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Altes Autoradio

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Uwe Müller

unread,
Apr 16, 2011, 10:31:21 AM4/16/11
to
Guten Tag,
ein Bekannter (Oldtimerfan) brachte mir ein defektes GRAND PRIX 240.
Radio Becker. Sendersuchlauf (tolle Mechanik. Eine Art Uhrwerk).
Eine defekte Zenerdiode (Nortron 9853) war schnell gefunden.
Da die nicht mehr erhältlich, hat sich bein Bekannter eine Hülse mit
Gewinde drehen lassen und eine moderne Diode reingebaut. Soll ja alles
Original in seiner Pagode aussehen.
Also auch die kleine Mutter hinten am Gehäuse.
Gut. KW,LW,MW spielen.
Die übernächste Baustelle, Sendersuchlauf, habe ich noch nicht fertig.
Das Scheisserchen braucht 16A um die Uhr aufzuziehen.

Mein Problem ist UKW. Da ist nix. Mein Uralt Dipmeter kommt (mit
modulierter AM) auf 10,7 MHz durch die ZF sauber durch. (Zumindest ist
das dolle laut)
Im UKW Teil sind 2*BF 195 und 1*BF 200.
So recht trau ich mich an HF nicht ran.
Da Kumpel aber einen Schaltplan gekauft hat, (14,35 Euro), versuch ich
das mal.
Auffällig ist an einem BF 195, ich vermute der Oszillator, die
fehlerhafte Spannungen.
Gegen Masse gemessen:
ist soll
B 1,38 1,35
E 0,18 0,75
C 7,53 8,0

Meine Frage, bevor ich das Radio zerlege, kann es sein daß durch die
neue Zenerdiode (8,2 V) solch blöde BE Spannung messbar ist.
Laut Schaltplan steht beim die Original 8,2-8,8 V.

Könnte ich mit meinem DIP-Meter den Oszillator probehalber einspeisend
ersetzten? Was muß ich da abknipsen. Löten will ich erst zum Schluß.
Ich habe von HF nicht viel Ahnung. Und abgleichen will ich wirklich
nicht müssen sollen dürfen.
Wenn der BF 195 doch i.O. ist, wäre es ein Heidenaufwand gewesen, für nix.
Die Bauteile stehen enger als Japaner in der U-bahn.
Schon messen ist ein Graus.

Mit freundlichem Gruß

Uwe


Waldemar Krzok

unread,
Apr 16, 2011, 10:49:09 AM4/16/11
to
Uwe Müller wrote:

Wenn du kein Ossi hast, würde ich hilfsweise einen anderen Empfänger mit UKW
nehmen, am Besten irgendeinen alten und übersichtlichen, mit extra UKW-Teil.
Dann kannst du ZF Signal vom funktionierenden Gerät nehmen und schauen ob ab
ZF prinzipiell läuft. Dann die gleiche Chose anders herum. Wenn das
funktionierende Teil übersichtlich ist, kannst du dort den Heterodin-
Oszillator von dem Autoradio einspeisen und schauen ob was zu hören ist. Die
Ankopplung kannst du meistens mit einer Schlaufe an der Spule des
Oszillators.
Ich kenne solche Teile auch. Gepackt wie o.B. Japaner in der U-Bahn und
unten verlötet wie Regenrinne und am Besten noch mit irgendeinem Gips
verschmiert.

Waldemar
--
My jsme Borgové. Sklopte štíty a vzdejte se. Odpor je marný.

Joerg

unread,
Apr 16, 2011, 11:14:03 AM4/16/11
to

Eher nicht. BF195 kenne ich nicht, ist aber vermutlich NPN. Wenn bei
einem Transistor ueber 1V in Durchlassrichtung von B nach E anliegen ist
der kaputt. Fragt sich zwar warum, und ob es irgendwo etwas gibt was den
naechsten wieder killt, aber Du kannst ja mal einen billigen NPN reinsetzen.

Wenn der allerdings mit viel Amplitude schwingt kann sich das Multimeter
"irren". Kannst auch einfach ausloeten und messen ob die BE
Diodenstrekce noch nachweisbar ist. Wenn nicht -> Transistor kaputt.


> Könnte ich mit meinem DIP-Meter den Oszillator probehalber einspeisend
> ersetzten? Was muß ich da abknipsen. Löten will ich erst zum Schluß.
> Ich habe von HF nicht viel Ahnung. Und abgleichen will ich wirklich
> nicht müssen sollen dürfen.
> Wenn der BF 195 doch i.O. ist, wäre es ein Heidenaufwand gewesen, für nix.
> Die Bauteile stehen enger als Japaner in der U-bahn.
> Schon messen ist ein Graus.
>

Wer Oldtimer pflegt muss leiden. Aber Transistorradio passt irgendwie
nicht zu Oldtimer. Wo bleibt da die Zerhackerpatrone ... :-)

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

"gmail" domain blocked because of excessive spam.
Use another domain or send PM.

Waldemar Krzok

unread,
Apr 16, 2011, 11:37:31 AM4/16/11
to
Joerg wrote:

Es ist ein NPN Transistor. Hier:
http://www.datasheetcatalog.com/datasheets_pdf/B/F/1/9/BF195.shtml
gibt es einen Data Shit. Auf Polnisch, aber die Abkürzungen sind
verständlich. Hier kann es sein, dass er in common base Schaltung werkelt.

> Wenn der allerdings mit viel Amplitude schwingt kann sich das Multimeter
> "irren". Kannst auch einfach ausloeten und messen ob die BE
> Diodenstrekce noch nachweisbar ist. Wenn nicht -> Transistor kaputt.

Einfach auslöten ist da wohl nicht. Wenn es so aussieht wie ein UKW-Tuner
den ich von OIRT nach CCIR ungestimmt habe, dann wundert es mich nicht, das
Uwe da sehr reluktant ist.

Vielleicht kann Uwe den Ausschnitt des Schaltplanes (den UKW-Teil) irgendwo
im Netz plazieren?

Uwe Müller

unread,
Apr 16, 2011, 12:47:43 PM4/16/11
to
Am 16.04.2011 17:37, schrieben Joerg und Waldemar Krzok:

>> Eher nicht. BF195 kenne ich nicht, ist aber vermutlich NPN. Wenn bei

>> naechsten wieder killt, aber Du kannst ja mal einen billigen NPN
>> reinsetzen.

Ich trau mich nicht zerlegen.
Aber wenn ich nicht umrumkomme, probier ich das.

>> Wenn der allerdings mit viel Amplitude schwingt kann sich das Multimeter
>> "irren". Kannst auch einfach ausloeten und messen ob die BE
>> Diodenstrekce noch nachweisbar ist. Wenn nicht -> Transistor kaputt.

@Joerg
Gut geraten. Vergaß ich zu erwähnen. Ich benutzte ein billiges Multimeter.
Mein altes Oszi (HM 307 in Halbleitermessung) gibt keinen korrekten
"Halbleiter-Knick". Und auch keine HF-Spannung.
Wobei ich nichtmal weiß ob mein Hameg da was anzeigen würde.
Ich habe zwar einen 60 MHz 10/1 Tastkopf benutzt, aber ob das ausreicht
weiss ich nicht.
Wer misst misst Mist.
Wenn er um das Messen nichts weiß

> Einfach auslöten ist da wohl nicht. Wenn es so aussieht wie ein UKW-Tuner
> den ich von OIRT nach CCIR ungestimmt habe, dann wundert es mich nicht, das
> Uwe da sehr reluktant ist.

@ Waldemar
Stimmt. Rumlöten wollte ich mir erstmal sparen.


> Vielleicht kann Uwe den Ausschnitt des Schaltplanes (den UKW-Teil) irgendwo
> im Netz plazieren?

http://www.tiba-computer.de/temp/plan01.jpg

Ich hoffe es gibt kein Mecker.
Für alte Hasen ist im Plan sicherlich nichts geschuetztes drinnen.
Ich kann mich aber irren.
Es geht um den T103.
@Joerg
Oldtimer, sind für Youngster wie mich, auch Autos die ein Deutsches
Kennzeichen like "xxx-xx-nnn H" haben.
Das H steht für History und ist, glaube ich für KFZ älter als 25 Jahre,
steuererleichternd beantragbar. Mit vielen Einschränkungen.
Das vorliegende Radio benötigt 12 V.
Gibt es aber auch mit 6V Anschluß und internem 6V->12V Wandler.
Und, zu Deiner Beruhigung, mit Röhren.

Uwe

Joerg

unread,
Apr 16, 2011, 3:01:32 PM4/16/11
to
Uwe Müller wrote:
> Am 16.04.2011 17:37, schrieben Joerg und Waldemar Krzok:
>
>>> Eher nicht. BF195 kenne ich nicht, ist aber vermutlich NPN. Wenn bei
>>> naechsten wieder killt, aber Du kannst ja mal einen billigen NPN
>>> reinsetzen.
>
> Ich trau mich nicht zerlegen.
> Aber wenn ich nicht umrumkomme, probier ich das.
>

Ich wuerde es vermutlich lassen, im Auto hoere ich wenig UKW :-)


>>> Wenn der allerdings mit viel Amplitude schwingt kann sich das Multimeter
>>> "irren". Kannst auch einfach ausloeten und messen ob die BE
>>> Diodenstrekce noch nachweisbar ist. Wenn nicht -> Transistor kaputt.
>
> @Joerg
> Gut geraten. Vergaß ich zu erwähnen. Ich benutzte ein billiges Multimeter.
> Mein altes Oszi (HM 307 in Halbleitermessung) gibt keinen korrekten
> "Halbleiter-Knick". Und auch keine HF-Spannung.


Da hast Du 98-118MHz, das wird Dein Scope wohl nicht mehr anzeigen. Im
Zweifelsfall einen 10nF Kondensator kurzbeinig von Kollektor nach Masse,
oder Draht ueber die Spulenbecheranschluesse L103, nimm was einfacher
geht. Dann bricht die Schwingung ab und es duerfen keine >1V mehr von B
nach E abfallen. Wenn doch, dann ist er BF195 hin.


> Wobei ich nichtmal weiß ob mein Hameg da was anzeigen würde.
> Ich habe zwar einen 60 MHz 10/1 Tastkopf benutzt, aber ob das ausreicht
> weiss ich nicht.
> Wer misst misst Mist.


Nur Mut, das kriegst Du raus. Wo ein Wille ... wobei der Wille bei
solcher "Dickichtverdrahtung" so eine Sache ist.


