Thermoelemente kann man aus unterschiedlichen Metallkombinationen
zusammenbauen. Mich interessieren Thermoelemente aus Nickelchrom (NiCr)
und Nickel (Ni), auch bekannt als Typ K.
Momentan verwende ich abisolierte Draehte einfach verdrillt und frage
mich, ob ein Verschweissen der Kontaktstelle (geht eigentlich Hartlöten?)
zu wesentlich geringeren systematischen Messfehlern führt.
Ich setze die Thermoelemente dazu ein, um an Luft Temperaturen in
elektrischen Geraeten zu bestimmen (Temperaturbereich: ca. Raumtemperatur
bis ca. 400 Grad C).
Über Erfahrungsberichte zu diesem Thermoelementtyp würde ich mich freuen.
Ralf
--
Ralf Laborenz D-30161 Hannover
>Hallo allerseits,
>Thermoelemente kann man aus unterschiedlichen Metallkombinationen
>zusammenbauen. Mich interessieren Thermoelemente aus Nickelchrom (NiCr)
>und Nickel (Ni), auch bekannt als Typ K.
>Momentan verwende ich abisolierte Draehte einfach verdrillt und frage
>mich, ob ein Verschweissen der Kontaktstelle (geht eigentlich Hartlvten?)
>zu wesentlich geringeren systematischen Messfehlern f|hrt.
Hartl”ten geht nicht !! Dann hast Du ja wieder andere Metall berg„nge.
Das Prinzip des Seebeck-Effektes beruht auf einer Kontaktspannung
unterschiedlicher Metalle. Je schlechter der Kontakt, desto schlechter das
Thermoelement. Deshalb ist vor allem bei h”heren Temperaturen
ein Verschweiáen der Dr„hte notwendig (sonst Oxydation der Kontakte).
Wir haben unsere TE ( auch Typ S Pt-PtRh) immer selbst verschweiát.
Kupfertiegel mit Graphitpulver = Pol 1
2x an der Spitze verdrillte Thermoelementdr„hte = Pol 2
šber einen ordentlichen Stelltrafo (220V, 10A) kann man dann bei ca. 40 -60V
einen Lichtbogen zum Graphitpulver z nden, der die Dr„hte verschweiát.
Nach einigen Versuchen kann man ganz saubere Kontaktkugeln erzeugen.
>\ber Erfahrungsberichte zu diesem Thermoelementtyp w|rde ich mich freuen.
>Ralf
Viel Spaá
Cu Uwe
--
##############################################################################
# u.h...@physik.tu.chemnitz.de / "I think that god in creating man somewhat #
# u.h...@sachsen1.phoenix.de / overestimated his ability" - Oscar Wilde #
# <a href="http://www.tu-chemnitz.de/~uhecht"> Homepage </a> #
##############################################################################
> hingegen erhoehen die Waermekapazitaet der Messstelle
> und damit die Reaktionzeit (Zeitkonstante) auf Temperaturaenderungen.
> Ob Loeten oder Schweissen eingesetzt wird, ist meist durch die
> maximale
> Messtemperatur vorgegeben. Bei 1000 oC arbeitet kaum ein Lot, wohl
> aber
> einige Thermoelemente!
>
> Peter Zipfl
>
> Studiengang Optoelektronik
> der
> Fachhochschule Aalen
> Heinrich-Rieger-Strasse 22/1
> 73430 Aalen
>
> Tel. +49 7361 568-0
> Fax +49 7362 568-225
>
> http://www.fh-aalen.de/fh_aa/s_gange/sg_o/opage1.htm
...
> In <6$PXty...@eeyore.han.sub.de>, ra...@eeyore.han.sub.de (Ralf
> Laborenz) writes:
> =
> >Hallo allerseits,
> >Thermoelemente kann man aus unterschiedlichen Metallkombinationen
> >zusammenbauen. Mich interessieren Thermoelemente aus Nickelchrom
> (NiCr)
> >und Nickel (Ni), auch bekannt als Typ K.
> >Momentan verwende ich abisolierte Draehte einfach verdrillt und frage
> >mich, ob ein Verschweissen der Kontaktstelle (geht eigentlich
> Hartlvten?)
> >zu wesentlich geringeren systematischen Messfehlern f|hrt.
