Am 14.07.2021 um 12:53 schrieb Odin:
> Christoph Müller schrieb am Mittwoch, 14. Juli 2021 um 10:36:35
> UTC+2:
>> Am 13.07.2021 um 19:39 schrieb Odin:
>>
>>> Wer hat darüber schon Erfahrungen, bzw. Informationen sammeln
>>> können? Und wer hätte eine Idee wie so etwas verhindert werden
>>> könnte?
>>>
>>> Elektrofahrantriebe: Maßnahmen gegen Lagerausfälle durch
>>> Lagerstrom
>>>
>>>
https://www.internationales-verkehrswesen.de/elektrofahrantriebe-ohne-lagerschaeden/
>>
>> Das Problem ist uralt und wird üblicherweise mit Isolierstoffen
>> behoben.
>
> Tatsächlich...mir ist es brandneu. Hast du dafür einen Link zu
> detaillierten Informationen?
Nicht nur einen. Frage mal eine Suchmaschine deines Vertrauens nach
"elektrisch isolierte Lager".
>> Z.B. mit ganzen Lagern aus Keramik oder auch nur Teilen (z.B.
>> Keramik-Wälzkörper im Stahlgehäuse). Gelegentlich werden
>> Stahllager auch in Keramikringe gesteckt, die für die elektrische
>> Isolation sorgen sollen.
>
> Keramik Lager??? Halten die spröden Teile überhaupt starke
> Stoßbelastungen aus?
Neben Geschirr und Baustoffen gibt es auch technische Keramik mit teils
wirklich erstaunlichen Festigkeiten. Mit Nanokeramik kann man diese
Eigenschaften auch auf die Spitze treiben.
So lange die Spannungen niedrig bleiben, kann man auch "dünne"
Isolierschichten z.B. im Plasmaspritzverfahren auf die Lagerringe auftragen.
> Und wenn sie das schon so lange "uralt" tun,
> warum ist es dann, mit seit der Zeit doch unglaublich verbesserten
> Keramik, aktuelle noch ein Problem?
Weil der Stromfluss durch die Lagerstellen meistens schlicht übersehen
wird. Mechaniker konstruieren Mechanisches. Elektroniker konstruieren
Elektronisches. Wer vermittelt zwischen beiden? Das müssen welche sein,
die von beidem etwas verstehen. Z.B. Feinwerktechnik-Ingenieure. Heute
werden sie eher Mechatronik-Ingenieure genannt.
>> Sind die Spannung eher moderat, kann man auch Gleitlager
>> verwenden, die auf einer relativ dicken Ölschicht aufschwimmen. Gut
>> gemachte Gleitlager sind meistens erheblich besser als sich der
>> Laie vorstellt.
>
> Ich bin da der Laie und stelle mir vor wie ein sehr hoch belastetes
> Lager auch noch mit sehr hoher Drehzahl fertig werden muß???
Es gibt auch gasgeschmierte Lager. Oder Magnetlager. Um welche
Drehzahlen und Lasten geht's dir denn? Ich habe Lager für
Spinnereimaschinen bis 200.000 U/min gebaut. Für staubige Umgebung und
24/7-Betrieb.
> Das
> Lager sollte doch unter solchen Bedingungen extrem genau gearbeitet
> sein...will sagen, extrem wenig Spiel und damit Zwischenraum für
> Schmierung und daraus folgender elektrischen Isolierung?
Um da was sagen zu können müsste ich den Lastfall genauer kennen. Aber
"extrem genau" - das heißt in der Feinwerktechnik "wenige Atomlagen".
> Welche Spannung meinst du mit moderat? Die Betriebsspannung des
> Motors, oder jene Spitzenspannung welche den erodierenden Effekt
> verursacht. WIE könnte der denn genau genug ermittelt werden?
Die Spannung sollte sich mit Edelmetall-Schleifkontakten halbwegs genau
ermitteln lassen. Mit isolierter Welle versteht sich, weil die Lager das
Ganze ja kurzschließen und damit für ihre Zerstörung sorgen.