Ein einfacher Lötkolben mit Entlötpumpe bringt garnix. Egal was man
anstellt: Irgendwo bleibt immer etwas Zinn zwischen Durchkontaktierung
und Bauteil hängen. Gleiches Problem mit einer Vakuum-Station. Auch hier
bleiben Reste in der Durchkontaktierung.
Heißluft ist auch nur auf dem ersten Blick eine gute Idee. Es wird
nämlich nicht nur da heiß, wo man es heiß haben will. Während die Pins
der Bauteile, die man ausbauen will, einen Teil der Wärme ableiten, wird
der Rest der Platine "sauheiß" und darunterliegendes schmilzt dahin.
Wie wird denn sowas von Profis gemacht? Gibt es Entlötgeräte die in
dieser Situation ein sauberes Ergebnis ermöglichen?
CU
Manuel
>Wie wird denn sowas von Profis gemacht? Gibt es Entlötgeräte die in
>dieser Situation ein sauberes Ergebnis ermöglichen?
Dafür gibts zB. auch Wärmeplatten. Hat auch sonst Vorteile, wenn die
Temperaturdifferenzen nicht allzu gross werden.
--
Georg Acher, ac...@in.tum.de
http://www.lrr.in.tum.de/~acher
"Oh no, not again !" The bowl of petunias
das geht ohne Profiausstattung: in solchen Fällen heize ich die
Leiterplatte vor und zwar so, dass sie etwa 120°C heiß wird. Dann reicht
die Leistung meiner 60W-Ersa-Station aus, um sogar dicke Elkos aus einer
Massefläche auszulöten. Ohne Vorheizen geht das nur schwer bis gar nicht.
Zum Vorheizen nutze ich ein Ceran-Grillfeld, dessen Temperaturregler auf
"Warmhalten" eingestellt wird. Zur Temperaturkontrolle eignet sich ein
einfaches IR-Thermometer.
Gruß,
Alexander
Interessant. Leider habe ich weder das eine (Ceran-Grillfeld) noch das
andere (IR-Thermomenter). Ein Elko scheint mir allerdings auch ein eher
harmloses Beispiel. Was machst du mit einem IC mit 20 Beinen auf der ein
und der anderen Seite? Bis die ersten paar Pins abgelötet sind ist das
Board wohl wieder Kalt.
CU
Manuel
> Interessant. Leider habe ich weder das eine (Ceran-Grillfeld) noch das
> andere (IR-Thermomenter). Ein Elko scheint mir allerdings auch ein eher
> harmloses Beispiel. Was machst du mit einem IC mit 20 Beinen auf der ein
> und der anderen Seite? Bis die ersten paar Pins abgelötet sind ist das
> Board wohl wieder Kalt.
Die eine komplette Seite mit Lötzinn und Kolophonium vollbatzen, sodass
alle Pins miteinander verbunden sind. Den Batzen erhitzen, die eine
Seite komplett abheben. Dasselbe mit der anderen Seite machen. Den
Tropfen dann erhitzen und abklopfen, den Rest mit Litze und Sauger
wegsaugen. Ist sehr schonend für Bauteil und Platine und funktioniert
wikrlich gut.
Viele Grüße,
Johannes
Zunächst mußt Du Prioritäten setzen: was ist wichtiger bzw. wertvoller?
Die Leiterplatte (meistens), das Bauteil (selten), der Geldbeutel (immer)?
Zum Ausbau eines billigen Bauteils ist es am Besten, dessen Anschlüsse
einfach abzuknipsen (gerade bei DIL), dann einzeln mit der Pinzette
herauszulöten und anschließend die Pads wieder freizublasen. Für die
Leiterplatte das schonendste Verfahren. Immer dran denken, daß es sich
nicht rechnet, ein 10-Cent-TTL oder einen 80-Cent-Controller mit viel
Mühe zu entlöten und dabei ggf. noch die Leiterplatte zu beschädigen.
Kommt es Dir auf das Bauteil an, kann man bei etwas Übung sehr wohl mit
der Vakuum-Entlötstation arbeiten. Wichtig dabei: Beim Entlöten den
Anschluß in dem Pad etwas hin- und herbewegen, und am Schluß möglichst
mittig und möglichst frei stehen lassen. Nachdem alle Anschlüsse frei
sind, vorsichtig mit einem kleinen Schraubendreher von der Bauteilseite
die noch vorhandenen Punktverbindungen (an den Ecken der Anschlüsse)
losbrechen. Danach kann man das IC eigentlich recht leicht entnehmen.