> Wenn er um das Messen nichts weiß
>
>> Einfach auslöten ist da wohl nicht. Wenn es so aussieht wie ein UKW-Tuner
>> den ich von OIRT nach CCIR ungestimmt habe, dann wundert es mich
>> nicht, das
>> Uwe da sehr reluktant ist.
>
> @ Waldemar
> Stimmt. Rumlöten wollte ich mir erstmal sparen.
>> Vielleicht kann Uwe den Ausschnitt des Schaltplanes (den UKW-Teil)
>> irgendwo
>> im Netz plazieren?
>
> http://www.tiba-computer.de/temp/plan01.jpg
>
> Ich hoffe es gibt kein Mecker.
> Für alte Hasen ist im Plan sicherlich nichts geschuetztes drinnen.
> Ich kann mich aber irren.


Eher Denkmalschutz :-)


> Es geht um den T103.
> @Joerg
> Oldtimer, sind für Youngster wie mich, auch Autos die ein Deutsches
> Kennzeichen like "xxx-xx-nnn H" haben.
> Das H steht für History und ist, glaube ich für KFZ älter als 25 Jahre,
> steuererleichternd beantragbar. Mit vielen Einschränkungen.


Ok, die haben hier bei der Abgasuntersuchung Ausnahmen, ab 30 Jahre oder
so. Aber Oldtimer sind das bei uns noch nicht. Der 1966er Shelby-Mustang
diese Woche vor dem Friseurladen, der war schon cool.


> Das vorliegende Radio benötigt 12 V.
> Gibt es aber auch mit 6V Anschluß und internem 6V->12V Wandler.
> Und, zu Deiner Beruhigung, mit Röhren.
>

Ich habe noch irgendwo ein Becker aus der guten alten Zeit das
umschaltbar ist. M.W. sogar in der Polaritaet. Muss ich mal sehen ob das
jemand brauchen kann der gerade einen Kugel-Porsche restauriert.

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Apr 17, 2011, 2:48:02 AM4/17/11
to
Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:

>Da hast Du 98-118MHz, das wird Dein Scope wohl nicht mehr anzeigen.

Zweites Radio danebenstellen, mal eine freie Frequenz am underen
Bandende einstellen und am zweifelhaften Radio um ca. 10.7 MHz drüber
herumdrehen, ob man den Träger erwischt, dann nochmal das Meßradio am
oberen Bandende einstellen und den Prüfling um 10.7 drunter
abstimmen...


-ras

--

Ralph A. Schmid

http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/

Uwe Müller

unread,
Apr 17, 2011, 3:38:42 AM4/17/11
to
Danke, für die Antworten.

> Ich wuerde es vermutlich lassen, im Auto hoere ich wenig UKW :-)
Gibts bei Euch ja auch fast nicht.

> Da hast Du 98-118MHz, das wird Dein Scope wohl nicht mehr anzeigen. Im
> Zweifelsfall einen 10nF Kondensator kurzbeinig von Kollektor nach Masse,
> oder Draht ueber die Spulenbecheranschluesse L103, nimm was einfacher
> geht. Dann bricht die Schwingung ab und es duerfen keine>1V mehr von B
> nach E abfallen. Wenn doch, dann ist er BF195 hin.

Ja, probiert.
Ich werde am Nachmittag mit der OP beginnen.


> Nur Mut, das kriegst Du raus. Wo ein Wille ... wobei der Wille bei
> solcher "Dickichtverdrahtung" so eine Sache ist.

Die Kumpels sind, im Gegensatz zu SMD, auch nach dem Absturz auf den
Fußboden, findbar.


>>> Uwe da sehr reluktant ist.

Das Wort hat mir, in diesem Zusammenhang, sehr gut gefallen.
Ich löte mal.
Ist ja auch eine "challange".

Uwe

Uwe Müller

unread,
Apr 17, 2011, 3:44:31 AM4/17/11
to
Am 17.04.2011 08:48, schrieb Ralph A. Schmid, dk5ras:
> Zweites Radio danebenstellen, mal eine freie Frequenz am underen
> Bandende einstellen und am zweifelhaften Radio um ca. 10.7 MHz drüber
> herumdrehen, ob man den Träger erwischt, dann nochmal das Meßradio am
> oberen Bandende einstellen und den Prüfling um 10.7 drunter
> abstimmen...
Ja, das sollte auch möglich sein. Mach ich beim Nächstenmal.
Wenn ich mich erneut auf sowas einlassen sollte.
Ich habe mal Jörgs Vorschlag probiert.
Warum diese Kröte da verreckt ist weiß ich (noch?) nicht.
Ich werde auf jeden Fall erstmal billig HF-NPN reinlöten zum probieren.
2 Euro kostet ein BF 195. Der neue Alte muß ja nicht gleich erneut sterben.

Uwe

Heinz Schmitz

unread,
Apr 17, 2011, 5:15:29 AM4/17/11
to
Uwe Müller wrote:

>Auffällig ist an einem BF 195, ich vermute der Oszillator, die
>fehlerhafte Spannungen.
>Gegen Masse gemessen:
> ist soll
>B 1,38 1,35
>E 0,18 0,75
>C 7,53 8,0

Wenn man das Schaltbild DC-mäßig anschaut, sollte die Basis
820/(3900 + 820)*Ub Volt haben, bei Basisstrom etwas weniger.
Der Transistor ist also voll auf, wenn er nicht durch Anstieg der
Emitterspannung infolge von Emitterstrom zugeregelt wird.
Der Emitterstrom ergibt sich aus Ue/1000 wegen R107. Das
wären nach Deiner Ue-Messung von 0,18 Volt dann 0,18 mA.
Kommt mir sehr wenig vor.
Ggf mit dem Ohmmeter bei richtiger Polarität die Verbindungen
nach Masse und Ub prüfen (Korrosion?).
Bei Ersatz des Transistors wirst Du imho um eine Neuabstimmung
wohl nicht herumkommen, weil er mit L103, Di101 etc Einfluß auf die
Frequenz hat.

>Meine Frage, bevor ich das Radio zerlege, kann es sein daß durch die
>neue Zenerdiode (8,2 V) solch blöde BE Spannung messbar ist.
>Laut Schaltplan steht beim die Original 8,2-8,8 V.

Da sehe ich keine Zener-Diode.

Früher wurden imho Schäden an Autoradios durch Spannungsspitzen
im Bordnetz erklärt. Vielleicht sollte man die Siebmittel in dem Gerät
also auch nochmal auf Funktionalität prüfen. Bei 16 A [:-)] für die
Mechanik.

Grüße,
H.

Joerg

unread,
Apr 17, 2011, 10:07:58 AM4/17/11
to
Uwe Müller wrote:
> Am 17.04.2011 08:48, schrieb Ralph A. Schmid, dk5ras:
>> Zweites Radio danebenstellen, mal eine freie Frequenz am underen
>> Bandende einstellen und am zweifelhaften Radio um ca. 10.7 MHz drüber
>> herumdrehen, ob man den Träger erwischt, dann nochmal das Meßradio am
>> oberen Bandende einstellen und den Prüfling um 10.7 drunter
>> abstimmen...
> Ja, das sollte auch möglich sein. Mach ich beim Nächstenmal.


Ist eine gute Idee von Ralph, das funktioniert. Europaeische Radios
haben den Oszillator fast immer ueber der Empfangsfrequenz.


> Wenn ich mich erneut auf sowas einlassen sollte.
> Ich habe mal Jörgs Vorschlag probiert.
> Warum diese Kröte da verreckt ist weiß ich (noch?) nicht.
> Ich werde auf jeden Fall erstmal billig HF-NPN reinlöten zum probieren.
> 2 Euro kostet ein BF 195. Der neue Alte muß ja nicht gleich erneut sterben.
>

Da muss nicht unbedingt ein BF195 sein. Vielleicht kann Ralph oder
jemand anders einen Vorschlag machen was man bei Euch so an klassischen
HF-Transistoren billig bekommt. Ich habe seit 1986 praktisch nur noch
mit SMD entwickelt, kenne den bedahteten Markt nicht gut, zumindest
nicht den alemannischen.

Es sei denn Dein Kumpel besteht darauf dass alles original bleiben muss :-)

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Apr 17, 2011, 10:35:02 AM4/17/11
to
Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:

>Da muss nicht unbedingt ein BF195 sein. Vielleicht kann Ralph oder
>jemand anders einen Vorschlag machen was man bei Euch so an klassischen
>HF-Transistoren billig bekommt.

Puuh...Ich hab' immer BFW92 oder BFR93 oder 2SC3356 eingebaut bei
solchen Fällen, tat an sich immer. Paßt zwar mechanisch net auf
Anhieb, aber macht man halt einfach passend :)

Joerg

unread,
Apr 17, 2011, 10:49:32 AM4/17/11
to
Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:
> Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:
>
>> Da muss nicht unbedingt ein BF195 sein. Vielleicht kann Ralph oder
>> jemand anders einen Vorschlag machen was man bei Euch so an klassischen
>> HF-Transistoren billig bekommt.
>
> Puuh...Ich hab' immer BFW92 oder BFR93 oder 2SC3356 eingebaut bei
> solchen Fällen, tat an sich immer. Paßt zwar mechanisch net auf
> Anhieb, aber macht man halt einfach passend :)
>

SMD in einem Oldtimer, welch Stilbruch, tsk, tsk, tsk :-)

Ich haette jetzt MPSH10 vorgeschlagen, doch vermutlich kann man den bei
Euch nicht kaufen. Oder wuesstest Du eine Quelle?

http://www.fairchildsemi.com/ds/MM/MMBTH10.pdf

Digikey hat sie natuerlich, aber Franks Bestellung ist wohl schon
laengst raus und es ist zu spaet sich dranzuhaengen. Es bliebe auch noch
die Moeglichkeit einen Transistor aus einem alten Radio oder
Fernseh-Tuner auszuschlachten.

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Apr 17, 2011, 11:21:21 AM4/17/11
to
Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:

>Es bliebe auch noch
>die Moeglichkeit einen Transistor aus einem alten Radio oder
>Fernseh-Tuner auszuschlachten.

Allerdings, da findet sich auch was. So kam ich auch zu meinen ersten
BFW92 :)

Joerg

unread,
Apr 17, 2011, 12:16:32 PM4/17/11
to
Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:
> Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:
>
>> Es bliebe auch noch
>> die Moeglichkeit einen Transistor aus einem alten Radio oder
>> Fernseh-Tuner auszuschlachten.
>
> Allerdings, da findet sich auch was. So kam ich auch zu meinen ersten
> BFW92 :)
>

Das liegt vermutlich daran dass Du juenger bist. Bei mir war das noch
ECC81, PCC84 und so. Wenn's hoch kam AF139, da haben wir dann aber schon
Freudentaenze hingelegt.

