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Speicherdrossel dimensionieren

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Nick Mueller

unread,
Apr 16, 2000, 3:00:00 AM4/16/00
to
Sorry,
wenn das eine von den öfter gestellten Fragen ist. Ich finde halt keine
vernünftigen Quellen.

Ich will mir eine Speicherdrossel (step down Wandler) dimensionieren.
Bei Siemens hab ich schon ein PDF mit Daten zu den versch. Bauformen und
Materalien gefunden. So weit kein Problem. Auch kein Problem das
richtige Kernmaterial (N67) und die passende Bauform (E, ETD, U) zu
finden.
Was mir jetzt allerdings noch fehlt, sind Formeln zur Dimensionierung.
Insbes. ist das:
- wie viel (Verlust?)Leistung muss der Kern vertragen
- welcher Drahtdurchmesser

Die Drossel hat folgende Eckdaten:
250 kHz, 33 uH, 5 A kurzzeitig ( < 1 s), 2 .. 3 A Dauer.
Kann mir da bitte jemand einen Link dazu geben?

Es gibt zwar eine SW von SIEMENS zur Dimensionierung, die scheint für
meine Belange aber etwas Overkill zu sein. Was die alles von mir wissen
wollen, das wollte eigentlich ich von der SW wissen. 8-/

Gruß und TIA
Nick

--
Nick Müller
mailto:ni...@logictools.de oder/or sual...@mac.com
http://www.logictools.de

R.Freitag

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Apr 16, 2000, 3:00:00 AM4/16/00
to
Nick Mueller wrote:
>

> - wie viel (Verlust?)Leistung muss der Kern vertragen
> - welcher Drahtdurchmesser
>
> Die Drossel hat folgende Eckdaten:
> 250 kHz, 33 uH, 5 A kurzzeitig ( < 1 s), 2 .. 3 A Dauer.
> Kann mir da bitte jemand einen Link dazu geben?
>
>

Die Drahtstärke berechnet man nach den Vorgaben der VDE 0100,
Tabellenwerke dazu gibt es im Fachhandel (meines ist gerade nicht
greifbar)

Wegen des Skineffektes würde ich großzügig aufrunden.

Das Problem besteht darin, die Windungen in den Kern zu bekommen.
Du mußt also durchrechnen, wieviele Windungen ein Kern benötigt. Reicht
der Platz nicht aus,
ist der nächstgrössere Kern fällig. Reicht die Windungszahl aus, ist
aber die
Induktivität zu klein, dann ist der gleiche Kern mit weniger Windungen
fällig.
Das ist mühsam,...

Wenn du willst, kann ich dir Daten aus meinem Siemens Handbuch mailen.


Gru?

R.

Jochen

unread,
Apr 17, 2000, 3:00:00 AM4/17/00
to
>...

>Ich will mir eine Speicherdrossel (step down Wandler) dimensionieren.
>...

>Die Drossel hat folgende Eckdaten:
>250 kHz, 33 uH, 5 A kurzzeitig ( < 1 s), 2 .. 3 A Dauer.

Ist das der RMS-Wert? Wie hoch sind DC- und AC-Anteil (Stromwelligkeit)?


>Es gibt zwar eine SW von SIEMENS zur Dimensionierung, die scheint für
>meine Belange aber etwas Overkill zu sein. Was die alles von mir wissen
>wollen, das wollte eigentlich ich von der SW wissen. 8-/

Auch eine Software von Siemens kann nicht hellsehen...

Gruß, Jochen


Jochen

unread,
Apr 17, 2000, 3:00:00 AM4/17/00
to
>Wegen des Skineffektes würde ich großzügig aufrunden.


_Dickerer_ Draht wg. Skineffekt?? Bist Du Dir da sicher?

Gruß, Jochen

Nick Mueller

unread,
Apr 17, 2000, 3:00:00 AM4/17/00
to
Jochen <101.1...@germanynet.de> wrote:

> >Die Drossel hat folgende Eckdaten:
> >250 kHz, 33 uH, 5 A kurzzeitig ( < 1 s), 2 .. 3 A Dauer.
>
> Ist das der RMS-Wert? Wie hoch sind DC- und AC-Anteil (Stromwelligkeit)?

