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Alkali Mangan Refresher

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MO

unread,
Nov 23, 2000, 3:00:00 AM11/23/00
to
Hi Lötfreaks,

ich las einen interessanten Artikel und der sagte mir, dass sich die
nicht-wiederaufladbaren doch aufladen lassen! Eine Firma namens
elowi-electronics verkauft solche Recharger! Ich selbst kann nicht
selber bauen, in der Zeitung war nämlich ein Bausatz angegeben.

LRkS: Wer kennt die Firma und kann mir den Kontakt vermitteln? Wer kennt
andere Links zu diesem Thema?

Bedankt.
--
* "Hektik ist eine Illusion von Schnelligkeit!"
* Martin Ortseifer
* http://www.uni-mainz.de/~ortsm000/welcome.html
* mailto:orts...@mail.uni-mainz.de

Erik Hermann

unread,
Nov 23, 2000, 3:00:00 AM11/23/00
to
MO wrote:
> ich las einen interessanten Artikel und der sagte mir, dass sich die
> nicht-wiederaufladbaren doch aufladen lassen! Eine Firma namens

Meine Meinung ist: Lass es.

Normale Zink-Kohle Batterien lassen sich in geringem Umfang
regenerieren,
bei Alkali-Mangan ist das Problem, dass normale Zellen schnell
überhitzen
und dann platzen. (Mir selbst passiert)
Es gibt zwar spezielle Alkali Mangan Zellen, die für Regenerierung
optimiert
sind, jedoch sind die so teuer und bringen im Vergleich zu modernen
Hoch-
leistungsakkus so schlechte Resultate, dass es die Mühe nicht lohnt.

Allgemein klappt die Regenerierung umso besser, je weniger die Batterie
vor-
her entladen wurde, d.h. um mehr als die Hälfte entladene Batterien
lassen
sich nur noch wenig regenerieren, tiefentladene überhaupt nicht mehr.

Gruss

MO

unread,
Nov 23, 2000, 3:00:00 AM11/23/00
to
Schien aber eine seriöse Quelle zu sein mit detaillierter Angabe von
Versuchsaufbau und Ergebnisdarstellung. Selbst der Schaltplan und der
nötige BAusatz waren präsentiert!

Erik Hermann schrieb:
>

> Meine Meinung ist: Lass es.
>
> Normale Zink-Kohle Batterien lassen sich in geringem Umfang
> regenerieren,
> bei Alkali-Mangan ist das Problem, dass normale Zellen schnell
> überhitzen
> und dann platzen. (Mir selbst passiert)
> Es gibt zwar spezielle Alkali Mangan Zellen, die für Regenerierung
> optimiert
> sind, jedoch sind die so teuer und bringen im Vergleich zu modernen
> Hoch-
> leistungsakkus so schlechte Resultate, dass es die Mühe nicht lohnt.
>
> Allgemein klappt die Regenerierung umso besser, je weniger die Batterie
> vor-
> her entladen wurde, d.h. um mehr als die Hälfte entladene Batterien
> lassen
> sich nur noch wenig regenerieren, tiefentladene überhaupt nicht mehr.
>
> Gruss

--

Patrick Schaefer

unread,
Nov 23, 2000, 3:00:00 AM11/23/00
to
MO schrieb:

> ich las einen interessanten Artikel und der sagte mir, dass sich die
> nicht-wiederaufladbaren doch aufladen lassen!

Aufladbare und nicht-aufladbare Alkalis unterscheiden sich nur dadurch,
dass die aufladbaren einen etwas dickeren Kathodenbecher mit einem
Ueberdruckventil haben. Normale Bakterien koennen den Ueberdruck, der
beim Laden entsteht, nicht abbauen und platzen oder laufen aus.


Patrick

hannes

unread,
Nov 23, 2000, 3:00:00 AM11/23/00
to
Patrick Schaefer schrieb:

>
> Normale Bakterien koennen den Ueberdruck, der
^^^^^^^^^^

> beim Laden entsteht, nicht abbauen und platzen oder laufen aus.
>
> Patrick

Nur genmanipulierte.