> =
> Hartl=94ten geht nicht !! Dann hast Du ja wieder andere Metall=81berg=84=
nge.
Das hat man aber auch beim Schweissen. Solange beide Uebergaenge
(Thermoel.1<--->Lot<---->Thermoel.2) gleiche Temperaturen aufweisen,
passiert nichts. Da subtrahieren sich die Thermospannungen der Elemente
zum Lot wieder!
> Das Prinzip des Seebeck-Effektes beruht auf einer Kontaktspannung
> unterschiedlicher Metalle. Je schlechter der Kontakt, desto schlechter
> das
> Thermoelement.
Das ist allerdings wahr. Ein Spannungsabfall an einem Kontakt entsteht
allerdings nur, wenn auch ein entsprechender Strom durch die
Kontaktstelle fliesst und das kann man mit einem geeigneten
Messverstaerker (Instrumenten-Verstaerker, FET-Eingang, usw.) ziemlich
gut vermeiden.
Die Uebergangsstelle: Lot-Thermoelement darf zu keiner chemischen
Umwandlung einer Oberflaechen fuehren. =
> Deshalb ist vor allem bei h=94heren Temperaturen
> ein Verschwei=E1en der Dr=84hte notwendig (sonst Oxydation der Kontakte=
).
Ja, das ist ein Problem!
> Wir haben unsere TE ( auch Typ S Pt-PtRh) immer selbst verschwei=E1t.
> Kupfertiegel mit Graphitpulver =3D Pol 1
> 2x an der Spitze verdrillte Thermoelementdr=84hte =3D Pol 2
> =9Aber einen ordentlichen Stelltrafo (220V, 10A) kann man dann bei ca.
> 40 -60V
> einen Lichtbogen zum Graphitpulver z=81nden, der die Dr=84hte verschwei=
=E1t.
> Nach einigen Versuchen kann man ganz saubere Kontaktkugeln erzeugen.
> =
> >\ber Erfahrungsberichte zu diesem Thermoelementtyp w|rde ich mich
> freuen.
> >Ralf
> =
> Viel Spa=E1
> Cu Uwe
> =
> --
> =
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1=BE
> Hallo allerseits,
>
> Thermoelemente kann man aus unterschiedlichen Metallkombinationen
> zusammenbauen. Mich interessieren Thermoelemente aus Nickelchrom
> (NiCr)
> und Nickel (Ni), auch bekannt als Typ K.
> Momentan verwende ich abisolierte Draehte einfach verdrillt und frage
> mich, ob ein Verschweissen der Kontaktstelle (geht eigentlich
> Hartlöten?)
> zu wesentlich geringeren systematischen Messfehlern führt.
> Ich setze die Thermoelemente dazu ein, um an Luft Temperaturen in
> elektrischen Geraeten zu bestimmen (Temperaturbereich: ca.
> Raumtemperatur
> bis ca. 400 Grad C).
> Über Erfahrungsberichte zu diesem Thermoelementtyp würde ich mich
> freuen.
>
> Ralf
Ich weiß nicht mit welchen Meßfehlern Du leben kannst, aber ich habe
keinen großen Unterschied zw. verdrillt und verlötet feststellen können.
Es kommt in erheblicherem Maße auf guten Wärmekontakt zw. Sensor und
Prüfling an.
Bei mir kann ich den Unterschied nur durch die Leistung am Netzgerät
feststellen, oder in höheren Temperaturbereichen mit einem Pyrometer,
beides sehr ungenaue Verfahren. Abgesehen davon stellen sich durch die
Justierung noch einige Ungenauigkeiten ein (Abstand zur Heizung, s.o.).
In Deinem Temperaturbereich macht sich Kupfer/Konstantan gut als TE,
aber das nur BTW.
Ich messe Substrattemperaturen im Vakuum bis 1450°C mit Ni/CrNi.
Sebastian
Labortechniker
--
Sebastian Enke / Jena, Germany
Internet: mailto:p5e...@cnve.rz.uni-jena.de
WWWeb: http://www.physik.uni-jena.de/~layer/
Ich habe gerade ein Mantelthermoelement gekauft. Bei den Dingern liegen
die beiden Thermodraehte eingebettet in eine keramische Isolationsschicht,
die von einem duennen Edestahlroehrchen umgeben ist. Das ganze gibt es in
einer Dicke von 0.5mm aufwaerts, sieht aus wie eine Stricknadel und laesst
sich beinahe beliebig biegen. Der eigentliche Messkontakt liegt an der
Spitze, wo die Dreahtchen verschweisst sind.