Nachdem es eine Speicherdrossel ist, fließt kein Gleichstrom. Der
RMS-Wert ist von der Belastung des Netzteils abhängig und variiert wild
von 100mA bis 5A. Bei 5A Last fliessen wohl etwas mehr als die 5 A durch
die Spule, da der Wandler keine 100% duty-cylce hat.


> Auch eine Software von Siemens kann nicht hellsehen...

Tja, schwierig. Ich hatte mal eine recht gute Anleitung von Siemens mit
der die Rechenschritte z. Dimensionierung beschrieben waren. War aber
noch zu den Zeiten zu denen man dafür Taschenrechner und Bleistift
benutzte. Jetzt find ich so was schlichtes auf Papier oder PDF leider
nicht mehr.

Gruß,

Nick Mueller

unread,
Apr 17, 2000, 3:00:00 AM4/17/00
to
Jochen <101.1...@germanynet.de> wrote:

> _Dickerer_ Draht wg. Skineffekt?? Bist Du Dir da sicher?

Im Datenblatt wird von Litze mit Seidenisolierung gesprochen. Ist das
nötig bei den Frequenzen? Wie hoch wird die Einbuse größenordnungsmässig
sein, wenn ich CuL verwende?

Jochen

unread,
Apr 17, 2000, 3:00:00 AM4/17/00
to
>...

>Nachdem es eine Speicherdrossel ist, fließt kein Gleichstrom.

Da definiert einer die Speicherdrossel neu! _Gerade_ bei einer
Speicherdrossel fließt Gleichstrom, und zwar ein ziemlich hoher Anteil, wenn
die Drossel ihrem Präfix "Speicher" genügen soll. Als "Gegenteil" einer
Speicherdrossel kann man eine Resonanzspule betrachten: Hoher AC-, geringer
bis gar kein DC-Anteil. Hier macht Litze Sinn (aber auch nur, wenn die
Wicklung vernünftig ausgelegt wird: Hat diese z.B. 10 Lagen, hilft die beste
Litze nix mehr.)

>...
>Tja, schwierig.
Soo schwierig dann auch wieder nicht. Siehe diese NG, Thread "Induktivitaet"
v. 22.12.1999

Gruß, Jochen

Nick Mueller

unread,
Apr 17, 2000, 3:00:00 AM4/17/00
to
Jochen <101.1...@germanynet.de> wrote:

> Da definiert einer die Speicherdrossel neu! _Gerade_ bei einer
> Speicherdrossel fließt Gleichstrom, und zwar ein ziemlich hoher Anteil, wenn
> die Drossel ihrem Präfix "Speicher" genügen soll.

Ach, dann war das eine Fangfrage? :-) Oder wie hoch ist der
Wechselstromanteil in einer Speicherdrossel in einem Step-Down-Wandler?


> Soo schwierig dann auch wieder nicht. Siehe diese NG, Thread "Induktivitaet"
> v. 22.12.1999

Ah! Danke, das hilft. So weit reichte mein Vorrat an dse-postings nicht
zurück. -> deja

Jochen

unread,
Apr 17, 2000, 3:00:00 AM4/17/00
to

Nick Mueller schrieb in Nachricht
>...

>Ach, dann war das eine Fangfrage? :-)

Leider nein. :-((


>Oder wie hoch ist der Wechselstromanteil in einer >Speicherdrossel in einem
Step->Down-Wandler?

Das hängt natürlich von der Auslegung ab (Eingangsspannung,
Ausgangsspannung, Schaltfrequenz, Induktivität, lückender oder
nichtlückender Betrieb, ...). Das müßtest _Du_ eigentlich alles vorgeben,
wenn Du einen Buck-Konverter bauen und für den die Drossel dimensionieren
willst....
>...
>Ah! Danke, das hilft.
Na dann ...

