On Tue, 29 Dec 2020 13:12:51 +0100, olaf wrote:
> Marcel Mueller <
news.5...@spamgourmet.org> wrote:
>> Am Ende muss man die Metallbahn für den inneren Schleifer aber immer
>> schmieren, sonst hat man nicht lange Freude daran. Deshalb kommt man mit
> Bei meiner Endstufe von Aiwa ist diese Metallbahn aus
> silber. Und ja, das laeuft schwarz an
Was spräche gegen eine galvanische Vergoldung? Keine Ahnung, was diese
Elektrostifte so taugen, die es (mal?) zur Behandlung von Platinen gab.
Aber wie dem auch sei, irgendwann ist es wohl um jedes Gerät geschehen.
Mein Sony SDP-E300 Dolby-Surround-Receiver kränkelte zuerst an einem
defekten An-Aus-Schalter (der letztlich eh nur Fake ist, weil er die
Standbystromaufnahme genau Null reduziert und eigentlich nur das
Fernsteuerungsmodel lahmlegt - ich habe ihn dann aber aus Gründen der
Nostalgie trotzdem €€€-mäßig getauscht und dabei entdeckt, daß das ein
2xAUS-Schalter war, wo nur eine Bahn benutzt wurde, Sony aber aus
unerfindlichen Gründen im Originalteil die übrigen zwei Pins abgekniffen
hat). Dann begann die Fernbedienung zu kleben. Und schließlich trat eine
obskure IR-Reichweitenverkürzung auf, die weder durch Tausch des
Empfänger- noch des Sendermoduls zu beheben war. Die Kondensatoren in der
Peripherie habe ich auch gecheckt.
Dann flog mir ein Denon AVR 3300 zu [2]. Wie naiv anzunehmen, ein
modern(er)er Receiver mit HDMI und schießmichtot käme ohne Lüfter aus. Der
winselte irgendwann herum, man könnte ihn gegen ein Teil von Papst mit
gleichem Formfaktor tauschen.
Trotz Lüfter scheint in dem mit Platinen vollgestopften Teil ein Hitzestau
zu entstehen, denn natürlich gab es bei mir dann auch die berüchtigten
Tonaussetzer, die sich auf einen sich selbst auslötenden IC-Sockel (IC403)
auf der DSP-Platine zurückführen lassen.
Das kann man nun nervenzerfetzend zerlegen und mit Reflow für unbestimmte
Zeit fixen. Ich bin aber trotzdem geneigt, irgendwann einen
Brot-und-Butter Class-D 5.1 Receiver neu zu kaufen. Wenn es ihn denn gibt
und wenn er zwei(!) HDMI-Ausgänge anbieten kann. Ja, je einen elektrischen
und einen optischen Eingang für Digital Audio wäre auch ganz nett und wenn
es zumindest _einen_ Komponenteneingang (RGB, YCbCv, S-Video, egal) für
meinen Blaupunkt RTV-950 [3] gäbe, würde ich auch nicht weinen.
Vermutlich haut so ein Ding auf Vollgas weniger Verlustleistung raus, als
der gute Denon im Leerlauf.
Mein Sony TCS-310 - Urahn der Walkmans [4] hats leider auch hinter sich.
Tatsächlich spult er nur recht widerwillig nach vorne, gar nicht mehr
zurück und auch die Wiedergabe ist bissl ein Zufallsprodukt. Das
6V-Netzteil besitze ich ebenfalls noch, anscheinend gibts da aber einen
Wackelkontakt in in der Niederspannungsbuchse (nachlöten). Das hatte ich
irgendwann alles getauscht und repariert, die Riemen getauscht.
Alles nur um festzustellen, daß es _nicht_ die Keilriemen waren. Riemen N°1
treibt vom Motor eine Zwischenwelle mit Schwungmasse, N°2 nur das
Bandzählwerk. Eine kleine Nylongabel bringt ein unten gezahntes Reibrad
mit dieser Schwungmasse und entweder dem Zahrad für den einen oder anderen
Bandwickel in Eingriff. Aus dieser Nylongabel ist ein Fetzen rausgebrochen
und die Lagerbuchse hat einen Riß.