SCNR

hannes

MaWin

unread,
Nov 23, 2000, 3:00:00 AM11/23/00
to
MO <orts...@mail.uni-mainz.de> schrieb im Beitrag <3A1CFB67...@mail.uni-mainz.de>...

> Schien aber eine seriöse Quelle zu sein mit detaillierter Angabe von
> Versuchsaufbau und Ergebnisdarstellung. Selbst der Schaltplan und der
> nötige BAusatz waren präsentiert!
>

Siehe http://horst-lehner.mausnet.de/efaq/
--
Manfred Winterhoff, mawin at gmx.net, remove NOSPAM if replying
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/
de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.e-online.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.


Andreas Hünnebeck

unread,
Nov 23, 2000, 3:00:00 AM11/23/00
to
In article <3A1CFB67...@mail.uni-mainz.de>,

MO <orts...@mail.uni-mainz.de> writes:
> Erik Hermann schrieb:
> > Meine Meinung ist: Lass es. [..]

> > Es gibt zwar spezielle Alkali Mangan Zellen, die für Regenerierung
> > optimiert sind, jedoch sind die so teuer und bringen im Vergleich zu
> > modernen Hochleistungsakkus so schlechte Resultate, dass es die Mühe
> > nicht lohnt.
> >
> Schien aber eine seriöse Quelle zu sein mit detaillierter Angabe von
> Versuchsaufbau und Ergebnisdarstellung. Selbst der Schaltplan und der
> nötige BAusatz waren präsentiert!

Lass es trotzdem bleiben. Ich habe mir so einen Set von Accucell gekauft,
ein Ladegerät für 40 DM und 4 Mignonakkus für 32 DM (weil mein Sony
Weltempfänger mit 1.2V Akkus nicht richtig tat). Ein einziger Reinfall,
die Angabe von "bis zu 1000 Mal ladbar" war erstunken und erlogen, maximal
10 Mal war möglich, und die Kapazität nam von Mal zu Mal ab.

> > Allgemein klappt die Regenerierung umso besser, je weniger die Batterie

> > vorher entladen wurde, d.h. um mehr als die Hälfte entladene Batterien


> > lassen sich nur noch wenig regenerieren, tiefentladene überhaupt nicht
> > mehr.

Das deckt sich exakt mit meinen Erfahrungen.

--

Tschau
Andreas
- - - - - - - -
Andreas Huennebeck | email: and...@huennebeck-online.de (KEINE WERBUNG)
----- privat ----- | www : http://www.huennebeck-online.de
Fax/Anrufbeantworter: 0721/151-284301 o. 0180/50525-5232659 (24 Pfg/Min)
SMS: D1=72617 D2=0172/7366-042 E-Plus=0177/7934-396 Viag=0179/2029-894
- - - - - - - -

Thomas Schaerer

unread,
Nov 24, 2000, 1:53:56 AM11/24/00
to

Hier das Merkblatt von jemandem der sich jahrelang mit Akkus und
Batterien serioes beschaeftigt hat...

Bei Fragen wende man sich bitte direkt an ihn....

------------------------------------------------------------------------------

Merkblatt Batterien und Akkus

R.Zinniker

Batterien und Akkus sind im Gebrauch zu oft ein Aergernis: ihre
Leistung befriedigt nicht, die Lebensdauer ist zu kurz, die Kosten zu
hoch. Haeufigster Grund dafuer ist ungeschickter Umgang aus Mangel an
Information. Dieses Merkblatt soll helfen, Batterien und Akkus richtig
zu behandeln und besser zu verstehen.

