ich hab vor einigen Tagen 100g (eine kleiner Packung gab's leider nicht)
Lötpaste gekauft. Nun ist mein Verbrauch ziemlich kein und es wird Jahre
oder Jahrzehnte dauern, bis ich die 100g aufgebraucht habe.
Zu meiner Überraschung findet sich auf Kartusche ein Haltbarkeitsdatum
bis zum 19.11.2001. Das ist nicht lange. :-(
Fragt sich was passiert, wenn Zeug länger rumliegt. Wird's fest? Oder
sonstwie unbrauchbar, oder ist das Datum vielleicht nur so zur
Verzierung drauf?
Es handelt sich übrigens um eine Lötcreme mit Kolophonium von Type
Fluitin-Weichlötpaste 62Sn/36Pb/2Ag von alphametals.
cu
Flo
Bei meiner alten Firma gab es während eines Audits im Zuge der
Zertifizierung nach QS-9000 Mecker, weil das Lötzinn nicht mit einem
Haltbarkeitsdatum versehen war. Also haben wir beim Hersteller
nachgefragt. Der hat sich dann kaputtgelacht und uns gesagt, wir sollten
halt was passendes draufschreiben...
Manuel
--
Alles auf der Welt kommt auf einen gescheiten Einfall und auf einen
festen Entschluß an. Johann Wolfgang von Goethe
> Hallo,
>
> ich hab vor einigen Tagen 100g (eine kleiner Packung gab's leider nicht)
> Lötpaste gekauft. Nun ist mein Verbrauch ziemlich kein und es wird Jahre
> oder Jahrzehnte dauern, bis ich die 100g aufgebraucht habe.
gibts schon, (mir faellt aber auch nicht ein, wo)
>
> Zu meiner Überraschung findet sich auf Kartusche ein Haltbarkeitsdatum
> bis zum 19.11.2001. Das ist nicht lange. :-(
>
> Fragt sich was passiert, wenn Zeug länger rumliegt. Wird's fest? Oder
> sonstwie unbrauchbar, oder ist das Datum vielleicht nur so zur
> Verzierung drauf?
Es aendert die Konsistenz, und das Dispensen oder gar Rakeln wird
schwierig b.z.w. funktioniert nicht mehr. Wie benutzt Du denn die
Loetpaste? Im Dispenser? Mit einer Rakelmaschine?
Beim Aufbewahren unbedingt auf niedrige Temperartur und moeglichst
dichten Verschluss achten, also ab in den Kuehlschrank. (Ob
Temperaturen unter 0 Grad der Haltbarkeit foerderlich oder abtraeglich
sind weiss ich allerdings nicht, siehe Datenblatt...)
Gruss,
Juergen
--
Dr. Juergen Hannappel Office: W148 Phone: +49 228 73 2447 FAX +49 228 73 7869
mailto:hann...@physik.uni-bonn.de Physikalisches Institut der Uni Bonn
http://lisa2.physik.uni-bonn.de/~hannappe Nussallee 12, D-53115 Bonn, Germany
CERN: Phone: +412276 76461 Fax: 77930 Bat. 892-R-A13 F-01631 CERN CEDEX, France
Hallo,
Lötdraht oder Lötpaste?
Das Draht länger lagerfähig ist als ein feines Pulver mit Flussmittel
etc. gemischt ist kein Wunder.
Bye
danke für Deine Antwort.
> > ich hab vor einigen Tagen 100g (eine kleiner Packung
> > gab's leider nicht) Lötpaste gekauft.
>
> gibts schon, (mir faellt aber auch nicht ein, wo)
Conrad hat kleiner Tuben, aber zum Preis der 100g Packung von Bürklin,
und außerdem bietet Conrad die Paste ohne genaue Angaben zur
Partikelgröße und Flußmittel an.
> > Zu meiner Überraschung findet sich auf Kartusche ein
> > Haltbarkeitsdatum bis zum 19.11.2001. Das ist nicht
> > lange. :-(
> >
> > Fragt sich was passiert, wenn Zeug länger rumliegt.
> > Wird's fest? Oder sonstwie unbrauchbar, oder ist das
> > Datum vielleicht nur so zur Verzierung drauf?
>
> Es aendert die Konsistenz, und das Dispensen oder gar
> Rakeln wird schwierig b.z.w. funktioniert nicht mehr.
> Wie benutzt Du denn die Loetpaste? Im Dispenser? Mit
> einer Rakelmaschine?
Ehrlich gesagt sehr unprofessionell: ich bringe mit der Pinzettenspitze
kleine Tröpfchen auf die Lötpads und löte dann mit dem Lötkolben. Aber
es funktioniert und ich kann sogar µMAX ICs (Lötpads im RM 0.5mm) o.ä.
verarbeiten.
> Beim Aufbewahren unbedingt auf niedrige Temperartur
> und moeglichst dichten Verschluss achten, also ab in
> den Kuehlschrank.
Kühl lagern dachte ich mir auch schon, und hab die Paste bisher im
Kühlschrank gelagert.
> (Ob Temperaturen unter 0 Grad der Haltbarkeit foerderlich
> oder abtraeglich sind weiss ich allerdings nicht, siehe
> Datenblatt...)
Datenblatt hab ich keines, mal sehen ob sich was finden läst.
Ob's wirklich was birgt scheint mir auch fraglich. Ich nehme an die
Paste besteht aus Staub der angegebenen Legierung (62Sn/36Pb/2Ag) und in
Alkohol (oder einem organischen Lösungsmittel) gelöstem Kolophonium.