Rolf Bombach

unread,
Apr 18, 2011, 4:32:25 PM4/18/11
to
Joerg schrieb:

> Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:
>> Joerg<inv...@invalid.invalid> wrote:
>>
>>> Es bliebe auch noch
>>> die Moeglichkeit einen Transistor aus einem alten Radio oder
>>> Fernseh-Tuner auszuschlachten.
>>
>> Allerdings, da findet sich auch was. So kam ich auch zu meinen ersten
>> BFW92 :)
>
> Das liegt vermutlich daran dass Du juenger bist. Bei mir war das noch
> ECC81, PCC84 und so. Wenn's hoch kam AF139, da haben wir dann aber schon
> Freudentaenze hingelegt.

Endlich. Alte Autoradios enthalten Zerhacker und EL84 in separater
grösserer Kiste. Eventuell D-Röhren, viele für Ua 90V. EBF83, ECH83
EF 97/98 und ECC86 hatten sogar Betriebspunkte spezifiziert für
Ub 6.3 V (für Anode, nicht nur für Heizung). Bei Ua 12.6V schon
2.5 mA Anodenstrom, viel besser gehts mit FET auch nich ;-).

--
mfg Rolf Bombach

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Apr 19, 2011, 10:40:29 AM4/19/11
to
Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:

>Das liegt vermutlich daran dass Du juenger bist. Bei mir war das noch
>ECC81, PCC84 und so. Wenn's hoch kam AF139, da haben wir dann aber schon
>Freudentaenze hingelegt.

Die Röhren habe ich schon auch benötigt, aber die Germanium-Dinger
habe ich schnell wieder zu den Akten gelegt, das ZEug war schon in den
70ern kaum mehr bastelrelevant.

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Apr 19, 2011, 10:40:29 AM4/19/11
to
Rolf Bombach <rolfnosp...@invalid.invalid> wrote:

>Endlich. Alte Autoradios enthalten Zerhacker und EL84 in separater
>grösserer Kiste. Eventuell D-Röhren, viele für Ua 90V. EBF83, ECH83
>EF 97/98 und ECC86 hatten sogar Betriebspunkte spezifiziert für
>Ub 6.3 V (für Anode, nicht nur für Heizung). Bei Ua 12.6V schon
>2.5 mA Anodenstrom, viel besser gehts mit FET auch nich ;-).

Ich habe hier noch ein altes Polizeifunkgerät mit AFAIR QQE03-12 in
der PA, sowie zwei Siemens "Bügeleisen", diese halbportabeln
UKW-Funkgeräte mit Batterieröhren.

Joerg

unread,
Apr 19, 2011, 11:57:51 AM4/19/11
to
Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:
> Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:
>
>> Das liegt vermutlich daran dass Du juenger bist. Bei mir war das noch
>> ECC81, PCC84 und so. Wenn's hoch kam AF139, da haben wir dann aber schon
>> Freudentaenze hingelegt.
>
> Die Röhren habe ich schon auch benötigt, aber die Germanium-Dinger
> habe ich schnell wieder zu den Akten gelegt, das ZEug war schon in den
> 70ern kaum mehr bastelrelevant.
>

Dann musst Du aber ein Kroesus gewesen sein. Si HF-Transistoren oder gar
Dual-Gates waren damals zwischen sauteuer und unerschwinglich, zumindest
fuer mich als Schueler.

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Apr 20, 2011, 12:11:32 AM4/20/11
to
Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:

>Dann musst Du aber ein Kroesus gewesen sein. Si HF-Transistoren oder gar
>Dual-Gates waren damals zwischen sauteuer und unerschwinglich, zumindest
>fuer mich als Schueler.

Ich hab' da fast nie was gekauft, nahezu alles irgendwo recycelt; und
auch Anfang der 80er (als es bei mir mit HF so richtig losging) bekam
man normale HF-Transistoren beim lokalen dealer für den Bruchteil des
Preises von Conrad und Co. Z.B. so ein VHF-Transistor, war das nicht
der 2SC1947, gab es für wenige Mark, konnte man auf 2m bis gut 10 W
'rausknören. Empfängerzeugs war eh nie ein Problem, BFW92 o.Ä. war
immer schon recht billig. Habe damals lieber bipolar gebastelt, FETs
waren mir nie so geheuer...

Heinz Schmitz

unread,
Apr 20, 2011, 5:29:18 AM4/20/11
to
Joerg wrote:

>Dann musst Du aber ein Kroesus gewesen sein. Si HF-Transistoren oder gar
>Dual-Gates waren damals zwischen sauteuer und unerschwinglich, zumindest
>fuer mich als Schueler.

*Ein* - in Worten *Ein* - OC70 (Ge-NF-pnp) in Pappschachtel 10 D-Mark!

Grüße,
H.

Christian Müller

unread,
Apr 20, 2011, 5:39:19 AM4/20/11
to
Heinz Schmitz schrieb:

> *Ein* - in Worten *Ein* - OC70 (Ge-NF-pnp) in Pappschachtel 10 D-Mark!

Für einen Schüler ist das ne ganze Menge Kohle.
Da steht man vor der Wahl: Das ganze Taschengeld für ein Bauteil
ausgeben oder am Wochenende Spaß mit den Freunden haben.


Gruß Christian

Heinz Schmitz

unread,
Apr 20, 2011, 5:53:39 AM4/20/11
to
Christian Müller wrote:

>> *Ein* - in Worten *Ein* - OC70 (Ge-NF-pnp) in Pappschachtel 10 D-Mark!

>Für einen Schüler ist das ne ganze Menge Kohle.
>Da steht man vor der Wahl: Das ganze Taschengeld für ein Bauteil
>ausgeben oder am Wochenende Spaß mit den Freunden haben.

Das waren Zeiten, in denen ein selbstgebautes Audion mit Lautsprecher
(für Mittelwelle !) das Äquivalent von mindestens einem ganzen Monat
Spaß mit Freunden gewesen sein soll :-).

Grüße,
H.

Christian Müller

unread,
Apr 20, 2011, 9:54:17 AM4/20/11
to
Heinz Schmitz schrieb:

> Das waren Zeiten, in denen ein selbstgebautes Audion mit Lautsprecher
> (für Mittelwelle !) das Äquivalent von mindestens einem ganzen Monat
> Spaß mit Freunden gewesen sein soll :-).

Bis vor kurzem wäre ich nach diesen Zeilen deprimiert gewesen.

Es stimmt; für die altbewährte Technik interessiert sich keiner mehr.
An die Hoch-Zeiten erinnern allenfalls noch persönliche Gedanken,
wie zB dass ich bei einer Familienparty mit meinem Gebastel die
Übertragung eines lokalen Fußballspiels empfangen konnte, welche
im "normalen" Rundfunk nur als Zusammenfassung ausgestrahlt wurde.
Als Belohnung durfte ich ein Glas Cola (nach 18.00 Uhr!) trinken.

Heute interessiert sich für diese fossile Technik keiner mehr:-(
Rundfunk wird kaum noch gelehrt. Schade eigentlich, damit gräbt man
den Technikern von morgen das Verständnis für die Technik von heute weg.

Meine angestaubte Technik durfte ich bei einem Projekt präsentieren,
bei dem ein Motor mit einer Umdrehung eine Aktion ausführen sollte.
Es war wichtig, dass der Motor an einer definierten Position zum
Stehen kommt.
Zuerst sollte ein Prozessor verwendet werden.
Da dieser aber nicht alle Unwegsamkeiten beseitigen konnte, wurde
daraus später ein Impulsdehner mit Selbsthaltung (gesteuert von
einem Schalter, der die Umdrehung der Mechanik abfragt), welcher
eine PWM (für den Langsamlauf des Motors) schaltet.
OK, es sind 20 Bauteile. Aber die Funktion derer ist in Datenblättern
beschrieben - und nicht variabel, wie bei einem Prozessor.
Da für die "Programmierung" der Schaltung - die Festlegung
der Taktrate der PWM - nur ein Schraubendreher notwendig war,
brachte das schon Erstaunen bei den Computer-Kids hervor:-)


Gruß Christian

Joerg

unread,
Apr 20, 2011, 10:32:22 AM4/20/11
to
Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:
> Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:
>
>> Dann musst Du aber ein Kroesus gewesen sein. Si HF-Transistoren oder gar
>> Dual-Gates waren damals zwischen sauteuer und unerschwinglich, zumindest
>> fuer mich als Schueler.
>
> Ich hab' da fast nie was gekauft, nahezu alles irgendwo recycelt; und
> auch Anfang der 80er (als es bei mir mit HF so richtig losging) bekam
> man normale HF-Transistoren beim lokalen dealer für den Bruchteil des
> Preises von Conrad und Co. Z.B. so ein VHF-Transistor, war das nicht
> der 2SC1947, gab es für wenige Mark, konnte man auf 2m bis gut 10 W
> 'rausknören. Empfängerzeugs war eh nie ein Problem, BFW92 o.Ä. war
> immer schon recht billig. Habe damals lieber bipolar gebastelt, FETs
> waren mir nie so geheuer...
>

Ok, aber wir waren jetzt ja in den 70ern. 10W auf 2m fuer ein "paar
Mark" konnte man da vergessen. Ich weiss noch wie ich mal eine 10W
Endstufe bauen wollte und nach Blick in meine Kriegskasse mit mir selbst
zaehneknirschend einen Kompromiss bei 6W vereinbarte. Gut, ich haette
natuerlich mein Rennrad verkaufen koennen, doch soweit ging die Liebe
bei Rauschfunk nicht :-)

Joerg

unread,
Apr 20, 2011, 10:39:42 AM4/20/11
to
Christian Müller wrote:
> Heinz Schmitz schrieb:
>
>> Das waren Zeiten, in denen ein selbstgebautes Audion mit Lautsprecher
>> (für Mittelwelle !) das Äquivalent von mindestens einem ganzen Monat
>> Spaß mit Freunden gewesen sein soll :-).
>

OC70, oh Heinz, jetzt hast Du Dich in Sachen Alter "geoutet" :-)

Bei mir fing es mit AC127 an. Beinchen abgebrochen -> fuenf Mark
ausklinken. Das war fuer mich eine Masse Geld damals.


