On Tue, 20 Jul 2021 08:22:40 +0200, Wolf gang P u f f e wrote:
> Am 19.07.2021 um 12:07 schrieb Andreas Neumann:
>> Stefan Wiens wrote:
>>> Mir ist mal ein Fall untergekommen, da lag es schließlich an
>>> einer vergessenen Außenleuchte, die durch eingedrungene
>>> Feuchtigkeit einen Isolationsfehler zwischen N und PE aufwies.
>>> Der hohe Anlaufstrom der Flex hat dann den N soweit weg von PE
>>> gezogen, dass an der Stelle ein ausreichend hoher Fehlerstrom
>>> zusammenkam.
>> Warum aber bei mir der FI flog, als ich ein Schaltnetzteil *aus*steckte, das
>> will mir nicht einleuchten.
> Ein beim Herausziehen kommender Fi deutet auf eine fehlerhafte
> Steckdose hin. Ich hatte das hier gleich mehrfach beobachtet.
Mein Mietswohnung lag mal im Dunkeln, als ich den Backofen (lief gerade
mit Grill/Umluft) ausschaltete. Ließ sich allerdngs nicht hart
reproduzieren. Sehr wohl aber der Fehlerstrom bei einem
Tefal-Du-denkst-an-alles-(nur nicht an den FI)-Raclettegrill, der mir
anno 2017 den Heiligen Abend versüßte, 1x vom Hersteller auf Kulanz
hingepfu^Wrepariert wurde und dann wieder defekt ging.
Hätte uns die Nachbarin nicht mit ihrem 1.4 kW Steba vom billigen Hansi
ausgeholfen, würde ich den Abend am Herd vor der Bratpfanne verbracht
haben.
Kurze Messung im Heißzustand mit dem Multimeter (nach Burn-In an einer
Steckdose ohne FI) lieferte beachtliche 300 Ohm zwischen Schutzleiter
und Phase. Darauf hatte ich das Teil zerlegt (immerhin reguläre
Torxschrauben und nicht irgendwelche nervigen Versionen zur
Manipulationserschwerung). Außer der Heizschlange selbst, ein paar
silikonummantelten Litzen, einem einpoligen Schalter und einem
Warmgeräteanschluß gabs da nichts weiter zu sehen.
Zwischen der metallischen Außenhülle der Heizschlange und Steckzunge(n)
zum Anschluß hatte es jetzt ~10 kOhm (Tendenz leicht steigend, mit
irgendwas um 100 Ohm/s), der Widerstand der Heizschlange selbst betrug
wenige Ohm.
Schon merkwürdig. Vielleicht hatte es da ein elektrolytisches Problem?
Jedenfalls war wohl irgendwas in der Heizschlange faul - die Anschlüsse
waren allerdings mit irgendeiner roten, elastischen Pampe vergossen.
Vielleicht ist in der Benutzung ja ein neuartiger Superkondensator
entstanden, der alle Speicherprobleme der Elektromobilität auf einen
Schlag löst. Und ich Banause trete das Teil in die Tonne vom
Wertstoffhof... ;-)
Der Steba RC88 sieht eigentlich ganz manierlich aus. Hoffnung, soetwas
wäre eine "Anschaffung fürs Leben", will ich mir allerdings angesichts
meiner hoffentlich hohen Lebenserwartung nicht machen. In
Marketingsprache heißt sowas übrigens etwas despektierlich
"Exitprodukt" (Kunde kauft 1x und ist dann 100 Jahre glücklich damit).
So gesehen war der Tefal ebenfalls eines: Kunde kauft 1x (das Teil
kackt pronto nach Ablauf der Gewährleistung ab) und wählt dann
achselzuckend einen anderen Hersteller.
Das Ding ist in erster Linie mal ein haarsträubender Billigschrott und
die/eine Kindersicherung würde wohl eher zufällig dazu führen, daß genau
dieser oberpeinliche Defekt nicht auftritt. Vermutlich sind die
Aderendhülsen/Crimps, der Schalter, dessen Glimmlampe und die Kabel
(Eisen statt Kupfer hat sich bewährt) aber so schrottig, daß es noch n-1
weitere Möglichkeiten für ein lustiges Tischfeuerwerk gibt (große n>>0).
Da bin ich doch gleich wieder beruhigt, daß ich meinem Vater zur
provisorischen Instandsetzung einer Metabo-Heckenschere einen von der
Leuchtstoff-Werkstattleuchte abgeschnittenes Kabel mit Eurostecker
aufgedrückt habe.
O-Ton Gartenmaschinenfachhändler und Metabo-Auskenner: "Irreparabel!".
Wollte wohl einfach nur ein neues Teil verzocken, das Nachfolgeprodukt
des kaum benutzten Geräts:
https://www.amazon.de/dp/B001TPIS2W kostet
ja auch kaum 300 Schleifen.
Nach ca. 2 Minuten Aufwand meinerseits der Verdacht "Kabelbruch"
(einfach mit dem Multimeter die zwei Pole des Netzsteckers messen und
den Betriebsschalter drücken: Unterbrechung in jede Richtung!) und nach
Zerlegung dann Gewißheit. In Ermangelung eines gleichwertigen
Ersatzteils also der Eurostecker von der Stableuchte, die Enden gelötet
statt Aderendhülsen.
Das Dingens (
https://de.wikipedia.org/wiki/Eurostecker) ist mit 500W
Anschlußleistung schon etwas auf Kante gebügelt (immerhin 1.5mm^2
Querschnitt, hatte man sich damals sogar in China geleistet), natürlich
ist so ein Konturenstecker nach CEE 7/17
(
https://de.wikipedia.org/wiki/Konturenstecker) viel besser.
Deswegen befindet sich
https://www.amazon.de/dp/B00475BKMG im Zulauf. Da
Amazon mich gerade wieder mit Prime ködern will, konnte ich mir den
problemlosen Direktversand zu meinen Eltern schon antun.
Muß Paps bis zum Austausch halt ein bisserl aufpassen, daß der windige
Eurostecker nicht abschmilzt, d. h. nicht 120 Minuten am Stück
herumsäbeln.
Volker