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Solarzellen: Dünnschicht vs. Dickschicht

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Stefan Heimers

unread,
Mar 22, 2016, 6:33:53 AM3/22/16
to
Die Hersteller von Dünnschichtzellen geben an, dass diese bei Streulicht
effizienter seien, weil sie kurzwelligeres Licht absorbieren können.

Ich habe nun zwei Module getestet, eines mit Dünnschicht, eines mit
monokristallinen Dickschichtzellen. Beides gewöhnliche Singlejunction
Technik.

Kurz zusammengefasst: Der Wirkungsgrad, also die Leistung pro Fläche, ist
bei den Dickschichtzellen unter allen Umständen besser, Dünnschicht holt
also bei Bewölkung nicht mehr raus.

ABER: Beim Preis/Leistungsverhältnis sieht es anders aus, da hat das
Dünnschichtmodul bei diffusem Licht (Nebel, Bewölkung oder kurz nach
Sonnenuntergang) tatsächlich einen sehr deutlichen Vorteil.

Einen weiteren Vorteil haben die Dünnschichtmodule auch bei Teilabschattung.
Wird eine einzelne Zelle abgeschattet, geht die Leistung des Moduls massiv
zurück. Dies ist bei typischen Dickschichtzellen schnell mal geschehen, wenn
zum Beispiel ein Ast oder ein Mast einer Strassenlaterne einen Schatten
wirft. Beim Dünnschichtmodul wo die Zellen sehr lange, schmale Streifen sind
ist die Gefahr der kompletten Abschattung einer einzelnen Zelle geringer.

Auf meiner Webseite habe ich noch die Tabelle mit den Messwerten und eine
detailiertere Beschreibung:

http://www.heimers.ch/de/solarvergleich.html




René Schuster

unread,
Mar 22, 2016, 12:52:48 PM3/22/16
to
On 2016-03-22 11:34, Stefan Heimers wrote:

> ABER: Beim Preis/Leistungsverhältnis sieht es anders aus, da hat das
> Dünnschichtmodul bei diffusem Licht (Nebel, Bewölkung oder kurz nach
> Sonnenuntergang) tatsächlich einen sehr deutlichen Vorteil.
>
> Einen weiteren Vorteil haben die Dünnschichtmodule auch bei
> Teilabschattung.

Und vor allem bei hohen Temperaturen. Wiederhole den Versuch doch mal im
Hochsommer, wäre sehr interessant.

--
rs

Rolf Bombach

unread,
Mar 22, 2016, 5:24:10 PM3/22/16
to
Stefan Heimers schrieb:
> Die Hersteller von Dünnschichtzellen geben an, dass diese bei Streulicht
> effizienter seien, weil sie kurzwelligeres Licht absorbieren können.
>
> Ich habe nun zwei Module getestet, eines mit Dünnschicht, eines mit
> monokristallinen Dickschichtzellen. Beides gewöhnliche Singlejunction
> Technik.
>
> Kurz zusammengefasst: Der Wirkungsgrad, also die Leistung pro Fläche, ist
> bei den Dickschichtzellen unter allen Umständen besser, Dünnschicht holt
> also bei Bewölkung nicht mehr raus.

Nun, aus Sicht der Hersteller sieht es wohl so aus: Rückgang bei
Bewölkung bei Dünnschicht um 90% auf 10% der Nennleistung, bei
Mono um 97% auf 3%. Und schon sieht es besser aus. Dass dies damit
erkauft wird, dass der Wirkungsgrad bei Sonnenlicht viel schlechter
ist, muss man ja nicht erwähnen...

Nachteil der Si-Dünnschichttechnik: Die Maschinen zur Herstellung
werden mit NF3 gereinigt, ein Treibhausgas, das ca 20'000 mal stärker
wirkt, als CO2. Energetisch und finanziell ist mit Dünnschicht rasch
der Payback erreicht, in sonnenreichen Gegenden innerhalb eines
Jahres, aber punkto Klima wird nichts erreicht, wenn die Bilanz
nicht sogar kontraproduktiv wird.

--
mfg Rolf Bombach

Dieter Wiedmann

unread,
Mar 22, 2016, 5:40:18 PM3/22/16
to
Am 22.03.2016 22:24, schrieb Rolf Bombach:

> Nachteil der Si-Dünnschichttechnik: Die Maschinen zur Herstellung
> werden mit NF3 gereinigt, ein Treibhausgas, das ca 20'000 mal stärker
> wirkt, als CO2.