10 Regeln fuer den Umgang mit Batterien und Akkus

1. Erst gar nicht verwenden. In manchen Faellen kann man auf die
Verwendung von Batterien und Akkus durchaus verzichten: im Haus
netzbetriebene Geraete verwenden (Batteriestrom ist 1000 mal teurer
als Strom aus der Steckdose!), draussen Sonnenstrom aus
Solarzellen, ueberall mechanische Energie. Die eigene Muskelkraft
ist nicht nur gratis, sie bringt sogar etwas ein: man muss weniger
oft ins Fitnesscenter rennen. Wusssten Sie z.B. dass es
Solarradios, Dynamo-Taschenlampen, Schwungrad-Rasierer, Velo
Ruecklichter mit Superkondensator gibt?

2. Richtig entsorgen. Am Ende der Lebensdauer einer Verkaufs- oder
Entsorgungsstelle zurueck geben, im BESO BATTERY BAG
sammeln. Niemals in den Kehricht werfen. Noch landet fast die
Haelfte dort, ein grosses Pfui allen Wegschmeissern! Besonders das
Cadmium der NiCd Akkus ist ein sehr gefaehrliches
Umweltgift. Nickel und Nickel-Verbindungen stehen im Verdacht
krebserregend zu sein, alle Schwermetalle sind
umweltschaedlich. Bei der Entsorgung werden wiederverwendbare
Rohstoffe gewonnen. Achtung: in vielen Geraeten sind immer noch
Akkus 'versteckt' eingebaut, auch diese muessen richtig entsorgt
werden.

3. Regenerierbare Alkalibatterien verwenden. Alkalibatterien koennen
mehrmals regeneriert (aufgeladen) werden. Die normalen je nach
Anwendung mehr oder weniger gut (3 bis 10 mal, Unterschiede je nach
Marke und Anwendung sind moeglich, ausprobieren), die noch dieses
Jahr endlich auch in der Schweiz erhaeltlichen neuen speziell fuer
die Regeneration entwickelten RAM (rechargeable Alkaline Manganese)
Typen noch viel besser (10 bis 50 mal). RAMs gibt es z.B. von
Rayovac (Renewal) und von Leclanche (Boomerang).

4. Kohle-Zink Batterien meiden. Diese sind zwar am billigsten, die
teureren Alkalibatterien sind jedoch viel leistungsfaehiger (3 bis
5 mal), man braucht weniger oft neue, erzeugt weniger Abfall und
faehrt damit schlussendlich wesentlich billiger. Kohle-Zink
Batterien sollten nicht aufgeladen werden.

5. Nicht tiefentladen. Akkuzellen koennen in den fast immer
verwendeten Serieschaltungen umgepolt und beschaedigt werden. Akku-
und Batteriezellen sollten nicht unter eine minimale Spannung
(ca. 0.8 bis 1V) entladen werden. Bei Batterien erhoeht sich die
Auslaufgefahr sehr stark, - deshalb verbrauchte Batterien immer
sofort aus den Geraeten entfernen sobald diese nicht mehr voll
funktionieren, nicht erst wenn das Geraet ueberhaupt nicht mehr
laeuft! So koennen Batterien die in einem Geraet mit hohem
Stromver brauch (Fotoblitz!) nicht mehr brauchbar sind, in einem
Geraet mit kleinem Verbrauch (Radio, Uhr) noch sinnvoll weiter
verwendet werden. Tiefentladene Alkalibatterien sind kaum mehr
regenerierbar.

6. Akkus regelmaessig voll entladen. Wenn NiCd und NiMH Akkus (ja,
beide!) immer schon wieder aufgeladen werden bevor sie voll
entladen sind, werden sie 'faul' und geben die volle Leistung nicht
mehr ab ('Memoryeffekt'). Eine regelmaessige volle Entladung
(mindestens jedes 10. mal) bringt den alten Schwung wieder
zurueck. Achtung: voll entladen ist nicht tief entladen! Das Geraet
so lange benuetzen bis sich erste Schwaechezeichen bemerkbar machen
(Walkman beginnt zu jaulen, Zahnbuerste wird lahm, Taschenlampe
brennt nur noch halb so hell) oder es sich selbst ausschaltet (fast
alle High-Tech Geraete).