Man nimmt ein gewisses Restrisiko in Kauf, die Durchkontaktierungen zu
beschädigen.
Spielt der Geldbeutel keine Rolle, kann man stempelförmige Lötspitzen
für viele übliche IC-Bauformen bekommen und damit alle Anschlüsse
gleichzeitig lösen. Wir löten größere Teile mit vielen Anschlüssen auch
schonmal auf der Lötwelle aus - sehr komfortabel, aber so ein Ding
findet sich wohl nicht in jeder Hobbywerkstatt...
Tilmann
Du redest also von Thru-Hole Bauelementen mit mehr als 2 Beinchen.
Doch, das geht, mit Vakuum-Station besser als mit Entloetfederpumpe,
aber du brauchst Flussmittel.
Von oben Flussmittel drauf, das dann mit durch's Loch gesaugt wird,
dann verschwinden da auch die Zinnreste draus und du bekommst das
Bauteil raus. Waehrend des Absaugens am Beinchen wackeln, damit es
sich nicht am Rand festloetet. Flussmittel mit Spiritus abwaschen.
Ansonsten verwende ich durchaus noch die Methode der Ceranplatte:
Auf einer Herdplatte so 4 Bleche hinlegen, dass nur der Bereich
des ICs frei bleibt und andere Loetstellen abgedeckt sind.
Platine drauf, Herdplatte einschalten, und von oben sanft am IC
ziehen. Wird das IC locker und laesst sich rausnehmen, Platine
von der Herdplatte schubsen.
--
Manfred Winterhoff
Alexander Dörr schrieb:
> das geht ohne Profiausstattung: in solchen Fällen heize ich die
> Leiterplatte vor und zwar so, dass sie etwa 120°C heiß wird. Dann reicht
> die Leistung meiner 60W-Ersa-Station aus, um sogar dicke Elkos aus einer
> Massefläche auszulöten. Ohne Vorheizen geht das nur schwer bis gar nicht.
> Zum Vorheizen nutze ich ein Ceran-Grillfeld, dessen Temperaturregler auf
> "Warmhalten" eingestellt wird. Zur Temperaturkontrolle eignet sich ein
> einfaches IR-Thermometer.
Hallo,
allerdings werden diese Elkos doch mittels thermischen Pads mit den
Stromversorgungslagen kontaktiert sein, andernfalls hätten sich ja diese
Elkos bereits kaum vernünftig einlöten lassen.
Bye
>Ein einfacher Lötkolben mit Entlötpumpe bringt garnix. Egal was man
Doch, einfach die Pumpe auf die Unterseite draufstecken. Loetkolben
auf die Oberseite und dann absaugen wenn das Zinn richtig heiss ist.
Es gibt aber auch Faelle wo ich lieber mit Litze arbeite. Die tauche
ich dann vorher in Fluxer.
Aber auch Profis bekommen Schaum vor dem Mund wenn die Platine
bleifrei ist. Dann im ersten Durchgang soviel von dem bleifreien Rotz
entfernen, einmal mit Bleilot nachloeten und dann dieses ganz normal
entfernen.
>anstellt: Irgendwo bleibt immer etwas Zinn zwischen Durchkontaktierung
>und Bauteil hängen. Gleiches Problem mit einer Vakuum-Station. Auch hier
>bleiben Reste in der Durchkontaktierung.
Bei geringsten Resten mach ich nur das Beinchen selber warm und wackel
etwas mit der Loespitze dran.
>Heißluft ist auch nur auf dem ersten Blick eine gute Idee. Es wird
>nämlich nicht nur da heiß, wo man es heiß haben will. Während die Pins
>der Bauteile, die man ausbauen will, einen Teil der Wärme ableiten, wird
>der Rest der Platine "sauheiß" und darunterliegendes schmilzt dahin.
Gut ist Heissluft mit einer Duese fuers Plastikschweissen. Die leitet
einen Teil der Luft ab und ist punktfoermiger.
Olaf
>harmloses Beispiel. Was machst du mit einem IC mit 20 Beinen auf der ein
>und der anderen Seite? Bis die ersten paar Pins abgelötet sind ist das
>Board wohl wieder Kalt.
Sowas mache ich immer mit Heissluft. Es geht mit der Pumpe wie ich
gerade geschrieben habe, aber Heissluft geht schneller.
