Hi Jan,
>> Fläche bringt mehr als
>> Wirkungsgradoptimierung in Bezug auf Solarertrag und die WP mehr als
>> hohe Vorlauftemperaturen der Solarflüssigkeit.
>
> Dafür muss aber eben die bei ausreichend hoher Temp gesammelte Wärme
> nicht noch hochgepumpt werden.
Wohl wohl, was interessiert, ist das Verhältnis zwischen Aufwand
(Investition und el. Energie) im Verhältnis zur Nutzwärme. Diese
Betrachtung ist geringfügig aufwändiger als die ausschließliche
Wirkungsgradbetrachtung einzelner Elemente
> Ich denke, es gibt für alle 3 Herangehensweisen an Thermosolar (gemeint
> sind: 1. unisoliert+billig, 2. low-tec iso mit Glasscheibe, sowie 3. high-
> tec Vakuumröhren) so seine Berechtigung. Nur wirklich billig, so wie "die
> Sonne scheint umsonst" ist das eben alles nicht.
Das war seit je her eine offensichtliche Halbwahrheit, die in der Praxis
eben eher eine Werbelüge darstellt.
Der entscheidende Punkt beim Vergleich der drei Alternativen ist, dass
das Gesamtsystem übers Jahr hinweg gesehen werden muss. Die weit
verbreiteten Versionen 2 und 3 ernten fast ausschließlich die mehr oder
weniger direkt eingestrahlte Sonnenenergie. Die ist gerade in der
Heizperiode doch sehr begrenzt, vor allem dann, wenn man die Leistung
zur Heizung braucht. Nutzt man die Flächen als Wärmetauscherflächen der
Wärmepumpe, dann sieht das viel besser aus. Gerade der Energieanteil im
Regenwasser wird wohl sehr unterschätzt. Die Kombination von
oberflächennahen Erdwärmenutzung und Flächenwärmetauschern hilft, Wärme
im Sommer zur Regenerierung des Erdwärmespeichers zu nutzen (da braucht
es weder hohe Vorlauftemperaturen noch WP) und man kann sich die gerade
günstigere Wärmequelle für die Pumpe aussuchen. Gerade in der
Übergangszeit ist die Sole aus der Umgebungsluft erwärmt, möglicherweise
sogar noch solar unterstützt, wärmer als die im Garten vergrabenen
Soleschläuche.
> Wenn man das so ggü. der konkurrierenden, mir noch etwas
> Multifunktionaler erscheinenden Kollektorkombi aus PV+WP sieht.
Diese Kombi hatte ich vor zehn Jahren schon auf dem Schirm. Die Probleme
liegen hier auch in den Details. Die Anbindung der Wasserkühlung an die
Solarzellen ist eben leider recht teuer in der Produktion. Da kann man
nicht einfach den Lötbrenner und ein bisschen Zinn dran halten. Bei
Solarzellen will man das auch gerne an die Wärmepumpe ankoppeln. Das
bringt es aber nur, wenn ohnehin eine WP mit Sole als Primärquelle
genutzt werden soll. Für die Solarzellen ist die abgesenkte Temperatur
sogar noch positiver in Bezug auf den Wirkungsgrad und Lebensdauer.
Dumm nur, dass zu den Zeiten, in denen die Module die Kühlung am
nötigsten hätten, der Wärmebedarf sehr gering ist.
Den finanziellen Mehraufwand für die PV-Solarthermie spielt man so
schnell nicht herein.
> Freie Wahl bei der Wärmequelle (für die WP) ist natürlich toll.
Das übersteigt aber schnell die intellektuellen Fähigkeiten der
planenden und ausführenden Handwerker.
> aber die Glasscheibenvariante eine so schlechte Wahl ist, wie Du es jetzt
> dargestellt hast... man kann die ja auch so als grobe Richtung bei z.B.
> 10°C sammeln lassen, wofür manch Haus ja einiges an Speichermasse hätte.
Das Problem ist ja, dass mit der WP aktiv gekühlt wird. Wenn durch die
Isolation der Module, und sei es nur eine Glasscheibe und nach hinten
die Mineralwolle, die Umgebungswärme nicht zu den Wärmetauscherflächen
kommt. Dann geht die Temperatur schnell deutlich tiefer.
Marte