> Bis vor kurzem wäre ich nach diesen Zeilen deprimiert gewesen.
>
> Es stimmt; für die altbewährte Technik interessiert sich keiner mehr.
> An die Hoch-Zeiten erinnern allenfalls noch persönliche Gedanken,
> wie zB dass ich bei einer Familienparty mit meinem Gebastel die
> Übertragung eines lokalen Fußballspiels empfangen konnte, welche
> im "normalen" Rundfunk nur als Zusammenfassung ausgestrahlt wurde.
> Als Belohnung durfte ich ein Glas Cola (nach 18.00 Uhr!) trinken.
>
> Heute interessiert sich für diese fossile Technik keiner mehr:-(
> Rundfunk wird kaum noch gelehrt. Schade eigentlich, damit gräbt man
> den Technikern von morgen das Verständnis für die Technik von heute weg.
>

Das Ergebnis ist dass sie so langsam verzeifelt nach den aelteren
Semestern suchen. Gestern nach dem Abendessen kam wieder ein Anruf,
grosse Firma, ob ich denn in Erwaegung ziehen koennte ... geht leider nicht.


> Meine angestaubte Technik durfte ich bei einem Projekt präsentieren,
> bei dem ein Motor mit einer Umdrehung eine Aktion ausführen sollte.
> Es war wichtig, dass der Motor an einer definierten Position zum
> Stehen kommt.
> Zuerst sollte ein Prozessor verwendet werden.
> Da dieser aber nicht alle Unwegsamkeiten beseitigen konnte, wurde
> daraus später ein Impulsdehner mit Selbsthaltung (gesteuert von
> einem Schalter, der die Umdrehung der Mechanik abfragt), welcher
> eine PWM (für den Langsamlauf des Motors) schaltet.
> OK, es sind 20 Bauteile. Aber die Funktion derer ist in Datenblättern
> beschrieben - und nicht variabel, wie bei einem Prozessor.
> Da für die "Programmierung" der Schaltung - die Festlegung
> der Taktrate der PWM - nur ein Schraubendreher notwendig war,
> brachte das schon Erstaunen bei den Computer-Kids hervor:-)
>

Koennen die denn noch mit einem Schraubenzieher umgehen? Der hat doch
gar keinen Touch Screen.

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Apr 21, 2011, 7:02:52 AM4/21/11
to
Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:

>Ok, aber wir waren jetzt ja in den 70ern. 10W auf 2m fuer ein "paar

Ja, in den späten 70ern habe ich erst angefangen mit Basteln,
einfaches Zeug, Multivibrator im Elektronikbaukasten und so. BC107 und
Co waren auch damals schon billige Massenware.

>Mark" konnte man da vergessen. Ich weiss noch wie ich mal eine 10W
>Endstufe bauen wollte und nach Blick in meine Kriegskasse mit mir selbst
>zaehneknirschend einen Kompromiss bei 6W vereinbarte. Gut, ich haette
>natuerlich mein Rennrad verkaufen koennen, doch soweit ging die Liebe
>bei Rauschfunk nicht :-)

Alte Taxifunkgeräte konnte man schön recyceln, teilweise noch mit
QQE03-12 und Zerhacker, oder auch schon mit Transistoren,
BLY-irgendwas, glaube ich. Die lagen zwar nicht am Straßenrand wie die
Fernseher, aber mit bissl Geschick kam man schon ran an die Dinger.

Ansonsten gab es damals irgendeinen billigen BF-irgendwas im
MEtallgehäuse wie BC140, und auch einen 2N-irgendwas, die konnten
immerhin ca. ein Watt bis ins 2m-Band.

Heinz Schmitz

unread,
Apr 21, 2011, 8:07:12 AM4/21/11
to
Joerg wrote:

>> Heinz Schmitz schrieb:
>>>
>>> ... Spaß mit Freunden gewesen sein soll :-).

>OC70, oh Heinz, jetzt hast Du Dich in Sachen Alter "geoutet" :-)

Nö :-)
eBay Artikel Nummer 370495806216 - 2 Stück für 6,80 plus 4,80 Versand
sagt schon viel, und diverse Geschichtsbücher sagen noch mehr. Schätz
übrigens mal, was ein guter Kosmos-Radiomann und eine DM300 bei
ebay bringen.

@Christian


>> Bis vor kurzem wäre ich nach diesen Zeilen deprimiert gewesen.

Aus der Schulzeit ist bei mir u.a. der Satz hängengeblieben (wie
komischerweise so bestimmte Sätze eben unerklärlicherweise
hängenbleiben):
"Die Seefahrer suchten den Weg nach Indien, segelten an der Küste
Afrikas entlang, und kauften bei den Eingeborenen Speis und Trank,
wobei sie diese mit Tand und bunten Glasperlen bezahlten."

Plattenspieler, Tonband, Kassettenrecorder, VHS-Videorecorder,
Röhrenfernseher, - was habe ich vergessen?, ach ja Commodore,
DOS, Win31, Win95/98, WinXP, .. - alles Tand und bunte Glasperlen.
Freude für eine gewisse Zeit und dann untergegangen - Platz machen
für die neuen bunten Glasperlen :-).

Das ist aber eben so. Die alten Ägypter haben an ihren Pyramiden
geschuftet, die Griechen an ihren Tempeln, die Römer am Limes,
und wir schuften am Elektroauto oder wo auch immer.

Alle hätten stattdessen auch einfach nur rumsitzen, auf das Reifen
von Kraut und Rüben warten und das Leben genießen können. Was
wäre uns dann nicht alles erspart geblieben :-).
Aber es wäre dann eben stinklangweilig gewesen. Und keiner hätte
dadurch reich werden können, daß er den anderen klarmachte, wie
sie ihre Zeit oder ihren Bildschirm strukturieren sollten, um die
blöde Langeweile zu vermeiden.
Kein Grund, um deprimiert zu sein, denn langweilig wars doch auch
nicht :-).

Grüße,
H.

Joerg

unread,
Apr 21, 2011, 12:27:57 PM4/21/11
to
Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:
> Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:
>
>> Ok, aber wir waren jetzt ja in den 70ern. 10W auf 2m fuer ein "paar
>
> Ja, in den späten 70ern habe ich erst angefangen mit Basteln,
> einfaches Zeug, Multivibrator im Elektronikbaukasten und so. BC107 und
> Co waren auch damals schon billige Massenware.
>

Der BC107 kam nicht in den VHF Bereich. Ich hatte mal einen kraeftigen
Oszillator im zig MHz Bereich damit gebaut. Hat auch funktioniert,
jedenfalls ein paar Minuten lang. Danach war der BC107 abgeglueht.

HF-Transistoren und selbst die BF-irgendwas fuer Bildroehrentreiber
wurden in den Bastlerlaeden wenn ueberhaupt dann als Kleinod gehandelt.
Mit gesalzenen Preisen.


>> Mark" konnte man da vergessen. Ich weiss noch wie ich mal eine 10W
>> Endstufe bauen wollte und nach Blick in meine Kriegskasse mit mir selbst
>> zaehneknirschend einen Kompromiss bei 6W vereinbarte. Gut, ich haette
>> natuerlich mein Rennrad verkaufen koennen, doch soweit ging die Liebe
>> bei Rauschfunk nicht :-)
>
> Alte Taxifunkgeräte konnte man schön recyceln, teilweise noch mit
> QQE03-12 und Zerhacker, oder auch schon mit Transistoren,
> BLY-irgendwas, glaube ich. Die lagen zwar nicht am Straßenrand wie die
> Fernseher, aber mit bissl Geschick kam man schon ran an die Dinger.
>
> Ansonsten gab es damals irgendeinen billigen BF-irgendwas im
> MEtallgehäuse wie BC140, und auch einen 2N-irgendwas, die konnten
> immerhin ca. ein Watt bis ins 2m-Band.
>

In den 70ern? Selbst der 2N3866 war im Raum Koeln-Duesseldorf fuer
Schueler unbezahlbar. Der Blick in die Datenblaetter solcher Dinger ist
heutzutage wie der Blick unter die Motorhaube eines Opel Manta :-)

http://www.microsemi.com/datasheets/2N3866A.PDF

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Apr 21, 2011, 12:46:00 PM4/21/11
to
Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:

>> Ansonsten gab es damals irgendeinen billigen BF-irgendwas im
>> MEtallgehäuse wie BC140, und auch einen 2N-irgendwas, die konnten
>> immerhin ca. ein Watt bis ins 2m-Band.
>>
>
>In den 70ern? Selbst der 2N3866 war im Raum Koeln-Duesseldorf fuer
>Schueler unbezahlbar. Der Blick in die Datenblaetter solcher Dinger ist
>heutzutage wie der Blick unter die Motorhaube eines Opel Manta :-)
>
>http://www.microsemi.com/datasheets/2N3866A.PDF

Späte 70er, und keine Ahnung, ob er auch dafür spezifiziert war
(Datenblätter waren Mangelware), aber er tat es. Ich habe mit dem Ding
1982 gebastelt, und da lag der schon länger 'rum und war auch nicht
wirklich brandneu, und mein Vater hat mit dem auch schon gebastelt.
Wenn ich mich nur erinnern würde, was das für ein Biest war...

Datenblätter sind offenbar eh geduldig. 2SC1947 ein bis drei Watt?!
Daß ich nicht lache, 10W gingen damit allemal.

So bis 200 MHz war jedenfalls damals schon mit billigem Zeugs
erschlossen, was noch richtig Asche gekostet hatte, waren
UIHF-Transistoren. 70cm war da noch nicht so wirklich für jedermann
erschwinglich...

Joerg

unread,
Apr 21, 2011, 1:01:15 PM4/21/11
to
Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:
> Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:
>
>>> Ansonsten gab es damals irgendeinen billigen BF-irgendwas im
>>> MEtallgehäuse wie BC140, und auch einen 2N-irgendwas, die konnten
>>> immerhin ca. ein Watt bis ins 2m-Band.
>>>
>> In den 70ern? Selbst der 2N3866 war im Raum Koeln-Duesseldorf fuer
>> Schueler unbezahlbar. Der Blick in die Datenblaetter solcher Dinger ist
>> heutzutage wie der Blick unter die Motorhaube eines Opel Manta :-)
>>
>> http://www.microsemi.com/datasheets/2N3866A.PDF
>
> Späte 70er, und keine Ahnung, ob er auch dafür spezifiziert war
> (Datenblätter waren Mangelware), aber er tat es. Ich habe mit dem Ding
> 1982 gebastelt, und da lag der schon länger 'rum und war auch nicht
> wirklich brandneu, und mein Vater hat mit dem auch schon gebastelt.
> Wenn ich mich nur erinnern würde, was das für ein Biest war...
>

Dis one?

http://www.microsemi.com/datasheets/2N4427.pdf

Mit dem hatte ich gebastelt. Auf der Rueckfahrt vom Laden mit der S-Bahn
habe ich den wie einen Goldklunker in der Jacke verstaut, so teuer war
der. Dass bloss nix damit passiert. Wenn natuerlich Vattern einen Fundus
an Bauteilen hatte, ja da warst Du fein raus. Mein Vater ist gebuertiger
Huettenkundler, der dann immer im EDV Bereich gearbeitet hat. So kam ich
schonmal an ausrangierte Computer-Kaertchen zum Ausschlachten etc., aber
nix mit HF Kram drauf.


> Datenblätter sind offenbar eh geduldig. 2SC1947 ein bis drei Watt?!
> Daß ich nicht lache, 10W gingen damit allemal.
>

Ja nu, 1200W aus fuenf Mal PL509 war bei uns ja auch normal :-)


> So bis 200 MHz war jedenfalls damals schon mit billigem Zeugs
> erschlossen, was noch richtig Asche gekostet hatte, waren
> UIHF-Transistoren. 70cm war da noch nicht so wirklich für jedermann
> erschwinglich...
>

Vielleicht hattet Ihr bessere Laeden? Wuerde mich aber wundern. Wenn wir
richtig gute Teile aus Amiland brauchten haben wir immer einen Trek nach
NL veranstaltet. Als ich da spaeter wohnte war das natuerlich fast wie
das Schlaraffenland, auch was Uni-Literatur anging. IIRC habe ich in
Aachen nicht einen Transistor oder ein Buch gekauft. Was ich sparte
wurde in Grolsch umgesetzt :-)

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Apr 22, 2011, 3:34:17 AM4/22/11
to
Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:

>Dis one?
>
>http://www.microsemi.com/datasheets/2N4427.pdf

Eher nicht, bei der Bezeichnung klingelt nix bei mir. Ich weiß nur
noch, es gab einen BFxxx und einen 2Nxxxx, die da quasi austauschbar
waren.

>Mit dem hatte ich gebastelt. Auf der Rueckfahrt vom Laden mit der S-Bahn
>habe ich den wie einen Goldklunker in der Jacke verstaut, so teuer war

Das Gefühl kenne ich durchaus :)

>der. Dass bloss nix damit passiert. Wenn natuerlich Vattern einen Fundus
>an Bauteilen hatte, ja da warst Du fein raus. Mein Vater ist gebuertiger
>Huettenkundler, der dann immer im EDV Bereich gearbeitet hat. So kam ich
>schonmal an ausrangierte Computer-Kaertchen zum Ausschlachten etc., aber
>nix mit HF Kram drauf.

So dolle war der Fundus nicht, ich habe definitiv vom recycling
gelebt. Und das Taschengeld war dann oftmals auch besser in der
Eisdiele angelegt...

>Vielleicht hattet Ihr bessere Laeden? Wuerde mich aber wundern. Wenn wir

Gab dann halt einen kleinen Laden in Günzburg, der ganz nett bestückt
war, ansonsten haben wir in München im Bahnhofsviertel eingekauft, da
gab es auch viel an Restposten.

Joerg

unread,
Apr 22, 2011, 10:16:06 AM4/22/11
to
Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:
> Joerg <inv...@invalid.invalid> wrote:
>
[...]

>> Vielleicht hattet Ihr bessere Laeden? Wuerde mich aber wundern. Wenn wir
>
> Gab dann halt einen kleinen Laden in Günzburg, der ganz nett bestückt
> war, ansonsten haben wir in München im Bahnhofsviertel eingekauft, da
> gab es auch viel an Restposten.
>

Ok, da wart Ihr besser dran mit Munechen. Radio Rim und so. Bei uns gab
es nur das Geschaeft Arlt in Duesseldorf. Spaeter noch Nadler, aber das
war eher ein Restpostengeschaeft.

Guido Grohmann

unread,
Apr 22, 2011, 10:22:05 AM4/22/11
to
Joerg schrieb:

> Ok, da wart Ihr besser dran mit Munechen. Radio Rim und so. Bei uns gab
> es nur das Geschaeft Arlt in Duesseldorf. Spaeter noch Nadler, aber das
> war eher ein Restpostengeschaeft.
>

Arlt? Wo gibts denn den Laden noch alles? Hier isser leider vom
umfangreichen Bauteilehändler zum PC-Kistenschieber mutiert.

Joerg

unread,
Apr 22, 2011, 10:36:28 AM4/22/11
to

Weiss ich nicht, weil ich schon lange nicht mehr in Deutschland wohne.
M.W. waren die frueher auch in anderen grossen Staedten wie Berlin,
Stuttgart und Frankfurt.

Mich wundert nur dass in Europa nie jemand so einen Laden wie Digikey
auf die Beine bekommen hat.

Klaus Butzmann

unread,
Apr 22, 2011, 11:54:57 AM4/22/11
to
Am 22.04.2011 16:22, schrieb Guido Grohmann:

> Arlt? Wo gibts denn den Laden noch alles? Hier isser leider vom
> umfangreichen Bauteilehändler zum PC-Kistenschieber mutiert.

...und herallerliebst unkompliziert funktioniert::
Online revervieren, drei Stunden später Bestätigung, und Tags drauf
direkt am Tresen mit der Klingel für Vorbestelltes in zwei Minuten
abholen :-)


Butzo


Guido Grohmann

unread,
Apr 22, 2011, 1:28:36 PM4/22/11
to
Klaus Butzmann schrieb:

PC-Zeugs oder Bauelemente? Wenn letzteres: NEID!

Guido

Rolf Bombach

unread,
Apr 22, 2011, 3:36:06 PM4/22/11
to
Joerg schrieb:

>
> In den 70ern? Selbst der 2N3866 war im Raum Koeln-Duesseldorf fuer
> Schueler unbezahlbar. Der Blick in die Datenblaetter solcher Dinger ist
> heutzutage wie der Blick unter die Motorhaube eines Opel Manta :-)
>
> http://www.microsemi.com/datasheets/2N3866A.PDF

Den haben wir immer noch an Lager. Ist halt ein Standard, wie
VW-Käfer. Hat bestimmt diverse Zulassungen. Viele 2N-uralt
kriegste schlecht aus Industriedesigns wieder raus, wie
uA723 usw.

--
mfg Rolf Bombach

Klaus Butzmann

unread,
Apr 22, 2011, 4:10:23 PM4/22/11
to
Am 22.04.2011 19:28, schrieb Guido Grohmann:
> Klaus Butzmann schrieb:

>> Online revervieren, drei Stunden später Bestätigung, und Tags drauf
>> direkt am Tresen mit der Klingel für Vorbestelltes in zwei Minuten
>> abholen :-)
>
> PC-Zeugs oder Bauelemente? Wenn letzteres: NEID!

Ersteres,
aber für Bauelemente wär's auch schön :-)

Die Anzahl der PC-Teile dürfte aber auch um einige Zehnerpotenzen unter
der Anzahl interessanter Bauteile liegen...


Butzo

Torsten Schneider

unread,
Apr 26, 2011, 7:29:28 AM4/26/11
to
Heinz Schmitz <HeinzS...@gmx.net> wrote:

>*Ein* - in Worten *Ein* - OC70 (Ge-NF-pnp) in Pappschachtel 10 D-Mark!

Ich habe daheim einen RIM-Katalog aus 1970 herumliegen.

Damals gabs schon diverse SN74xx, wenn auch zu gigantischen Preisen.
Waren die denn überhaupt für Bastler interessant? Was gab es damals
eigentlich für Anwendungsfälle für die diversen Gatter und Flipflops?


Viele Grüße, Torsten

Christian Müller

unread,
Apr 26, 2011, 7:35:26 AM4/26/11
to
Torsten Schneider schrieb:

> Was gab es damals eigentlich für Anwendungsfälle für die diversen
> Gatter und Flipflops?

Lauflicht, Blinkschaltungen und Codeschloss fallen mir da spontan ein.


Gruß Christian

Joerg

unread,
Apr 26, 2011, 10:41:47 AM4/26/11
to

Gab noch viel mehr. Neben der Lichtorgel die jeder Nerd haben musste
z.B. ein Pong Spiel. Nachdem es lief gab ich meines gleich weg, der
Spass war mit Fertigstellung raus. Dann eine elektronische Morsetaste,
die war super brauchbar und habe ich heute noch. Ueber 30 Jahre alt,
geht immer noch. Fuer den 1kbit Speicher darin hatte ich ein halbes
Vermoegen hingelegt.

--
Gruese, Joerg

Rolf Bombach

unread,
Apr 26, 2011, 3:34:17 PM4/26/11
to
Ralph A. Schmid, dk5ras schrieb:

> Rolf Bombach<rolfnosp...@invalid.invalid> wrote:
>
>> Endlich. Alte Autoradios enthalten Zerhacker und EL84 in separater
>> grösserer Kiste. Eventuell D-Röhren, viele für Ua 90V. EBF83, ECH83
>> EF 97/98 und ECC86 hatten sogar Betriebspunkte spezifiziert für
>> Ub 6.3 V (für Anode, nicht nur für Heizung). Bei Ua 12.6V schon
>> 2.5 mA Anodenstrom, viel besser gehts mit FET auch nich ;-).
>
> Ich habe hier noch ein altes Polizeifunkgerät mit AFAIR QQE03-12 in
> der PA, sowie zwei Siemens "Bügeleisen", diese halbportabeln
> UKW-Funkgeräte mit Batterieröhren.

Ich glaub in der Burg Güssing habe ich ein Museum gesehen, dass
viele Post- und Militärfunkgeräte ausgestellt hat. Erstaunliche
Kisten darunter mit hunderten von Miniaturröhren, die zum
Einlöten. Keine Ahnung, ob oder wie das je funktioniert hat,
auf alle Fälle beeindruckend.

--
mfg Rolf Bombach

Rolf Bombach

unread,
Apr 26, 2011, 3:36:43 PM4/26/11
to
Joerg schrieb:

>
> Mich wundert nur dass in Europa nie jemand so einen Laden wie Digikey
> auf die Beine bekommen hat.

Wozu?

--
mfg Rolf Bombach
Hinweis an Joerg: Das Posting könnte eine aufs Wesentliche verkürzte
zynische Bemerkung enthalten. *duck*

Joerg

unread,
Apr 26, 2011, 3:38:32 PM4/26/11
to
Rolf Bombach wrote:
> Joerg schrieb:
>>
>> Mich wundert nur dass in Europa nie jemand so einen Laden wie Digikey
>> auf die Beine bekommen hat.
>
> Wozu?
>

Damit Ihr nicht immer Zollpauschalen abdruecken muesst :-)

Rolf Bombach

unread,
Apr 26, 2011, 3:49:23 PM4/26/11
to
Torsten Schneider schrieb:

Ich hab in meinem Pocket-Guide, Ausgabe April 1973, sicherheitshalber
die Preise eingetragen, damit ich nicht auf dumme Gedanken komme.
BCD-Dekoder/Treiber 14.40 (CHF oder DM, steht nicht dabei ;-)),
SN74142 für 21.- etc.
Immerhin sind die Preise dann innert erstaunlich kurzer Zeit um einen
Faktor 4 oder so zurückgegangen.
Zu der Zeit gab es Standard, Low Power und Schottky.

Meine erste Bastelei damit war ein Frequenzzähler. Der hat vorallem
dann gezählt, wenn irgendwo im Haus etwas ein- oder ausgeschaltet
wurde ;-(

Es war die Zeit, wo man sich erst ganz langsam daran gewöhnen
musste, möglichst viel Funktionalität bereits in einen einzelnen
Chip zu packen und nicht möglichst viel Platine vollzukacheln.

--
mfg Rolf Bombach

Torsten Schneider

unread,
Apr 27, 2011, 2:20:20 AM4/27/11
to
Christian Müller <spamal...@yahoo.de> wrote:

>> Was gab es damals eigentlich für Anwendungsfälle für die diversen
>> Gatter und Flipflops?
>
>Lauflicht, Blinkschaltungen und Codeschloss fallen mir da spontan ein.

Ja, diese Schaltungen waren vor ca. 30 Jahren üblich, da waren 74xx ja
schon sehr günstig und auch schüler- und bastelfreundlich finanzierbar.

WIMRE kostete ein 7400-Klon in dem 1970er RIM-Katalog so um die 15 DM
und ein 7473 über 30, inflationsbereinigt sind das dann weit über 20
bzw. 40 EUR.

Hat man damals wirklich schon sowas mit TTL-ICs gemacht? Die ansonsten
angebotenen Bausätze sind fast ausschließlich mit Röhren oder diskreten
Halbleitern bestückt, ganz selten mal ein IC, aber das waren dann auch
mehr solche mit 3-4 Transistorfunktionen.


Viele Grüße, Torsten

Christian Müller

unread,
Apr 27, 2011, 3:16:43 AM4/27/11
to
Torsten Schneider schrieb:

> Hat man damals wirklich schon sowas mit TTL-ICs gemacht?

Ob es ein exklusives Hobby war oder ob langsam die ICs in
die Bastelstuben einzogen, weiß ich nicht.
Ich habe ein Bastelbuch aus den 1980ern, da wurde wie
selbstverständlich damit umgegangen. Sogar LED gab es damals schon:-)
OK, das ist eine Dekade später als der von dir benannte Zeitraum,
aber ein Erscheinen eines Bastelbuchs heißt ja nicht, dass erst
zu diesem Zeitpunkt die Technik entwickelt wurde.


> Die ansonsten angebotenen Bausätze sind fast ausschließlich mit
> Röhren oder diskreten Halbleitern bestückt

Bitte?
Also so düster war es in den 1970ern nun auch nicht.
Philips hat schon in den 1960ern Bastelzeitschriften herausgebracht.
Da dominierte schon der Transistor. Die Röhre zog sich langsam zurück.


> ganz selten mal ein IC,

Ja.
Vermutlich lag das aber auch an der Beschaffungsproblematik.
Oder ICs waren so neu, dass sie zwar in Geräten verwendet wurden,
aber für Bastelprojekte nicht ausreichend erforscht waren.
Vielleicht war es aber auch ein didaktischer Grund, denn selbst
später waren die angebotenen Experimentierkästen nicht in dem
Maße mit ICs ausgestattet, wie es die Technik hergegeben hätte.
Erklär mal einem Kind eine Blinkschaltung.
Da ist ein diskreter Aufbau deutlich leichter verständlich als
die Anschaltung des ach so beliebten NE555:-)


> aber das waren dann auch mehr solche mit 3-4 Transistorfunktionen.

Naja, wesentlich mehr Bauteile ist in einfachen TTL-Bausteinen pro
Gatter auch nicht drin:-)


Es dürfte sicherlich regional abhängig gewesen sein, was an
Bastelbüchern angeboten wurde und was von den Bauanleitungen
überhaupt (Beschaffbarkeit) umgesetzt werden konnte.
Enthusiasten werden sicherlich damals bereit gewesen sein, den noch
hohen Preis für die damals hochmodernen Bauteile zu zahlen.
Für die breite Masse der Elektronikbastler dürfte es in der Tat
erst später mit den ICs losgegangen sein.


Gruß Christian

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Apr 27, 2011, 10:50:09 AM4/27/11
to
Rolf Bombach <rolfnosp...@invalid.invalid> wrote:

>Ich glaub in der Burg Güssing habe ich ein Museum gesehen, dass
>viele Post- und Militärfunkgeräte ausgestellt hat. Erstaunliche
>Kisten darunter mit hunderten von Miniaturröhren, die zum
>Einlöten. Keine Ahnung, ob oder wie das je funktioniert hat,
>auf alle Fälle beeindruckend.

Doch, funktioniert schon, das Zeugs, ich habe sowas öfters schon in
Aktion gesehen.

Torsten Schneider

unread,
Apr 28, 2011, 2:11:29 PM4/28/11
to
Christian Müller <spamal...@yahoo.de> wrote:

>> Hat man damals wirklich schon sowas mit TTL-ICs gemacht?
>
>Ob es ein exklusives Hobby war oder ob langsam die ICs in
>die Bastelstuben einzogen, weiß ich nicht.

So, jetzt habe ich mal die Zeit gehabt, Details aus dem RIM-Katalog
rauszusuchen:

FLH101 (= SN7400N) 12,40 DM
FLH121 (= SN7420N) 12,40 DM
FLH131 (= SN7430N) 12,40 DM
FLH141 (= SN7440N) 13,80 DM
FLH151 (= SN7450N) 13,80 DM
FLJ111 (= SN7472N) 19,90 DM
FLJ121 (= SN7473N) 32,30
FCL101 (DTL-Schwellwertschalter) 39,50 DM

TAA522 (OP-Amp) 89,50 DM

Interessant auch die Preise für HF-Transistoren, ein AFY34 schlägt mit
114 DM zu Buche. Oder ein 2N3773-Standard-Leistungstransistor mit 52,50 DM.

Also alles typische Bastlerpreise. ;)


Grüße, Torsten

Joerg

unread,
Apr 28, 2011, 2:42:57 PM4/28/11
to

Die gewieften Bastler machten Poor Man's Logik mit einfachen
Transistoren. HF-Transistoren wurden nur dann benutzt wenn man einen
weggeworfenen UHF-Tuner oder gar einen luxurioesen Fernseher mit
UHF-Bereich auf dem Sperrmuell erspaehte. Darin gab es es zwei AF139,
die allerdings nicht einfach rauszusezieren waren. Ansonsten zupfte man
sich aus einem normalen Fernseher eine PCC88 und nahm die solange :-)

Problem bei Fernsehern mit UHF Tuner war dass das fats nicht an Ort und
Stelle rauszubauen ging. Daher sind mir reihenweise Gepaeckstaender
gebrochen.

Christian Müller

unread,
Apr 29, 2011, 6:09:33 AM4/29/11
to
Torsten Schneider schrieb:

> Also alles typische Bastlerpreise. ;)

Ja natürlich sind die von dir genannten Preis bastlerungeeignet.
Ich bin mir auch sicher, dass die Elektronikbastelbücher aus der
damaligen Zeit auch Schaltungen beinhalteten, die nicht von
allen Bastlern angefertigt werden konnten.
Teils aus Geldmangel, wenn ein einzelner Baustein schon das
Taschengeld für die Woche/Monat aufgebraucht hätte, teils einfach
aus dem Problem der Beschaffung.

Lange kann es aber nicht gedauert haben (seit dem Druck deines
Katalogs), bis die Preise sehr stark eingebrochen sind, denn
diese einfachen Logic-Bausteine wurden ja massenhaft in den
ersten Computern verwendet.


Gruß Christian

Uwe Müller

unread,
May 7, 2011, 8:18:54 AM5/7/11
to
Hallo Jungs,
ähem Oldies.
Ob das noch gelesen wird? Mal schauen.
Ich habe jetzt genannten BF195 durch einen BF255 ersetzt.
Den musste ich erst aus einem anderen Blaupunkt Autoradio meines Kumpels
heraussezieren.
UKW spielt jetzt auch. (Irgendwie freue ich mich; Dank Eurer Hilfe)
Ob dieser, nichtminimalinvasiven OP, ist natürlich die gesamte
Abstimmung im Ar...
Aus versehen habe ich den Sendersuchlauf betätigt.
(Die gesamte Blende ist Taster)
Sofort kam magischer Rauch.
Schnell Stecker gezogen.

Alle Sender (KW MW LW UKW) sind hörbar, und gehen trotz des magischen
Rauches immer noch..
Also jetzt die zweite Baustelle.
Sendersuchlauf.
Ich habe noch nicht geschaut welches R da rote Backen bekam.
Ich höre gerade NDR1 mit der Gurke.

Meine Frage, bevor ich mich an den Sendersuchlauf mache:
Gibt es ohne HF-Equipment eine Chance den Krempel "halbwegs" brauchbar
abzustimmen?
"Lokale Sender" NDR1 NDR2 sogar RadioKultur kommen brauchbar.
Aber auch über eine Achtel Umdrehung des Suchknopfes.
Ist mir zu viel.
Sollte ich AFC totlegen und an den C rumschrauben (im UKW HF Teil?),
oder die 3 SpulenAbstimmung anfassen?
Ich habe bisher nur an den C gedreht. Die Spulen sind mechanisch mit
einer Platte verbunden.