Gruß, Jochen

Axel Schwenke

unread,
Apr 17, 2000, 3:00:00 AM4/17/00
to
In article <1e98mr9.5m...@logictools.de>,

ni...@logictools.de (Nick Mueller) writes:
> Jochen <101.1...@germanynet.de> wrote:
>
>> Da definiert einer die Speicherdrossel neu! _Gerade_ bei einer
>> Speicherdrossel fließt Gleichstrom, und zwar ein ziemlich hoher Anteil, wenn
>> die Drossel ihrem Präfix "Speicher" genügen soll.
>
> Ach, dann war das eine Fangfrage? :-) Oder wie hoch ist der

> Wechselstromanteil in einer Speicherdrossel in einem Step-Down-Wandler?

Den AC-Anteil (sog. Ripple-Strom) legt man in der Designphase
mit 10-50% des Nenn-Ausgangsstroms fest. Ueblich sind 25%.
Bei so hohen Stroemen eher weniger, denn sonst packen die
Speicherelkos (am Ausgang) den Strom nicht mehr.


XL
--
|____ Axel Schwenke, Admin/Entwickler, Jobs & Adverts Online AG ____|
|___ Linux is like a wigwam: no Windows, no Gates, Apache inside ___|

Nick Mueller

unread,
Apr 18, 2000, 3:00:00 AM4/18/00
to
Jochen <101.1...@germanynet.de> wrote:

> Das hängt natürlich von der Auslegung ab (Eingangsspannung,
> Ausgangsspannung, Schaltfrequenz, Induktivität, lückender oder
> nichtlückender Betrieb, ...). Das müßtest _Du_ eigentlich alles vorgeben,
> wenn Du einen Buck-Konverter bauen und für den die Drossel dimensionieren
> willst....

Aaaalso, ich hab es jetzt nochmal in Ruhe mit der Siemens-SW versucht,
daneben den Katalog liegend welche Spulenkörper auch tatsächlich
lieferbar sind. Dazu jetzt nochmal die technischen Daten (die haben sich
inzw. geändert, da das zunächst ausgewählte IC in München auch nicht so
leicht einzeln zu bekommen war).

Induktivität: 20 uH
Gleichstrom: 4.5 A
Wechselstromanteil: 1 A
Frequenz: 500kHz
Eingangsspannung: 8 .. 14 V
Ausgangsspannung: 5 V

Damit hab ich mir folgenden Kern errechnet:
EFD25 aus N87
7 Windungen
2 mm Drahtdurchmesser
Luftspalt 0,16 mm


Dass ich den Luftspalt selbst herschleifen muss, finde ich zwar nicht so
wirklich spassig, aber mit der Mikrometerschraube sollte das zu schaffen
sein.

Kann das so ungefähr passen?
Kann ich auch 1 mm Draht verwenden, ohne die Werte zu verändern? Oder
hat die Packungsdichte einen Einfluss? Mit 2mm kommen nämlich 81%
Füllgrad raus, ich glaub da brauch ich einen Hammer dazu. Aber die SW
hat's so berechnet. 8-/

Hilfreich-nachsichtige Tips wären sehr nett!

Oliver Betz

unread,
Apr 18, 2000, 3:00:00 AM4/18/00
to
ni...@logictools.de (Nick Mueller) schrieb:

[20 uH 4.5 A 500kHz]

>Damit hab ich mir folgenden Kern errechnet:

>EFD25 aus N87, 0,16mm, 7 Wdg 2mm Cul

>Dass ich den Luftspalt selbst herschleifen muss, finde ich zwar nicht so
>wirklich spassig, aber mit der Mikrometerschraube sollte das zu schaffen
>sein.

[ ] Das hast Du schonmal gemacht.

Scherz beiseite: Ferrit ist _sehr hart_. Das mit dem Schleifen geht
nicht so leicht. Eher kannst Du den Kern zum Abrichten Deiner
Schleifscheibe verwenden.

>Kann das so ungefähr passen?
>Kann ich auch 1 mm Draht verwenden, ohne die Werte zu verändern? Oder

1mm ist für 4,5A schon reichlich. 500kHz auch => mehrere dünnere
Drähte parallel wickeln.