Vorteil dieser Konstruktion ist, dass die Messdraehte keinen elektrischen
Kontakt zur Aussenwelt haben und Temperatuern bis 1200 Grad C kein Problem
sind.
Der ganze Spass kostet 80 DM inclusive Anschlussleitung.
Thermocoax, Meiendorferstrasse 205, 22145 Hamburg, tel 040 670 60-0
Tschuess,
--<(kmk)>--
Das ergibt dann die Spannungsreihe Ni-Ag/Ag-NiCr, der Effekt des Silbers in
der Mitte hebt sich also auf.
Die Dinger wurden als Messgeber in einer Pressanlage eingesetzt, unter
etlichen Tonnen Druck. Nach ein paar Pressungen war der Sensor kaputt und ein
neuer musste her. Aber dafuer gibts ja Prakties...
Was mich heute noch wundert...
Die Sensoren wurden ueber ungeschirmte 2adrige Leitung mit der Steuerung
verbunden. Wie verhindert man eigentlich bei derart niedrigen Signalgroessen,
dass Stoerungen die Messung verfaelschen? Das Messgeraet war analog.
--
Olav "Mac" Wölfelschneider wo...@rbg.informatik.th-darmstadt.de
PGP fingerprint = 065F66B32AAD7D2DB719673C95A79DAF
But let your communication be Yea, yea; nay, nay: -- Matthew 5:37
for whatsoever is more than these cometh of evil. on computers
> Ich weiß nicht mit welchen Meßfehlern Du leben kannst, aber ich
> habe keinen großen Unterschied zw. verdrillt und verlötet
> feststellen können. Es kommt in erheblicherem Maße auf guten
> Wärmekontakt zw. Sensor und Prüfling an.
Hallo Sebastian,
Ziel ist es, mit einem Messfehler von +/- 1 K leben zu koennen. Ich stimme
Deiner Meinung zu, dass die Anbringung (Waermekontakt) der Thermoelemente
entscheidend ist. Das zeigen zumindest meine bisherigen Erfahrungen.
+-1K aber nur mit typ R,S (+-1K) und T (+-0.5K) ! (nach DIN-tabellen/polynomen)
wobei das die messunsicherheit des elementes ist, und da kommt noch das
messgeraet, die vergleichsstelle und die unsicherheit der ankopplung dazu,
um mal die groessten unsicherheiten aufzuzaehlen.
(mit einem HP3458A (8 1/2 stellen) kommt man zb. auf ca. 0.12K
messunsicherheit (95%vertrauensbereich) bei typ S))
bei 900K mit standardelementen ohne individuelle kalibrierung sind +-2k
schon eine realistischere (und optimistische!!) einschaetzung.
tschuess henrik
--
---------------------------- Corinna & Henrik Volkers
vol...@freebsd.first.gmd.de
| | |
__|._.__|._.__|._.____________________ beeeeeeeeeeeeee...
| | |
> ???
>
> Habs mal probiert: Thermoelement in Eiswasser und Temperatur aus
> Tabelle abgelesen: t >> 20 Grad C !?
> Selbst wenn ich das Messgerät bei 0 Grad C auf Null setze, habe ich
> bei bloßer Berührung der Krokoklemmen mehrere Grad Abweichung.
>
> Muss ich ein paar Semester Physik studieren um dass zu kapieren ?
>
> Ein sich ziemlich veralbert vorkommender
> Gerd
Hallo Gerd,
ein paar Semester Physik musst Du nicht studieren um das Prinzip des
Thermoelementes zu verstehen.
Ich will mal kurz versuchen das Messprinzip zu erlaeutern ohne jedoch
auch die physikal. Grundlagen der Entstehung der Thermospannung
einzugehen. Dazu lasse ich mich gern vom einem Physiker aufklaeren. Fakt
ist das es eine Thermospannung gibt wenn man 2 Metalle miteinander in
Kontakt bringt. Diese Thermospannung ist temperaturabhängig und für
unterschiedliche Metallpaarungen unterschiedlich gross. Berechnen kann
man dies Thermospannung fuer die jeweilige Kombination x/y mit Hilfe der
thermochemischen Spannungsreihe. Dort sind die Thermospannungen (U_x,Pt)
bei 0°C für unterschiedliche Metall/Platin-Kombinationen aufgelistet.