7. Nur mit passendem Ladegeraet laden. Die Lebensdauer der Akkus wird
vor allem durch falsche Ladung verkuerzt. Auf den jeweiligen Typ
zugeschnittene und gute Ladegeraete (fuer Akkus empfehlenswert mit
Entladefunktion) lohnen sich ueber kurz oder lang. Alkalibatterien
koennen im falschen Ladegeraet vermehrt auslaufen und die
Berstmembran kann sogar hoerbar platzen. Eine Explosion ist dagegen
ausgeschlossen.

8. Beim Kauf von Geraeten an die Akkus denken. Wenn man an den
vielleicht bald faelligen Ersatzakku denkt, wird das billigste
Geraet oft recht teuer. Nach der Ladetechnik des Geraetes, der
Lebensdauer und Garantiezeit des Akkus, dem Preis fuer einen
Ersatzakku fragen. Diese Informationen in den Kaufentscheid
miteinbeziehen.

9. Nicht mehr funktionierende Akkus regenerieren. Die Erfahrung zeigt,
dass weit mehr als die Haelfte der scheinbar nicht mehr
funktionierenden Akkus regeneriert werden kann. Oft genuegen einige
Zyklen 'voll entladen - voll laden' am einfachsten in einem
Ladegeraet mit Vorentladung, besser einem Refresh-Ladegeraet, oder
einen Akku Refresh-Service benuetzen, der evt. auch eine
kostenguenstige Raparatur des Akkus anbieten kann.

10. Sich richtig informieren. Bravo, einen grossen Schritt machen Sie
gerade! Weiter Bedienungsanleitungen lesen (leider noch zu oft
unvollstaendig, mangelhaft oder sogar falsch). Unabhaengige
Informationsquellen konsultieren (leider wird in Geraetetests noch
fast nie gebuehrend auf die Akkus eingegangen). Fragen stellen und
sich nicht mit vagen Auskuenften zufrieden geben, im Notfall den
Autor anrufen.


Batterie oder Akku?
------------------

Genau genommen ist eine Batterie eine Primaerstromquelle. Sie wird
betriebsbereit geladen fabri ziert und ist als Wegwerfartikel fuer
eine nur einmalige Entladung vorgesehen. Ein Akkumulator, kurz Akku,
ist dagegen eine Sekundaerstromquelle, die normalerweise entladen
fabriziert wird und vor dem Gebrauch zuerst aufgeladen werden
muss. Dafuer kann ein Akku immer wieder verwendet werden, er kann bis
zu 1000 und mehr mal geladen und entladen werden. Haeufig bezeichnet
man einen Akku auch als wiederaufladbare Batterie (im englischen
Sprachgebrauch ist dies sogar die normale Bezeichnung). Achtung: die
teuersten Batterien und Akkus sind nicht immer auch die besten!

Tatsaechlich kann man auch die am weitesten verbreitete
Primaerstromquelle, die Alkalibatterie, wieder aufladen, zwar nur
begrenzt und viel weniger oft als Akkus, aber trotzdem fuer die Umwelt
und das Portemonnaie sehr lohnend. Um den Unterschied zum Akku
herauszustreichen, spricht man bei Alkalibatterien auch von
'regenerieren' oder 'erneuern' und behaelt 'aufladen' dem Akku vor.
Der Einsatz von Akkus lohnt sich nur in Geraeten die haeufig benuetzt
werden (z.B Walkman) oder einen grossen Stromverbrauch haben (z.B
Camcorder). Fuer Geraete die man selten benuetzt (z.B Autonotlampe)
oder einen kleinen Stromverbrauch haben (z.B. Uhr) sind
Alkalibatterien besser.