Einfrieren würde wohl nur was bringen, wenn man unter den Schmelzpunkt
der Flußmittellösung kämme, dann könnte man vielleicht das Verdunsten
verhindern (wenn die Lösung nicht einfach sublimiert).
Jedenfalls muß ich wohl nicht damit rechnen, das die Paste in drei
Monaten unbrauchbar ist. Dann müßte ich nämlich schleunigst versuchen
sie zu Verkaufen. Hat vielleicht gerade jemand Interesse an 90g der
genannten Paste?
cu
Flo
Uwe Hercksen wrote:
>
> Manuel Buff schrieb:
> >
> > Bei meiner alten Firma gab es während eines Audits im
> > Zuge der Zertifizierung nach QS-9000 Mecker, weil das
> > Lötzinn nicht mit einem Haltbarkeitsdatum versehen war.
> > Also haben wir beim Hersteller nachgefragt. Der hat
> > sich dann kaputtgelacht und uns gesagt, wir sollten
> > halt was passendes draufschreiben...
>
> Lötdraht oder Lötpaste?
In meinem Fall geht's um Lötpaste, feines Pulver (0.020-0.045 mm
Korngröße) mit Flußmittel.
> Das Draht länger lagerfähig ist als ein feines Pulver mit
> Flussmittel etc. gemischt ist kein Wunder.
Irgend wie schon, aber was sollte den passieren, löst sich Zinn etwa
doch in Kolophonium auf, oder wie könnte die Paste überhaupt altern?
Vielleicht zersetzt sich auch das Kolophonium?
cu
Flo
> Irgend wie schon, aber was sollte den passieren, löst sich Zinn etwa
> doch in Kolophonium auf, oder wie könnte die Paste überhaupt altern?
> Vielleicht zersetzt sich auch das Kolophonium?
Hallo,
es kann Luftsauerstoff in die Paste diffundieren und die Oberfläche der
Zinnkügelchen oxidieren.
Da wird ja auch nicht Kolophonium pur drin sein sondern noch
Lösungsmittel etc. um die Viskosität richtig einzustellen , wenn davon
was verdampft und entweicht stimmt die Konsistenz nicht mehr.
Bye
> Hallo Juergen,
>
> danke für Deine Antwort.
>
> > > ich hab vor einigen Tagen 100g (eine kleiner Packung
> > > gab's leider nicht) Lötpaste gekauft.
> >
> > gibts schon, (mir faellt aber auch nicht ein, wo)
>
> Conrad hat kleiner Tuben, aber zum Preis der 100g Packung von Bürklin,
> und außerdem bietet Conrad die Paste ohne genaue Angaben zur
> Partikelgröße und Flußmittel an.
das ist Pech, macht aber nichts, siehe unten:
[...]
> > Wie benutzt Du denn die Loetpaste? Im Dispenser? Mit
> > einer Rakelmaschine?
>
> Ehrlich gesagt sehr unprofessionell: ich bringe mit der Pinzettenspitze
> kleine Tröpfchen auf die Lötpads und löte dann mit dem Lötkolben. Aber
> es funktioniert und ich kann sogar µMAX ICs (Lötpads im RM 0.5mm) o.ä.
> verarbeiten.
Das ist kein Grund sich mit Loetpaste das Leben schwer zu machen. Mit
genuegend Flussmittel (am besten aus einer kleinen Spritze, gibst
fertig in kleinen Portionen) und Loetzinn von der Rolle geht das auch,
und wenn man sowas hat wie die ERSA-Loetspitze fuer Finepitch (die hat
ca 1.5mm Durchmesser und eine Aushoehlung als Lotdepot) dann kann man
so klienen Kram ruckzuck loeten, es ist sogar weniger arbeit als die
"ueppigen" 1.27mm pitch-Gehaeuse, denn man zieht den Loetkolben nur
einmal kurz ueber alle Pins rueber. (Am besten vorher mal an Schrott
ueben)
> > Ehrlich gesagt sehr unprofessionell: ich bringe mit der Pinzettenspitze
> > kleine Tröpfchen auf die Lötpads und löte dann mit dem Lötkolben. Aber
> > es funktioniert und ich kann sogar µMAX ICs (Lötpads im RM 0.5mm) o.ä.
> > verarbeiten.
>
> Das ist kein Grund sich mit Loetpaste das Leben schwer zu machen. Mit
> genuegend Flussmittel (am besten aus einer kleinen Spritze, gibst
> fertig in kleinen Portionen) und Loetzinn von der Rolle geht das auch,
> und wenn man sowas hat wie die ERSA-Loetspitze fuer Finepitch (die hat
> ca 1.5mm Durchmesser und eine Aushoehlung als Lotdepot) dann kann man
> so klienen Kram ruckzuck loeten, es ist sogar weniger arbeit als die
> "ueppigen" 1.27mm pitch-Gehaeuse, denn man zieht den Loetkolben nur
> einmal kurz ueber alle Pins rueber. (Am besten vorher mal an Schrott
> ueben)
Hmm. Ich hab's auch erst mit normalem Lötzinn (0.5mm Durchmesser mit
Flußmittelseele) versuchen, das hat auch funktioniert, war aber viel
mühsamer. Allerdings kenne ich die Ersa Finepitch Spitze nicht. das mit
dem Lotdepot hört sich praktisch an, wenn's wirklich funktioniert. Ich
hab eine Weller Lötstation, vielleicht hat Weller aber auch so was im
Programm.
Insgesamt komme ich mit der Paste viel besser zurecht und wenn sie nicht
in drei Monaten zu einem karten Klumpen geworden ist rentiert sie sich.
cu
Flo
Jan
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