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Leitfähigkeit von Kugellagern?

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Marcel Hohenberger

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Feb 26, 2004, 7:29:29 AM2/26/04
to
Ich möchte Strom über ein Kugellager von einer feststehenden Achse auf den
rotierenden Teil übertragen (... richtig, es soll irgendwann mal eine
propeller clock geben und ich suche eine Alternative zur Übertragung per
Luftspule oder Schleifer ...). Wie gut leitet eigentlich der Übergang über
die Kugeln? Die Kontaktfläche ist ja eher klein... Hängt vielleicht auch von
dem Schmiermittel ab (Graphit wird ja wohl gut leiten, aber Fett?) Ist
dieser Ansatz überhaupt realistisch für, sagen wir, ein paar hundert mA bei
5-12V? Wird so etwas in der Industrie gemacht oder ist das reine
Hobby-Bastelei? Klar, letztlich muss ich wohl selber mal an einem konkreten
Kugellager messen, aber vielleicht fällt ja irgendeinem von Euch dazu etwas
ein...


Besten Dank im voraus und Gruss
Marcel

Michael Koch

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Feb 26, 2004, 7:36:15 AM2/26/04
to
Hallo Marcel,

> Wie gut leitet eigentlich der Übergang über
> die Kugeln?

Bei Drehzahl Null dürfte es gehen, bei höherer Drehzahl
isoliert der Öl- oder Fettfilm. Kugellager werden durch
Stromdurchgang dauerhaft geschädigt.

Gruss
Michael

Uwe Hercksen

unread,
Feb 26, 2004, 7:44:38 AM2/26/04
to

Marcel Hohenberger schrieb:


> Ich möchte Strom über ein Kugellager von einer feststehenden Achse auf den
> rotierenden Teil übertragen (... richtig, es soll irgendwann mal eine
> propeller clock geben und ich suche eine Alternative zur Übertragung per
> Luftspule oder Schleifer ...). Wie gut leitet eigentlich der Übergang über
> die Kugeln? Die Kontaktfläche ist ja eher klein... Hängt vielleicht auch von
> dem Schmiermittel ab (Graphit wird ja wohl gut leiten, aber Fett?) Ist

Hallo,

ich gebe zu bedenken das bei einer guten Schmierung der Schmierfilm
nicht abreissen soll. Stahl leitet erheblich schlechter als Kupfer.

Miss halt einfach mal den Widerstand eines in Frage kommenden
Kugellagers von Innenring nach Aussenring, wenn der Wert Dir zu hoch ist
hat es sich eh erledigt.

Bye

sylvio runge

unread,
Feb 26, 2004, 8:31:55 AM2/26/04
to

Vergesse das schnell; damit machst Du nur die Lager (Schmierfilm)
kaputt :)
Es gibt für viel Geld Quecksilberdrehübertrager; damit kannst Du mehrere
Kanäle und wenige mA übertragen. Alternativ und billiger halt gute alte
Schleifkontakte oder Spulen...


S.

Markus Imhof

unread,
Feb 26, 2004, 12:01:09 PM2/26/04
to
Marcel Hohenberger wrote:
> Ich möchte Strom über ein Kugellager von einer feststehenden Achse
> auf den rotierenden Teil übertragen (... richtig, es soll irgendwann
...

Zusätzlich zu den anderen Antworten: so wird seit vielen Jahren an
vielen Fahrrädern die Masse für den Scheinwerfer geführt. Schlechte
Kontakte an dieser Stelle sind eine Hauptursache für kaputte
Fahrradbeleuchtung und zerschossene Birnchen - und die neue StVZO (wenn
sie denn irgendwann mal kommt) wird hier auch eine getrennte
Masseführung verlangen.

Gruß
Markus

Stefan Broering

unread,
Feb 26, 2004, 1:52:36 PM2/26/04
to
> Vergesse das schnell; damit machst Du nur die Lager (Schmierfilm)
> kaputt :)

Ich kann mich dunkel an eine Vorlesung über Elektrische Maschinen erinnern.
Dabei ging es darum, dass die Lebensdauer der Kugellager durch induzierte
Ströme herabgesetzt wird und dass man E-Motore daraufhin optimiert, dass
eben gerade kein Strom durch die Lager fließt.

Gruß

Stefan


Thomas Müller

unread,
Feb 26, 2004, 6:54:59 PM2/26/04
to
Markus Imhof wrote:

Warum eigentlich? Also wenn man schon Aufwand betreibt, den Strom durch die
Lager zu verhindern, wird es seinen Grund haben, dass man nicht einfach
Stromfeste Kugellager entwirft. Aber grade bei Graphitschmierung ist mir
schleierhaft, welcher Mechanismus da die Kugellager kaputt machen sollte.

Thomas

Kein F2UP nach de.woandershin da ich da nicht mitlese, trotzdem Verzeihung
wenns hier OT werden sollte.

--
gnuPG key: 0x012CF58B

Rafael Deliano

unread,
Feb 27, 2004, 1:07:53 AM2/27/04
to
> dass die Lebensdauer der Kugellager durch induzierte Ströme
> herabgesetzt wird
In alter Ausgabe der Zeitschrift NTZ ca. 1960 ist Bericht über
automatische Wetterstation auf Berg die zur Windmessung den üblichen
Propeller mit den Halbkugeln hatte. Den hats bei Blitzschlag
erwischt. Äusserlich unbeschädigt aber der Strom ist durch
das Kugellager zur Erde und das war hin. Nachdem sie das
Teil mit dieser Ausfallursache mehrmals gewechselt haben,
haben sie einen dünnen Rahmen mit herausragenden
Metallspitzen als Blitzableiter herumgebaut. Der Aufbau wurde
auch noch im Windkanal getestet um sicherzustellen, daß
der Rahmen die Windmessung des Propellers nicht verfälscht.