Olaf
> Ansonsten verwende ich durchaus noch die Methode der Ceranplatte:
> Auf einer Herdplatte so 4 Bleche hinlegen, dass nur der Bereich
> des ICs frei bleibt und andere Loetstellen abgedeckt sind.
> Platine drauf, Herdplatte einschalten, und von oben sanft am IC
> ziehen. Wird das IC locker und laesst sich rausnehmen, Platine
> von der Herdplatte schubsen.
Das geht bei kleinen Platinen notfalls auch mit
normalen (Eisen-)Herdplatten.
Nur ein Gasherd ist da wohl eher weniger geeignet.
:-(
Gruss
Harald
Sehr guter Ansatz! Frage ist nur wie lang so eine Zinnspur werden darf
bis der Lötkolben die nicht mehr auf der ganzen Länge heiß bekommt. Aber
dann könnte ich immer noch mein 80 Watt Brateisen auspacken, für das ich
im Bereich des Platinenlötens bisher noch kein Einsatzgebiet gesehen
habe ;-)
CU
Manuel
erstmal danke an alle für die Tipps.
Im Moment habe ich hier ein konkretes Problem das eigentlich auch
Ursache für den Thread war. Eigentlich hatte ich das Thema schon
aufgegeben, aber vielleicht hat doch jemand eine Idee.
Folgendes Bauteil muss raus:
http://www.reichelt.de/?ARTICLE=7301
Ich habe das bereits mit Heißluft probiert. Dabei ist die Buchse zu
einem wahren Kunstwerk zusammengeschmolzen. Das einzige das sich nicht
bewegt hat sind die Pins in der Platine. Dafür hat einer der SMD-Elkos
grenzwertige Temperaturen abbekommen.
Ich hätte wohl besser vorher an ein paar Schrottplatinen probieren
sollen, aber jetzt ist das Kind schon im Brunnen...
CU
Manuel
Was wenn nur wenige Millimeter neben den zu entfernenden Lötstellen
SMD-Bauteile sitzen? Die Bauteile sitzen zwar auf der anderen Seite,
aber auch die wird beträchtlich heiß.
Was sich auch als kontraproduktiv herausgestellt hat ist, wenn man
vorher schon ein paar Löcher freisaugt. Die heiße Luft kommt da
wunderbar durch und das darunterliegende Bauteil nimmt einem das
ziemlich übel.
CU
Manuel
Man brauch für sowas einige Erfahrung!
Bei dem Teil wäre auseinandernehmen soweit es geht, mit dem
Seitenschneider in kleine Stücke trennen und dann die einzelnen Pins per
Saugpumpe und ordentlich vorheizen, rausgegangen.
- Henry
Sowas kann man sich sicher auch selber bauen, ohne dass man dafür
2000$ + Versand + Zoll + EUSt hinlegen muss.
Einen Heißluftfön hat sicher jeder, die von Steinel mit einstellbarer
Temperatur ist da am besten. Aquarienpumpe und Kraftstoffilter, sowie
Federn, Draht und Alu- oder Messingblech gibt es im Baumarkt. Einzig
die Saugnäpfe sind etwas schwer zu bekommen - die von den
Handtuchhaltern sind möglicherweise nicht temperaturbeständig genug.
Müßte man irgendwie aus Silikon gießen.
Dirk
> Folgendes Bauteil muss raus:
> http://www.reichelt.de/?ARTICLE=7301
Ich bin bestimmt kein Künstler.
Aber die Profis hier bezeichnen das sicher noch als Spielkram.
Pollin: 840088 hat hier einem Mixer sehr gut getan. Das Teil ist aus
einer durchkontaktierten Platte innerhalb kurzer Zeit ausgelötet gewesen.
Zweimal ohne Flussmittel, dann zweimal mit. Passt.
Peter
>Manuel Reimer schrieb:
>> Folgendes Bauteil muss raus:
>> http://www.reichelt.de/?ARTICLE=7301
>>
>> Ich habe das bereits mit Heißluft probiert. Dabei ist die Buchse zu
>> einem wahren Kunstwerk zusammengeschmolzen. Das einzige das sich
>> nicht bewegt hat sind die Pins in der Platine. Dafür hat einer der
>> SMD-Elkos grenzwertige Temperaturen abbekommen.
>>
>> Ich hätte wohl besser vorher an ein paar Schrottplatinen probieren
>> sollen, aber jetzt ist das Kind schon im Brunnen...