>Hilfreich-nachsichtige Tips wären sehr nett!

Fertige Induktivität kaufen. Ggf. Frequenz etwas reduzieren und dann
VAC616 bei Bürklin <10DM. Mutige Naturen können auch (billige)
Stabkerndrosseln versuchen.

Servus

Oliver
--
Oliver Betz, Munich. Mail faster to OBetz at same domain.

Manfred Winterhoff

unread,
Apr 18, 2000, 3:00:00 AM4/18/00
to
Nick Mueller <ni...@logictools.de> schrieb im Beitrag <1e9arce.q0u...@logictools.de>...

> Damit hab ich mir folgenden Kern errechnet:
> EFD25 aus N87
> 7 Windungen
> 2 mm Drahtdurchmesser
> Luftspalt 0,16 mm
> Dass ich den Luftspalt selbst herschleifen muss, finde ich zwar nicht so
> wirklich spassig, aber mit der Mikrometerschraube sollte das zu schaffen
> sein.
Den Luftspalt (doppelt) machst du durch 'Unterlegscheiben',
d.h. du legst Folien dazwischen.

> Kann das so ungefähr passen?
> Kann ich auch 1 mm Draht verwenden, ohne die Werte zu verändern? Oder
> hat die Packungsdichte einen Einfluss? Mit 2mm kommen nämlich 81%
> Füllgrad raus, ich glaub da brauch ich einen Hammer dazu. Aber die SW
> hat's so berechnet. 8-/
Mehrere duennere parallel ist ueblich, aber doch keine gute Idee bei
Schaltreglern, weil sich Kapazitaeten und Streuinduktivitaeten natuerlich
verschlechtern. Die Software hat hoffentlich die Eindringtiefe richtig
berechnet, daher der dicke Draht, wird ja nur aussenrum genutzt.
Du hast bei 500kHz schon eine Widerstaandserhoehung bei 2mm Draht um ca.
das 7-fache.
--
Manfred Winterhoff, mawin at gmx.net, remove NOSPAM if replying
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/index.html
linklist: http://stud4.tuwien.ac.at/~e9325329/elt/mawin.htm

Rainer Zocholl

unread,
Apr 19, 2000, 3:00:00 AM4/19/00
to
(Jochen) 17.04.00 in /de/sci/electronics:

>>Wegen des Skineffektes würde ich großzügig aufrunden.
>
>

>_Dickerer_ Draht wg. Skineffekt?? Bist Du Dir da sicher?

besser: Mehere parallel nehmen

a) Lässt sich einfacher biegen
b) Skinneffekt nicht so schlimm, zu dem mehr Oberfläche
bei kleinerem Volumen(was bei einem Kern ja das Limit ist)
(Der Strom rennt ja eh nur durch die Oberfläche, so ist das Cu
im innern ist unnützer Balast. (In sofern verstehe ich den
Hinweis auf VDE0100 nicht.)


Nick Mueller

unread,
Apr 19, 2000, 3:00:00 AM4/19/00
to
Oliver Betz <new...@gmx.de> wrote:

> [ ] Das hast Du schonmal gemacht.

<g> Du hast da ein "X" vergessen. Ich hab's vorher ausprobiert. Es ist
lästig, aber es geht.

> Fertige Induktivität kaufen.

Tja, das hatte ich auch vor ...
Als Dienstleistung in Einzelstückzahlen und bezahlbar gibt es sowas wohl
nicht? Nur mal so gefragt.


> Ggf. Frequenz etwas reduzieren und dann VAC616 bei Bürklin <10DM.

Und Bürklin ist nur 15 Minuten mit dem Rad von mir entfernt. Aber die
Frequenz ist fix und ermöglich halt auch kleine Spulen. Die Spulen von
der Vaccumschmelze hatte ich auch im Sinn, aber sie gehen nur bis max
200kHz.

> Mutige Naturen können auch (billige) Stabkerndrosseln versuchen.

