Hallo!
Am 22.04.2023 um 21:55 schrieb Gerald Eіscher:
> Das ist die Ausgabe per Webinterface einer schaltbaren Steckdose mit
> Tasmota, an der mein Laserdrucker gerade im Leerlauf hängt:
>
> ---------------------------------
> SP111 v1.1 Modul
> Schalter Lexmark
> tasmota-4711.local (192.168.8.15)
> Spannung 240 V
> Strom 0.078 A
> Leistung 8 W
> Scheinleistung 19 VA
> Blindleistung 17 VAr
> Leistungsfaktor 0.41
> Energie heute 0.003 kWh
> Energie gestern 0.000 kWh
> Energie insgesamt 1.614 kWh
> ---------------------------------
>
> Was gefällt dir daran nicht?
Der Wert "Leistung" wäre mir völlig ausreichend.
Was mir an Tasmota nicht gefällt ist, das es viel zu weit über meine
hier thematisierten Anforderungen hinaus schießt.
Natürlich verstehe ich den Nutzen deiner Vorschläge, und für bestimmte
Sachen wäre das auch durchaus interessant.
Nur hier in diesem Thema will ich nicht ein WLAN-Link zu meinem
RaspberryPi dafür.
Ich will das Meßergebnis auch nicht im Browser oder einer App auf dem
Smartphone ablesen.
Sondern ganz simpel:
Innerhalb des Ferraris-Zählers hochauflösend Impulse generieren und auf
einem kleinen 8-Bitter µC auszählen, Momentanwert berechnen und auf
einem LCD die Ausgabe x.xxx,xW haben.
Ganz ohne WLAN, ohne Server, sondern ganz einfach, autonom alles im
Zähler eingebaut.
Falls es mechanisch passt LCD hinter der Scheibe.
Wenn es nicht passt kommt eben ein eigenes Loch für das LCD ins Gehäuse.
Nur detailliert mache ich mir über das wie und passt/passt nicht zum LED
noch keine Gedanken.
Denn erst mal bin ich noch bei der optischen Abtastung.
> Bei Tasmota ist eine Kalibrierung möglich. Ich habe es nicht getan, weil
> mir die Leistungsaufnahme des Laserdruckers ziemlich egal ist, ich will
> den nur ein- und ausschalten ;-)
Da sagst du es, du spricht von einem Bereich wo Energieerfassung
unbekannter Genauigkeit und Verlässlichkeit quasi als Müllprodukt
anfällt. Primär jedoch geht es bei deiner Lösung um Hausautomation.
Schalten, regeln.
Würde ich tatsächlich irgendwann mal Bestrebungen zu diesem Bereich
haben, weis ich heute schon:
Funksteckdosen und Abzeigdosengeräte auf 2,4GHz WLAN vernetzen hätte ich
vor 20 Jahren innovativ gefunden.
Heute muss ich nur über FritzBox oder Smartphone gucken warum
schonwieder alle WLAN-Geräte spinnen. Achso, einer der wenigen freien
5GHz Kanäle meint die FritzBox einen Radarimpuls erkannt zu haben, und
ist auf 2,4GHz gewechselt.
2,4GHz mag noch in Bunkern oder auf dem Lande brauchbar sein. In Städten
taugt 2,4GHz höchstens noch für BT, aber WLAN in störungsfrei ist
Geschichte.
Hausautomation würde ich auf der Funkschnittstelle eher bei 868MHz
plazieren. Schalter würde ich Wert legen auf robuste und tauschbare
Relais, am liebsten noch ein Halbleiterrelais daneben mit
Nullspannungsschalter.
Eine Funksteckdose oder ein Funkschalter sollte eben auch heutige
Schaltnetzteile mit den zugehörigen Einschaltströmen berücksichtigen.
>> Unten bei <2W und oben >1kW hat der Zähler immer glaubwürdige Werte
>> gemessen, die Zwischenstecker waren da alle aber absolut unbrauchbar.
>
> Bei per Software auslesbaren Energiemessgeräten, kann man per Software
> die Messwerte beliebig korrigieren und auch Nichtlinearitäten heraus
> rechnen.
Bei Tasmota habe ich mir die Kalibrieranleitung angesehen.
Halte ich für einen Witz.
Will man Nichtlinearitäten per Software rausrechnen braucht es mehr als
einen Abgleichwert.
Mindestens bräuchte es da Kalibrierwerte für mehrere klar abgegrenzte
Dynamikbereiche.
Wie dem auch sei: Ich brauche für sowas kein RaspberryPi. Das kann ich
auf einem 8-Bitter mit ner handvoll Codezeilen mindestens genauso und
garantiert besser als Tasmota.
> Wenn man es möglichst umständlich machen will, kann man das machen. Aber
> glaubst du wirklich, dass du insbesonders bei kleinen Leistungen die
> dann sehr niedrige Zahnfrequenz genauer messen kannst als die Messung
> der Leistung in den diversen Energiemessgeräten per A/D-Wandler?
Ja!
Zumal Leerlauf nicht vorkommt - ausser bei Stromausfall.
Wenn in meiner Werkstatt alles aus ist, nur das was an sein soll, liege
ich bei ca. 7~8W. Leuchte ich mit einer Laserdiode auf den Zahnrand sind
das etwa 10-12Hz Mindestfrequenz.
Das Problem was ich erschlagen will:
Würde ich wissen wollen wieviel Watt aktuell gerade herrschen, muss ich
eine leidige und altertümliche Herangehensweise abarbeiten.
Mich mit Uhr/Stopuhr oder ähnliches welches mir Sekunden zählt, neben
dem Stromzähler halten, während ich mit einer Taschenlampe von schräg
oben auf die Ferrarisscheibe leuchte.
Dort ist nämlich eine Feinskala aufgedruckt.
Der Rest ist wie Pulsmessung eine Sache von Multiplikation mit
Taschenrechner.
Und genau diese altertümliche Herangehensweise will ich automatisieren.
Keine Taschenlampe mehr, keine Stoppuhr-App um zu messen wieviel
Sekunden vergehen für 0,0xWh.
Es ist nur logisch, das diese Prozedur ein µC viel besser und
effizienter kann. Und das zu einem Bruchteil des Stromes der nötigen LED.
Was die Verlässlichkeit verschiedener Energiemeßgeräte und deren ADC's
angeht ist klar. Bereits vor Jahren schon bezüglich einer anderen
Projektidee von mir mal entsprechende Chips und deren Datenblätter
durchgearbeitet.
Darunter CS5490, MCP3909 und einen M90E26.
Dort ging man im Strompfad von Stromwandlern aus, wogegen in den vielen
Energiemessgeräten und sicherlich auch in deinen WLAN-Steckdosen einfach
ein fetter Widerstandsdraht als U-Bügel verwendet wird.
Die Temperatur, die Menge des Lötzinns an den Lötstellen, die exakte
Bestückungstiefe sind alles Fallstricke die sich keinesfalls positiv auf
die Strommessung auswirken können.
Und nochmal, weil mein Zwerchfell nicht zur Ruhe kommen Will die
"Kalibrierung" deines Tasmota-Krams:
Irgendein Verbraucher, beispielsweise eine Lampe, an einem x-beliebigen
Energiemessgerät anschließen.
Aktuelle Netzspannung und Watt notieren.
Dann der Tasmota-Konfiguration mitteilen:
Eben waren es 233,45V Netzspannung und diese Lampe wurde mit 8,35W
vermessen.
Das nennt man Kalibrierung? Schon lange nicht mehr so gelacht...
Jürgen