Nu haste schon etwas Erfahrung :-) s.u.
>Man brauch für sowas einige Erfahrung!
>Bei dem Teil wäre auseinandernehmen soweit es geht, mit dem
>Seitenschneider in kleine Stücke trennen und dann die einzelnen Pins
>per Saugpumpe und ordentlich vorheizen, rausgegangen.
Sehe ich auch so.
Bei der billigen Buchse ist vermutlich noch ein oder zwei Beine
umgebogen, wurde gerne gemacht. Deswegen kriegte er es wohl nicht
(richtig) raus. Häufig stimmt auch das Bohrbild nicht perfekt, dann
klemmte das auch. Das Klemmen ist nicht unbedingt ungern gesehen bei der
Fertigung.
Also Seitenschneider rulez. Ich gäbe der Buchse maximal 5min. Widerstand
zwecklos.
Saludos Wolfgang
--
Meine 7 Sinne:
Unsinn, Schwachsinn, Blödsinn, Wahnsinn, Stumpfsinn, Irrsinn, Lötzinn.
Wolfgang Allinger Paraguay reply Adresse gesetzt !
ca. 15h00..21h00 MEZ SKYPE:wolfgang.allinger
> Spielt der Geldbeutel keine Rolle, kann man stempelförmige Lötspitzen
> für viele übliche IC-Bauformen bekommen und damit alle Anschlüsse
> gleichzeitig lösen.
Das eignet sich aber im Wesentlichen für SMD-ICs. Bei THT (z.B.
Pfostenwannen mit vielen Pins auf Masse) reicht schnell die Heizleistung
nicht mehr aus.
Gruß
Thorsten
--
PGP welcome!
Thorsten online: http://www.ostermann-net.de/electronic
Rund um Schrittmotor, Fräs-Bohr-Plotter & Mikrocontroller
>> Spielt der Geldbeutel keine Rolle, kann man stempelförmige Lötspitzen
>> für viele übliche IC-Bauformen bekommen und damit alle Anschlüsse
>> gleichzeitig lösen.
>
> Das eignet sich aber im Wesentlichen für SMD-ICs. Bei THT (z.B.
> Pfostenwannen mit vielen Pins auf Masse) reicht schnell die Heizleistung
> nicht mehr aus.
Jetzt müßte Jörg schreiben: Dann muß man eben den amerikanischen
Lötkolben nehmen (vermutlich 2 kW oder so)... :-)
Tilmann
> Also Seitenschneider rulez. Ich gäbe der Buchse maximal 5min. Widerstand
> zwecklos.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/2/29/Widerstand_ist_zwecklos_(Witz).svg
Sorry Could Not Resistor.
:)
Ansgar
--
Mails an die angegebene Adresse erreichen mich - oder auch nicht.
Nützliche Adresse gibt's bei Bedarf!
Mail to the given address may or may not reach me - useful address will be
given when required!
80W ist durchaus angemessen, für kleine SMD-Lötereien bis zur
Leistungselektronik. Das erfordert natürlich eine gute Regelung.
Der Ansatz von Johannes ist tatsächlich auch ganz gut brauchbar, nicht
nur bei SMD. ICs im DIP kann man damit durchaus bis 14-16 Pins auslöten,
solange nicht Masseflächen oder auf der Bestückungsseite wirklich breite
Leiterbahnen im Spiel sind.
Tilmann
Aber nur die Gußeisernen.
--
mfg hdw
> Im Moment habe ich hier ein konkretes Problem das eigentlich auch
> Ursache für den Thread war. Eigentlich hatte ich das Thema schon
> aufgegeben, aber vielleicht hat doch jemand eine Idee.
>
> Folgendes Bauteil muss raus:
> http://www.reichelt.de/?ARTICLE=7301
>
> Ich habe das bereits mit Heißluft probiert. Dabei ist die Buchse zu
> einem wahren Kunstwerk zusammengeschmolzen. Das einzige das sich nicht
> bewegt hat sind die Pins in der Platine. Dafür hat einer der SMD-Elkos
> grenzwertige Temperaturen abbekommen.