Nö, das lass ich lieber.

Nick Mueller

unread,
Apr 19, 2000, 3:00:00 AM4/19/00
to
Manfred Winterhoff <ma...@gmx.net> wrote:

> Den Luftspalt (doppelt) machst du durch 'Unterlegscheiben',
> d.h. du legst Folien dazwischen.

Und das geht auch bei E-Kernen? Ist es nicht so, dass nur das mittlere
Joch (oder wie man es nennen mag) zurückgesetzt wird?


> Du hast bei 500kHz schon eine Widerstaandserhoehung bei 2mm Draht um ca.
> das 7-fache.

Huch! So viel! Also dann doch so dick.

Danke an alle Antworter.

Oliver Betz

unread,
Apr 19, 2000, 3:00:00 AM4/19/00
to
ni...@logictools.de (Nick Mueller) schrieb:

[Ferritkerne abschleifen]


>> [ ] Das hast Du schonmal gemacht.
>
><g> Du hast da ein "X" vergessen. Ich hab's vorher ausprobiert. Es ist
>lästig, aber es geht.

Gut, ich komm' dann zu Dir, wenn ich mal einen speziellen Luftspalt
brauche. Mit unserem Baumarkt-Teil ging es nicht. Ich wickle Dir dafür
mal eine Drossel.

>> Fertige Induktivität kaufen.
>
>Tja, das hatte ich auch vor ...
>Als Dienstleistung in Einzelstückzahlen und bezahlbar gibt es sowas wohl
>nicht? Nur mal so gefragt.

Naja, kommt darauf an, was "Einzelstückzahlen" und was "bezahlbar"
ist, ich würde zuerst mal bei Lasslop in Hünfeld fragen
(06652-9609-0).

>> Ggf. Frequenz etwas reduzieren und dann VAC616 bei Bürklin <10DM.
>Und Bürklin ist nur 15 Minuten mit dem Rad von mir entfernt. Aber die
>Frequenz ist fix und ermöglich halt auch kleine Spulen. Die Spulen von

Dumm gloff'm.

>> Mutige Naturen können auch (billige) Stabkerndrosseln versuchen.
>
>Nö, das lass ich lieber.

Versuch macht kluch. Weil wir gerade bei Bürklin sind: 9uH, 6A
74D5254, zwei Stück könnten Deine Anforderungen erfüllen.

Du könntest auch versuchen, von Neosid ein Muster einer SD14 22uH 7,5A
zu bekommen. Verkaufen werden sie wohl erst in größeren Mengen, dann
aber recht preiswert.

Servus

Oliver

J Wunsch

unread,
Apr 19, 2000, 3:00:00 AM4/19/00
to
"Manfred Winterhoff" <ma...@gmx.net> schrieb:

> Du hast bei 500kHz schon eine Widerstaandserhoehung bei 2mm Draht um
> ca. das 7-fache.

Wirklich? Ich hab' die Formel für den Skin-Effekt nicht im Kopf, aber
das erscheint mir viel. Typischerweise kommen selbst Schwingkreis-
spulen im Kurzwellenbereich noch mit dünnerem Draht aus, lediglich
bei Leistungskreisen (PA) geht man dort auf versilberte Drähte.

--
J"org Wunsch

"Verwende Perl. Shell will man koennen, dann aber nicht verwenden."
Kristian Koehntopp, de.comp.os.unix.misc

Jochen

unread,
Apr 19, 2000, 3:00:00 AM4/19/00
to
Manfred Winterhoff schrieb in Nachricht
<01bfa98b$49c8ade0$0100007f@amdk6-300>...
>...

>Den Luftspalt (doppelt) machst du durch 'Unterlegscheiben',
>d.h. du legst Folien dazwischen.

Genau.

>...


