Da verhielten sich 2 Stück direkt
nebeneinander affig, musste einen Kurzschluss, der aber wohl durchs
Nachlöten kam, mit mechanischem Werkzeug freikratzen.

Ergebnis aber ist umwerfend, die CB-Karre bringt wieder glasklare
Demodulation, allerdings konnt ich noch nicht weiter als 2km gute Werte
abliefern, was aber an der Antennenkonstruktion liegt
(Litzenkabelgroundplane a la "Schweißfuß", nicht hoch aufgehängt,
googeln bitte, wenns interessiert).

Leider kann ich nicht mit Sicherheit sagen, was nun konkret für die
Nichtfunktion gesorgt hat, entweder die Elkos oder ne faule Lötstelle,
wobei ich eher zu ersterem tendiere.

Einen Dank an alle Beitragenden


Peter

Peter Beierlein

unread,
Dec 13, 2014, 2:31:10 AM12/13/14
to
Habe keinerlei Korrosion an Lötstellen feststellen können, keine weißen
Ausblühungen o.ä., nur paar herstellerseitig nicht entfernte
Kolophoniuminseln und gebe zu bedenken: Es gibt Wachs, was völlig frei
von organischen Säurebildnern ist und sicherlich minderwertiges, ganz
analog zu verschiedenen Lotflussmitteln. In der Funke ist das
Oszillatorteil wachsvergossen und hab nu gelernt, dass das völlig in
Ordnung ist, um die werksseitige Abstimmung nicht durch Erschütterung
und mechanische Veränderung der Induktivitäten da drin zu versauen.

Sieghard Schicktanz

unread,
Dec 13, 2014, 6:13:03 AM12/13/14
to
Hallo Peter,

Du schriebst am Thu, 11 Dec 2014 22:09:21 +0100:

> Kabelresten gestrickt und probiert - geht nicht mehr, Gerät rauscht,
...
> nach defekten Lötstellen abgesucht, Elkos sehen auch alle spitze aus
> (also flach obenrum, nicht Spitze oder Beule :D ), lediglich ist durch

Das muß nicht viel besagen - bei höheren (Lager-) Temperaturen trocknen die
auch gerne mal so aus und verlieren ihre Kapazität, ohne daß man ihnen was
ansieht. Generelles Tauschen wäre wohl anzuraten.

> die Lagerung aufm Dachboden, wo es im Sommer richtig heiß wird, Wachs

Ja, das sind die richtigen Bedingungen für ausgetrocknete Elkos.

> breitgelaufen, mit dem das Oszillatorteil vergossen ist.

Nadenn - da wird's mit der (Ab-) Stimmung wohl mau werden. Wenn das ganze
Teil vergossen war, muss die Dielektrizitätskonstante des Wachs beim
Abgleich berücksichtigt gewesen sein. Ist das Wachs jetzt weg, könnten die
Resonanzfrequenzen weit genug "daneben" liegen, daß ganz andere Bänder
empfangen werden oder einfach nichts mehr zusammenpasst. Solltest Du mal
prüfen, wenn Du die geeigneten Geräte hast.

--
--
(Weitergabe von Adressdaten, Telefonnummern u.ä. ohne Zustimmung
nicht gestattet, ebenso Zusendung von Werbung oder ähnlichem)
-----------------------------------------------------------
Mit freundlichen Grüßen, S. Schicktanz
-----------------------------------------------------------

Reinhard Zwirner

unread,
Dec 13, 2014, 12:51:35 PM12/13/14
to
Peter Beierlein schrieb:

[...]
> Hehe, ja, das mag auch sein, passt aber nicht zum Problemchen hier.
> Habe heute Nachmittag meinen Raspi einige Minuten mit dem
> pifm-Programm [1] betrieben und an einer (noch olleren) CB-Funke von
> Stabo (26,985MHz) wie auch im UKW-Band (105,6MHz) klappte die
> Übertragung. Die Midland48-Funke hat definitiv einen Defekt.
>
> [1]
> http://makezine.com/projects/make-38-cameras-and-av/raspberry-pirate-radio/

Hab' mir das mal angesehen: scheint ganz gut zu funktioniren. Leider
ist aber kein Streaming-Betrie möglich, sonst wäre das Teil als
Sender ganz interessant gewesen - die angebotenen Teile sind dem
Vernehmen nach ja größtenteils Schrott.