Wie die anderen schon schrieben: Rest der Buchse zerstören, dann die
Pins (bzw. deren Stummel) einzeln auslöten. Dazu brauchst Du noch gar
nichts freisaugen! Zunächst erstmal mit reichlich frischem Zinn und viel
Lötkolbenleistung die Lötstelle flüssig machen und den Stift (mit
Pinzette) herausziehen. Wenn alle draußen sind, in einem zweiten Schritt
die Pads freiblasen (mit demselben starken Lötkolben und einem Strohhalm
- mit ein bißchen Übung die beste Methode wo gibt).
Viel Erfolg,
Tilmann
Garantiert mit Holzkohle geheizt...
SCNR, Tom
--
Thomas 'Tom' Malkus, DL7BJ
Locator JO43GC * DL-QRP-AG #1186 * AGCW-DL #2737 * DARC OV I19
Siehe ERSA Hammerlötkolben mit 300W.
--
mfg hdw
> Tilmann Reh meinte:
>
>>Jetzt müßte Jörg schreiben: Dann muß man eben den amerikanischen
>>Lötkolben nehmen (vermutlich 2 kW oder so)... :-)
>
>
> Garantiert mit Holzkohle geheizt...
Im eigenen Meiler hergestellt, und das Holz mit dem
vierhufgetriebenen Eselskarren selber aus dem Wald geholt.
Gruß Dieter
P.S.: BBQ soldered.
> die Pads freiblasen (mit demselben starken Lötkolben und einem Strohhalm
> - mit ein bißchen Übung die beste Methode wo gibt).
Wenn nicht die Loetzinnreste ueberall herumfliegen wuerden,
und Kurzschluesse bilden, insbesondere bei noch eingebauten
Platinen.
--
Manfred Winterhoff
>> die Pads freiblasen (mit demselben starken Lötkolben und einem Strohhalm
>> - mit ein bißchen Übung die beste Methode wo gibt).
>
> Wenn nicht die Loetzinnreste ueberall herumfliegen wuerden,
> und Kurzschluesse bilden, insbesondere bei noch eingebauten
> Platinen.
Die fliegen keineswegs überall herum, wenn man von der Bestückungsseite
zur Lötseite bläst und die Platine dabei mit etwas Abstand (>1 cm) über
die Arbeitsfläche legt. Die (bei richtiger Anwendung der Technik und
hinreichender Verflüssigung des Lots) sehr wenigen Überstände auf der
Lötseite werden beim Einlöten des neuen Bauteils einfach mit verlötet -
oder notfalls per Sauglitze entfernt.
Und ja, diese Technik funktioniert bei eingebauten Platinen nur schlecht
(bzw. man muß Schutzmaßnahmen ergreifen).
Tilmann
die Idee mit dem Strohhalm (optimiert: Teflon-Isolierschlauch) ist toll.
Insbesondere dann, wenn man die Hände für Lötkolben und Bauteil braucht.
Neben der "Abzwickmethode" mit einem geeigneten Seitenschneider
funktionieren Farbschaber oder Stecheisen (bei SMD-Vielbeinern oder
HF-Leistungstransistoren mit breiten Anschussfahnen) oder ein Mini-Drill mit
Trennscheibe auch recht gut.
Gruß
Hans Jürgen
Ich hatte das mit einer Heißluftpistole probiert. Auf kleinster
Gebläsestufe. Wahrscheinlich ist das aber bereits zu viel.
> Tipp zu Deinen konkreten Problem: Mit einem stabilen
> Schrägvornschneider
> oder Seitenschneider die Plastikreste abnagen und die Kontakte
> abschneiden. Dann hast Du 4 einzelne kleine Probleme, die Du schon mal
> gelöst hast.
Ich werde das mal vorsichtig probieren. Problematisch ist, dass direkt
unter der Buchse Leiterbahnen laufen, die natürlich nicht zerstört
werden sollen.
CU
Manuel
>Wie die anderen schon schrieben: Rest der Buchse zerstören, dann die
>Pins (bzw. deren Stummel) einzeln auslöten. Dazu brauchst Du noch gar
>nichts freisaugen! Zunächst erstmal mit reichlich frischem Zinn und
>viel Lötkolbenleistung die Lötstelle flüssig machen und den Stift (mit
>Pinzette) herausziehen. Wenn alle draußen sind, in einem zweiten
>Schritt die Pads freiblasen (mit demselben starken Lötkolben und einem
>Strohhalm - mit ein bißchen Übung die beste Methode wo gibt).
Danke, das mit dem Strohhalm kannte ich noch nicht!