Batterie - und Akku Typen
-------------------------

Batterien und Akkus bestehen aus zwei Elektroden (Anode=Minuspol,
Kathode=Pluspol) und einem diese verbindenden Elektrolyten. Weitere
Teile wie Separator, Dichtungen, Isolatoren, Stromkollektor und
Gehaeuse sind zwar nicht an der chemischen Reaktion beteiligt aber
ebenso wichtig. Die wesentlichen chemischen Reaktionen sind eine
Oxidation der Anode und eine Reduktion der Kathode bei der Entladung,
eine Reduktion der negativen Elektrode und eine Oxidation der
positiven Elektrode bei der Ladung (falls Ladung moeglich). Von den
vielen Typen sind je die zwei ersten der folgenden Beschreibung
allgemein verbreitet.

Batterien
---------

Kohle-Zink: Die aelteste Batterietechnologie, 1866 vom
Telegraphie ingenieur Georges Lionel Leclanche erfunden (wird deshalb
auch als 'Leclanche - Element' bezeichnet). Es ist die billigste
Batterie mit der leider geringsten Leistungsfaehigkeit. Sie sollte nur
noch verwendet werden wenn wirklich der Kaufpreis alles entscheidet
(boese Zungen behaupten, dass jeweils gegen das Monatsende der Verkauf
ansteigt!).

Alkali: Ist die heute allgemein empfehlenswerte Universalbatterie
(wird auch mit 'Alkaline' und 'Alkali-Mangan' bezeichnet). Sie ist
zwar nahe verwandt mit der Kohle-Zink Batterie, aber in allen
Beziehungen (ausser dem Preis) wesentlich besser (auch hier ist der
kleine Unterschied entscheidend). Auch 'normale' und
'wiederaufladbare' unterscheiden sich nur in Details.

Zink-Luft: Wird vorwiegend in Hoergeraeten eingesetzt, weist zur Zeit
die groesste Energiedichte auf. In Gebrauch leider hohe
Selbstentladung.

Lithium: Haeufiger Einsatz in Uhren und Kameras, sehr lange
Betriebsdauer (bis ueber 10 Jahre) bei sehr kleinen Stroemen. Hoehere
Zellenspannung im Bereich von 3V. Achtung: keinesfalls oeffnen oder
aufladen!


Akkumulatoren
-------------

Nickel-Cadmium NiCd: Trotz der nicht sehr grossen Energiedichte
allgemein empfehlenswert (preiswert, robust, richtig angewendet sehr
lange Lebensdauer, sehr hohe Stroeme) - wenn nicht das Cadmium so
hochproblematisch waere. Deshalb ist der Einsatz nur sinnvoll, wenn
die hohe Lebensdauer tatsaechlich ausgenuetzt und die richtige
Entsorgung strengstens eingehalten wird. Nicht empfehlenswert fuer
Geraete die nur gelegentlich benuetzt oder einen kleinen
Stromverbrauch haben (Selbstentladung zu hoch und Lebensdauer nicht
ausnuetzbar).

Nickel MetallHydrid NiMH: Allgemein empfehlenswert, direkter Ersatz
fuer NiCd mit hoeherer Energie dichte, jedoch teurer, empfindlicher
und noch etwas raschere Selbstentladung. Fuer sehr hohe Stroeme
weniger geeignet. Enthaelt keine zur Zeit als problematisch
eingestuften Stoffe, muss aber trotz dem richtig entsorgt werden
(wegwerfen ist hier auch eine unsinnige Verschleuderung von
Rohstoffen).

Lithium-Ionen Li-Ion: Sehr hohe Energiedichte, leicht, wird zunehmend
bei hoechsten Anspruechen ein gesetzt. Noch bestehende minime
Sicherheitsprobleme duerften eine grosse Verbreitung bald nicht mehr
behindern. Hoehere Zellenspannung von 3.6V. Achtung: nichts zum
Basteln und fuer Experimente! Blei-Saeure: In jedem Auto vorhanden,
aeusserts robust aber fuer Anwendung in Geraeten unhandlich.