>Mehrere duennere parallel ist ueblich, aber doch keine gute Idee bei
>Schaltreglern, weil sich Kapazitaeten und Streuinduktivitaeten natuerlich
>verschlechtern.

a) Stimmt nicht. Mehrere dünne parallel ist bei Drosseln _nicht_ üblich (wg.
AC klein), bei Trafos _ist_ es üblich und sinnvoll. Die Streuinduktivität
wird bei sonst gleichen Wicklungsaufbau eher_kleiner_ als bei dickem Draht.
b) Was hat Streuinduktivität im Zusammenhang mit Speicherdrosseln zu
bedeuten?

>Die Software hat hoffentlich die Eindringtiefe richtig
>berechnet, daher der dicke Draht

Da komm ich jetzt gar nicht mehr mit.

> wird ja nur aussenrum genutzt.

Nein. Der (hohe) DC-Anteil fließt im gesamten Querschnitt, also bringt
dicker Draht hier was. Falls bei AC ein paar Verluste auftreten, ist das
meist nicht weiter tragisch, da (salopp ausgedrückt) der AC ja sowieso
weggefiltert werden soll.


Gruß, Jochen

Jochen

unread,
Apr 19, 2000, 3:00:00 AM4/19/00
to
J Wunsch schrieb in Nachricht
<8djs9r$2ggc$3...@innocence.interface-business.de>...

>"Manfred Winterhoff" <ma...@gmx.net> schrieb:
>
>> Du hast bei 500kHz schon eine Widerstaandserhoehung bei 2mm Draht um
>> ca. das 7-fache.
>
>Wirklich? Ich hab' die Formel für den Skin-Effekt nicht im Kopf, aber
>das erscheint mir viel.

Eindringtiefe s=sqrt(2/(omega*mue*kappa). Bei 500kHz und Kupfer ca 0.1mm

> Typischerweise kommen selbst Schwingkreis-
>spulen im Kurzwellenbereich noch mit dünnerem Draht aus

Sie kommen nicht damit aus, sondern das verhindert Wirbelstromverluste.

> lediglich
>bei Leistungskreisen (PA) geht man dort auf versilberte Drähte.


Ergibt größere Oberfläche, Silber leitet etwas besser. Allerdings entstehen
auch größere Wirbelstromverluste. Ist wohl ein trade-off...

Gruß, Jochen

Manfred Winterhoff

unread,
Apr 19, 2000, 3:00:00 AM4/19/00
to
Jochen <101.1...@germanynet.de> schrieb im Beitrag <8dku13$7i3g4$1...@fu-berlin.de>...

> > Mehrere duennere parallel ist ueblich,
um bei hohen Freq den Skin-Effekt zu verhindern

> > aber doch keine gute Idee bei Schaltreglern, weil sich Kapazitaeten und
> > Streuinduktivitaeten natuerlich verschlechtern.
> a) Stimmt nicht. Mehrere dünne parallel ist bei Drosseln _nicht_ üblich (wg.
> AC klein), bei Trafos _ist_ es üblich und sinnvoll. Die Streuinduktivität
> wird bei sonst gleichen Wicklungsaufbau eher_kleiner_ als bei dickem Draht.
> b) Was hat Streuinduktivität im Zusammenhang mit Speicherdrosseln zu
> bedeuten?
1. Magnetfeldlinien entgegen denen der Spule (%)
2. Magnetfeldlinien ausserhalb der Spule (EMI)
aber auch die wichtigeren Wicklungskapazitaeten

> > Die Software hat hoffentlich die Eindringtiefe richtig
> > berechnet, daher der dicke Draht
> Da komm ich jetzt gar nicht mehr mit.
Du brauchst einen Gesamtquerschnitt. Der kann sich natuerlich auch ergeben,
wenn man nur genuegend Oberflaeche + geringe Eindringtiefe hat, wie bei
versilberten HF-Draehten. Der Innenleiter ist dann ungenutzt, aber...

> Nein. Der (hohe) DC-Anteil fließt im gesamten Querschnitt, also bringt
> dicker Draht hier was. Falls bei AC ein paar Verluste auftreten, ist das
> meist nicht weiter tragisch, da (salopp ausgedrückt) der AC ja sowieso
> weggefiltert werden soll.
...an den DC-Anteil habe ich gar nicht gedacht.