Kann man Knoblauchdunst als Flussmittel nehmen oder besteht
Explosionsgefahr oder ensteht gar Korrosion? :-)
> Kann man Knoblauchdunst als Flussmittel nehmen oder besteht
> Explosionsgefahr oder ensteht gar Korrosion? :-)
Dazu habe ich keine Erfahrungen - probier's aus und berichte uns dann. O:-)
Tilmann
> >Wenn alle draußen sind, in einem zweiten
> >Schritt die Pads freiblasen (mit demselben starken Lötkolben und einem
> >Strohhalm - mit ein bißchen Übung die beste Methode wo gibt).
>
> Danke, das mit dem Strohhalm kannte ich noch nicht!
>
> Kann man Knoblauchdunst als Flussmittel nehmen oder besteht
> Explosionsgefahr oder ensteht gar Korrosion? :-)
Ich würde da eher empfehlen, einen feuerspeienden
Drachen zum Pusten als 1EUR-Kraft einzustellen.
Das funktioniert besser als jedes Flussmittel.
Gruss
Harald
1/2kW reicht meist:
http://appliances.pricegrabber.com/clothes-irons/m/66786524/
--
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com/
"gmail" domain blocked because of excessive spam.
Use another domain or send PM.
Da haette ich zwei von Opa zu bieten. Kein Scherz. Frueher hatten wir
auch Buegeleisen, wo man oben Holzkohle rein tat.
Gestern haben wir uebrigens wieder unseren Wintervorrat aufgestockt, gut
100 Pfund.
Fast. Im Winter klaue ich oft Holzkohle aus unserem Holzofen, besonders
wenn der Grill mal schnell an muss (= sofort).
Hmm, wenn man das aber auf den Kopf stellt,
um die zu entlötende Platine darauf zu
legen, fällt ja die Holzkohle raus.
Gruss
Harald
Das iss die Idee: kleine handliche Drachen im Taschenformat...
Mist, gibbet schon als Mini Heissluftquelle mit Feuerzeuggas...
Hmm... man könnte auch Trolle fangen und als Heissluftquelle nutzbar
machen. Wenn man die um den Mund pierct oder gepiercte nimmt, kann man
mehrere Lötstellen gezielt erhitzen.
...
>> Ich würde da eher empfehlen, einen feuerspeienden
>> Drachen zum Pusten als 1EUR-Kraft einzustellen.
...
> Hmm... man könnte auch Trolle fangen und als Heissluftquelle nutzbar
> machen.
Kann man nicht Ameisen dazu abrichten, SMD-Parts zu positionieren? Oder
wenigstens Drähte an BGAs zu halten?
Falk
>On 12 Sep., 17:37, Joerg <notthisjoerg...@removethispacbell.net>
>> Da haette ich zwei von Opa zu bieten. Kein Scherz. Frueher hatten
>> wir auch Buegeleisen, wo man oben Holzkohle rein tat.
>Hmm, wenn man das aber auf den Kopf stellt,
>um die zu entlötende Platine darauf zu
>legen, fällt ja die Holzkohle raus.
Und dat gibt pöse Brandlöcher. Der WAF geht gegen null!
>Wolfgang Allinger schrieb:
>> On 12 Sep 08 at group /de/sci/electronics in article
>> <news...@ich.ms> (Harald Wilhelms) wrote:
>>> Ich würde da eher empfehlen, einen feuerspeienden
>>> Drachen zum Pusten als 1EUR-Kraft einzustellen.
>> Hmm... man könnte auch Trolle fangen und als Heissluftquelle nutzbar
>> machen.
>Kann man nicht Ameisen dazu abrichten, SMD-Parts zu positionieren?
>Oder wenigstens Drähte an BGAs zu halten?
Hmm Ameisen gibts hier genug, von klitzeklein bis ziemlich groß.
Eventuell sollte man es mal mit Feuerameisen probiern, spart man den
Schmorhaken :-)
Aber das mit den Feuerameisen überlasse ich anderen, wenn ich höre, was
die in BRA für Panik auslösen...
Hatte Wau Holland da nicht mal so was beschrieben?
Einer mit Wasserpumpenzange und dicken Handschuhen hält die Platine mit
der Lötseite nach oben und der andere hält mit dem Gasbrenner drauf.
Der mit der Wasserpumpenzange sollte einen Tatterich haben. So 10 Hz
wären optimal...
Gruß
Gunther
>ICs im DIP kann man damit durchaus bis 14-16 Pins auslöten,
>solange nicht Masseflächen oder auf der Bestückungsseite wirklich breite
>Leiterbahnen im Spiel sind.