Uebersichtstabelle
------------------

Typ Anode Kathode Elektrolyt Energie Dichte
--------------------------------------------------------------------------
Kohle-Zink Zn MnO2 ZnCl2 65 Wh/Kg 100 Wh/l
Alkali Zn MnO2 KOH 125 330
Zink-Luft Zn O2 KOH 340 1050
NiCd Cd Ni KOH 30 130
NiMH * Ni KOH 55 190
Li-Ion LiAl MnO2 90 270
* diverse Lanthaniden- und Ti/Zr Legierungen


Ladetechnik fuer NiCd und NiMH Akkus
------------------------------------

Bei allen Akkus ist weder die Stromentnahme (entladen) noch die
Stromaufnahme (laden) kritisch und wesentlich die Lebensdauer
bestimmend. Viel wichtiger ist, im richtigen Moment mit der Entladung
und Ladung aufzuhoeren. Da zur Zeit fuer allgemeine Anwendungen nur
NiCd und NiMH Akkus verbreitet sind, beschraenken sich die folgenden
Ausfuehrungn auf diese beiden Typen.

Bei der Entladung sollte eine minimale Spannung nicht unterschritten
werden (ca. 0.8 bis 1V), es soll keine Tiefentladung stattfinden. Dies
kann relativ einfach eingehalten werden: high-tech Geraete (wie Natel,
Computer, Camcorder) schalten sich automatisch aus, einfachere
funktionieren nicht mehr richtig (Walkman, Radio, Taschenlampe) sodass
sie der Anwender ausschaltet (es waere voellig falsch, sie einfach bis
zum 'Gehtnichtmehr' weiter laufen zu lassen).

Bei der Ladung sollten die Zellen nicht ueberladen werden, die Ladung
muss bei erreichen der Volladung beendet werden. Dies ist leider bei
unseren NiCd und NiMH Akkus nicht trivial. Leider ist es nicht
moeglich, bei geschlossenen Akkus (und auch Batterien) von aussen den
Ladezustand genuegend exakt (auf 10% genau waere schon sehr gut, aber
nicht genuegend) zu bestimmen. Es kann nur waehrend der Ladung
detektiert werden wann Volladung erreicht ist. In high-tech Geraeten
wird zunehmend der Ladezustand laufend durch Messung und Integration
des Akkustromes berechnet (Stichwort 'Gas Gauge' und 'Smart-Battery'
und danach die Ladung beendet.

Konstantstrom Ladung: Die einfachste und immer noch haeufigste Methode
ist, den konstanten Ladestrom so klein zu waehlen, dass die Zellen
damit gar nicht schaedlich ueberladen werden koennen. Alle Akkuzellen
werden chemisch so ausgelegt, dass sie einen genuegend kleinen
Ladestrom ohne Schaden fast beliebig lange ertragen. Eine Detektion
der Volladung entfaellt, das Ladegeraet wird extrem einfach (Beispiel
'15 Franken' NiCd-Lader), die Zeit zur Volladung einer leeren Zelle
liegt etwa bei 12 bis 24 Stunden.

Zeitgesteuerte Ladung: Waehrend einer durch einen Timer (Zeitzaehler)
bestimmten festen Zeit wird mit konstantem Strom geladen. Strom und
Zeit (effektiv das Produkt beider) werden so festgelegt, dass ein voll
entladener Akku gerade wieder voll geladen wird. Diese Methode ist
sehr gut (geradezu ideal), falls der Akku tatsaechlich voll entladen
ist und die der Berechnung zu Grunde liegende Kapazitaet aufweist. Die
erste Bedingung verlangt leider eine (zu) grosse Disziplin vom
Anwender, die zweite fuehrt dazu, dass ein einmal geschaedigter Akku
(er hat Kapazitaet verloren, z.B. durch Ueberladung), immer mehr
beschaedigt wird.

Temperaturgesteuerte Ladung: Bei Ueberladung beginnt sich jeder Akku
zu erwaermen (je hoeher der Ladestrom, desto staerker). Bei der
temperaturgesteuerten Ladung beendet dieser Temperaturanstieg die
Ladung. Nachteilig (nicht sehr) ist, dass zwangsweise bei jeder Ladung
eine der Lebensdauer abtraegliche Erwaermung stattfindet.

