Ich habe vor längerer Zeit mal einen Phono-Vor-Vorverstärker aufgebaut
(siehe http://www.infomaniak.ch/~bonavolt/prepre.htm ). Hierfür habe ich
Transistoren vom Typ BC560 verwendet, allerdings diese nicht selektiert.
Würde es sich lohnen, selbige Halbleiter gegen paarweise ausgemessene Typen
zu tauschen? Wie stellt man das ausmessen am besten an?
Vielen Dank im Voraus
Jan Kahl
>Würde es sich lohnen, selbige Halbleiter gegen paarweise ausgemessene Typen
>zu tauschen?
Ob es sich lohnt, kommt nur drauf an, wie sehr die bisher verbauten
Transistoren voneinander abweichen.
>Wie stellt man das ausmessen am besten an?
Man nimmt ein Multimeter mit hfe-Meßbereich und stöpselt die
Transistoren in die Fassung.
>Moin moin
>
>Ich habe vor längerer Zeit mal einen Phono-Vor-Vorverstärker aufgebaut
>(siehe http://www.infomaniak.ch/~bonavolt/prepre.htm ).
Au Backe! Sieht mir nach typischer Minimalschaltung aus, wo ich auf
Anhieb folgende Probleme sehe:
1. Beim Ein/Ausschalten kann kurzzeitig Strom durch den Tonabnehmer
fließen.
2. Wenn die Stufen nicht exakt einjustiert sind, fließt dauernd ein
Ausgleichstrom durch den TA.
3. Damit 2 temperaturabhängig vermieden wird, würde ich in der Tat
jedes Paar BC 560 durch einen MAT-02 oder MAT-03 ersetzen.
4. Der Basisstrom wird über einen Widerstand bezogen. Der rauscht!!
5. Eine weitere Rauschquelle, die jedoch i.Ggs. zu 4 unvermeidlich
ist, ist der Basisbahnwiderstand. Ich würde hier einen Transistor
mit niedrigen Basisbahnwiderstand wählen. Mein eigener Vor-Vor-
Verstärker hat dafür 8x BD 135 parallel geschaltet.
5. Der Frequenzgang des Verstärkers hängt von der Impedanz des TA
ab.
6. Die Ausgangsgleichspannung wird durch einen Kondensator abgeblockt.
Wozu? Da das ganze Teil eh aus einem Akku versorgt wird, würde ich
die Ausgangsspannung auf 0V klemmen durch Verschieben der ganzen
Versorgung um -4 V nach unten (Integrator zum Anpassen nötigt).
Der Eingang muss dann zwar isoliert montiert werden, aber was solls.
Norbert
Jorgen
dj0ud
Norbert Hahn schrieb:
>
> "Jan Kahl" <jan....@hamburg.de> wrote:
>
> >Moin moin
> >
> >Ich habe vor längerer Zeit mal einen Phono-Vor-Vorverstärker aufgebaut
> >(siehe http://www.infomaniak.ch/~bonavolt/prepre.htm ).
>
Hallo Jan,
Die Schaltung kann man noch verbessern:
Das 3 kOhm-Poti kann man durch 1 kOhm ersetzen und erhält damit eine
feinere Auflösung beim Einstellen des Nullpunktes (oder parallel zum
Poti einen Widerstand einlöten, Wert ca. 1.5 kOhm bis 2.2 kOhm). Den 2.2
kOhm-Widerstand würde ich durch 2.7 kOhm ersetzen, die Ausgangsspannung
ist dann mehr in der Mitte des Arbeitsbereiches zentriert.
Zur Selektion:
mit einem Multimeter kann man die Transistoren ausmessen auf hohe und
möglichst gleiche Stromverstärkung. Wichtig ist in dieser Schaltung
auch, dass die Transistoren eines Zweiges bei 1 mA Strom auf gleiche
Basisemitterspannung selektiert werden, dann ist auch die
Temperaturdrift minimal.
HTH
Bernd Mayer
--
Linux - aus klaren Quellen wird ein starker Strom.
>Manche "Edelhighvieh"-Schaltung ist wenn genau beguckt ziemlich
>danebenentwickelt, in Bereichen =DCberdimensioniert wo es nicht n=F6tig t=
>ut
>(Netzteil f=FCr den Vorverst=E4rker mit Megafarads vor den Spannungsregle=
>rn
Ich habe da gerade eine schöne Theorie gelesen, wie solche Ideen mal
entstanden sein können: Bei einem etwas älteren Gerät war mal der Bass
etwas müde geworden und der Besitzer hat das Gerät geöffnet und im
Netzteil einen Elko von sagen wir 2 mF (Milli-Farad) gefunden und den
durch einen neuen von 4,7 mF ersetzt. Das klang jetzt drastisch besser.