SInd die ICs eh defekt oder bei Verdachtsdiagnosen von entsprechend
geringem Wert, dann zwicke ich die 'raus und entlöte die Beinchen
einzeln. Schnell, schonend, problemlos.
-ras
--
Ralph A. Schmid
http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/
>Folgendes Bauteil muss raus:
>http://www.reichelt.de/?ARTICLE=7301
Kinderkram. Fetter Lötkolben, fette Spitze, viel heiß, viel LÖtzinn
zugeben, 'rausnehmen. Das Ding habe ich Dir in einer Minute
unbeschadet draußen, wenn alles gutgeht.
> >> Frueher hatten
> >> wir auch Buegeleisen, wo man oben Holzkohle rein tat.
> >Hmm, wenn man das aber auf den Kopf stellt,
> >um die zu entlötende Platine darauf zu
> >legen, fällt ja die Holzkohle raus.
>
> Und dat gibt pöse Brandlöcher. Der WAF geht gegen null!
Gibts eigentlich auch einen MAF?
So nach dem Motto: "Wieso geht
denn Dein Rasierapparat nicht mehr?
Vorhin, als ich die Stachelbeeren
damit rasiert habe, hat er jedenfalls
noch gut funktioniert!"
Gruss
Harald
Diese Bernstein-Dinger aus dem Leder Etui sind ja echt Driss. Wollte nur
mal eben den Abfluss freiprokeln, schon abgebrochen.
Hallo,
ich habe Spritzennadeln aus Stahl vorne rundgefeilt, damit steche ich
einzeln in das geschmolzene Zinn in den Bohrlöchern. Die Stahlnadel kann
man dann einfach nach dem Erkalten rausziehen, das Zinn haftet daran
nicht und der Bauteilpin hängt frei.
Bernd Mayer
--
Schäuble, wenns Dir hier nicht gefällt, dann geh doch nach drüben!
Ich habe mal ein Bild aus Asien gesehen, da wurde mir beinahe uebel. Da
hielten Leute die Leiterplatten ueber ein Holzkohlefeuer (!). Nach
einigem Brutzeln wurde die Leiterplatte umgedreht und das andere Ende
auf ein Stueck Holz geknallt. Was runterfiel wurde in Eierkartons
sortiert. Wenn nicht genug runtergefallen war, wurde nochmal
"nachgeheizt". Wo das dann spaeter hin verkauft wurde, wer weiss ...
Hallo
Achtung: gleich trottelt der Newsserver wieder!
Glaubst Du nicht? Es ist dort ziemlich ueblich. Lies mal unter
"Desoldering Circuit Boards", etwa in der Mitte, das ist schon echt traurig:
http://www.theforbiddenknowledge.com/trash/
Und so sieht die "Landschaft" in Guiyu aus:
http://www.youtube.com/watch?v=6jpJNwC3NqY
...
> Ich habe mal ein Bild aus Asien gesehen, da wurde mir beinahe uebel. Da
> hielten Leute die Leiterplatten ueber ein Holzkohlefeuer (!). Nach
> einigem Brutzeln wurde die Leiterplatte umgedreht und das andere Ende
> auf ein Stueck Holz geknallt.
So habe ich einer Siemens Telefonanlage die Teile für meinen ersten
CP/M-Computer entnommen. Es war zwar eine Lötlampe statt des Feuers,
aber glühende Spitzen an den PINs waren kein Problem.
Falk
Du hast deinen teuren Abgleichschraubendreher ruiniert??
- Henry
Daran musste ich auch als erstes denken... :-)
Gruß
Henning
Wohl eher mißbraucht ;-)
--
mfg hdw
Nein, hypothetisch gesprochen :-)
Du hast also einen exquisiten Berstein Abgleichschraubendreher durch
Mißbrauch in einem Abfluß ruiniert und das hypothetisch...
Da kommt mir doch spontan der Gedanke, wie hypothetisch bist denn du nun
eigentlich? ;-)
--
mfg hdw
Normalerweise schreibt hier nur mein Gespenst vom Dienst :-)
--
Greetings from Virtual Space, Joerg
Den Eindruck habe ich auch manchmal.
Gespenster brauchen ja bekanntlich
keinen Schlaf...
Gruss
Harald
Unserer findet neun Stunden frueher statt :-)
--
Gruesse, Joerg