Gruß
Uwe

Joerg

unread,
May 7, 2011, 10:46:52 AM5/7/11
to
Uwe Müller wrote:
> Hallo Jungs,
> ähem Oldies.
> Ob das noch gelesen wird? Mal schauen.
> Ich habe jetzt genannten BF195 durch einen BF255 ersetzt.
> Den musste ich erst aus einem anderen Blaupunkt Autoradio meines Kumpels
> heraussezieren.


Damit ist dessen Radio dann aber auch nicht mehr orischinol falls er es
noch repariert ;-)


> UKW spielt jetzt auch. (Irgendwie freue ich mich; Dank Eurer Hilfe)
> Ob dieser, nichtminimalinvasiven OP, ist natürlich die gesamte
> Abstimmung im Ar...
> Aus versehen habe ich den Sendersuchlauf betätigt.
> (Die gesamte Blende ist Taster)
> Sofort kam magischer Rauch.
> Schnell Stecker gezogen.
>

Motor kaputt? Festgefressen? Schmierung zu einer klebrigen Masse geworden?


> Alle Sender (KW MW LW UKW) sind hörbar, und gehen trotz des magischen
> Rauches immer noch..
> Also jetzt die zweite Baustelle.
> Sendersuchlauf.
> Ich habe noch nicht geschaut welches R da rote Backen bekam.
> Ich höre gerade NDR1 mit der Gurke.
>
> Meine Frage, bevor ich mich an den Sendersuchlauf mache:
> Gibt es ohne HF-Equipment eine Chance den Krempel "halbwegs" brauchbar
> abzustimmen?
> "Lokale Sender" NDR1 NDR2 sogar RadioKultur kommen brauchbar.
> Aber auch über eine Achtel Umdrehung des Suchknopfes.
> Ist mir zu viel.
> Sollte ich AFC totlegen und an den C rumschrauben (im UKW HF Teil?),
> oder die 3 SpulenAbstimmung anfassen?
> Ich habe bisher nur an den C gedreht. Die Spulen sind mechanisch mit
> einer Platte verbunden.
>

An sich muessten nach diesem Wechsel L103 und C120 reichen. Davon
ausgehend dass es ein Abgleichgewinde fuer L103 gibt und dass nur T103
ausgewechselt wurde. Ist ewig her, aber m.W. Spule am unteren Bandende,
dann C am oberen, dann wieder Spule, und so weiter bis die Sender da
liegen wo sie sollen. Vielleicht findet sich ja ein gewiefter Radio- und
Fernsehtechniker hier der sich erinnert:

http://www.tiba-computer.de/temp/plan01.jpg

AFC kannst Du dranlassen wenn Du als Antenne ein kurzes Stueck Draht
nimmst. So dass jeweils ein starker Sender am oberen und unteren
Bandende erkennbar aber ziemlich verrauscht ist. Dann hat die AFC kaum
Fangbereich.

Heinz Schmitz

unread,
May 8, 2011, 7:08:59 AM5/8/11
to
Uwe Müller wrote:

>Meine Frage, bevor ich mich an den Sendersuchlauf mache:
>Gibt es ohne HF-Equipment eine Chance den Krempel "halbwegs" brauchbar
>abzustimmen?

Wenn nur *ein* Kreis *etwas* nachgestimmt werden muß, sollte das
gehen.

>"Lokale Sender" NDR1 NDR2 sogar RadioKultur kommen brauchbar.
>Aber auch über eine Achtel Umdrehung des Suchknopfes.
>Ist mir zu viel.

Kann das die Action der AFC sein?

>Sollte ich AFC totlegen und an den C rumschrauben (im UKW HF Teil?),
>oder die 3 SpulenAbstimmung anfassen?
>Ich habe bisher nur an den C gedreht. Die Spulen sind mechanisch mit
>einer Platte verbunden.

"an den C gedreht " klingt so, als bräuchtest Du jetzt HF-Equipment
zum Nachstimmen :-). Zum Abstimmen sollte AFC imho abgeklemmt
sein.
Von Grundig gibt es für viele Geräte "Reparaturhelfer". Da wird die
Abstimm-Prozedur beschrieben. Ich weiß aber nicht, wann sie das
aufgegeben haben.
Ansonsten die üblichen Abstimmgebote (AM vor FM, C-Trimmer am
hochfrequenten Bereichsende, L am niederfrequenten Ende drehen, ...).

Grüße,
H.


Uwe Müller

unread,
May 8, 2011, 12:16:40 PM5/8/11
to
Am 08.05.2011 13:08, schrieb Heinz Schmitz:
> Wenn nur *ein* Kreis *etwas* nachgestimmt werden muß, sollte das
> gehen.
>> "Lokale Sender" NDR1 NDR2 sogar RadioKultur kommen brauchbar.
>> Aber auch über eine Achtel Umdrehung des Suchknopfes.
>> Ist mir zu viel.
> Kann das die Action der AFC sein?
Ja, wird so sein. Deswegen auch die Frage nach AFC totlegen.
Wenn ich an meinem Yamaha Tuner alle "hilfsbereiten" Knöpfe ausschalte
kann ich wirklich "Wellenreiten".
Und der Sendersuchlauf benötigt ja auch ain Stopsignal.

> "an den C gedreht " klingt so, als bräuchtest Du jetzt HF-Equipment
> zum Nachstimmen :-).
Mift.

> Von Grundig gibt es für viele Geräte "Reparaturhelfer". Da wird die
> Abstimm-Prozedur beschrieben. Ich weiß aber nicht, wann sie das
> aufgegeben haben.
Radio Becker.

> Ansonsten die üblichen Abstimmgebote (AM vor FM, C-Trimmer am
> hochfrequenten Bereichsende, L am niederfrequenten Ende drehen, ...).
Kumpel will eh nur UKW. Ich mach das mal so wie Du schreibst.
C am rechten Skalenende und L am Anfang.
Ich kannte die üblichen Abstimmgebote nicht. Das Internet gibt da nicht
viel her. Terristrisches Radio stirbt hier langsam aus.
Danke nochmals.
Muttertagsgruß an die Väter
Uwe

Joerg

unread,
May 8, 2011, 12:36:35 PM5/8/11
to
Uwe Müller wrote:
> Am 08.05.2011 13:08, schrieb Heinz Schmitz:
>> Wenn nur *ein* Kreis *etwas* nachgestimmt werden muß, sollte das
>> gehen.
>>> "Lokale Sender" NDR1 NDR2 sogar RadioKultur kommen brauchbar.
>>> Aber auch über eine Achtel Umdrehung des Suchknopfes.
>>> Ist mir zu viel.


Drei Sender ueber ein Achtel Knopfdrehung ist schon zuviel
Muskeleinsatz? Ganz schoen verwoehnt, woll ... :-)


>> Kann das die Action der AFC sein?
> Ja, wird so sein. Deswegen auch die Frage nach AFC totlegen.
> Wenn ich an meinem Yamaha Tuner alle "hilfsbereiten" Knöpfe ausschalte
> kann ich wirklich "Wellenreiten".


AFC ist bei den meisten Empfaengern gleichbedeutend mit dem Statement
"Unsere Ingenieure haben keinen temperaturstabilen Oszillator hingekriegt".


> Und der Sendersuchlauf benötigt ja auch ain Stopsignal.
>> "an den C gedreht " klingt so, als bräuchtest Du jetzt HF-Equipment
>> zum Nachstimmen :-).
> Mift.


Nee, nee, nicht die Flinte ins Korn werfen. Falls Du an anderen Trimm-C
gedreht hast gleiche erstmal den Frequenzbereich so ab wie Heinz das
beschrieben hat. Danach nochmal hier melden, denn der Rest der Kiste ist
nicht so kompliziert.

Das dazu noetige HF-Equipment steht bei den Rundfunksendern und das hast
Du ueber die GEZ ausreichend mitbezahlt :-)

[...]

Heinz Schmitz

unread,
May 9, 2011, 7:41:24 AM5/9/11
to
Joerg wrote:

>AFC ist bei den meisten Empfaengern gleichbedeutend mit dem Statement
>"Unsere Ingenieure haben keinen temperaturstabilen Oszillator hingekriegt".

Man hat sich schon früh mit erstaunlichem Aufwand bemüht, dem Hörer
eine Anzeige für die Güte seiner Abstimmung zu geben.
http://www.radiomuseum.org/forum/entwicklung_der_abstimm_anzeigen_meter_neon_mag_auge_etc.html

Die faszinierendste davon war wohl das "magische Auge".
http://www.oldradioworld.de/teye-d.htm

Mit dem Aufkommen der AFC wurde das (leider) überflüssig. Da braucht
man nur in die Nähe des Senders zu drehen und hat ihn schon voll drin.
Kein langwieriges Zentrieren nach Gehör nötig :-).

Grüße,
H.


Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
May 9, 2011, 11:02:20 AM5/9/11
to
Heinz Schmitz <HeinzS...@gmx.net> wrote:

>Die faszinierendste davon war wohl das "magische Auge".
>http://www.oldradioworld.de/teye-d.htm

Und für FM das Praktikabelste IMO ein Drehspulmeßwerk mit Nullstellung
in der Mitte, für die Diskriminatorspannung.

David Kastrup

unread,
May 9, 2011, 11:11:13 AM5/9/11
to
Heinz Schmitz <HeinzS...@gmx.net> writes:

Ein Schulkollege von mir hatte ein Radio mit Sendersuchlauf und (damit
quasi zwangsweise verbunden) AFC. Ein Röhrenradio, magisches Auge
inklusive. Ohne neumodisches Zeug wie Kapazitätsdioden, PLL, FLL,
Frequenzsynthesizer: das lief alles über ein an den üblichen Seil- und
Drehkoverhau ankuppelbaren Gewindemotor.

--
David Kastrup

Joerg

unread,
May 9, 2011, 11:57:10 AM5/9/11
to
Heinz Schmitz wrote:
> Joerg wrote:
>
>> AFC ist bei den meisten Empfaengern gleichbedeutend mit dem Statement
>> "Unsere Ingenieure haben keinen temperaturstabilen Oszillator hingekriegt".
>
> Man hat sich schon früh mit erstaunlichem Aufwand bemüht, dem Hörer
> eine Anzeige für die Güte seiner Abstimmung zu geben.
> http://www.radiomuseum.org/forum/entwicklung_der_abstimm_anzeigen_meter_neon_mag_auge_etc.html
>

Das Zenith Radio im Design einer Slot Machine, das waer's ja :-)


> Die faszinierendste davon war wohl das "magische Auge".
> http://www.oldradioworld.de/teye-d.htm
>
> Mit dem Aufkommen der AFC wurde das (leider) überflüssig. Da braucht
> man nur in die Nähe des Senders zu drehen und hat ihn schon voll drin.
> Kein langwieriges Zentrieren nach Gehör nötig :-).
>

Und alle Nase lang hopst das Radio vom kleinen Bluegrass Sender aus den
Bergen auf die dicke Punk Rock Station aus dem Tal. Wie es hier mit dem
Saba Hifi Studio 8100 passiert. Daher befindet sich dessen AFC Knopf
immer in einer Stellung: Aus. Das Rio im Wohnzimmer hat gar keinen mehr.