Spannungsgesteuerte Ladung: Die Akkuspannung beginnt vor der Volladung
staerker anzusteigen, erreicht etwa bei Volladung ein Maximum und
sinkt danach wieder leicht ab. Dieser typische Verlauf kann detektiert
und die Ladung danach beendet werden. Der notwendige Aufwand ist
bedeutend groesser als bei allen anderen vorausgegangenen Methoden,
das Resultat jedoch sehr gut. Am haeufigsten wird nur der leichte
Rueckgang der Spannung detektiert, man bezeichnet dies als 'minus
delta U' Methode (-dU).

Kombiniert gesteuerte Ladung: Alle genannten Lademethoden koennen
miteinander kombiniert werden. Dadurch wird eine maximale Sicherheit
gegenueber einer unzulaessigen Ueberladung erreicht. Dies ist umso
wichtiger je rascher die Ladung erfolgt (Schnelladung in wenigen
Stunden, Ultra-Schnelladung in weniger als einer Stunde). Sehr gute
und professionelle Ladegeraete verwenden immer eine kombiniert
gesteuerte Ladung.

Die folgenden beiden Zusatzfunktionen koennen mit allen beschriebenen
Lademethoden kombiniert werden.
---------------------------------------------------------------------

Vorentladung: Vor der Ladung wird der Akku voll entladen. Dies ist bei
zeitgesteuerter Ladung notwendig, um auch nur teilentladene Akkus ohne
eine schaedliche Ueberladung laden zu koennen. Die Akkus werden durch
die Vorentladung wachgeruettelt, der bei NiCd und NiMH feststellbare
Kapazitaetsverlust bei wiederholter nur Teilentladung wird
rueckgaengig gemacht. Dieses Phaenomen ist als 'Memoryeffekt'
bekannt. Nachteilig ist bei noch stark geladenen Akkus der Zeit- und
Energieverlust und (weniger) eine verkuerzte Nutz-Lebensdauer (auch
die Vorentladung zehrt an der Lebensdauer).

Impuls Ladung: An Stelle von Gleichstrom werden Stromimpulse zur
Ladung verwendet und gleichzeitig nach jedem Ladeimpuls ein kurzer
Entladeimpuls eingefuegt (Glur Ladeverfahren). Dadurch wird die
Strukturierung des Elektrodenmaterials guenstig beeinflusst, die
Lebensdauer verlaengert und der Memoryeffekt unterdrueckt. Wird zur
Zeit wegen des Aufwandes fast nur in professionellen Ladegeraeten
eingesetzt.


Ladetechnik fuer AlkaliBatterien
----------------------------------

Die Ladetechnik fuer Alkalibatterien (normale und erneuerbare) ist
einfach: die Ladespannung muss nur auf einen Wert von ca. 1.65V
begrenzt werden, bei deren Erreichen nimmt die Batterie automatisch
nur noch solange Strom auf, bis sie voll geladen ist. Eine Volladung
kann allerdings recht lange dauern (bis 1 Tag und laenger), mit
Impulsladung laesst sich Zeit gewinnen. Normalen Alkalibatterien kann
man mit Wiederaufladung die Lebensdauer typisch 3 bis 5 mal (und mehr,
grosse Unterschiede sind je nach Marke und Anwendung moeglich,
ausprobieren lohnt sich), wiederaufladbaren 10 bis 20 mal (und mehr)
verlaengern. Hier ist es guenstig, die Batterien moeglichst haeufig
nachzladen und gar nie voll zu entladen (dann gilt vor allem 'und
mehr').

Jetzt bleibt mir nur noch Ihnen weniger Aerger mit Akkus und Batterien
und vor allem viel Spass mit den damit betriebenen Geraeten zu
wuenschen,

Ihr Rolf Zinniker.