Da ich nicht für irgendein Museum arbeite und weder 3D-Scanner noch
-Printer besitze, ist das ein Totalschaden und Fall für den E-Schrott.
Dabei wollte ich doch nur alte ZX Spectrum Kassetten vor dem digitalen
Zerfall retten und nicht in der Ecke der Vintage-Fanboys utopische Preise
für ein Nakamichi BX-125 Deck, oder ein Yamaha K220, ein Pioneer CT-469/777
oder das bildhübsche Akai GX-65MK II 2 bezahlen. Technics RS-BX 626 wird
auch immer sehr empfohlen (Hinterbandkontrolle). Oder halt ein Onkyo TA
2630.
Ein Spezl konnte dann aber aus der Audiofundgrube seiner Medienabteilung
noch eine mobilen Sony TC-D5 orgen [5], der machte den Job dann astrein.
Von dem Projekt kann ich evtl. später mal erzählen, einstweilen müssen
diese Links reichen:
https://shred.zone/cilla/page/390/recovering-old-zx-spectrum-tapes.html
https://shred.zone/cilla/page/393/recovering-old-zx-spectrum-tapes-part-2.html
Herrlich. Ja. Dieses Elend. Todesursache von 90% meiner optischen Mäuse.
Der Rest geht aufs Konto von Kabelbrüchen.
> Wenn man hat dann kann man diese Taster natuerlich einfach durch
> Neuteile austauschen. Allerdings muss man dann aufpassen weil es die
> nicht nur in unterschiedlicher Baugroesse/hoehe gibt, ziemlich
> offensichtlich oder? Es gibt die auch mit unterschiedlich grosser
> Betaetigungskraft. Das ist manchmal tolerierbar, manchmal nicht.
Genau. Meine diesbezüglichen Anstrengungen, einer Vintage-Maus (Microsoft
IntelliMouse w/IntelliEye 1.0) neues Leben zu schenken, verlief im Sande.
Schade eigentlich, weil das eben _kein_ Schischi-Gamer-Teil oder der
allerbilligste Chinadreck war. Nachfolge dann eine "Microsoft Wheel Mouse
Optical USB and PS/2 compatible" (P/N X08-71118, PID 56180), selbes
Problem. Naja, nicht exakte. Linke Taste prellte. Ich kaufte dann eine
"Microsoft Basic Optical Mouse für Business schwarz" [6], langsam gehts
auch hier wieder mit der Unzuverlässigkeit los.
Wenigstens konnte ich meine altgediente Cherry G80-3019 (ja, mit
DIN-Stecker!) reparieren und muß an dieser Stelle mal dem Hersteller ein
dickes Lob aussprechen. Warum? Auf Nachfrage im Cherry-Support nannte man
mir den Reichelt Onlineshop als Bezugsquelle für neue Tasten [7]. Nur ist
"MX-Blue" halt nicht gleich "MX-Blue".
Ebendiese Tastatur wartet mit der Befestigungsvariante "Fixierzapfen in
Leiterplatte" und Beschaltung mit Entkopplungsdiode auf.
Damit lautet die konrete Produktbezeichnung
MX Standard MX-Taste
1 Silber-Goldlegierung
A SPSTON (was auch immer das ist)
-
E Klick, blaue Taste
1 Standardstößel für Tastenkappen
D Keine LED aber Entkopplungsdiode
W Mit Pins
= MX1A-E1DW.
Niemand hat die mehr im Sortiment. Mit dieser Tatsache konfrontiert hieß es
alsbald aus Auerbach (Zitat):
PC> das ist wahr, dass der MX Blue in dem Fall mit Extrapins und
PC> Diode ausgestattet ist, hatte ich übersehen. Entschuldigen Sie!
PC> Da diese Switches mittlerweile sehr selten geworden sind, gehe ich
PC> auch nicht davon aus, dass einer unserer Partner diese in naher
PC> Zukunft bestellt. Hier mein Vorschlag: ich habe im Büro noch
PC> einige MX Browns mit Extrapins und Diode. Die baue ich Ihnen gerne
PC> manuell zu MX Blues um, damit Sie ihre Tastatur reparieren können.
PC> Was sagen Sie dazu?
ALTER! Wie geil ist das denn?!? Ich war vollkommen von den Socken.
Tatsächlich erreichten mich wenige Tage später 10 (ja, i. W. ZEHN) MX-Blue
MX1A-E1DW . Augenscheinlich makellos und tatsächlich kostenlos. Ich habe
strategisch nicht nur die eine Taste sondern auch weitere 6 häufig
genutzte Buchstaben getauscht - insgesamt e-d-g-n-i-s-o, den Rest auf
Lager getan und natürlich auch den Chip sowie einige Stecksockel
nachgelötet.
Die Entlöterei gestaltete sich vollkommen problemlos, für die abriebfesten
"dual-injection-mould" Tastenkappen wäre ein Werkzeug praktisch gewesen,
so mußte ich einige umliegende Kappen entfernen und vorsichtig mit einem
Schraubendreher hebeln. Die Paßform der Ersatztasten ist absolut
einwandfrei, auch im Anschlagverhalten kann ich keinerlei Unterschiede
feststellen.
Nun, da ich den direkten Unterschied zwischen (m)einer wiedererstarkten
Cherry G80-3019 HFO /07 und dem übergangsweise genutzten Ersatz (G81-3000
LPCDE-0, neuwertig) kenne, bevorzuge ich doch ganz entschieden die
klassische Mechanik gegenüber diesem ominösen FTSC. Nichts gegen die
semimechanischen Platinenkontakttasten (es geht natürlich immer noch
schlimmer, z. B. mit Rubberdome), aber das Anschlagverhalten überzeugt
nicht.
Die Tasten gleiten über den ganzen Weg irgendwie "mehlig-reibend" herunter,
zwischendurch wird irgendwann das Signal ausgelöst und am Anschlagpunkt
nimmt die Geschichte ein trocken-diffuses Ende, etwa so, wie wenn man mit
einer Filzstiftkappe auf Hartgummi klopft. Die Spacetaste rasselt
mechanisch nach, Backspace quietscht, wenn man sie nicht wirklich
hundertprozentig in der Mitte trifft und bei der langen Shifttaste auf der
rechten Seite erhöht sich der Betätigungswiderstand extrem, je weiter man
vom Zentrum weg ist.
Das mag den ultrapräzisen 10-Finger-Schnellschreiber nur marginal
stören, ich bin eher schlampig unterwegs und finde das doch etwas
nervtötend. Interessant, daß mein älteres Exemplar einer G81-3000, das
ich bei der Arbeit in die Mangel nehme, deutlich gleichmäßiger,
sanfter und geräuschloser reagiert.
Vorsorglich sei gesagt: Natürlich beguckte ich mir die Fnatic Gear Rush LED
Pro Gaming-Tastatur, die wurde in irgendeinem Test empfohlen. Angesichts
der Rezensionen gibt es dann schon wieder Schnappatmung. Software
installieren um die Farbe der Tastaturbeleuchtung zu ändern? WTF! Oder die
Cherry G80-3000LSCDE-2 als Nachfolgerin, die aber wohl nicht mit der
Robustheit einer G80-3019 aufwarten kann, "Made in Czech" bzw. China ist
und zwei für mich unnötige Windows-Tasten hat.
Ob ich mit den Kailh-Kurzhub-Klicktasten wie in der Sharkoon Pure Writer
glücklich werde, weiß ich auch nicht.
Volker
[1]
https://www.fein-hifi.de/Surround-Decoder/Sony/Sony-SDP-E300-Surround-AV-Prozessor::3357.html
[2]
http://www.fein-hifi.de/Surround-Receiver/Denon/Denon-AVR-3300-Highend-Dolby-Digital-DTS-AV-Reciever-champagner::799.html
Nein, ich habe ihn natürlich NICHT in diesem schwulen "Champagner",
sondern in schwarz.
[3]
https://www.radiomuseum.org/r/blaupunkt_video_cassette_recorder_rtv_950_hifi.html
[4]
http://www.walkmancentral.com/products/tcs-310
[5]
https://de.wikipedia.org/wiki/Sony_TC-D5
[6]
https://www.amazon.de/dp/B005LIFKCE
[7]
https://www.reichelt.de/index.html?ACTION=446&LA=0&nbc=1&q=mx%20blue