Ode kennt evtl. jemand hier was Brauchbares?

Interessiert

Reinhard

Peter Beierlein

unread,
Dec 13, 2014, 11:46:05 PM12/13/14
to
Am 12.12.2014 um 22:59 schrieb Wolf gang P u f f e:
> Das Fehlerbild in Anhängigkeit zur Umgebungstemperatur hatte ich
> mal bei einer dnt Carat Exlusiv.
> Bei unter 10°C ging kein TX und kein RX. Lediglich das Display
> zeigte die Kanalnummer an und die S-Meter Beleuchtung funzelte.
> In warmer Umgebung und mit einer Flasche Kältespray lokalisierte
> ich irgend einen Keramikkondensator im Gerät. Wenns dem zu kalt
> wurde, war die Kiste tot.

Und genau dort lag der Hund vermutlich begraben, aber von vorn: Nach
erneutem Funktionstest heute zeigte die Funke das gleiche Fehlerbild wie
anfangs, kein Empfang und keine Ausschläge am eingebauten wie externen
Wattmeter.

Habe dann mit einer Zahnbürste die Lötseite abgestrichen und im Bereich
der (wachsvergossenen) Oszillatorschaltung bemerkte ich an einer
Veränderung des Rauschsounds den Übergang des Gerätes vom normalen in
den Fehlerzustand - da hatte ich offenbar beim Nachlöten was übersehen.
PTT-Taste wie auch SWR-Meter bestätigten dieses.

Hab dann mittels Holzstäbchen im Betrieb die Lötstellen im fraglichen
Bereich der Platine einzeln "abgestochert", also an jeder mal Druck in
verschiedene Richtungen ausgeübt und voila, ein einzelner Lötpunkt
entschied über Funktion und Nichtfunktion. Es war selbst mit der Lupe
kaum zu erkennnen, aber da hatte ein Beinchen eines Bauteils des
Oszillators einen Wackeligen mit seinem Lötauge, eben dort, wo das Wachs
hingelaufen war. Nu scheints aber wirklich zu funken :D .

Unterschiedliche Wärmeausdehnung verursacht wohl öfter mal solcherlei
Effekte, daher die Antwort auf Wolfgangs Beitrag...


Grüße

Pete

Peter Beierlein

unread,
Dec 13, 2014, 11:59:22 PM12/13/14
to
Am 13.12.2014 um 02:46 schrieb Sieghard Schicktanz:
> Nadenn - da wird's mit der (Ab-) Stimmung wohl mau werden. Wenn das ganze
> Teil vergossen war, muss die Dielektrizitätskonstante des Wachs beim
> Abgleich berücksichtigt gewesen sein. Ist das Wachs jetzt weg, könnten die
> Resonanzfrequenzen weit genug "daneben" liegen, daß ganz andere Bänder
> empfangen werden oder einfach nichts mehr zusammenpasst. Solltest Du mal
> prüfen, wenn Du die geeigneten Geräte hast.
>

Die hab i eh nicht, wird sich aber erübrigen. Ich hatte noch nicht, wie
in diesem Thread angedroht, alles Wachs entfernt :D . Ausgelaufen ist
etwa ein Viertel der Füllung im Blechmantel des Oszillatorkreises, alle
Bauteile da drin sind dennoch weiterhin gut vom Wachs bedeckt, v.a.
liegen die Spulen noch schön eingebettet da.


Gruß

Pete
0 new messages