IfE, Institut fuer Elektronik ETH
Dr.R.Zinniker, Gloriastrasse 35, 8092 Zuerich
Tel. 01 632 27 39, Fax 01 632 12 10, Natel 077 47 23 69
E-mail: zinn...@ife.ee.ethz.ch
-----------------------------------------------------------------------------

Gruss
Thomas Meine Mini-Elektronik-Kurse in:
http://www.e-online.de/public/schaerer/
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* Thomas Schaerer >>> scha...@isi.ee.ethz.ch <<< ||| *
* Swiss Federal Institute of Technology Zurich, ETHZ ||| *
* Signal and Information Processing Laboratory ISI / | \ *
* Sternwartstr. 7 CH-8092 Zurich, Switzerland / | \ *
#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#*#

MaWin

unread,
Nov 24, 2000, 3:00:00 AM11/24/00
to
Thomas Schaerer <scha...@isi.ee.ethz.ch> schrieb im Beitrag <3a1e...@pfaff.ethz.ch>...

> Ruecklichter mit Superkondensator gibt?
>
Diese Goldcaps sind nicht zuverlaessiger als Akkus...

> 3. Regenerierbare Alkalibatterien verwenden.

Selbst die Hersteller raten dazu NUR in solchen Faellen, wo 1.2V im
Geraet nicht ausreichen...


>
> 4. Kohle-Zink Batterien meiden. Diese sind zwar am billigsten, die
> teureren Alkalibatterien sind jedoch viel leistungsfaehiger (3 bis
> 5 mal), man braucht weniger oft neue, erzeugt weniger Abfall und
> faehrt damit schlussendlich wesentlich billiger.

Insbesondere bei 9V Blocks geht die Rechnung nicht auf.
>
> 5. Akku- und Batteriezellen sollten nicht unter eine minimale Spannung


> (ca. 0.8 bis 1V) entladen werden.

Bei einzelnen Zellen (NiCd/NiMH) eines Akkus ist das durchaus erlaubt.

> 6. Akkus regelmaessig voll entladen.

Bei Akkusaeulen aufpassen das keine Zelle <0V bekommt. Hier ist also
eine Zellenspannung von 0.8V IM MITTEL eine gute Entladegrenze.


>
> Impuls Ladung: An Stelle von Gleichstrom werden Stromimpulse zur
> Ladung verwendet und gleichzeitig nach jedem Ladeimpuls ein kurzer
> Entladeimpuls eingefuegt (Glur Ladeverfahren). Dadurch wird die
> Strukturierung des Elektrodenmaterials guenstig beeinflusst, die
> Lebensdauer verlaengert und der Memoryeffekt unterdrueckt. Wird zur
> Zeit wegen des Aufwandes fast nur in professionellen Ladegeraeten
> eingesetzt.
>

Das ist das patentgeschuetzte Reflex-Ladeverfahren von
www.galaxypower.com. Nix Glur.

Rolf Bombach

unread,
Nov 26, 2000, 3:00:00 AM11/26/00
to
MaWin wrote:
>
> > 4. Kohle-Zink Batterien meiden. Diese sind zwar am billigsten, die
> > teureren Alkalibatterien sind jedoch viel leistungsfaehiger (3 bis
> > 5 mal), man braucht weniger oft neue, erzeugt weniger Abfall und
> > faehrt damit schlussendlich wesentlich billiger.
>
> Insbesondere bei 9V Blocks geht die Rechnung nicht auf.

Äh, wie rum geht jetzt die Rechnung nicht auf? BTW, die Tränen kommen
spätestens, wenn man den Grosshandelspreis der Alkalischen sieht.

Und ärgert euch bitte nicht über die Plastikdeckelchen auf einem
Fabrikat von 9V Batterien, daran bin ich, resp. meine Bude nicht
ganz unschuldig. Öfters wurden hier mehrere Batterien locker eingetütet,
und dabei kam es zu spontanen Paarungen.... Immerhin erstaunlich,
dass man mit den Herstellern überhaupt noch reden kann.

--
Rolf Bombach

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