Und dann kamen folgende Überlegungen: Wenn dies so krass viel gebracht
hat, nehme ich dann 10 mF. Es ist jetzt unerheblich, ob sich da noch
was im Klang ändert, die 10 mF legen einen leistungsfähigeren Gleich-
richter nahe. Wer auf die Idee von Shottky-Dioden gekommen ist weiß
ich nicht. Usw.
Natürlich wurde der originale Elko unbesehen entsorgt. Vermutlich, und
das ist die Theorie - hatte der lediglich einen Teil seiner Kapazität
eingebüßt - was aber nicht nachgemessen wurde, und irgendein neuer 2 mF
Kondensator hätte es auch getan.
Norbert
Paul Skritek hat in seinem Buch "Handbuch der Audioschaltungstechnik"
eine nette kleine Schaltung mit einem BFW16A drinnen. Das ist
eigentlich ein HF-Leistungstransistor und hat daher den gewünschten
kleinen Basisbahnwiderstand. Ich kenne zwar die Transistoren in der
Originalschaltung nicht, aber einzelne BC560 halte ich für einen
echten MC-Eingang (keine Hochpegel MC-TAs) für zu schlecht, ihr
Basisbahnwiderstand ist zu groß. Es gibt also entweder die klassiche
Methode Transis parallelzuschalten das findet man z.B. bei Bert
Molenkamp (nette Schaltungen aber knapp an der Esoterik) seine
Homepage kann ich leider nicht mehr finden aber ich sollte die
Schaltung entweder noch auf Papier oder in elektronischer form haben
oder man kauft das fertig z.B. als LM394. Alternativ kann man eben
einen Transi mit riesiger Emitterfläche nehmen, der aber noch genügend
Stromverstärkung hat, deshalb HF-Transis. Aber Vorsicht nicht jeder
HF-Typ ist geeignet, weil sie z.T. eine hohe 1/f-Rauschecke haben.
Auch rauscharme OPVs wie der AD797 sind geeignet aber eher für MM bzw.
hochpegel MC. Dreht man nämlich die Verstärkung soweit auf, wie es bei
MC nun leider notwendig ist ist nicht mehr allzuviel Reserve für die
Gegenkopplung von nichtlinearen Verzerrungen da. Linear Technology
(siehe LT1115) schlägt dann z.B. Schaltungen mit Spannungsfolger und
Stromquelle für Zwangs-A(B)-Betrieb vor. In meinen Phono-Amp kommt ein
AD797 als MM-Verstärker und eine MC-Pre-Stufe vor dem MM-Verstärker
mit einem BFW16A.
Da stellt sich für mich eine Anschlußfrage:
Wie kritisch ist es eigentlich MOSFETs zu selektieren? Bei
Bipolartransistoren halten sich ja die Exemplarstreuungen ja
gottseidank heutzutage schon in Grenzen aber wie sieht es bei
(Power-)MOSFETs aus. Gibts da eine Regel die einfach zu selektieren
oder muß man für jeden die Vorwärtssteilheit oder die Kennlinie
aufnehmen?
Robert
Dipl.Ing. Robert Hoffmann
Erstmal Danke für die antwort, natürlich auch an alle anderen, die
geantwortet haben.
Wie stellt man das mit dem ausmessen denn genau an? (DMM ist vorhanden,
allerdings ohne Transistor-Test)
Danke im Voraus.
Jan
*snip*
Kannst du mir den Schaltplan deines Vorverstärkers zuschicken?
Wäre wirklich nett
MfG
Jan
"Jorgen Lund-Nielsen" <jorgen.lu...@desy.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3A0BB57B...@desy.de...
*snip*
Hallo Jan,
Messung der Stromverstärkung:
10,7 V Betriebsspannung, 10 MOhm Widerstand von der Versorgung zur
Basis, Lastwiderstand am Kollektor 10 kOhm. Emitter an Masse. Die
Spannung am 1 kOhm-Widerstand wird gemessen. Der Basisstrom beträgt
dabei 1 Mikroampere im Kollektor fliesst der mit Beta verstärkte Strom.
1 V entspricht dann einer Stromverstärkung von 100.
Gleichzeitig kann man auch noch die Basis-Emitterspannung messen.
Jorgen
Jan Kahl schrieb: