On 21.02.16 11.35, Peter Thoms wrote:
> kann mir jemand helfen ein Minidisk-Gerät grob zu fixen?
> Zeitweise kann das Gerät eine Minidisc auslesen und zeitweise gibt es
> ein Error.
> Ob ein Error gemeldet wird oder nicht entscheidet sich immer beim
> Einlegen der gleichen MD. Nie mittendrin beim Abspielen, wenn es läuft.
>
> Ich durchschau die Technik einfach nicht, mal erkennt der Recorder die
> Minidisk und mal nicht.
> Mal läuft das Ganze angeblich auf optischer Technik, mal auf magnetischer.
MiniDisc ist ein MO-Medium mit um die 170MB.
Da die Geräte üblicherweise auch schreiben können, findet beim Einlegen
AFAIK eine Kalibrierung auf die Eigenschaften des jeweiligen Mediums in
einem reserviertem Bereich statt. Möglicherweise überlebt der Bursche
das schon nicht mehr, und dann macht die Firmware auf stur.
Als Ursachen fallen mir spontan Verschmutzung oder eine ausgelutschte
Laserdiode ein. Letzteres wäre R.I.P.
> Mal ist der Lesearm 5mm über der Disk und liest lustig aus und mal setzt
> er auf die Disk auf, ich versteh das System nicht.
Aufsetzen sollte er *niemals*, sonst ist allen voran die Linse
historisch. Der Zugriff erfolgt immer optisch, auch wenn die Information
magnetisch gespeichert wird. Siehe ->Kerr-Effekt.
Falls die Linse willenlos herumrudert, während er nichts erkennt und
sich auch nicht vorher auf einer Höhe stabilisiert, dann funktioniert
die Servoregelung für die Fokusierung nicht. Entweder, weil sie instabil
arbeitet oder weil schlicht zu wenig zurück kommt.
> Wie und was wäre ein Ansatz die Kiste fürs erste zu retten, den Lesekopf
> reinigen?
Reinigen könnte schon interessant sein, allerdings muss man aufpassen,
nicht mehr Schaden als Nutzen anzurichten. Du musst gucken, dass
wirklich nichts auf den Linsen zurück bleibt. Mit Spiritus geht z.B.
nachher eher schlechter bis gar nichts mehr (ist reversibel).
In harten Fällen nehme ich gerne Aceton dafür, damit bekommt man auch
Geräte aus Raucherhaushalten wieder fit. Allerdings hat es Sony (so
ziemlich als einziger) schon geschafft, Pickups zu fertigen, die das
nicht überleben. Es löst sich beim Reinigen die Entspiegelung von der
Linse ab, und das war's dann. Mit anderen Reinigungsmitteln, wie
Isopropanol hatte ich bisher keinen signifikanten Erfolg. Es geht zwar
nichts kaputt, aber es wirkt auch nicht. Man kann halt auf diesen Linsen
nicht drücken bzw. mechanisch reinigen.
Hinzu kommt, dass die sichtbare Linse natürlich nur ein Teil des
Strahlengangs ist. Überall anders kann auch Schmutz sitzen. Je nachdem,
wie die Konvektionsströmungen im Gerät verlaufen, passiert das auch. An
diesen, Stellen habe ich optische Lesegeräte bisher aber noch nie
erfolgreich gereinigt. Also, wenn es nicht die Linse ist, wird es dünn.
Natürlich kommen auch elektrische Ursachen für das Fehlerbild in
Betracht. Kaputte Kondensatoren könnten durchaus ähnliche Wirkung
zeigen. Kippelnde Bits im Firmware-ROM ebenfalls.
Das Reinigen der Medien kann übrigens auch hilfreich sein. Das ist
leicht, die kann man einfach mit Geschirrspülmittel waschen. Vorher muss
man allerdings die Cartridge öffnen, und das Medium herausnehmen. Die
Medien sind sehr robust. Wenn man nicht gerade mit Scheuerpulver
anrückt, bekommt man die nicht mit vertretbarem Aufwand kaputt. Beim
Zusammenbauen sollte man halt nicht gerade einen Fingertatschen drauf
drücken, aber selbst wenn doch, dann einfach zurück auf Start.
Eine störende Verschmutzung muss übrigens nicht notwenigerweise für das
Auge sichtbar sein. Ich hatte schon mal eine Charge neue MOs (allerdings
nicht MD), die nicht funktionierten. Nach einer Runde durch's Spülwasser
liefen sie alle. Einen sichtbaren Unterschied gab es nicht.
Marcel