J Wunsch

unread,
Apr 20, 2000, 3:00:00 AM4/20/00
to
"Jochen" <101.1...@germanynet.de> schrieb:

> Eindringtiefe s=sqrt(2/(omega*mue*kappa). Bei 500kHz und Kupfer ca 0.1mm

Bezogen auf 90 % oder sowas?

Hätte trotzdem nicht vermutet, daß es so gering ist...

Jochen

unread,
Apr 20, 2000, 3:00:00 AM4/20/00
to

J Wunsch schrieb in Nachricht <8dmfd3>
>...

>> Eindringtiefe s=sqrt(2/(omega*mue*kappa).
>>Bei 500kHz und Kupfer ca 0.1mm
>
>Bezogen auf 90 % oder sowas?


mm heißt Millimeter. Also absolut. Aber frag ruhig...

Gruß, Jochen

Nick Mueller

unread,
Apr 20, 2000, 3:00:00 AM4/20/00
to
Jochen <101.1...@germanynet.de> wrote:

> mm heißt Millimeter. Also absolut. Aber frag ruhig...

Er meint wohl 90% Stromdichte. Oder endet der aprupt bei 0.1 mm?

Vorsicht! Sie verlassen den HF-Bereicht. Durchfahrtsverbot für alle
Elektronen. :-)

Gruß,

Jochen

unread,
Apr 20, 2000, 3:00:00 AM4/20/00
to
Manfred Winterhoff schrieb in Nachricht
<01bfaa37$d125c5a0$0100007f@amdk6-300>...

>Jochen <101.1...@germanynet.de> schrieb im Beitrag
<8dku13$7i3g4$1...@fu-berlin.de>...
>...

>> b) Was hat Streuinduktivität im Zusammenhang mit Speicherdrosseln zu
>> bedeuten?
>1. Magnetfeldlinien entgegen denen der Spule

Was soll das sein?

>2. Magnetfeldlinien ausserhalb der Spule (EMI)


Also eher Streu_fluß_ ?

>aber auch die wichtigeren Wicklungskapazitaeten


Die hängen vom Wicklungsaufbau ab, nicht vom Drahtquerschnitt.

>...


>...an den DC-Anteil habe ich gar nicht gedacht.


Der ist entscheidend bei Speicherdrosseln.

Gruß,Jochen


Joerg Niggemeyer

unread,
Apr 20, 2000, 3:00:00 AM4/20/00
to
In article <1e9e8n2.ie...@logictools.de>, Nick Mueller

<URL:mailto:ni...@logictools.de> wrote:
> Jochen <101.1...@germanynet.de> wrote:
>
> > mm heißt Millimeter. Also absolut. Aber frag ruhig...
>
> Er meint wohl 90% Stromdichte. Oder endet der aprupt bei 0.1 mm?
>
> Vorsicht! Sie verlassen den HF-Bereicht. Durchfahrtsverbot für alle
> Elektronen. :-)

Die Eindringtiefe bezieht sich auf die Entfernung von der Oberflaeche
bis zu dem Punkt, bei dem der Wert des fliessenden Stroms auf 37%
des Oberflaechenbetrages abgesunken ist.

Naeherungsformel: Dein = 75 x 1/€f Dein [mm], f [Hz]

mfg

---------------------------------------------------
Joerg.Ni...@nuconverter.de own opinions only


Jochen

unread,
Apr 20, 2000, 3:00:00 AM4/20/00
to
Nick Mueller schrieb in Nachricht <1e9e8n2.ie...@logictools.de>...

>Er meint wohl 90% Stromdichte. Oder endet der aprupt bei 0.1 mm?

Sog. "äquivalente Leitschichtdicke": Ein Hohlzylinder mit dieser Wandstärke
(und dem gleichen Radius wie der Originaldraht) hat den Widerstand, den ein
Strom mit der Frequenz omega "sieht".

Gruß, Jochen

J Wunsch

unread,
Apr 20, 2000, 3:00:00 AM4/20/00
to
"Jochen" <101.1...@germanynet.de> schrieb:

>>Bezogen auf 90 % oder sowas?