Mit der Gl.:
U_x,y = U_x,Pt - U_y,Pt
kann man dann die Thermospannung fuer jedes beliebige (in der Tabelle
enthaltene) Metallkombination berechnen. Die Thermospannungen sind fuer
gebraeuchliche Kobinationen (z.B.Ni-NiCr) genormt.
!! Achtung: Die Thermospannungen sind genormt nicht die
Legierungskombinationen. Deshalb zum selber bauen von Thermoelementen
nur Drähte des gleichen Herstellers benutzen. !!
Nun zum Messprinzip
Du hast also die Messstelle mit dem Thermoelement (bekannte
Thermoelementpaarung, und den Thermospannungen in Abhaengigkeit von der
Temperatur für dieses Thermoelement). Im einfachsten Fall
nun wie oben beschrieben:
> Mikrovoltmeter mit normalen Messleitungen und Klemmen mit dem
> Thermoelement (Type K) verbinden,
> Element mit Probe verbinden,
> Spannung in mVolt ablesen und aus Tabelle die Temperatur nachschlagen.
So nun liesst Du in der Tabelle ca. 20°C ab und das ist ja auch voellig
OK. Denn was ist passiert?
In dem Stromkreis befindet sich ja noch eine weitere
Thermoelementpaarung und zwar an dem Mikrovoltmeter.
Thermoelementpaarung Ni/Cu und NiCr/Cu, also wieder Ni/NiCr.
(Thermospannung vom Cu fällt raus, siehe obige Erlaeuterung/Gl.) Deine
Messstelle hattest Du mit Eiswasser auf 0°C festgelegt und gemessen hast
Du jetzt die Zimmertemperatur. Mit 20 °C ist es also angenehm warm.
Um also die Temperatur am Messpunkt bestimmen zu koennen muß man immer
auch die Temperatur der Vergleichstelle wissen. Man kann also nicht die
Temperatur als absolute Groesse sondern immer nur als Differenz zwischen
den Temperaturen am Messpunkt und der Vergleichsstelle bestimmen.
Beholfen hat man sich da vor Urzeiten damit indem man die Temperatur mit
Oelthermostaten auf einer festen Temperatur konstant gehalten hat. Hier
bei uns steht noch so ein Teil rum. Moderne elektronische Messgeräte
messen mit einem anderen Messverfahren (z.B. Pt100) die Temperatur an
den Kontaktstellen und "berechnen" dann gleich auch die wirkliche
Temperatur. Es gibt da glaube auch IC`s die das alles erledigen.
Vielleicht von MAXIM?! Wer was genaues weiss moege sich mal an die
Tastatur begeben.
Damit haben wir auch den Faden zurueck zur Elektronik gefunden. Ich
hoffe allen Lesern dieser netten news-Gruppe geholfffen zu haben und
erwarte nun gleichfalls Eure Infos.
Ciao Matthias
--
Matthias Fritsche
e-mail: matthias...@rz.tu-ilmenau.de \\ //
(-o^o-)
-------------------------------------------------------oOOO--(_)--OOOo----
>Hallo allerseits,
--- GEKÜRZT---
>Thermoelemente kann man aus unterschiedlichen Metallkombinationen
>zusammenbauen. Mich interessieren Thermoelemente aus Nickelchrom (NiCr)
>und Nickel (Ni), auch bekannt als Typ K.
>Über Erfahrungsberichte zu diesem Thermoelementtyp würde ich mich freuen.
>Ralf
Hallo wiederum an alle!
Nachdem es ja so viele mit Erfahrung beim Messen mit Thermoelementen
gibt, würde mich das Equipment am anderen Ende des Thermoelements
interessieren.
Einige Physiker wollen mir (popliger Elektroniker) partout folgende
Methode als wissenschaftlich präzise aufschwätzen:
Mikrovoltmeter mit normalen Messleitungen und Klemmen mit dem
Thermoelement (Type K) verbinden,
Element mit Probe verbinden,
Spannung in mVolt ablesen und aus Tabelle die Temperatur nachschlagen.
???
Neee... Aber geringe Abweichungen und Verunreinigungen in den legierungen der
beiden Draehte koenne Messfehler ergeben.
Damit das nicht passiert, stimmen die Herstell ihre Draehte aufeinander ab.
Das klappt aber nur, wenn man alles vom gleichen Hersteller bezieht.
Achtung: Nicht die Temperaturdifferenz bilden, sondern die Differenz der
Thermospannungen, also die der Messtelle an sich sowie die der
Vergleichsstelle, hier 20 Grad Celsius. Der Grund liegt in
Nichlineritaet der Thermospannungs-Temperaturkurve. Mit all diesen
Sachen kann man sehr schoene Praktikas aufbauen mit entsprechenden
Fallbeispielen, um die Fehler zu demonstrieren. Da nuetzt auch kein
Mikrocontroller oer aehnliches. Bei Bedarf kann ich das Praktikum
Temperaturmessung anbieten.
Achso, diese Art der T-messung mit TE an Millivoltmeter ist letztendlich
sehr ungenau, weil die Temperatur der Vergleichsstelle eben der
Umgebungstemperatur entspricht und damit eine grosse Abhaengigkeit von
allen moeglichen Einflussgroessen besitzt. Guenstiger sind da schon
geregelte Vergleichstellen (z. B. 50 Grad celsius). Ausserdem sollte man
fuer genaue T-Messungen im unteren T-bereich PT100 verwenden, ab 500-600
Grad sind TE guenstiger. Ausserdem gibt es noch ein paar andere
Temperaturmessverfahren, die aber nur spezielle Temperaturbereiche sowie
spezielle Anwendungsbereiche betreffen. Fuer tiefergehende fragen bin
ich offen
MFG
Henning Schwanbeck
--
Henning Schwanbeck
Technical University of Ilmenau
Computer Center
98684 Ilmenau
POB 10 05 65
Germany
Phone +49 3677 691214
Fax +49 3677 691208
E-Mail Henning.S...@RZ.TU-Ilmenau.DE
http://www.tu-ilmenau.de
and
http://www.rz.tu-ilmenau.de/~schwan
> Wenn ich das Thermoelement ins Eiswasser tauche dient dieses
> eigentlich als Vergleichsstelle und Referenz auf 0 Grad Celsius !?
Hallo Gerd,
Der gesamte Stromkreis (bei Ni-NiCr) sieht dann so aus:
Messgeraet-Cu-K1(ta)-Ni-K2(Eiswass.)-NiCr-K3(Messstelle)-Ni-K4(ta)-Cu-
Messgeraet
Kn (n=1,2,3,4) sind die Kontaktstellen unterschiedlicher Metalle.
Jede Kontaktstelle zieht eine Thermospannung nach sich (auch wenn die
Spannung nicht an der Stelle entsteht), deshalb ist es wichtig, das K1 und
K4 auf gleicher Temperatur liegen. Dann verbleiben die Stellen K2 und K3,
so dass man nur noch die Summe dieser Spannungen misst.
Dabei ist unterstellt, dass der Messpfad im Geraet aus Kupfer besteht. Ist
dies nicht der Fall, sind gleiche Betrachtungen wie an den Stellen K1 und
K4 anzustellen.
> Die verschiedenen Metallübergänge (Meßkabel, Klemmen u. Buchsen)
> dienen (unerwünscht) als Meßelement für die Raumtemperatur.
Eben darum ist es wichtig, das alles moeglichst auf gleichem
Temperaturniveau zu halten. Wenn man starke Waermequellen in der Naehe
der Verbindungsstellen K1,K4 hat wirds problematisch. Das gilt
insbesondere auch im (elektronischen) Messgeraet mit seinen zahlreichen
Kontaktstellen.
Hth,
> Wenn ich das Thermoelement ins Eiswasser tauche dient dieses
> eigentlich als Vergleichsstelle und Referenz auf 0 Grad Celsius !?
Yup, tut es. Zumindest kann man das so machen.
> Die verschiedenen Metallübergänge (Meßkabel, Klemmen u. Buchsen)
> dienen (unerwünscht) als Meßelement für die Raumtemperatur.
> Hab's gerade ausprobiert...
Das ist der Grund, weshalb Thermoelemente idealerweise direkt mit der
Ausgleichsleitung an den Linearisierer angelötet werden. Wenn man's
übertreibt, nimmt man dazu auch noch "Thermospannungsfreies Lötzinn".
> Wenn ich also obendrein die verschiedensten Materialien für die
> Verbindung zwischen Thermoelement und Meßgerät benutze, kann ich
> eigentlich nur grob die Raumtemperatur in mVolt vom Meßwert abziehen.
Kannst Du, nur Du hast dadurch natürlich ein falsches Ergebnis.
> Wie Leute einfach ein einzelnes Thermoelement ans Multimeter klemmen
> und hinterher sagen: Diese Probe hat exakt eine Temperatur von 670
> Grad Celsius, bleibt mir trotzdem ein Rätsel.
Grins, ich könnte ja jetzt sagen: Studenten ... :)
Budweiser *Where do they make you go today ?*
Moin Thomas,
>man's uebertreibt, nimmt man dazu auch noch "Thermospannungsfreies
>Loetzinn".
Cadmiumhaltig, also mit etwas Vorsicht zu verarbeiten.
--
Bis die Tage...
Rainer
:-)
da TE in der industrie beliebte sensoren sind, gibt es auch entsprechende
normen. da der seebeckkoeffizient stark materialabhaengig ist, wird bei der
produktion von TE jeder einzelleiter vermessen und dann so gepaart, das sie
der norm DIN IEC 485 klasse 1 oder 2 genuegen.
nochmal dazu mein buchtip:
manual on the use of thermocouples in temperature measurement
fourth edition
ASTM manual series: MNL 12
ASTM publication code no. (PCN): 28-012093-40
Zitat aus dem Vorwort:
Regardless of how many facts are presented herein and regardless of the
pecentage retained, all will be for naught unless one simple important fact
is kept firmly in mind. The thermocouple reports only what it "feels." This
may or may not be the temperature of interest.
gruss aus baerlin
> >man's uebertreibt, nimmt man dazu auch noch "Thermospannungsfreies
> >Loetzinn".
> Cadmiumhaltig, also mit etwas Vorsicht zu verarbeiten.
Klar, recht hast Du. Aber auch normaler PbSnCu ist schon mit Vorsicht
(sprich Absauger) zu geniessen. Kolophonium ist nicht gerade das, was ich
mir auf's Brot streichen würde.
in welchem temperaturbereich ??
ich hab grad heute ein TE-mantelelement mit 3mm durchmesser in der hand
gehabt, aber das zaehlt nich ;-)
pt100 gibts zb. d1mmx20mm als drahtelement und als platinmeander auf ceramik
gedampft sind die kleinsten die ich bisher in den haenden hatte 4qmm klein.
wobei das drahtelement wesentlich stabiler bei thermischen stress ist.
(mit H2O-tripelpunkt getestet!) .
tschuess henrik
Du schreibst in d.s.e:
> in welchem temperaturbereich ??
Ich hatte das, wenn ich mich recht erinnere, am Anfang des threads
genannt: Raumtemperatur bis so ca. 400 Grad C.
Das Problem ist natürlich, dass der thread mittlerweile sehr
unübersichtlich ist. Ich hatte, ehrlich gesagt, nicht damit gerechnet eine
solche 'Lawine' loszutreten.
> ich hab grad heute ein TE-mantelelement mit 3mm durchmesser in der
> hand gehabt, aber das zaehlt nich ;-)
Ich verwende, wie bereits erwaehnt, verdrillte Ni-NiCr Thermoelemente. Das
sind einfach zwei dünne Draehte (ca. d 1mm x 5 mm). Kostet pro Stueck etwa
20 - 30 DM. Bei den Versuchen gehen die haeufig auch mal weiter vorn
kaputt, lassen sich aber vergleichsweise problemlos reparieren.
> pt100 gibts zb. d1mmx20mm als drahtelement und als platinmeander
> ...
Ich werde bei Gelegenheit einschlaegige Kataloge studieren.
Auf jeden Fall vielen Dank fuer Deinen kompetetenten Rat.
ciao, Ralf
20 - 30 DM? Meinst Du nicht eher Pfennige?
--
Daniel Haude /--------------------------------------
Institut fuer Angewandte Physik /
Universitaet Hamburg / ha...@physnet.uni-hamburg.de
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