Das Zeug wird auch bei CVD zur Herstellung von TFT-Schirmen verwendet.

Man kann es wohl durch F_2 ersetzen, aber das ist halt ziemlich giftig.



Gruß Dieter

Heiko Lechner

unread,
Mar 23, 2016, 2:54:22 AM3/23/16
to
Am 22.03.2016 um 22:42 schrieb Dieter Wiedmann:
> Am 22.03.2016 22:24, schrieb Rolf Bombach:
>
>> Nachteil der Si-Dünnschichttechnik: Die Maschinen zur Herstellung
>> werden mit NF3 gereinigt, ein Treibhausgas, das ca 20'000 mal stärker
>> wirkt, als CO2.
>
> Das Zeug wird auch bei CVD zur Herstellung von TFT-Schirmen verwendet.

Kann man das nicht wieder auffangen?

Dieter Wiedmann

unread,
Mar 23, 2016, 3:03:43 AM3/23/16
to
Nicht restlos. Letztlich ist es natürlich wieder eine Frage des schnöden
Mammons...


Gruß Dieter


Arno Welzel

unread,
Mar 23, 2016, 3:04:55 AM3/23/16
to
Könnte man vielleicht - aber solange es keine Vorschrift gibt, das zu
tun, wird es eben nicht gemacht.


--
Arno Welzel
http://arnowelzel.de
http://de-rec-fahrrad.de
http://fahrradzukunft.de

Heiko Lechner

unread,
Mar 23, 2016, 3:38:38 AM3/23/16
to
Am 23.03.2016 um 08:06 schrieb Dieter Wiedmann:

> Nicht restlos. Letztlich ist es natürlich wieder eine Frage des schnöden
> Mammons...

Na, wer hätte das gedacht...

Matthias Weingart

unread,
Mar 23, 2016, 3:49:19 AM3/23/16
to
Rolf Bombach <rolfnosp...@invalid.invalid>:

> Nun, aus Sicht der Hersteller sieht es wohl so aus: RǬckgang bei
> BewÇôlkung bei DǬnnschicht um 90% auf 10% der Nennleistung, bei
> Mono um 97% auf 3%. Und schon sieht es besser aus. Dass dies damit
> erkauft wird, dass der Wirkungsgrad bei Sonnenlicht viel schlechter
> ist, muss man ja nicht erwÇÏhnen...

Der ist doch auch bei Streulicht viel schlechter. Nach Stefans Messungen
liefert die Dickschichtzelle 1,7* mehr und im Zimmer 2,6* mehr und nach
Datenblallt ist die Dickschichtzelle mit 4,5* mehr Nennlesitung am Start.

Meiner Meinung nach darf man aber nicht nur die Preise der Module
vergleichen, man muss ja auch noch die Kosten für die Halterungen, Kabel,
Umrichter, Installation etc. beücksichtigen. Und da rechnen sich die
Dickschichtzellen sehr viel schneller, ale bei einfacher Betrachtung der
reinen Zellkosten!

M.
--

Stefan Heimers

unread,
Mar 23, 2016, 7:03:20 AM3/23/16
to
Matthias Weingart wrote:

> Meiner Meinung nach darf man aber nicht nur die Preise der Module
> vergleichen, man muss ja auch noch die Kosten f�r die Halterungen, Kabel,
> Umrichter, Installation etc. be�cksichtigen. Und da rechnen sich die
> Dickschichtzellen sehr viel schneller, ale bei einfacher Betrachtung der
> reinen Zellkosten!

Ja, in Bezug auf Halterungen und natürlich auch Dachfläche ist Dünnschicht
sicher schlechter. Bei Kabeln und Umrichtern könnte die Dünnschicht aber
wieder besser dastehen, da die erzeugte Leistung besser auf den ganzen Tag
verteilt ist. Weniger Peak bei gleichem Durchschnitt heisst doch, dass man
mit kleinerem Kabelquerschnitt und einem schwächeren Wechselrichter zurecht
kommt, auch wenn der Jahresertrag gleich gross ist (in Bezug auf den
Kaufpreis der Module, in Bezug auf die Dachfläche ist er natürlich
schlechter).


Matthias Weingart

unread,
Mar 23, 2016, 8:59:14 AM3/23/16
to
Stefan Heimers <stefan...@heimers.ch>:
Wenn die Dünnschichtmodule so aussehen

http://www.pollin.de/shop/dt/NzU5OTA0OTk-/Haustechnik/Solartechnik/Solarpanel
e/Flexibles_Solarmodul_FUJI_ELECTRIC_FWAVE_FPV1096SLN_92_W.html

dann braucht man ja gar keine Halter. Die könnte man ja so auf die Dachpappe
leimen? ;-) Frag mich nur, wie man die wasserdicht kontaktiert.

M.
--

Franz Glaser

unread,
Mar 23, 2016, 9:46:35 AM3/23/16
to
Am 23.03.2016 08:06, schrieb Dieter Wiedmann:

>>> Das Zeug wird auch bei CVD zur Herstellung von TFT-Schirmen verwendet.
>>
>> Kann man das nicht wieder auffangen?
>
> Nicht restlos. Letztlich ist es natürlich wieder eine Frage des schnöden
> Mammons...
>
> Gruß Dieter


Aber nein! Damit unterstellt "man" den "Verantwortlichen" ja eine
_entsetzliche_Verantwortungslosigkeit_

Indirekt den Vorgesetzten derselben nochmehr Verantwortungslosigkeit.

WAS haben denn DIESE Leute überhaupt STURIDERT? "Empathie" womöglich.


GL
--
Die "Öffentliche Meinung" ist der sozialistische Ersatzgott. Allwissend,
allmächtig und allgefürchtet. Die schlimmsten Mitmenschen sind die
Verbreiter von Gerüchten, deren Herkunft sie nicht nennen dürfen -
genannt Vernaderer. Die Medien sind dabei gesetzlich geschützt.

Axel Berger

unread,
Mar 23, 2016, 3:10:11 PM3/23/16
to
Rolf Bombach wrote on Tue, 16-03-22 22:24:
>Dass dies damit erkauft wird, dass der Wirkungsgrad bei Sonnenlicht viel
>schlechter ist, muss man ja nicht erw?ñhnen...

Solange der Flächenbedarf nicht der begrenzende Faktor ist, sollte das
egal sein. Allerdings stellt die Aufständerung bei heutigen
Modulpreisen einen erheblichen Anteil des Gesamtpreises, brutto
gerechnet wird der Preisvorteil also spürbar kleiner.

Stefan Heimers

unread,
Mar 24, 2016, 5:06:30 AM3/24/16
to
Die Landwirtschaftlichen Lehranstalten Bayreuth haben auch ein paar
interessante Tests durchgeführt.

Unter anderem haben sie herausgefunden, dass es für das
Preis/Leistungsverhältnis günstig ist die Module exakt auf die Sonne
auszurichten, also mit Ständern die gegen Süden gerichtet und 30 Grad
geneigt sind.

Hingegen ist es für den Ertrag pro Fläche besser die zur Verfügung stehende
Dachfläche flach mit Solarmodulen zu belegen. Der Grund ist wohl, dass die
schräg aufgestellten Module einen Schatten werfen, womit die Fläche nicht
optimal ausgenutzt werden kann.


http://www.lla-bayreuth.de/files/5_Erneuerbare_Energien/solaranlage.php


Hanno Foest

unread,
Mar 24, 2016, 5:28:40 AM3/24/16
to
Am 24.03.2016 10:07 schrieb Stefan Heimers:

> Hingegen ist es für den Ertrag pro Fläche besser die zur Verfügung stehende
> Dachfläche flach mit Solarmodulen zu belegen. Der Grund ist wohl, dass die
> schräg aufgestellten Module einen Schatten werfen, womit die Fläche nicht
> optimal ausgenutzt werden kann.

Dagegen steht wiederum, daß sich auf den flach ausgelegten Modulen eher
Dreck sammelt, weswegen man sie häufiger putzen muß.

Hanno

Rolf Bombach

unread,
Mar 24, 2016, 2:40:14 PM3/24/16
to
Stefan Heimers schrieb:
Da der Wirkungsgrad der Dünnschicht bei jeder Beleuchtung tiefer ist
als derjenige der kristallinen Zellen, ist auch der Durchschnitt deutlich
tiefer. Günstiger ist nur der Preis pro m^2, aber das läuft, wie die
Messungen zeigten, letztendlich auf Selbstbetrug raus.

--
mfg Rolf Bombach

Axel Berger

unread,
Mar 25, 2016, 11:10:11 AM3/25/16
to
Hanno Foest wrote on Thu, 16-03-24 10:28:
>Dagegen steht wiederum, da?f sich auf den flach ausgelegten Modulen eher
>Dreck sammelt, weswegen man sie h?ñufiger putzen mu?f.

Nein. Die meisten Dächer sind steiler als die für den maximalen
Jahresertrag (der zum größten Teil in der Ferienzeit im sommer anfällt,
wenn die Nachfrage gering ist) optimalen 30 Grad.