> mm heißt Millimeter. Also absolut. Aber frag ruhig...

Danke für Deinen belehrenden Ton. Nick hat's besser erfaßt, aber mach
Dir nichts draus, jetzt kann ich auch zu Hause selbst nachgucken.

p. s.: Ein Realname wär' auch nicht schlecht. de.newusers.questions
sagt, warum das als angemessen betrachtet wird...

J Wunsch

unread,
Apr 25, 2000, 3:00:00 AM4/25/00
to
Joerg Niggemeyer <Joerg.Ni...@nuconverter.de> schrieb:

> Die Eindringtiefe bezieht sich auf die Entfernung von der Oberflaeche
> bis zu dem Punkt, bei dem der Wert des fliessenden Stroms auf 37%
> des Oberflaechenbetrages abgesunken ist.

Genau das hatte ich dann beim Nachsehen auch festgestellt (und war
auch, worauf sich meine Frage bezog).

> Naeherungsformel: Dein = 75 x 1/f Dein [mm], f [Hz]

Fuer Kupfer, nehme ich an. Aber bist Du Dir mit den Maßeinheiten
sicher? Meiner Meinung nach hast Du Dich um 10ł verrechnet, also Dein
ergibt sich danach in Metern. Das paßt dann auch zu den genannten
ca. 0,1 mm für 500 kHz.

Joerg Niggemeyer

unread,
Apr 25, 2000, 3:00:00 AM4/25/00
to
In article <8e452t$2blm$2...@innocence.interface-business.de>, J Wunsch

<URL:mailto:j...@ida.interface-business.de> wrote:
> Joerg Niggemeyer <Joerg.Ni...@nuconverter.de> schrieb:
>
> > Die Eindringtiefe bezieht sich auf die Entfernung von der Oberflaeche
> > bis zu dem Punkt, bei dem der Wert des fliessenden Stroms auf 37%
> > des Oberflaechenbetrages abgesunken ist.
>
> Genau das hatte ich dann beim Nachsehen auch festgestellt (und war
> auch, worauf sich meine Frage bezog).
>
> > Naeherungsformel: Dein = 75 x 1/f Dein [mm], f [Hz]
>
> Fuer Kupfer, nehme ich an. Aber bist Du Dir mit den Maßeinheiten
> sicher? Meiner Meinung nach hast Du Dich um 10³ verrechnet, also Dein

> ergibt sich danach in Metern. Das paßt dann auch zu den genannten
> ca. 0,1 mm für 500 kHz.
>
Hopppla, da ist doch glatt das sqrt Zeichen €€ nicht angenommen worden.
Gut, dass Du darauf hinweist, ich habe das nicht nachkontrolliert.
Richtig heissen muss es fuer (Cu bei 100 C) also:

Dein = 75 x 1/SQRT(f) Dein [mm], f [Hz]

Hergeleitet habe ich den Schrunz nicht, da haette ich auch nicht so
so die Lust zu. Wie man es herleitet, steht z.B. im Feynmann oder
E-Dynamik-Buch von Jackson oder Greiner.

Ausserdem finde ich das Skinneffekt gebrabbel unwichtig, wenn man bedenkt
das Jochen sehr richtig bemerkt hatte, dass im wesentlichen Gleichstrom
fliesst.

Bei der Drahtauswahl kann man ausserdem gerne tolle Berechnungen aufstellen
und sich dann wundern, warum es schwierig ist einen 2mm dicken Draht
auf einen bobbin zu wickeln und dann denn Draht an den Pin zu befestigen.
Oder besser noch Litze um eine Ringkern wickeln, die sich dann ganz prima
in die Loecher der Platine stecken laesst:-))

Ob die 500 kHz wirklich so die optimale Schaltfrequenz ist, damit
die Indukti klein bleiben kann, ist gegenueber den mit der Schaltfrequenz
ansteigenden Schaltverlusten abzuwaegen. Dann probelt man doch
verschiedenes aus.

Joerg

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