Es hat auch schon Versuche gegeben die innere Temperatur des
Kugellagers a la Thermoelement über Thermospannungen zu messen
als Früherkennung gegen Ausfälle.
Soweit die Achse 2 Lager hat, würde der Schleifer entfallen.
Aus den genannten Gründen des lausigen Kontakts aber wohl
nicht erfolgversprechend gewesen.

MfG JRD

horst-d.winzler

unread,
Feb 27, 2004, 1:20:09 AM2/27/04
to
Thomas Müller wrote:
> Markus Imhof wrote:

>>Marcel Hohenberger wrote:

>>>Ich möchte Strom über ein Kugellager von einer feststehenden Achse
>>>auf den rotierenden Teil übertragen (... richtig, es soll irgendwann

>>Zusätzlich zu den anderen Antworten: so wird seit vielen Jahren an


>>vielen Fahrrädern die Masse für den Scheinwerfer geführt. Schlechte
>>Kontakte an dieser Stelle sind eine Hauptursache für kaputte
>>Fahrradbeleuchtung und zerschossene Birnchen - und die neue StVZO (wenn
>>sie denn irgendwann mal kommt) wird hier auch eine getrennte
>>Masseführung verlangen.
>>
>>Gruß
>> Markus


> Warum eigentlich? Also wenn man schon Aufwand betreibt, den Strom durch die
> Lager zu verhindern, wird es seinen Grund haben, dass man nicht einfach
> Stromfeste Kugellager entwirft. Aber grade bei Graphitschmierung ist mir
> schleierhaft, welcher Mechanismus da die Kugellager kaputt machen sollte.

Grundsätzlich soll bei allen lagern die reibung erniedrigt werden.
Deshalb werden oberflächen geschliffen und poliert. Bei den geringen
schmierfilmdicken können jedoch winzige funkenüberschläge frittstellen
entstehen lassen. Ergebnis ist auf dauer eine nicht mehr glatte
oberfläche. Diese "kratzigen" oberflächen stören nun ihrerseits den
schmierfilm. usw. Alles klar ;-)
--
mfg horst-dieter


Uwe Hercksen

unread,
Feb 27, 2004, 5:07:33 AM2/27/04
to

Markus Imhof schrieb:


>
> Zusätzlich zu den anderen Antworten: so wird seit vielen Jahren an
> vielen Fahrrädern die Masse für den Scheinwerfer geführt. Schlechte
> Kontakte an dieser Stelle sind eine Hauptursache für kaputte
> Fahrradbeleuchtung und zerschossene Birnchen - und die neue StVZO (wenn
> sie denn irgendwann mal kommt) wird hier auch eine getrennte
> Masseführung verlangen.
>

Hallo,

Du meinst wohl das Lager der Vorderradgabel.
Wenn Dynamo und Scheinwerfer beide am Vorderrad bzw. der Gabel montiert
sind muß der Massestrom doch über kein Kugellager?
Sind die vielen Fahrräder also nur solche mit Dynamo am Hinterrad?

Bye

Christoph Schmied

unread,
Feb 27, 2004, 5:56:20 AM2/27/04
to
> Wenn Dynamo und Scheinwerfer beide am Vorderrad bzw. der Gabel
> montiert sind muß der Massestrom doch über kein Kugellager?
> Sind die vielen Fahrräder also nur solche mit Dynamo am Hinterrad?

Na ja auch bei einem Fahrrad mit Dynamo am Vorderrad, soll die Rückleuchte
brennen, oder? ;-)

--
Gruß
Christoph


Thomas Müller

unread,
Feb 27, 2004, 8:07:10 AM2/27/04
to
horst-d.winzler wrote:

Nein. Wenn es wie angenommen Graphitschmiermittel gibt, das ja leitend wäre,
ist mir nicht klar, wieso winzige funkenüberschläge entstehen. Es wäre ja
immer überall Kontakt zum Lager und zum Graphit. Mag natürlich sein, dass
Graphitschmiermittel garnicht leitend sind, dann wärs auch klar.

Thomas

--
gnuPG key: 0x012CF58B

Markus Imhof

unread,
Feb 27, 2004, 10:39:51 AM2/27/04
to

Nicht nur.
Dynamo an der Gabel vorne und Scheinwerfer am feststehenden Teil des
Lagers ist auch nicht so selten. Und dann ist da noch das Problem, daß
der Dynamo in guter Näherung eine Stromquelle ist - die 6V hast Du also
nur, so lange beide Birnchen dran hängen....

Gruß
Markus

horst-d.winzler

unread,
Feb 27, 2004, 10:49:15 AM2/27/04
to
Thomas Müller wrote:

> Nein. Wenn es wie angenommen Graphitschmiermittel gibt, das ja leitend wäre,
> ist mir nicht klar, wieso winzige funkenüberschläge entstehen. Es wäre ja
> immer überall Kontakt zum Lager und zum Graphit. Mag natürlich sein, dass
> Graphitschmiermittel garnicht leitend sind, dann wärs auch klar.
>
> Thomas
>

Schmiermittel sind in der regel eine emulsion. Hier entweder graphit
oder molbdändisulfid. Deshalb ist elek. leitfähigkeit kein thema. Trifft
man in diesen speziellen fällen keine entsprechenden maßnahmen, muß
unter umständen mit funkenerosion gerechnet werden. Folgen liegen auf
der hand ;-(

Graphit gibt es zwar auch als feines pulver. zB für schlösser. Also für
sonderanwendungen.

Wie war das eigentlich bei alten käfern mit dem grahitdrucklager in der
kupplung?
--
mfg horst-dieter


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