Axel Berger

unread,
Mar 25, 2016, 12:10:12 PM3/25/16
to
Rolf Bombach wrote on Thu, 16-03-24 19:40:
>Da der Wirkungsgrad der D?Pilcnnschicht bei jeder Beleuchtung tiefer ist
>als derjenige der kristallinen Zellen, ist auch der Durchschnitt
>deutlich tiefer.

Natürlich. Das ist aber nicht die Frage. In Preisvergleiche gehen
typisch nur die Nennleistung und der Preis (brutto incl. Aufständerung
ud Verkabelung) ein. Wenn der Abfall in die Teillast deutlich
unterschiedlich verläuft, dann beeinflußt das erheblich, und mit der
Standardrechnung unbemerkt, den Preis pro gelieferte Kilowattstunde.

Matthias Weingart

unread,
Mar 26, 2016, 6:24:48 AM3/26/16
to
Axel_...@b.maus.de (Axel Berger):
Naja, aber ohne das "Drumherum" (Halterungen etc) zu rechnen - ist aber auch
falsch. Tatsächlich wird der Jahresertrag einer (richtigen) Anlage auch per
Simulation bestimmt und die berücksichtigt dann auch Wolkentage etc...

M.
--

Hanno Foest

unread,
Mar 29, 2016, 5:17:34 AM3/29/16
to
Am 24.03.2016 16:44 schrieb Axel_...@b.maus.de (Axel Berger):

>> Dagegen steht wiederum, da?f sich auf den flach ausgelegten Modulen eher
>> Dreck sammelt, weswegen man sie h?ñufiger putzen mu?f.
>
> Nein. Die meisten Dächer sind steiler als die für den maximalen
> Jahresertrag (der zum größten Teil in der Ferienzeit im sommer anfällt,
> wenn die Nachfrage gering ist) optimalen 30 Grad.

"30 Grad" ist eine sehr eigenwillige Variante von "flach". Ich hätte das
jetzt eher mit 0 Grad assoziiert.

Hanno

Axel Berger

unread,
Mar 29, 2016, 11:10:13 AM3/29/16
to
Hanno Foest wrote on Tue, 16-03-29 10:17:
>"30 Grad" ist eine sehr eigenwillige Variante von "flach". Ich hSigmtte das
>jetzt eher mit 0 Grad assoziiert.

Liest Du nur das eine Wort oder ganze Posts im Kontext? Es hieß:

Stefan Heimers wrote on Thu, 16-03-24 10:07:
>die zur Verfügung stehende Dachfläche flach mit Solarmodulen zu
>belegen.

Flach heißt hier "plan auf die Fläche". Wann hast Du das zuletzt auf
einem Flachdach gesehen?

Hanno Foest

unread,
Mar 29, 2016, 11:30:08 AM3/29/16
to
Am 29.03.2016 17:37 schrieb Axel_...@b.maus.de (Axel Berger):

>> "30 Grad" ist eine sehr eigenwillige Variante von "flach". Ich hSigmtte das
>> jetzt eher mit 0 Grad assoziiert.
>
> Liest Du nur das eine Wort oder ganze Posts im Kontext? Es hieß:
>
> Stefan Heimers wrote on Thu, 16-03-24 10:07:
>> die zur Verfügung stehende Dachfläche flach mit Solarmodulen zu
>> belegen.

Flachdächer existieren, und bei nichtflachen Dächern kann man halt die
Dachfläche nicht flach bedecken. Zumindest mein Sprachverständnis
funktioniert so.

> Flach heißt hier "plan auf die Fläche". Wann hast Du das zuletzt auf
> einem Flachdach gesehen?

Eine Formulierung "die zur Verfügung stehende Dachfläche mit
Solarmodulen zu bedecken" hätte ich beispielsweise nicht mißverständlich
gefunden. So macht man das ja eh meistens.

Hanno

Rolf Bombach

unread,
Apr 6, 2016, 3:17:33 PM4/6/16
to
Dieter Wiedmann schrieb:
Nachdem ich nach mehrtägigem Rumrätseln zum Schluss kam, dass der
merkwürdige Geruch im Labor von Fluor stammen muss, war das ebenfalls
mein erster Gedanke :-[

--
mfg Rolf Bombach

Rolf Bombach

unread,
Apr 6, 2016, 3:33:11 PM4/6/16
to
Stefan Heimers schrieb:
>
> Unter anderem haben sie herausgefunden, dass es für das
> Preis/Leistungsverhältnis günstig ist die Module exakt auf die Sonne
> auszurichten, also mit Ständern die gegen Süden gerichtet und 30 Grad
> geneigt sind.

(Annahme: Flachdach)
Es ist dir ja freigestellt, wie du deine "Grundbuchfläche" ausnützt.
Ausrichten bringt Schattenwurf, was aber insofern gut ist, als dass
dadurch offensichtlich weniger Modulfläche gebraucht wird. Das ist
billiger und kann sogar mehr Wirkungsgrad bringen, da die Spannung
logarithmisch mit der Bestrahlung hochgeht. Eventuell sind die
Temperaturen der Module sogar geringer als bei ebener Anordnung.
>
> Hingegen ist es für den Ertrag pro Fläche besser die zur Verfügung stehende
> Dachfläche flach mit Solarmodulen zu belegen. Der Grund ist wohl, dass die
> schräg aufgestellten Module einen Schatten werfen, womit die Fläche nicht
> optimal ausgenutzt werden kann.

Das ist Unsinn. Allenfalls bei Dünnschichtzellen könnte man darüber
nachdenken, da die bei voller Intensität eher einen (noch) schlechteren
Wirkungsgrad haben.
Wenn man ein Haus mit Schrägdach hat, sind die Verhältnisse IMHO
besser, insbesondere bei steilem Dach. Damit wird die Ernte im
Winter besser. Natürlich wirft das Haus dann viel Schatten...
Der optimale Winkel für die Jahresproduktion ist auch optimal,
um den Schaden der PV zu optimieren :-]

--
mfg Rolf Bombach

Stefan Heimers

unread,
Apr 6, 2016, 5:09:19 PM4/6/16
to
Rolf Bombach wrote:

>> Hingegen ist es für den Ertrag pro Fläche besser die zur Verfügung
>> stehende Dachfläche flach mit Solarmodulen zu belegen. Der Grund ist
>> wohl, dass die schräg aufgestellten Module einen Schatten werfen, womit
>> die Fläche nicht optimal ausgenutzt werden kann.
>
> Das ist Unsinn.

Warum Unsinn? Offensichtlich wurde das so gemessen, und es ist auch logisch.

Wenn das Dach nur 15° geneigt ist, die Module aber 30°, so muss man die
Module in mehreren Reihen aufstellen. Macht man die Reihen zu nahe
aneinander werden die hinteren am Abend von den vorderen abgeschattet. Hält
man genügend Abstand damit das nicht passiert, kann man nicht so viel
Modulfläche montieren: Also hat man zwar mehr Leistung pro Modul, aber
weniger vom ganzen Dach weil man nicht die ganze Fläche nutzen kann.




Nomen Nescio

unread,
Apr 10, 2016, 6:40:03 PM4/10/16
to
In welche Kategorie fällt dann diese Idee?

¦ All-weather solar cells are promising in solving the energy crisis. A
¦ flexible solar cell is presented that is triggered by combining an
¦ electron-enriched graphene electrode with a dye-sensitized solar cell. The
¦ new solar cell can be excited by incident light on sunny days and raindrops
¦ on rainy days, yielding an optimal solar-to-electric conversion efficiency
¦ of 6.53 % under AM 1.5 irradiation and current over microamps as well as a
¦ voltage of hundreds of microvolts by simulated raindrops. The formation of
¦ π-electron|cation electrical double-layer pseudocapacitors at
¦ graphene/raindrop interface is contributable to current and voltage outputs
¦ at switchable charging–discharging process. The new concept can guide the
¦ design of advanced all-weather solar cells.
¦
-- http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/anie.201602114/abstract

Rolf Bombach

unread,
Apr 23, 2016, 3:58:13 PM4/23/16
to
Nomen Nescio schrieb:
Durch meine Erfindung wird das obsolet da outperformed.
Meine Vorrichtung sammelt mittels halboffenem Rohr
("Regenrinne") das unten am Panel abtropfende Wasser und
leitet es an den Dachrand, wo es in senkrechte Richtung
in nichtoffenes Rohr umgeleitet wird. Am Ende des Rohrs
wird das Wasser in einer Regenwasserturbine turbiniert.
Insbesondere bei Hochhäusern und/oder Hochwassergebieten
wird um Grössenordnungen höherer Wirkungsgrad erreicht.

Mit andern Worten, das sollte wohl ein Aprilscherz werden, oder die
Autoren sind bescheuert oder beides. "Solving the energy crisis" ist
da ein guter Hinweis, "hundreds of microvolts" ein anderer.
6.5% Wirkungsgrad ist Müll, der wegen der organischen Farbstoffe
ein kurzes Ablaufdatum hat.

--
mfg Rolf Bombach

Rolf Bombach

unread,
May 8, 2016, 4:45:01 PM5/8/16
to
Stefan Heimers schrieb:
Au weia. Wenn es lediglich um rein geometrisch bedingten Schattenwurf
geht, dann brauch ich doch keine Bayrischen Lehranstalten, um das
rauszufinden. Ging ja nicht um die Fachhochschule für Kunst&Kultur
Bremerhaven-ost oder so. Landwirte kennen sich mit Sonne, Halbschatten,
Schatten usw. idR gut aus.

--
mfg Rolf Bombach

Kai-Martin Knaak

unread,
May 10, 2016, 1:27:17 PM5/10/16
to
Rolf Bombach wrote:

>> Warum Unsinn? Offensichtlich wurde das so gemessen, und es ist auch
>> logisch.
>>
>> Wenn das Dach nur 15° geneigt ist, die Module aber 30°, so muss man die
>> Module in mehreren Reihen aufstellen. Macht man die Reihen zu nahe
>> aneinander werden die hinteren am Abend von den vorderen abgeschattet.
>> Hält man genügend Abstand damit das nicht passiert, kann man nicht so
>> viel Modulfläche montieren: Also hat man zwar mehr Leistung pro Modul,
>> aber weniger vom ganzen Dach weil man nicht die ganze Fläche nutzen
>> kann.
>
> Au weia. Wenn es lediglich um rein geometrisch bedingten Schattenwurf
> geht, dann brauch ich doch keine Bayrischen Lehranstalten, um das
> rauszufinden.

War da nicht noch eine Zusatzproblem mit teilweiser Abschattung von
hintereinander geschalteten Modulen? Wenn der Schatten dunkel genug ist,
funktioniert der PN-Übergang der Schatten-Module als Diode mit
entsprechendem Spannungabfall. Was dann sogar Leistung verbraucht.

---<)kaimartin(>---
--
Kai-Martin Knaak

Stefan Heimers

unread,
May 11, 2016, 6:23:45 AM5/11/16
to
Kai-Martin Knaak wrote:

> War da nicht noch eine Zusatzproblem mit teilweiser Abschattung von
> hintereinander geschalteten Modulen? Wenn der Schatten dunkel genug ist,
> funktioniert der PN-Übergang der Schatten-Module als Diode mit
> entsprechendem Spannungabfall. Was dann sogar Leistung verbraucht.

Bei den Modulen sind üblicherweise alle Zellen in Serie geschaltet. Wenn man
eine abdeckt, kommt praktisch nichts mehr raus, ich habe das ausprobiert.
Die Zelle ist dann glaub ich in Sperrichtung, nicht in Durchlassrichtung.

Bei kleinen Modulen bis etwa 12V ist das nicht so dramatisch, da fliesst
einfach kein Strom mehr. Bei grösseren Serienschaltungen kann allerdings
eine hohe Sperrspannung entstehen welche einen Leckstrom verursacht der die
Zelle beschädigen kann.


Will man das Problem beheben braucht es sogenannte Bypassdioden, die jeweils
eine Gruppe von Zellen oder ein Modul überbrücken.




http://www.itwissen.info/definition/lexikon/Bypass-Diode-bypass-diode.html

http://www.photovoltaik.org/wissen/bypass-diode

http://www.elektronikpraxis.vogel.de/design-tipps/power/articles/433725/

Rolf Bombach

unread,
May 14, 2016, 5:36:49 AM5/14/16
to
Kai-Martin Knaak schrieb:
>
> War da nicht noch eine Zusatzproblem mit teilweiser Abschattung von
> hintereinander geschalteten Modulen? Wenn der Schatten dunkel genug ist,
> funktioniert der PN-Übergang der Schatten-Module als Diode mit
> entsprechendem Spannungabfall. Was dann sogar Leistung verbraucht.

Die Durchlassrichtung der Diode ist ja die Richtung, leider, in welcher
die Photospannung aufgebaut wird. Daher der logarithmische Zusammenhang
zwischen Beleuchtungsstärke und Leerlaufspannung. Was genau passiert,
wenn nur ein Teil abgedeckt wird, keine Ahnung, aber wenn die Sperrspannung
gross wird, will ich gar nicht dran denken, was alles passieren kann.

--
mfg Rolf Bombach
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