Message has been deleted

Joerg

unread,
May 9, 2011, 2:13:21 PM5/9/11
to
Martin Τrautmann wrote:

> On Mon, 09 May 2011 17:11:13 +0200, David Kastrup wrote:
>> Ein Schulkollege von mir hatte ein Radio mit Sendersuchlauf und (damit
>> quasi zwangsweise verbunden) AFC. Ein Röhrenradio, magisches Auge
>> inklusive. Ohne neumodisches Zeug wie Kapazitätsdioden, PLL, FLL,
>> Frequenzsynthesizer: das lief alles über ein an den üblichen Seil- und
>> Drehkoverhau ankuppelbaren Gewindemotor.
>
> Sind wir noch immer beim Thema Autoradio?
>
> So ein altes Teil mit Suchlauf habe ich selbst auch noch: Saba
> Meersburg. Aber in einen DIN-Schacht passt das nicht ganz hinein.
> Vielleicht in einen mit 6x10x4 DIN^3
>

Das konnten die schon 1927:

http://www.radiobandwagon.com/blog/music-and-carsa-kind-brief-history-part-2

Spaeter hat Chrysler sogar Plattenspieler eingebaut. Fur Jungspunde: Das
sind diese seltsamen grossen schwarzen CDs bei Opa im Keller.

Horst-D.Winzler

unread,
May 9, 2011, 2:49:55 PM5/9/11
to
Am 09.05.2011 20:13, schrieb Joerg:

> Das konnten die schon 1927:
>
> http://www.radiobandwagon.com/blog/music-and-carsa-kind-brief-history-part-2
>
> Spaeter hat Chrysler sogar Plattenspieler eingebaut. Fur Jungspunde: Das
> sind diese seltsamen grossen schwarzen CDs bei Opa im Keller.

Du meinst nicht 8" Scheiben? ;-)

--
mfg hdw

Message has been deleted

Horst-D.Winzler

unread,
May 9, 2011, 3:17:49 PM5/9/11
to
Am 09.05.2011 21:06, schrieb Martin Τrautmann:

> On Mon, 09 May 2011 11:13:21 -0700, Joerg wrote:
>> Martin Τrautmann wrote:

> Mit Sendersuchlauf? Ich dachte, 1927 gab's die ersten Autoradios
> überhaupt.
>

1927 genügte der "Sendersuchlauf" der vor dem Radio saß.
http://de.wikipedia.org/wiki/Network
Aber auch vor 75J ahren gabs schon Frequenzgerangel:
http://members.aon.at/wabweb/radio/frequenz.htm
--
mfg hdw

Message has been deleted

Joerg

unread,
May 9, 2011, 3:26:18 PM5/9/11
to
Martin Τrautmann wrote:
> On Mon, 09 May 2011 11:13:21 -0700, Joerg wrote:
>> Martin Τrautmann wrote:
>>> On Mon, 09 May 2011 17:11:13 +0200, David Kastrup wrote:
>>>> Ein Schulkollege von mir hatte ein Radio mit Sendersuchlauf und (damit
>>>> quasi zwangsweise verbunden) AFC. Ein Röhrenradio, magisches Auge
>>>> inklusive. Ohne neumodisches Zeug wie Kapazitätsdioden, PLL, FLL,
>>>> Frequenzsynthesizer: das lief alles über ein an den üblichen Seil- und
>>>> Drehkoverhau ankuppelbaren Gewindemotor.
>>> Sind wir noch immer beim Thema Autoradio?
>>>
>>> So ein altes Teil mit Suchlauf habe ich selbst auch noch: Saba
>>> Meersburg. Aber in einen DIN-Schacht passt das nicht ganz hinein.
>>> Vielleicht in einen mit 6x10x4 DIN^3
>>>
>> Das konnten die schon 1927:
>>
>> http://www.radiobandwagon.com/blog/music-and-carsa-kind-brief-history-part-2
>
> Mit Sendersuchlauf? Ich dachte, 1927 gab's die ersten Autoradios
> überhaupt.
>

Der Lincoln Zephyr hatte solche Radios ab rund 1940 mit automatischem
Suchlauf, ebenfalls an der Motortrennwand angeflanscht. Dieser Wagen:

http://www.lzoc.org/photos/Images/40sedan.jpg

Vom Radio habe ich auf die Schnelle nichts gefunden, auf einer
Klassiker-Autoshow jedoch mal gesehen. Es war ebenfalls ein recht
monstroeses Roehrenradio, dieses allerdings mit separater kleinerer
Bedieneinheit.

Andreas Bockelmann

unread,
May 10, 2011, 1:05:51 AM5/10/11
to
Martin Τrautmann schrieb:

> So ein altes Teil mit Suchlauf habe ich selbst auch noch: Saba
> Meersburg. Aber in einen DIN-Schacht passt das nicht ganz hinein.
> Vielleicht in einen mit 6x10x4 DIN^3

Dann nimmst Du eben ein genügend altes Becker Mexiko. Okay, AFC wird es
auch gehabt haben.

--
Mit freundlichen Grüßen | /"\ ASCII RIBBON CAMPAIGN |
Andreas Bockelmann | \ / KEIN HTML IN E-MAIL |
F/V +49-3221-1143516 | X UND USENET-GRUPPEN |
| / \ www.asciiribbon.org |

Andreas Graebe

unread,
May 10, 2011, 11:51:51 AM5/10/11
to
> Stereo im Radio bedeutete damals, dass man die internen Lautsprecher von
> aussen ansteuern konnte.
>
> Schönen Gruß
> Martin

Oder genau das Gegenteil. Ich kenne Stereo-Geräte, die nur einen
Lautsprecher haben, aber zwei Endstufen. Da muss man dann nur noch ein
passendes kleines Zusatzgerät in Form einer Box anschliessen, dann kann
der NF-Teil Stereo. An UKW-Stereo ist natürlich nicht zu denken.

--
Ich jedenfalls benutze Linux, weil ich bequem und geizig bin ;-) Für
teures Geld in meinen Möglichkeiten beschnitten zu werden und viel weniger
komfortabel arbeiten zu müssen ist mir zu doof.
Falk Willberg in de.sci.electronics

Uwe Hercksen

unread,
May 10, 2011, 12:03:35 PM5/10/11
to

Joerg schrieb:

> Spaeter hat Chrysler sogar Plattenspieler eingebaut. Fur Jungspunde: Das
> sind diese seltsamen grossen schwarzen CDs bei Opa im Keller.

Hallo,

im fahrenden Auto war allerdings das einigermassen schonende und
spurtreue Abtasten von Schallplatten doch etwas anspruchsvoller.

Bye

Joerg

unread,
May 10, 2011, 12:28:33 PM5/10/11
to

In Amischlitten weniger. Man denkt man faehrt durch Pudding und Leuten
die das nicht gewohnt sind kann bei laengeren Fahrten schlecht werden.
Ist in einem Chevy Van sogar der (hier aufgewachsenen) Tochter des
Fahrers passiert. Zum Glueck ohne Mundwurf abgegangen ;-)

Der Langstreckenkomfort in Autos wie Grand Marquis oder Buick Roadmaster
ist schon super. Man sollte aber keine europaeischen Rennpisten damit
fahren muessen.

Rolf Bombach

unread,
May 10, 2011, 3:05:20 PM5/10/11
to
Joerg schrieb:
> Rolf Bombach wrote:
>> Joerg schrieb:
>>>
>>> Mich wundert nur dass in Europa nie jemand so einen Laden wie Digikey
>>> auf die Beine bekommen hat.
>>
>> Wozu?
>>
>
> Damit Ihr nicht immer Zollpauschalen abdruecken muesst :-)

Vielleicht war mein Sarkasmus etwas zu direkt.

--
mfg Rolf Bombach

Joerg

unread,
May 10, 2011, 3:38:09 PM5/10/11
to
Rolf Bombach wrote:
> Joerg schrieb:
>> Rolf Bombach wrote:
>>> Joerg schrieb:
>>>>
>>>> Mich wundert nur dass in Europa nie jemand so einen Laden wie Digikey
>>>> auf die Beine bekommen hat.
>>>
>>> Wozu?
>>>
>>
>> Damit Ihr nicht immer Zollpauschalen abdruecken muesst :-)
>
> Vielleicht war mein Sarkasmus etwas zu direkt.
>

Du meintest nicht etwa dass es schon laengst ... nein, das will ich
nicht glauben ;-)

Aber im Ernst, was sie Euch teilweise berechnen ist schon hart. Manche
guenstigen Bauiteile aus Asien kann man wahrscheinlich gar nicht
bekommen, ausser in Riesenstueckzahlen. War vor 20 Jahren nicht viel
anders. Da haben wir "Worldwide Sourcing" in der Firma eingefuehrt. Oh
waren die Distis auf einmal verhandlungsbereit ...

Guido Grohmann

unread,
May 10, 2011, 4:17:55 PM5/10/11
to
Joerg schrieb:

> Man denkt man faehrt durch Pudding und Leuten
> die das nicht gewohnt sind kann bei laengeren Fahrten schlecht werden.
> Ist in einem Chevy Van sogar der (hier aufgewachsenen) Tochter des
> Fahrers passiert. Zum Glueck ohne Mundwurf abgegangen ;-)

Ist doch wie im Wartburg 311/353. Die Kisten waren auch irgendwie
superweich - wie auffm Sofa.

Guido

Axel Berger

unread,
May 10, 2011, 11:59:00 PM5/10/11
to
Guido Grohmann wrote on Tue, 11-05-10 22:17:

>Ist doch wie im Wartburg 311/353. Die Kisten waren auch irgendwie
>superweich

Und Moskwitsch. Bitte erinnert mich nicht immer. Die eine Tour, auf der
ich das sanfte Gleiten ganz ohne spürbare Schlaglöcher genoß -- genau
bis zur Kurve -- die geht mir auch so noch immer nach.

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